2'mmer Wer zu üer_ ?*ÄS ^en' Marburger- : Ais zu ver- §- sofort bezieh- M- L«K l‘‘ finrrp^r -hen b? Dfr: SMH216 Trigen Kost 219. .^: tiTifTber 5 bls 6 Piecen auf sofort zu oberger Straße B zu cermietben ld)< srlügelsgasse^ nrr zuvermiethen h, Brandgasse Zamilimwohnung k ruhige Familie ^rgerstr.B. 151,u. simmer, nahe der ährigen ;u ver- 'dgasse, A. 135. Zimmer zu ver- iber am Kreuz. Logis an ruhige nerhen bei C. Rakn. । Zimmer ist zu Sacker Kuhn, i dem Kreuz. n-Logis zu derer K. Plank, WenMe. sis zu Dermietben. mgasft C-117. mzchen. e Meerlchaum- Ibernem Reif ver- Büohnung in der bürg. ° ktslhenkuchkn^ r Aepfelwem, hr. DuiU. "JingHo als en bei irjtaium__ 'N KneipbrilSer W ,4 ^Vitior^L- . e-iingekel- . Atrentn- _ ÖüDl d) 'selben mmrath, »gafl^,—— s^reunde indenM Wi-ge" mdes Hoch ig« >-uL on 22V Zweites Blatt. Sonntag den 21. September 187V. A«Mk- Md AMKtt für de« Kreis Gießen. A - l Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. promi a. b. c. Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. äßantrag enthalten seien. Der Compromißantrag der Zehner-Commission lautete: 1) Der Congreß der deutschen Thierschutzvereine als solcher erklärt sich zwar bezüglich der Entscheidung der Frage über die Nothwendigkett der Vivisection für die Wissenschaft für incompetent. hat aber mit dem tiefsten Bedauern von den Ausschreitungen Akt genommen, welche nach der Versicherung glaubwürdiger Personen bei den Vivisectionen vorgekommen sind, und richtet an den hohen Bundesrath und den Reichstag die dringende Petition: Die Vivisectionsfrage einer gesetzlichen Regelung entgegen zu führen und, so lange dieses Studium von der Wissenschaft für unentbehrlich erklärt werden sollte, in jeder Richtung dafür zu sorgen, daß Ausschreitungen In erfreulicher Rüstigkeit und Frische hat der Kaiser nach den Manöver» bet Königsberg und Danzig die Reise nach Stettin angetreten, wo er eine gleich herzliche Aufnahme sand, wie in den beiden altpreußtschen Hauptstädten. Von allen festlichen Veranstaltungen trug die feenhafte bengalische Beleuchtung der Oderuser den Preis davon. Der Kaiser wohnte in Stettin dem Stapel- lause der neuen Panzercorvette „Stein" bet, an der er selbst die Taufe vollzog, und traf, nach beendeten Mavövern, am 16. d. mit dem Kronprinzen und dem übrigen hohen Gefolge wieder in Berlin ein, um schon Tags darauf die Weiterreise nach Elsaß-Lothrtngen anzutreten. An den dort bevorstehenden Manöver» werden auch die Kriegsmtntster Bayerns, Sachsens und Württem- bergs theilnehmen. — Unser Ostsee-Geschwader hat seine diesjährigen Hebungen beendet und ist nach Kiel zurückgekehrt. Dort werden die Schiffe außer Dienst gestellt, um im großen Bassin zu Ellerbeck ihren Winterschlaf zu halten. — Das Berliner Obertribunal, der höchste Gerichtshof Preußens, hat sich nach 200jährigem Bestehen aufgelöst und am 16. d. seinen feierlichen Schlußakt gehalten. — Am gleichen Tage ist im Deutschen Reichsanzeiger die königliche Verordnung erschienen, welches die Auflösung des preuß. Hauses der Abgeordneten verfügt. Für die Wahlmännerwahl wurde der 30. Septbr., für die Abgeordnetenwahl der 7.Octbr. festgesetzt. Ueberall sind die Wahlagitationen im vollen Gange und ganz besonders rührig zeigen sich die Liberalen. Bei den Ergänzungswahlen in den sächsischen Landtag verlor die Fortschrittspartei fünf Sitze, darunter zwei an die Socialdemokraten, die nun durch drei Abgeordnete in der sächsischen zweiten Kammer vertreten sein werden. Im Großherzogthum Baden haben sich bet der Wahlmännerwahl zu Constanz die Conservattven und Ultramontanen gänzlich auSgeschloffen und den Liberalen das Feld allein überlasten. — Der Münchener Magistrat beschäftigt sich bereits mit den Vorbereitungen zur Feier des 700jährigen Regierungs-Jubiläums des Wittelsbacher Hauses, welche am 16. September nächsten Jahres stattfindet, und beschloß die Niedersetzung einer Fest- commisfion. — Während der deutsche Kronprinz an der Seite seines Vaters den Manövern beiwohnt, verweilt die Kronprinzessin in dem steiermärkischen Römerbade. Sie sucht dort Heilung von einem Nervenleiden und gedenkt später in einem Seebade bei Genua mit ihrrem Gemahle zusammenzutreffen. — Der Einladung des österreichischen Kaisers folgend, ist der König von Sachsen nach Wien gereist, um sich von dort zu den kaiserlichen Hofjagden nach Steiermark zu begeben. — Dem Wunderschwindel in Wistek im Posenffchen, wo ein Mädchen auf einem Strohschober Muttergottes-Erschei- nungen gehabt haben will, wurde durch die Polizei ein Ende gemacht. Beim Verbringen des Strohes aus dem Schober nach dem Gehöfte des Besitzers fand man als Quelle des wunderthätigen Masters, welches Tausende von Leichtgläubigen angelockt hatte, eine höchst prosaische, unter dem Stroh versteckte Flasche. Für die sichere Unterbringung des Wunderkindes, welches bei der Sache die Hand im Spiele hatte, trug die Behörde Sorge. — Die Oesterreicher sind von der Herzegowina aus in zwei Colonnen in das Sandschak von Novibazar eingerückt und haben Plevlje (Taschlitza) und Prie- polje besetzt, ohne aus Widerstand zu stoßen. Nur in Plevlje, bekannt als der Heerd von Agitationen, bereitete ihnen der Commandant der dort verbliebenen türkischen Garnison einige Schwierigkeiten; er erklärte, zur Räumung des Ortes keine Vollmachten von Konstantinopel zu haben und verweigerte die Zurückziehung seiner Truppen von einer die Stadt beherrschenden Anhöhe. Die Letztere wurde trotzdem von zwei österreichischen Bataillonen besetzt, welche sich friedlich neben den Zeltlagern der Türken postirten. — Rußland hat Oesterreich, aus besten Machterweiterung auf der Balkan-Halbinsel es mit scheelem Auge blickt, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Wiener Regierung stand eben im Begriff, mit Serbien eine Eisenbahn-Convention abzuschUeßen, die dem österreichischen Handel den Weg nach Salonichi öffnet. Bereits war die Zustimmung des Fürsten Milan in Aussicht gestellt, als die Unterhandlungen plötzlich in's Stocken geriethen, woraus man wohl nicht mit Unrecht schließt, daß russischer Einfluß den Fürsten noch in der letzten Stunde bewogen hat, die Concession nicht zu genehmigen. — In Bern tagte der Congreß für Sonntagshetligung, der von 225 Delegirten aus fast allen europäischen Staaten besucht war und sich namentlich für eine Beschränkung des Eisenbahndienstes an Sonntagen entschied. — An einer in Luzern abgehaltenen Generalversammlung der Gotthardbahngesellschaft wurde die Ausführung der MondCenere-Linie und die Verpfändung derselben gegen eine Anleihe von 6 Millionen Franken beschloffen. — Ein dritter Transport französischer Communisten landete in Port-Vendres und trat dann die Weiterreise nach Paris an, wo unter den üblichen Hochrusen auf die Republik die Rückkehr der Verbannnten durch Geldspenden, Bewirthung und Ansprache gefeiert wurde. — Trotz aller Agitationen für die Helden der Pariser Commune ist in Bordeaux der radikale Blanqu t bei der Stichwahl gegen eine» Republikaner unterlegen. — Jn Aides, in Ostrumelien, kam es zwischen der bulgarischen Bevölkerung und den zurückkehrenden moha- medanischen Flüchtlingen zu blutigen Zusammenstößen, wobei 16 Gensd'armen getödtet wurden. Verschiedene Botschafter haben deshalb bereits die türkische RedaetUm-durea«r l n in GLpeditton-dir-eairr / «chulstraße 8. is. völlig vermieden werden. 2) Insbesondere hält der Congreß folgende Punkte im Allgemeinen besonderer Berücksichtigung bedürftig: „ . Die Vivisectionen sind auf das möglichst geringste Maß zu beschranken, soweit dies ohne erhebliche Schädigung der Wissenschaft möglich ist; ganz unstatthaft sind Vivisectionen in den Fällen, wo todtes Material zur Erreichung des Zweckes ausreicht. , . r . „ In allen Fällen, wo es den Zwecken des Versuchs nicht widerstreitet, müssen Betäubungs- und dürfen nur höchst ausnahmsweise Lähmungsmittel angewendet werden; sobald der wissenschaftliche Zweck des Experimentes erreicht ist, ist das Thier sofort zu tobten und nicht zu weiteren Versuchen aufzubewahren, es sei denn, daß der Schmerz nach Schluß des Experiments bei dem Versuchsthiere aufhört. Die Vivisectionen als Lehrmittel und als Illustrationen bei Vorlesungen, als Hülfsmittel beim Studium, in Fällen, wo die Fragen der Forschung bereits festgestellt sind und als Mittel zur Befriedigung der Neugier sind Regierung interpellirt, der man die Schuld an diesen Vorgängen beimeffen toiD. — Jakub Khan, der Emir von Afghanistan, hat endlich, nachdem man über sein Schicksal eine Zeit lang im Ungewiffen schwebte, em Lebenszeichen von sich gegeben und in einem Schreiben an den Vicekönig von Indien seine freundschaftlichen Gesinnungen betheuert. Trotzdem beschuldigt man ihn des Ginverständnisies mit den Aufständischen, welche die englische Gesandtschaft ermordeten. Ein starkes Heer soll in Kabul zusammengezogen sein, um bie afghanische Hauptstadt gegen die Engländer zu vertheidigen. Während gegen die Letzteren die afghanischen Priester den „heiligen Krieg" predigen, trifft General Roberts Vorbereitungen zum Vormarsch. Zur Verstärkung seiner Streitkräfte ist bereits ein Truppentransport von England abgegangen. — Im Zululande sind die Engländer hart hinter dem Könige Cetewayo her, welcher von Kraal zu Kraal verfolgt und nach neueste» Nachrichten gefangen genommen wurde. — Wieder hat der Tod einige Name» von Bedeutung aus der Liste der Lebenden gestrichen. In Freiberg in Sachsen starb dieser Tage der ausgezeichnete Mineraloge Bernhard von Cotta, Prv- seffor an der dortigen Bergakademie, in Paris der berühmteste französische Opernsänger Roger, der auch in Deutschland auf seinen früheren Gastspielreisen Triumphe feierte; eine hochgeachtete politische Persönlichkeit Oesterreichs, Paul Rainer, ehemaliger Minister des Innern, nahm sich in Folge von Krankheit selbst das Leben. Der I. deutsche Thierschutz-Congreß zu Gotha. (Fortsetzung und Schluß..) Correferevt Dr. Schaefer hält die Vivisection im Interesse der Wissenschaft und Heilkunde für notwendig, weil noch nicht entbehrlich; er constattrte, daß durch dieselbe wesentliche Vortheile für die Wissenschaft zum Wohle der Menschheit, rote der Thierwelt erreicht worden seien. Allerdings bedaure er, daß man nöthig habe, zur wissenschaftlichen Forschung solche Wege einschlagen zu müssen, und würde sich freuen, wenn dies ohne Nachtheile geändert werden könne: so lange dies nicht möglich, müsse er sich leider für die Vivisectionen aussprechen. Redner erkannte jedoch an, daß man bei Vornahme von Vivisectionen in vieler Beziehung zu weit gegangen sei und Ausschreitungen vorkämen, denen die Vereine wie allen bei Thierbenutzung vorkommenden unnöthigen und frivolen Quälereien auf das Entschiedenste entgegentteten müßten. Auf die Stellung besonderer Anträge verzichtet auch er, da ja seine Anträge in dem Com- jedenfalls zu verbieten. , „ £, t Bei der sehr lebhaften, aber der Sache durchaus würdigen und obiectwen Debatte ergriff zuerst Professor Dr. Zürn-Leipzig das Wort und vertheidigte die Vivisection gegen die ihr gemachten Vorwürfe; auch er bedauert, daß man die Vivisectionen noch nicht entbehren könne, und wünschte, daß der Congreß diese Nothwendigkett anerkennen möge, indem er die sog. Crefelder Beschlüsse des rheinisch-westphaliichen Thierschutzverbandes dem Congreß zur Annahme in folgender Form empfiehlt: 1) Die Nothwendigkett und Berechtigung der Vivisection muß tm Interesse der Wissenschaft und der Menscbenheilkunde anerkannt werden. 2) Dieselben sollen auf das nothwendigste Maß beschrankt werden, namentlich sind sie unstatthaft, wo todtes Material zur Erreichung des Zweckes genügt. 3) In allen Fällen, wo es nicht den Zwecken der Operationen widerstreitet, sollen Betäubungs- und nicht blos Lähmungsmittel angewendet werden. 4) Sobald der wissenschaftliche Zweck des Experiments erreicht ist, darf das Thier, wenn der Schmerz nach demselben fortdauert, zu fernem weiteren Experimente aufbewahrt, sondern muß sofort getödtet werden. 5) Die Vivisectionen sollen unter staatliche Controle gestellt sein. Advocat Schanz-Dresden vertheidigte dementgegen in längerer Rede den Com- vromißantrag, indem er darauf hinwies, daß derselbe wohl von allen acceptirt werden könne; er selbst sei principieller Gegner der Vivisection, aber auch er nähme den An- ttaa an. da er einsehe, daß im Augenblick nicht mehr erreicht werden könne. Nachdem sich noch v Seefeld-Hannover, "Vertreter des Vogelschutz- und G-flüg-Izuchtver-inS in Papenburg, in allgemeinen Redensarten gegen die Vivisection unter auffallender Unruhe der Versammlung ausgesprochen und namentlich empfohlen Hatte, sich mehr mtt Homöopathie und Naturheilmethode zu beschäftigen bei deren section überflüssig sei, erklärte sich noch Dr. Schwaab-Cafiel für die Vermittelungs- Anträge der Zehner-Commission. Nach Schluß der Debatte kam noch eine schriftliche Erklärung des in der Sitzung als Gast anwesenden Herrn Dr. Gilbert-London, dessen Pointe jedoch durchaus unklar war, sowie ein Schreiben des Antiv'viscctionsvereins in London, welcher den deutschen Vereinen ein Spionir- und Denunciationssystem gegen die Vivisectwn empfiehlt, zur Verlesung, welche einfach ad acta genommen wurden. ES folgte hierauf die Abstimmung zuerst über Pos. 2 a. b. c. des Compromiß- antrages, welche einstimmig angenommen wurde. Bei der Abstimmung über Pos. 1 dieses Antrages wurde zugleich über die Pos. 1 der Antrages Zürn votirt, indem alle Diejenigen mit „ja* stimmten, welche für den Compromißantraa waren, mit „nein", welche dem Anträge Zürn zustimmten. Auf Antrag Dr. Sch äfer's-Darmstadt wurde hierbei namentlich abgestimmt und ergaben sich bei dem Aufrufe der einzelnen Vereine 57 Stimmen für den Antrag der Commission, 28 Stimmen für den Antray Zürn, womit letzterer fiel. Nachdem nun noch daS Bureau mit der Einreichung einer Eingabe, deren Motivirung den beiden Referenten übertragen wurde, an die Regierung beauftragt worden war, wurde auf Antrag Dr. Sch aefer's-Darmstadt die Berathung der beiden noch nicht erledigten Punkte der Tagesordnung zunächst der freien Besprechung am Abend überwiesen. Einem Anträge des Schuldirectors Callin-Hannover, dem Reichseisenbahnamt die Einführung des von ihm im Modell gestern vorgezeigten Hundebehälters für Eisenbahnwagen von Seiten des Congresses zu empfehlen, wurde ohne Discussion zugestimmt. Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt war, schloß der Vorsitzende Mar- quart die amtliche Arbeit des 1. deutschen Thierschutz-Congresses mit Worten der Anerkennung für die Thätigkeit der Mitglieder und hoher Befriedigung für die vollendeten Arbeiten desselben, indem er dem Wunsche AuSvruck gab, daß in allen Vereinen auf Grund der gefaßten Beschlüsse die friedliche Arbeit des Thierschutzes energisch weiter gefördert werden möge. Der Nachmittag war der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Gothas gewidmet, von welchen namentlich das Herzogliche Museum mit seinen reichhaltigen historischen, naturwissenschaftlichen, ethnographischen und Gemälde-Sammlungen und der Leichen- verbrennungSofen auf dem Friedhöfe, welchen Herr Bürgermeister Hünersdorf die Freundlichkeit hatte, den Congreßmitgliedern eingehend zu zeigen und zu erklären, hervorzuheben sind. Für den Abend war noch eine freie Besprechung über thierschützerische Avgelegen- heiten vorgesehen, an welcher jedoch nur verhältnißmäßig wenig Abgeordnete Theil nahmen, da eineStheils schon am Abend eine Anzahl derselben wieder in die Heimath zurückgekehrt war, eine andere, von den Anstrengungen beider Tage ermüdet, sich zurückgezogen hatte, oder drittens bei Frau v. Schwarz (Elpis Melena) hinter einer Tasse Thee die Gründung eines internationalen Vereins gegen Vivisection berieth. Es wurde deßhalb auch keiner der noch zu berathcnden beiden Gegenstände der Tagesordnung besprochen, sondern die Organisationsirage eingehend erörtert und die Kooptation geeigneter Persönlichkeiten zu der eingesetzten Commission vorgenommen. So verfloß der rweite Tag des 1. deutschen Thierschutz-Congresses. Betrachten wir oie Thätigkeit der Delegirten und den Erfolg derselben, so können wir mit Stolz auf den Congreß zurückblicken. Mit Ernst und Eifer war Jeder befleißigt, alles Ueberflüssige aus den Verhandlungen wegzulassen und ein gedeihliches Resultat zu erreichen. Entgegen dem auf internationalen Kongressen meistens herrschenden Brauche waren alle Fragen gründlich durch eingehende Referate, welche dieselben von allen Setten beleuchteten, zur Berathung vorbereitet, und dienten als Grundlage wohlerwogener Anttäge. Da war nichts von hohlem Wortgeklinyel und Phrasen zu hören, sondern zu ernster That hatten sich ernste Männer vereinigt, um das Veste zu erstreben. Nicht in Form leerer Wünsche waren die Beschlüsse des Kongresses gefaßt, sondern als genaue Vorschriften für das Vorgehen der Vereine, welche geeignet sind, als Richtschnur für die Thätigkeit derselben zu dienen. So sehen wir also als einen günstigen, beftiedigenden Erfolg des Konyresses, daß die deutschen Vereine einen Schritt weiter auf dem Wege des praktischen Wirkens gethan, indem sie wesentlich praktische Tagesfragen beriethen und in einer Weise erörterten, daß sich daraus ein positives Resultat und nicht unfruchtbare Resolutionen, wie solche auf den internationalen Kongressen meist gefaßt wurden, ergaben. Aber noch einen weiteren Vortheil hatte diese Zusammenkunft in Gotha. Die hervorragendsten Gesimrungsgenoffen aus Deutschland trafen dort zusammen und lernten sich persönlich kennen, wodurch ein erleichterter Meinung?- und Ideenaustausch erzielt wurde und Gelegenheit gegeben war zu so- forttgen Aufklärungen und Belehrungen über so mancherlei Verhältnisse und Eigen- thümlichkeiten der einzelnen Vereine und Verbände. Mochte dieser Kongreß aber nun auch Veranlassung zu immer weiterer Ausbreitung der Thierschutzidee und der sie verfechtenden Vereine, deren eigenthümlicher Vorzug es ist, daß sie von einem ^pecifisch humanen Zug erfüllt und getragen werden, daß sie weder durch confessionelle noch politische oder sociale Rücksichten und Verhältnisse gebunden sind, Veranlassung geben. Während sie den Schutz der Thiere auf ihre Fahne schreiben, arbeiten sie mit Eifer und Erfolg an der fortschreitenden Kioilisation und höheren Gesittung des Menschengeschlechts. Möchten darum ihre Bestrebungen in den weitesten Kreisen des Volkes immer größeren Anklang und lebendigeres Verständniß finden, möchte in unserem Vaterlande jeder wohlmeinende deutsche Mann, jede warm empfindende deutsche Frau denselben werkthätige Unterstützung und Forderung nach besten Kräften zu Theil werden lassen, in Beherzigung der schönen Mahnung unseres größten Dichters: Edel sei der Mensch, hülfreich und gut, denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.________________________ Vermischtes. Frankfurt, 15. Septbr. Die hiesige Stadtverordnetenversammlung fordert durch Bekanntmachung zu Bewerbungen um die Aemter des ersten und zweiten Bürgermeisters und zweier besoldeter Stadträthe auf. Die Jahresgehalte betragen für den ersten Bürgermeister 12,000 JL, für den zweiten Bürgermeister 8400 jK, für die Stadträthe muOO JL Außerdem beziehen der erste Bürgermeister 3000 und der zweite Bürgermeister 1000 JL Funkttons- zulagen, welche bei Bemeffung der Ruhegehalte nicht in Anrechnung kommen. Die Amtsdauer beträgt vom 27. Februar 1880 ab zwölf Jahre. Nordenstadt, 15. September. Ein gräßliches Unglück ereignete sich am verfloffenen Freitag dahier. Der 14jährige Sohn des Georg Deul fiel bei einem Sprung von einer Mauer in einen Wcinbergspfahl; derselbe drang ihm in den Unterleib und veranlaßte noch an dem» selben Tage den Tod des jungen Mannes. Die Leiche des Unglücklichen wurde gestern unter zahlreicher Bethetligung zur Erde bestattet. — Ein amerikanisches Journal bringt folgendes Inserat: „Gesucht wird ein Redacteur, der es einem Jeden recht zu machen versteht, auch ein Setzer, der daS Papier so arrangiren kann, daß das Inserat eines jeden Einzelnen an die Spitze des Blattes zu stehen kommt." Paris. (Immer vorsichtig.) Bet einem Zahnarzt erscheint ein Patient und erfährt zu seinem Leidwesen, daß er nur durch Ausziehen des kranken Zahnes von seinen Schmerzen erlöst werden kann. „Ader ich fürchte, ich werde es nicht aushalten", jammert der Leidende. „Nun", beruhigte ihn der Dentist, „so kann ich Sie chloroformtren." Der Patient giebt es zu, zieht aber, während der Arzt seine Vorbereitungen machte, seine Börse hervor. „O bitt das Honorar hat Zeit bis nachher." „Darum ist es nicht," erwiderte der vorsichtige Patient, „ich will nur vor dem Chloroformiren genau nachsehen, wie viel ich bei mir habe." — Man weiß, daß die Schildkröten ein ungemein zähes Leben haben; es werden Betspiele cittrt, daß einige dieser Thiere zweihundert Jahre alt geworden sein sollen. Eine inter- esiante Bestätigung dieser Thatsache wird nun aus Florida gemeldet. Im Monat Juli fing ein dortiger Pflanzer in dem Saint-Jean-Flusse eine große Schildkröte, deren Alter gewiß zu 200 Jahren angenommen werden kann. Auf ihrem Rückenpanzer fand man zur allgemeinen Bewunderung folgende Inschrift: „Gefangen im Jahre 1700 von Hernando Gomez im Se- bastianfluße; später durch Indianer nach Matanzas und von da in den Großen Wekiwa gebracht," Der Große Wekiwa ist der alte Name des Saint-Jean-FlusieS. Ueber bet Inschrift konnte man ganz deutlich das Wappen von Spanien und die Jahreszahl 1700 wahrnehmen. Zu dieser Zeit besaßen die Spanier noch Florida, welches sic erst 1821 an die Vereinigten Staaten abtraten. Nachdem der erwähnte Pflanzer seinen Fund mehreren Personen gezeigt hatte, schenkte er dem Thiere die Freiheit wieder, jedoch nicht ohne vorher zu der alten Jnschr,ft eine neue und die JahreSzahl 1879 hinzugefügt zu haben. — Einer jungen heirathslustigen Wittwe stellten sich zwei junge und bildschöne Herren al8 Freiwerber vor. Sie gefielen der Wittwe beide und nur die Wahl war schwer, bis der eine Freiwerber zu Gunsten des anderen verzichtete. Die angebotenen Cigarren lehnten die jungen Herren lächelnd ab und baten sich einen Kuß aus, der eine alS Bräutigam, der andere für seinen edlen Verzicht und man wurde ziemlich Handelseins Leider wurde doch nichts aus der Partie; denn die Herrchen waren kaum auS dem Hause, so wurden sie als zwei muthwillige Mädchen entpuppt, die sich verkleidet hatten. Die Geschichte soll in Nordhausen passirt sein. Sehlffaberleht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd W. Dietz in Gießen. Southampton, 27. Sept. Der Postdampfer Mosel, Capt. H A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. d. Mts. von Newyork abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 9 Uhr Mittag- die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Mosel überbringt 149 Passagiere und volle Ladung. Acitgebotenes. 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V ullD «Hi 1 (<■ ® „fr *gSfl bir JwA .2? * -icht. Bei Grund! w-ltyn das finltigi w Summe des Zi »w u. f. w. der 13- ^!ache bei unbeschrä Der Ort, wo mtftf 1:1 i'be ? * Ais * unetlL'?« ®WU. .J11 feftNb; In Jä* h bt“