1879-, lst zwei 220. Erstes Blatt. Sonntag den 21. September 1879. Meßmer "Anzeiger Ayeigk- ««- AmtrM flr de« Kms Gießen. «edaettsoSboremrr \ ExpedtttonSbrrreau r f Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ptz» « freundlichen el. September: illberg, hosftrai Tw S ;el> M der i&htdor- Einladung Mm Abonnement auf den GLetzener Anzeiger. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewobnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, incl. der Beilage „Gießener Familienblätter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. „ Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in s Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; ttt der Erpedrt-.on abgeholt 2 Mark; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, beträgt derselbe 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1879 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, um vollzählige | Exemplare liefern zu können. Die Expedition. Amtlicher Th eil. Gefundene Gegen st an de: 3 Portemonnai's mit Inhalt, 1 Schwamm mit weißem Netz, 1 Sack mit Inhalt (Kleider), 1 schwarzseidenes Tuch, 1 Kinderschuh, 1 weißes Taschentuch, 3 bunte Taschentücher, 1 Leitriemen, 1 Brieftasche, 1 Eigarrenetui. Die Gegenstände sind auf der Polizeiwache (A. 258) aufbewahrt. Gießen, den 19. September 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. nicht genug Verständlich für das Finanzwesen habe, ein Fehler, den das Blatt, welches die vielen hervorragenden Eigenschaften des Herrn Mumm, seine Repräsentation, sein Organisationstalent, seinen Fleiß rc. anerkennt, übrigens auf die Gründerjahre zurückführt. Das ist Alles recht schön, gut und richtig; aber die hiesigen Blätter scheinen Eines nicht zu wissen, nämlich daß Herr v. Mumm, wie wir von einem demselben sehr nahe stehenden Manne hören, nicht geneigt ist, eine Wiederwahl anzunehmen. Wir beklagen das aufrichtig! (Rh. Kur.). Telegraphische Depeschen. Wagrrer's telegr. Correspondenz - Bureau. Wien, 19. Septbr. Fürst Bismarck trifft hier erst morgen Abend ein. Berlin, 19. Septbr. Der „Post" zufolge wird Feldmarschall v. Manteuffel sich am 28. Septbr. nach Straßburg begeben. — Privat-Telegramme der „Nordd. Allg. Ztg." aus Deutsch - Erone: Das hiesige Kreisgertcht verhandelte heute eine Anklage gegen den ehemaligen Erzbischof Ledochowski wegen Uebertretung der Maigesetze (betr. die Verhängung der großen Excommunication gegen den staatstreuen Probst Lizak in Schrotz) und verurtheilte Ledochowski zu 2000 Mk. Strafe event. 70 Tage Gesängntß und zur Erstattung der Kosten. Stuttgart, 19. Septbr. Der König hat heute dem Manöver bei Blaufelden beigewohnt und reist von da nach Jugenheim zum Besuch der Kaiserin von Rußland. , Gastein, 19. Septbr. Nuntius Jacobini ist heute Nachmittag nach Wien zurückgereist. Baden-Baden, 19. Septbr. Versammlung der deutschen Naturforscher. Heute sanden Vor- und Nachmittags Sections-Sitzungen statt. Die zweite Hauptsitzung ist morgen. Als Notabilitäten unter den Anwesenden sind u. A. zu nennen: Kußmaul, Hegar, v. Langenbeck, Golz, Nachtigall, Friedreich und Ecker. London, 19. Septbr. Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Simla vom 19. d.: Wegen des Vormarsches der britischen Truppen auf Dakka ist Gegenbefehl ertheilt. Die Vorbereitungen für den Transport sind nunmehr gut organistrt; die Regierungsbehörde in Madras stellt eine größere Anzahl von Transportmitteln zur Verfügung. — „Times" bringt in ihrer zweiten Ausgabe folgendes Telegramm aus Alikheyl vom Heutigen: Depeschen des Emirs von Afghanistan an General Roberts bestätigen, daß Herat in vollem Aufruhr ist. Der Emir verfügt über 12 Regimenter und mehrere Geschütze in Kabul und hat mehrere Regimenter aus Gbusni und Turkestan herbeibeordert. Rom, 19. Septbr. Im gestrigen Consistorium ernannte der Papst nach einer Allocutio» die Nuntien Meglia und Jacobini, ferner Catani und Sanguigni zu Cardinälen und außerdem sechs Bischöfe für Italien und zwei für lg @ept6r- Meldung des Reuter'schen Bureaus aus der Capstadt vom 2. ds. (via St. Vincent). Laut näheren Mittheilungen über die Gefangennahme Cctewayo's beorderte Lord Gifford, nachdem er erfahren hatte, daß der König mit seinen Anhängern stch im Zustande der Erschöpfung in einem Kraal aufhalte, den Major Marter, den Kraal mit Dragonern zu umstellen. Cetewayo und seine Begleiter ergaben sich darauf ohne Wider- Keutschkarrd. Darmstadt, 19. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfing heute den Geheimer ath Stüber, den Steuerrath Eckhart, den Hofgerichtsrath v. Herff, den Justtzrath Gros, den Proseffor Dr. Urtch, den Landgertchtsdirector Muth, den Oberamtsrichter Roos, den Obecamtsrtchter Klingelhöffer, den Landgerichtsrath Holzapfel, den Landgertchtsrath Steinberger, den Baurath Köhler, den Polizeirath Haas, den Mr. Bengough, den Generalmajor Kehrer, sowie den Obersten v. Heineccius, und nahmen militärische Meldungen entgegen; daraus zum Vortrag den Staatsminister Freiherrn v. Starck, den Mtnisterialprästdentcn Schleiermacher, den Geh. Cabtnetsrath Dr. Becker und den Hosjägermelstcc v. Werner. — Seine Königliche Hoheit der Prinz von Wales trifft Sonntags den 21. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr in Groß-Gerau em, woselbst Seine Königliche Hoheit der Großherzog den hohen Gast empfangen und nach Wolfsgarten geleiten werden. Am Dienstag findet im Groß-Gerauer Park eine Hos- jagd statt. Die Abreise Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, sowie Seiner Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs nach Balmoral erfolgt Dienstag den 23. ds. Mts., Nachmittags 5 Uhr 10 Minuten über Calais und London. Darmstadt, 19. Septbr. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 43 enthält die Verordnung, die Tagegelder, Reisekosten und Umzugskosten der Civilbeamten betreffend. Frankfurt, 17. Septbr. Lebhaft wird in allen Gesellschaftsschichten der Beschluß der Stadtverordneten besprochen, die demnächst zur Erledigung kommenden Stellen des ersten und zweiten Bürgermeisters, sowie zweier besoldeter Stadträthe öffentlich auszuschreiben, ein Beschluß, dem die Ausführung rasch aus dem Fuße gefolgt ist, denn die neueste Nummer des amtlichen „Anzeigers" enthält bereits die bezügliche Bekanntmachung. An Bewerbern wird es kaum fehlen, denn der Jahresgehalt des ersten Bürgermeisters beträgt 12,000 Mk- und 3000 Mk. Functtonszulage, der des zweiten 8400 Mk. und 1000 Mk. Functtonszulage, der der Stadträthe 8000 Mk. Die Amtsdauer ist 12 Jahre. Da der Beschluß der Stadtverordneten mit Viersünstel-Mehrheit und ohne politische Motive, wie man bestimmt versichert, gefaßt worden ist, so mögen die Väter der Stadt ja alle ihre wohlerwogenen Gründe dazu gehabt haben; aber immerhin wird man es auswärts, trotz der analogen Vorgänge in Berlin, Köln und neuerdings in unserer Nachbarstadt Hanau rc. für ein Armuthszeugniß der Stadt halten können, daß sie außerhalb Frankfurts auf die Suche nach ihren Vertretern hat gehen müssen, wenn auch mit dem Beschluß nicht ausgeschloffen ist, daß sich hiesige befähigte Männer für die vacan- ien Stellen melden können. Jndeffen beruht das Aussehen, welches das Ausschreiben macht, nicht sowohl oder wenigstens nicht allein in dem Beschämenden sür die Stadt, als daraus, daß der Beschluß der Stadtverordneten in seiner Spitze gegen unseren vortrefflichen Oberbürgermeister gerichtet zu sein scheint, dem man gegnertschersetts vorwirst, daß er zu viel „Fühlung" mit Berlin unterhalte, oder, wie sich eine Einsendung in dem „Stadtanzeiger" ausdrückt, „der preußischen Regierung hier die Wege ebene." Selbst die „Neue Franks. Preffe" wirst Herrn Mumm von Schwarzenstein in einem vortrefflich geschriebenen und ganz objectiv gehaltenen Artikel, an deffen Schluß sie stch warm sür die Wiederwahl unseres bisherigen Oberbürgermeisters auSspricht, vor, daß er stand und wurden nach Mundt abgesührt, wo sie am 30. August eingetroffen sind. Von da sollen sie nach Greytown gebracht werden; ihre wettere Be» sttmmung ist unbekannt. — General Wolseley benachrichtigte die Zulu-Häupt- linge bei einer Zusammenkunft, das Land werde in drei unter europäischen Residenten stehende Paralleldistricte etngetheilt werden. Straßburg, 19. Septbr. Die heutige Parade des 15. Armee-Corps Bet bei herrlichem Getter ein großartiges militärisches Schauspiel, zu welchem enorme Menschenmaffen zusammengeströmt waren. Um 11 Uhr erschienen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die Großherzogin von Baden, der deutsche Kronprinz und an deffen Seite der Kronprinz von Schweden. Die Paradetruppen unter dem Cornmando des Generals von Fransecky, gegen 30,000 Mann zählend, waren in zwei Treffen aufgestellt. Der Kaiser stieg zu Pferd und ritt demnächst die Front ab; die Kaiserin und die Großherzogin von Baden folgten in offenem Wagen; dem Kaiser schloß sich eine glänzende Sui e an. Der Vorbeimarsch erfolgte zuerst in Compagnie-Front, dann in Regiments-Colonne. Da der Regen der vorletzten Nacht den Boden aufgeweicht hatte, so mußte die Paradeltnte beim zweiten Vorbeimarsch verlegt werden. Der Verlaus der Parade war ein vortrefflicher und sprach Se. Majestät nach deren Schluß den versammelten Officieren die Allerhöchste Zufriedenheit aus. Der Kaiser ritt sodann noch die Front der in der Nähe des Paradefeldes aufgestellten Reservisten und Landwehrmänner der Bezirke Straßburg, Molsheim und Schlettstavt, sowie von 72 Kriegervereinen ab; erstere zählten 3000, letztere 1800 Mann. Der Ort Königshofen, in deffen Nähe die Parade stattfand, prangte in festlichem Flaggenschmuck. Nachdem der Kaiser über 3 Stunden zu Pferde geseffen hatte, erfolgte gegen 2 Uhr die Rückfahrt. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt wurden der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, auch Graf Moltke mit tausendstimmigen Hochrufen begrüßt. Um 5 Uhr fand bet dem Kaiser das Parade-Diner statt, zu welchem sämmtltche Generale und Stabsosficiere, sowie der Oberpfarrer Stetnwender und der Divisionspsarrer Hauptmann geladen waren. Letztere beide werden am Sonntag den Gottesdienst celebriren. Heute Abend ist Galavorstellung irn Theater. London, 20. Septbr. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Simla: Offizielle Nachrichten aus Kabul bestätigen, daß in Herat am 5. September ein Aufruhr uusgebrocheu ist. — Gerüchtweise verlautet, daß auch im Distrikte Kohistan ein Aufstand ausbrach. Der Aufstand wird zum Theil dem Umstande zugeschrieben, daß der Emir einen Anführer der Kohtstaner tobten ließ, weil die Mehrzahl der Meuterer in Kabul Kohistaner waren. Die Soldaten der einheimischen Regimenter, welche entkommen sind, erklärten, daß Jakub Khan keine Mitschuld an der Meuterei in Kabul trage. Letztere sei erwartet und Cavagnari davon benachrichtigt worden. Loka le s. Gießen, 20. Septbr. (Die DekanatSsynode zu Gießen.) Montag, 15. September ttune unsere Dekanatssynode in der Stadtkirche zu Gießen in Gegenwart des Herrn Superintendenten Habicht abgehalten. Die Predigt hielt Pfarrer Hüffel von Großen - Linden über 1. Cor. 16, 13. Er ermahnte die Synodalen, zu wachen über sich selbst und die Heerde und bei ihrer Wirksamkeit vor Allem das im Auge zu haben, daß sie selbst im Glauben stünden und den Glauben förderten. Hierauf verlas Dekan Strack den Rechenschaftsbericht des De- kanatsausschusseS, der im Ganzen die kirchlichen Verhältnisse des Dekanats in keinem ungünstigen Lichte darstellte. Im Durchschnitt beträgt die Zahl der Kirchenbesucher 24,4 o 0/ steigt aber "bei einzelnen Gemeinden auf 40 und mehr pCt. Nur über die Theilnahme am Nachmitlagsgottesdienst wird fast allgemein geklagt. In den bei weitem meisten Gemeinden beträgt die Zahl der Abenvmahlsgenosien mehr als die der Bevölkerung, sie hat eher zu- als abgenommen. Die Katechismuslehre wird fast allenthalben 3 bis 4 Jahre lang und zwar meist fleißig besucht, in wenigen sogar länger, namentlich von der weiblichen Jugend. Tauf- und Confirmationsver- weigerungen und blos civiltter geschlossene Ehen sind nicht vorgekommen. In einer Anzahl von Gemeinden waren keine unehelichen Geburten zu verzeichnen. Die Sonn- und Feiertage werden kaum durch Arbeit entweiht, desto mehr aber durch Wirthshausbesuch selbst schon am' Morgen. Der ausgestellte Voranschlag wurve genehmigt, hierbei auch der Vorschlag, die Dekanatssynode auch abwechselnd an anderen Orten abzuhalten, und einen besonderen Dekanatsboten anzunehmen. Bel der nun folgenden Wahl der Abgeordneten zur Landessynode erhielten die beiden bisherigen, Dekan Strack und Advokat Dor ns ei ff, die Majorität der Stimmen; letzterer 36 von 37. Ais Stellvertreter wurden gewählt Pfarrer Metz zur Hausen und durch Stichwahl Bürgermeister Wagenbach von Alten-Buseck Nun kam die von Großherzoglichem Ober-Consistorium aufgeworfene Frage: „Was können und sollen die Dekauatssynoden thun, um der Verbreitung unsittlicher und irreligiöser Schriften entgegen zu wirken!" zur Verhandlung. Hierüber hatte Pfarrer Wi>, becker von Rövgen Thesen ausgestellt, welche nach kurzer Einleitung durch den Referenten zur Discussion aus. gesetzt wurden. Ueber die vier ersten Thesen ging man, weil sie mehr die theoretische Grundlage bildeten, rascher hinweg, um das praktisch Wichtige ins Auge zu fasten. Nur darin erfuhr der Thesensteller Widerspruch, daß er in These 2 behauptet hatte, der durch die irreligiöse sitren- verderbliche periodische Presse angerichtete Schaden stehe in keinem Lerhältniß zu dem durch die nickt periodische schlechte Literatur verursachten Verderben. Zur Vertheidigung seiner Behauptung führte der Thesensteller an, ohne die letztere würde die periodische Preste nicht solche verderbliche Artikel liefern. Die nun fast durchgängig mit Einstimmigkeit angenommenen Thesen lauteten -. V. Hieraus ergibt sich, was zur Abwehr zu geschehen hat. a. Von Seiten des Einzelnen: Er halte nicht nur keine irreligiösen und unsittlichen Blätter und Schriften, sondern zeure dagegen je nach Beruf und Vermögen auch mündlich und schriftlich und fördere in seiner Umgebung so viel als möglich eine gesunde religiöse und sittliche Lectüre. Vor Allem empfehle er dre gute Sache durch selbst eigene religiöse und sittliche Gesinnung und einen dem entsprechenden Wandel. b. Von Seiten des Staates. Geistige Uebel uno Schäden können zwar nur durch geistige Uebel geheilt werden. Nichtsdestoweniger hat der Staat als sittliches Gemeinwesen, vorzüglich aber um seiner selbst willen, die Verpflichtung, das gesammte Preßwesen zu überwachen. Er verbiete deßhalb nicht nur offenbar irreligiöse und sittenverderbliche Schriften auch obscöne Bilder, deren Colportage auf Bahnhöfen, Märkten u. s. w., wie das schon geschieht in §§. 183 und 184 des deutschen Strafgesetzbuches von 1870 und 1876 und $ 23 des Reichspreßgesetzes von 1874, sondern er unterstütze auch alle auf Verbesierung des Preßwesens abzielendc Bestrebungen, pflege vor Allem die Religion in der Schule, schütze und unterstütze die Kirche als vornehmste Hüterin und Pflegerin des religiösen und kirchlichen Lebens. c. von Seiten der Kirche. Die evangelische Kirche kann ihrem Wesen nach zwar kein Verzcichnlß verbotener Bücher aufstellen wie die römische, eben so wenig hat sie die Macht, zu verbieten, so wie der Staat dies kann, aber sie weise furchtlos hin auf die Quelle aller Schäden und lege kräftiges Zcugniß ab eg en das in irreligiösen und sittenverderblichen Schriften sich breit machende Heidenthum. These VI. Die Dekanatssynode, als kirchliches Organ, verhalte sich nun auch dem entsprechend und wirke in den einzelnen Dekanaten gegen datz Umsichgreifen unsittlicher und irreligiöser literarischer Machwerke durch Verbreitung, resp. Empfehlung guter religiöser und sittlicher Schriften. DieS kann geschehen: 1) Direkt, verfassungsmäßig ($. 70 der L.-Verf.) durch eine darauf abzielende Beeinflussung ihrer eigenen Mitglieder (Pfarrer, Kirchenvorsteher, Gemeinde- Vertreter). 2) Je na* Bedürfniß und Uebereinkommen in verfaffungsmäßigem Geiste: a. durch Gründung von Lesevereinen, Volksbibliotheken, b. durch Kolportage guter Schriften, c. durch Flüssigmachung auch kirchlicher Mittel, d. durch Beeinflussung der kleinen Localpreffe, e. durch einen zu crlaffcndcn Aufruf an die Gemeinden einig waren alle besonders bann, daß dem sich mehrenden Schaden entqeqenqewirkt werden muffe. Der Schaden sei vorhanden mehr als man glaube. Es sei sehr zu beklaaen was für Schund durch den Verkauf von Büchern und Zeitschriften m den Wartesälen der Bahn' Hofe verbreitet werde. Es sei vorgekommen, daß ein solcher Verkäufer nichts Anstößiges offen hmgelegt habe, aber bereitwillig jedem Verlangenden aus einem verschloffenen Behältnisse Schänd- Produkte der neuesten Literatur herbeigeholt habe. Durch Colportcure suchten ipeculirende Buchhändler schlechte sittenverderbltche Romane unter das Volk zu bringen, indem sic durch oft trügerische Versprechung von freien Lotterielosen oder andern Prämien die Kauf- und Sub- scrlptlonslust erweckten oder steigerten. Es wurde einstimmig die Resolution gefaßt bas Kirchen- rcgiment zu ersuchen, daß dasselbe bei der Staatsregierung darauf binwirken möge daß die bestehenden Gesetze genauer beobachtet werden möchten. Die Errichtung von Lesevereinen und Volksbibliotheken, deren schon einige im Dekanat beständen, wurde als heilsam empfohlen. Es sei dies wesentlich erleichtert, indem der Colportageverein für Heffen und Nassau Verzeichniffe guter Volksschriften veröffentliche und zum billigen Ankauf die Hand biete. Empfohlen wurde noch den Mitgliedern der DekanatSsynode, besonders den Geistlichen, in die Localpreffe geeignete Artikel von paffendem Inhalt zu bearbeiten. Von einem zu erlaffenden Aufruf an die Gemeinden wurde vorerst abgesehen. Nach 1 Uhr schloß der Dekan die Synode mit Gebet und dankte für den friedlichen Verlauf derselben. Gießen, 20. Septbr. (Sitzung der Stadtverordneten am 18. Septbr.) Anwesend: Herr Bürgermeister ©ramm, Herr Beigeordneter Keller; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Gail, Grüneberg, Hanstein, Hoch, Hornberger, Kauf Lüde- king, May, Ad.Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach und Wenzel. — Da der zum Beerdigen der zu wiffenschaftlichen Zwecken auf der Anatomie verwandten Leichen seither benutzte Platz vollständig belegt ist, wird ein Theil des bereit« zur Erweiterung des Friedhofs erworbenen Geländes, an den seitherigen Platz anstoßend, für obigen Z^ck bestimmt. — Das Gesuch des Herrn Aug. Montanus um Erbauung einer Bierhalle an lernern Hause in der Wagengaffe (Cafö Klein) soll befürwortet werden, desgleichen dassenige oer hiesigen Gewerbebank, sowie die Gesuche der Herren Gg. H. Schirmer, S. PaScoe und O Mogenburg; dagegen wird das Gesuch des Herrn H. Schäfer um Erlaubniß zur Erbauung einer Waschküche, Holzremise und Stall im sog. alten Feld an die Bau-Deputation zurückverwiesen. — Ein Voranschlag des Stadtbaumeisters in der Höhe von 234 für Reparaturen im früheren Pfandhaus wird genehmigt. — Sodann folgt als Hauptgegenstand der heutigen Tagesordnung die Taufe von 29 alten und neuen Straßen. Von jetzt an sollen heißen: 1) die Schoor Straße vom Neuenweger- bis Seltersthor (bte seitherige neue Anlage) „Süd-Anlage", 2) die vom Selters- bis Neustädterthor „West-Anlage", 3) „ „ Neustädter- bis Wallthor „Nord-Anlage", 4) „ „ Wallthor bis Neuenwegerthor „Ost-Anlage", 5) die projecttrte Parallelstraße vom Neustädterthor bis zur Marburgerstraße (zwischen Schoorstraße und dem Eisenbahndamme) „Steinftraße", 6) die Straße von den Häusern der Herren Kling spor' und Neuenhagen an der Schoor nach dem Eisenbahndamme hin „Dammstraße", 7) die Straße vom Asterweg mit der Fortsetzung zwischen den Köhler'schen Häusern auf dem Gartfelde nach dem Eisenbahndamm hin -Schillerstraße", 8) die projcctirte Straße zwischen den Häusern der Herren Roth und Georgi nach dem Bahndämme hin „Weserstraße", 9) der seitherige Schwarzlachweg „Eberfiraße", 10, der Afterweg mit der Fortsetzung nach dem Bahndamme hin, soweit projectirt „Asterweg", 11) die der Pöschel's Brauerei gegenüber in gleicher Richtung wie vorher projectirte Straße „Schottstraße", 12) die Straße vom Zöller'schen Hause in der Neustadt bis an Den Bahnhof „Bahnhofs- straßc", 13) die projecttrte Straße von dem Schoorweg an dem neu erbauten Kauf'schen Hause nach den Burgwiesen „Wiesenstraße", 14) die projecttrte Straße von der Licherstraße nach der Grünbergerstraße und zwischen den Häusern von Bruchhäuser und Fink durch nach den Eichgärten „Wolfstraße" 15) die Straße vom Neuenwegerthor ab an Wenzel's Garten her „Gartenstiaße", ' 16) die seitherige Stephansstraße „Göthestraße", 17) die Straße westlich der Frankfurtcrstraße vom Schufter'schen nachdem Wasser sch. leben'schen Hause „Liebigsstraße", 18) die projectirte Straße auf dem rechten Ufer der Wieseck „Lonyftraße", 19) die projectirte Straße auf dem linken Ufer der Wieseck „Löberstraße", 20) der Schießgartenweg „Schützenstraße", 21) der untere Hammweg nach der Neumühle hin „Lahnstraße", 22) der obere Hammweg „Hammstraße", 23) der bisherige Krosoorferweg, soweit für den Bauplan vorgesehen, „Krofdorferstraße", 24) Die Straße vom Seltersthor ab nach dem Berg „Frankfurterstraße", 25) die Straße vor dem Neustädterthor „Rodhelmerstraße", 26) die Straße vom Wallthor ab „Marburgerstraße", 27) der Complex zwischen den Häusern von L. und A. Petri, G. Volk und von Wernher bis Heinrich Vogt „Ludwigsplatz", 28) die Straße von den Häusern der Herren Georg Volk und Heinrich Voat nack dem Trieb „Grünbergerstraße", 29) die östlich vor dem Schützenhofe von der Grünbergerstraße abzweigende Straße „Licherstraße". Gießen, 20. September. Gestern Nachmittag 5 Uhr logirte sich ein angeblicher Kaufmann von Frankfurt a. M. im Hotel &um Einhorn ein. Heute Morgen gegen 4 Uhr versuchte derselbe das Hofthor selbst zu öffnen und sich zu entfernen, was ihm jedoch nicht gelang. Er ging nun zurück zum Hausknecht des Hötels, händigte diesem 4 mit dem Bemerken ein, er möge von diesem Betrage seine Zeche von ungefähr 3 berichtigen, den Rest möge er alö Trinkgeld betrachten, er müsse sofort nach Caffel reisen und habe daher keine Zeit. (Unbegreiflich bleibt es, wie der Hausknecht eine Person fortlasien konnte, welche auf gewaltsame Weise sich zu entfernen suchte.) Gegen 8 Uhr vermißte nun ein in Einhorn einquartierter Hauptmann bes Generalstabes sein Portemonnaie, welches bei nicht verschloffener Stubenthür auf dem Nachttisch gelegen hatte. Im Portemonnaie befanden sich ca. 400 JL Vom muthmaßlichen Diebe konnte bis jetzt feine Spur entdeckt werden. Jedenfalls ist er mit einem der Frühzüge von hier weitergereist. — In einem hiesigen Gasthause stibitzte ein Dienstmädchen nach und nach einen Betrag von 100 Jt und veriheilte diese unter seine Geschwister unter der Angabe, daß es die Erspar- niffe von ihrem Lohne seien. Von einem früheren Burschen des Bestohlenen will bas Mädchen die Manipulaton des Tischplatthebens gelernt haben. Die Diebin wurde verhaftet. Gießen, 20. Septbr. Wir hatten gestern Abend Gelegenheit, einer Probe mit der Beleuchtung durch elektrisches Licht in Wenzel's Saalbau beizuwohnen. Im Hofe ist eine von Herren Heyligenstädt & Co. gelieferte 9pferdige Dampfmaschine aufgestellt, welche die zwei ebendaselbst angebrachten Electro-Motoren bedient. Von diesen Motoren geht die eine Leitung über die Musikgallerie nach dem Kronleuchter, über deffen Flammen die electrische Lampe mit Schirm und Reflector angebracht ist; die andere Leitung gebt nach dem Anbau, wo eine offene Flamme vorgesehen ist, um den Unterschied zwischen gedämpftem und nicht gedämpftem Lichte zu zeigen. Das Licht selbst ist ein recht helles und reines zu nennen, gegen welches die brennenden Gasflammen wie Oellichter schienen. Auch brannte dasselbe recht ruhig und stetig und war von einem Zucken und Flackern nichts zu merken. Wenn beibe Lampen In Funktion sinb, kann man in ben entlegensten Ecken bes SaalbaucS die kleinstgedruckte Schrift ganz bequem lesen Die zur Verwendung kommenden Kohlenstücke reichen für 5 Stunden aus. Hoffentlich benutzt daS Publikum die Gelegenheit, um sich von dieser neuen Beleuchtungsart, welcher ein: große Zukunft zu prophezeien ist, durch den Augenschein zu überzeugen. Vermischtes. Hildburghausen. Der Landtag deS Herzogthurns hat dem unter Aussicht deS Staates stehenden Technikum Hildburghausen, welches eine Maschinenbau- und Baugewerkschule umfaßt, in Anbetracht der für die Industrie und das Gewerbe so wichtigen theoretischen Ausbildung junger Techniker und der anerkannten Leistungen Der Anstalt eine fortlaufende Staats- Unterstützung bewilligt.____________________________________ Handel und Verkehr. Gießen, 20. Septbr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. JL 0,95 bis "nBinhallean W’Mmije ' "ascse und o Sbm Gibaniuur Öytation Wei, •* sur 9iepatatuKn ei,P bei heutigen ! svssen heißen: neue Anlage) >urgnstraße (zwischen eurnhagen ander ö^h l e r'schen Häusern und G eorgi nach soweit projectirt, sie vorher proscctirte Bahnhof „Bahnhoss- ter Lau Mn Hause jtrjhafct und zwischen hgärten „Wolfüraße", „©artenjlra^", chdem Wasjerschi -rch". iahe", n, Ivfborsechaße", kaße", G. Volk und m Hinrich Vogt nach e abzrvchende Straße । ein angeblicher N; aeaen 4 Uhr versuchte roch nicht gelang & tem Lenierkm tin, « :äSeäS « sich (Um wj SMthür auf dm Low muthmaßluhen einem der Fruhzuge b nach cinen Betrag da eL die W» „Ulloas Mchen Ätobe«“ w ""ÄU? und nicht j .en, S« »«'Ä* „ „tn «*y fortlaufende 0 Stier per * n stU° ,0 *b.*d AaNn Säßs Auszug aus -kN Standesamtsregistern des Standesamts Gießen Vom 13. bis 19. September 1879. Aufgebote. 15. September. Schuhmacher Wilhelm Hohmeyer von Schlitz mit Karoline Nebhuth, Tochter des Seilermeisters Wilhelm Nebhuth von Homberg a. Ohm. 16. Bierbraueretbefitzer Johannes Jost von Grünstadt mit Avolphine Marie Bepler, Tochter des Metzgermeisters Konrad Bepler von Gießen. 16. Uhrmacker Philipp Karl Schmidt von Trais-Horloff mit Wilhelmine Elise Emilie Louise Zinßer, Tochter deS Wiesenwärters Ludwig Zinßer von Gießen. Geborene. 7 September. Adolf, Sohn des Frachtfuhrmanns Ludwig Pfaff. 8. Elisabeth? Katharine Tochter des Schneidmüllers Philipp Wilhelm Bob. 9. Johanna Emilie Elfride, Tochter des Kaufmanns Wilhelm Seuling. 15. Dem Kaufmann Julius Sckulze ein Sohn. 11 Bernhard, Sohn des Schloffers Ludwig Dern. 10. Heinrich Ludwig August Theodor, Sohn des Schuhmachermeisters Martin Nagel. 15. Rosa, Tochter des Häutehändlers Simon Nußbaum. 12. Ein außerehelicher Sohn von hier. 16. Johann Karl, Sohn des Fabrikarbeiters Heinrich Beck. 17. Paul Balthasar, Sohn des Stetnhauers Balthasar Jung. 13. Karl, Sohn des Kaufmanns Karl Ludwig Schultheis. Gestorbene. 12. September. Margarethe Rehberg, geb. Clement, 38 I. alt, Ehefrau des Weichenstellers Hermann Rehberg. 13. Margarethe Pauli, geb. Kämmerer, 38 I. alt, Ehefrau des Bremsers Joseph Pauli. 13. Scribent Heinrich Frank, 31 I. alt. 11. Ein außerehelicher Sohn von auswärts, 3 Wochen alt. 15. Ludwig Karl August Hermann, 7 I. alt, Sohn des Oeconomen Karl Euler. 16. Schreiner Jacob Platt, 51 I. alt. 16. Margarethe Stadtler, geb. Horn, 42 I. alt, Ehefrau des Arbeiters Christian Stadtler. 14. Taglöhner Hemrick Barth, 27 I. alt, von Vilbel. 17. Ein todtgeborener Sohn des Schuhmacher- Jaci.b Gcrhardt. 17. Emma Fanny Sophie, 24 T. alt, außerehelich von auswärts. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 14. September. Heinrich Schäfer, Eisenbahnarbeiter dahier, ein Wittwer, und Marie Müller, des verstorbenen Ackermanns zu Lang-Göns Anton Müller ehel. Tochter. Getaufte Den 14 September. Dem Küfer Konrad Schlierbach ein Sohn, Ludwig Theodor, geb. den 17. August. Denselben. Dem Schreiner Karl Seibert ein Sohn, Karl Albert August Wilhelm, geb. den 17. August. Denselben. Dem Schneidermeister Georg Fischer ein Sohn, Julius Hermann, geboren den 24. August. Beerdigte. Den 14. September. Margarethe Rehberg, geb. Clemenr, Ehefrau des Weichenstellers Hermann Rehberg, alt 38 I. 5 M. 4 T., gest. den 12. Sept. Den 15. Sept. Margarethe Pauli, geb. Lemmer, Ehefrau des Bremsers Hermann Joseph Pauli, alt 38 I. 5 M. 13 T., gest den 13. Sept. Den 17. Sept. Jakob Platt, Schreiner an der Main-Weser-Aahn dahier, alt 51 I. 1 M. 29 T., gest. den 16. Sept. Den 18. Sept. Margarethe Stadtler, geb. Horn, Ehefrau des Schreiners Christian Stadtler, alt 42 I. 4 M. 6 T., gest. den 16. Sept. Main-Weser-Bahn. Verkauf alter Bahnschwellen. Montag den 22. Septbr. sollen eine Parthie alter ausrangirter Bahnschwellen und leere Fässer an die Meistbietenden verkauft werden. Der Anfang ist Nachmittags 4 Uhr am Neustadter Viaduct. Gießen, am 19. September 1879. Der Bahnmeister: 6086) Gerhard. Versteigerung von Bauarbeitern Dienstag den 23. Sept. l. I., Vormittags 11 Uhr, werden bei Herrn Gastwirth Schäfer zu Hermannstein nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Freiherrl. von Schenkffchen Hofgutsgebäude zu Hermannstein unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich versteigert: C//& /V^ Maurerarbeit, veranschl. zu Zimmerarbeit, „ „ Dachdeckerarbeit, „ „ Schretnerarbeit, „ „ Schlosserarbeit, „ „ Weißbinderarbeit, „ „ Brechen und Liefern von 1049 — 219 — 560 64 488 — 149 — 336 — 100 cbm Mauersteinen, veranschlagt zu . . . 180 — Liefern von Steinplatten, veranschlagt zu ... 200 — Liefern von ca. 80 Bütten Kalk, veranschlagt zu . . 200 — Liefern von ca. 80 cbm Sand, veranschlagt zu . 80 — Die Freiherrl. v. Schenk'sche 6067) Bauverwaltung. Mobiliar-Versteigerung. Dienstag den 23. Septbr., Nachmittags 2 Uhr, und folgende Tage sollen in der Wohnung des verstorbenen Lehrers Lutz dahier (Gartfeld bei Gg. I. Unverzagt) die zum Nachlaß desselben gehörige Mobilien, als: Bettwerk, Weißzeug und Möbel aller Art, eine goldene Cylinderuhr mit Kette, 9 schwere, bevölkerte Dzierzon Bienenstöcke (Italiener), eine Honigschleuder, 2 Doppel- und eine einläufige Flinte und sonstige Haus- und Küchengeräthe meistbietend versteigert werden. Gießen, 16. September 1879. Großherzogl. Octsgericht Gießen. 6019) Lü deking. ____ Montag den 22. September, Nachmittags 2 Uhr, soll die Erndte in dem Garten des Emil LooS am Wiesecker Weg, bestehend in Aepfeln, Birnen, Zwetschen und Gemüsen; um 3 Uhr, am Nahrungsberg ein Acker mit Kartoffeln, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. September 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Müller. (6111 Allgemeiner Anzeiger. Edietalladung. 6096) Ansprüche jeder Art an die unten nach Flur und Nummer bezeichneten Liegenschaften, welche theils verkauft, theils verpfändet worden sind, theils überschrieben werden sollen, sind so gewiß binnen 4 Wochen von heute an dahier vorzubrmgen und zu begründen, als sonst die darüber stattgehabten Veräußerungen beziehungsweise Ueberschreitungen bestätigt, die Einträge „beschränkt gelöscht" und die weiter erforderlichen Einträge in das Mutations-Verzeichniß werden verfügt werden mit dem besonderen Anfügen, daß bezüglich der in den Gemarkungen Berstadt, Nodheim, Röthges und Nonnenroth gelegenen Großherzogl. Forstfiscus resp. Großherzogl. Chauffee- direction in Darmstadt, resp. Großherzogl. Chausseebauinstitut, resp. Großherzogl. Bau-Fiscus vor dem Namen stehender Items und Berechtigungen, der Eintrag in das Mutations-Verzeichniß und in das Grundbuch unter dem Erwerbtitel „Ersitzung" und mit gleichzeitiger Berichtigung des Besitzers und zwar der Fischereiberechtigung als „das Großherzogl Haus. Familien-Eigenthum" desjenigen der übrigen fiscalischen Liegenschaften, als „das Großherzogthum, Landeseigenthum" erfolgen wird. Besonders wird noch bemerkt, daß das Item 1/296 in der Gemarkung Hungen von Gerhard Jockel II. in Hungen der Stadt Hungen als Caution bei Uebertragung der Rechnerstelle verpfändet wurde, die Cautionsurkunde jedoch angeblich abhanden gekommen und nach vorliegender Bescheinigung des Gemeinderaths daselbst die Löschung der Hypothek beantragt worden ist. I. Gemarkung Berstadt a. vor dem Namen des Ludwig Köster und Frau, Margaretha Emmel 1/179, 1/180, 1/182, 1/184. b. vor dem Namen des Josef Stern VIII/384. c. vor dem Namen des Großherzogl. Forstfiscus „Fischereiberechtigung". II. Gemarkung Rodheim vor dem Namen des Großherzogl. Forstfiscus „Fischerei". III. Gemarkung Hungen vor dem Namen des Moritz Weck III/581. IV. Gemarkung Röthges a. vor dem Namen der Großherzogl. Chauffee-Direction V/434, b. vor dem Namen des Großherzogl. Baufiscus 11/1053. V. Gemarkung Nonnenroth vor dem Namen des Großherzogl. Chauffeebauinstituts 1/1103, 11/172, 11/171, 11/176, Vl/865, V11/187, 11/169, 11/170. Hungen, am 16. September 1879. Großherzogliches Landgericht Hungen. ____Cellarius._________________________ Bekanntmachung. 6136) Der Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der israelitischen Religionsgemeinde dahier, für das Jahr 1880 nebst Beilagen und Berathungsprotokoll liegt acht Tage lang auf dem Bureau des unterzeichneten ersten Vorstehers zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, oen 20. September 1879. ______________________________ M. Hornberger. 6089) Den verehrlichen Mitgliedern des Alice - Vereins für Frauenbildung und Erwerb zur gefälligen Notiz, daß der Beitrag von 2 Mk. pro 1880 durch Frau Zunt erhoben werden wird. Zu weiterer Betheiligung wirb freundlichst eingeladen. Gießen, im September 1879. _______________________ Der Vorstand. 6129) Der Unterricht in dem Vorbereitungs-Institut f. Gymnasium u. Realschule beginnt wieder Montag den 22. September. Anmeldungen werden bis dahin täglich entgegengenommen von dem _______________________Vorsteher: C. Bahn. Liederkranz. ~ Sormtag, den 21* Abesrds 8 Uhr: Abendiiiilerlialtiing im Lcib'scheu Saale. Dienstag den 23. I. Mts., Volmittags 11 Uhr, soll auf dem städtischen Baubüreau die Herstellung am Obermühlwehr, veranschlagt zu 304 nochmals versteigert werden. Gießen, den 20. September 1879. Großherzogl Bürgermeisterei Gießen. 6110) A Bramm. Dienstag d. 23. Septbr., Vormittags 10 Uhr, werden an der Krailiug - fchsn «Hofraithe in der Sandgaffe gebrauchte Fenster , Thüren, Ziegel, Treppen, Oefen, Kochherde, kupferner Wasckr- kefsel u. f. w., sowie Gehölz , meistbietend versteigert. (6113 Mittwoch den 24. Septbr., Mittags 12 Uhr, soll das der Gemeinde Dorf-Gill gehörende Obst, bestehend in LUpfeln und Birnen, meistbietend versteiqert werden. Die Zusammenkunft ist im Ott. Dors-G.ll, den 22. Septbr. 1879. Großh. Bürgermeisterei Dors - Gill. 6095)_______KuöpPer.__ Obstversteigerung. Dienstag den 23 ds. Mts., von Morgens 10 Uhr an, lasse ich die Obsternte auf meinem Gelände, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich versteigern. P. Müller 6123) in Eberstadt bei Lich. Ieilgeöotenes. 6099) Ein Haufen Streuasche, ein taufen Komposterde und gebrauchtes troh zu verkaufen im neuen Arresthaus, Universitätsstraße E. 52.__________________ Ausverkauf von Terneaux- u. Kastorwolle, Stickseide, Perlen, Papier- stramin, Stickmustern, Pantoffeln und kleineren Stickereien re. (6122 Carl Wenzel. 6121) Das Grummetgras am Philosophenwald ist zu verkausen bei G CH. Spruck, am Markt. Kleingemachtes Holz empfiehlt (6082 H. J. Hohler, _____________Schneidemühle.______ Chinesische Thee's, Neue Ernte, importirt von Robert Scheibler in London, reine, schwarze, ungemischte Sorten zu 2.20, JL 2.50, X 2.70, JL 3.50, JL 4.50, X 5 per V8 Kilo in Vi, und Vs Md. empfiehlt zur gefl. Abnahme die Verkaufs- Niederlage von _ 14938 W. Balser, Gießen. S-I»»- marinirte Häringe empfiehlt (6106 Oe Rotli5 Neue Bäue. Eine der wichtigsten Er- findungen ist unstreitig die der ■MÄjk $rau ^aarfünftlerin Maria Schubert zu Hirschberg schlesischen Riesengebirge. Haarleidende, die nirgends V. Hülfe fanden,spenden derselben Tausenden ihren Dank. MM Gebirgs- Kräuter-Haarbalsam, (4570 a Fl. 2Vr X, stillet sofort das Ausfallen der Haare und befördert den Haarwuchs überraschend sicher Ueaetab. Haarbalsam (mit Btsmuth), ä Fl. 2 x, einzig unübertreffliches Mittel, jedem grauen Haar in 4—5 Tagen seine frühere Farbe wieder zu verschaffen. Mienmilch (cosmet. Schönheitsmittel), ä Fl. l»/r X, entfernt Sommersprossen, Mitesser,Flechten rc. und das Gesicht entstellende Barthaare der Damen. Vorräthig in Gießen bei Gustav Gerhardt, Friseur. Geehrter Herr Stenzel! Nach Gebrauch der bei Ihnen vor ungefähr drei Wochen gekauften einen Flasche Kräuter - Haarbalsam von Frau Maria Schubert in Hirschberg in Schlesien hat das starke Ausfallen meiner Haare vollständig aufgehört und erfolgt nun ein ganz frischer kräftiger Haarwuchs. Ich fühle mich deshalb verpflichtet, der Erfinderin Frau Maria Schubert, Haarkünstlerin in Hirschberg, meinen besten Dank auszusprechen; ich werde nicht verfehlen, den Kräuter-Harbalsam allen Haarleidenden bestens zu empfehlen. Hinzendorf, den 22. Juni 1879. Bernhard Ertel. C. Hulmacher, Seltersweg 21. Zur Saison empfehle mein reiches Lager der neuesten Filz-, Seiden- und Kinderhüte. Reelle Preise, dauerhafte Qualität, neueste Form. Reparaturen werden sofort und prompt besorgt. (6119 Prima Mracha»-Lamar empfiehlt (6139 ______Emil Fischbach. Mein Wohnhaus mit Nebengebäuden, Scheuer, Stallung und */2 Morgen (Hartenland, beabsichtige zu verkaufen und können etwaige Kausliebhaber die Bedingungen jederzeit von mir erfahren. (6124 Th. Wode, Neue Bäue 83. — 6062) Eine fast neue Mahagonikommode ist zu verkaufen.________H. Werner. 6126) Das Grummetgras von mehreren Wiesen hat zu verkaufen. Semmler. 6138) Zwei Fuder Pferdemist abzugeben. Reichensand C- 127. Harlemer Hyazinthen, Tulpen rc., in allen Farben; sowie das Anfertigen von Bouquets und Kränzen emvsiehlt billigst Karl Berger, Handelsgärtner, 6135) Grünbergerstraße. Hermietyungen 6084) Ein gut möblirtes Zimmer, seither von Einjährigen bewohnt, ist zu ver- mielhen.______________Lindenplatz A. 29. 6087) Bei S. Geller in der neuen Bahnhofstraße ist ein kleines Familienlogis zu vermiethen und 1. November beziehbar. 6131) Ein Familien-Logis zu vermie- then Mühlgasse D. 84.__________________ 6130) Ein Logis, gleich beziehbar, zu vermiethen in Neuen-Bäuen B. 90. Bandelsverein. General-Versammlung Dienstag, den 23. Septbr., Abends 8 Uhr, im Cafe Ebel. Tages-Ordnung: 1. Eingänge. 2. Mittelrheinischenfabrikantenvereinmitgliedschaft betreffend. 6107 Geschäfts Verlegung. Meinen werthen Kunden, sowie einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die Anzeige, daß ich mein Geschäft nach Marktstraße D. 31 verlegt habe und bitte, für das bisher geschenkte Zutrauen dankend, daffelbe mir auch in meinem neuen Geschäftslocal übertragen zu wollen. Zugleich empfehle mein Lager in Tafelmeffern und Gabeln, Taschen- meffern, Scheeren u. s. w. und bemerke, daß Reparaturen rasch besorgt und täglich grschliffen wird. (6092 Achtungsvoll Georg Schwan, Messerschmied. Gesangverein „Harmonie". Feier des 31. Stiftungsfestes mit Concert und Tanzunterhaltung Sonntag den 28. September, Abends Uhr im Saale des „Prinz Carl“. Karten, ä 1 j{,., sind zu haben bei den Herren Restaurateur Alb old, Balthaser Schwan, Ehr. Eise und G. Peine. Damen ohne Karten haben keinen Zutritt. 5777)____________________________________Der Vorstand. Gesangverein Eintracht. Sonntag den 3. October 1879, Abends 8 Uhr: TAHZ-UHTERHALTUBTG in Wenzel’s Garten. Karten d. 1 X. sind zu haben bei den Herren Friseur Reuter und Weicker, Restaurateur Albold und den Vereinsmitgliedern. Es ladet hierzu ein 6090)Der Norstand. BREMEN Kaiserlich Deutsche Post. Billets Norddeutscher Lloyd, flojillkmpssliiissfahrt fe. von -6 nach^CN E W-YORK ^^^teFvereEstääteT X" AIBERIKA^^^s. Wegen Passage wende man sich an Directe BREME 1Q nach dem die Dlrectlon des Norddeutschen Lloyd in Bremen oder an deren General-Agent Ed. Humann in Mainz und dessen Agent 439) C. W. Dietz in Gießen. Die Maschinenssrickerei von Carl Fietsch, II., Nahrungsberg, empfiehlt sich zur Anfertigung aller Arten Herren-, Damen- und Kinderstrümpfe, Socken rc. in Wolle und Baumwolle. Anstricken von Strümpfen u. Socken. 6007) Ijayer in Wolle und Baumwolle. ~ E. Sl. I \ nächsten Montag: Hebung. 6083)____Das Commando. 6088) Real- oder Gymnasialschüler können gute Pension in einer Beamtenfamilie, wohnend Ludwigsstraße in der Nähe der Realschule, erhalten. Näheres in der Exped. d. Bltts.___ 6118) Eine gesunde Amme gesucht. Näheres bei Karol. Strtlor, Kleinkinderschule. Gesucht auf Michaelis ein Mädchen für Küchen- und Hausarbeit und ein älteres Kindermädchen. Gute Zeugnisse erforderlich. 5887) Lit. E. 77. —— 37. -A.-o.£lagre 1 ~~~ Der persönliche Schutz °°" kanrentias bei Schwächtznstäodkir be§ männl. <8e>chl>cht4 jeden Alters, den unausbleiblichen Folgen heimlicher (Gewohnheiten rc. Dieses berühmte Werk erscheint bereit? in 7 Sprachen, der beste Beweis seiner Gediegenheit. 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Nr. 124 ist der dritte Stock, bestehend in 5 bis 6 Piecen, Küche, Keller u. s. w., auf sofort zu vermiethen. 6114) Ein kleines möblirtes Zimmer (mit Kost) auf den 1. Oktober zu vermiethen.____Lindenplatz A. 242, 6120) Ein freundlich möblirtes Zimmer pr. 1. October zu vermiethen. Marburger- Straße Lit. A. 162,_______________________ 6115) Eine hübsche Mansardenwohnung an eine ruhige Familie billig zu ver- miethen. Marburgerstraße Lit. A. 179. 6112) Zwei möblirte Zimmer, ein größeres und ein kleineres, sofort beziehbar, zu vermiethen. _____H. Döring, Grünberger Straße. 6134) Ein Familienlogis zu vermietben bei Heinrich Mühlich, Flügelsgasse. 6133) Möblirtes Zimmer zu vermiethen __bei Carl Loth, Brandgasse. 6132) Eine kleine Familienwohnung mit Zubehör ist an eine ruhige Familie zu vermiethen bei .Dalth. Weber, Grünbergerstr. B. 151,«. "6093) Ein möblirtes Zimmer, nahe der Caserne, an einen Einjährigen zu ver- miethen. Ecke der Brandgasse, A. 135. 6125) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei .Ehr. Reiber am Kreuz. 6127) Ein Familien-Logis an ruhige Leute ist sogleich zu vermiethen bei ___________________C. Rahn. 6101) Ein möblirtes Zimmer ist zu vermiethen bei Bäcker Kuhn, ______________auf dem Kreuz. 6100) Ein Familien - Logis zu vermiethen. Bäcker K. Plank, ____Wolkengassc.______ 6104) Ein kleines Logis zu vermiethen^ Löwengasse C. 117. Vermischte Anzeigen. 6116) Eine gebogene Meerfcha um- Cigarrenspitze mit silbernem Reif verloren ; abzugeben gegen Belohnung in der Exped. dss. Bltts._________________________ Badenburg, f Heute frilcherZwetschenkuchen, süßer u. rauscher Aepfelwein, empfiehlt Chr. IDuill. 6117) Ein braver Junge kann als Haus burschte eintreten bei Gebr. Stamm. 6103) Unserem liebe'n Kneipbruder Carl Berens zu seinem 22. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch.'________Victoria. 6091) Bei mir kann gekeltert werden. Küfer Klemmrath, __Weidgaffe.______ 6109) Unserem lieben Freunde Jacob L..... r zu seinem morgen stattfindenden Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch ____________Humor.___ Tüchtige Steinhauer auf sofort gesucht von (6097 Ang. Nauheimer wwe. 6140) Ein Dachshund ist mir zugelaufen und kann sich der Eigenthümer 6et mir melden__________Kennel, Gießen. Verloren wurden am Mittwoch Nachmittag vom Seltersberg bis Wenzel's Garten 2 Rollen schwarzes Seidenband. Es wird gebeten, dieselben gegen eine Belohnung von Jü 3 bei der Exped. b. Bl- abzugeben._________________________(6070 1 Dr. med. Zochhcim, barmataM's Soderstrasse 16. Spezialarzt für Hautkrankheiten, Scropheln und Brust - Krankheiten. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der BrühNchen ttmv.-Druckerei (Gr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Hierzu ein zweites Blatt und eine Beilage. ■Sw" «xptditiopsdu- jitn beikönigsber i zleich herzliche Au Bon allen festliche | ter Oderuser den 1 laufe der neuen P ; io0, und traf, n ' mb dem übrigen I die Weiterreife not , Manövern werden ! dergs theilnehwen. Hebungen beendet außer Dienst gestel halten. — Dos jalstch nachWD ah gehalten. - An Verordnung erfchiea Abgeordneten sür die Äbgeordne' taiivnen im boller , Bei den tzrgLnzu I Partei fünf Sitze i Abgeordnete in l Großherzogthum \ | ßonftiMtlwi unt ! das gelb allein ü j bereits mit den S tttngs-JubilLu lember nächsten Jc mmiiston. - 2 den Manövern be! Wen Röwerbade. Ipöter in einem C ~ Der Einladun Tachjen nach L nach Tteiermar! Pofen'schen, rvo "Men gehabt ha Erbringen des N> man als £ bt'chtgläubigen an Seifte Flasche. F bie H- M-neicher | S* ohne < J* ©arnifon teil» SBoUtna fe"’9 ft"?*** fr'Sfr- L-K, fest 8**6 fi S'K türbe Äfr * eint J® fort [..„7# S di, ,a»i w