'3enbt «mm öiiquitr, tont. Ulih fitem: b- Pimper. 2 Uhr, statt. sandten und Morgen nach Böhnchens sä'“ achricht, daß Loch Köhl. Möhl. Mgs 3 Uhr, (8130 die traurige beute Morgen sßmutter yer, [ebenen* hr statt- aXi”S. ,0t®®1. $* j,. lieh* V!i «Äw ff ZM' ä>Ä srr. 294. Mittwoch den 17. December 18TO* Aeßener "Anzeiger AMM- l!Ä AmirbM fit bti Kreis Sich». TrT~77~^T2~T;—i ", t ~ ” c Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. *toärtti»nwm«ut J Schulstraß. B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.Durch die Post bezogen vierteljähMch L Mart SS Ps. Amtlicher Hßeit. Bekanntmachung. Durck kriegsgerichtliches Erkenn,niß vvm 3. D-eember 1879, bestätigt tmch den kommandirend-n General de« 11. Arm-..C°rpi> «»t-rmL? D«ember 1879, ist der Musketier Johannes Gibb der 4. Compagnie 2. Großh. Hest. Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116 aus Leihgestern, Kreis Gießen, in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von 200 «X. verurtheilt worden. R fD- . Darmstadt, den 13. December 1879. Großherzogliches Gericht der Großh. Hest. (25.) Division. ist das gerade eine der bedeutsamsten Wirkungen des vom Fürsten Bismarck in Wien vollbrachten Werkes, Laß er nicht blos Rußland, sondern auch Frank- reich, falls es kriegerisch werden sollte, isolirt hat. An Rußlands Bunbesge- nostenschaft ist, seitdem dasselbe sich den beiden andern Katsermächten wieder genähert hat, nicht mebr zu denken, und Englands heutige oberflächliche Freundschaft würde sich alsbald in Feindschaft verwandeln, wenn es Frankreich einallen sollte, den Weltfrieden zu stören. Wer kann überhaupt wissen, ob sich nicht Frankreichs Revanchelust im Laufe der Jahre allmältg abstumpft? — die Friedensgedanken, welche Deutschland und Oesterreich, diesen Kern Mitteleuropas, zu einem engen Freundschaftsbunde vereinigt haben, sind in ihren Wirkungen zu einem Felsen geworden, an welchem alle Versuche, den WeUfrieden zu stören, mögen dieselben nun von Osten, von Süden oder von Westen kommen, auch in Zukunft scheitern wüsten, wie sie biLher schon daran gescheitert sind. Wir finden es gar nicht unglaublich, daß Fürst Bismarck in seinem Briefe an den SenatorJacini eine allgemeine Abrüstung nicht blos als möglich, sondern auch als nothwendig für die Hebung des Wohles der Völker bezeichnet haben soll, falls nur das Steuer der Regierung überall in conservattven Händen liege. Er, der als so gewaltthätig verschrieene Staatsmann, will wirklich nichts anders, als einen dauernden Frieden in Europa Herstellen. Glücklicher Weise deutet Alles darauf hin, daß es ihm gelingen wird, sein edles Ziel, für eine verhältnißmäßtg lange Zeit wenig- stens, zu erreichen. ___ Deutschland. Berlin, 14. December. ließet den Nothstand in Oberschlesien gehen hier vielfach die erschütterndsten Berichte ein. Dey Kaiser ist, so hört man, von den Vorgängen tief ergriffen und hat gewünscht, von dem Oberprästdenten der hetmgesuchten Provinz genauen Bericht über die Lage der zunächst betroffenen Bezirke zu erhalten. Herr v. Seydewitz hat sich bereits an Ort und Stelle begeben und man glaubt, derselbe werde demnächst hierher kommen, um dem Kaiser persönlich Bericht zu erstatten. Die von der Regierung angewiesenen Mittel haben zunächst den Zweck einer systematischen Bekämpfung derjenigen Uebelstände, auf welche das Unheil zurückgesührt wird, während von der Prtvatthütigkett erwartet wird, daß sie die augenblickliche Roth einzelner, wie ganzer Familien vorläufig erheblich mildern soll. In erfreulicher Weise geschieht nach dieser Richtung hin sehr viel, es bleibt aber trotzdem noch viel zu thun übrig und die Hülfe aus öffentlichen Mitteln wird nicht lange ent- behrt werden können. Es wäre daher zu wünschen, daß die Regierung den Kammern eine Vorlage tu diesem Sinne mache oder andernfalls aus den Kammern selbst eine Anregung hervorgehe. Wetzlar, 13. Decbr. Unter dem 4. November hat die Regierung zu Koblenz eine Verfügung ertasten, die sich mit einer im August zu Wetzlar ab- gehaltenen Kretsconferenz beschäftigt, auf der ein Lehrer Höchst sich unter großem Beifall gegen die Nebenbeschäftigungen der Lehrer ausgesprochen hat. In der Verfügung heißt es u. A.: „Der gedachte Vortrag enthält nach Form und Inhalt vielfache Ungehörigkeiten. Wir muffen es ebenso bedauern, wie mißbilligen, daß die Conferenz, ohne daß ein einziger Lehrer nur nachträglich dagegen Widerspruch erhoben, mit einem, auch abgesehen von der Sache, durchaus ungeziemenden allgemeinen „Bravo" ihre Zustimmung zu demselben kundgegeben hat." Daß ferner sämuultche anwesende Lehrer gegen die abweichende Ansicht des Kreisschulinspectocs Pfarrers Bonnel in anscheinend sehr energischer Weise protestirt haben, zieht ihnen eine „ernste discipltnarische Mißbilligung" zu. Endlich erwartet die Regierung, „daß diejenigen Lehrer, welche neben dem Schulamte auch kirchliche Dinge versehen, im Gegensätze zu der agitatorischen Aufforderung am Schluffe des Vortrags des rc. Höchst diese willig und pflichttreu versehen werden." Arankreich. Paris, 13. Decbr. „Temps" sagt: Die Ergänzung des Ministeriums wird erst stattfinden, wenn die Kammern auseinander gegangen sind. — Die Commission für den Antrag Boyffet's auf Aufhebung der Unabsetzbarkeit der Richter besteht aus 9 Mitgliedern, welche für den Antrag, und 2 Mitgliedern, welche gegen denselben sind. Alle Minister haben sich der Betheilrgung an den Berathungen ihrer respectiven Bureaus über diesen Antrag enthalten. — Die Kammer nahm den Antrag, die weiteren Schritte gegen den Oeput rten Bandry d'Asson wegen Thetlnahme an dem Legitimisten-Banquet einzustellen, an. Zur allgemeinen politischen Lage. So schwer es den Sonnenstrahlen in diesen trüben Wintertagen wird, durch Wolken und Nebel hindurchzudrtngen, so schwer wird es der öffentlichen Meinung, sich in die Ueberzeugung hineinzuleben, daß wir, so weit überhaupt menschliche Voraussicht reicht, einem dauernden Frteden entgegengehen. Bald ist es die versteckte Feindseligkeit Rußlands, bald die unfertigen Zustände im Orient, bald das revanchelustige Frankreich, worauf mißtrauische Politiker Hinweisen, wenn sie den Horizont als umdüstert bezeichnen. Es wird darauf hingewiesen, daß die panslavlsiischen und nihilistischen Elemente in Rußland noch immer eine tiefgehende Strömung bilden, daß die feindselige Stimmung gegen Deutschland fast alle Schichten der russischen Bevölkerung durchdringe, daß noch immer gewaltige Truppenmaffen längs unserer Ostgrenze aufgestellt seien, daß endlich der notorische Gegner des Fürsten Bismarck, Fürst Gortschakvff, unmittelbar nach seiner Rückkehr die Leitung des auswärtigen Amtes wieder übernommen habe. Auf der Balkan Halbinsel soll das neue Fürstenthum Bulgarien schon am Abgrunde der Revolution und Anarchie stehen, Ostrumelien durch die zurückkehrenden Muhamedaner in feinem Bestände bedroht werden, die griechische Frage den Keim zu neuen Confltcten in sich tragen, zwischen Albanesen und Montenegrinern gar schon jetzt ein blu- iiaer Krieg wüthen. Und was Frankreich betrifft, so wird der gegenwär- rtaen Regierung eine möglichst kurze Dauer prophezeit und der ELdtctator Gambetta, der dewnächstige Nachfolger Grevy's, als ein Mann hingestellt, "er vor Begierde brenne, Deutschland die neugewonnenen Reichslande wieder ?u entreißen und so Frankreichs Ruhm und Macht wieder herzustellem Bci nüchterner Betrachtung erweisen sich jedoch diese pessimtstffcyen An- Ichauunaen von der Lag- der Dinge als bloße Phantasien und Befürchtungen nüßtrauischer, dem Frieden abgeneigter, dem Deutschen Reiche feindlich g«. sinnier PoMiker-der luf(l^en unb dMschen Regierung mag immerhin eine tiefgehende Mißstimmung geherrscht haben, aber diese Zett ist jedenfalls schon länaii vorüber. Der Besuch des Großsürsten - Thronfolgers in Wien und Berlin trat ein lautes Zeugniß dafür, daß Rußland sich inl das durch den lkütiien Bismarck geschaffene neue Bundesverhältniß zwischen Deutschland und Oesterreich zu fügen bereit sei. Kaiser Alexander selbst ist bekanntlich stets em warmer Verehrer des Kaisers Wilhelm geblieben und hat denselben soeben er« beim St. Gcorgsfeste seinen unwandelbaren Freund genannt. Er leitet Vie auswärtigen Angelegenheiten auch jetzt, nach der Rückkehr des greisen Fürsten Gortschakvff, noch persönlich und hat sich nach seiner eigenen Versicherung durck> das jüngste Attentat auf sein Leben nur in einem Wunsche bestärkt gesehen, daß Rußland in einer friedlichen inneren Entwicklung Ruhe und Gluck finden möge. So werden denn die Klagen, welche die deutsche Reichsregie- rung gegen Rußlands Haltung noch hat, ohne Zweifel bald die gewünschte Erledigung finden. Noch weniger schlimm sind die Zustände auf der Balkanhalbinsel. Mrst Alexander von Bulgarien hat durch die prompte Auflösung der radikalen Kammer deutlich bewiesen, daß er mit revolutionären Elementen fertig zu werden versteht und nach wie vor auf dem Boden des Berliner Friedens zu bleiben gedenkt. Der Gouverneur von Ostrumelien hat durch seinen Besuch \n Konstantinopel seine Stellung und zugleich die Ruhe seiner P^vinz neu gefestigt. Die griechische Frage wird, wenn auch langsam, so doch sicher durch die Vermittlung der Großmächte ihre Lösung finden. Wenn es endlich zwischen Albanesen und Montenegrinern wirklich zu einem Kriege kommen sollte, so würde Oesterreich rasch genug zur Stelle sein, nm im Bunde mit der Türkei Frieden zu stiften. Oesterreich ist ja überhaupt gegenwärtig dieSchutz- macht zur Erhaltung der Ruhe und der Ordnung auf der Balkanhalbmsel. Wie wenig übrigens die österreichische Regierung selbst dort Conflicte befurchtet, geht aus der Thatsache hervor, daß sie ihre Truppen in den occupirten Provinzen vor Kurzem auf den Friedenssuß gesetzt hat. In Frankreich ist die Lage der Dinge bei der bekannten Neueruugs- suckt und Parteizerklüftung der Bevölkerung allerdings nicht unbedenklich, und ein vorsichtiger Staatsmann wird gewiß nicht ohne Sorge nach Paris blicken, rumal seitdem die republikanischen Elemente ihre frühere Einigkeit verloren baßen. Gambetta besonders steht ohne Zweifel für den Fall, daß er an die Svike der Republik treten sollte, als eine mit gerechtem Mißtrauen anzu- sehende Persönlichkeit da. Aber augenblicklich liegt doch der Zeitpunkt, wo er daS Steuerruder in die Hand nehmen sollte, noch in der Ferne. Andererseits England. London, 13. December. Die Morgenblätter melden, bie Regierung beabsichtige von einer weiteren Verfolgung der wegen aufrührerischer Reden verhafteten Irländer abzuftehen. Italien. Rom, 11. Decbr. Es ist so kaii, daß die öffentlichen Springbrunnen zufrieren und aus Catalonien und Sictlien werden massenhafte Schneefälle gemeldet 1 — Der „Observatore" veröffentlicht ein Decret der Congregation der Riten, durch welches der Papst das Fest der unbefleckten Empfängnis zu einem Airchenfest ersten Ranges erhebt „aus Verehrung gegen die heil. Jungfrau und in der Hoffnung, daß durch ihre Fürbitte die Kirche den Frieden und die bürgerliche Gesellschaft ihre aeordnete Eintracht wieberstnd"."__________________ telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correspoudenz • Bureau. Stuttgart, 15. Decbr. Heute früh ist in dem Schacht der Saline „Wtlhelrnsglück" bei Hall ein Brand ausgebrochen; die Mannschaft ist theils getödtet, theils verletzt. Schwäbisch-Hall, 15. Decbr. Ueber die Katastrophe in der Saline „Wllhelmsglück" werden folgende Details berichtet: Heute früh 6 Mainz, 10. December. Die letzten Kohlen waren verbrannt und die letzten Pfennige für Brod ausgegeben. Vater, Mutter und zwei Kinder schnatterten vor Frost; die Kalte steigerte sich gestern Abend in höchst empfindlichem Grabe. Das Wasser träufelte von Den Wänden in der armseligen Stube. Da griff der Mann nach einer alten, von ber Großmutter, die schon längst im Scbooße der Erde gebettet liegt, hinterlassenen Truhe, warf die wenigen Lumpen heraus unb riß das alte Stück Möbel verzweiflungsvoll auseinander, um es zur Feuerung zu verwenden. Als er den Boden auseinander riß, zeigte es sich, daß es ein Doppelboden war und heraus rollten aus vemselben — Goldstücke! Die Ueberraschung der rrmen Leute war grenzenlos, sie glaubten im Augenblicke an Zauber und Wunder. Unb erst, als sie die Golb- stücke aufrafften und zählten, batten sie in Wirklichkeit 125 Napoleonsd'ors I Die Kinder jubelten Die Eltern falteten die Hände und richteten Blicke des Dankes nach oben. Kohlen wurden geholt; warmes Esten wurde bereitet und die Truhe wieder zusammengelcimt. Alle Roth war verschwunden. (9?.) Kassel, 12. December. In der jüngsten Sitzung des Communol-Landtages wurde ix Betreff der Vorlage der Staatsregierung über den Bau einer Eisenbahn von Cölbe nach Laasphe nach dem Anträge des Hauptausschusses beschloffen: 1) die unentgeldliche Benutzung der in Betracht kommenden Landstraßentheile zum Bau und Betrieb dieser Secundärbahnen unter der Bedingung zu gestatten, baß bie ^taatSTCflitrung sich verpflichtet alle Kosten für eine tn Folge des Betriebes im Interesse des öffentlichen Verkehrs seitens der Landen Polizeibehörde etwa für nothwendig erachtete Verbreiterung oder Verlegung der benutzten Landstraßenstrecken innerhalb des Communalbezirks zu tragen und 2) in Rücksicht, daß durch den Bau dieser Bahn eine nicht unerhebliche Entlastung des Landstraßenbaufonds zu erwarten ist, eine Beihilfe von 74,000 aus diesem Fond zu den von dem Kreise Marburg für die Bahn aufzubringenden Kosten zu gewähren. Metz, 10. December. sFeuersbrunst.j Gestern Abend nach 7 Uhr brach auf dem Moselfort im Garnisonlazareth eine heftige Feuersbrunst aus. Entstehringsursache noch unbekannt. Brand auf Zerstörung der Abtheilung III beschränkt. Niemand ernstlich beschädigt. Metz, 1 . December. [9B5lfe.] Seit Eintritt der kalten Witerung zeigen sich in un serem Bezirke wieder Wölfe, welche durch den Hunger auS ihren Schlupfwinkeln herausgetrieben werden, in größerer Anzahl in bie Nähe der menschlichen Wohnungen. Theilweise umkreisen dieselben einzeln stehende Gehöfte und wecken die Bewobner Nacht für Nacht durch ihr Gebeul. Sogar Versuche, Stallungen zu erbrechen, werden von denselben gemacht. Von Seiten der Jäger wird der gegenwärtige Schnee fleißig zu Treibjagden benützt, welche meistens vom besten Lrsolge begleitet |tnb. Vatz übrigens tn den letzten Jahren unter dielen Raubthieren tüchtig aufgeräumt wurde, ergiebt sich daraus, daß von 1872 bis Ende 1877 an Schußgeldern 3293 und 1878 80'.) X bezahlt wurden. Eine vollständige Ausrottung dürfte übrigens noch eine Reibe von Jahren in Anspruch nehmen, da der große Waldbestand Lothringens dem Raubwtld Aünsttg ist. Andernach, 10. Deeember. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr entstand in der Pro- ^inzial.Jrrenanstalt und zwar im Speicherraume des Gebäudes für unruhige Frauen, ein Brand, der im Verlaufe mehrerer Stunden das Gebäude bis auf die Umfasiungsmauern zerstörte' während die Gefahr trotz der Schwierigkeit des Löschens bei der strengen Kälte durch die vereinigten Kräfte des Anstaltspersonals und desjenigen der benachbarten Bewahranstalt St. Thomas schnell beseitigt wurde. Sämmtliche das Gebäude bewohnenden Personen wurden ohne die geringste Beschädigung und mit größter Ruhe und Ordnung in anderen Wohnungsräumen untergebracht und auch das Mobiliar gerettet. — (Spielbank in Florenz j Da sich die Stadt Florenz, wie männiglich bekannt, fortwährend in dem Zustande eines untilgbaren Defieits befindet und nicht weiß, wie sie von ihren desperaten und finanziellen Verhältnissen loskommen könnte, soll das Ministerium der italienischen Negierung auf die verzweifelte Idee gerathen sein, in der hartbedrängten Stadt .... eine Spielbank zu gründen, die natürlich für Florenz sehr gewinnbringend sein müßte. Der König will, so meldet wenigstens die „Frankfurter Zeitung", für diese Spielbank die Lizenz von nur wenigen Jahren gewähren, aber das Ministerium möchte die Lizenz auf 25 Jahre erstrecken. Man würde in dem neuen Spielhause „Roulette, Baccarat und Trente et Quarante“ spielen. Die Stadt der Medicäer würde, sollte dieses finanzielle Auskunftsmittel practische Gestaltung -annehmen, in den Augen der Welt keinesfalls gewinnen. — In Athen starb vor wenigen Tagen, wie dortige Blätter melden, die Hauseigen- thümerin Athanassin in dem schönen Alter von hundertunddreißig Jahren. Als 1821 der griechische Freiheitskrieg ausbrach, nahm sie den lehhaftesten Antheil an dem Aufstande, an welchem sich auch einige ihrer Söhne, Enkel und Urenkel beteiligten. Die Greisin erfreute sich noch bis vor wenigen Jahren voller Rüstigkeit. Die Heilung der Schwindsucht. St. Man schreibt uns aus Innsbruck: Vor einigen Wochen publicirte bekanntlich der Assistent am Innsbrucker Uni- persitätshospital Dr. Krozak: „Wir haben ein Mittel zur Heilung der Schwindsucht -entdeckt! Nicht allein in der betheiligten Krankenmelt und in medicinischen Fachkreisen, sondern im Allgemeinen rief diese Mittheilung ein um so größeres Aufsehen hervor, als hinter dem Assistenten der leitende Arzt Professor Dr. von Rokitansky, ein Sohn des weltberühmten Wiener Mediciners, stand, und Dr. Krozak sich auf geheilte Fälle bezog. — Mit der Publikation begann ein heftiger Kampf in der wissenschaftlichen Welt: die einen sprachen von gemeiner Beutelschneiderei, vom höchsten Triumphe der Wissenschaft die anderen. Das epochemachende Mittel war bekanntlich das benzoesaure Natron, die Form der Zuführung die Inhalation. Das fein gestäubte Salz sollte cin- geathmet die Lunge afsiziren und allmälig die kranke Stelle ausheilen. Die Gegner der Heilmethode beriefen sich aber auf das gewichtige Zeugniß des Prof. Skoda, welcher ausführt, daß der kranke Theil der Lunge nicht funktionirt und daher Medikamenten nicht zugänglich ist, — und die „Wiener Medicinische Presse" verhöhnte den „Rummel in Innsbruck". — Nachdem indessen eine große Anzahl Schwindsüchtiger in Innsbruck eingetroffen ist, um die Kur zu versuchen, und, wie festsieht, viele der- -selben Erleichterung gefunden haben, dürfte es sich doch lohnen, zu untersuchen, ob nicht diesmal die Praxis der Wissenschaft gegenüber Recht behält. Nach Veröffentlichungen des Prof. Dr. v. Rokitansky ist nämlich das benzoesaure Natron allein nicht der Retter der Schwindsüchtigen. Nebenher geht ein völlig neues System der Behandlung, welches die bisherige Methode geradezu auf den Kopf stellt und jedenfalls bei einer großen Anzahl Schwindsüchtiger gute Resultate erzielt hat. Das benzoesaure Natron muß täglich mehrmals eingeathmet werden, gleich darauf müssen die Kranken in das Freie oder reine Zimmerluft, wenn Kälte und Sturm Spaziergänge verhindern. Außer der frischen Luftzufuhr und körperlichen Bewegung bildet eine gute und kräftige Er Näherung, ganz im Gegensatz zu der bisher verordneten knappen Diät, eine Hauptve- dingung der Kur. -- Auf den Wunsch Rokitansky's und in Erkenntniß der Wichtigkeit der Sache hat die Innsbrucker medicinische Fakultät eine Commission eingesetzt welche genaue Controle über das neue Verfahren führt, und man darf wohl auf den ersten Bencht dieses Kreises von Sachverständigen gespannt fein. Auffällig ist es jedenfalls daß das Univerfitats-Hospital seit der Anwendung des benzoesauren Natrons und der damit verbundenen Heilmethode keinen Todesfall an Schwindsucht gehabt hat Allerdings wird man bei der Tuberkulose niemals von völliger Heilung sprechen können' aber auch eine Verharschung kranker Theile, die Rettung des noch nicht angegriffenen Lungenflügels, eine Lebensverlängerung ist bei der bisher für unheilbar gehaltenen Lungenschwindsucht em großartiger Fortschritt. Die „Heilung" ist also nur etwa so zu verliehen, als eine He-lung durch Abnahme eines Fußes oder Armes, dessen Krankheit den ganzen Organismus bedroht. Der Gerettete lebt mit 3/4 ober 1 8 Lunge ober er lebt. Jedenfalls bleibt Rokitansky das Verdienst, die Fachgenossen auf einen neuen Weg einer hoffnungslosen Krankheit gegenüber aufmerksam gemacht zu haben. SeJnlfiTsberlchtt. Mttgetbeilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd G. W. Dietz in Gießen. Newyork, 12. Deeember. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. November von Bremen und am 2. Deeember von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr MorgenS wohlbehalten hier angekommen. Baltimore, 12. Decbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ohio, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. November von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen. Handel und Verkehr. Gießen, 16 Deeember. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 1,10 bis X 1.25, Hühnereier per Stück 7 Käse per Stück 5—1 . Käsematte per Stück 2—3 -4, Erbien 1 Liter 26 H, Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 60 H, Hühner per Stück Jü 0.75—1, Hahnen per Stück X 0.70—1.20, Enten per Stück X 1.50—0.00, Gänse pr. Pfund 45—65 Kartoffeln per 100Kilo X 6.00—0.00, Weißkraut, 100 St. X 6-m, Zwiebeln pr. Ltt. Jü 8—0, Milch per Liter 16 und 18 Ochsenfleisch 68 per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 4o — 56 Kalbfleisch 45 — 50 A, Hammelfleisch 50 — 60 Schweinefleisch 60 A, Truthähnen per Stück - X Frankfurt, 15. Decbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 43, SKt. 2 X 41, Nr. 3 35, Nr. 4 31, Nr 5 A 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X. 28—28 50, do. I (Berliner Maike) 27.00—OO.uO, do. II (Berliner Marke) .<•; 20.0"—21.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 24.25 Oi), ab unserer Umgegend X 23—23.25, do fremder je nach Qualität X 21.50—24.75, Roggen, je nach Qualität X 18—20.25, Gerste X 17 00-21, Hafer X 13.00—15, Kohlsamen X 27—28 "0, Erchen X 19—27, Wicken X 16—17, Linsen X 20-24, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detaih X 65. Stimmuna' fist. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: (Die Preise verstehen sich chmmtlich ver 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) Frankfurt, 15. Decbr. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrteben waren ca 350 Ochsen und Stiere, 210 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 500 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—70, 2. Qual. X 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 58-60, 2. Qual. X 50 -52, Kälber 1 Qual. X 54-56, 2. Qual. 48—50, Hämmel 1 Qual. X 0—54, 2. Qual. X< 40 42 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund - Vergeßt das Iüttern der hungernden Vögel nicht! Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von Iben bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar: Mittwoch den 17. Decbr. 1879. Donnerstag „ 18. „ „ Samstag „ 20. „ Dienstag „ 23. „ „ Mittwoch „ 24. „ „ Samstag „ 27. „ „ Dienstag „ 30. „ „ Mittwoch „ 31. „ „ sowie Samstag den 3. Januar 1880. Dienstag „ 6. „ „ Mittwoch „7. „ „ Donnerstag „ 8. „ „ Samstag „ 10. „ „ Dienstag „ 13. „ „ Mittwoch „ 14. „ „ Donnerstag „ 15. „ „ Samstag „ 17. „ „ Die Jnteressenden werden daher auf- zefordert die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1879. Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr. Schellfische empfiehlt (8164 Emil Fischbach. Kastanien, Haselnüsse, Wallnüffe, Wachsstocke u. Lichte empfiehlt (8107 Fritz Flimm, Materialist. Wallthor. Allgemeiner Anzeiger. Perfiauf von Hau , Rutz u. Memcholz im Forste Grünberg. Es sollen im Submissionswege vergeben werden: aus der Oberförsterei I. Hainbach II. NicderOhmen III. Schiffcnberg Stämme Scheiter Knüppel Kiefern- Schnitt- holz Kiefern- unb Fichten- Bau- und Nutzholz Hainbuchen- Werkholz Roth- buchen Hain- buchen- Rund- scheit- holz Aspen Roth- buchen Aspen Festmeter Raummeter - - 30 500 | 50 1 - 1000 - - 60 500 - I I I 1 I 1 — 100 1 - I 1 100 Das Holz sub I und II lagert 3 — 10 Kilometer von den Stationen Ehringshausen, Nieder-Gemünden, Mücke und Grünberg der Oberhessischen Eisenbahn, das Holz sub III lagert ca. 4 Kilometer von Gießen. Kaufliebhaber wollen sich wegen Besichtigung des Holies rc. an die betr. Oberförstereten wenden und ihre Gebote pro Feftmtr. resp. pro Rmtr. ver- schlosien franco entweder bis zum 3. k« M. bei der unterze chneten Ober- försterei oder im Termin am 8. k. M. im Gasthause zum wilden Mann dahier einreichen, woselbst Morgens 10 Uhr die Eröffnung der Gebote in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten erfolgen soll. Grünberg, am 14. December 1879. Großherzoglich Hessische Oberförstern Nieder-Ohmen. 8156)Hüter. Bekanntmachung. Für die hiesige Spar- und Leihknffe, eingetragene Genossenschaft, ist Geschäftstag jeden Mittwoch von Nachmittags 1 bis 4 Uhr. Zinsen von Einlagen können im Januar erhoben, und Zinsen von Darlehen können im Januar ohne Kosten zur Kasse bezahlt werden. Watzenborn-Steinberg, im December 1879. 8151) Burk, Rechner. Ein nltrenom- mirtes Geschäft in bester Lage der Stadt ist zu verkaufen durch (7677)_______J. Blitz. 8018) Eine Causeuse, sowie sehr schöne Sophas und Spiegel billig. I. Rothenberger, Lindenplatz. 8056) Pferde-Tepptcke in allen Größen und Qualitäten empfiehlt C. W. Dietz^ Elastische Verdichtungssträngc zu 3, 5 und 6 4 per Fuß empfiehlt 8043) Chr. Neider, Kreuz. Versteigerungen. Montag den 22. lfd. MtS., von Vormittags 9 Uhr an, sollen für die nächsten S Vierteljahre im alten Rathhaus versteigert werden: 1) die laufenden Taglobnarbetten, 2) das Reinigen der Oefen tn den städtischen Gebäuden, 3) das Kleinmachen des Holzes für die städtischen Anstalten, 4) das Kehren der öffentlichen Plätze und Straßentheile, 5) das Wegfah'en des sämmtlichen Kehrichts und sonstige laufende Fubrleistungen. Gießen, den 16. December 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 8157) A. 23 ramm. 8067) Zur feinen Bäckerei empfiehlt: Ammonium, Anis und Anisöl, Citronen u. Citronenöl, Citronat, Mandeln, Orangeat, Potasche, Poudre-Raffinade, Kst. gestoßene Raffinade, Vanille u. Vanille-Zucker. Fr. Seibel, ik ik Mäusdueg von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslich- keit, ist stets vorrälhig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J « ■>. Bapst aus dem Markt in Gießen. (196 Großherzogl. 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Louis Lony. vermischte Anzeigen. 8159) Ein Laufmädchen sogl. gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl._______ “8153) Ein braves junges Mädchen vom Lande zur Beihülfe gesucht von Elise Wallenfels^ _________Reue Bäue.__ 8162) Wäre es nicht Zeit, den hiesigen Thiei schutzverein unter Guratel zu stellen, damit derselbe endlich seine Beiträge zum Füttern der hiesigen Vögel und nicht der in Darmstadt verwendet? 3-ee- ® 3 ■ WM. * Zgg ist In U>” | Die soeben erschienene Nr. 10 enthält: Im Banne der Vergangenheit. Roman von Theodor Hermann Pantenius. (Forts.) — Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Von Dr. Buddensieg. Das Lutherfest in Frankenhausen. Von H. Ferschke. — Ludwig Adolf Spach. Ein elsäfsiches Lebensbild von Max Reichard. Mit Svachs Porträt. Aegypten in Bild und Wort. Mit 3 Illustrationen. — Was die Nubier von Berlin erzählen. — Am Familientische: Bücherschau LXXIV. — Ein christliches Jahrbuch. — Wunder über Wunder! Mit Originalzeichnung von Fritz Beinke. — Rechtsrath. Mit einer illustrirten Beilage: Der Kaiser auf dem Anstande._______________ 8078) Gründlicher Unterricht wird im Aquarell-Malen auf Holz ertheilt. Auch werden Bestellungen für dieses Fach angenommen. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bltts. Kindergarten. Ich erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß Sonntag den 21. d. Nits.- Nachmittags 4 Uhr, ein Weihnachtsfest, verbunden mit Ausstellung, der vow meinen Zöglingen gefertigten Arbeiten, im Saale des ,,Prinz Carl" abgehalten wird. Die geehrten Eltern und Freunde des Kindergartens werden höflichst gebeten, an dieser Feier Theil zu nehmen. Hochachtungsvoll 815°) Melanie Härtel. Handelskammer. 8133) Zur bevorstehenden Wahl werden folgende Herren vorgeschlagen : Siegmund Heichelheim, Banquier. Fritz Koch, Kaufmann. Eduard Silbereisen, Fabrikant. 8152) Nächsten Freitag den 19. December, Abends 8 Uhr, findet eine General-Versammlung des Credit-Vereins ;u Heuchelheim (eingetragene Genossenschaft) im Saale des Wirth Philipp Kröck statt. Tagesordnung: Ergänzungswahl des Verwaltungsrathes. Besprechung von Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Nenlen-(LLeb6ii8oersicherMff8-Znstasl zu Dnrmllaöt. Von jetzt ab bis Ende December werden die Renten täglich von 12 bis 2 Uhr in meiner Wohnung (Bahnhofstraße) gegen Einhändigung der 1879er Coupons ausbezahlt. Die Rentenbezugs - Berechtigten, welche mir nicht bekannt sind, haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und Aufenthalts-Attesten versehen zu lassen; auch können neue Einlagen gemacht und Nachzahlungen geleistet werden. Gießen, im November 1879. Der Bevollmächtigte: Müller, Drucksachen-Verwaltcr. 8154) Cafe Leib* Donnerstag den 18 December 1879: 6. Abonnement-Concerl. Clavierstinimeu lasse ich bestens besorgen und empfehle solches zu billigem Preise im Abonnement. (1681 Reparaturen an Pianos und allen anderen Instrumenten führe gut und billig aus. Willi. Rudolph. MufiK - u. Zustrum.-Handlung. 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