M ** Nr. 139. Donnerstag den 19. Juni 1879. icßens ZPrih- *r, Midi. X neu X i)ou X L Q >48 SSV lieble W-. ag. - 1878/19- tammltr bstelM- erung der (4073 e pk Knbaue» eV kan» Z' Jjqur®!!!’ s. 3«1';. : rf»' SP* Id rLjSO* lA i jä**' KeWr Wyciger AMige- W Amtsblatt für htn Kreis Gießen. RedactkonSbureau r ir-xpeditionSbureau r Schulstraße B. 18. Erscheint Läßlich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. A M L t i ch e r T h e i l. Betreffend: Wanderlager und Waarenauetionen. Gießen, am 14. Juni 1879. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die O-roßherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und die Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Nach Mittheilung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz hat der Bundesrath beschlossen: 1) Es seien die Wanderlager — unter welche im weiteren Sinne, als eine bestimmte Form dieser Art von Geschäftsbetrieb, auch die Waarenauetionen fallen — als ein Gewerbetrieb im Umherziehen zu behandeln und zu denselben der Regel nach diejenigen Unternehmungen zu rechnen, in welchen außerhalb des Wohnorts des Unternehmers und außer dem Meß- und Marktverkehr von einer festen Verkaussstätte (Laden, Magazin, Zimmer, Schiff und dergl.) aus vorübergehend Maaren feilgeboten werden, wobei die Anzeige von der Eröffnung eines stehenden Gewerbebetriebs nach § 14 der Gewerbeordnung nicht als ein Moment anzusehen sei, welches der Beurtheilung, ob ein Unternehmen tatsächlich als Wanderlager anzusehen sei, präjudicirt; 2) es sei, soweit thunlich, der Erlaß von Polizeiverordnungen herbeizuführen, nach welchen Inhaber von Wanderlagern u. öffentliche Ankündigungen ihrer Maaren nur unter dem in ihrem Legitimationsschein aufgeführten Namen mit Hinzufügung des Wohnorts erlassen dürfen, und 1). verpflichtet sind, einen ihren Namen und Wohnort in deutlicher Schrift enthaltenden Aushang vor ihrem Geschäftslokale an einer für Jedermann sichtbaren Stelle anzubringen. Wir empfehlen Ihnen hiernach bei Prüfung der Frage, ob ein Gewerbebetrieb als Wanderlager zu behandeln ist, (vergleiche unser Amtsblatt Nr. 9 vom 4. Juli 1878) sich von den unter 1 bezeichneten Erwägungen leiten zu lassen, damit alle als Wanderlager anzusehenden Geschäftsbetriebe auch zu der durch das Gesetz vom 1. Juli vorigen Jahres eingeführten Steuer herangezogen werden. Falls daher auch ein Unternehmer seinen Betrieb auf Grund des § 14 der Gewerbe Ordnung als einen „stehenden Betrieb" bei der Bürgermeisterei anmeldet, so ist gleichwohl zu prüfen, ob die thatsächlichen Verhältnisse und die ganze Art und Weise des Betriebs dieser Anmeldung entsprechen und demnach die Gründung einer wirklichen gewerblichen „Niederlassung" vorliegt, oder ob der Geschäftsbetrieb nicht doch den Charakter eines Wanderlagers an sich trägt. ! In Zweifelsfällen wird es darauf ankommen, ob die Unternehmung für den Ort, an welchem sie betrieben wird, im Handelsregister des zuständigen Handelsgerichts als Handelsniederlassung eingetragen ist, oder nicht. — Zugleich weisen wir Sie an, darüber zu wachen, daß die sub a und b bezeichneten Verpflichtungen durch die betreffenden Gewerbtreibenden erfüllt werden. ____________Dr. B o e k m a n n. . _________________ Bekanntmachung- Donnerstag den 26. Juni l. I., Vormittags 10 Uhr, findet im Rathhaussaale zu Gießen (alte Realschule) die diesjährige regelmäßige öffentliche Sitzung des Provinffaltsgs für die Pronin; Merheffen statt. Auf die Tagesordnung sind folgende Gegenstände gesetzt: 1) Die Prüfung der Rechnung der Provinzialkasse für 1878. 2) Die Erstattung des Verwaltungsberichtes für 1878. 3) Die Feststellung des Voranschlags für 1880. 4) Die Wahl eines Mitgliedes für die Ober-Ersatz-Commisston. 5) Entscheidung über das Gesuch des Ersatz-Mitgliedes für den Provinzial-Ausschuß Herrn Hugo Buderus zu Hirzenhain um Entlassung. 6) Bericht des Vorsitzenden über die Ausscheidung der Provinztalstraßen von den Vicinalstraßen. 7) Regultrung der Diäten der Mitglieder des Provinzial-Ausschusses. 8) Ersatzwahl eines Mitgliedes und zweier Ersatzmitglleder des Provinzial-Ausschusses. 9) Wahl eines neuen Controleurs. Gießen, am 17. Juni 1879. Der Vorsitzende des Provinzialtags: ______________________________________________________________________Dr. Boekmann, Provinzial» Director.________________ Gießen, am 16. Juni 1879. Betreffend: Den Abverdienst der Feldftrafen vom Jahre 1878. Das Grvßherzogliche Kreisamt Gießen an die Großberzoglichen Bürgermeistereien. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung von Speciaiverzeichnissen im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 4 Wochen erinnert. ____Dr. Boekmann._________________________________________ Nr. 16 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 16. d. M., enthält: (Nr. 1301.) Gesetz wegen Abänderung des Gesetzes vom 10. Juni 1869, betreffend die Wechselstempelsteuer. Vom 4. Juni 1879. (Nr. 1302.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Aufnahme einer verzinslichen Anleihe im Betrage von 68,021,071 Jt Vom 13. Juni 1879. (Nr. 1303.) Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe neuer Stempelmarken und gestempelter Blankets zur Entrichtung der Wechselstempelsteuer. Vom 13. Juni 1879. Gießen, den 18. Juni 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. - Dr. Boekmann. Nachstehendes Ausschreiben des Königlich Niederländischen Consulats für das Großherzogthum Hessen in Frankfurt a. M. bringen wir hiermit zur Kenntniß des betheiligten Handelsstandes. Gießen, den 18. Juni 1879. Grvßherzogliche Handelskammer. M. Homberger. Bekanntmachung. Betreffend: Einfuhr von Holländischem Häring. Die Niederländische Regierung, in der Erwäging, daß die Garantie für die Qualität des holländischen Härings viel mehr zu suchen ist in der Verantwortlichkeit jeder Firma, welche diesen Product unter ihrem Namen zum Verkauf bringt, als in einer amtlichen Prüfung, welche mit Rücksicht auf der gegenwärtigen Art und dem jetzigen Umfang des Handels nicht mehr mit der erforderlichen Genauigkeit stattfinden kann, hat mit Eingang vom 1. Juni 1879 alle officielle Merkzeichen auf Häringstonnen, sowohl diejenigen welche in letzterer Zeit, als die welche früher benutzt wurden, abgeschafft und das Nachahmen derselben unter Bedrohung von Strafe untersagt. Indem der Unterzeichnete, im Auftrag der Niederländischen Regierung, den Interessenten Vorstehendes zur Kenntniß bringt, beehrt er sich zugleich den Handel daraus htnzuweisen, daß nach dem 1. Juni 1879 nur auf diejenige auf den mit Häring gefüllten Tonnen anwesenden Merkzeichen Werth zu legen ist, welche die Namen der besonderen Niederländischen Handelsfirmen erwähnen. Der General-Consul der Niederlande für das Großherzogthum Hessen. Dr. E. A. Schmitt. politischer Hy ei l'. AeuLjchtand. w. Darmstadt, 17. Juni. (Evangelische Landessynode. 26. Sitzung.) Tie erste ordentliche evangelische Landessynode hielt heute chre letzte Sitzung ab. Zunächst wird der Vorlage Grotzh. Ober-Consistoriums, wonach der Beginn des Etatsjahres auf den 1. April verlegt wird, ohne Debatte zugestimmt. Die weitere Vorlage in Betreff der Rang- und Besoldungsverhältnisse der Mitglieder und des Secretärs des Ober-Consistoriums gibt zu einer längeren Debatte Veranlassung. Der Ausschutz empfiehlt einstimmig Annahme des vorgelegten neuen Etats, welcher zwar eine Erhöhnug der oberen Gehalte, dabei aber durch Einziehung einiger Stellen doch eine Ersparmtz von über 3000 <^L jährlich enthält. Der Berichterstatter Baur rechtfertigt den Ausschutzantrag, ebenso die Abgg. Schwabe und Wernher. Schröder beantragt Ablehnung der Vorlage aus formellen und materiellen Gründen. Zunächst hält er es nicht für geeignet, datz die Synode kurz vor Schluß der Budgetperiode und Ablauf ihres Mandates diese nicht dringlichen Gehaltserhöhungen vornehme, weiter aber hält er einen Durchschnittsgehalt der Räche von 5200 JL, gleich dem der vortragenden Rätbe bei dem Ministerium, für die Stellung der Mitglieder des Ober-Consistoriums und der Würde dieser Behörde entsprechend. — Curtmann tritt entschieden für die Regierungsvorlage ein die auch Oberconsistorialpräsident Goldmann, soweit dieselbe die Räthe betrifft und unter Ausschluß seiner Person vertheidigt. Für die Vorlage sprechen noch D i effen- bach, Köllner, Groh, Köhler (Friedberg) und Müller (Pfungstadt) und gelangt dieselbe schließlich gegen die Stimmen der Abgg. Schröder, Schlich, Jungk und Ströbel zur Annahme. — Weiter ertherlt die Synode nach dem Antrag des Ausschusses der Vorlage Großh. Ober-Consistoriums, welche die Genehmigung der Auszahlung der neu regulirten Gehalte des Ober-Consistoriums bereits vom 1. Januar 1880 an begehrt, ohne Debatte gegen 4 Stimmen ihre Zustimmung. — Es folgt nunmehr die zweite Lesung sämmtlicher in dieser Session berathenen Gesetzesvorlagen und werden bezüglich aller die in erster Lesung gefaßten Beschlüsse gut geheißen. — Nachdem hiermit das Berathungsmaterial erschöpft, wirft Präsident Eigenbrodt einen Rückblick auf die Thätigkeit der Synode, dankte in bewegten Worten für das ihm stets bewiesene Vertrauen und die Nachsicht der Mitglieder, welchen er ein Lebewohl zuruft. - Abg. Wernher spricht Namens der Synode den beiden Präsidenten den Dank für die Leitung der Versammlungen aus und der Präsident des Ober-Consistoriums, Geheime- rath Goldmann, dankt Namens dieser Behörde für das vertrauensvolle Entgegenkommen, welches die Synode ihr bewiesen, für den Eifer und die Sachkenntniß, mit welchen sie die Vorlagen der Kirchenregierung erledigt hat, und spricht die Hoffnung aus, daß die ferneren Synoden stets von demselben Geiste, von dem Geiste gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Liebe, von dem Geiste warmen Empfindens für die evangelische Kirche getragen sein möchten. — Vicepräsident Seel spricht zum Schluß ein Gebet. Berlin. Zum Schutz der deutschen Interessen in den Gewässern von Chile und Peru, welche durch den jetzt an der Westküste Süd-Amerikas entbrannten Krieg in nicht ganz unbeträchtlichem Umfange bedroht stnd, ist die deutsche Panzer-Corvette „Hansa" nach Valparaiso beordert worden und dürfte im Laufe des nächsten Monats dort eintreffen. In Bezug aus das Auftreten der Commandanten kaiserlicher Kriegsschiffe und ihr Zusammenwirken mit den politischen und kaufmännischen Vertretern des Reiches setzen die geltenden Bestimmungen fest, daß die genannten Ofsiciere im Verein mit den Repräsentanten den Reichsangehörigen, ihrem Handel, Verkehr und ihrer Schifffahrt Schutz gewähren und Hülfe leisten, dabet aber stets die am Orte geltenden Landesgesetze beachten und befolgen sollen. Die staatsrechtliche und politische Verantwortlichkeit für die Folgen eines militärischen Einschreitens der Kriegsmarine, welches ein kaiserlicher Vertreter veranlaßt, trifft den Letzteren. Seine Aufgabe ist es, mit der betr. Landesbehörde zu verhandeln, um zu prüfen, ob alle friedlichen Mittel zur Verhütung einer Gefahr für Leben. Freiheit ober Etgenthum von Reichsangehörigen erschöpft sind, ob eine ernstliche Gefahr im Verzüge liegen würde, oder ob überhaupt nach Lage der Verhältniffe nur durch Anwendung materieller Gewalt einer Rechtsverletzung vorgebeugt oder für erlittenen Schaden resp. Beleidigung der deutschen Flagge Ersatz oder Genugthuung erwirkt werden kann. Die Commandanten von Kriegsschiffen handeln, soweit nicht specielle andere Instructionen vorliegen, nur auf Antrag der berufsmäßigen Vertreter und tragen selbst lediglich die militärische Verantwortlichkeit für die Ausführung einer angenommenen Requisition. Wird ein augenblickliches Einschreiten durchaus erforderlich, so hat der Commandant die Vorschriften des maritimen Völkerrechts in Betracht zu ziehen und bei seinen Maßnahmen nicht außer Acht zu laffen, daß ihm die Verantwortlichkeit für die Folgen zusällt. Die Panzer-Corvette „Hansa" gehört der Kategorie der für den Kreuzerdienst in entfernten Meeren bestimmten Schiffe an, die vermöge ihres Baues und ihrer Ausrüstung die Möglichkeit gewähren, in Constictsfällen mit größerer Aussicht auf Erfolg als nicht gepanzerte Schiffe gegen feindliche Landbefesti- gungen oder kleinere Panzerschiffe der überseeischen Staaten vorgeben zu können. Ein Breitseit-Panzerschiff mit Panzergürtel und gepanzertem Batteriedeck ist die „Hansa" mit acht 21-Centimeter-Gußstahlgeschützen ausgerüstet, welche aus zwei Decks übereinander stehen, eine Einrichtung, welche bewirkt, daß das Schiff mit der Hälfte seiner Artillerie auch dann noch kampffähig ist, wenn andere Schiffe, die keine ähnliche Geschützvertheilung haben, wegen zu hohen Seeganges gezwungen sind, ihre Battertepforten zu schließen. Außerdem ist die „Hansa" mit zum Rammen geeigneten Vorrichtungen versehen und hat ca. 3000 indicirte Pferdekräfte leistende Maschinen. Die Besatzung beträgt ca. 350 Mann. (N. A. Z.) — Seitens der Vertretung deutscher Feuerversicherungs-Anstalten ist zu- ständigen Orts eine Denkschrift übergeben worden, worin die Zunahme der Brände namentlich auf dem Lande dem sich immer mehr ausbreitenden Land- streicherthum und dem gewiffenlosen Treiben hausirender Agenten zugeschrieben wird. Daran wird die Bitte geknüpft, daß die Polizei- und Gerichtsbehörden bei Ermittelung von Feuersbrünsten mit besonderer Strenge und Genauigkeit zu Werke gehen möchten und cs verboten würde, Feuerversicherungen im Um* herzieht n auf- und anzunehmen. Die Denkschrift kann als Material bet Bearbeitung des Reichs-Versicherungsgesetzes dienen, von welchem es jedoch wieder einmal ganz still geworden ist. — Der Ober-Bürgermeister von Köln, Dr. Becker, hat im Auftrage des betr. Ausschuffes aus den 21. d., Vormittags 10 Uhr, die Vorstände der rheinischen Stadtgemeinden nach Köln zu einem Städtetag Ungeladen. Die Tagesordnung für diese Versammlung enthält u. A.: Constituirung des Städtetages, Gesetzentwurf, betr. das Communalsteuerwesen, und Aenderung der Gesetzgebung, betr. den Unterstützungswobnsitz. Berlin, 16. Juni. Die Zolltarif-Commission des Reichstags beschloß heute, von der die Finanzzölle enthaltenen Position 25 die nachfolgenden Artikel: Hefe, Essig, Butter, Fletsch, gesalzene Häringe, Caviar, Confituren, Kuchenwerk, Kraftmehl, Puder, Sago, Meermuschelthiere, Schaalthiere, Reis und Salz, deren Verzollung die Jntereffenten als schutzzöllnerische auffaffen, vor B'gurn der zweiten Berathung der Schutzzölle durchzuberathen. Die TarifiCommission genehmigte hiernachst die Position 5 (Droguen) Nr. a, b, c mit einigen kleinen Ermäßigungen nach der Vorlage und beschloß für Bleiweiß, Ble'.zucker, Grünspan, Weinsteinsäure und Zinkweiß Zollfreiheit. — Die „Nordd. Aüg. Ztg." erfährt, auch Italien habe sich nunmehr nachträglich dem Proteste gegen die Finanzdecrete des Khedives angeschloffen. — Die Abgg. Delbrück, Bamberger und Harnier haben im Reichstage die Interpellation eingebracht, ob die Regierung eine Abänderung der Münzgesetzgebung herbeizuführen beabsichtige. Hegerreich. Wien, 16. Juni. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Philtppopel: Das Regierungs-Directorium beschloß die auf 2000 türkische Lire präliminirten monatlichen Kosten für die Erhaltung der Miliz auszubezahlen und den gegenwärtigen Präsenzstand (ca. 10,000 Mann) bis zum Zusammentritt der ostru- melischen Provinzialversammlung beizubehalten. Zwischen dem Directortum und General Vitalis sind ernste Differenzen eingetreten, welche die Stellung des Letzteren sehr gefährdet erscheinen laffen. AranLreich. Paris, 16. Juni. Bet einem gestern stattgehabten Banket in Poitiers erklärte der Minister des Innern Lepere in Erwiderung aus einen Trinkspruch: Die Regierung werde die Gewrffensfreiheit achten, werde aber auch auf Achtung ihre Rechte halten. Der Minister konstatirte ferner das vollständige Etnverständniß innerhalb der Regierung über bic hauptsächlichsten Fragen. — In Dieppe wurde gestern ein Republikaner zum Deputirten gewählt, während sein Vorgänger der bonaparttstischen Partei angehörte. England. London, 14. Juni. Wo Engländer Krieg führen, da bauen sie eine Eisenbahn. Auch das Zululand soll eine den Umständen angemeffene Eisenbahn erhalten. Bestände schon eine Bahn, zum Mindesten bis an die Grenze, so wären die großen Transportschwierigkeiten nicht eingetreten. Einen Plan zum Bau einer leichten „Pionier"-Eisenbahn hat General Clifford gutgeheißen; und um die rasche Einübung der Mannschaften zu ermöglichen, ist in Greenwich ein Modell zur sofortigen Versendung fertig gestellt worden, an welchem sich die Leute einstweilen üben können. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Korrespondenz-Bureau. Berlin, 17. Juni. Der Bundesrath hat das Eisenbahngütertarif- Gesetz mlt Stimmenmehrheit angenommen. Der Verfassungs-Ausschuß wurde mit dec Prüfung der Frage beauftragt, ob in gewissen Bestimmungen des Gesetzes eine Verfassungsänderung enthalten sei. — Die Veröffentlichung der „Nordd. Allg. Ztg." (Nr. 234) über die Vorschriften für die Führung eines Geschwaders haben zu verschiedenen völlig unbegründeten Auslegungen geführt. Die bezüglichen Instructionen bestehen bereits seit 1876 und haben allen Verhandlungen über den Untergang des „Großen Kurfürsten" zu Grunde gelegen. Einige in der Schluß-Alinea angeführten Bestimmungen haben freilich erst neuerdings die Allerhöchste Sanction erhalten, sind jedoch in der Form von Specialbesehlen ebenfalls schon vor der Katastrophe in Kraft gewesen. Berlin, 17. Juni. Reichstag. Vor Eintritt in die Tagesordnung verliest Präsident v. Seydewitz wieder mehrere Urlaubsgesuche. Hierzu bemerkt Abg. Berger, es wäre angezeigt, bei Urlaubsgesuchen fortab eine strengere Praxis zu üben, da man sonst der Beschlußunfähigkeit entgegensehe. Richter (Hagen) macht die Regierung unter Hinweis auf die verzögerte Einbringung der Vorlagen für die jetzige Lage verantwortlich. Windthorst spricht im Sinne Bergers aus, ebenso v. Kardorff. Präsident Hofmann nimmt die Regierung gegen die Vorwürfe Richters in Schutz. Die Vorarbeiten seien mit dem größten Eifer betrieben und durch die Abwesenheit des Reichskanzlers sei die Einbringung nicht um 24 Stunden verzögert worden. — Es folgt hierauf die dritte Berathung der Gebührenordnung der Rechtsanwälte. An der Generaldebatte betheiligcn sich Eysold, Reichensperger und Windthorst. Letzterer beantragt en-bloc-Annahme, welche ohne weitere Debatte mit großer Majorität beschlossen wird. Der Gesetzentwurf betr. die Controle des Rcichshaushalts-Etats pro 1878/79 wird in dritter Lesung ohne Debatte genehmigt. Nunmehr wird die Tarifdebatte wieder ausgenommen resp. fortgesetzt. Nachdem noch einige weniger erhebliche Amendements befürwortet worden, wird Nummer 13 g (feine Holzwaaren) unter Ablehnung aller Anträge unverändert angenommen, desgleichen Nr. 13 h. Zu Nr. 14 (Hopfen 20 J4) beantragt Lüders lieber; Weisung an die Brausteuer-Commission. Bundes-Commissar Mayr vertheidigt die Position. Abg. Hermes beantragt, den Zoll bei 10 JL. zu belassen. Abg. v. Ow oer- theidigt die Position, welche schließlich nach der Regierungsvorlage unverändert angenommen wird- Nr. 15 betrifft die Zölle für Instrumente, Maschinen und Fahrzeuge. Hierzu beantragt v. Wedell-Malchow den Zoll für Locomobilen im Interesse der Land- wirthschaft zu streichen. Stumm bekämpft den Antrag. Derselbe wird abgelehnt. Auch die übrigen Amendements werden abgelehnt und die Zollsätze nach der Vorlage angenommen. Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr. Tagesordnung: Interpellation Bamberger, betreffend die Währungsfrage und der Tarif. Ems, 17. Juni. Die Ankunft Sr. Maj. des Kaisers in Ems ist auf nächsten Sonntag festgesetzt. Petersburg, 17. Juni. Ein Telegramm des „Golos" aus Odeffa meldet, daß aus der Rentei in Cherson P/a Mill. Rubel entwendet worden sind. Die Diebe haben, um in das Kaffenlocal zu gelangen, einen 15 Faden langen Gang unter dem Boden gegraben. Warschau, 17. Juni. Ein Wolkenbruch zerstörte aus der Warschau- Wiener Eisenbahn zwischen den Stationen Myszkow und Zarvercy sieben Brücken und eine Bahnstrecke von einer ganzen Werst. Der Verkehr ist eingestellt. Versailles, 17. Juni. In der Kammer der Deputirten erhob der Handelsmin,nister Tirard Beschwerde darüber, daß im amtlichen Journal die Worte Caffagnacs, welche eine Beschimpfung der Regierung enthielten, ausge- laffen seien. Gambetta erwiderte, das Präsidial-Bureau habe in Anbetracht, daß die beschimpfenden Aeußerungen der sofortigen Rüge entschlüpft seien, sich für di« Weglaffung im amtlichen Journal entschieden. Die Kammer nahm darauf eine Tagesordnung an, worin das Verhalten des Präsidial-Bureaus gebilligt und beschloffen wird, eine Commission für Aenderung der Geschäftsordnung zu ernennen. — Hiernach wurde die Berathung der Unterrichtsgesetze fortgesetzt. Im Senat theilte der Präsident mit, daß der Congreß am Donnerstag Vormittag um 10 Uhr zusammeutreten werde. Bern, 17. Juni Der von den schweizerischen und italienischen Dele- flirten verhandelte Vertrag über die Suboentwnirung der Bahnlinien des Monte-Cenere ist gestern Abend abgeschloffen. Berlin, 17. Juni. Der Ausschuß des Vereins der Privatbahnen des deutschen Reichs trat heute behuss Stellungnahme zu dem Eisenbahntarif- Entwurfe zusammen unb bezeichnete einstimmig einen einheitlichen Gütertarifsatz für alle deutschen Bahnen als für die Rentabilität der Privatbahnen höchst schädlich. ES wurde beschlossen, nach Beschlußfassung des Bundesraths über den Gesetzentwurf die Anschauungen des Ausschusses in einer Denkschrift niederzulegen und dieselbe zur Kenntniß des Reichstags und aller betheiligten Kreise zu bringen. Brüssel, 17. Juni. Im Senat begann heute die Berathung des Gesetzes über den Volksfchulunterricht. Der Senatsprästdent Fürst Ligne sprach gegen das Gesetz. _____________________________________ Lokales. Gießen, 18. Juni. Äm 27. Juli findet zu Worms der Verbandstag der hessischen Feuerwehren statt. Anmeldungen zur Theilnahme und Anträge wollen an den Vorstand unter F. St. F. gerichtet werden — In der Woche vom 8. bis zum 14. Juni ereigneten sich in Gießen 10 Todesfälle Darunter 6 bei Kindern. Em Kind von 9 Jahren starb an Diphthcritts, von 5 Kindern im ersten Lebensjahre, 2 an Brechdurchfall, 1 an Lungenentzündung, 1 an Bronchienentzündung, 1 an Krämpfen. Von 4 erwachsenen Personen starben 2 an Lungenschwindsucht, eine an Lungenemphysem, eine an Harnruhr G. — Ein unfreiwilliges Bad nahm heute Morgen ein Dienstmädchen an der Koch'schen Bleiche. Daffelbe stürzte beim Auswaschen von dem schmalen Stege in den dort ziemlich tiefen Stadtbach und mit ihr zwei Körbe voll Wäsche, welche wohl schwerlich wieder zu erlangen sein dürfte, da das Waffer dieselbe mit sich fortriß. — Ein nur mit einer Hose bekleideter Krüppel, an zwei Krücken gehend, wurde heute Nacht um 1 Uhr aus der Herberge in der Wolkengasse ausgesetzt. Ein mitleidiger Nachbar nahm den Obdachlosen für diese Nacht auf. — Eine sehr kräftige Prügelet zwischen Handwerksmeistern entwickelte sich gestern Abend gegen 8 Uhr in einer Wirthschaft am Canzleiberg. Der unterlegene Theil soll sogar von dem Sieger im Hofe auf einen Haufen Mist placirt worden sem. Der vertilgte Nothwein muß kräftig gewesen sein. — Einem Obdachlosen mußte die Schutzmannschaft heute Nacht Quartier anweisen. — Das Feuerwerk gestern Abend lockte trotz des ziemlich ungünstigen Wetters eine große Menschenmenge in den Wenzel'schen Garten. Es herrschte nur eine Stimme des Lobes über das gelungene Arrangement und erntete namentlich die letzte Pi^ce, die große Brillant- Fontaine, den wohlverdientesten Beifall der Zuschauer in und außer dem Garten. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch bemerken, daß auf Antrag bezw. Einwilligung sämmt- l ich er bctheiligter Gartenbesitzer das Gäßchen nach dem Schiffenberger Weg gesperrt wurde, um nicht die Demolirung und Zerstörung wiederholt zu sehen, welche anläßlich des letzten Steigens des Luftballons in den diversen Gärten stattfand. Vermischtes. Darmstadt, 16. Jnni. Zur Beschickung der internationalen Weltausstellung zu Sydney haben sich dem „Gewerbeblatt" zufolge folgende inländische Industriellen angemeldet: 1) Mayer, Michel und Deningcr, Lederfabrikanten in Mainz; 2) A. Neubecker, Fabrikant für Bierbrauerei:Einrichtungen in Offenbach; 3) Meyer und Coblenz, Wcinhandler und Wetnberg- besitzer in Bingen; 4) E. Merck, chemische Fabrik in Darmstadt; 5) Hch. Keller Sohn, forst- und landwirthliche Samenhandlung in Darmstadt; 6) Hermann Lehmann, Portefeuillewaarenfabrik in Offenbach; 7) Gustav Böhm, Parfümcriewaarenfabrik in Offenbach. — Dem berühmtesten Baudenkmal, das uns aus der Zeit der Herrschaft der Araber in Spanien erhalten geblieben ist, der Alhambra in Granada nämlich, droht nun ein plötzlicher Untergang. Wie nämlich die Madrider „Lealtad" vom 4. d. meldet, hat der Hügel, auf dem dieses clajsische Gebäude steht, vor einigen Tagen zu rutschen begonnen und droht jetzt gänzlich nuseinander zu gehen und so die Alhambra mit zu vernichten. Aber auch der Alcazaba, einem herrlichen weitläufigen Gebäude, welches am Fuße dieses mit der Alhambra gekrönten Hügels liegt und in dem einst der maurische Adel wohnte, droht durch diese Katastrophe eine große Gefahr. Bern, 14. Juni. Wie die „I. P." meldet, ist Zürich durch einen Mord wieder sehr aufgeregt. Seit acht Tagen logirte dort im „Hotel Schwert" ein junger Weiureisender Namens Samuel Ruffy, Vertreter einer Firma in Bordeaux, gebürtig aus Morges im Canton Waadt. Vorgestern Abend erhielt derselbe von einem jungen Polytechniker Namens Charles Greiloz, Don Ollon im Canton Waadt, mit dem er in einer Züricher Erziehungsanstalt gewesen, Besuch. Beide begaben sich auf Ruffy's Zimmer, wo sie tranken. Abends 10 Uhr erhielten sie die ktztc Flasche Wem. Gegen 3i/2 Uhr Morgens wurden Wirthsleute und Gäste durch rasch aufeinander folgende Revolverschüsse geweckt. Man eilte in das Zimmer Ruffy's, wo man Greiloz auf dem Bett als Leiche mit sieben Quetschwunden am Hinterkopf und zwei am Halse fand, während das Bett in hellen Flammen stand und die Matratze zum Theil verbrannt war Das Ganze umbüllte dichter Rauch. Ruffy erzählte nun, er sei durch starkes Rütteln und Würgen geweckt worden und habe zwei unbekannte Personen wahrgcnommen, von Heyen her eine ihn, der andere seinen Freund mißhandelt habe. Endlich habe er sich losgerunAen und um rasche Hülfe zu erhalten, seinen Revolver abgefeucrt. Die Fremden seien durch das Fenster entflohen, worauf er nachträglich bemerkt, daß ihm 5000 Fr. fehlen Diese Darstellung erwies sich sofort als unwahr; man zweifelt vietmebr nicht, daß Ruffy den Mord begangen hat. Schon vor wenigen Tagen soll derselbe bei einem Küfer einen Hammer verlangt haben, den er auf Reclamation zurückgegebcn; bald jedoch habe er sich einen anderen gefordert und dieser fehlt. Man glaubt, daß er ibn durch das Fenster in die Limmat geworfen hat. Wie es heißt, ist Eifersucht der Beweggrund der That. Fintel. Ein ziemlich origineller Schwindel wurde kürzlich von einem Unbekannten hier und in der Umgegend verübt Es erschien nämlich eines Tages bei den Hausfrauen im Dorfe ein städtisch gekleideter Mann, der unter dem Namen „englische Krystallbleiche" ein chemisches Bleichmittel anbot, welches geradezu wunderbar wirken sollte. Das Leinen, in eine Abkochung dieser „Krystallbleiche" gethan und dann in kaltem Wasser nachgesvült, würde, wie der Händler betheuerte, in wenigen Minuten so weiß werden wie die Manschette, welche er an der Hand trüge. Da das Pfund von diesem Wundermittel nur 1 kostete und schon genügte, bei einer ganzen Bleiche die aschgraue in schneeweiße Farbe zu verwandeln, so war es nicht sehr zu verwundern, wenn die meisten Leinen besitzenden Hausfrauen dem bisherigen zchar wenig kostenden, aber doch immerhin zeitraubenden Bleichverfahren, wober Sonne, Waffer und Buchenlauche als Hauptfaetoren fungirten, ungetreu wurden und sich mit „englischer Krystallbleiche" versahen. Das Experiment wurde nun auf's Sorgfältigste nach der geschriebenen Gebrauchsanweisung, welche der Händler zurückließ, gemacht, dock es zeigte sich bald, daß die „englische Krystallbleiche" dem hiesigen Fabrikat gegenüber völlig machtlos war; das Leinen kam ebenso grau aus der Bleiche heraus, wie es hinein gethan worden. Waren die guten Hausfrauen hierüber schon sehr ärgerlich, so stieg ihre Entrüstung noch höher, als sie nachträglich erfuhren, daß einige Tage zuvor ein Unbekannter, der nach der Beschreibung kein anderer sein konnte, als der CrystallbteichewMann, bet hiesigen Kaufleuten die gesammten Vorräthe von gemahlener Kreide ä Pfd. 5 H angekauft hatte, um sie vann als „englische Krystallbleiche" mit 1900 Proc. Nutzen wieder loszuschlagen!! Meppen, 11. Juni Auf dem Kruppschen Schießplätze ist heute die größte Kanone eingetroffen, welche bis jetzt auö der Krupp'schcn Fabrik hervorgegangen ist, es ist die 40-Cen- timeterrKanone. Dieselbe hat eine Rohrlänge von 10 Metern und wiegt 72,000 Kilogr.; sie verlangt eine Ladung von 220 Kilo Pulver und schleudert mit außerordentlicher Trefffähiakett ein Geschoß von 750 Kilogr. auf 10,000 Meter Entfernung. — Wenden Sie gefälligst um! Auf dem Rittergute Pomsen verschwanden einmal 50 Stück Kornsäcke, welche trotz aller Nachforschungen nicht zu finden waren. Als nach einem Jahre der Verwalter des Gutes begraben wurde und es dabei regnete, nahmen die im Leichenzuge befindlichen Weiber ihre Röcke über den Kopf uns der erstaunte Amtmann, der hinten nach kam, las auf allen Unterröcken: Rittergut Pomsen Nr. 1K, 24, 36, 48 rc. — Eine junge Dame erscheint im Insertions-Bureau eines verbreiteten Blattes und bezahlte die Gebühren für folgende Anzeige: „Ein gebildetes Fräulein vom Stande wünscht eine Gouvernantenstelle hier oder in den Provinzen gegen vollkommenen Unterhalt zu versehen. Auskunft ertheilt aus Gefälligkeit Dr. Metzger am Steinwall Nr. 8." Allein Gott Bachus regiert sowohl Correetur als Druckerei, und andern Tages erscheint folgendes Inserat: „Ein gebildetes Fräulein vom Lande wünscht eine Gouverneurstelle hier oder in den Provinzen gegen vollkommene Unterhaltung zu erstehen. Auskunft ertheilt aus Gefälligkeit der Metzger im Sckweinstall Nr. 8" Eingesandt. Im Glauben, daß ein verehrt. Publikum gewiß stets mit Freude und Stolz die Anlagen des Gartens betrachtet, kann ich nicht umhin, leider abermals zu bestätigen, daß von ruchloser gemeiner Hand, aber auf eine so raftinirte und den Fachmann verrathende Weise, das schöne Lilienbeet (jede einzelne Pflanze von der Erdoberfläche an beinahe einen Fuß mit einem Messer aufgeschlitzt) zerstört worden ist. Die Pflanzen sind in Folge dessen bis auf die Blüthenkolben entlaubt, ob selbige zur Blüthe gelangen, bleibt dahingestellt und sollte es nickt der Fall sein, ist der Garten von einer mit der schönsten Zierde beraubt. Nebenbei bemerkt, belief sich die Anlage des Beetes auf JL 60. Ob solche Handlungen mich aufmuntern, immer mehr „Neues" zu schaffen, überlasse ich einem w o h l w o l l e n d e n Publikum. Dem Thäter jedoch diene, trotzdem Er vielleicht ebenso wie bei dem gestohlenen Thermometer nicht entlarvt wird, daß diese seine Heldcnthat ihn kennzeichnet und glaube gewiß im Sinne des ganzen Gießener Publikums zu sprechen, wenn ick behaupte, daß Er wenig Anspruch auf das Prädikat „Mensch" zu machen berechtigt ist. Die Hand, welche Blumen auf diese Art, und namentlich in einem öffentlichen Garten, zerstören kann, gehört einer Bestie. W Wenzel. Allgemeiner Anzeiger. | Geschäfts-Verlegung* Zur Bequemlichkeit meiner geehrten Kunden und Abnehmer verlegte mein Geschäftslocal Sonnenstrasse B* 106 (meinem früheren Hause). Empfehle zugleich mein Lager in gepolsterten Möbeln, Rohr- u. Strohstühlen, Tapeten, Gallerien, Rosetten etc. zu billigen Preisen. H. Bepler» Bade- und - Anstalt von L, Ohr. Rubsamen ist in allen ihren Theilen eröffnet. Lade ganz ergebenst hiermit das verehrliche Publikum zum Abonnement ein, die Liste zur gefälligen Einzeichnung liegt in der Anstalt offen. Die Unterrichtsstunden und Badezeit für die männliche Schuljugend find an Wochentagen Vormittags von 10—12 und Nachmittags von 3—7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags von 7—12 Uhr. Die Schwimm- und Badestunden für die Mädchen werden bei den Anmeldungen bestimmt. Anmeldungen zum Schwimmunterricht beliebe man recht bald abgeben zu wollen.____________________________________________(3144 Pianino’s n. (laviere Pianos Geschäft 569) von <*g. D. Gebauer Juu. in Alsfeld. Das 2 Abonnement - Concert findet Umstände halber Freitag den 20. Juni statt. 4131) Anfang 6 Uhr. — Entree 50 Gesangverein Liederkranz. Sonntag den 22. Juni c.: Parlhie auf Staufenberg mit Extrazug. Abfahrt 2V2 Uhr Nachmittags. Rückfahrt 93A Uhr Abends. Billete ä Person 60 am Bahnhof bis 2 Uhr und auch schon vorher bei Herrn Polizei-Secretär Krämer zu haben. Kinder von Mitgliedern fahren frei. 4132) Der Vorstand. ‘Ä“ Louis Lony, “Kf Holzwaarengeschäft u. Küferei. Reichhaltiges Lager in Küchen- und Haushaltungsartikeln. Prima Holzkrahnen, Bürsten u. Korbwaaren — in schöner Auswahl. Fabrikation und Lager von Küferwaaren. Wein- und Bierfass, Bade- und Waschbütten, Blumenkübel, Züber etc. zu billigen Preisen. (4111 Kölnische Hagel-Dersicherungs-Gesellschaft. Gegründet Im «Jahre 1853. Grund-Kapital M. 9,000,000, Reserven M. 1,179,883 Zur Vermittelung von Versicherungen gegen Hagelschlag bei obiger Gesellschaft empfiehlt sich unter Zusicherung prompter Erledigung aller Alffträge. Die Agentur der Kölnischen Hagelversicherungs-Gesellschaft. 2561) Theodor Küehler. Bekanntmachung. 4099) Die Auslassung der Haupt- und Ergänzungs- Seschwornen für das Schwurgericht der Provinz Oberhesien vom II. Quartal 1879 soll Donnerstag den 26. Juni 18 79, Vormittags 11 Uhr, in öffentlicher Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts in dem Hofgerichtsgebäude vorgenommen werden. Gießen, den 12. Juni 1879. Der Präsident Grotzh. Hosgerichts der Pronin; Oberhesien. Dr. Buff. vdt. Theobald. HolzverfleiMUilg im Gießener Stadtwalde. Montag den 23. Juni 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Strangswtese und Bannwald nachverzetchnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelt). Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Nadel- u. Weich->— — — 9160 Holz B. Bau-, Werk- und Nutzholz 85 Nadelstämme mit 5,14 Fftmlr., 3317 Fichtenstangen mit 19,47 Fstmtr. von 2—7 Centimtr. und darunter 1800 Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist an der Strangswtese. Gießen, am 18. Juni 1879. Großherzogl- Bürgermeisterei Gießen. 4124) A. Bramm. Arbeitsversteigerung. Montag den 23. d. Monats, Mittags 1 Uhr, sollen aus dem Rathhause in Hausen öffentlich in Accord versteigert werden: Lieferung von Chaussirungssteinen, sowie Setzen, Schlagen und Decken derselben, veranjchl. zu 164 Weißbinderarbett, „ „ 49 Maurerarbeit, „ „ 108 Zimmerarbeit, „ „ 162 Dachdeckerarbeit, „ „ 188 Schlofferarbeit, „ „ 22 Hausen, den 18. Juni 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Hausen. 4125) Dern. Brennholz- Versteigerung. In den Frecherrlich von Nordeck zur Rabenauischen Waldungen kommen zur Versteigerung: 1. Freitag den 20. Juni 1879 in den Districten: Fräuleinslust, Mittelburger Seit, Neustätte, Steinberg, Schiffelbach und Rinnwege: Scheiter Knüppel Reisig Stöcke Raummeter Birken 16 18 40 20 Eichen 2 2 — — Nadelholz 182 178 124 580 Aspen 10 — — — Erlen — 14 — — 2. Montag den 23. Juni 1879 in den Districten: Stätte, Steinberg, Odenkopf und Häringsteich: Buchen 48 9 92 Birken 6 — 4 36 Eichen — 4 4 — Nadelholz 264 171 98 431 Aspen —- — 8 — Die Zusammenkunft findet am ersten Tage bei der Wiese im alten Brunnen, am zweiten Tage bei dem Hof Appenborn jedesmal Vormittags 9 Uhr statt. Londorf, den 14. Juni 1879. Die Freiherrlich von Rabenauffche Oberförsterei Rabenau. I. V. d. O.: (4057 Franz, Revierverwalter. Heugras Versteigerungen der Fürstl. Solms. Rentei Lich. I. Wiesen oberhalb der Stadt Lich. Mittwoch den 25. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Wiesen der Pcinmühle gegenüber, den Wiesengrund herab, Großer Wörth, Stockwiese, zusammen 115 Morgen. II. Wiesen unterhalb der Stadt Lich. Donnerstag den 26. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr. Gänsweidwiese an der Lohmühle, Bleichgarten am Dietert. zusammen 10 Morgen. III. Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Nieder-Bessrngen. Freitag den 27. Juni, Vormittags präcis 8 Uhr, Hainwiese, Krummmiese, Riedchen, Seewiese, Sautenkor, im Ganzen 100 Morgen. IV. Gemarkung Burkhardsfelden. Montag den 30. Juni, Vormittags präcis 9 Uhr, Mönchwiese und Strauchwaldwiese, im Ganzen 70 Morgen. Die Ausgebote geschehen an Ort und Stelle in Abtheilungen von ein bis zwei Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. I. gestattet. Lich, den 17. Juni 1879. Fürstl. Solms. Rentei Lich. ______________Kreutzer._________(4119 Heugrasversteigerung in der Oberförsterei Treis a./L. Freitag den 20. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll bei Wirth Walter zu Daub- rtngen das Heugras von der cameral- fiscaliscken Sorauwiese in 21 Loosen von je lJ/4 Morgen versteigert werden. Treis a./Lda., 17. Juni 1879. Großh. Oberförsteret Treis a./Lda. 4116) Amendt. Heugrus- Versteigerung. Freitag den 20. d. M., von Morgens 9 Uvr an, soll das Heugras von den hiesigen Gemeindewiesen, co. 114 sD Morgen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist wie gewöhnlich bet der Fußmüble. Großen Buseck, am 14. Juni 1879. Groß. Bürgermeisterei Großen-Buseck. 4049)_____Wagner.__ Grasversteigerung. Mittwoch den 25. Juni d. I., Morgens 9 Uhr ansangend, soll das Heu- und Grummetgras von circa 32 Hektaren Wiesen der Gräflichen Rentei Arnsburg auf Ort und Stelle in kleinen Abtheilungen versteigert werden. Zusammenkunft Arnsburg. Arnsburg, den 17. Juni 1879. Gräfliche Rentei Arnsburg. 4117) Junker. Kr-'tag den 20. Juni, Mittags um 2 Uhr, lasse ich in dem Becker'schen Garten am Justizpalast: ein Häuschen aus Holzfachwerk auf den Abbruch (zu Waschküche, Stall rc. geeignet), eine große Hundehütte, eine Parthic Bretter, Pfähle und Bohnenstangen, öffentlich meistbietend versteigern. 4123) E. R. Textor. Iieilgeöotenes. in verschiedenen Sorten und Farben werden nach Belieben abgegeben bei Gärtner Schaum. 4100) Alle Sorten Gemüsepflanzen zu haben________Marburgerstraße 166 Hannover'jche Pscrdemarktloose, Offenbacher Ausstellungsloose bet Varl Roloff 9 4122) Brandgaffe. Salz von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. <5. D. Bapet auf dem Markt in Gießen. <196 Großherzogl. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim. Sauerkraut in vorzügl. Qualität empfiehlt (4121 Earl Roloff Brandgasse Aermietsiungen. 4102) Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen. Jacob Thomas, Schiffend. W. 4101) Ein Logis mit 3 Zimmern, ein Cabinet und Küche zu vermiethen und im September zu beziehen. Wernhard Dietz. 4114) Sonnenstraße B. 77 ist ein Logis (5 Zimmer mit allem Zugehör) zu vermiethen. 4112) Logis von 5 Zimmern nebst Zubehör zu vermiethen. Reichenfand-Bahnhofstraße. Näheres bei Carl Plank, Wolkengasse. 4110 > Ein Familienlogis zu vermiethen. _______I. Mannbergcr, Neuenweg. 4120) Eine kleine freundliche Wohn- ung zu vermiethen. _ Lit. D. Nr. 56. 4115) Ein kleines Logis zu vermiethen _____________________bei Glaser S ck erf. 4130) Ein Logis, gleich beziehbar, zu vermiethen in 90 Neuen-Bäuen.________ 2174) Ein Logis im Freien, erster Stock/ 4 bis 5 Zimmer mit Zubehör, sowie Theil am Garten, zu vermiethen und 1. Juli beziehbar.__J^Jutzi.^ 1526) Ein Haus best. aus 7 Zimmern, verschließb. Boden u. s. w. nebst Garten, zu vermiethen. Ebenso eine Wohnung von 4 Zimmern u. s. w. Näheres bei Di-. Koeniger, Grünbergerstr. B. 151,5- 3950) Ein unmöblirtes Zimmer zu vermiethen._____________Kirchenplatz 23. 3865) Ein Mansardenlogis in der Frankfurterstraße zu vermiethen. Zu er- fragen in der Exped. d. Bl.______________ 3631) Zimmer und Cabinet mit oder ohne Möbel zu vermiethen. ______________________Gartfeld 114V10. 3624) Ein schönes möblirtes Zimmer, parterre, in bester Lage, auch zum Comptoir geeignet,auf Wunsch mit geräumigemAußen- keller, weist die Exped. d. Bl. nach. 3551) In meinem Hause im Gartfeld ist der erste Stock mit 6 Zimmern nebst Zubehör pr. 1. Juli zu vermiethen. __________________I. Bernhardt. 3548) Ein Familienlogis zu vermiethen bei H. Möser, Neustädter Thor. 3378) Eine Familienwohnung und ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu ver- miethen._______________Neuenweg 134. 3212) Ein Logis, bestehend aus 3 Zimmern, 2 Cabinetten, Küche und nöthigem Kellerraum, mit Wasserleitung per sofort zu vermiethen im ehemals Thorn'schen Hause._____________Frankfurter Straße. Der seither von Herrn Dr. Weiffenbach bewohnte untere Stock meines Hauses, Alicenstraße 1025/i0, bestehend aus 6 Zimmern und Zubehör, ist vom 1. Juli an zu vermiethen. (2988 __Dr. Th. Tasche. 2737) Ein möblirtes Zimmer zu oer? miethen im frankfurter Hof.________ 2318) Der 2. Stock meines Hauses ist zu vermiethen und am 1. Juli d. I. be- ziehbar. S. Katzenstein, Seltersberg. 2006) 5 Zimmer, Küche rc. im 1. Stöckey gleich beziehbar, zu vermiethen. __F. Zöller, Neustadt. 4064) Eine Stube für einen einzelnen Herrn zu vermiethen. ______________Flügelsgasse 95, 3. Stock. 4016) Ein möblirtes Zimmer zu ver- mietben._____________Seltersweg Nr. 8. 3898) Ein Familienlogis zu oermie then und sofort zu beziehen bei ______________f. Fclfing, Neuenweg. 3896) Em kleines Logis zu verniiethen. ___________Adolf Hoß, Schießgärten. 3768) Ein Logis von 3 Zimmern nebst Zubehör im 2. Stock zu vermiethen. Chr. Schopback. Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. 3714) In meinem neu erbauten Hau fc im Hinteren Gartfeld sind mehrere kleine und größere Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und allen Bequemlichkeiten zu vermiethen und alsbald be- ziehbar.__W. Sculing. 3420) Ein Familienlogis, sogleich bc- ziehbar, zu vermiethen. ____________Elias Meier Ww. 3214) Ein Familienlogis per 1. Juli zu vermiethen bei ______Uhrmacher Böger, Seltersweg. 3169) Das von Herrn Dr. Weißmann bewohnte Logis ist durch den Wegzug desselben von hier nach Leipzig bis zum 15. Aug. zu vermiethen. B. Strauch. 3024) Eine Wohnung von 4 Zimmern, und Zubehör in meinem Nebenbaus an eine stille Famile zum 1. August zu ver- miethen.___________________Dr. Ploch. 1470) Der untere Stock inHinem. Hinterhause, sowie Mansardenwohnung im Vorderhause zu vermiethen. Carl Haas, a. d. Actienbrauerei. 4063) In meinem neu erbauten Hause in der Hintergasse sind 3 Familienlogis, mit abgeschlossenem Corridor, alsbald bc= ziehbar, zu vermiethen. Ph. Kreiling. 3170) Ein Logis von 3 Zimmern, Küche rc. zu vermiethen. B a l t h. Strauch. Vermischte Anzeigen. 4123) Die seiner Zeit viel besprochene Beleidigungssache zwischen Aaron Katz und Abraham Stein kommt Morgen den 19. Juni Morgens 9 Uhr zur Ver- handlung bei Großh. Bezirksstrasgericht. Vergebung von Bauarbeiten. Die zu einem Neubau nöthigen Bau- Arbeiten, sollen auf dem Submissionsweg vergeben werden. Voranschläge und Submissionsproto- coll liegen bet Unterzeichnetem offen,, woselbst die Offerten binnen 8 Tagen abzugeben sind. (4107 Gießen, den 17. Juni 1879. M. Rosenthal, Universitätsstr. 4106) Eine gesunde Amme wünscht eine Stelle. Auskunft erthcilt die Exp. d. Bl. 4104) Zum alsbaldigen Eintritt suchen einen qualificirten jungen Mann als Lehrling Echternach Lk Haustein. 4103) 3—6 Mann tüchtige Pflasterer finden dauernde Beschäftigung bei H. llombart, Pflastermstr., __________Wetzlar.____ 4105) Eine gesetzte Person, die bis jetzt immer in größeren Häusern in Deutschland und Frankreich als Haushälterin fungirte, sucht anderweitige Stellung. Beste Zeugnisse stehen zur Verfügung. Näheres in der Exped. d. Bl.__ 4113) Forderungen an den Nachlaß der verstorbenen Aug. Plank Eheleute sind innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Ebenso können Zahlungen innerhalb obiger Frist noch ohne Kosten an denselben geleistet werden. Varl Plank, Wolkengaffe. 4118) Eine Wohnung von 3 Zimmern, Küche, Boden- und Kellerraum zum 1- August zu miethen gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl._____________________________ Schülerinnen, machen, (Salonblumen und französische Papierblumen) lernen wollen, sowie Unterricht im Stricken und Häkeln erthcilt gründlich (4126 Franziska Kentler-Häfcr, ____________Neuenweg b. Sauer. 4108) ES wird zum erfteu August ein schön möblirtes Zimmer (Bel- Etage) gesucht. Offerten mit Preisangabe «ul> 4108 bef. die Exped. d^BlttS.________ 4129) Unserem lieben Turnbruder F......ch L . . . . r zu feinem heutigen 19jährigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes „Gut Heil" daß die ganze Marktstraße wackelt. Seine Tbr. 4051) Für einen Jungen vom Lande wird ein tüchtiger Schuhmachermeister ge- sucht. Adresse in der Exped. d. Bl. An- u. Verkauf Bettwerk, getragenen Kleidern rc. bei (4050 Wilhelm Brück, Mühlgasse. !?i »t ' di) in Gießen. Hierzu eine Beilage.