*6' ^nncrftaa i nur vor .Endungen effectuitt.B 'tn mir das ver- ’0nbttn Don jetzt Nr. 43. Donnerstag, den 20. Februar 187». Anzeige - und AMgdiÄ für den Kreis Gießen. ^schäft. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Gießen, am 17. Februar 1879. Betreffend: Die Frühjahrs-Controlversarnrulungen. lingsftrllen (auch Gießen, am 15. Februar 1879. Betreffend: Die Unterhaltung der Vicinalwege im Kreise Gießen. vec. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringertohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises. Wr beauftragen Sie die Bekanntmachung des Großherzoglichen Bezirks - Commando's Gießen in rubricirtem Betreff auf ortsübliche Weise in Ihren Gemeinden.zu veröffentlichen. Dr. Boekmann. jll blCSSCD’ Leib-) „ 19. I*** " 7/,Ubr, SS'tn " . M kretel. .. •ri r Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir haben die Wahrnehmung gemacht, daß die Vicinalwege meist nicht ordnungsmäßig unterhalten werden. Die Decklage ist mitunter auf größeren Strecken beinahe gänzlich abgefahren, so daß der Grundbau sichtbar wird. Die Banquette liegen ost höher, als die Krone der Fahrbahn. Die noch vorhandene Chaussirungsschicht wird daher durch das Regenwaffer bald aufgeweicht und vollständig zu Grunde gerichtet sein. Die schleunigste Abhülfe thut Roth, da sonst die Gemeinden in nicht allzuferner Zeit für durchgreifende Reparaturen oder Neubau bedeutende Kosten werden aufwenden müssen. Da im Allgemeinen aller Orts gerade in der jetzigen Zeit Arbeitskräfte genug und billig zu haben sind, so empfehlen wir Ihnen in erster Linie alsbald den Abhub der Banquette und den Abhub der Gräben zu veranlassen, um die fast durchweg zu tief liegende Fahrbahn vom Waffer zu befreien. Werden dann für die Folge die disponiblen Mittel vorerst nur zur Herstellung einer Decklage in's Mittel der Straße verwendet, welche Lage unter Einhauen einer Schlußrinne in die jetzt vorhandene Decklage schi eßend aufgebracht und erhalten werden kann, so dürfte es in einigen Jahren gelingen, ohne allzu große Kosten eine entsprechende Wölbung der Fahrbahn wieder zu Stande zu bringen. Es ist weiter von der größten Wichtigkeit für die Instandhaltung der Vicinalwege, daß solche mit Kilometersteinen und Unterabtheilungszetchen (Decametern) versehen werden. Es kommt nänilich häufig vor, daß die Anfuhr des Deckmaterials nicht an der Stelle und in der Ausdehnung erfolgt, wie vorgeschrieben wurde. Dies führt oft zu unangenehmen Auseinandersetzungen mit den Acco-bauten und bewirkt, daß oft der angestrebte Zweck nur theilweise erreicht wird. Eingeschlagene Pfähle werden ost wieder aus.er.ssen, so daß es zweckmäßig ist, die Vicinalwege mit den vorgenannten Steinzetchen zu versehen. Deren Form kann sehr einfach sein und ist zu deren Anschaffung die jetzige Zett eine sehr günstige. Da es endlich erforderlich ist, daß die Wegunterhaltungsarbeiten unter Oberleitung eines Technikers und von sachverständigen Arbeitern ausgeführt werden, so beauftragen wir Sie, sich mit den Bezirksbauaussehern desfalls zu benehmen, und bei dem Gemeinderathe dahin zu wirken, daß die Arbeiten nicht Die diesjährigen Frühjahrs-Con^rolversammlungen im Kreise Gießen werden, wie folgt, abgehalten werden: I. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen). 1. Zu Gießen am 29. März 1879, Vormittags, im Oswald'schen Garten Mld zwar um 71/z Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie die zur Disposition des Truppentheils entlassenen Mannschaften der Infanterie und um 83/4 Uhr für sämmtliche Reservisten und Dispositions-Urlauber der Specialwaffen, sowie alle zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aus den Orten : Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod. 2. Zu Lollar am 31. März 1879, Nachmittags 12 V4 Uhr, auf dem Turnplatz. Hierzu gehören die Orte: Mendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. 3. Zu Grünberg am 1. April 1879, Vormittags 8'/r Uhr, an dem Bahnhofe. Hierzu gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Winnerod. II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich). 1. Zu Hungen am 8. April 1879, Nachmittags Uhr, am Friedhöfe. Hierzu gehören die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Rtngelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. 2. Au Lich am 9. April 1879, Vormittags 9 Uhr, am Bahnhofe. Hierzu gehören die Orte: Albach, Mendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Gröningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich mit Albacher Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Hof-Gill, Nieder-Bessingen, Ober-Besstn- 9en, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. Es haben aus diesen Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden beurlaubten Militärs aller Waffen des Deutschen Reichs zu erscheinen, welche zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz- Behörden entlassen find. Die Landwehrleute und Ersatz-Reservisten haben nicht zu erscheinen. Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen .darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Controlversammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben fich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen. Schließlich wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme. Stöcke und Pfeifen abzulegen sind. Franck, _________________________________________________________________Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur. e ab im . 99, Kaminfeger. ig des Rädchen, im Kochen i guten Zeugnissen ielch Licile, ebenso ' Küche und Haus- Kiiry Näheres bei bloßganc B. 6, i braves Kindemäd- sofoNigen (Eintritt r'uise L'.mon. Lieserunaln von -Ziegelsteinen, rblendsteinen, ler Art:c zu sen empfiehlt sich von (452 nd Mar. ■1 tniflogtn. Zunitk- ttgtnjWw- Amtr wird gesucht. id. 's. n Stien, nichts x Pferd, wird xd)t. Offerte» ti dir Exped. d. RedacttorrSbrrreaur ( _ . r. _ D 1Q GxpedttionSbirreairr f Schulstraße 8. 18. Mdchm ffr*1 (jTPtb. b. cl- i ich! bia-”‘r vs I” ' (1033 rfüoif' * » S tw 6n versteigert, sondern an die Ihnen von den Bezirksbauaufsehern bezeichnet werdenden sachverständigen Arbeitern aus der Hand vergeben werden (siehe Art. 80 der Gemeinde - Ordnung). Sie wollen daher dafür besorgt sein, daß die zur Wegunterhaltung vorgesehenen Mittel nach Obigem und nach Vorschrift der Instruction vom 11. Juli 1838 (Regierungsblatt Seite 323) verwendet und daß fortgesetzt genügende Mittel zu diesem Zwecke vorgesehen werden. Dr. Boekmann. politisch Fürst Bismarck über die wirthschaftlichen Fragen. Bekanntlich sind die parlamentarischen Soireen und Diners bet dem Reichskanzler dadurch wichtig, daß er sich dabei über die schwebenden Fragen gern äußert. Dies ist denn auch am Sonnabend geschehen. Fürst Bismarck sprach, auf dem Sopha sitzend, sein Bedauern darüber aus, den Verhandlungen des Landtages nicht betgewohnt zu haben; aber die vielen Geschäfte..! Man könne doch nicht zweien Herren dienen. Aber er folge doch stets mit gespannter Aufmerksamkeit den Berathungen, um zu wissen, tn welche Zonen die Herren Landboten treiben. Bismarck besprach dann eingehend die Zollpolitik und äußerte sich: Er betrachte die von ihm proponirten Wtrlhschafts« und Zollvorlagen wie einen Weihnachtstisch, auf dem allerlei Sachen ausgebaut sind. Es seien freilich auch einige Waldteufel darunter. Nun, die Herren im Relchstage können sich ja davon aussuchen, was ihnen beliebt. Oder man könne die Sache auch vergleichen mit dem Wartesaal eines Bahnhofes, in weichen die ankommenden Herrschaften strömen und sich dort von der reichgarnirten Tafel nehmen, was ihnen am Besten zusagt. Seirens der Presie wäre ihm vorgeworfen worden, seine wirthschaftliche Politik sei nur mit dem Hintergedanken angebahnt, in die Reactton etnzulenken; er wolle keine Reaction, sonst hätte er dieselbe ja nach 1866 und 1871 bequem erreichen können. Was heiße überhaupt „Reactton?" Das bedeute doch: absolutes Regiment. Mit diesem sei es aber heute nicht mehr möglich zu regieren, man müsie mit der öffentlichen Meinung regieren. Wer die moderne Zeit in alte Bilderrahmen hängen wolle, müsse gewärtig sein, daß diese bei der geringsten Berührung zerbreche. Das absolute Regiment bis 1848 sei zwar ein wohlwollendes, aber unverständiges gewesen. Wenn wir nicht eine anonyme Presie hätten, sondern eine, tn welcher Redacteure offen mit vollem Namen heroorträten, so wäre es vielleicht möglich, mit diesem Ausdruck der öffentlichen Meinung zu regieren; da wir aber eine solche nicht haben, seien die Parlamente der beste Ausdruck der öffentlichen Meinung, den er sich verschaffen könne. Er werde nie daran denken, in die Wege der Reactton einzulenken; er wolle aber seine Bundesge- nosien da nehmen, wo er sie finde. Die vorgeschlagene Zolltarif-Reform werde die einzelnen Bundesstaaten entlasten, und er glaube, daß auch das Volk seinen Vorschlag so auffasie. Die Kornzölle würden nicht den Preis des Getreides tn die Höhe treiben; es sei ein Unfinn, tn den Kornzöüen einen Schutz für die Landwirtschaft zu sehen. In Thüringen sei ihm ein Fall bekannt, daß ein Bäcker 290 Gramm Brod zu demselben Preise verkaufe, für welchen ein Anderer 500 Gramm liefere. Ebensowenig vertheure der Viehzoll dem armen Manne das Fletsch, denn dieser esie Speck und Mn Filet oder Kalbsbraten. Das Schwein, das einzige Fletsch, welches der Tagelöhner ißt, aber zahle heute schon einen sehr erheblichen Zoll; der kleine Mann schlachtet ein oder zwei Schweine, die er theuer bezahlen müsse, weil er fie aus Polen und Rußland bezieht. Den Schleswig-Holsteinern, die mageres Vieh aus Jütland beziehen, um es gemästet nach England zu exporttren, würde man vielleicht einen Ausnahmezustand bewilligen können, um sie nicht zu schädigen. Lächelnd bemerkte der Kanzler, daß die Herren bei den nächsten Wahlen dem Bruder Bauer tüchtig die Hand würden brücken muffen, denn der Bauern sind gar Viele; andernfalls werde der Bauer selbst in den Reichstag kommen und Rechenschaft fordern. In eingehender W-tse besprach er darauf die Tarifsrage, wobei er bedauerte, daß Friedrichsruh nicht in Ungarn liegt, da er sonst sein Holz billiger von dort aus via Rattbor nach Bochum spediren könne, als jetzt von Lauenburg aus. Der Mißwirthschaft unseres Tarifwesens müsse ein @nbe gemacht werden, und da er glaube, noch eine kurze Spanne Lebens vor sich zu haben, so wolle er das noch vor seinem Ende ordnen. Der neue Gütertarif würde die Differentialtarife noch nicht ganz beseitigen, sondern für gewisse Artikel noch beibehalten. Es schien aus des Reichskanzlers Aeußerungen hervorzugehen, daß der Generalpostmeister Stephan allerdings den Tarif ausge- arbeitet habe, daß aber von den tn der Presse erwähnten Differenzen zwischen Stephan und Maybach keine Rede sei da der Erstere im Einverständniß mit Maybach gearbeitet hat. Bet der Tartffrage führte der Kanzler ein solches Heer von Zahlen und statistischen Notizen tn's Feld, daß die Abgeordneten nicht im Stande waren, seinen Angaben zu folgen. Ueber die Etsenbahnfrage äußerte Bismarck, daß schon 1876 das Abgeordnetenhaus den Uebergang der preußischen Staatsbahnen auf das Reich beschlossen habe. Bet dem Project falle aber die finanzielle Seite der Sache sehr tn's Gewicht, denn der preuß. Fmanzmintster würde einen sehr hohen Preis vom Reiche fordern, der übrigens schon festgestellt sei. Hier nannte aber der Kanzler keine Zahl. Deutschland. Berlin, 17. Januar. Unsere Abgeordneten sind sehr aufgeregt durch den Antrag, welchen die Regierung in dem Reichstage ewgebracht hat, daß dieser die Verhaftung des Abgeordneten Fritzsche gestatte, weil derselbe trotz seiner Ausweisung aus Berlin zum Reichstage erschienen sei. Als der Reichstag das Socialistengesetz annahm, bat er an eine solche Auslegung desselben nicht gedacht. Der Staatsanwalt, Herr Teffeuborf, bezieht sich zwar auf eine damals gefallene Aeußerung des Abgeordneten Wtndthorst; aber ein unbefangenes Urthetl zieht daraus den entgegengesetzter. Schluß, daß der Reichstag eine solche Auslegung für unmöglich gehalten habe. D>e Stelle, auf welche das vorstehend angezogene Schreiben des Staatsanwalts sich zur Rechtfertigung des Verhaftungsgesuches gegen Herrn Fritzsche bezieht, ist nach dem stenographischen Bericht die folgende: In der Sitzung vom 16. October 1878 sagte Herr Wtndthorst u. 91 : „Nun liegt es doch nach uns bekannten Auslassungen gar nicht außerhalb des Ber-t i'es der Möglichkeit, daß einzelne oder mehrere Mitglieder oder ganze Gruppen des Reichstages solche Leute sind, von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung nach Anschauung der jeweiligen Regierung zu besorgen ist, und es würde diesen mithin der Aufenthalt hier tn Berlin nach diesem speciellen Gesetz versagt werden können. (Zuruf: Verfassung!) Die Verfassung wird eben durch das specielle Gesetz abgeändert." Herr Abg. Bär-Offenburg: „Man wird sagen, das sei er Hh eil. ein speciöser Fall, an den Niemand gedacht hat. (Ruf: Das ist auch unmöglich.) Unmöglich ist er nicht, wenn er es ist, so soll es mir lieb sein, wenn es mir bewiesen wird; aber et ist jedenfalls denkbar, und da ich in den letzten zehn Jahren selbst Undenkbares erleb: habe, so wird man mir es nicht übel nehmen, wenn ich Denkbares für möglich halte." Die Fractionen des Reichstages haben noch heute über den Antrag beralhen; derselbe wird ohne Zweifel mit großer Mehrheit verworfen werden, da selbst die Fretconservativen nicht geneigt scheinen, den Reichstag unter die Botmäßigkeit des Polizeiprästdenten von Berlin zu stellen. Die national-liberale Fractton hat schon den ausdrücklichen Beschluß gefaßt, dem heute im Reichstage verlesenen Schreiben des Grafen Stolberg gegenüber eine Resolution herbetzusühren, welche den Antrag ber Regierung mit einer motivirten Tagesordnung ablehnt. Sollte für diese Resolution eine Mehrheit nicht zu erlangen sein, so würde eine einfache Ablehnung stattfinden, für welche man jedenfalls eine Mehrheit zu gewinnen alaubt. Berlin, 18. Februar. Die wirthschaftlichen Fragen drängen im deutschen Reiche alles Andere zurück. Man kann schon jetzt prophezeien, daß tn vier Wochen nur ein Kampf der Geister herrschen wird, der zum Feldgeschrei haben wird: Hie Reichökanzler's Reform — hie Freihandel! Dieselbe Energie, die Fürst BlSmarck tn seiner auswärtigen Politik entwickelt hat, gedenkt er auch in den großen handelspolitischen Fragen zu zeigen. Man wird vor einer Auflösung des Reichstags um so weniger zurückschrecken, als sich schon jetzt übersehen läßt, daß Neuwahlen auf Grund von Conflicren Über die Aenderung unserer Handelspolitik alle bisherigen Parteiprogramme zwar nicht sprengen, aber stark erschüttern würden. Jedenfalls verlangt die Nation ein ernstliches Eingehen auf Btsmarck's Reformprojecte, mit blaffen Theorien und mit dem Festhalten an traditionellen Gesichtspunkten wird der wirthschaftliche Interessen- kampf nicht ausgefochten. Das deutsche Reich steht an einem Wendepunkte, der entscheidend für seine Zukunft, für sein materielles Wohl ist. Und dieses ist bet aller idealen Auffassung der Politik bet uns gerade so gut die Hauptsache, rote bet allen anderen Nationen. — Auch tn Frankreich treten Handespol'tische Fragen tn den Vordergrund. Die Berathung derselben bedarf des Friedens und insofern ist die Beschäftigung der Völker um sich selbst schon deßhalb hoch zu preisen, weil darüber selbst die schwächsten Reste von Revanche-Gedanken und Eifersucht von der Bildfläche versch vtnden. In Entgegnung der Gerüchte, welche von seit dem Sturze Mac Mahons -zwischen der Berliner und Pariser Regierung eingetretener sehr kühler Reserve sprechen, wird mitgetheilt, daß Fürst Hohenlohe Gelegenheit hatte, sich folgendermaßen tn Parts zu äußern: „So lange daS jetzige Ministerium an der Spitze der Geschäfte tn Frankreich bleibt und bie seinem Präsidenten eigene Mäßigung bewahrt, ist durchaus keine Trübung der augenblicklich zwischen dem deutschen Reiche und Frankreich bestehenden Entente zu besorgen. — Politisch fühlt man sich an ber Seine wohler als in Wien, wo das Ministerium für Cisleithanien nur mit Ach und Krach zu Stande kommen konnte, nachdem nicht Graf Taaffe, sondern der bisherige Unlerrichtsminister Stremayr das Präsidium übernommen hatte. Mit dem Ausscheiden des Fürsten Auersperg und des Professors Unger verlor das bisherige Cabinet seine beiden unsympathischsten Mitglteder, während Graf Taaffe als Minister des Innern sehr Vielen willkommener zu fern scheint. Somit könnte das provisorische Cabinet sehr wohl, wie so viele Provisorien in Oesterreich, längere Lebensdauer h iben, als so manches Definitivum. Freilich die große und ernste Aufgabe der Geldbeschaffung für die weitere Onentpolitik des Kaisers, mit dem Ziel- und Endpunkte: Salonichi, — ist ein schweres Stück Arbeit bei dem ausgesprochenen Widerwillen ber cisleithanischen Volksvertretung gegen diese weitere Verlegung des Schwerpunktes der Monarchie nach Osten. Gegen diesen Widerwillen gibt es nur ein Mittel für Regierende: Die Auflösung des Parlaments, und man wird es tn Oesterreich versuchen, wie man es bald in London und vielleicht auch auf's Neue selbst in Deutschland in Scene zu setzen gedenkt. Oesterreich. Pefth. Eine Interpellation betreffs der Aufhebung des Artikel V des Prager Friedens beantwortete am Samstag nach einem Telegramm aus Pesth Ministerpräsident Tisza im ungarischen Abgeordnetcnhause wie folgt: Wie bisher im Hause schon oft gesagt worden, ist es nicht jede einzelne Aktion des auswärtigen Amtes, sondern die ganze Richtung der auswärtigen Politik, auf welche der ungarische und österreichische Ministerpräsident einen Einfluß beanspruchen und bezüglich welcher sie zur Rechenschaft gezogen werden können. Was indessen diesen speziellen Fall betrifft, so babe ich von demselben seit längerer Zeit Kennt- niß und habe demselben als solchem, deffen Richtung ich nur billigen konnte, a priori und a posteriori bereitwiüigst zugestimmt. Denn was ist er im Ganzen? Der, daß die Monarchie dem großen Nachbarstaate gegenüber auf die Verpflichtung verzichtet, die sie, wie die verflossenen 12 Jahre beweisen, ohnehin nicht zur Geltung bringen will. Zur Realistrung derselben verpflichtet war sie keinem gegenüber In eigenem Interesse aber konnte die Realisirung überhaupt nicht liegen, vielmehr konnte es vom Gesichtspunkte der österreichisch-ungarischen und noch mehr der ungarischen Politik gebilligt werden, daß die Klausel, welche ja zu einer neueren Emmcng- ung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands hätte Anlaß bieten können, durch diesen Vertrag vernichtet wurde. (Beifall.) Von einem anderen Gesichtspunkte aber leitete mich auch die Ansicht, wenn eine Großmacht ein ihr vor längerer Zeit zugesichertes Recht nicht gebrauchen will, es viel korrekter ist, auf dasselbe einfach zu verzichten, als es stillschweigend aufrecht zu erhalten und es nicht zur Geltung zu bringen; daß andere Mächte, die ein Jntereffe daran haben könnten, daß jene Vertragsklausel zur Geltung gebracht werde, die Monarchie in unangenehme Verhältniffe verwickeln konnten und daß die Aufrechthaliung einer solchen Klausel die Quelle späterer Verwicklungen werden könne Hiermit glaube ich auch die Frage beantwortet oa haben, welches die Motive meiner Zustimmung waren, sowie beinahe auch diejenige, was unser auswärtiges Amt zu dieser Concession bewogen. Und ob es irgend einen Gegendienst gefordert habe und welchen? Ich glaube, daß hier die Forderung eines Gegendienstes weder am Platze noch an der Zeit war. Denn wenn die Macht, mit der wir in Freundschaft leben, die Annullirung einer Klausel wünscht, deren Erhaltung durchaus nicht in unser« Interesse liegt, in Zukunft aber Unannehmlichkeiten verursachen kann, so kann man hierfür als Gegem dienst etwas Anderes als Festerknüpfung des guten Nachbarverhälmisses weder wünsche», noch erwarten, oder fordern. Hier kann also von keinerlei Gegendiensten die Rede fein, sowie auch dieser Vertrag in keinerlei Richtung als Gegendienst betrachtet worden ist oder betrachtet werden kann für etwas, soweit uns nicht gedient worden; denn was die so oft erwähnten und auch heute vorgebrachten bosnisch-herzegowinischen Angelegenheiten betrifft, so hat Deutschland bezüg' lich derselben nie Gegendienst erwartet und wurde damals auch nie zu einem Dienste in dieser Richtung von uns angegangen. Wohl aber war es Deutschland, welches mehrere Jahre vor 1 Bingen. in Darmstadt. in Gießen. in Mainz. sowie Worms. Vereins und Ludwig Bernet Oberbergrath Pfannmüller und Commerzienrath Blumenthal Geh. Baurath Dr. v. Ritgen, Vorsitzender des Lokalgewerbevereins und M. Hombcrger, Vorsitzender der Großh. Handelskammer L. Reuleaux, Commerzienrath und Präsident der Großh. Handelskammer und I. Dietrich, Präsident des Lokalgewerbevereins H. Jochem, Instrumentenmacher und G. Muth, Decorationsmaler Igen in den Vorder- unb insofern iß bit hoch zu preisen, weil len und Eifersucht m üchle, welche von (en j lariftr Legierung ein-; oaj [ftfrß pohenlohr m; langt bai kreich bleibt und die । z lernt IwM bttoitibtn 6ntro« als in Wien, wo bai vorgeschlagen und zu Comitemttgliedern ernannt worden. Bei der im Augenblick über die Ausstellungsangelegenheit eingetretenen Ruhe könnte man fast glauben, die Sache schlafe, dem ist aber nickt so. Die verschiedenen Comites sind nun mit den Vorarbeiten für die Ausstellung aufs Eifrigste beschäftigt. Generalcomite-, Vorstandsund Commissions-Sitzungen reichen einander die Hände und die einzelnen Mitglieder derselben entwickeln eine nicht genug anzuerkennende Thätigkett um das Unternehmen so viel wie möglich zu fördern. Den ersten Angriff hatte das Redactionscomite, das gleich nach seiner Constitui- rung sich mit Ausarbeitung der Ausstellungsordnuna, mit dem Entwurf einer Gruppeneinthetlung und eines definitiven Anmeldebogcns, in welchem jeder Aussteller seinen besonderen Wünschen Ausdruck geben kann, und den für die verschiedenen Zeitungen bestimmten Ankündigungen befaßte, so daß diese in den nächsten acht Tagen gedruckt und zur Post befördert waren, was aber nur mit außergewöhnlicher Anstrengung der Bürcaubeamten zu ermöglichen war. Während sich das Redactionscomite in dieser Weise der ersten der ihm gestellten Aufgaben entledigte, befaßte sich das Baucomite mit dem Nivellement des Ausstellungsplatzes und ist jetzt mit dem Entwurf des Bauplans und der inneren Etntheilung der Ausstellungs-Halle beschäftigt. Das Finanz- comite befaßte sich zunächst mit der Beschaffung der Mittel für die nächsten unvermeidlichen Ausgaben und ist jetzt in Berathung über die Einrichtung der Verloosung begriffen. Auch das Ausstellungscomite, dessen eigentliche Thätigkeit erst nach Fertigstellung des Gebäudes und beim Eintreffen der auszustellenden Gegenstände beginnt, hält fortwährend vorbereitende Sitzungen um demnächst, wenn der Zeitpunkt herankommt, der ihm gestellten Aufgabe rasch und entschieden gerecht werden zu können. Wenn, wie hieraus ersichtlich, das Comite es an nichts fehlen läßt, um das rasche Zustandekommen der Ausstellung nach allen Selten zu fördern, wie dies bei der Kürze der Zeit unumgänglich nothwendig ist, so darf aber auch Seitens der angemeldcten Aussteller, sowie allen denjenigen Industriellen, welche sich noch an der Ausstellung betheiligen wollen und nock- gar nicht angeme.det haben erwartet werden, daß sie ihre definitiven Anmeldungen umgehend etnscnden und auch dadurch ihrerseits mit zu dem Gelingen des viel Zett und Arbeit in «n- spruck nehmenden Unternehmens beitragen.^^_________ an der Erfüllung seiner Obliegenheit, an den Reichstags-Verhandlungen theilzunehmen, toer» hindert werden dürfe. — Es heißt, die nationalliberale, die Fortschrittspartei, das Centrum und die deutsche Reichspartei werden für beide Sätze des Antrags stimmen; dem ersten Satz würden auch die Deutsch-Conservativen zustimmen. — Fortsetzung der Wahl des Reichstags-Vorstandes. Wahl des zweiten Vicepräsidenten. Anwesend sind 222 Abgeordnete. Abgegeben werden 168 Stimmen; hiervon erhalten Fürst Hohenlohe-Langenburg 82, Lucius 79, Hänel 6, Frankenstein 1 Stimme. Es ist in Folge dessen eine engere Wahl zwischen den genannten 4 Abgeordneten nothwendig, wobei von 18k abgegebenen Stimmen Fürst Hohenlohe-Langenburg 106, Lucius 79, Frankenstein 1 und Hänel 2 erhalten. Fürst Hohenlohe Langenburg ist somit gewählt. Zu Schriftführern werden per Acclamation gewählt Graf Kleist, Bernards, Thilo, Eysoldt, Freiherr v. Soden, Blum, Weigel und v. Mtnnigcrode. Der Gesammtvorstand ist somit constttutrt. — Zur Verhandlung gelangt sodann das Schreiben des Grafen zu Stolberg, betreffend die Verfolgung des Abg. Fritzsche. Der Präsident verlieft ein zweites Schreiben des Grafen zu Stolberg, worin auch gegen den Socialisten Hasselmann die Genehmigung zur Verfolgung nachgesucht wird. Das Haus beschließt, die Berathung der beiden Schreiben auf morgen zu vertagen und verweist schließlich den Entwurf einer Gebührenordnung für die Rechtsanwälte an eine Commission von 21 Mitgliedern. Nächste Sitzung morgen Mittag 1 Uhr. Kairo, 18. Februar. In Folge der Reducttonen im Budget sammelten sich heute entlasiene Osficiere vor dem Hotel des Finanzmtntsters an und verlangten die Zahlung ihres rückständigen Soldes, indem sie zugleich gegen die Reduction des Armeebestandes protestirten. Dieselben drangen in das Minister-Hotel ein; Minister Wilson und Nubar Pascha wurden tnsultirt. Noch ehe die herbeigerufenen Truppen eintrasen, zerstreuten sich die Demonstranten, von denen mehrere verhaftet sind. Der Khedtve und die Consuln befanden sich während der Kundgebung im Finanzministerium. Das Hotel Nubar Paschas war ebenfalls von unzufriedenen Osficieren umringt, bis Truppen dieselben zerstreuten. Wien, 19. Februar. Die Kaiserin reist heute Abend um 9 Uhr nach Irland ab. — Die „Wiener Ztg." veröffentlicht die provisorische Handels- Convention mit Frankreich. Bukarest, 18. Februar. Der Obersanitätsrath beschloß, übereinstimmend mit den ungarischen Sanitäts-Delegirten, daß ein Pestcordon diesseits der Donau gezogen werde. — Man glaubt, die Differenz zwischen Rußland und Rumänien wegen des Forts Arab-Tabia werde durch gütliches Ueberein- kommen beglichen werden. Kairo, 18. Februar. An der gemeldeten Ruhestörung nahmen gegen 400 ohne Sold verabschiedete Officiere Thetl. Der Khedive, welcher herbeigeeilt war, forderte wiederholt, aber vergeblich zur Ruhe auf und wurde selbst insultirt. Die Leibgarde des Khedive trieb die Ruhestörer' fort. Nubar Prschi und zwei Diener des Khedtve wurden verwundet. Türkei. Konstantinopel, 17. Februar. Zwischen der Pforte und der britischen Botschaft werden Verhandlungen gepflogen über eine Convention betreffs Verhinderung der Einführung von afrikanischen Sklaven in die Türkei und des gegenseitigen Rechtes der Untersuchung verdächtiger Schiffe. Die Inter- nationale Commission zu Philippopel erledigte fast 5 Capitel des Organisa- Uonsstatuts für Ostrumelien; der franzSstsche Comiwffar legte den Entwurf des Capitels 6 vor, welches von der administrativen Einthetlung handelt. Amerika. Washington, 17. Februar. Schatzsecretär Sherman hat wettere 20 Millionen Bonds zur Einlösung elnberufen. Die Verzinsung derselben wird vom 17. Mat an eingestellt. Theater. Donnerstag den 20. Februar kommt an unserer Bühne ,Die Waise von Lowood" zur Aufführung. Die Titelrolle wird von Frau Alberti und Lord Rochester von Herrn Alberti gespielt! Wir hoffen, daß auch diese Vorstellung keinen Vergleich mit den „früheren" Auffassungen dieses Stückes zu scheuen hat, denn obige Besetzung bürgt für einen genußreichen Abend! — Ueber die geradezu brillante Aufführung von „Epidemisch" nächstens. P. bm Berliner Vertrage, wie heute schon Jedermann weiß, nebst anderen Mächten unsere Monarchie zur Okkupation angeeifert hat. Soviel ich weiß, kennt man in Frankreich die Gesinnungen der österreichisch-ungarischen Monarchie Frankreich gegenüber viel besser, als daß bei den Franzosen selbst Verdacht entstehen könnte. Ich weiß, daß die Männer der französischen Republik es schwerlich Übelnehmen werden, wenn aus dem Vertrage eine Stipulation weggelassen -Wirb welche seiner Zeit weder Frankreich, noch Deutschland, Oesterreichs und Dänemarks, sondern direkt und persönlich des damals die Rolle des Vermittlers spielenden Napoleons III. Wunsch war. (Zustimmung rechts ) Was die Frage betrifft, ob keine geheime Abmachung vorhanden, so glaube ich, diese Frage gehört zu der Klasse derjenigen, auf die man keine Antwort zu erwarten pflegt und wenn man solche erwartet, pflegt man sie nicht zu glauben. Warum? entweder exiftirt ein solcher Vertrag, oder nicht. In beiden Fällen hat noch kein Minister des Aeußern einen solchen mitgetheilt; um so weniger kann ich dies thun, der ich kein Minister des Aeußern bin. Würde auch die Regierung erklären, daß fein geheimer Vertrag exiftirt so wäre gewiß die Antwort darauf, daß, wenn auch ein solcher vorhanden, die Regie- Fvng ihn doch nicht mittheilen würde und so konnte immer vorausgesetzt werden, daß ein solcher vorhanden. Was die Unterbreitung des Vertrages betrifft, so habe ich schon erklärt, daß der Vertrag, wie dies seit dem Jahre 1867 mit allen keine Verpflichtung oder Belastung enthaltenden Verträgen geschieht, im Amtsblatte veröffentlicht werden wird. Bevor ich das Haus ersucke, meine Aufklärungen zur Kenntniß zu nehmen, bitte ich allen hier erwähnten -weltbürqerlichen Ideen gegenüber zu erwägen, ob gerade die österr. Monarchie, speciell Ungarn «s ist in deren Interesse die Aufrechterhaltung des Prinzips des Plebicits nach Volksstammen liegt ?' (Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich glaube nickt, und da auch dieser Gesichtspunkt die Annulliruna der fraglichen Klausel rechtfertigt, ersuche ich das Haus, meine Antwort zur Kenntniß zu nehmen. — Nach einigen Bemerkungen Helfy's und Pazmandy's und einigen Gegenbemerkungen Tisza's wird die Antwort zur Kenntniß genommen. England. London, 16. Februar. Die eingclangte Nachricht von einem Siege der englischen Truppen über die Zulus wirkt beruhigend. Obwohl ihre militärische Bedeutung noch nicht recht ersichtlich ist, scheint doch wenigstens die Besorgniß wegen augenblicklichen UebergewichtS der Zulus und der Gefährdung der Sicherheit der Colonie beseitigt. Rußland. Petersburg. Die „St. Petersb. Ztg." theilt ein Gespräch mit, welches einer ihrer Correspondenten mit dem Grafen Loris-Melikoff vor deffen Abreise in das Pestgebiet geführt hat. Auf die Frage, ob Wetlianka verbrannt werden würde, antwortete der General: „Ich werde alles verbrennen, Brüderchen, was nur nöchig, keine Hütte mehr, keine weniger. Zu allererst aber weide ich zwei, drei Beamte wegen der Gemeinheiten, die dort geschehen, erschießen lassen. . . . Krankheit hin. Krankheit her, mir machen aber die öco- no mischen und politischen Fragen Sorge. ... Die Zukunft liegt in Gottes Hand, für Eines verbürge ich — meine ganze Seele will ich in jenes Werk hineinlegen, welches mir anvertraut worden ist. Zn Zarizin hatte ein Berichterstatter der „Neuen Zett" gleichfalls eine Unterredung mit dem General Lorrs-Melikoff, in welcher ihm dieser u. A. folgende intereffante Mitthei- lung machte: „Im vergangenen Winter starben in meiner Armee täglich gegen 20 Mann mit Drüsengeschwülsten, aber die Aerzte gaben nicht zu, daß es die Pest sei- Jetzt werden wir bald zuverlässig erfahren, was für eine Seuche h>er herrscht. Aber was es auch sein möge, tedenfalls wird es von größtem Nutzen für das Land sein, wenn cs gesäubert wird. Längs des ganzen Weges, den ich zurücklegte, habe ich überall Schmutz gesehen — und Schmutz ist die Pflanzstätte jeder Seuche." — Wie dem „B-rl. Börsen-Courier" mit- gethellt wird, sind am 14. d. die Moskauer Z-itungen zum großen Theil wegen der Nachrichten, die sie über die Pest gebracht haben, mit Beschlag belegt worden. Telegraphische Depeschen. Wagner'« telcgr. «orresponben,-Bureau. Wie», 18. Februar. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht den Staatsvertrag zwischen Oesterreich - Ungarn und Deutschland wegen Aufhebung des Art. 5 des Prager Friedens. London, 18. Februar. Beaconsfield ist unpäßlich. Die Regierung berief Lord Napier of Magdala nach London; derselbe ist gestern hier ange- komwen; es verlautet, er sei zum Obercommandanten der Truppen im Cap- tand ausersehen. In der Grafschast Cork wurde der Homeruler Colthurst mit 6130 Stimmen Majorität tn's Unterhaus gewählt. Der Großherzog von Heffen und die Großherzogliche Familie kehren am 27. d. nach Darmstadt )UrÜ<£ Skrtin, 18. Februar. Der „Reichs-Anz." meldet die Ernennung des Unterstaatssecretärs Bitter zum Vorsitzenden der aus Grund des Socialisten- gesetzes gebildeten Reichscommission. _ I» dem Befinden des hier erkrankten Feldmarschalls Grafen Roon ist eine erhebliche Besserung eingetreten. Petersburg, 18. Februar. Anläßlich des Friedcnsschluffes mit der Türket fand am Sonntag Parade und Gottesdienst im Wtnterpalals statt. An der ersteren nahmen ausschließlich Repräsentanten der Gartetruppen und solcher Truppen des Petersburger Militäidtstrictes Theil, welche an dem letzten Kriege betheiligt waren. Der Kaiser schritt in Begleitung der Großfürsten und der Prinzen von Bayern und Baden die Reihen der Truppen entlang, ieden Truppentheil begrüßend, während die Musik die Nationalhymne spielte. Nach der Parade begab sich der Kaiser nach der Palaiskirche woselbst Metro- voltt Isidor das Manifest des Kaisers anläßlich deö Friedensschluffes verlas; dieraus wurde der Dankgottesdienst gehalten. Beim Absingen des Tedeums wurden von der Petersau auf der Peter-Paulsfestung 101 Kanonenschüffe abgefemrd s,bru„. jMAStag. Abgeordneter Lasker stellt In Bezug auf die nach- gefucht, Genehmigung des Reichstags zur g-richtitch-n V.rs-lgung desi Abg. Lristiche den Antvaa- 11 bleie tocnebmiaunfi zu versagen; 2) zu erklären, daß der Reichstag den § 28 des Soctattstengesetzes nicht in dem Sinnt auffaßt, daß ein Mitglied durch polizeiliche Ausweisung ist auch un- LT 's "'ch. U <« Reich«, ttarf * Geisel Ä*" „ich, Henen schreiben M °"lche btn Lnk°g '. sollte für diese wurde M elnfaty Mehrheit )v fragen drängen (ai w prophezeien, daß M Feldgeschrei Dieselbe Energie, töt Hat, gedenkt er Ärn wird vor einer als sich schon 1 über die Aenderung zwar acht sprengen, Litton ein ernstlicher deonen und mit dm hschafüiche Jntereffen« rem Wendepunkte, bei , ist. Und dieses if o gut die Hnuplsch *" 9* Att. 80 Folge dessen die Herren: I. Arnold, Maurermeister und Vorsitzender des Lokalgewerbe- tz m Stande konM nge Unlernchtsviußel < deai Ausscheiden bk- bas bisherige W f Lach als Mi» Zomit könnte M in Oesterreich, W 6ie große und eB A kjft? «res Stui ilrint BolttirnüW B " Di, W* Sfi -Sci",h tli 'tätigt t<■ i«l 1 UJ fiucn Ionn2 : D-k^-ersM -ir sit. v^^elbea * .. föP A hie en e- • kvrch j. 11 r miete »t±t nicht - ,, <>* 2 'ifllE v ein J , j. m iß * ■« n •• ,»< ift „rtl 1 "L, rdr®2\t ^2 Lokales. Wteßen, 19. Februar Der O b er h essi s ch e Verein für Loealgeschichte verteilt soeben gratis an seine Mitglieder ein Schriftchen: „Geschichte und Beschreibung von Münzenberg in der Wetterau." Für Nichtmitglieder ist dasselbe in den Buchhandlungen k 60 zu haben. Das Schriftchen, 8°, 40 Seiten, verdankt feine Entstehung einem Ausfluge, den der Oberhessische Verein für Localgeschichte am 4. August 1878 nach Münzenberg veranstaltete, indem dabei von Mitgliedern des Vereins sowohl als insbesondere von Herrn Bürgermeister Jäger der Wunsch geäußert wurde, den vielen Besuchern Münzenbergs .in handlicher Form eine kurze Uebersicht der Geschichte und Beschreibung Münzenbergs zu geben. Möge dasselbe freundliche Aufnahme bei den Lesern finden. — Die'Zahl der in der Woche vom 9. bis 15. Februar in hiesiger Stadt borge; fommcnen Todesfälle beträgt im Ganzen 8. Von 2 Kindern im ersten Lebensjahre starb eins an Krämpfen, das andere an Lebensschwäche. Ein Knabe von 8 Jahren erlag der Diphtheritis. Von erwachsenen Personen starben 2 an Lungenschwindsucht, eine an Lungenemphysem, eine an Schlagfluß, eine an Schlundverengerung (Krebs). G. Vermischtes. Lande« - Gewerbe - Ausstellung des GroßherzogthumS Heffen für 1879 in Offenbach a. M Nachdem die heiklige Platzfrage, welche unter der hiesigen Bürgerschaft so viel Staub aufgewirbelt, durch das anerkennenswerthe uneigennützige Entgegenkommen, mit welchem der Stadtvorstand dem Comite das für die Ausstellung in Aussicht genommene Terrain in der Anlage nächst der Frankfurter Chaussee, unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, — erledigt war, beschloß das Generalcomite, auf Vorschlag des Herrn Präsidenten, die Lokalgewerbevereine der größeren Städten des Landes aufzufordern, je zwei Delegirte zu wählen und in Vorschlag zu bringen, welchen die Aufgabe zufalle, die Interessen der Aussteller aus ihren Kreisen zu wahren. Diesem Ersuchen wurde mit Bereitwilligkeit entsprochen und sind in Die Rech« regeln Dem Rei gusolge i gefährlichen Bl (Reichs-GeseM schäft zu geben, ersten Absatzes t gung des Bunde Ew. Hochwohlge Ersuchen zu übe wollen. *'*«&■ , ®enn elb'n ferner lch) in Gießen. 25,63 3,25 3,31 14,35 5 61 459 8 18 64 12 6 M. lang, von v4t 6,30 mir mit « 0 zu 2 2 2 3 District Lahnkopf steigert werden: 144 Etchenpämme 62 Nadelstämme liefern Kilo Kilo Kilo Kilo < 6 M. lang, von JL 8 anr Gardinen, 6 M. lang, von JL 6,50 an, 6 M. lang, von X. 9 an. 1005) Ein kleines Logis zu vermiethen. LSber’s Ww., Neuenweg 194. prima Weisabrod 52 Pfg., dto. Schwarzbrod 46 Pfg., Hoggenbrod 40 Pfg., dto. 60 Pfg. 4Ve Löber. Brandgasse. 72#) Schlafstelle zu vermiethen. Lindenplatz A. 242. Englisch Tüll-Gardinen, 6 M. lang, von X. 7 an. Versteigerungen. 1064) Die durch Anlage der Straße über den Len Aschen Felsenkeller über- flüssig werdenden Ulmen, Eschen, Ahorn, Platanen und Lindenstämmchen, sowie Rerserholz und Kastantenstämme ^bet dem neuen Mädchenschulgebäude im ehemals Ebel'schen Garten am Asterweg sollen Freitag den 21. d. Mt-., Nachmittag- 4 Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden. Anfang im ehemals Ebel'schen Garten. Gießen, den 19. Februar 1879. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Frische Hechte, „ Karpfen treffen beute ein. eines Gardinen - Fabrik - Engros - Lagers. In Folge Liquidation eines Gardinen-Fabnk-Lagers, dessen Vorräthe wir weit unter dem Fabrckationspreise übernommen haben, verkaufen dieselben. 1013) In Folge des allgemeinen Rückgangs der Mehlpreise bin ich in den Stand gesetzt von heutr Eichenschett, Nadel- u. Aspenschett, Buchenknüppel, Etchenknüppel, Nadel- u. Aspenknüppel, Holzversteigerung. Freitag den 21. d. Mts., von Vormittags 10 Ubr an, sollen in den Staufenberger Waldungen, Theater in Giessen. (Cafe Leib.) Donnerstag den 20. Februar, (10. Vorstellung im 2. Abonnement.) Die Waise von §owood. Schauspiel in 2 Abtheilungen und 4 Akten mit freier Bearbeitung des Romans von Curer-Bell von Charlotte Birch-Pfeiffer. Freitag den 21. Februar, (11. Vorstellung im 2. Abonnement.) Novität! Die Neuvermählten. Familiengemälde in 2 Acten von Björnson. Hierauf: Oie Hienstboten. Lustspiel in 1 Act von Benedix. Kasseöffnung 7 Uhr. — Anfang Vt® Ahr. Ziegel, 1000 Stärk zu 24 Mark, in der Fürstl. Ziegelei zu Lich. (1059 Vierter wissenschaftlicher Vortrag Sonntag den 83. Februar, Vachm. 5 (Jhr, in der großen Aula. Professor Dr. Lemcke über: „Doltaire's Gefangenschaft in Frankfurt a. M." Karten sind zu haben bei den Herren Ricker und Rudolph, sowie I bei Herrn Hausbeschließer Hosmann. 1063 | 1003) Familienlogis zu vermiethen. I acoo Thomas, Schiffenberger Weg. Muster stehen auf Verlangen gerne zu Diensten. Heuer & Schön, Frankfurt a. M., Kaiserplatz. WWMWMMMWWWWMUMWWWWMMWVWMWWWWWWWWWWMUWWSL Fst. saftigen Schweizerkäs, ganz reifen Limburger, sowie feinsten Rahmkäs (in Staniol) empfiehlt billigst (957 C. Roth, Neue Bäue. Eiserne Bettstellen sind billigst zu haben bei (958 ____________Karl Noll, Flügelsgasse. (1067 Emil Fischbach. 1950 Eichen-, Nadel- u. Aspenwellen, 51 Rmtr. Eichen-, Nadel-u. Aspen- Stock. Zusammenkunft und Anfang ist an der Staatsstraße beim District Lahn- kopf. Staufenberg, am 17. Febr. 1778. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. 1048)_______Vogel.____________ Montag den 24. Februar, Nachmittags 2 Uyr, werden vor der Scheuer des Christian Jnghard II. an der Marburger Straße dahier: v Zugpferde, 1 Möbelwagen, 2 Rollwagen, 4 Oeconomiewagen, 1 Pflug und 1 Egge, 4 Pferdegeschirre, ungefähr 70000 Russensteinc und eine Partie Dickwurzeln öffentlich gegen Baarzahlung versteigert, was mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß den Meistbietenden der Zuschlag fofort ertheilt wird. Gießen, den 19. Februar 1879. 1056) M. Pilger, Massecurator. um rasch damit zu räumen, zu nachstehenden sehr billigen Preisen: Englisch Zwirn-Gardinen, 6 M. lang, von X. 4,20 an. Eichenstangen „ Fichtenstangen „ Todes - Anzeige. Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Mittheilung, daß gestern Mittag 12 Uhr unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Christoph Balthasar Schmidt nach schwerem Leiden sanj«' rmschlasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Morgen 9 Uhr statt. 1055 1054) Die Holzversteigerung auf dem Neuhof am 17. d. MtS. ist genehmigt. Erster Fahrtag am 20. d. Mts. Neuhof, 18. Febr. 1879. I. A.: Schuchard.______ Heckenanlage mit Weißdornpflanzen um den Friedhof bei Launsbach ca. 200 Mlr-, soll Montag den 24. d. Mts., um 10 Uhr, dahier verdungen werden. Crofdorf, den 17. Februar 1879. 1060) Das Bürgermeister-Amt.______ Die rückständigen Kapitalzinsen für 1878 können bis den 25. d. Mts. noch ohne Kosten zur Universitätskaffe bezahlt werden. Gießen, den 12. Februar 1879. Großh. Universitäts-Rentamt. 665) Da ich beabsichtige den An- und Verkauf von Möbeln aufzugeben, so gebe ich meinen Vorrath zu äußerst billigen Preisen ab und zu jedem irgend nur annehmbaren Gebote. Unter andern: 1 Glasschrank, hoher Eckschrank für Büffet geeignet, 1 Secretair, diverse Kommoden, 1 großer Pult, mehrere große Sophas, Kammbretter, breite Bettstellen rc. Loui- Rothenberger, Neuenweg 193 Frisch eingetroffon. Gothaer Leberwurst empfeblen (1050 Jf» <£• Busch Söhne» Zwei Brieftiiarken-Sammlungen, die eine ca. 1000 St-, die andere ca. 5 bis 600 St- enthaltend, sind zu verkaufen. Auch ist daselbst eine gut erhaltene Scheibenbüchse billig abzuaeben. (822 Wo? sagt die Expedition d. Bltts. Wermietyrmgen. 1046) Ein klein möblirtes Zimmer zu vermiethen._____________Seltersweg 10. li'45) Ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen. Sonnenstraße B. 103. Seid all naut notz! 1053) Unserem lieben Vatter zu seinem heutigen Wiegenfeste herzlichsten Glückwunsch. ______Seine durstigen Rautnötzer. 823) Schriftliche und in's Nechenfach einschlagende Arbeiten werden pünktlich besorgt. Wo? sagt d. Exped. d. Bl. 1015) Zur Stütze der Hausfrau wird ein gesetztes Mädchen gesucht welches schon in größeren Haushaltungen thätig war und gute Zeugnisse aufzuweffen hat- Offerten mit Gehaltsansprüchcn unter Nr. 1015 besorgt die Exped. d. Bl. 1006) Ein Zapfjunge gesucht Gebr. Lotz. 1044) MöblirtesZimmerru vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl._______ _ 1057) In der Wolkengasse Nr- 94' ist das Hinterhaus zu vermiethen und den 1. April zu beziehen. Kiffler, Pedell. 1062) Ein Laden mit Logis zu vermiethen. I. Stein. _________________Reichens and-Bahnhofftr. 1066) Ein Logis zu vermiethen. _______Schlosser Noll, Kaplansgasse. 976) Zwei bis 3 Zimmer, möblirt oder unmöblirt zu vermiethen. ________H. Bepler Ludwigsstraße. 894) Zu vermiethen der 2. Stock mit 4 Zimmern, großer Mägdekammer und Zugehör. Karl Kaspar, Grünbergerstraße 166y,o 198) Ein kleines Familienlogis ist zu vermiethen Hermann Völker, Weißbinder & Lackirer, ____________________Grünbergerstraße.__ 962) Der 1. Stock meines Hauses am Krofdorfer Weg ist zu vermiethen und per 1. März zu beziehen. __________________Ph. Morgel. 964) Ein Logis zu vermiethen bei ___________Carl Heil, Schießgärten. 979) Ein Logis zu vermiethen in _______________________90 Neuebäue. 993) Das seither von Herrn Bahn- inspector Beck bewohnte Familienlogis, ist durch dessen Versetzung pro Mitte Mai, oder auch früher, anderweit zu vermiethen. _________________L- Todt, Gartfeld. 426) Die Wohnung des Herrn Professor Dr. Seuffer t ist wegzugshalber per 1. April d. I. ganz oder getrennt zu ver- miethen.___________________A. Griffe. 967) Ein Familienlogis ist zu ver- miethen. Emil Becker, Neuenweg. Vermischte Anzeigen. 959) Ein braver Junge kann in die Lehre treten. Karl Noll Schlosser, _____________________Flügelsgasse. 1049) Verloren am Montag Mittag auf dem Wege nach Schiffenbera ein Milch- kännchen. Abzugeben im Einhorn. Aeilgebotenes. Täglich frische Hefe 1051) bei Joli. Thoma, Löwengasse. 1061) Ein Haus, in der Ludwigsstraße gelegen, ist zum Preis von 24,000 X und ein solches in der Gartenstraße zu 17,000 X zu verkaufen. Näheres bei ____I Blitz. 1043) la. Steinkohlen, ge- waschene Nutzkohlen in Parthien von 10 Ctr. ab zu billigsten Preisen empfeblen E. Bergmann Gabriel. Pariser Kopfsalat stets vorräthig in der Delikatessenhandlung 1Q42) von Carl Schwaab. "Patent Ledersohlen für Herr en und Knaben. Der Erfinder der Patent-Ledersohlerr hat mir für Oberhessen den Alleinverkauf dieses Artikels übergeben. Durch ihre Vernietung sind diese patentirten Sohlen von solcher Haltbarkeit, daß sie 3 gewöhnliche Sohlen aushalten. Gegen Nässe besitzen sie durch die Dichte der Nieten eine Wiederstandsfähigkeit, wie sie weder dem natürlichen Sohlenleder gegeben ist noch von Gummisohlen bis jetzt erreicht rourbe.Muster nebst Preisen bei Theodor Küchler, Seltersweg 79. (1047 •fnlTrfodjs. Ein Berner Fafselochs, ii/2 Jahr alt, sprungfäbig, gelbroih und weiß, von sehr schönem Bau, ist zu h'den bei Honrad Grün