Freitag, den 18 April Sitr. SS 1879 t, - Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. lliir bene«' eben6"' 4» Schulstraße B. 18. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloha. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Borschule re alt find. 40 srftgesehl- iier Wohnu^ snoittazs Mi Director, lein.___ mevaeiionvdureau t GxpeditionSbureau r ^,592,621 1'S 1232, ' Wö2 17qi 'ÄZ' ' 2720, 1 na4 dieser ^and. in§ gedrungen, ’9 aufmerksam n für die an- beschichte, Geo- b ungenügend selbst stellte. wse zu Papi'.r Vorstand, auch welche Kinder l. nben Eltern. bilien, In, :ben 24.- (ncruqni.) bem ^de Bekanntmachung. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jahr 1879 findet an den nachgenannten Tagen statt und zwar: I. Zu Grünberg im Gasthaus zum Rappen Montag den 2L. April, Vormittags von S3/4 Uhr an: Musterung )er Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf und Lumda; Dienstag den 22. April, Vormittags von 83/4 Uhr an, derjenigen der Gemeinden Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Wettershain. II. Zu Gießen im Saale des alten Rathhaufes Mittwoch den 23. April, Vormittags von 73/4 Uhr an. Musterung rer Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden und Daubringen; Donnerstag den 24. April, Vormittags von 73/4 Uhr an, derjenigen der Stadt Gießen; Freitag den 25. April, Vormittags von 73/4 Uhr an, derjenigen der Gemeinden Großen-Buseck, Hartenrod, Heuchelheim, Klein-Linden, Lollar, Mainzlar, Oppenrod und Reiskirchen; Samstag den 26. April, Vormittags von 73/4 Uhr an, derjenigen der Gemeinden Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lumda, Trohe und Wieseck; Montag den 28. April, Vormittags von 73/4 Uhr an, Loosziehung (auch der in Grünberg Gemusterten). III. Zu Lich im Rathhaussaale. Dienstag den 29. April, Vormittags von 9*/4 Uhr an, Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich und Großen-Linden; Mittwoch den 30. April, Vormittags von 9V4 Uhr an, derjenigen der Gemeinden Grüningen, Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd und Lang-Göns; Donnerstag den 1. Mai, Vormittags von 91/» Uhr an, derjenigen der Gemeinden Langsdorf, Leihgestern, Lich, Münster, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober-Besfingen und Ober-Hörgern; Freitag den 2. Mai, Vormittags von 9y4 Uhr an, derjenigen der Gemeinden Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. Samstag den 3. Mai, Vormittags von 9V4 Uhr an, Loosziehung. Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich bei Metoung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Hessen oder einem andern Staute des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem anderen Theile des Großherzogthums Hessen oder einem anderen Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aushalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus- oder Wirthschaftsbeamten, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder das Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten im Auslande geboren sind, und weder im Großherzogthum Hessen noch in einem anderen deutschen Staate Domicil besitzen oder fick aufhalten; und im Jahre 1859 geboren sind; ferner Sämmtltche Militärpflichtige, welche im Jahre 1878, bezw. 1877 zurückgestellt worden, oder nach ihrer gezogenen Nummer disponibel geblieben, d. h. nicht einberufen worden sind. Entbunden von der persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, oder Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst ertheilt worden ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweiten- oder drittenmale erscheinen, haben ihre Loosungsscheine mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, oder für einen solchen von seinem Vater, oder seiner Mutter, Zurückstellung in Anspruch genommen wird, so ist für Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugniffe vor dem zur Musterung anberaumten Termine zu sorgen. Die Zeugniffe müffen amtlich ausgestellt oder beglaubigt sein. ö Weim die Zurückstellung auf die Arbeitsunfähigkeit eines Familienangehörigen gegründet wird, so hat der betreffende Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission einzufinden. Zurückstellungsansprüche sind vor dem Musterungstermine bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei oder spätestens in dem Termin vorzubringen. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. V. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w-, so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. Das Vorhandensein von Epilepsie ist durch die eidliche Erklärung von mindestens drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe mcht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Ersatz-Commission das Loos. n 9 6) Die Großherzoglichen Bürgermeistereien haben sämmtliche ihrer Gemeinde angehörigen oder in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige die auswärts sich aufhaltenden schriftlich — auf Grund der ihnen k. H. bereits zugegangenen Stammrollen zu der Musterung vorzuladen. Die Grokberzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren ^ Stunde vor der bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterung-- geschäfteS ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. fff iflWr reetor. Bekannten die bei Herm rgeoin. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, fe ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, daraus aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deßhalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Die Verhandlungen über Zurücksteüungsansprüche sind von den Großherzoglichen Bürgermeistereien, soweit es noch nicht geschehen, baldthunlichst, jedenfalls vor dem Musterungstermine an die Ersatz-Commission gelangen zu lasten. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Dienstag den 22. April im Gasthaus zum Rappen zu Grünberg, Samstag den 26. April im Saale des alten RathhauseS zu Gießen und Freitag den 2. Mai im RathhauSfaale zu Lich die Klasstfieirung der Reserve- und Landwehr-Mannschaften rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniffe statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehrmänner, sowie die Ersatz-Reservisten 1. Elaste, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 17. März 1879. Der Civil-Vorsttzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Negierungsrath. ____________________ Nr. 11 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 9. l. M., enthält: (Nr. 1292.) Verordnung, betreffend die theilweise Aufhebung der Beschränkungen der Einfuhr aus Rußland. Gießen, den 15. April 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Aolilisch Deutschland. Darmstadt, 16. April. Ihre Majestät die Kaiserin Augusta gedenken am nächsten Freitag, auf der Durchreise nach Baden, an unferm Großh Hofe einen kurzen Ansenthalt zu nehmen, wie auch Ihre Kaiser!, und Kömgl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin des Deutschen Reichs und von Preußen, welche ebenfalls am Freitag die Rückreise von Wiesbaden nach Potsdam über hier ausführen werden. — Von Setten des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz ging der zweiten 'Kammer der Stände eine Proposition zu, welche das Ansinnen enthält, die Zustimmung zu ertheilen, daß dem Director der Blindenanstalt zu Friedberg, Johann Peter Schäfer, im Falle seiner Penstonirung als Verdienstzett auch die Zeit angerechnet werde, während deren er die Blindenanstalt btS zu deren Uebernahme durch deu Staat geleitet hat. Darmstadt, 14. April. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 9 enthält die Bekanntmachung Großh. Gesammtministeriums, den Erlaß einer neuen Postordnung betreffend. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 10 enthält die Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, den Ausschlag der dtrecten Steuern für das Etatsjahr 1879/80 betreffend. — Der zweiten Kammer der Stände ging der Entwurf eines Gesetzes, die Ausführung des deutschen Gerichtskostengesetzes und der deutschen Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher und für Zeugen und Sachverständige betreffend, nebst Motiven zu. Der Entwurf ist in vier Abschnitte getheilt. Der- erste Abschnitt behandelt die Gerichtskosten, der zweite die Gebühren der Gerichtsvollzieher, der dritte die Gebühren der Zeugen und Sachverständigen, der vierte enthält eine gemeinschaftliche Schlußbestimmung. Namens deS Gesetz- gebungsausschuffes der zweiten Kammer ist der Abg. Metz mit der Bericht- erstattung über diesen Gesetzentwurf betraut. Weiter wurde der zweiten Kammer Seitens des Großh. Mtuisterims des Innern und der Justiz ein Gesetzentwurf in Betreff der Abänderung des Wildschadensgesetzes vom 6. August 1810 nebst Motiven vorgelegt. Darmstadt, 15. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: Am 4. April den von dem Herrn Fürsten Karl zu Isenburg-Birstein präsenttrten provisorischen Reallehrer Dr. Johannes Keutzer aus Frischborn, im Kreise Lauterbach, zum Lehrer an der Realschule zu Offenbach, an dems. Tage den provisorischen Gymnasiallehrer Heinrich Gerhard aus Steinbach, im Kreise Gießen, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt, an dems. Tage den von dem Herrn Fürsten Bruno zu Isenburg und Büdingen präsenttrten provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Karl Hoffmann aus Gießen zum Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, an dems. Tage den provisorischen Reallehrer Erich Langsdorfs aus Worms zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, an dems. Tage den provisorischen Gymnasiallehrer Johs. Vogt aus Kirch-Göns, im Kreise Friedberg, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, an dems. Tage den provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Karl Körber aus Gießen zum Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, an dems. Tage den Gymnasial- und Realschullehramts-Accesststen Dr. Karl Baltz aus Bingen zum Lehrer an der Realschule zu Oppenheim zu ernennen; am 10. April dem Landrichter des Landgerichts Vilbel Wilh. Jäger in Anerkennung seiner 50jährigen, mit Eifer und Treue geleisteten ersprießlichen Dienste den Charakter als „Geheimer Justizrath" zu verleihen. Berlin, 14. April. Neber die neuen Zölle auf Leder und Leder- waaren, sowie auf die für die Lederindufirie unentbehrlichen Materialien urtheilt die „Gerber-Ztg." folgendermaßen: „Wie unsere Leser sehen, entsprechen diese Positionen keineswegs bei. Forderungen, welche in den Kreisen der Leder-Jndu- striellen erhoben worden find. Während einersiits der verlangte höhere Zoll für Hemlock- und andere außereuropäische Leder verweigert wird, hat man anderer- snts den Eingangszoll aus Gerberlohe über den Satz hinaus, welchen einige Gerber in ihrer Willfährigkeit gegen die Genoffen im Tartfkampf und als Compensation für höhere Lederzölle für zulässig erklärten, erhöht, und giebt so der Lederindustrie, welche sich, wie die Mehrzahl der Industrien in Deutschland, in einer traurigen Lage befindet, gerechten Grund zu Klagen über einen Tarif, welcher, was er ihr auf der einen Seite scheinbar giebt, auf der anderen doppelt und dreifach nimmt. Wie unsere Leser sehen, bestätigt sich u. fcre Voraussagung, daß der von einigen Gerbern beliebte enge Anschluß an die Schutzzollpartei unserer Industrie nicht zum Heil gereichen werde." Berlin, 15. April. Es haben von München aus 142 südwestdeutsche Waldbefitzer, Producenten und Holzhandlungen eine Petition um Einführung e nes Eingangszolles aus nichtdeutsches Nutzholz an das Retchskanzleramt eingesandt. er Hyeil. Aus Baden, 15. April. In einem Rundschreiben hat die Centralstelle des landwirchschaftlichen Vereins Badens die Dtrectionen aller land- wirthschaftlichen Beztrksvereine, in denen ein nennenswerther Tabaksbau betrieben wird, ersucht, zum Zwecke einer Berathung und Begutachtung des eben veröffentlichten Tabakssteuergesetzes je zwei Vertreter aus der Zahl der Tabaksbauer auf den 17. d. nach Karlsruhe zu entsenden. Außerdem sind die Vertreter der labaksbauenden Gaue im Centralausschuß, die Landwtrthschafts- Lehrer und einzelne hervorragende Tabakspflanzer eingeladen worden. Es soll damit namentlich auch dem Generalsecretär des Vereins, der vom deutschen Landwirthschasts-Rathe in die zur Begutachtung des Tabakssteuer-Gesetzentwurss ernannte Commission gewählt ist, ermöglicht werden, die zur Aeußerung gelangenden Wünsche und Beschwerden geeignet zur Geltung zu bringen. Spanien. Madrid, 15. April. Der Zustand der Infantin Christine hat sich aufts Aeußerste verschlimmert. Die Königin von Portugal befindet sich bester. In Sevilla sind wegen des Schleuderns der Petarden in der Kirche San Antonio mehrere Verhaftungen erfolgt. Türket. Konstantinopel, 14. April. Die Pforte soll, der „Agence Havas" zufolge, den Khedtve aufgefordert haben, die europäischen Minister wieder einzu- setzen, widrigenfalls er abgesetzt würde. Die Pforte ist mit Erwägung eines neuen Finanzplants beschäftigt. Die albanesische Liga soll gesonnen sein, sich dem Einrückm der Oesterreicher in das Sandschak Novibazar zu widersetzen. Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr. Korrespondent-Bureau. Wiesbaden, 16. April. Die kronprtnzlichen Kinder reisen heute nach Potsdam ab. Der Kronprinz und die Kronprinzessin werden hier am 18. d. Seine Majästät den Kaiser begrüßen und sich dann ebenfalls nach Potsdam begeben. Neuenburg, 16. April. In dem Prozeß gegen den Franzosen Brouste, Redacteuc der „L'Ävautgarde", erklärte die Jury den Angeklagten des Vergehens gegen das Völkerrecht wegen Vertheidtgung des Königsmordes für schuldig. — Auf Grund des Wahrspruches der Jury verurtheilte der Gerichtshof den Herausgeber des Journals „L'Avantgarde", Brouste, zu zwei Monat Gefängniß, zehnjähriger Ausweisung, sowie Tragung der Kosten und ordnete die Veröffentlichung des Urthetls im Bundesblatte an. Bukarest, 16. April. Die Regierung hat den Kaiser von Rußland auf telegraphischem Wege beglückwünscht. Morgen findet ein großer Dankgottesdienst statt. — Oberst Orero, das italienische Mitglied der europäischen Commission für die Grenzregulirung zwischen Bulgarien und der Dobrudscha, ist auf seiner Durchreise nach Konstantinopel, woselbst die Commission ihre Entscheidungen trifft, hier angekommen. Rom, 15. April. Der Papst hat an den Kaiser von Rußland ein Beglückwünschungs-Telegramm gerichtet. — Die albanefischen Delegirten sind nach Frankreich abgereist. Dieselben verlangen, daß Albanien entweder ganz unter der Türkei verbleibe oder an Griechenland abgetreten werde." Wien, 16. April. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel vom 15. April: Aleko Pascha zeigte dem Großvezir die Annahme des Generalgouverneur Postens von Ostrumelien an. Die Pforte ist gesonnen, dem Sultan die Abtretung des Dtstrtcts Tricala an Griechenland als äußerste Concession vorzuschlagen. Petersburg, 16. April. Bet Beantwortung der Ansprache des Marschalls des Petersburger Adels äußerte sich der Kaiser dahin, baß die Kühnheit und Vermessenheit der jüngsten Attentate ihm die Pflicht auferlege, sehr gegen seine Wünsche außerordentliche Maßregeln zu ergreifen, und zwar nickt etwa seinetwegen, sondern im Interesse Aller, im Interesse der Gesellschaft, im Interesse Rußlands. — Wie „Golos" vernimmt, werde ein höchstes Strafgericht über den Attentäter gebildet werden. Mlt der Voruntersuchung sei Senator Leontjeff betraut. Es bestätigt sich, daß der Verbrecher Alexander Solowjeff heißt. Derselbe soll Schullehrer in Toropez, im Gouvernement Pleskau, gewesen sein. Die Nachrichten über den Vergtftungsversuch des Attentäters bestätigen sich nicht. Sein Bluterbrechen soll die Folge der Mißhandlungen sein, welche er bet der Verhaftung durch daö Publikum erlitten hat. Nur die Intervention der Polizei rettete ihn vom Tode. — Die Ansprache des Kaisers an die im Winterpalais zusammengeströmte Versammlung besagte, er verdanke seine neue Errettung der Vorsehung Gottes und erblicke darin die Weisung, daß sein Leben dem geliebten Vaterlande noch nothwendig sei, welchem er mit derselben Liebe seine letzten Jahre widmen werde, womit er sein ganzes Leben lang dem Vaterlande gedient. Petersburg, 16. April. Das Befinden des Kaisers ist sehr gut. Derselbe macht seinen gewohnten Spaziergang im Sommergarten. — Die Kaufmannschaft von Petersburg hat beschlossen, an der Stelle, wo das Attentat verübt wurde, eine Kapelle zu erbauen. — Gras Schuwaloff hat in Folge neuerdings begonnener Arbeiten, an denen er Thetl nimmt, seine Abreise nach London um einige Tage verschoben. Lokales. Gißen, 17. April. Bei der am 15. April stattgehabten Ziehung der Silber-Lotterie der Palmengarten-Geselljchaft in Frankfurt a. M. sind auf die nachstehenden Loosnummern Gewinne gefallen: Nr. 32,312. Erster Hauptgewinn. Nr. 36,455. Zweiter Hauptgewinn. Nr. 458, 6918, 13,167, 20,647, 33,774, 40,185, 43,666, 46,158. — Düringers Museum. Es ist eine traurige Erfahrung, die immer und wieder gemacht wird, daß viele Menschen noch nicht unterrichtet sind über die einfachsten Theile ihres eigenen Körpers, daß sie dessen Organe und deren Verrichtungen nicht kennen, und durch diese an den Tag gelegte Unwissenheit des öfteren sich nicht geringen Schaden an ihrem Leibe zufügen. In Berücksichtigung des Gesagten muß es als ein erfreuliches Zeichen unserer Zeit betrachtet werden, wenn wandernde Museum sich die Aufgabe stellen, durch Vorführung gut ausgeführter Modelle oder wirklicher Naturkörper veredlend und bildend auf das Volk zu wirken. Lerder ist jedoch mit einer großen Anzahl derartiger Wanderinstitute manches verbunden, was nicht geeignet ist, veredlend zu wirken, vielmehr nur die Unmoralität fördert. Eine rühmliche Ausnabme hievon macht das dieser Tage in unserer Stadt eingetroffene anatomische Museum des Herrn Düringer, welches seinen Standort auf dem Oswalds Garten in einer geräumigen Bretterbude aufgeschlagen hat. Wir können den Besuch des in Rede stehenden Museums der hiesigen und auch der Sonntags hier weilenden Landbevölkerung nur bestens anempfehlen. Die tbeilö aus nach der Natur äußerst künstlich ausgeführten Wachspräparaten bestehende Sammlung bietet dem Besucher die bestmögliche Belehrung über den Bau des menschlichen Körpers, seine innere Beschaffenheit und Entwicklungsphasen. An einer in 80 Theile zerlegbaren Figur erklärt der Besitzer des Museums von Zeit zu Zett dem Unkundigen die Theile des menschlichen Körpers, seine Verrichtungen und nimmt auch auf die Krankheiten, denen der Körper unterworfen ist entsprechend Rücksicht. Freitag den 18. d. M. ist das Museum in der Zeit von 2—7 Uhr Nachmittags ausschließlich nur für Damen geöffnet. Die Zerlegung der Afrikanerin findet selbstverständlich auch durch eine Dame statt. Sehenswerth sind davon noch die ausgestellten Thiere der Urwelt, die Folter und Marterwerkzeuge der Inquisition, deren Anwendung und dabei zu Tage tretende Erscheinungen an Wachsmodellen recht anschaulich dargestellt ist. Vermischtes. Marburg, 15. April. Heute Morgen wurde im Eisenbahngeleift hinter Weidenhausen die Leiche des Dtenstknechts Lemmer aus Mölln mit zerfahrenem Unterkörper gefunden. Im Kopfe befanden sich mehrere Mefferstiche, so daß anzunehmen ist, diese seien ihm vorher beigebracht und dann der verwundete oder wahrscheinlicher getödtcte Körper auf das Geleise gelegt, um durch die zu erwartende Verstümmelung das Verbrechen zu verdecken. In der Nähe des Leichnams stack, ein Messer in der Erde. — Der Getödtete war gestern in Wehrda bei einem Verwandten zu Besuch und war seither in Ebsdorf beschäftigt. LebenSverficherungSbank für Deutschland in Gotha. Trotz der steigenden Ungunst der Zeilen hat diese Lebensverstcherungsanstalt auch in dem abgelaufenen Geschäftsjahr 1878 wiederum einen bedeutenden Zuwachs erfahren. Es wurden 4271 neue Versicherungen über 30,169,200 AL Versicherungssumme abgeschloffen, ein Resultat, welches noch in keinem früheren Jahre erzielt wurde. Nach Abzug der Sterbefälle und des sonstigen Abgangs verblieb ein reiner Zuwachs von 2021 Versicherten und 19,111,500 AL Versicherungssumme, und der Gesammtversicherungsbestand hob sich dadurch bis Ende des vorigen Jahres auf 52,668 Personen mit 347,123,300 AL Versicherungssumme. Die Ergebnisse der Sterblichkeit waren im vorigen Jahre besonders günstig. Für 984 Gestorbene wurden zusammen 5,750,000 AL fällig, während nach den Rechnungsgrundlagen der Bank eine Sterbefall-Ausgabe von etwa 7,05o,000 AL zu erwarten war. ES ergab sich also eine Minder-Ausgabe von rund 1,300,000 AL Mit Recht darf daher wiederum auf einen sehr erheblichen Ueberschuß für die Versicherten gerechnet werden! Im Ganzen sind von der Bank während ihrer nun fünfzigjährigen Wirksamkeit circa 114,0.00,000 AL Versicherungssummen ausbezahlt und 48,850,000 AL als Dividenden an die Versicherten zurückgewährt worden. In diesem Jahre kommen weitere 3,494,266 AL oder 39 o/o als Dividende auf die im Jahre 1874 eingezahlten Prämien zur Verthetlung. Der Bankfonds, der fast ausschließlich hypothekarisch angelegt ist, belief sich am Schluffe des vorigen Jahres auf rund 84,000,000 AL Die Anstalt, bekanntlich die älteste in Deutschland, vertheilt den ganzen Gewinn ungeschmälert an ihre Theilhaber, die Versicherten. Police' und Aufnahmegebühren werden nicht erhoben und die Auszahlung der Versicherungssumme wird, wenn nicht in einem einzelnen Falle einmal weitere Erörterungen nöthig find, stets alsbald nach Ein« reichung der vorschriftsmäßigen Sterbefallnachweisungen ohne Zins- oder Diskonto- Abzug geleistet. Der ausführliche Rechenschaftsbericht der Bank wird, wie gewöhnlich, spätestens zu Anfang Juni veröffentlicht werden.__ SelilfFsberlctit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen. Newyork, 14. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. W. Wrlligerod, vom Nordveutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. März von Bremen und am 1 April von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen.. Handel und Verkehr. Frankfurt, 16. April. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. 90 H, 2. Qual. 80 ,j>, im Detail 1. Qual. AL l.lo, 2. Qual. AL 1.—. Handkäse das Pfund — Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf 22—25, geschälte Erbsen 24—28, Speisebohnen 20—24, Linsen 24—32 AL Kartoffeln 6 50—7. Es kostete Ochsenfleisch per Pfd. 58—70 H, Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 50—65 Kalbfleisch 50—65 H, Schweinefleisch 58—65 Dörrfleisch — H, Schinken 60—90 ausgcbcint 70 H bis 1 AL, Fleischwurst 70—80 H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwart- magcn, Zungenwurst 80—SO H, gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 Holz: Buchenschettholz per Kubikmeter 1. Sorte AL 8—10.—, 2. Sorte AL 8—9.—. Tannenscheitbolz 1. Sorte Al. 6—7, 2. Sorte AL 5.80—6. Holz je nachdem geschnitten der Centner im Großen AL 1.40—50, im Detail AL 1.70—90. Tannäpfel per Hectoliter AL 1. Lohkuchen das Tausend AL 8- 9. Geflügel: Hahnen AL 1.60—2, Hühner AL 1.80—2.20, Enten AL 4—5, Poularden AL. 4. Salm AL 2.80—3, Hecht 70—90 H, Karpfen 65—80 H, Schleien 60 H, Brackscn 55 Eier das Hundert deutsche AL 4.80, italienische AL 5 bis 6.80. Heu- und Strohmarkt schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner 1.50-3, Stroh AL 2 -2.30. Limburg, 16. April. (Fruchtmarkt.) Rother Wetzen AL 18.15, Weißer Wetzen AL 17.50, Korn AL 12.10, Gerste AL 9.10, Hafer n 5.— jj )) V 3.- Grund-Kapital M. 9,000,000, Reserven M. 1,179,383. Zur Vermittelung von Versicherungen gegen Hagelschlag bei obiger Gesellschaft empfiehlt sich unter Zusicherung prompter Erledigung aller Aufträge. Die Agentur der Kölnischen HngelverficherunaS-Gesellschaft. 2561) Theodor Kuchler. Huf beseh tag» Da mir seit 15. d. M. die Lehrschmiede in der Großh. Veterinäranstalt dahier zum Betrieb des Hufbeschlaggeschäftes übergeben worden ist, erlaube ich mir, mich den Pserdebesitzern bestens zu empfehlen. Wahrend meiner früheren Thätigkeit in Nord-Deutschland, in der Königl. 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Actienbrauerei. 21031 Ein schönes möblirtes Zimmer vermicthet Eugen Kauffmann, Alicenstraße 105. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen.___________Sonnenstraße B. 65. 2194) Ein FamiltenlogiS zu vermiethen im Darmstädter HauS, Vorderhaus.______________________ 2514) Ein möblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen im Hause des Herrn Böger, Gartfeld Nr. 118,6. 2534) Ein freundl. möbl. Zimmer ver- miethet H. Naffauer, Neue Anlage E. 1 s (in der früheren Wohnung des Herrn Photograph Ph. Uhl). 2509) Eine unmöblirte Stube zu vermiethen. Karl Noll, Flügelsgaffe^ 2032) Fein möblirte Zimmer zu ver- miethen.Weinsaal. 2575) Junge Leute finden gute Pension. Frankfurter Straße E. Nr. 2. 2568) Für Gießen wird ffitens eine! sehr leistungsfähigen Berliner Produc- teuf u. Getreide-Geschäftes ein tüchtiger Vertreter dieser Branche gesucht. Adreffen sub 6. Z. 747 an Hoasemsteln Ls Vogler, Berlin S. W. 2548) Für einen kleinen Haushalt wird ein Dienstmädchen, welches kochen kann, auf Anfang Mai gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 2559) Ein Mädchen gesucht in der Mascdinenstrickerei von E. Pietsctt. 2579) Monatsfrau sucht der „Weinsaal". 2554) Ein bis zwei junge Leute, welche die nöthigen Vorkenntnisse besitzen, können in ein hiesiges Fabrikgeschäft, das ihnen alle Mittel zur kaufmännischen Ausbildung bietet, als Lehrlinge eintreten. Nach Verfluß des ersten Jahres werden dieselben entsprechend salarirt. Anträge befördert sub K 1 die Exped. dieses Blattes. ' 2562) Unserm lieben E . . . t K . . . e zu seinem heutigen Wiegenfeste die herzlichste Gratulation. Frohstnn 2577) Ein Mann der im Kalkbrennen erfahren ist findet Arbeit bei ___Ziegler I. Wißne v. 2580) Mehrere fein möblirte Zimmer gesucht. Offerten P. Hofmann (Aula). Photographien in allen Größen werden schön und sauber bei billigen Preisen angefertigt im photogr. Atelier von (558 V. Kolodzir. Wehstnngasse Ar. 45, im Garten. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Freunde und Bekannte von dem heute Morgen erfolgten Hinscheiden unserer theuren Mutter Niua Kaufmann, geb. Herz in Kenntniss zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag den 18. April Mittags 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. Giessen den 17. April 1879. Albert Kaufmann. 2581) Hermann Kaufmann. 2447) Unterzeichnete empfiehlt sich im Aus- u. Ankleiden von Leichen. Frau Köhler, Sandgasse bei Hrn. Briefträger Stepban. 2520) Ein tüchtiges Ladenmädchen in Manusakturwaaren bewandert gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. 2423) Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit und ein erfahrenes Kindermädchen gesucht. Gute Zeugnisse sind vorzulegen. Lit. E. Nr. 77. ...................................... 21/4 8 !L Conf. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'scken Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietschs in Gießer:. Hierzu eine Beilage.