AllM- Md Amtsbllltt für ita Kreis Sichen. 1879. Str. 90. ZS ® —— —---~ x _ , . _ _ isrn» Dteneiiuumtu L xhuio L,v -pi- Me-aetio«-bureaur l Gchulstraße v. 18. Erscheint tS-ttch tmt Ausnahme deS MontagS. 3^ die Post bezogen vierteljährlich 2 Mack 50 Pf. VA-evittonDdirrenu r j ■— Amtlicher Hheik. Bekanntmachung. In Gemäßheit des §. 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über Vie Naturalleistungen für die bewaffnete Macht .m Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitlsmarktpreise vom Monat März 1879 veröffentlicht: Hafer 14,50 Mk., Heu 4,20 Mk., Stroh 4 Mk. per 100 Kilogramm. Gießen, am 18. April 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. B o e k m a n n. ___ aus ein verband Deutschland. Darmstadt, 16. April. In Folge des Rücktritts des Geh. Medtci- nalrathS Pros. Dr. Seitz von der Leitung der medicintschen ftlinit an der Landesuniveisität mußten Verhandlungen zur Gewinnung eines tüchtigen Nachfolgers eingeleitet werden. Diese Verhandlungen stießen auf erhebliche Schwle- rlakeiten, welche hauptsächlich darin bestanden, daß die Localitäten und Ausstattung der Universitäts-Klinik als nicht ausreichend und entsprechend gefunden wurden. Als solche Forderungen werden bezeichnet: Neue Ausstattung der vorhandenen Krankenzimmer der medicintschen Klinck, Anschaffung neuer Wäsche (Leibwäsche) sür 50 Kranke, bessere Instandsetzung des HörsaaleS und des S-ctionssaales und Ausstattung dieser Räume mit Mobiliar, die Einrichtung eines medicintschen Laboratoriums, die Anschaffung eines Desinfecilons-Osins, di- Vermehrung des Wartepersonals und die Anstellung eines zweiten Assistenten bei der medicintschen Klinik. Das Großh. Ministerium des Innern und des Justiz hat unterm 12. d. Mts. eine Vorlage an dle zweite Kammer der Stände gelangen lasten, welche das Ai sinnen enthält, die Zustimmung zu ertbeiltn, daß die für Ausführung eine» Hintergebäudes bei der Klinik in Gießen mit Zubehör bewilltglen 16,000 Mk. zur Bestreitung der in der Vorlage näher erörterten einmaligen Ausgabe» verwandt werden, zu gleichem Zwecke der Regierung weiter die Summe von 8700 Mk. und zur Bestreitung der dauernden Ausgaben die Summe von jährlich 4200 Mk. aus Staats- mdtcl3)atmftabt"9 17.^>lpril. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wird Dienstag den 22. d. M. ein- Sitzung abhalten. Auf der Tagesordnung d-rselben stehen die beiden neuesten Vorlagen G'vßh. Ministeriums des Innern und der Justiz in Betreff der weiteren Ansorderung sür die mcd,ctn,sch- Klinik anter Landesunwersität und in Betreff der Pensionsberechtigung des Dlrectors der Blindenanstalt zu Friedberg, sowie etwaige wettere zur Berichterstattung reise ®l8"^Cc’ 16 ap,(j. Die lebhafte Theilnahme, welche sich in allen G-a-nden Deutschlands sür die australischen Ausstellungen in Sidney und Melbourne kundgibt, hat der Frag- näher treten lasten, in wieweit das deutsche Reick eine Betheiligung an diesen Ausstellungen bethätigen soll. Es wird in !?. testendem Bundesrath eine dte Beihetligung des deutschen Reichs an den Ausstellungen in Sidney und Melbourne betreffende Vorlage alsbald zu- aeben Es heißt, gegebenen Falls werde Geheimrath Proseffor Reuleaux als deutscher Regierungs-Eommistar zu den Ausstellungen nach Sidney und Mel- bourne^enffendet yjiotive uud Anlagen zum Zolltarif bilden di- umsangretckste Drucksache, welche dem Reichstag- bisher zugsgangen ist; vielleicht wird sie übermorgen, jedenfalls nicht früher, vertheilt. Die Motive haben -'nen allgemeinen Th-il, der zum ersten Male den Standpun t der Reaierung bet der Jnangriff. ahme des neuen Zolltarifs nach allen Richtungen erleuchtet und in jedem Satz Anregung zu eingehenden Debatten bieten wird. Di- Voraussetzung des Ganzen ist die von der Regierung behauptet- Thal- daß die Verhältnisse, aus denen der bisherige Taris für den Zollverern bervoraegangen, eine Umgestaltung erfahren hätten, welch- seine Erhaltung um möalicb mache. Der Zollverein habe keinen Wirthschaftsbedars gehabt; das Reick habe finanzielle Bedürsniste, welche die bisherigen Einnahmen nicht mehr decken dte Matricularbeiträg- aus dte Dauer auch nicht besriedtg-n könnten. Die Herabsetzung der letzteren sei von allen Seiten verlangt worden. Die R-ai-rnng erachte die von ihr vorgeschlagenen Mittel zur B-sriedigung der rinontiellen und wirthschastlichen Bedürsniste für dte geeignetste» u. s. f. Der ivecielle Thetl der Motto- setzt sich dann zumeist aus Thetlen des Berichtes d-r Zolltarif-Commtssion an den Bundesrath zusammen. Inzwischen wächst wit fidem Tage die Zahl der Petitionen von Städten, Handelskammern und anderen kaufmännischen Corporationen und Jnterestenten Verbänden gegen den neuen Zolltarif. Dte Zahl dieser Petitionen beträgt bereits nahezu 5001 - (Köln. $tfl.) — Es besteht jetzt sicher die Absicht, dem Reichstage eine Vorlage über Aenderungen d-S R-icheg-s-tzes vom 6. Juni 1870 betreffs des Un.erstützungs- wobnfitzes zu machen. Insbesondere wäre 1) als Aufangssrist für den Lauf dn im Gesetze festgesetzten Fristen statt des 24 das 21. Lebenjahr zu, b.stlm- men, und überdies 2) die Dauer der eben e>wähnten Fristen von zwei Jahren Jahr herabzusctzen ; ferner 3) die Anordnung, wonach der Ortsarmen- V„VUHV des Dienstorts verpflichtet ist, Personen, welche im Gefindedie-ste stehen, Gesellen, Gewerbegehülfen *nb Lehrlingen, welche am Dienstorte erkranken, während eines Zeitraumes von 6 Wochen dte erforderliche Kur und Verpflegung zu gewähren, auch auf Fabrikarbeiter, land- und forstwirthschaft» lkche Arbeiter auszudehnen und statt 6 Wochen 3 Monate zu setzen; 4) zur Erleichterung des Beweises der Landarmen Eigenschaft diese anzunehmen nicht nur, wenn der Unterstützte keinen Unterstützungswohnsttz hat, sondern auch, wenn ein solcher sich nicht ermitteln läßt; 5) dem Gesetze eine Bestimmung einzusügen, wonach <3, m ähnlicher Weise tote nach dem preußischen Gesetze vom 21. Mai 1855 der Fall gewesen, den Behörden wiederum die Befugniß beilegt, Personen, deren nicht arbeitsfähigen Angehörigen öffentliche Unterstützung gewährt werden muß, ohne vorhergehende gerichtliche Procedur zur Arbeit inner- oder außerhalb eines Arbeitshauses anzuhalten. Den preußischen Behörden ist bereits aufgegeben worden, auch durch dle Ortsbehörden über vorerwähnte fünf Punkte gutachtliche Aeußerungen einztehen und dabei gleich, -eilig sonstige für noihwendig erachtete Linderungen des mehrerwähnten Ge- festes zur Sprache bringen zu lasten AIS besonders erwünscht wird es bezeichnet wenn die Vorschläge durch gesammeltes statistisches Material begründet werden könnten. - München, 16. April. Der deutsche Kronprinz wird gelegentlich der im Herbst vorzunehmenden Jnspection über das zweite bayerische Armee-Corps auf Einladung des Königs im Würzburger Residenzschloffe wohnen, zu welchem Zwecke bereits daselbst bauliche Veränderungen getroffen werden. Rußland. Petersburg, 16. April. Tie „Petersb. (russische) Zeitung" erfährt folgende Einzelheiten über das Attentat: Von der entgegengesetzten Seite des (Gemralstabs-) Gebäudes um die Ecke herum bog der Verbrecher und kam direct dem Czaren entgegen. Er schritt das Tiottoir entlang; als der an der Pforte stehende Feldscheer Maimann den Mann anrief: „er solle ausweichen, ber Kaiser käme", verließ der Verbrecher das Trottoir und schritt daneben in gleicher Richtung vorwärts. Als er dicht mit dem Czaren in einer Linie war, grüßte er in militärischer Postlion, seine mit einer Kokarde gemuckte Mütze abnehmend. Der Czar beantwortete den Gruß. In demselben Moment schob der Bösewicht die Hand in dte Tasche deS Paletots, zog ^^^Evolver hervor und schoß denselben in unmittelbarster Rähe auf den Kaiser Alexander ab. Dem Kaiser war die Bewegung des Mannes nicht entgangen. Er drehte sich, nachdem er noch etwas nach vorn geschritten war, scharf um und erit- femte sich in der Richtung zur Anfahrt nach Gortschakoff's Wohnung. Der Attentäter folgt ihm gleichfalls in beschleunigtem Schritt und schoß noch dret- mal rasch nacheinander auf den C-aren. Der ganze Auftritt vollzog fick schneller ais sich erzählen läßt. Nach dem ersten Schuß stürzten sich der Feld- scheer Maimann, der Unteroffici-r Grigoijew und der Lithograph Lejbowltfch, sowie einige zufällig passirende Leute auf den Mörder. — Kiew ist eine der Brutstätten der nihilistischen Propaganda. Dte Aufregung ist noch sehr vermehrt wotden durch die neuliche Entdeckung der geheimen Druckerei und |bie daraus folgenden Verhaftungen. Wie dem Daily Telegraph" geschrieben wird, haben die Männer und Frauen den ein« dringenden Polizisten entschlossenen Widerstand geleistet und späterim Verhör wie gewöhnlich, jede Antwort verweigert. D-r Gouverneur wollte sie gemäß dem Ukas, der nach der Ermordung des Generals Mesenzew erlassen wurde, vor ein Kriegsgericht stellen, und wenn das geschehen wäre, so wurde eine schleunige Uebersührung und Verurtheilung sämmtlicher und di- öffentlich- Hinrichtung derselben sicher gewesen sein. Andererseits aber wurde eine Hinrichtung in einem Lande, wo die Todesstrafe nicht »blich ist, gerade den Sociaiisteu das Ansehen von Märtyrern »echben und ihre Bestrebungen gefördert haben. Jndeffen könnten doch bei der beständigen Wiederholung von Morcthateu solche strengen Maßregeli. nöthig befunden, werden. Es wi b mm von -uv rläfiiaer Seite berichtet, da« die Mehrzahl dieser Gefangenen kaltblütig niidergeschoffen wurde, als sie, ebne Ahnung, daß den Behörden verrath'n worden war, zu entkommen »ersuchtem EllGucht will wißen, daß der Wcegouverneur °«» E^kow °°»^ Nihilist^ hüblche/geschlosienen Wagen bei dem Vicegouverneur vorgefahren wäre, den. selben besucht und mit ihm sich unterhalten hätte, als eine Botschaft ankam, welche die Anwesenheit des Letzteren in einem entfernten Theile der Stadt dringend verlangte. Der Vtcegouverneur bestellte eilig seinen Wagen; der Fremde aber schlug ihm vor, um Zeit zu ersparen, sich seines Wagens zu bedienen, der vor der Thür stände. Der unglückliche Beamte nahm das Anerbieten an, die Beiden fuhren fort und man hat seitdem von ihnen nichts mehr gehört noch gesehen. Diese Demonstrationen und Gewaltstreiche der Nihi- listen flößen den Beamten einen ganz natürlichen Schrecken ein._________ Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Torrespondenz-Bureau. Berlin, 17. April. Se. Maj. der Kaiser hatte gestern Nachmittag eine einstündige Conferenz mit Fürst Bismarck. — Die „Prov.-Corresp." schreibt: Das Attentat gegen Kaiser Alexander bilde ungeachtet der eigenthüm- lichen seit Jahren in Rußland entwickelten Verhältniffe, ein Glied in der Reihe der Frevelthaten der durch ganz Europa gehenden revolutionären Bestrebungen. Das deutsche Volk, welches dem mit seinem Kaiser befreundeten und seit langen Jahren eng verbündeten Fürsten die innigsten Gefühle widme, habe auch anläßlich der jetzigen schweren Prüfung seine ernste Theflnahme für Kaiser Alexander und deffen erhabene fürstliche Aufgaben den wärmsten Ausdruck gegeben. — Betreffs der Reisen Sr. Maj. des Kaisers bemerkt die ^,Prov. Corr. *: Der Kaiser gedenke Anfang Mai nach Berlin zurückzukehren und zunächst hier und in Babelsberg zu restdtren. Die wetteren Retsepläne seien noch nicht fest- gestellt, namentlich sei es noch ungewiß, ob der Sommerkur in Gastein ein Badeaufenthalt in Ems oder wieder in Teplitz vorhergehen solle. London, 17. April. Die „Times" erfährt, England und Frankreich verschöben die Action bezüglich Egyptens wahrscheinlich bis die Unhaltbarkeit der Pläne des Khedtve offenbar geworden sei. Der Khedive werde alsdann aufgefordert, entweder die europälschen Minister wieder etuzusetzen oder abzudanken. — Aus Konstanttnnpel wird demselben Blatte gemeldet, daß Rußland und England die Wahl Aleko Paschas zum General-Gouverneur von Ostrumelten gebilligt haben. — Nachrichten aus Capetowne vom 1. April zufolge brach eine Truppen- Colvnne von 6000 Mann mit Artillerie am 28. März zur Entsetzung Ekowes aus. General Pearson zeigte am 30. März durch Signale an, daß er die Spitze der Colonne sehe. Am 27. März stgnaltstrte General Pearson, daß die britische Colonne von 45,000 Zulus erwartet würde. — Oberst Wood griff die befestigte Stellung Umbelints an. Am 28. März nahmen die Engländer den Zulus Vieh ab, daffelbe fiel jedoch am folgenden Tage wieder in die Hände der Zulus zurück, welche, 20000 Mann stark, das Lager Oberst Wood's angrtffen. Der Kampf dauerte 4 Stunden. Schließlich wurden die Zulus zurückgeworsen. Auf Setten der Briten blieben 7 Osfictere und 70 Mann todt. Brüssel, 17. April. In den Gruben von Agrappe bei Frameries erfolgte ein Ausbruch schlagender Wetter; die Grubengebäude sind in Brand gerathen und thetlwetse schon zusammengebrochen. Bei dem Unglücksfalle befanden sich 240 Arbeiter in den Gruben; man befürchtet, daß viele von ihnen umgekommen seien. (Siehe untenstehende Depesche aus Mons. D. Red.) Berlin, 17. April. Die hier tagende Conferenz der Delegtrten der deutschen Seehandelsplätze beschloß eine Petition an den Reichstag, worin dieselbe sich gegen Retorsionszölle, gegen Zölle auf Getreide, Eisen und Holz aus- sprtcht und ferner erklärt, sie habe gegen Ftnanzzölle princtptell nichts etnzu- wenden, die für Thee, Kaffee, Tabak, Malz, Speck und Petroleum vorgeschlagenen Zollpositionen seien aber viel zu hoch. — Der Director der Hauptverwaltung der Staatsschulden, Graf Eulenburg, ist heute Morgen gestorben. Petersburg, 17. April. „Nowoje Wremla" erfährt, es sei unter dem Vorsitz des Staatssecretärs Walujeff eine besondere Commission gebildet worden behufs Berathung über außerordentliche Maßregeln, welche durch eine Reihe verbrecherischer Attentate hervorgerufen seien. Unter den von der Commission bereits berührten Maßregeln befinde sich das Project der Errichtung von 12 provisorischen General-Gouverneurposten. Berlin, 18. April. General v. Werder hat seine Demission etn- gereicht und erhalten. Derselbe wurde in den Grafenstand erhoben. General v. Oberwih erhielt das Commando des 14. Armeecorps. Mons, 17. April, Nachts. Die Rettungsarbeiten in den Gruben von Agrappe werden mit aller Energie fortgesetzt. Es ist leider bisher noch nicht gelungen, auch nur einen der in den Gruben beschäftigt gewesenen 240 Arbeiter zu retten. Loudon, 15. April. Abends. Im Unterhause antwortete Schatzkanzler Str Stafford Northcote auf eine Frage Forster's, er könne nicht sagen, daß der Plan einer gemischten Occupatton Ostrumeltens absolut aufgegeben sei. Andere Fragen seien darüber aufgetaucht und sei die Aufmerksamkeit in eine andere Richtung gelenkt worden. — Gegenüber einer Anfrage Fawcetts dementirt der Minister die Mtttheilung, daß der Vormarsch in Afghanistan anbefohlen sei. Northcote erwidert auf Befragen Goldschmtdt's, er sei bisher über die Krisis in Egypten nur telegraphisch unterrichtet worden und erwarte briefliche Mittheilung zu Ende dieser Woche. Der Regierung sei nicht bekannt daß Rivers Wilson seine Entlaffung anzunehmen sich weigere, bis er Mittheilung von der britischen Regierung erhalten haben werde. England habe nicht an den Sultan appellirt und sich nicht zu irgendwelcher Action mit Frankreich verpflichtet; wobl aber finde ein Meinungsaustausch mit Frankreich statt welches diese Frage ebenso interessire. Northcote hofft, die Regierung werde bald bester in der Lage sein zu entscheiden, ob überhaupt und welche Schritte nöthig seien. Ein Theil der bezüglichen Correspondenz sei bald zur Vorlegung bereit. Ohne vorherige Ankündigung könne er die Frage über die Stellung Italiens zur Sacke nickt beantworten. ö Nochmals das „Hessische Schulwesen" und die „Deutsche Reichspost". w (Schluß.) Das ist denn doch zu keiner Zeit für emc Entgegnung gehalten worden Mit einem solchen Histörchen kann man vielleicht dem „Bruder Bauer" in irgend welchem Dorf Etwas plausibel machen: aber Zcitungspolemik ist das doch nicht. — Nehmen wir einmal an, die Anklageartikel der „Reichspost" seien eine Rede, die ein Gegner der heutigen Gesetzgebung in einer öffentlichen Versammlung gehalten hatte. Nehmen wir weiter an, unsere Artikel seien die Entgegnung darauf. Nun fragen mir: „Ist es denkbar, daß der „Reichspostredner" in öffentlicher Versammlung gegen unsere Vorwürfe sich auf die Art, wie er es thut, durch Gleichniß und Exempel hätte aus der Patsche können? Da wäre -r, einfach ausg-lachr worden! Di-Erzählung de« gristvollm Oleichnistes lst em Emgestandmß der Niederlage, wie wir's nicht besser wünschen Die Schlußworte der „Reichspost" müssen wir noch einer kleinen Betrachtung, unterziehen. Da heißt "So waren wir nun über das Stadium des Todtge- schwlegenwerdens glücklich hinaus!" _ ^eude, daß ein „Reichspostartikel" einmal wirklich beachtet worden ist' Das Geschäft muß doch noch recht schlecht gehen. Aber ein gutes Herz hat sie die „Reichspost. ! Sie läßt sich von uns bis zur Unkenntlichkeit das Fell zerzausen trägl^s aber mit achtem Märtyrersinn und freut sich noch, daß wir es überhaupt der Mühe werth erachtet haben, uns mit ihr zu beschäftigen. Ja, liebe „Reichspost", für ungefährlich haben wir Dich nie gehalten und nach Deinen letzten Artikeln ganz und gar nicht. Du nimmst die Miene an, als seist Du, Gott weiß, wie unterrichtet und erfahren in Schulsachen, und unter dieser Maske schleuderst Du im Biedermannston eine aanze Masse grober Unwahrheiten in die Welt hinaus. Und welch' zahlreiche Unterstünuna hast Du gefunden! Die ultramontanen Blätter haben sofort auf Deine „trefflichen Artikel" aufmerksam gemacht, und ein Darmstädter Blatt, das unter der Kautschuk- devlse „Gleiches Recht für Alle" jeden Angriff auf unsere Regierung mit Wohlbehagen unterstützen zu müssen glaubt, hat Deine „trefflichen Artikel" sofort in extenso abgedruckt. Dadurch haben Deine Unwahrheiten denn doch eine bedeutende Verbreitung gefunden und die Widerlegung verlohnt sich schon der Mühe. Wenn Du ferner Seit und Lust hast, mit uns über die hessischen Schulen zu discutiren, wir sind stets gerne bereit; „unser Redacteur" will uns auch immer den nöthigen Raum zur Verfügung stellen. Rur um Eines bitten wir Dich: Rede fürderhin nicht wieder durch die Blume' Uns geht jede dichterische Begabung ab, Du bist uns in „Gleichniß und Exempel" zu sehr über, wir würden mit zu ungleichen Waffen kämpfen und das wirst Du uns doch loyaler Weise nicht zumuthen wollen. Apropos, loyal! Du hast aber doch merkwürdige Begriffe von „loyal". Du schreibst: „Das hessische Schulregiment wird den Werth einer loyalen Kritik besser zu würdigen wissen, als das der „Hessischen Landeszeitung" möglich gewesen ist." Ei ei! Du beschuldigst unser Schulregiment der Sympathie mit religionsfeindlichen Bestrebungen, Du klagst die Behörde an, allerdings in völliger Unkenntniß der bestehenden Verordnungen, sie untergrabe die Disciplin in der Schule, Du beschuldigst sie sie habe die Kritik des „hessischen Lehrerstandes" durch einen ordinären „Bauernfänger- kmff" mundtodt gemacht, und all' das nennst Du eine loyale Kritik? Was sagst Du denn den Leuten nach, wenn Deine Kritik einmal aufhört, „loyal" zu fein? — Du beschwerst Dich darüber, daß wir den Grund Deiner gegnerischen Auffassung in Umvissen- hest oder Bosheit finden. Ja, daran sind wir doch nicht schuld. Da ist doch nur eine Alternative. Entweder hast Du die von uns vorgebrachten Thatsachen gewußt aber absichtlich verschwiegen, oder Du hast sie überhaupt nicht gewußt. Weißt Du eine für Dich vortheilhaftere Erklärung; wir wollen sie mit Vergnügen acceptiren; bis da- ihn tertium non datur. Die „Reichspost" schließt: , „Die Herren werden schon aus der Erfahrung in ihrem schweren Amte „gelernt haben, daß sich ohne gegnerische Kritik überhaupt nicht regieren läßt, „und sie werden ohne Zweifel in den Ausspruch des französischen Staats- „mannes einstlmmen: „Wenn ich keine Opposition vorfände, so würde ich mir eine zu schaffen suchen " Das ist doch recht edel von der.Reichspost" gedacht! Sie macht der Regierung Opposition aus purem Wohlwollen, damit die Herren überhaupt nur regieren können. Nun, die Gefahr der Versumpfung aus Mangel an Opposition ist noch nicht gerade drohend. An Opposition hat's bis zur Stunde noch nicht gefehlt, und die Regierung könnte sich freuen, wenn jede Opposition so leicht zu widerlegen wäre, wie die der „Reichspost". Sogar, was sie citirt, ist falsch. „Der französische Staatsmann" hat nicht gesagt: „Wenn ich keine Opposition vorfände, so würde ich mir eine zu schaffen suchen", sondern viel drastischer: „so würde ich mir eine kaufen." Und außerdem ist „der französische Staatsmann" auch ein Engländer und heißt Charles Fox! Lokales. Gießen, 18. April. Folgende Adresse ist zur Vertheilung an die Reichstagsmitglicdcr von dem hiesigen Tabaksteuereomitö nach Berlin abgesender worden: Hoher Reichstag! Bei der jüngsten Versammlung von Handelskammerdelegirten in Cassel sprachen sich zwei Abgeordnete der hiesigen Handelskammer im Princip gegen jede Erhöhung der Tabaksteuer aus, der dritte Abgeordnete stimmte für eine Erhöhung von 30 JL (!!), ein hiesiger Fabrikant für eine dergleichen von 15—20 JL, beide Sätze ohne Nachversteuerung. Wegen der durch die Speculation hervorgerufenen, sich allseitig widersprechenden Kundgebungen konnte weder eine Einigung über die Zollsätze, noch ein Anschluß an die weit zahlreichere und maßgebendere letzte Berliner Versammlung der Tabakfabrikanten stattfinden, die nur, wenn es nicht zu umgehen sei, eine kleine Zollerhöhung im Bereiche deö neuen Zolltarifs bewilligte. Nack dem allgemeinen Wunsch der hiesigen und in der Umgegend wohnenden, nach Tausenden zählenden Interessenten, finden wir uns daher wiederholt veranlaßt, unseren dem hohen Reichstag bereits dargelegten Standpunkt energisch zu behaupten. Acceptirt der Reichstag eine hohe Steuer ,hne Nachversteuerung, so wird die Mehrzahl der betheiligten Existenzen aus der Mittel-, Klein- und Hausindustrie geschädigt oder ruinirt werden; entscheidet sich jedoch der Reichstag für die Nachversteucrung mit oder ohne Stundung der Zölle, so wird in der Tabaksbranche eine Krisis eintreten, der eine große Zahl von ungenügend fundirten Händlern, Speculanten und Fabrikanten zum Opfer fallen. Es ist weiter ein Mittelweg vorgeschlagen worden, der eine mäßigere Zollerhöhung anstrebt; aber auch hierbei wäre znm pflichtgemäßen Schutze der Concurrenzfähigkeit der nicht mit Borräthen ausreichend gedeckten Tabakshändler, Fabrikanten und Detailisten die Nachoersteuerung nicht zu umgehen Die Nachversteuerung selbst wird jedoch eine massenhafte Anstellung von neuen Zollbeamten erfordern, sie wird wegen der laufenden Bestellungsverbindlichkeiten die größten Unzuträglichkeiten, Streitigkeiten und Geschäftsstockungen zu Tage treten lasten und kann diese gefährliche, fast undurchführbare Maßregel beim Reichstag nach gründlicher Prüfung der einschlägigen Verhältnisse nur große Bedenken veranlassen. Da nun durch Steigerung der Zollsätze außerdem unter der Arbeiterbevölkerung wegen der verminderten Consumtion ein Nothstand eintreten wird und dem Reiche keine größeren Einnahmen zufallen können, so stellen wir an einen hohen Reichstag die dringende Bitte! „bei dem Tabaksjoll jede Erhöhung der „bestehenden Sähe ru versagen." Gießen, im April 1879. Das Tabaksteuercomite. Vermischtes, Darmstadt, 15. April. Das häufige Vorkommen von Trichinen in aus Amerika importirtem Schweinefleisch wurde bei den im Großherzogthum wiederholt stattgehabten Untersuchungen destelben bestätigt. Außer in Offenbach, Worms und Wimpfen sind neuerdings auch in Gießen unter den im Handel vorgekommenen amerikanischen Fleischwaaren, wie Schinken, Speckieiten und Rauchfleisch, 9 Mal mehr oder weniger, meist aber in stärkerem Grade von Trichinen durchsetzte Stücke gefunden worden. Die betteffenden Händler hatten ihre zweifelhafte Waare vor dem Fetlhalten von dem Gießener Fleischbeschauer, welcher seit Jahren die mikroskopische Untersuchung der dortigen Schlachtschweine besorgt, untersuchen lasten und konnte dadurch eine Jnfection durch den Genuß derselben verhütet werden. Die trichinös befundenen Stücke wurden unter polizeilicher Aufsicht vernichtet und die Verkäufer, von welchen übrigens meliere auf den Bezug weiteren Fleisches dieser Art verzichteten, auf die Bestimmungen des Reichsstrafgesetzes aufmerksam gemacht. (D. Ztg.) (Wir können Vorstehendem noch hinzufügen, daß innerhalb der letzten Tage, sogar erst heute, den 18. dss., wieder zwei Fälle von Trichinenfleisch von unserem Fleischbeschauer eonstatirt wurden. D. R ) Hanau, 12. April. In der letzten Sitzung der Strafkammer des hiesigeu Kreisgerickts stand der Vergiftungsfall zur Verhandlung, welcher vor einigen Wochen in der Pfarrers- Familie zu Praunheim vorgekommen ist. Das Dtenstmädcken, aus einem Nachbarvorf gebürtig und erst 17 Jahre alt, ist geständig, in den Morgen-Kaffee seiner Dienstherrschaft die Zündmaffc des Inhalts eines ganzen Kästchens Streichhölzer eingemischt zu haben. Der Phosphorgeruch verrieth alsbald die That, sodaß der Pfarrer sowohl, wie seine Frau den nur geschmeckten Kaffee ausspieen und von weiteren Folgen verschont blieben Die Angeklagte gibt als Motiv Aerger über die ihr widerfahrene Behandlung an. Wahrscheinlicher ist, daß sie aus Rache handelte, weil sie in einem Liebesverhältnlß gestört wuroe. An dem Abend destelben Tages kam in der Scheune des Pfarrhofs ein, jedoch schnell gelöschter Brand aus. Auch hierzu tft das Mädchen die Thäterin, wie es sagt, um den Pfarrer zu schrecken, wie indeß vermuthlich. Dem unbestimmten Gefühl und Wunsch, durch das Feuer und die Verwirrung denselben von der schon begonnenen Verfolgung dessen, was am Morgen geschehen, abzuleiten. Mit Rücksicht auf ihre Jugend wurde die Angeklagte zu einer Gesammtstrafe von drei und einem halben Jahr Gefängniß verurtheilt. Ein schwindendes Temperament. Die sorgfältig aufgestellte Statistik der letzten 20 Jabre hat die auffällige Erscheinung zu Tage gefördert, daß eine übergroße Mehrheit oer jetzigen Generation sehr nervösen Temperaments ist, ja daß das nervöse Temperament das früher vorherrschende sanguinische ganz zu verdrängen droht. — Ein französischer Arzt Dr. Bernard war der erste, der schon am Amfange dieses Jahrhunderts auf das Ueberhandnehmen der Nervenkrankheiten aufmerksam machte und als Ursache die Blutarmuth, resp. die Armuth des Blutes an Blutkörperchen, in welchen eines der wesentlichen Bestandtheile des Blutes, das Eisen, enthalten ist, bezeichnete. — Die heutige Erziehung, unsere Sitten und Bedürfnisse bilden vielfach den Grund zu dieser Krankheitserscheinung, an der das weibliche Geschlecht, dessen Temperament an und für sich schon ein nervöseres ist, weit mehr als das männliche zu leiden hat. — Es ist zur Genüge bekannt, daß das Eisen entweder in Tropfen-, Pulver- oder Pillenform verordnet, vortrefflich Dienst leistet, aber in den allermeisten Fällen, mehr oder weniger den Magen, die Verdauung, die Zähne re. angreift. An dieser Stelle seien deshalb sowohl den Aerzten, wie dem Publikum die Eisentropfen Bravais (Fer Bravais) warm empfohlen, die absolut frei von jeder Säure selbst von dem schwächsten Magen ohne Beschwerden ausgenommen werden und weder die Verdauung stören, noch die Zähne angreifen. Die Eisentropfen Bravais sind deshalb auch nicht mit dem gewöhnlichen dialysirten Eisen zu verwechseln — Fast jede Apotheke führt dieses Braoais-Eiscn, oder wird dasselbe gewiß gern auf Wunsch besorgen. (2600) Dr. J R. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 20. April. Hermann Dogt, Seltersweg. Louis Klemmrath, Neuenweg. Daniel Rühl, am Rathhaus. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde fuGießen. Gottesdienst: Sonntag den 2 0. April: Morgens: Pfarrvicar Schöner. Nachmittags: Pfarrer Schlosser. (Nächsten Sonntag den 27. April wird das heil. Abendmahl gefeiert werden.) Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 20. bis 26. April besorgt Pfarrvicar Schöner. Allgemeiner Anzeiger. Holzversteigerung. Seffentliche Aufforderung. 1825) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Hermann Ge- ricke in Gießen den förmlichen Concurs erkannt hat, werden deffen sämmtliche Gläubiger zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, sowie zur Geltendmachung etwaiger Vorzugsrechte auf Montag den 26. Mai l. I., Vormittags 9 Uhr, unter dem Rechtsnachtheil des stillschweigend eintretenden Ausschlusies von der Concursmaffe geladen. In der erwähnten Tagfahrt soll sodann über Maffeverwaltung, Bestellung eines Güterpflegers, sowie über die Wahl eines Gläubigerausschusses verhandelt werden, was unter dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß in Ansehung der weder in Selbstperson erscheinenden nochdurch gehörig bevollmächtigte Mandatarien vertretenen Gläubiger der stillschweigende Beitritt zu den von der Mehrheit der Erschienenen, auch bezüglich eines etwa zu Stande kommenden Arrangements gefaßt werdenden Beschlüffen unterstellt werden wird. Gießen, am 15. März 1879. Großberzogl. Stadtgericht Gießen. I. V. d. (Str: Ovp ermsann, Stadtg.-Assessor. Vergebung von Bauarbeiten. Nachbemerkte, an hiesigen fiscalischen «Gebäuden auszuführende Arbeiten: Maurerarbeit, veranschlagt Zimmerarbeit, „ Schreinerarbeit, „ Schlosserarbeit, Glaserarbeit, „ .Weißbinderarbeit, „ Spcnglerarbeit, „ „ sollen im Submissionsweg vergeben werden. Voranschläge und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen und sind die Offerten versiegelt, portofrei und mit bezüglicher Aufschrift versehen, bis zum 19. D. Mts., Mittags 2 Uhr, einzureichen, in welchem Termin deren Eröffnung erfolgen wird. Gießen, den 16. Apnl 1879. Großh. Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: M. Wahl, 2567) Großh. Kreisbauaufseher. Ilohhofi - Versteigerung in der Fürstl. Oberförsterei Lich. Dienstag den 22. April von Morgens 10 Uhr an sollen am sog. Albacher Teiche 4 70 geschälte und geflößteFichten- stämme von 12—30 cm Durchm. und 12—20 m Länge mit zusammen 212,37 cdrn Inhalt versteigert werden. Der genannte Teich liegt unmittelbar an der Staatsstraße von hier nach Gießen, V2 Stunde von hiesiger Bahnstation entfernt. Lich. 12. April 1879. 2516) Wimmenauer, Forstrath. HolzversteiMMig im Gießener Stadtwalde. Montag den 21. April 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Bruderwinter nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheich. Prügelh. Stockh. Retsh. Raummeter. Wellen. Buchen 177,2 962 — 4860 Eichen — 11,8 — 360 Nadel 16 15 12,8 830 B. Bau-, Werk- und Nutzholz 20 Eichen-Slämme mit 4,84 Festm. 287 Fichten- u. Kiefern-Stämme mit 107,60 Festm. bis 39 Ctm. Durch- meffer. 57 Eichen-Stangen mit 3,57 Festm. 99 Fichten- „ „ 14,67 „ Die Zusammenkunft ist au der Strangswiese. Gießen, am 12. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2513) A. Bramm. Versteigerung von Strassenarbeiten. Die Handarbeiten auf nachbenannten Straßen sollen an den dabei bemerkten Tagen und Orten wenigstfordernd versteigert werden und zwar: Montag den 21. April, Morgens 10 Uhr, zu Lich im Heinrich Jhring'schen Wirthslocale für die Straße von Gießen über Steinbach nach Lich, Abtheilung 4—10, 22—28 und 34—41. Dienstag den 22. April, Nachmittags 12Vz Uhr, zu Reiskirchen im Gun- trum'sehen Wirthslocale für die Straße von Gießen nach Grünberg, Abtheilung 2—10 und 43—54. Donnerstag den 24. April, Nachmittags 1 Uhr, zu Lollar in dem Gemeindehaus für die Straße von Gießen nach Lollar, Abtheilung 9—19 und 19—29. Freitag den 25. April, Nachmittags 1 Uhr, zu Lang-Göns im Gasthaus zum grünen Baum für die Straße von Gießen nach Butzbach, Abtheilung 36-49. Gießen, am 16. April 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: 2566) M. Wahl, Großherzoglicher Kreisbauauffeher. Dienstag den 22. April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Saal der Restauration „Bramm" in der Neustadt dahier nachstehend verzeichnete Damenkleidungsstücke öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: Kaisermäntel, Radmäntel, Fichü von Tüll und Cachemir, Tüllshäwlchen, Rädchen für Confirmanden, Jacken, Schlafröcke von Lama, Lüster und Kattun, Kinderregenmäntel und Kinderjäckchen. Gießen, den 18. April 1879. In Auftrag: 2598) M. Pilger. Saat. Erbsen, Früh-u. Spät Hafer, Wicken, Sommerweizen billigst zu haben bei 1931) L. Süß. Donnerstag den 24. u. Freitag den 2S. April, sollen In dem Langsdorfer Gemeinde- wald nachverzetchnete Holzsortimente versteigert werden: !♦ Donnerstag den 24. April 98 Eichenstämme mit 39,58 Fstm. Inhalt, 5 Buchenstämme mit 5,39 Fstm. Inhalt, 10 Hainbuchenstämme mit 2,60 Fstm. Inhalt, 3 Elsbeerstämme mit 0,94 Fstm. Inhalt, 293 Fichtenstämme von 15—30 Ctm. Durchmesser und 10—21 Mtr. Länge, 440 Ftchtenstangen von 6—14 Ctm. Durchmesser und 5 — 9 Mtr. Länge, 2. Freitag den 23. April 24 9tmtr. Buchen-Scheiter, 40 „ Buchen-Knüppel, 120 „ Eichen- u. Kiefernknüppel, 220 „ Buchen-Reifer, 490 „ Nadel-Reiser, 7 „ Birken-Besenreiser, 180 „ Buchen-Slöcke, Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im District Remise. Langsdorf, den 17. April 1879. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf. 2599) Köhler. Ieikgeöotenes. 2607) Meinen in der Schwarzlach gelegenen Garten bin ich Willens zu verkaufen. Christine Schmidt. Näheres bei Ferd. Schmidt, Wetzsteins- gaffe.______ 2604) Ein Haus mit Garten vor der Stadt zu verkaufen. Näheres bei der Exp. d. Bl. Tannenes Bauholz ganz billig zu verkaufen. Näheres bei 2594) Wirth Lauterbach, Brand 5539) Die erwartete Sendung la. Schweizerkäfe ist angekommen bet 0. IV. Dietz am Markt. Gebrannten Kaffee in vorzüglicher (Qualität, ä Jü 1.40, 30, 60 und 80 per Pfund, empfiehlt (2376 W. Heuser, vorm. Fr. Bieler. Samstag u. Sonntag Rektoraten 2605) Restauration Hormann. 2591) Ein Kinderwagen billig zu verkaufen. _______________Schulstraße B. 30. Zjf in im vorigen Jahre erbautes Wohn- (♦I* haus mit Garten, ctt. VaWlorflen vlz haltend, in der schönsten Lage von Wieseck, ist unter günstigen Beding, zu verkaufen. Näheres zu erfahren bei 2589) Ltidw. Reuter, Wieseck. 2540) Rothen, Weißen und Luzerner Kleesamen empfiehlt ______C. W. Dietz am Markt. Restauration Bramm. Täglich frisches Boe k toter im Zapf, sowie vorzüglichen Aepfelwein empfiehlt (2501 ___A. Fr. Albold. 2590) Ein Stamm Hühner (von der Ausstellung) zu verkaufen. _________Neuenweg B. 194. Bettwerk billigen Preisen 286) Louis Rothenberger. _______________Neuenweg 193._______ 2602) Mehrere Wagen Dickwurz billig zu verkaufen. ___________Lit. C, Nr. 78 Seltersweg. Gute Steinkohlen, Ofenbrand, sowie 1. Sorte Ziegelkohlen offerirt (2397 A. Geling Ww., _____________Frankfurter Straße.__ 2535) Ein neues vorzügliches Ptaniuo in schwarz Palisander, billig zu ver- kaufen. Näheres in der Exped. d. Bltts. Scliistgewgene Rheinweine. 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Jermietyungen. 2597) Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen bei _________E. Fr. Conrad, Friseur. 2608) Ein Familienlogis zu vermiethen. E- Kreiling Ww. .2609) Möblirtes Zimmer nebftCabinet mit schöner Aussicht zu vermiethen. Näheres bei Herrn H. Faß am Kreuz. 2610) Ein Familtenlogis, bestehend aus 3—4 Zimmern, ist zu vermiethen und sofort zu beziehen. _____Emtl Lotz, Kirchenplatz. 2603) Ein möblirtes Zimmer p. 15. Mai zu vermiethen und ein unmöblirtes Zimmer p. sofort. Wetzsteinsgasse A. 40. 2586) Ein möblirtes Zimmer zu ver- mrtthen. _____b. 42. 2584) Ein möblirtes Zimmer zu ver- nnethen bei Gustav Windecker, Gartenstr. 2582)^ Ein Zimmer im Hinterhaus zu vermKthen. Wallthorstraße A. 194. .2583) Ein möbstrtes Zimmer zu ver- miethen. ___________Julius 9totb, Gartfeld. ~25Ö7) Der untere Stock meines Hauses, bestehend aus 5—6 Zimmern, per 1. August zu vermiethen. ______L. Bersch, Alicenstraße E. 102, 2595) Ein einzelnes unmöblirtes Zimmer zu vermiethen bei 2o47) Ein kleines Familienlogis und ein möblirtes Zimmer mit oder ohne Cabmet zu vermiethen bei ________ Hirz, Glaser, Seltersweg. 2510) 2 möblirte Zimmer an einen ruhigen Herrn zu vermiethen Neue Anlage, 6. 31, im 3. Stock. 2533) Eine Stube mit Kammer und eine einzelne Stube zu vermiethen. Sandgasse 176. 2536) Ein kleines Logis an eine ruhige Familie per 1. Juli zu vermiethen. Seltersberg 30V,o- .2032) Fein möblirte Zimmer zu ver- miethen. _______________Wcinfaal. 2194) Ein FamilienlogtS zu ver- mtethkn im Darmstädter HauS, Vorderhaus. 2509) Eine unmöblirte Stube zu ver-^ mrethen. Karl Noll, Flügelsgafse. 2.>34) Ein freund!, möbl. Zimmer ver- miethet H. F. Nassauer, Neue Anlage E 1\ (in der früheren Wohnung des Herrn Photograph Ph. Uhl). 2549) Ein freundliches möblirtcs^Zimmer zu vermiethen Marburgerstr. Nr. 161. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu ver- mietben.___________Sonnenstraße B. 65. Vaden mit Wohnung von 4 Zimmer und Zubehör zu vermiethen. 2406) Jul. Bach, Selters weg. D. Rühl am Rathhaus. 2596) In meinem Hause ist ein Logis zu vermiethen. Friedrich Schmidt im Gartfeld. .545) Eine Familienwohnung zu vermiethen bei Ferd. Felfing, Neuenweg. 1292) Eine Familienwohnung und ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu ver- miethen. Neuenweg 134. 1803) Ein kleines Logis zu vermiethen. Adolf Hoß, Schießgärten. 1988) Zwei schön möblirte Zimmer sind in der Nähe der Kaserne zu vermiethen. ______,_______Schloßgasse B. 1 Parterre. 2200) In meinem neu erbauten Hause, Heuchelheimerstraße, ist der Mansardenstock ganz oder getheilt auf sofort, sowie die Bel-Etage per 1. Mai zu vermiethen. D. Weller V. 22%£) Eiü schönes Mansardenzimmer (rrach der Straße) zu vermiethen. I. Schmitt, Glaser, Kanzleiberg. 2216) Ein Familienlogis zu vermiethen am 1. Juni beziehbar. Chr. Roll III-, Kanzleiberg B. 66. 2222) In meinem Hause auf dem Selters^ berg wird alsbald ein schönes Logis — 3 Zimmer, Cabinet, Küche, Holz- u. Kohlen- Remise, geräum. trockener Keller und sonstiges Zubehör — verbunden mit Garten- Vergnügen und besonderen Annehmlich- keiten, frei. S. PaScoe. 2273) Ein schön möblirtes Zimmer mit Cabinet an einen oder zwei Herrn zu vermiethen bei Frau Sell, Grünbergerstraße, im Hause des Herrn Postsecretär Mittler.________________________ 2364) Eine Wohnung, bestehend aus 6 Zimmern, Küche, Keller, Bodenraum und Vorgarten, ist alsbald zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl.______ 2367) Ein Logis von 7 Zimmern mit Zubehör auf dem Seltersberg zu vermiethen und sofort zu beziehen. Näheres bei ______________________I. Blitz. 1804) Ein Logis von 4Zimmern, Küche nebst Zubehör zu vermiethen. __________Adolf Hoß, Schießgärten. 2385) Die 3. Etage meines Hauses in der Alicenstraße zu vermiethen und sofort zu beziehen.__A Geisse. 2420) Das seither von Frau Jeannette Köhler bewohnte Logis ist per 1. Juli anderweit zu vermiethen. Wilh. Böger, Seltersweg 193. 2460) Wohnungen zu vermiethen. Mühlgasse D. 79. I 2525) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. H. Plank, Friseur. ' vermischte Anzeigen. 2585) 1 Regenschirm in meinem Laden stehen geblieben. I. Eh. Retter, 2588) Ein Dienstmädchen wird gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. StrohJmte» Herren und Damen-Stroh- hüte werden zum Waschen, Färben unb Faponniren anaeron men. Muster für Damenhüte liegen zur Ansicht bereit. (2052 Lome G-ail, Mäusburg. 1545) Ein bis zweiSchüler, welche die hiesigen Lehranstalten besuchen, werden in Pension gewünscht. Markt B 32. 2496) Auf dem Comptoir eines hiesigen Fabrikgeschäftes ist für einen jungen Mann mit guten Vorkennt- mffen eine Jehrlingsstelle zu besetzen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Beginn deS neuen Quartals. Beste Zeit zum Abonnement. Die soeben erschienene Rr. 27 enthält: Die Dämmerstunden im alten Hause. Novelle von A. Steenhusen. — Vom Wetter« machen Von Julius Stinde. — Die Straßeneisenbahn in San Franzisko. Von G Reichmann. Mit Abbildung. — Lessings Nathan. Eine Säkularerinnerung von D. 2ß. Herbst. Ein Massenmord. Mit Origi- nalzeichnung von F. Flinzer: Druff uff oie ^rösche! sagte der Iltis — Treitsch- kes Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Bon Ty. H. Pantenius. — Die Asche des Columbus. Von Th. Schott. — Am Familientische: Fröhliche Arbeit. Zu dem Bilde von Hans Dahl: Zu spat! — Geiundheitsrath. Mit einer illustrirten Beilage: Die Katastrophe im Alföld. Von einem Augenzeugen. Mit einer Skizze des Heber« schwemmungsgebietes bei Szegedin und einer Zeichnung. Am Morgen nach der Katastrophe im Eichenwalde bei Szegedin. 2544) Ein Hausbursche wird gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. | Daheim Hanöwcrtrerschule des Gewerbevereins. Der Wiederbeginn des Unterrichts an der erweiterten Handwerkerschule geschieht am 21. d. M s. Anmeldungen werden auf unserem Bureau (Äster- weg) entgegengenommen. Von diesem Tage an ist der „Offene Zeichnensaal", sowie die Bibliothek wahrend den bekannten Bureaustunden geöffnet. Der Katalog unserer Bibliothek ist für Vereinsmitglieder um 50^, auf Bureau zu haben. Der Borstand: 2592) Dr. H. v. Ritgen.___________ i Jlieine Scfjule geht Montag öen 21. Sprit an. Jrau Dr. Diebin. W ohnungs - Veränderung. 2541) M.iner welchen Kundschaft, sowie Freunden u. d Bekannten die- ergebene Anzeige^ daß ich von heute an auf dem Marktplatz bei Herrn Metzgermeister Eduard Plank wohne. Gießen, den 15. April 1879. fjouis Bourgeois* ___ _______________ He nssleidermacher. Vorschule des Oymnasmms ;u Gieren. 2508) Am 25. April d. I. wird die unterste Klaffe der Vorschule- am hiesigen Gymnasium eröffnet für Knaben, welche 6 Jahre alt find Das Schulgeld beträgt jährlich 60 J4, die Schülerzahl ist auf 40 festgesetzt Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete bis zum 23. in seiner Wohnung (Sprechstunde 2 3), am 23. in dem Conferenzzimmer Vormittags von 8—11 Uhr entgegen. Der Großh. Gymnasial - Director. Bii «der gar teil. 2382) Beginn des Kindergartens Montag den 21. April. , Indem ich die geehrten Eltern um Ihr Vertrauen bitte, erlaube ich mir gleichzeitig mttzuthe.len, daß ich das Honorar für ein Knd vierteljährlich auJ 9 reducirt babe. Bei Geschwistern tritt noch eine Ermäßigung ein. Eintrittsgeld für neu eintretende Zöglinge beträgt 1 Anmeldungen nimmt von Sonnabend den 19. April im bisherigen Lokal des Kindergartens entgegen. Melanie Härtel Geld - Cours. JL 16 16 20 16 16 9 4 20-24 20-24 39—44 65—7if 65 54-59 17—20 20-Francs-Stücke . . . do. in */r • Englische Souvereigns . Russische Imperiales Holländische fl. 10-Stücke Ducaten ..... Dollars in Gold - • • Toües-Aiiznge. Freunden und Bekannten statt jeder besonderen Anzeige hiermit die traurige Mittheilung, daß unser lieber guter Gatte, Vater und Schwiegervater Ludwig Friedrich Hainer, Fostconducteur, gestern Nachmittag nach schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Die Beerdigung findet Samstag den 19. April, Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause (Wallthorstraße) aus statt. Um stille Theilnahme bitten (2611 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 18. April 1879. Köln-Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6«, 12 4". Dillenburg 6", 12, 4«, 9». Siegen 6«, 12. Gl Wetzlar 6", 83», 9", 12, 4", 7«, 9* Gesucht ein ordentliches Dienstmädchen. Näheres 2529) Restauration Rothenberger 2543) Ein im Bügeln und Ausbessern von Weißzeug und dergleichen erfahrenes Frauenzimmer sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. Näheres bei I. Rothenberger, Lindenplatz. 2546) Einen tüchtigen Tapezierer- gehülfen und einen braven Jungen in die Lehre sucht Tapezierer H. Hollmann. 2559) Ein Mädchen gesucht m der Maschinenstrickerei von C» Pietsch. 2579) Monatsfrau sucht der _____ „Weinsaal". 319) Lumpen, Werg, Flaschen undZei- tungspavier kauft LouiS Rothenberger, Neuenweg 193. Verantwortliche Redactton: A Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckevet '(Fr. Ehr Vletsch) in Gießen