die 1^0* Freitag den 20 Juni 1879 Kichener Anzeiger AnMk- M AmlsM für den Kms Gießen. VrVedittonSb^reaur } Schulstraße ü. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Bringerlohn. — — IBM, , , Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. AoliLischer Iheik. Französische Kammer-Scandale. Es sind keine stürmischen, es sind geradezu schmachvolle Ereignisse, welche anläßlich der Affaire Paul Caffagnac aus der französischen Deputirten- kammer berichtet werden, obwohl der Präsident Gambetta sich erniedrigt hatte , die Hutssiers und Secretäre zu bitten, über die erregten Vorfälle zu schweigen. Seit den Tagen des Conventes hat man ähnliche Scenen in Frankreich nicht erlebt. „C’est ömerdant !a Man denke sich die Situation, in welcher den Vertretern der Regierung die Worte „Urkundenfälscher, Schufte, Feiglinge, Canaille" an den Kopf geschleudert wurden und die Parteien, that> sächlich handgemein, von den Bedienten der Kammer auseinander gebracht werden mußten. Es fehlte nur noch der Gebrauch des Mesiers und Revolvers, um diese Scandalscenen zu krönen. Die Franzosen selbst können sich eines Schamgefühls nicht erwehren. Sie sind aber rathlos, was geschehen soll, um der Wiederkehr äh: ltcher Scenen vorzubeugen. Ein einzelnes Mitglied, welches sich eine schwere Verletzung der Ordnung zu Schulden kommen läßt, kann mit der parlamentarischen Censur b'legt, nach den Ttscipltnarbestimmungen können ihm seine Bezüge für einige Zeit gesperrt werden, während die Censur in allen Mairien seines Wahlbezirks öffentlich angeschlagen wird. Hier aber handelt es sich darum, daß ganze Parteien die parlamentarische Ordnung verhöhnen, so daß nur das „polizeiliche" Einschreiten der Hutssiers eine allgemeine Rauferei verhindern kann. Die Gewaltthättgk.it des Auftretens der Bonaparttsten, die ein 2. Decem- ber geboren, steht in der That ohne Gleichen da. Diese Bonapartisten, besonders der neugebackene Adel des Kaiserreichs, haben stets die Gentlemen gespielt. Sie waren die Kavaliere einer äußerlich prunkenden und glänzenden Epoche Frankreichs; ihr Auftreten ist um so verächtlicher, als sie sich zur besten Gesellschaft rechnen und mit dem Ton und den Formen der guten Gesellschaft recht wohl vertraut sind. Der Esprit der Goffe, die Krastausdrücke der Weiber der Halle, der Import der Manieren der Gamins in den gesetzgebenden Körper müffen einen tieferen Zweck haben, als sich selbst und ihre gesellschaftliche Stellung schmähltck zu discreditiren. Und dieser Zweck kann nur der sein, die parlamentarische Regierungsform der Republik zu schädigen und in der öffentlichen Achtung herabzusetzen. Diesen Zweck aber haben die Bonapartisten sicher nicht erreicht. Es steckt in jedem Franzosen noch soviel Achtung und Selbstgefühl, daß ihn das Auftreten Cassagnac's und seiner Parteigänger anwidert. Haben die Bona- partisten mit vielem persönlichen Vortheil die Ehren und Würden des Kaiserreiches ausgebeutet, so müßten sie auch ihr Martyrium mit mehr Ruhe und Ergebung tragen. Darin allein lag die Möglichkeit, Sympathie» in der Gegenwart und Erfolge in der Zukunft zu erringen. Gegenwärtig haben sie nur die Entrüstung Frankreichs und die Verachtung des Auslandes geerndtet. Politische Uebersicht. Eine für die nächste Gestaltung unserer inneren Politik wichtige Berathung findet gegenwärtig statt. DteReichstagsabgeordneteil v. Bennigsen, Freiherr v. Frankenstein und Wtndthorst sind zu einer Conferenz zusammengetreten über die Frage der konstitutionellen und förderatlven Garantien, welche als Bedingung für die Gewährung der finanziellen Selbstständigkeit des Reiches gelten sollen. Von den Resultaten dieser Besprechung hängt so viel ab, daß man in den Kreisen der Regierung wie des Parlaments mit gleicher Spannung aus dieselben blickt. Der Reichstag hat seine mühevollen Arbeiten rüstig fortgesetzt. Man empfindet es als ganz besonders störend, daß sich fortwährend neue dringliche Gesetze dazwischen schieben und die Berathung der wirtschaftlichen Angelegen- hriten, denen vorläufig eine eifrige Thätigkett in den Commissionen zugewandt ist, verzögern. Die Beschlüsse der Tabaks-Commission haben den Entwurf von allen Schlacken gereinigt, welche ihn zum Erzblock machten, aus dem man über kurz oder lang das Monopol schmelzen wollte. Schon am i. August soll das Verfassungsgesetz für Elsaß- Lothringen in Kraft treten. Die Personalfragen sind folgendermaßen definitiv erledigt: Feldmarschall v. Manteuffel, Statthalter; — Generaladvokat v. Puttkammer, Unterstaatssecretär der Justiz;— Geheimer Ober- Regierungsrath v. Pommer-Esche, Unterstaatssecretär des Innern; — Chef dieser beiden Behörden und Adlatus des Statthalters als „Staatssecretär" Herzog. Die Verhandlungen, als Mitglied der Regierung einen Elsaß-Lothringer heranzuztehen, sind noch nicht von Erfolg gewesen. In Oesterreich gefällt man sich darin, zum so und so vielten Male von dem sicheren Rücktritte des Grafen Andrassy zu sprechen. Graf Andraffy ist krank und, wie die Officiösen versichern, handelt es sich nur um eine Erkältung, deren Behebung in wenigen Tagen in Aussicht steht. Diesen „Unter- richteten" tritt beharrlich das Gerücht gegenüber, daß Baron Haymerle, jetzt Botschafter in Rom, bereits zum Nachfolger Andraffy's ausersehen sei. Früher huldigte Haymerle, der mit der Tochter eines Frankfurter Patriziers vermählt ist, der großdeutschen Politik und erfreute sich in Berlin keiner be- sonderen Beliebtheit. Seit dem Congreß soll man aber anderer Ansicht über ihm geworden sein. Dem Hofe, der Aristokratie und der hohen Beamtenwelt Oesterreichs wäre Haymerle völlig persona grata. In der französischen Deputirtenkammer begann die Woche des parlamentarischen Culturkampfes. Die Ferry'sche Vorlage über den höheren Unterricht stand auf der Tagesordnung des Montags. Die Blätter der Republik rühmen das Referat Spuller's, des Freundes Gambttta's, als eine sehr bedeutende Arbeit, in welcher die Unterrichtsfrage sowohl theoretisch wie historisch mit Klarheit und Gründlichkeit behandelt werde. Der Tod des Prinzen von Oranten ist ohne politische Bedeutung. Der holländische Thronerbe floh der Politik aus dem Wege, wenn man ihn in sie hineinziehen wollte; er war mit seiner Rolle als Flaneur der Boulevards vollauf befriedigt. Eine ständige Figur der skandalösen Chronik gehörte er recht eigentlich zum „Pariser Leben". Sein Tod ist nur bemerkenswert, weil sich an die Nachricht allerlei Combinationen über die holländische Thronfolge knüpfen. Der Khedtve von Egypten soll den deutschen Protest via Konstantinopel in sehr versöhnlicher Weise beantwortet haben. Er versichert, daß ihm nichts ferner liege, als sich seinen Ve.pflichtungen zu entziehen, welche er durch die Unterzeichnung der internationalen Convention bezüglich der gewischten Gerichtshöfe und der Vollstreckbarkeit ihrer Erkenntnisse den Groß- mächteü gegenüber eingegangen sei. Ismail Pascha ist allerdings stets der Mann, der viel verspricht. Ob er sein Versprechen halten und die deutschen Forderungen befriedigen wird, ist die Frage. Jedenfalls aber hat er den deutschen Protest mit Recht ernst ger.ümmen. Deutschland. Darmstadt, 18. Juni. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 25 enthält das Gesetz, den Gerichtsstand und das gerichtliche Verfahren in Ansehung des Landesherrn und der Mitglieder des Großh. Hauses betreffend. m. Darmstadt, 18. Juni. Der Abgeordnete Wolfs kehl hat bei dem Präsidium der zweiten Kammer folgende Interpellation an Großherzogliche Staatsreaieruna übergeben: ö „Vor Kurzem war in öffentlichen Blättern die Nachricht enthalten, es sei den zur Aufnahme in das Seminar aus den Präparandenanstalten entlassenen Schülern israelitischer Confession amtlich mitaetheilt worden, daß sie weder auf Religionsunterricht im Seminar, noch auch auf Verwendung im öffentlichen Schuldienst nach ihrer Entlassung mit Sicherheit rechnen könnten. Privatmittheilungen, welche dem ergeb ernt Unterzeichneten zugekommen sind, haben jene Nachricht für vollkommen richtig erklärt und außerdem constatirt, daß sich gegenwärtig 5 israelitische Seminaristen in Friedberg, sowie 3 israelitische Präparanden in Lich befinden. Ob unter dieser Zahl auch die 4 kürzlich aus den Präparandenanstalten entlassenen Zöglinge, denen nach der nämlichen Quelle die oben erwähnte Mittheilung gemacht worden sein soll, mit enthalten sind, ist mir unbekannt; jedenfalls aber geht aus den genannten Ziffern hervor, daß die Zahl der israelitischen Schulamtsaspiranten in der letzten Zeit zugenommen Haden muß. Nach einem vom 25. Februar 1877 bahrten Schreiben Großh. Ministeriums des Innern an den dritten Ausschuß der zweiten Kammer befand sich damals unter sämmtllchen 338 Seminaristen nur 1 Jsraelite. Trotzdem erklärte bei Berathung einer auf Einführung von israelitischem Religionsunterricht an den Schullehrerseminarien gerichteten Petition des Mayer Hirsch von Friedberg die Großh. Regierung in beiden Kammern ihre Bereitwilligkeit, dem Gesuche wenigstens bei dem in Aussicht genommenen dritten Seminar zu Alzey zu entsprechen. Inzwischen sind die Mittel zur Errichtung dieses Seminars und unter den Bedürfnissen desselben für die Zeit vom 1. October 1880 ab auch eine Remuneration für Ertheilung israelitischen Religionsunterrichtes von den Ständen bewilligt worden. Um so ausfallender muß es erscheinen, daß in der oben erwähnten Mittheilung an die israelitischen Seminaristen dieses Umstandes gar nickt erwähnt, die Sache vielmehr so dargestellt ist, als stehe überhaupt der israelitische Religionsunterricht an den Schullehrerseminarien in Frage Schon die Unvollständig- keit der Mittheilung in dieser Richtung konnte sehr wohl dahin führen, einen Seminaristen, dem der wahre Sachverhalt nicht bekannt, von dem Besuche des Seminars abzuschrecken. In noch höherem Grade auffälligerscheint die zweite Bemerkung, wonach die israelitischen Seminaristen auch auf Verwendung im öffentlichen Schuldienst nach ihrer Entlassung aus dem Seminar nicht mit Sicherheit rechnen können. Bei den Verhandlungen über die Bewilligung der Kosten für Errichtung eines dritten Lehrerseminars auf dem vorigen, wie auf dem gegenwärtigen Landtag wurde von der Großh. Regierung auf die Notwendigkeit hingewiesen, einen durchschnittlichen jährlichen Abgang von etwa 100 Volksschullehrern zu ergänzen, außerdem aber auch noch die große Zahl von unbesetzten Lehrerstellen betont, deren Besetzung dringend geboten, seither über durch Mangel an Lehrkräften verhindert worden sei. Unter diesen Umständen kann es keinem Zweifel unterliegen, daß in den nächsten Jahren alle mit der nötigen Vorbildung aus dem Seminar entlassenen Schulamtscandidaten sofortige Verwendung im Schuldienst finden werden, und es bleibt somit nur die Erklärung übrig, daß hiervon bei den israelitischen Seminaristen ihrer Confession halber eine Ausnahme stattfinden soll und daß sie daraus im Voraus aufmerksam gemacht werden sollten, um sie wo möglich von der Wahl des Lehrerberufes an den Volksschulen des Großherzog- thums zurückzuhalten. Der Unterzeichnete beehrt sich, an Großh. Regierung die ergebenste Anftage zu richten: 1. ist die oben erwähnte Mitteilung an die israelischen Seminaristen im Auftrage der Großh. Regierung erfolgt? 2. wenn dies der Fall, welche Gründe haben die Großh. Regierung hierzu bestimmt? Wolfs kehl." Berlin, 17. Juni. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin wohnten heute der Feier des 25jährigen Jubiläums des Dom-Candtdatenstifts bet. Der Kaiser sagte zu den Versammelten: Wenn Etwas im Leben dem Treiben der jetzigen Welt einen Halt geben kann, so ist der allgemeine Grund, welcher in Jesu Christo gelegt ist. Lasten Sie sich daher nicht irre machen durch die Strömung, welche durch die Welt, besonders in jetzigen Tagen hindurchgeht. Schließen Sie sich nicht der großen Menge an, welche die Bibel entweder ganz als alleinige Quelle der Wahrheit außer Acht lasten oder sie wenigstens nach ihrem Sinne fälschlich ausdeuten. Sie wissen Alle, daß Ich aus voller, freier Ueberzeugung der positiven Union angehöre, welche Mein seliger Vater gestiftet. Der Grund und Fels, an dem Ich und wir Alle uns halten müsten, ist der unverfälschte Glaube, wie ihn die Bibel uns lehrt. Es gibt ja Viele, welche nicht ganz denselben Weg einschlagen. Jeder handelt ja nach bestem Wißen und Gewissen und richtet darnach sein Thun, Handeln und Wollen ein. Ich achte, ehre und dulde ste, aber wer auch in diesen Bund eintreten will, er wird jederzeit mit offenen Armen empfangen werden. — Ueber das kriegsgerichtliche Erkenntntß in der Angelegenheit des „Großen Kurfürsten" wird das General-Auditoriat Ende der Woche den Bericht an Se. Maj. den Kaiser feststellen; dieser Bericht wird alsdann an das kaiserliche Cabtnet gehen. — Der Gesammtvorstand des Reichstages unter dem Präsidium des ersten Vicepräsidenten Frhrn. v. Franckenstein beschloß einstimmig, dem „Deutschen Montagsblatte" die Eintritlskarte zur Journalisten-Tribüne zu entziehen, in Rücksicht auf den persönlich höchst beleidigenden Artikel gegen den Präsidenten v. Seydewitz in der letzten Nummer des genannten Blattes. — Die Brausteuer-Commisston beschloß, in die zweite Lesung der Brau- steuergesetze erst dann einzutreten, wenn die Regierung eine Uebersicht über die vermutlichen Einnahmen aus dem Zolltarife der Tarif-Commission überwiesen habe. Die letztere genehmigte die Zollgesetze für die aus der Position 25 ausgeschiedenen Artikel (Hefe, Essig, Butter, Reis, Häringe u. s. w.) nach der Regierungsvorlage und setzte die Berathung der Position über Chemikalien fort, wozu sie Ermäßigungen und resp. Erhöhungen der vorgeschlagenen Zölle beschloß. Augsburg, 16. Juni. Nach einer Meldung der „Allg. Ztg." ist der Oberst, ein Major und ein Hauptmann des 14. Infanterie-Regiments, bei welchem die von dem Lieutenant Schenk v. Geyern begangenen Mißhandlungen von Soldaten vorkamen, penflonirt worden. Hesterreich. Wien, 17. Juni. Die „Polit. Corresp." meldet: Graf Andraffy, welcher an einer Lungenentzündung erkrankt ist, befindet sich bester. Gestern Nachmittag erschienen der Kaiser und die Kaiserin unangesagc bet dem Grafen Andraffy und verweilten nahezu eine halbe Stunde. Der Minister wird vor 8 Tagen nicht das Zimmer verlaßen können. — Aus Russisch-Polen geht dem Wiener „Tgbl." die Meldung zu, der Kaiser habe eingewilligt, daß die neue, in den russischen Provinzen eingeführte Städte-Ordnung auch im Königreich Polen in Kraft treten soll; und zwar würde Warschau zuerst der Wohlrhaten dieser Institution theilhaftig werden. Schon am i. Juli (alt. St.) wird der betr. Ukas des Czaren publicirt werden. Gewährt auch diese, vom Czaren octroyirte Städte-Ordnung den Gemeinden kein vollkommenes Selgovernement, so bietet sie doch einen gewtsten Raum für eine autonome Verwaltung. Der aus allgemeinen Wahlen heroorgehende Gemeinderath wählt den „Golowa" (Bürgermeister), deffen Bestätigung allerdings in die Competenz des Gouverneurs fällt, und bildet ein Verwaltungs- Collegium, deffen Befugniste sich auf Sanitäts-Angelegenheiten, die Sicherung der Stadt, die Administration des Stadtvermögens, und sonstige Dinge erstrecken, welche auch im Westen zum Competenzkreise der autonomen Gemeinden gehören. Irankreich. Paris, 17. Juni. Während der ersten Aufhebung der Kammersitzung sandte die Gesammt-Ltnke dem Präsidenten eine Deputation zu, die ihm zu erklären hatte, daß sie von Setten Cassagnac's keine Entschuldigungen anneh- vren und die Censur mit zeitweiligem Ausschluß aus der Kammer über denselben verhängen werde. Die Strenge, welche die Kammer zeigte, kam Paul Castagnac augenscheinlich sehr ungelegen, da er sich nach der Sitzung mit seinem Vater, der ebenfalls Deputirter ist, zum Präsidenten Gambetta begab, um denselben zu ersuchen, aus dem amtlichen Kammerbericht die Stelle zu streichen, worin er sagte, daß die Regierung eine „infame" sei, um so gegen gerichtliche Verfolgung sichergestellt zu sein. Gambetta soll dies bewilligt haben, wobei zu bemerken ist, daß Paul Caffagnac, nachdem er durch Kammerbeschluß von den Sitzungen ausgeschloffen worden war, seinen Sitz wieder eingenommen hatte und Präsident Gambetta deshalb genöthigt war, die Sitzung zum zweiten Male zu vertagen. Später verließ Paul Caffagnac den Saal, aber nur erst in Folge der Bitten seiner Freunde- Während der ersten Suspendirung der Kammer ging es so äußerst stürmisch zu, daß der militärische Commandant des Palais der Deputirtenkammer, Oberst Rieux, der gewöhnlich in bürgerlicher Kleidung ist, es für nothwendig hielt, seine Uniform anzulegen. Zwischen einem der Quästoren, de Mahy, und den Bonapartisten kam es während der ersten Suspendirung zu einem Conflicte. Die Bonapartisten hatten sich in einem besonderen Saal versammelt, was gegen die Geschäftsordnung ist; Mahy forderte sie auf, den Saal zu verlaßen; da man aber nicht Folge leistete, so gab der Quästor Befehl, die Wache Herbetzurufen. Die Bonapar- ttsten räumten nun das Feld, nur einer, le Provost de Launay, wurde frech; er gab jedoch klein bei, als Mahy ihm erklärte, „er finde seinen Mann an ihm, wenn er aus der Frage eine persönliche machen wolle." In Parts erwartet man, daß Paul Caßagnac, der noch, nachdem er durch Kammerbeschluß seiner parlamentarischen Vorrechte zeitweilig für verlustig erklärt worden, die Regierung eine infame nannte, vor die gewöhnlichen Gerichte gestellt werde. , (Köln. Ztg.) Versailles, 17. Juni. Kammer und Senat haben ihre Sitzungen bis Samstag vertagt. — In der Kammer will Blachöre (Rechte) die Regierung über die Ereignifle in Algier uiterpelliren. Die Interpellation wird um einen Monat hinausgeschoben. — Eine ofsicielle Depesche aus Batna von heute Morgen meldet: Eine Deputation der Uled-Daud, des einzigen insurgirten Trlbus, fand sich heute bei dem General Forgemot ein und bot ihre Unterwerfung an. Der General verlangte die Auslieferung des Sheriks, der den Aufstand angezettelt hat. Andernfalls würde er heute Abend zum Angriff schreiten. — Es sind Maßregeln getroffen, um zu verhindern, daß der Shertk nach Tunis entkomme. Algier, 17. Juni. Eine aus Batna ausgerückte Colonne stieß gestern auf 600 Insurgenten, die das Defilö Quedtouba besetzt hatten. Die Insurgenten wurden durch Artillerie zum Rückzüge gezwungen. Die Truppen werden alsbald deren Positionen besetzen. Die Colonne setzt ihren Marsch gegen Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. T-rresponbenz - Bure««. Berlin, 18. Juni. Se. Maj. der Küfer reist, soweit bis jetzt bestimmt, am Sonnabend Abend nach Ems ab, Ihre Maj. die Kaiserin morgen Abend nach Coblenz. — Die Tabakssteuer-Commisston des Reichstags lehnte heute den Antrag Richter (Hagen), wonach auch die Nachversteuerung des Rohtabaks verworfen werden sollte, ab und nahm den ersten Antrag Buhl an, wonach die Halbfabrikate und Ganzfabrikate der Nachsteuer nicht unterliegen sollen, lehnte dagegen den zweiten Antrag Buhl, betr. die verschiedene Besteuerung des aus- ländischen und inländischen Tabaks, ab. Als darauf die entscheidenden §§ 1 uud 2 des Nachversteuerungs-Gesetzentwurss mit dem angenommenen ersten Buhl'schen Antrag zur Abstimmung kamen, wurden dieselben von der Commission gleichfalls abgelehnt. Köln, 18. Juni. Die „Köln. Ztg." meldet aus Messina von heute: Zu Santo Veneztna bet Station Giarre fanden heute mehrere Erdstöße statt, wobei einige Personen durch Einsturz von Häusern um's Leben kamen. In Messina ist nichts verspürt worden. Brüssel, 18. Juni. Der Senat hat den Gesetzentwurf, betr. den Volksschulunterricht, mit 33 gegen 31 Stimmen angenommen. Paris, 18. Juni. Der gestern in der Deputirtenkammer eingebrachte Entwurf zur Modtfication des Reglements erklärt die Ausschließung bis zum Ende der Session für zulässig gegen einen Deputirten, welcher sich wiederholter Ausschreitungen der Rede schuldig gemacht hat. Die Minister deS Innern und der Justiz berathschlagten heute mit den Präsidenten der Gruppen der Linken wegen der morgen zu haltenden Congreßsitzung. Die Dtscussion wird beschränkt werden auf die Abschaffung des Artikels 9 der Constitution, welcher den ^itz der Kammern in Versailles festsetzt. Voraussichtlich wird die Beschlußsaßung morgen Abend statthaben. Nach dem Congreßvotum wird die Regierung einen Gesetzentwurf in gewöhnlicher Form vorlegen, welcher die Bedingungen des Aufenthaltes der öffentlichen Gewalten regelt. London, 18. Juni. Der „Standard" meldet, daß das Canalgeschwader aus dem Mittelländischen Meere zurückberufen werde. Berlin, 18. Juni. Die ZolltartsiCommisston des Reichstags beendigte die Berathung der Position: Chemikalien. Für Aetzkali und Aetznatron wurde der Satz der Regierungsvorlage mit 4 Mk. angenommen, der Zoll für gelbes, weißes, rothes und blausaures Kalt von 4 auf 8 Mk. erhöht, die übrigen Nummern der Position sämmtlich unverändert angenommen. — Daraus wurde die Berathung der Position: Materialien und Consumtibilien wieder aufgenommen.. Für Butter wurde ein Zoll von 20 Mk. beschloßen, mit dem Zusatz, daß für den Grenzverkehr Stücke mit 3 Psd., wenn sie nicht per Post einziehen, zollfrei bleiben. Für Fletsch, auch Geflügel, Wild und Tafelboutllon wurde der Zoll auf 12, für Honig auf 3 Mk. angenommen. — Die Berechnung der voraussichtlichen Zollerträge, welche die Commission von der Reichs- regterung zu erhalten gewünscht hatte, wurde heute verthetlt. Algier, 18. Juni. Die Truppen sind gestern in das Dorf El-Hamman, den Miitelpuukt des Distrtcts der Uled-Daud, eingedrungen, sanden denselben jedoch verlaßen; der Sherif und seine Anhänger flnb nach unbekannter Richtung hin entflohen. Cherson, 18. Juni. Das Individuum, welches in der hiesigen Rentei ll/i Mill. Rubel gestohlen hat, ist ergriffen und noch eine Million bet dem- selben vorgefunden worden._____________________________________________ Lokales. Gießen, 19. Juni. Die Zahl der Studirenden auf hiesiger Hochschule beträgt in diesem Semester 339. Im Wintersemester waren es 357, so daß ein Minderbestand von 18 Personen zu verzeichnen ist. Von den 339 Studirenden sind 257 Hessen und 82 Nichthessen. Es widmen sich der Theologie 17, der Rechtswissenschaft 92, der Medicin 62, der Thierheilkunde 13, der Cameralwissenschaft 4, der Forstwissenschaft 19, der Mathematik 32, der elastischen Philologie 25, der neueren 13, der Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften 28, der Pharmacie 22 und der Chemie 12 Studirende. Gießen i9. Juni. Es ist an der Zeit wieder einmal Bericht zu erstatten über die Kinderbeilanstalt in Nauheim. Das junge Unternehmen befindet sich in der erfreulichsten Entwickelung Auf der einen Seite hat es in den weitesten Kreisen die freudigste Theilnahme und ein warmes Verständniß gefunden, auf der anderen hat der ungeahnte Zudrang von Heilungsuchenden es erwiesen, wie groß das Bedürfniß ist, dem diese Anstalt entgegenkommt. Anfänglich hatte der Vorstand geglaubt, vorerst nur 4 Betten aufstellen zu dürfen, da wir nicht voraussehen konnten, welche Unterstützung für unser Unternehmen wir finden würden. Bei der großen Zahl der angemeldeten Kinder mußte aber schon im Monat Juni diese Zahl verdoppelt werden. Damit wächst nun freilich auch die Sorge für die Aufbringung der nöthigen Mittel zur Führung eines so großen Haushaltes. Wir müssen daher immerfort auf die opferwillige Theilnahme aller, die für ein solches Liebeswerk Verständniß haben, rechnen, und bitten dringend, uns durch weitere Gaben in den Stand zu setzen, den an uns gerichteten Anforderungen zu genügen Wir hoffen, daß wir nicht in die Lage kommen werden, die armen elenden Kinder, die unsere Hilfe begehren, denen wir in den meisten Fällen sichere Hilfe bringen könnten, aus Mangel an Mitteln zurückzuweisen. Und daß die in unserer Anstalt den Kinder gewährte Eur von den schönsten Erfolgen begleitet ist, davon kann sich jeder überzeugen, der in die freundlichen Räume eintritt und einen Vergleich anstellt zwischen den eben angekommcnen bleichen, mit Drüsen und Geschwüren bedeckten Kindern und der gesunden Farbe, dem munteren Aussehen, den klaren Augen, mit welchen sie die Anstalt verlaffen — Das Publikum scheint einstweilen einen Vorgeschmack deffen bekommen zu sollen, was es erwartet, wenn das Schlachthaus oberhalb der Badeanstalten errichtet würde, venn ein hiesiger Metzger entleerte vorgestern Abend 7 Uhr, also gerade zu der Zeit wo am meisten gebadet wird, an dem Därrnischen Stege ein Faß mit so unbeschreiblichem Inhalte, daß es die zufällig Zuschauenden geradezu überlief bei dem Gedanken, daß einem etwas derart beim Badm begegnen könnte; Unbegreiflich ist cs, wie man seinen Nebenmenschen etwas derart bieten kann; es könnte ja doch das Wegschaffen solcher Dinge eben so gut bei Nacht oder früh Morgens geschehen, wo es Niemanden stört. —n. Gießen, 1°. Juni. Am 15. Juni war es ein Jahr daß der Oberh. Verein für Localgeschichte sich hier constituirte. Die gestrige Generalversammlung deffelben konnte gewiffer- maßer. auch als Stiftungsfest angesehen werden. Der Mitgliederbestand erreichte die Höhe von 172 Mitglieder. Zahlreich war die Versammlung besucht und würde der Besuch vielleicht noch bedeutender gewesen fein, wenn man etwa eine spätere Stunde angesetzt hätte. — In der Uebersicht über die Vereinsthätigkeit des verfloffenen Geschäftsjahres wurden von dem Vorsitzenden, Herrn Profeffor G areiß, die einzelnen Ausflüge beschrieben, von den stattgehabten Ausgrabungen und Funden Kenntniß gegeben wie überhaupt ein sehr präcises und klares Bild über das Wirken und Walten des Vereins entrollt, der für unsere Stadt und Provinz von großem Werthe ist. Als Bemerkenswerth heben wir aus dem Vorgetragenen u. A. hervor, daß die Burg Münzenberg gründlich restaurirt?werden soll und Herr Geb. Baurath v. Ritgen mit der Ausführung betraut worden ist. Der Verein darf sich schmeicheln, wohl den Anlaß zu dieser Arbeit gegeben zu haben, mit welcher unserer Gegend ein Hauptschmuck erhalten bleibt. Den Besitzern der Burg Münzenberg gebührt der Dank für die Bereitwilligkeit, mit welcher sie die Mittel zur Renovirung vWi ittr. den Sanalge« k-t be. norgen atnman, tnjelbtn Wung m Mei bei bem* bis M wiedn« ster des Irupveo tscaision Ihtutioa, ich wirb im wild Her die heute : it Satt, »• In gs beeil« etznalron Zoll für die übri» Daraus 1 wieder mit dein per Post Ibouillon tod)» ersten f Conl- « Anis Der* die ' Wit es aw 'n wer, gegen ile beträgt verbestand (elfen und ft 92, der Bast IS, hilosoptze, jtubirenbe- n über die der ersten- t freudigste te Zudrang raenkoaunt. n, da wir en würden. Liese Z-Hl itt nöthigen : Vie opfep und bitten n Snfordk- uen elenden ^könnten, i gewahrte dtesteund- lkichen.7 , W01 I I» ft \L venn 5 ö,e I Laden «en kann; Aorgen» Vereins . yewister- n*4i «W verU^ Sw* ‘5 Wirken , Oerthe Aünzen ^fübTU”! tgr-ebe« 4143) von May « »■ - »»- M Handel und Verkehr. o o t ^uni. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual JL 0 90 im Detail 1. Qual. 1.15-20 2. Qual. A,AO Handkäse das Pf. 48- 50 H. Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf 18—23, qeschälle Erbsen ^23—29 Speisebohnen 21—24 Linsen 23-36 Kartoffeln 10-11/ EskosteteOchsenflenm w Kalbfleisch ' r1*60 Rindfleisch 50^, Farrenfleisch — Hammelfleisch 50—65, Kalbfleisch 48-55 Schweinefleisch 60-70 Dörrfleisch - Schinken — A ausgebetnt bis — JL, Fleischwurst 70—80 Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, SchwÄ tenmagen, Zungenwurst 80—!»0 gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 H. Geflügel- 485 54 GänVe Enten 2,50-70, Poularden X 6-8, Tauben 1 Rheinsalm per Pf. 2,80, Hechte 70 Karpfen 70-80 L1 ~ Eier das Hundert deutsche JL 4, italienische 5. Heu- ^fahren. Heu kostete je nach Qualität per CeMner „ 9uni; (Fruchtmarkt) SRolBet Sßeijen 18.15, W-iß-r W-Iz-ic A Gerste M 9.20, Hafer M 7.20, Erbsen M -, Kartoffeln M- (Durchschnittspreis pro Malter.) ' 11 26 Ctm. Durchmesser und 5 bis 6 Mir. Länge. Die Zusammenkunft, Morgens 9V2 Uhr, ani Fußpfad von Beltershain nach Hausen. (4146 Utphe, den 18. Juni 1879. Henckel, Gräfl. Rentmeister. Sensen, Sicheln, Wetzsteine empfiehlt (3972 Willi. Seibert. Leistungsfähigkeit bis ,u 2000 Pfuod pro Stunde. |1 'Datcnt-Mineralwasscr-Apparate empfiehlt die Maschinenfabrik von Oskar Kropff in Nordhansen a. Harz. Prämiirt in allen größeren Ausstellungen. Mey’s SloOra^en, keine Papierkragen, aus der Wäsche-Fabrik bereit stellten. Ferner nimmt der Verein als nächstes Ausflugziel die Burg Gleiberg ins Auge und wird Herr Geb. Baurath v. Ritgen eine Brochüre über die Burg Gleiberg, gleich der wie über Münzenberg, herausgeben, welche den Mitgliedern zugcstellt, im Uebrigen aber im Buchhandel zu beziehen sein wiro. Die Burg Gleiberg, eine der schönsten und wohl ältesten in Deutschland ist dem Verfalle nahe und muß auch hier energisch zugegriffen werden, um dieselbe vor gänzlichem Ruin zu schützen. Zwar besteht ein Verein mit Mitgliedern in Gießen, Wetzlar und Krofdorf, welcher den Haupthurm unterhält, aber die Mittel dieses Vereins sind zu bescheiden um größere Ausgaben machen zu können. Im Weiteren wurde mirgetheilt, daß Herr Dr. Buchner seine Vorträge über „Gießen vor Hundert Jahren" veröffentlichen und im Buchhandel erscheinen lassen will- Nachdem noch über das errichtete Museum im alten Rathhause sammt der aus ca. 1100 Stück (ohne die Doubletten) bestehenden Münzsammlung berichtet wird, schließt der Vorsitzende sein Referat mit dem Danke an die Behörden und Mitglieder für die bereitwillige Unterstützung der Bestrebungen des Vereins. Herr Hofgerichtsrath Dr. Stammler hielt nunmehr seinen angekündigten Vortrag über den „Bauernaufstand in Oberhessen im Herbste 1830", welcher Vortrag, vielfach mit Humor durchwürzt, den lebhaftesten Beifall der Mitglieder erntete. Die Neuwahl des Vorstandes anlangend, so wurden die seitherigen Mitglieder desselben per Acclamation wiedergewählt. Zum Schlüsse der heutigen Gene- raiversammlung kam noch das Verhältniß des hiesigen Vereins für Localgeschichte zum Landes- Verein mit dem Sitze in Darmstsdt zur Sprache. Bet Constituirung des hiesigen Vereins, welcher die Alterthümer und historischen rc. Punkte in unserer Provinz, an welchen solche so reich ist, conserviren und aufdecken will, setzte sich der Ausschuß mit dem Darmstädter Verein -in Verbindung und wurde die Gründung des Vereines auch von dort sympathisch begrüßt. Man scheint aber doch nachgerade etwas pikirt auf den hiesigen Verein geworden zu sein (aus welchem Grunde ist unerfindlich), wenigstens läßt die Nichtbcantwortung eines Schreibens des hiesigen Ausschusses vom November v. I. solches schließen. Hoffentlich lassen sich zum Wohle des Ganzen die Schwierigkeiten beseitigen, welche einen engeren Anschluß an den Lan« desverein bisher verhinderten ohne die Selbstständigkeit und Acttonsfreiheit des hiesigen Vereins preiszugeben. Dem Ausschuß wurde von der Versammlung der Dank für die mannhafte Wahrung der Vereinsrechte durch eine diesbezügliche Kundgebung ausgesprochen. — Wir wünschen dem Vereine für die Folge alles Gedeihen. Möge er an Mitgliederzahl immer mehr zunehmen und Erfolge erringen, damit speciell unsere Vaterstadt in dem vom Verein errichteten Museum «men Centralpunkt der Thättgkeit des Vereins repräsentiren kann. An unsere Leser richten wir noch speciell die Bitte etwaige Alterthümer, welche vielleicht in Ecken herumfahren, dem Verein zur Verfügung zu stellen. Das Eigenthumsrecht kann ja gewahrt werden und sind die betr. Herren Eonservatoren und Ausschußmitglreder gewiß jederzeit recht gerne bereit jede gewünschte Auskunft zu ertheilen._____________________________________ Vermischtes. Mainz, 16. Juni. In der Augustinerkirche wurde heute Morgen ein Frauenzimmer aufgefunden, das sich sehr auffallend benahm, so daß man anfänglich glaubte, sie sei irrsinnig. Später stellte es sich heraus, daß das Mädchen vor drei Tagen wegen einer Kleinigkeit außer Dienst geschickt worden war und seit dieser Zeit hatte das Mädchen, von allen Mitteln ent- 248 „ ferner: 93 Stück Keilgeöotenes. 4141) Bei 3. zr. Brühl, Sonnen- straße, sind gute Kartoffel, sowie etwas kleine, zu verkaufen.___________ Bienenhonig, per Pfd. Mr. 1, empfiehlt in bekannt guter Qualität <8- H- Fuhr, Sonnenstraße 104. Zugleich ertheilt derselbe Auskunft über durch Umzug veranlaßten Verkauf des ganzen Bienenstandes des Herrn Lehrer Rödelsperger, Lollar.(4135 flpfeljpallen, feinste Qualität, empfiehlt billigst 4156) Gg. Wilh. Weidig. 4163) Eiserne Tragbalken, gebrauchte Eisenbahnschienen, Säulen, Abtrittsrokre, WafserleitungSrohre in Guß und Steingut, Kaminfchieber, Rohrfutter rc. empfiehlt ______Carl Heiizel. ll«lsliV€ikn en Im Namen des Königs. In Sachen betreffend den Concurs über den Nachlaß des zu Kirchhain verstorbenen Schmieds Andreas Blanz ertheilt das unterzeichnete Amtsgericht nachstehendes Ausschluß-Erkenntniß. Auf den Antrag des Contradictors werden hiermit diejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen in dem heutigen Liqutdattonstermin nicht angemeldet haben, der Androhung gemäß von der Masse ausgeschloffen. V. R. W.: Kirchhain, am 26. Mai 1879. Königliches Amtsgericht. 4149) Hellbach. Submission. Die Arbeiten des Maurers, Steinhauers, Zimmermanns, Dachdeckers, Schreiners, Schlossers, Glasers, Anstreichers, Klempners und Ofensetzers zur Erbauung eines Beamtenhauses für die Irrcnheilanstalt Hierselbst sollen auf dem Submisfionswege vergeben werden. Zeichnung, Kostenanschlag u. Bedingungen find bei dem Unterzeichneten in den Vormittagsstunden einzusehen. Verschlossene Offerten mit entsprechender Aufschrift sind daselbst bis zum 30. d. M., Morgens 11 Uhr, abzugeben und werden in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten geöffnet. Marburg, den 17. Juni 1879. Der ständische Baumeister. 4152) Brüning. Cassa - Abschluss (4147 $5 <$ 15 51 85 80 Einnahme. 2,744 4,163 11,118 7,001 1,414 1,893 156 4098) Einen tüchtigen Dreher sucht G g- Nenzel. 1,231 28,370 6,704 1,414 6,338 95 Conto der Zinsen Provision . . . . Conto - Corrente A. mit Credit ....... Conto - Corrente B. ohne Credit..... . Giro-Conto . . . . . Ricambio-Conto . . . Stammantheil-Conto Reservefond:Conto . . v, Liebigs Riudermebl übertrifft alle anderen an Etweißstoff (18,25 %) und ist das Verhältntß von diesem zu den Kohlehydraten genau wie bei der Muttermilch. Es wird flcbicßener Unterricht in der italien. Sprache gewünscht. Gefl. Offerten (solche von Studirenden bleiben unberücksichtigt) sub H 800 poft: Conto - Credit Conto - Credit Giro-Conto..... Ricambio-Conto . . Stammantheil-Conto Conto der unerhobenen Dahrlehens-Zinsen . . Gerichtskosten-Conto . . Vcrmaltungskosten-Conto Geschäfts - Unkosten aus 1878 . ...... 1. Cassenbestand am 1. Mai 1879 . . ..... 2. Dorschuß-Conto . . . 3. Wechsel-Conto . . . . 4. Darlehen-Conto . . . 5. Sparkasse-Conto . . . der Gewerbebank M Gießen, eingetr. Genolfenschaft pro Monat Mai 1879. 4155) Frau Klintkverwalter Kull mann ist in Darmstadt gestorben. Weißer Streusand kann zu jeder Tageszeit aus meiner Sandgrube am Vorschuß-Conto . . . Wechsel-Conto . . . . Darlehn-Conto . . . . Sparkaffe-Conto . . Conto der Zinsen und Wagen- 1 Verkauf. Die Wagen-Fabrik von Äoh. Wilh. Kruck in Frankfurt a. Al., Allerheillgenstraeae empfiehlt alle Arten elegante Wagen, wie Landauer, Mylord (Halbverdeck), Break, (Koupe, Cabriolet den Bock zum Ab- nehmen und zum Selbstfahren u. s. w- 9. 10. 11. 12. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. N-r-mtwortllch- Redaeti»,: A. Sch-,da. — Druck und Verlag der Brübl'Iche» Unw.-Drucker-i (Fr. Ehr. Vi-tsch) m Gießen. rc. rc. Anfang 8 Uhr. Enttäe: I. Platz 50 H. II. Platz 30 Programm an der Kasse a 5 Fritz Lindner. Einen vergnügten heiteren Abend garan- ürend empfiehlt sich dem Wohlwollen des geehrten Publikums. Achtungsrwllft 4158) Alex. Banzer. Wir machen darauf aufmerksam, daß neu X hinzutretende Abonnenten die Zeitung schon Q Geschäfts Empfehlung. Einem geehrten Publikum von Gießen zur gefl. Nachricht, daß ich von heute an im Hause des Herrn Loth, Flügelsgaffe A. 87, ein Schreiner-Geschäft eröffnet habe. Unter Zusicherung guter und solider Arbeit halte ich mich bestens empfohlen; ferner empfehle ich mich noch im Weißpoliren von Spritz» malerei-Arbeiten. Achtungsvoll Karl Köhler. NB. Bestellungen können anch im Hause des Herrn Metzger B. S ch m id t Mäusburg, abgegeben werden.(3991 3961) Die unteren Localitäten nebst 4 Stuoen m den oberen Gelassen im D o f l e i n'schen Hause sind zu vermiethen und gleich zu beziehen. Ehr. Dlx, am Neuenweger Thor. ~4023) Ein kleines freund!. Logis zu oermiethen auf der Germania. Lindners Sommerlhculer. (Lony's Bierkeller). Freitag den 20. Juni, Zum Benefiz für den Gesangskomiker Hrn. Banzer. Wem gehert die Frau» Schwank in 1 Act von Friedrich Personen: Zangelmeier, Rentier. . . Hr. Banzer. Staufenberger, Handlungsreisender ...... Hr. Hendecker Ein Conducteur . . . . Hr. Lindner. Minchcn, Kellnerin . . . Frl. Stcffan. Scene: in einem Gasthof. Vorher: Aus dem Soufleurkasten oder „Jpqlb Sieben". Solo-Posse 'mit Gesang von Hopf. Thomas, Soufleur . . . Hr. Banzer. Dem folgen u. Anderen die Soloscenen: Die musikalische Haushälterin Hr. Banzer, Das aebildete Röschen . . Frl Steffan, Pietsch in der Afrikanerin . Hr. Banzer. 4137) Zahlungen an (9. F. Eipner hier können binnen 14 Tagen, ohne Kosten an mich gemacht werden. ____Mug. Haubach. 4161) Ein tüchtiger Pferdeknecht zam sofortigen Ein- tritt gesucht. Näheres bei Hermann Mettenheimer, ____ Kren; B. llo. r.4136) jung-s Mädchen, welches schon ersahrcn in aller Arbeit wünscht -m-St-ll- n>° es Gelegenheit hat di-Haus- baltung gründlich zu lernen und macht kernen Anspruch auf Gehalt Näheres Grünbergerstraße B. 150. 281) Getragene Kleider? Stiefel altes Geld Gold und Silber, Antiquitäten, Oel- gemalde, Zinn rc. kaust I'Oul* Rothenberger, T6T özmusns^g 98 03 95 Uachhülfellundcn Sprachen u. in der niederen Mathematik werden ertheilt. Von wem? sagt die Exped. d Bl. (4076 4078) Eine Familie, bestehend aus 2 Personen, sucht eine schöne angenehme Wohnung (parterre oder beletage) von wenigstens 5 Zimmern. Prof. Dr. Nöntgen, Alicenstraße 104. Mermifchle Anzeigen. 4148) In mein Tuch-, Mode- und Aus- ftattungsgeschäft kann ein junger Mann mit guten Schulkenntnissen als Lehrling eintreten. (H. 61420.) Darmstadt. Jot). Andr. Zoeppritz, 4145) Das Heugras von einer Wiese im Hegstrauch, 914 Klftr., zu verpachten. Ohr. Löher Ww., ________Grünbergerstra st e. 1,183 1,264 159,053 Liebig s Malto Leguminose. 280) Bester blutbildender Nahrungsstoff, enthält 21% leicht lösliche Eiweißstoffe. Billiger, nahrhafter und leicht verdaulicher als Fleisch, ist es ein Kraftmehl für Säuglinge, Scropbulöse, Blutarme, Magenkranke, Reconvaleseenten und Greise. Preis des Paquets von 1 Pfd. — 80 H per comptant. Wissenschaftliche Abhandlungen über Liebig's Malto-Leguminose sind gratis zu Diensten. _________Das Allein-Depot von Dr. Hempel, Hirschapotheke. 38 03 4134) Ein Zimmer an einen anständigen Herrn zu vermiethen._______(?. siahn. 4157) Der seither von Herrn Lehrer März bewohnte 3. Stock meines Hauses, 4 Zimmer, Cabinet, Mägdekammer, Küche mit Wasserleitung ist per 15. September zu vermiethen. Karl Böß, Bismarckstr. 4138) Ein schönes möblirtes Zimmer zu vermiethen.___________Bäcker Eger. 4139) Ein Logis von 5 Zimmern, Keller, Küche rc. pr. 15. Aug. zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl.__ 4162) An eine einzelne oder ruhige Familie ist ein Logis zu vermiethen. C h. Burkhardt, Asterweg. Zur Nuchrichl meiner geehrten Kunden und einem ver« ehrl. Publikum, daß ich voin Heutigen 10% billiger arbeite, wie seither. 4066) Achtungsvoll V. Müller, Schuhmachermstr. 4106) Eine gesunde Amme wünscht eine Stelle. Auskunft ertheilt die Exp. d. Bl. An- u. verkauf Bettwerk, getragenen Kleidern rc. bei (4050 Wilhelm Brück, Mühlgafse. links der Marburger Chaussee geladen werden. Anmeldungen wolle man in meiner Wohnung Tiefenweg D. 54 machen. (3975 fjOtiix Halm. 3990) Ein- und zweithürige Kleider- fchränke, Kommode mit 3 und 4 Schubladen, Waschkommode, Tische, ovale und eckige, Sophas, Stühle, Ausziehtische und sonstige Möbel werden billig verkauft. I. Rothenberger, Lindenplatz. iflemdeH nach Maaß unter Garantie des Gutpassens liefert zu billigen Preisen, (2965 __H. Nübsamen. 2971) Ich offerire scharf durch- gebraunte Ringofen-Ziegelsteine — Klinker — per Mille zu !1 • Sorrent A. mit Sorrent B. ohne