Samstag bcn 21. Ium 1879. Kichener "Anzeiger Aüffigk- mH Amtsbistl für den Kreis Gießen. ffrbt ! Schulstraße 8. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. — i i ii ------------ uMimi Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. — " ------------ politischer Hheil. Aeutschtand. Darmstadt, 18. Juni. Zur Einführung der veränderten Gertchts- organtsation haben Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Wirkung vom 1. October d. I. zu ernennen geruht: Bei dem Oberlandesgerichte. Zum Präsidenten: Den Ministerialpräsidenten in Pension wirklichen Gehetmerath Georg Kewpff, Excellenz, zu Darmstadt. Zum Senatsprästdenten: Den Obergerichtsrath Joseph Görz in Mainz. Zu Räthen: Den Ober-Appellations- und Castationsgerichtsrath Dr. Hermann Müller zu Darmstadt, den Ober-Appellations- und Castationsgerichtsrath Carl Eckstein zu Darmstadt, den Ober-Appellations- und Castationsgerichtsrath August Bötticher zu Darmstadt, den Stadt! ichter Franz Königcr zu Darmstadt, den Hofgerichtsrath Dr- Carl v. Heste zu Darmstadt, den Hofgertchtsrath Carl Frciherrn v. Lepel zu Darmstadt, den Obergerichtsrath Dr. Julius Creizenach zu Mainz, den Hofgerichtsrath Dr Eugen Franck zu Darmstadt, den Hofgertchtsrath Emanuel Freiherrn v. Ricou zu Darmstadt, den Obergerichtsrath Joseph Clement zu Mainz. Zum Ober-Staatsanwalt: Den Hofgerichtsrath Otto Becker zu Darmstadt. Zum Gertchtsschreiber: Den Mintsterialsecretär erster Klaffe, Justizrath Carl v. Kreß zu Darmstadt. Bei dem Landgerichte der Provinz Oberheffen. Zum Präsidenten: Den Hofgertchtsrath Ludwig Knorr zu Darmstadt. Zu Dtrectoren: Den Hosgerichtsrath Dr. Carl Stammler zu Gießen, den Hofgerichtsrath Julius Muth zu Gießen. Zu Räthen: Den Hofgertchtsrath Wtlhelm Pfannmüller zu Gießen, den Hofgerichtsrath Dr. Adolph v. Grolman zu Gießen, den Hofgerichtsrath Carl Wiener zu Gießen, den Beztrksstrafrichter Jupizrath Dr. Ludwig v. Schmalkalder zu Gießen, den Staatsanwalt bet dem Bezirksstrafgerichie Darmstadt Adolph Steinberger, den Beznksstrasrichter Justizrath Julius Ouvrier zu Gießen, den Landrichter Friedrich Hirsch zu Wtmpfen, den Beztrksstrafrichter Gustav Hofmann zu Darmstadt, den Beztrksstrafrichter Gustav Kullmann zu Gießen, den Landgerichts-Affeffor, Bezirksstrafrichter Johannes Baptist Werle zu Michelstadt, den Stadtgerichts-Assessor Johannes Holzapfel zu Darmstadt. Zum ersten Staatsanwalt: Den Substituten des Ober-Staatsanwalts am Hofgerichte der Provinz Ober- heffen Staatsanwalt Emil Zimmermann. Zu Staatsanwälten: Den Staatsanwaltsubstituten Ludwig Jöckel zu Gießen, den Landgerichtsassessor Reinhard Schober zu Butzbach. 3uni Gertchtsschreiber: Den Landgerichtsaffeffor Ernst Löwer zu Michelstadt. Bei den Amtsgerichten. Amtsgericht Gießen. Zum Oberamtsrichter: den Stadtrichter Gustav Langsdorff zu Gießen; zu Amtsrichtern: die Stadtgerichtsaffefforen Hermann Oppermann, Adolph Stammler, Dr. Carl Gilmer, Heinrich Gebhardt, sämmtltch zu Gießen. Amtsgericht Alsfeld. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichrichter Carl Bornemann zu Alsfeld; zu Amtslichtern: den Landgerichtsaffeffor Friedrich Schntttspahn zu Bad Nauheim, den Landgerichtsaffeffor Franz Wahl zu Alsfeld. Amtsgericht Altenstadt. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichter Carl Friedrich May zu Altenstadt. Amtsgericht Büdingen. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichter Gustav Fresenius zu Büdingen; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Ferdinand Rabenau zu Büdingen. Amtsgericht Butzbach. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichter Joseph Weyer zu Lich; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Wtlhelm Wehner zu Nidda. Amtsgericht Friedberg. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichter Carl Sellhetm zu Grünberg; zu Amtsrichtern: den Landgerichtsaffeffor Wtlhelm Süffert zu Friedberg; den Land- gertchtsaffeffor Wtlhelm Herzberger zu Retnhetm. Amtsgericht Grünberg: Zum Oberamtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Adam Fritz zu Alsfeld : L Amtsrichtern: die Landgerichtsaffefforen Dr. Friedrich MöbiuS und Ludwig Ebel, beide zu Grünberg. ö Amtsgericht Herbstein: Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Wilhelm Hofmann zu Herbstein; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Johannes Jttmann zu Grünberg. Amtsgericht Homberg. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Friedrich Rübsamen zu Ulrichstein; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Dr. August Scriba zu Homberg. Amtsgericht Hungen. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter August Cellarius zu Hungen; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Eberhard Krauß zu Hungen. Amtsgericht Laubach. Zum Oöeramtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Alexander Römheld Butzbach. Amtsgericht Laut erb ach. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Moritz Hempel zu Lauterbach - zum Amtsrichter: den Staatsanwaltsubstitut Wilhelm Müller zu Gießen. ■ Amtsgericht Lich. Zum Oberamtsrtchter: den Landgerichtsaffeffor Carl Langermann zu Gießen. Amtsgericht Bad Nauheim. Zum Oberamtsrtchter: den Landrichter Andreas Allwohn zu Friedberg. Amtsgericht Nidda. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Friedrich Ludwig zu Nidda; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Paul Störger zu Nidda. Amtsgericht Ortenberg. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Otto v. Zangen zu Ortenberg: zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Hermann Hellwig zu Ortenberg. Amtsgericht Schlitz. Zum Oberamtsrtchter: den Landgerichtsaffeffor Albrecht Braun zu Groß- Umstadt. Amtsgericht Schotten. Zum Oberamtsrtchter: den Landrtchter Friedrich Fresenius zu Schotten; zum Amtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Heinrich Raab zu Schotten. Amtsgericht Ulrichstein. Zum Oberamtsrichter: den Landgerichtsaffeffor Julius Zipp zu Fürth- zum Amtsrichter: den Gerichts-Accessist Dr. Ernst Werle aus Darmstadt. ’ Amtsgericht Vilbel. Zum Oberamtsrichter: den Landrichter Franz Adolph Wegelin zu Laubach; zu Amtsrichtern: die Landgerichtsaffefforen Carl Pückel und Dr. Wilhelm Schäfer zu Vilbel. w. Darmstadt, 19. Juni. Aus den Verhandlungen der letzten Session der nunmehr vertagten evangelischen Landessynode dürften noch zwei von dem Abgeordneten Profchor vr. Zöllner schriftlich eingebrachte Anträge der Erwähnung verdienen die wenn ste auch wegen ihres verspätete Erscheinens nicht mehr zur Berichterstattung und Verathung kommen konnten und für diese Synode wenigstens in den Akten des dritten Ausschusses begraben sein werden, doch für das mit der endgültigen Redaction des neuen Gesangbuches von der Synode beauftragte erweiterte Oberconsistorium von Interesse sein werden. Zunächst wird die Wahl einer Commission beantragt welche mit Corstatirung der liturgischen Zustände in der Landeskirche die Frage zu erwägen habe, löte weit nach allen Verhältnissen Verbesserungen wünschenswert und rathsam seren Der Antragsteller verweist in dieser Beziehung auf die Mängel des evangelischen Kultus gegenüber dem katholischen und auf das Bedürfniß einer neuen Agende mit voller Llturgie. Jeder Zwang soll nach den eigensten Verhältnissen unserer Landeskirche ausgeschlosten sein, so wunschenswerth dem Antragsteller auch eine Einigung zur Annahme einer gemeinsamen verbesserten Liturgie erscheint. — Weiter vermißt derselbe m vielen Gesangbüchern und auch in dem neuen Entwurf für unsere Landeskirche '0ww „m den Agenden die sogenannten Responsorien, deren Gebrauch er auch facultativ beizugeben C^U WtlL rotrb beantragt, dem Gesangbuche solche Responsorien Mainz, 17. Juni. Dem „Frkftr. Journ." wird von hier geschrieben: Das Großh. Oberconsistorium zu Darmstadt hat dieser Tage eine sehr wichtige Entscheidung ausgesprochen. Ein seit mehreren Jahren hier wohnender Hannoverscher Gutsbesitzer, Mitglied der lutherischen Landeskirche zu Hannover, wurde, wie jeder andere evangelische Einwohner unserer Stadt auch zur Zahlung der evangelischen Kirchensieuer herangezogen. Der Hannoveraner glaubte aber nichts mit Recht besteuert zu sein und wendete sich dieserhalb an die Steuerbehörde mit der Erklärung daß er, als der Hannoverischen Landeskirche angehör'g, nicht verpflichtet sein könne, die anderen Steuern einer Religions- gemetnde zu zahlen. Die Obersteuerdirection erachtete aber diese Beschwerde als grundlos und sich auf die bestehende Verordnung stützend, verfügt dieselbe, daß der Hannoveraner auch für die Folge die evangelische Kirchensteuer zu zahlen habe. Mit diesem Bescheid nicht zufrieden, legte der Kläger, nur um eine principielle Entscheidung herbeizuführen, Beschwerde bei der Kreisregierung ein. Nach langen Verhandlungen hat nunmehr das Oberconsistorium entsckie- dku, daß der Beschwerdeführer von der Zahlung der evangelischen Kirchensteuer in Heffen entbunden sei; Kläger stützte sich darauf, daß zwischen ter lutherischen Landeskirche zu Hannover und der evangelischen Landeskirche in Heffen durchaus keine Gemeinschaft bestände. Berlin. Wie die „Kreuz-Ztg." meldet, hat der Präsident v. Seydewitz unter dem 17. d. Mts. an die Mitglieder des Reichstages, welche bei der namentlichen Abstimmung am 16. d. Mts. gefehlt haben, ohne beurlaubt oder entschuldigt zu fern, nachstehendes Schreiben erlassen: Bei der in der gestrigen Plenarsitzung erfolgten namentlichen Abstimmung hat sich die Abwesenheit von mehr denn hundert Abgeordneten ergeben, welche weder Urlaub erhalten noch sich entschuldigt haben. Die große Wichtigkeit der Vorlagen, die gegenwärtig den Reichstag beschäftigen, macht es besonders wünschenswerth, daß die Mitglieder des Reichstages so zahlreich als irgend möglich an den Beratungen theilnehmen, und es ist deshalb in der heutigen Sitzung die Anregung gegeben worden, dahin zu wirken, daß die ohne Urlaub und Entschuldigung fehlenden Herren ihren Sitz im Reichstage schleunigst wie. der etnnehmen. Demzufolge beehre ich mich, Ew. . . ganz ergebenst zu ersuchen, sich zu den Berathungen gefälligst recht bald wieder einfinden zu wollen, even- tuell nur in den allerdringendsten Fällen von einem Urlaubsgesuch Gebrauch machen zu wollen. Berlin, 18. Juni. Die Budget-Commission des Reichstags beantragte in Folge einer Petition beim Plenum zur Vollendung des Denkmals auf dem Niederwald den einmaligen Betrag von 400,000 Mk. zu bewilligen und nahm ferner den Nachtragsetat, betr. die Umwandlung der vormaligen Decker'schen Hofbuchdruckerei in die Retchsdruckerei, an. — Der Reichskanzler publictrt eine kaiserliche Verordnung vom 14. d., wonach unter Aushebung der bezüglichen Verordnung vom 2. Februar 1879 jeder aus Rußland kommende Reisende sich durch einen von der deutschen Bot- fchast in Petersburg oder von einer deutschen Consularbehörde in Rußland vistrten Paß auswetsen und solchen beim Eintritt über die Reichsgrenze behufs Gestattung der Weiterreise der diesieitigen Grenzbehörde vorlegen muß. Berlin, 18. Juni. Die Tabaksstcuer-Commisston hat heute die erste Lesung des Entwurfs beendet. Es wurden am Schluß derselben alle auf die Nachsteuer bezüglichen Anträge abgelehnt. Zuerst ein Antrag Richter.Hagen aus Streichung der Rohtabake; dann ein Antrag Buhl, der die Nachsteuer nur auf Rohtabak beschränken und eine Trennung von inländischen und ausländischen Tabaken wollte; endlich auch § 1 des Gesetzes und damit das ganze Gesetz bezüglich dec Nachsteuer mit 20 gegen 8 Stimmen. Bei der voraussichtlich morgen schon beginnenden zweiten Lesung der Vorlage ist die völlige Verwerfung der Nachsteuer doch fraglich und ihre Annahme, wenn auch mit sehr wesentlichen Aenderungen, nicht unwahrscheinlich. Schweiz. Bern, 18. Juni. Die Ratificationen des zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien am 12. März 1878 abgeschlossenen Nachtragsvertrages zu dem Vertrage vom 15. October 1869 bezüglich des Baues und Betriebs der Gotthardbahn wurden gestern ausgewechselt. England. London, 19. Juni. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Alexan- drien vom 18. d., der französische Consul habe sich nach Kairo in das Palais oes Khedive begeben, um daselbst die Mittheilung zu machen, daß die sranzö- sische Regierung die Absetzung des Khedive verlange. Amerika. New-Nork, 17. Juni. Ueber das Seetreffen von Jqutque liegen endlich ausführlichere Nachrichten, und zwar aus peruanischer Quelle, vor, dattrt Lima, 27. Mai. Danach forderte das gepanzerte peruanische Thurm- schiff „Huascar" die arg zerschoffene „Esmeralda" zur Uebergabe auf, erhielt aber eine volle Breitseite, woraus der „Huascar" die „Esmeralda" rammte. Das Schiff sank sofort, und von 150 Mann Besatzung konnten nur 40 gerettet werden. Der chilenische Capitän Thomas sprang mit einer Handvoll Leute aus das Deck des peruanischen Schiffes und fiel dort im Kampfe. Währenddeffen hatte die Panzersregatte „Jndependencta" das Kanonenboot „Covadonga" längs der Küste gejagt, blieb aber dabei auf einem Felsen sitzen. Nachdem die Mannschaft in Sicherheit gebracht worden war (die ersten Nachrichten ließen diesen Punkt in Zweifel), verbrannte man das Schiff, um es nicht den Chilenen in die Hände fallen zu lasten. Die „Covadonga" entkam, und der „Huascar" dampfte nach Pisagva ab. Präsident Pardo von Peru ist nach Arica abgereist, um den Oberbefehl über die dort stehenden 6000 Bolivier und 9000 Peruaner zu übernehmen. 6000 Mann peruanischer Truppen sollen in Lima bleiben. — Am 29. Mai, Nachts, wurde im Staate Costarica ein heftiges Erdbeben verspürt, das den Einsturz der Kathedrale von San Josä zur Folge datte._________________ Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. «srrespoudeur-vure«». Berlin, 19. Juni. Der Kaiser conferirte gestern längere Zeit mit dem Fürsten Bismarck und empfing heule den neuernannten Gesandten der Vereinigten Staaten, White, zur Ueberreichung seines Beglaubigungs-Schreibens in feierlicher Audienz. Der Gesandte wurde hierauf auch bet der Kaiserin eingefübrt. — Die Kaiserin ist heute Abend 8 Uhr über Weimar nach Coblenz ab- aereist. Der Kronprinz gab ihr bis zum Anhalter Bahnhof das Geleit. Berlin, 19. Juni Reichstag. Zuvörderst wird die Interpellation Delbrück, ob die Regierung eine Abänderung der Münzgcsetzgebung beabsichtigt, zur Verlesung gebracht. Der Präsident richtet an die Reichsrcgievung die Frage, ob und wann dieselbe zur Beantwortung bereit sei. Fürst Bismarck, der schon vor Beginn der Sitzung anwesend ist, erklärt sich zur sosortigen Beantwortung bereit. Delbrück motivirt die Interpellation mit Hinweis aus die Nothwendigkeit, daß die Sachlage klargestellt werde, da Besorgnisse gerechtfertigt seien, daß die Regierung geneigt sei, das jetzige Münzsystem aufzugeben. Redner bezieht sich auf die Verhandlungen des englischen Parlamentes, in welchen vor aller Welt die Frage, ob eine Aenderung des Münzgesetzes durch die Regierung beabsichtigt werde, als offene behandelt worden sei. Redner theilt die Befürchtung nicht, daß die Regierung das Münz- snstem ändern wolle, wünsche auch durch die Discussion nicht die Finanzoperationen der Regierung zu kennen oder zu erschweren, allein da die Sache vor Europa öffentlich verhandelt worden, so sei cs für den internationalen Verkehr Deutschlands von größtem Werthe daß man auf diesem Gebiete von Seiten der Regierung der Unsicherheit ent- aeaentr'ete welche durch die gedachten Gerüchte ent,landen. — Fürst Bismarck erklärt: ^st die Interpellation auch an die Regierung gerichtet, so bin ick doch über die Adresse, an welche sie geht zweifellos. Ich weiß nicht, wie die verbündeten Regierungen über die Frage denken- Ich für meine Person halte es nicht für nützlich, daß wir uns über eine so wichtige, weittragende Frage ohne jeden Anlaß akademisch aussprechen. Die Interpellanten scheinen selbst diesen Antrag zu theilen. Ich halte die Interpellation nicht für wohl überlegt. Was für die Zeitungen Interesse hat, liegt oft der Regierung fern. Wen» nun ein Name von der Bedeutung des Herrn Interpellanten an der Spitze dieser Interpellation steht, geben Sie da nicht den Zeitungsgerüchtm Nachdruck? Ueber die geschäftliche Lage kann ich versichern, daß weder im Bundesrathe noch im preußischen Ministerium irgendwie die Frage in Anregung gekommen ist, ob die Münzgesetzgebung geändert werden soll, daß kein Antrag, keine Anregung der Art vorgekommen ist. Das Einzige, was wirklich geschehen ist, beschränkt sich auf die aus ganz praktischen Gründen gegebene Weisung, die Silberverkäufc zu sistiren, da die Preise jetzt herabgedrückt seien, und auf bessere zu warten. Daß ich in dieser Session nicht irgend welche weitere Schritte in dieser Richtung hätte thun wollen, werden sie begreifen. Daß Finanzmänner an diesen Vorgang alle möglichen Kombinationen knüpfen, ist selbstverständlich. Es haben sich nun wohl einige Financiers dem englischen Botschafter Lord Russell gegenüber so gerirt, als ob sie mehr wüßten, als die Reichsregierung und der Botschafter hat dies pflichtgemäß nach Hause berichtet. Ich kann nicht finden, daß die Situation der Regierung durch die Interpellation erleichtert worden ist, aber ich hätte gewünscht, sie wäre unterblieben oder ich wäre gefragt worden, was ich wohl antworten würde, wie dies ja leicht möglich war. Ein Zweifel an der Stetigkeit unserer Gesetzgebung ist durchaus unberechtigt. Ich habe mit keiner Regierung, ja auch nicht mit dem preußischen Finanzminister darüber verhandelt. Daraus können Sie ersehen, daß an eine Aenderung der Gesetzgebung nicht gedacht worden ist. Unter solchen Umständen würde ich es für wenig angezeigt halten, wenn Sie in eine weitere Besprechung der Frage einträten. Ich muß das Ihnen überlassen, zunächst jedoch für meinen Commissar, den Herrn Bankpräsidenten, das Wort erbitten, um Ihnen eine Darlegung über den Stand der Silberoerkäufe zu geben. Reichsbankpräsident v. Dechend beleuchtete das anhaltende Sinken der Silberpreise, wodurch man bereits im Ganzen 92 Vz Millionen bei den Silberverkäufen verlor, indem Silb r neuerdings um 211/ioP@t gesunken sei. Wollte man Silber jetzt weiter ununterbrochen verkaufen, so würde man bet den jetzigen Preisen noch weitere 96 bis 100 AMionen verlieren. Vor solchen Verlusten müßte man doch erschrecken und vorsichtiger bei Verkäufen verfahren. Bei Einführung der Münzreform habe Niemand an einen so kolossalen Rückgang der Silberpreise gedacht. Jetzt müsse auch jeder Anhänger der Münzreform mit der Sistirung der Silberverkäufe einverstanden sein. Sistirungen der Verkäufe wären auch ohne dies durch den Rücktritt des bisherigen größten Silberkäufers Oesterreich-Ungarns, vom Markt geboten. Unter den coursirenden Thalern leide man andererseits in keiner Weise und könne mit dem Verkauf wohl noch einige Jahre warten. Man möge es deshalb bei den getroffenen Maßregeln lassen! (Beifall). Aus Antrag Bambergers erfolgt eine Besprechung der Interpellation. — Bamberger rechtfertigt die Interpellation gegen den Vorwurf der Unüberlegtheit, welcher tbatsächlich durchaus unbegründet sei. Er unterhandelte schon vor 3 Monaten mit dem Präsidenten des Rcichskanzleramts über die Frage, erhielt aber keine sichere Auskunft. Daraus sei in officiösen Blättern aus die Nothwendigkeit der Rückkehr zu den früheren Verhältnissen im Münzwesen hingewiesen worden; dennoch hätten erst die Vorgänge in England ihn zur Stellung der Interpellation veranlaßt. Uebrigens sei Delbrück beauftragt worden, dem Reichskanzleramts-Präsidenten initzutheilcn, daß die Interpellation beabsichtigt sei. Darauf wäre die Antwort erfolgt, die Interpellation sei nicht willkommen, aber man werde sie beantworten. Erst da habe der Redner mit seinen Freunden beschlossen, die Interpellation zu stellen. Somit sei durchaus loyal verfahren worden. Außer dem englischen Botschafter gäbe es in Berlin auch einen englischen Generalkonsul und es müßte doch angenommen werden, daß der Botschafter sich auf den Bericht dieses Generalkonsuls gestützt habe, zumal derselbe Mitglied des Bankausschusses sei. Redner habe nur die Beweggründe zur Stellung der Interpellation erläutern wollen, nicht aber sei ihm und seinen Freunden eingefallen, sich in die Angelegenheit der Silberverkäufe einzumischen. Das fei eine reine Frage der Executive, welche kein Parlamentsmitglied etwas angehe, obwohl er, Redner, früher stets auf einen schnellen Verkauf des Silbers gedrungen habe. Jedenfalls wäre die Thatsache, daß Deutschland eine Aenderung seiner Münzgesehgebung wollte, von so großer Bedeutung, daß eine Klarstellung wünschenswert^ gewesen sei. Redner wünscht nur Auskunft darüber, ob über die Silberverkäufe in der nächsten Session Maßregeln geplant würden. Fürst Bismarck bemerkt, die Rede Bambergers sei nicht motivirt, da die Regte- rung keinen Antrag auf Einführung der Silberwahrung aestellt habe. „Ich habe nur gewünscht, daß man sich vorher mit mir darüber verständigt hätte, wie ich die Interpellation beantworten sollte. Ich habe darin eine Demonstration im Sinne der Opposition gegen den Tarif erblickt. Hätte mich der Interpellant privatim gefragt, so hätte ich mich unumwundener aussprechen können, als ich es vor der Oeffentlichkeit thun konnte" Die Hereinziehung des Mitgliedes des Bankausschusses Bleichröder in die Debatte habe ihn peinlich berührt. Wenn die Interpellation auf das Publikum beruhigend habe wirken wollen, so sei dieser Zweck nicht erreicht. — Bankpräsident Dechend constatirt, v. Bleichröder sei als Mitglied des Centralausschusses der Bank nicht von den Absichten der Reichsregierung unterrichtet v Kardorff dankt der Regierung für /bie Sistirung der Silberverkäufe, die großen Schaden verhütet habe. — Delbrück constatirt, er habe zu wissen gewünscht, ob die Interpellation vermieden werden solle und habe sich nicht direct an den Reichskanzler gewendet, da dessen Zeit, wie er wußte, zu sehr in Anspruch genommen sei. Ein Schlußantrag wird abgelehnt. An der weiteren Debatte betheiligte sich noch Schröder (Lippstadt). Damit schließt die Discussion- Es folgen persönliche Bemerkungen v. Kardorff, Bamberger und (Sonnemann, worauf das Haus in Berathung des Zolltarifs fortfährt. Die Tarifdebatte beginnt bei Nr. 15 b (Maschinen). Die Positionen btejer Nummer werden unter Ablehnung verschiedener Amendements angenommen; Nr. 15 c 1 und 2 (Wagen und Schlitten) werden unverändert genehmigt. Bei 15 c 3 (See- und Flußschiffe zollfrei) kündigt Mosle einen Antrag auf Verzollung auswärts gebauter Schiffe an. Delbrück kündigt einen Antrag auf Befreiung von Schiffsbaumatertalten vom Zolle an. Bundescommissar Burchard erklärt seine Sympathie für die Wünsche Mösles. Stumm und v. Kardorff sprechen sich ebenfalls im Sinne Mösles aus. Abg. Rickert erklärt sich dagegen. Die Position wird unverändert genehmigt. _ Die Berathung gelangt nun zu Nr. 26 (Oel rc.). Ein Antrag, Ricmusol zollfrei zu lassen, wird mit 124 gegen 102 Stimmen abgelehnt und werden alle Posittonen unter Nr. 26 unverändert angenommen. Nächste Sitzung Samstag Vormittag 11 Uhr. Wien, 19. Juni. Der „Pvlil. Corresp." zufolge ist in Den Wiener maßgebenden Kreisen über das angeblich Seitens der französischen Regierung gestellte Verlangen aus Absetzung des KhediveS bis heute Mittag nichts bekannt gewesen. Petersburg, 19. Juni. Aus hier eingezogene Erkundigung, ob der Kaiser im Juli in Ems die Kur gebrauchen werde, wird versichert, daß hier von einem solchen Entschluffe nichts verlautet. New-Uork, 19. Juni. Den letzten Berichten aus Mexico zufolge ist der Aufstand daselbst gewachsen. Der Postverkehr mit dem Innern Mexicos ist unterbrochen. Alle Zeitungen von Montercy, ausgenommen das amtliche Blatt, find gezwungen worden, ihre Pnblicationen einzustellen. — General Marano organisirte Streitkräfte gegen Diaz. Haag, 19. Juni. Erste Kammer. Auf eine Interpellation erklärte die Regierung, daß nach dem Votum der zweiten Kammer über das Kanal- project der Minister der öffentlichen Arbeiten und der Minister des Innern ihre Entlaffung ohne Vorbehalt, die übrigen Minister bedingunsweise gefordert hätten. Der König habe am 15. d. diese Entlassungsgesuche abgelehnt. Madrid, 19 Juni. Zu San Miguel bei Jerez ist eine focialistische Verschwörung entdeckt worden. Sieben der leitenden Mitglieder sind verhaftet und die Mitgliederverzeichniffe mit Beschlag belegt worden. Versailles, 19. Juni. Der Congreß wurde heute Vormittag 10 Uhr 15 Min. eröffnet. Das Präsidium führt Märtel, Präsident des Senats. Justizminister Leroyer legt den Gesetzentwurf betr. die Aufhebung des Artikels 9 Der Verfassung vor, dessen Dringlichkeit fast einstimmig ausgesprochen wird. Märtel beantragt sofortige Berathung. Fresneau (von der Rechten) wünscht Verweisung an die Bureaus. Testelin (von der'Linken) beantragt, daß eine Kommission von 15 Mitgliedern in den Bureaus durch das Listenscrutinium gewählt werde. Dieser Antrag wird mit großer Majorität angenommen und darauf sofort zur Ziehung der Loose in den Bureaus geschritten. Nach Wiedereröffnung der Sitzung thetlt der Präsident die Liste der Commissionsmüglteder mit. Diese find sämmtlich Republikaner. Mehrere Redner von der Rechten protestiren gegen diese Ausschließung der Mmorität. Eine von Baudry d'Affon (Legitimist) beantragte Motion, welche dieses Ver. fahren tadelt, wird durch die Vorfrage abgelehnt. — Hiernächst wird die Sitzung bis 6 Uhr vertagt. — Der Marineminister hat beschloffen, nach dem Stillen Ocean drei Kreuzer zu senden, welche über die Jntereffen der französischen (Staatsangehörigen in Peru und Chili wachen sollen. — Die Delegirten der lateinischen Münzunion baben sich zu einer Nachtragsvereinbarung zu der Konvention vom 5. November 1878 verständigt. Diese Vereinbarung hält die Bestimmungen der Konvention aufrecht, läßt aber Italien freie Hand bezüglich der Zurückziehung seines kleinen Papiergeldes, welches durch Kleingeld ersetzt werden soll, das die anderen Staaten der Union gegen Entschädigung an Italien abgeben werden. Ein Gesetzentwurf behuss Genehmigung dieses Arrangements wird der Kammer der Deputirten vorgelegt werden. Versailles, 19. Juni, Abends 6 Uhr 50 Mm. Congreß. Gambetta wird zum Präsidenten der Geschäftsordnungs-Commission, Jules Simon zum Berichterstatter gewählt. Paris, 19. Juni. Die „Agence Havas" meldet aus Kairo: Wie versichert wird, sollen die egyptischen Minister sich der Abdankung des Khedtve fast günstig zeigen und in diesem Sinne von den Consuln Englands und Frankreichs beeinflußt werden. Letztere versprächen, dem künftigen Khedtve die Regelung der finanziellen Fragen und die Einsetzung einer neuen Regierung erleichtern zu wollen. Der Khedtve sei unentschlossen. London, 19. Juni, Ofstcielle Nachrichten vom Cap melden den Tod des Prinzen Louis Napoleon. Die Leiche wurde aufgefunden. Lord Sidney ist nach Chislehurst gegangen, um der Kaiserin Eugente den Todesfall — Weitere Nachrichten vom Cap vom 3. Juni melden: Prinz Louis Napoleon hatte sich mit einigen Osstcieren aus eine Recognoscirung begeben und war mit denselben vom Pferde gestiegen. Der Prinz wurde von Zulus überrascht und gelödtet, ebenso ein Theil der Soldaten, während andere ent- tamen. — General Newdegate überschritt am 20. Mat den Buffalo-Fluß und -ist in Koppealleine eingetroffen. Newdegate beabsichtigte am 2. Juni den Vormarsch fortzu setzen. Lokales. Gießen, 20- Juni. Heber den morgen Abend in Wenzel's Garten concertirenben yserrn Ringe resp. dessen Glas - Euphonion berichtet die Thüringer Zeitung: SDie Vorlage des Tonkünstlers Herrn Ringe auf dem Glas - Euphonwn im Erfurter Stadttheater haben die wohlverdiente Anerkennung gefunden, bte sich am beutlicbften durch den zahlreichen Besuch kund giebt. Es ist in der That em zauberischer eigen- thürnlicher Ton, den der Künstler seinem Instrumente zu entlocken versteht, der die Gefühlssaiten des Menschen, auch des weniger empfindlichen, mit unwiderstehlicher Gewalt rührt und bewegt. Viele Jahre des Fleißes und der Ausdauer muß der Künstler gebraucht haben, um auf seinem Instrumente zu dieser Meisterschaft zu ge= fangen. Athemlos lauschte das Publikum allen Nummern des Programms und brach in einen wahren Beifallssturm aus bei dem Liede: Von meinen Bergen muß ich scheiden, -en Alpenklängen mit dem verhallenden Echo, und dem nut bewunderungswürdiger Virtuosität vorgetragenen Potpourri. _ — Gestern Nachmittag wurde ein betrunkener Bettler, welcher dem Schutzmann Widerstand leistete und ihm ins Gesicht schlug, verhaftet. Am Abend um 11 Uhr, wurde sodann die Polizeipatrouille zur Hülfe gegen einen noch um diese späte Zeit fechtenden betrunkenen Burschen gerufen. Die Frechheit und Unverschämtheit von manchen dieser Leute, es giebt auch Ausnahmen, welche zu bedauern sind, geht manchmal ins Aschgraue. Trotzdem ist ein Theil des Publikums gegen die Polizei eingenommen und verheimlicht diese Fechtbrüder noch u. s. w. Wenn nur einmal diese Leute, welche des Oefteren gegen die Arretirung der professionellen Fechtbrüder eifern und allerlei unliebsame Bemerkungen machen, am Abend ober Nachts um 12 ober 1 Uhr einen Blick in bie Herberge thun würben um zu sehen wie bie erfochtenen Pfennige verwanbt werben, ganz gewiß würben sie eines Anderen belehrt. — lieber Die von Großh. Polizeiverwaltung ausgegebenen Zettel zur Aufstellung von Familienlisten resp. über deren richtige Ausfüllung herrschen im Publikum noch mannigfache Zweifel. So z. B. ob abwesende unverheirathete Familienglieder in dem Zettel aufzuführen seien, oder nicht Wir begegnen grade diesem Zweifel damit, indem wir bemerken, daß alle Abwesenden, ob in Amerika, England, Berlin oder sonst wo sich aufhaltend, aufzuführen sind denn sie gehören thatsächltch noch zur Familie. Einen weiteren Zweck als die Aufstellung einer richtigen und genauen Familtenliste hat die Aufnahme nicht. — Ein Hauptmotiv zur Einführung der Reinigung und Kehrichtabfuhr, wie es eben geschieht, war auch das, daß durch Wegschaffung des Unraths aus der Stadt diese gesünder und der durchziehende Stadtbach vor Aufnahme der Asche, Scherben rc. bewahrt bleiben sollte. Die Aufräumung des Stadtbach erforderte alle Jahre eine größere Summe. Wie uns nun mitgetheilt wird, ist durch die Einführung der Kehrichtabfuhr in diesem Jahre eine bedeutende Ersparniß erzielt worden, indem in der ersten Hälfte des vorigen Jahres für Aufräumungsarbeiten 1400 JL verwendet werden mußten, während bis zum Monat Juni d. I. nur 300 nötdig waren; die 1100 JL für ein halbes Jahr, also vielleicht 2000 JL für ein ganzes dürften wohl von der Summe abzuziehen sein, welche die Stadtkasse für die Abfuhr ausgiedt, abgesehen von der Hauptsache daß das Innere der Häuser und Hofraithen von Kehrichthaufen und den damit verbundenen schädlichen Ausdünstungen befreit bleibt. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 22. Juni. Daniel Rühl, am Rathhaus. Heinrich Kuhn, Kreuz. Konrad HaaS, Wallthor. Sonntag Morgen: Frischbacken. 4179) Wilh. Löher. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen. Gottesdienst: Sonntag den 22. Juni. Morgens: Pfarrer Schlosser. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner. Nächsten Sonntag den 29. Juni wird das heil. Abendmahl gefeiert werden. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 22. bis 28. Juni besorgt Pfarrer Schlosser. Auszug. I. U. S. gegen Johanna Magdalene Rudolf aus Waschleben, zur Zett in Diensten bes Directors Wilson in Gießen Wird burch Urtheil au Recht erkannt, _ _ daß Beschulbigte in eine Gelbstrafe von zwanzig Markunb in bie Kosten der Anklage unb bev Untersuchung tu verurtheilen, auch bent Ankläger bas Recht zuzuerkennen sei, binnen 14 Tagen von Zustellung von Ur- theilsauszug biefen einmal auf Kosten ber Beschuldigten im Gießener Anzeiger Deröffentlidjen. Gießen 29. Mai 2879. Großhe'rzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Gilrner. Für den Auszug: Funk, Stadig.-Actuar. Res. Urtheilsauszug dem Ankläger. Gießen, den 10. Juni 1879 Großherzogliches Stadtgericht Gießen. 4167)___I)r. Gilmer. Vergebung von Kiemenparquets. 4164) Die Herstellung von 280 qm eichene Riemenböden in dem neuen Universitätsgebäude dahier soll auf den 28. Juni d. I., Vormittags 11 Uhr anberaumt ist. Offerten find versiegelt bei uns ein- zareichen und können die Bedingungen im Büreau bei genanntem Gebäude in den Vormittagsstunden eingesehen werden. Gießen, den 19. Juni 1879. Großherzogl. Kreisbauamt Gießen. Holzapfel, Allgemeiner Anzeiger. Heugrasversteigerung. Dienstag den 24. d. Monats, des Vormittags von 10 Uhr an, soll das der Gemeinde Trohe zugehörige Heugras meistbietend versteigert werden. Der Anfang ist in der Weisen- burg. Trohe, am 19. Juni 1879. Großherzogl. Bürqermetsterei Trohe. 41661 Sebwar,._________ Grasversteigerung. Donnerstag den 26. Juni, Vormttags 8 Uhr ansangend, soll das Heugras von den Gemeindewiesen versteigert werden. Der Anfang ist am Ausgang des Dorfs am Fußpfad nach Gießen. Leihgestern, am 19. Juni 1879. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. 5175) Heß. An demselben Tag, Vormittags 11 Uhr anfangend, soll das Heugras von der Sandwiese und dem Rittergut des Karl Müller zu Neuhof auf Ort und Stelle versteigert werden. Leihgestern, am 18. Juni 1879. Heß, Bürgermeister. Heugrasversteigerung. Donnerstag den 26. Juni, Vormittags von 9 Uhr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist bet der Wetdwiese zu Erbach. Garbenteich, am 19. Juni 1879. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. 4174) Schwarz. MzoerflkMrung im Gießener Stadtwalde. Montag den 23. Juni 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadnvalde in den Dtstricten Strangswiese und Bannwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Nadel- u. Weich-?— — — 9160 Holz B. Bau-, Werk- und Nutzholz 85 Nadelstämme mit 5,14 Fstmtr., 3317 Fichtenstangen mit 19,47 Fstmtr. von 2—7 Centimtr. und darunter 1800 Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese. Gießen, am 18. Juni 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 4124) A. Bramm. Grasverfleigerung. 4168) Das diesjährige Heugraö von den hiesigen Gemeindewiesen soll nächsten Montag den 23. d. Mts. versteigert werden. Der Anfang ist zu demjenigen bei Wieseck, des Vormittags 9 Uhr in dem Dorfeld'- schen Garten dahier, und zu demjenigen bet Badenburg des Nachmittags 5 Uhr auf der Badenburg. Wieseck, den 18. Juni 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. Lang. Grasversteigerung. Mittwoch den 23. Juni d. I., Morgens 9 Uhr anfangend, soll das Heu» und Grummetgras von circa 32 Hektaren Wiesen der Gräflichen Rentei Arnsburg auf Ort und Stelle in kleinen Abtheilungen versteigert werden. Zusammenkunft Arnsburg. Arnsburg, den 17. Juni 1879. Gräfliche Rentei Arnsburg. 4117) Junker. Iseikgeöotenes. 4178) Pflanzen zu verkaufen bei G. Franz, Katharinengasse. 4170) Bon mehreren Wiesen ist das Heugras zu verkaufen bei Backer Steinberger. 4140) Eine Esel-Stute, 3 Jahre alt, zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. b. Bl. + Grabkreuze, roh u. vergoldet, in groß"- JHb Auswahl empfiehlt (416 > Carl Hensel 4181) Ein Fahr- unb Laufstuhl, guter- halten (neueste Art,) ist entbehrlich ge- warben. Näheres in ber Expeb. b- Bl. 4172) Bei Hrn. Ludwig zu Dagobert-Hausen bei Marburg find SO Stück Jährlings-Hammel s Reine) zu ^erkaufen.___ 4133) Die Grasernbte, sowie gutes Heu ist billig zu verkaufen bei (S. Rahn. -S o io o c UXl o r-. cx Q» 3 G sä' o 2 Qö G JQ G =a 'S' *e> 5 e <«> o m O? 4» —4 S- B o u e ü w 5 D v * r r 0»^. u <£- ISO. *5 •» 8 iO Tf I vr o h a cs e © o CD I CO CO & SÄ N u Q GD C CX> QD G © s L®. <5 O ^7? gd ♦ CQ g GD 3 3 O tl Ä c E^" Ä « A*- O m qd Lv "7 3 c jQ jO uo § S c3- — tt *=" 5.2 w w ** S> L TT t* 01 O rZ. ^.^7 20 £ Z « 3 x ■* ± 2 •* MH «y «s Ol» HZ d 3 *3 u» E 55 •G q$> (S) o 3 c3-^ ~ 2 BZ 8* S W V . 6D w - L Ä s SS ö «7 (X) cu o . ” «» —' Ä e- ®'So?sl 3 2*? t* /§-> .2.-4-. I S 7 £ - *g §Z 52 o"o cd" © 3 § 3 O 52 Q v£ » Ä S CQ o? § AA S^Te-ßgf X »sjd ii -*-* G ’ G" « « «' X> *35 £ d ■P~ 3 *3 G G ** 'S’b « Z ^KSZ. Ct±- 3 22 3 K — «-» . s s SM 3 ST sZA M S ’S QD ^7 _ *N \\ . O — it - ■** O) o> t2 ö>* I H Wermiethungen. 3468) Die Bel-Etage, sowie ein kleines Mansardenlogis, zu vermiethen bei D- Weller V., Heuchelheimerstr. 3804) Der 2. Stock, bestehend aus 5 Zimmern, 1 Cabinet, abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten bis zum 1. Juli zu vermiethen bei Feldwebel Bruchhäuser, Grünbergerstr. 1470) Der untere Stock in meinem Hinterhause, sowie Mansardenwohnung im Vorderhause zu vermiethen. Carl Haas, a. d. Actienbrauerei. 3024) Eine Wohnung von 4 Zimmern und Zubehör in meinem Nebenhaus an eine stille Familie zum 1. August zu ver- miethen.___________________Dr. Ploch. 3420) Ein Familienlogis, sogleich beziehbar, zu vermiethen. _____Elias Meier Ww. 3714) In meinem neu erbauten Hause im hinteren Gartfeld sind mehrere kleine und größere Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald be- -lehbar.______________W. Tculing. 3768) Ein Logis von 3 Zimmern nebst Zubehör im 2. Stock zu vermiethen. ___Chr Sch opbach. 3896) Ein kleines Logis zu verniiethen. ______Mdolf Hoft, Schießgärten. ”3898) Ein Familienlogis zu vermiethen und sofort zu beziehen bei __U. Ftlfing^ Neuenweg. 4064) Eine Stube für einen einzelnen Herrn zu vermiethen. _____________Flügelsgasse 95, 3. Stock. 4102) Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen. Jacob Thomas, Schiffenb. W. 4110.) Ein Familienlogis zu vermiethen. 3- Mannberqcr, Neuenweg. 4120) Eine kleine freundliche Wohn- ung zu vermiethen. Lit. v. Nr. 56. 4162) An eine einzelne oder ruhige Familie ist ein Logis zu vermiethen. ________C h. Burkhardt, Asterweg. 4134) Ein Zimmer an einen anständigen Herrn zu vermiethen._______E. Öjqhn. 3157) Schloßgasse A. 258 ist ein FamtlienlogiS, aus 4 Zimmern bestehend, zu vermiethen und sogleich beziehbar. 2587) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 5—6 Zimmern, per 1. August zu vermiethen. L. Bersch, Alicenstraße E. 102. Verantwortliche Rede Wermischte Anzeigen. 4180) Für ein hiesiges Eisen- und Colonialwaaren- Geschäft wird unter günstigen Bedingungen ein Lehrling gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl._______ 4169) Wiese (1288 KLftr.) nahe der Stadt zu verpackten. Marktfiraße I). 219. Entlaufen. 4177) Eine Hühncrhündin, schwarz mit gelben Abzeichen, sowie ein junger schwarzer Hühnerhund. Wer über den Verbleib Auskunft ertheilt, oder dieselben wiederbringt erhält eine gute Belohnung. Schmitte, bei Rodheim. Haffelbach. Vergebung von Bauarbeiten. Die zu einem Neubau nöthigen Bau- Arbeiten, sollen auf dem SubmisstonS- weq vergeben werden. Voranschläge und Submissionsproto- coll liegen bet Unterzeichnetem offen, woselbst die Offerten binnen 8 Tagen abzugeben sind. (4107 Gießen, den 17. Juni 1879. M.JRofentbal, Untoersitätsstr. 4105) Eine gesetzte Person, die bis letzt immer in größeren Häusern in Deutschland und Frankreich als Haushälterin fungirte, sucht anderweitige Stellung. Beste Zeugnisse stehen zur Verfügung. Näheres in der Exped. d. Bl. Schülerinnen, M'VL blumen und französische Papierblumen) lernen wollen, sowie Unterricht im Stricken und Hakeln ertheilt gründlich (4126 Franziska Kentler-Häscr, ___Neuenweg b. Sauer. Uachhülfestun-enZL-n7 in ber niederen Mathematik werden ertbeild Von wem 7 jagt die Exped. d. Bl. (4076 Limburger Käse ü pfd. 30 öf, fette Maare, in Kisten k 9 Pfd. Netto (3 Kisten 60 Pf. billiger) gegen Postnachnahme. Zollfrei, portofrei, Verpackung frei. N.chtconvenirendes nehme geg. Nachnahme zuruck. (4173 Ottensen, Holstein. A. tz. Mohr ion: A. Scheyda. — Druck und Verlag Sängerkranz. 4176) Samstag Abend den 21. d. M.: Zusammenkunft der- ordentlichen Mitglieder des Sängerkranzes im Philosophenwald. — Den außerordentlichen Mitgliedern, welche beiwohnen wollen, dies zur Nachricht. Der Vorstand. WEBTZEI/s GARTEN. 4127) Samstag den 21. Juni: « <» X ( E 16 T von Ringe aus Breslau auf dem Glas-tzuphonion und Pedalharfenbaß. PROGRAMM: Introduktion, und: Wie gerne Dir zu Füßen. Schlaf' wohl du süßer Engel, von Abt. -».Zchneeglöckchen, von Ringe. Gnadenarie a- d. Op.: „Robert der Teufel" Von meinen Bergen muß ich scheiden, und Alpenklänge mit dem Echo. O bitt' euch liebe Vögelein, von Gumbert. Fantasie a. d. Op.: „Oberon". Philomelen-Polka, von Ringe. Gut' Nacht du mein herziges Kind. Großes Potpourri, von Ringe. Anfang 7 Uhr. — Entree ä Person nach Belieben. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Saale statt. Mensverstcherungs- & Ersparnis; - Vank in Stuttgart. Derficherungsstand pr. ult. Mai 1879: 31,481 Personen mit 144,421,330 Mk. Anträge innerhalb 3 Monaten......... 8,843,880 w i Aller Gewinn kommt unverkürzt den Versicherten zu gut. Dividenden Vertheilung an die Lebensversicherten pro 1879: 37% der Prämie. Die im Juni noch Eintretenden participiren an dem Ueberschufi dieses Jahres. Statuten, Prospecte etc. unentgeltlich bei dem Vertreter in Gießen, Herrn A. Sclieyda, Gartenstr. 165. 3ur Rochricht meiner geehrten Kunden und einem ver. ehrl. Publikum, daß ich vom Heutigen 10% billiger arbeite, wie seither. 4066) Achtungsvoll W. Müller, Schuhmachermstr. Köln-Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6«, 12 4«. Dillenburg 6«, 12, 4«, 95. Siegen 6«, 12, 4,«. (3256 Wetzlar 6«, 8« 10, 12, 4", 7-, 9L der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Di et sch) in Gießen. *r. Vi Die Gkj ©le1 Der u Morgens 5* * 3/t ‘ Sämm das unterzeichne Main Sh Mer: 25%, I spitz. Mund: k Besondere Kennz Bekl Paar kurze L ssxpedittonsi wä1#® rt =s?h Gießen Organisation wu Starkenburg vei die Herren Hch Otto t S/Enwalt, Terichtsschreiber. — Nach de Prinzen Louis N Prlnz gehörte, s? tenant Carey fast erblickten. Die ^rden jedoch vo> Sturmangriff dar, M «, fiel dabei je 7” davonstürmt «« von den Hulu Untet Andern, ,st Nächst, u,t> bie Süfi Mig. D«j Mb," lOI,iben 0,6 6 leibe, den fein 8'Mt h°t7 N Republik ( Keberläusir r4d)t