Sonntag den 17. August 1878. srr. 190 ($382 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags 6rntriilvtr|iimmluiig des InnimrirUifdjaftl. Byirksvrrcuis Eichen am 12. Juli 1879 ?u Bungen (inj. 125,— 3. 375,- Summe der Einnahme 1357,58 400,— s 85,- 6 300,— 7. Der glitt- KedaetionSvureanr l B 18 ^pedMonSbureaur / . I. 2. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloha. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. 857,58 ä 100 eX wobei jedoch bestimmt wird, daß nur Solche bedacht werden sollen, von welchen vorausgesetzt werden kann, daß sie mich Beendigung ihres Cursus ihren Wohnsitz tm Groß- herzogthum beibehalten. An die landwirthschaftliche Versuchs- und Auskunftsstation in Darmstadt, Beitrag............ wobei von dem Vorsitzenden darauf aufmerksam gemacht wird, daß in Folge dieses Beitrages die von Mitgliedern des landw. Bezirksverems beantragten Untersuchungen von Düngern rc. zu einem erheblich geringeren, als dem tarifmäßigen Preise vorgenommen werden. Drei Subventionen an Solche, welche eine der Ackerbauschulen Friedberg oder Alsfeld, oder einen Wtesenwärter- Cursus besuchen in maximo 100 ....... wobei vorausgesetzt wird, daß die Betreffenden bezw. deren Eltern zur Bestreitung dieser Kosten nicht tm Stande sind. Sechs Subventionen an Solche, welche den Lehr-Cursus für Hufschmiede an der Veterinär-Anstalt in Gießen besuchen, in maximo ä 50 «M. . . ,......... ilttwe, «0, lng von ern, 100,— 22,58 KTt 20 Pfg. inen etc. eder Stein- iusfühnmg g bestens heilt brieflich d. Dr. Killisch, Dies- [t. Grösste Erfah- reits über OM delt. (1135 ^aufTextor's T Hardt (koncert, Fever rdeater.-Das -chwert des Dali. Platz 30 4- r.ierVorstellM 8. Für Lehrzwecke und Literatur 9. Dem Oberhessischen Bienenzüchterverein 10. Für Fertigung von Wtesenculturplänen für die Fälle, wo die Ausführung der Arbeiten und die Anstellung von Wiesenwärtern sicher steht............. 11. Reservefond...............- 300,— 50 — 100,— Ausgabe. 4. Vier Subventionen an junge Leute, welche den Obstbaum- wärter-Cursus an irgend einer Anstalt besuchen in maximo Herr Beilstein von Obbornhofen theilt mit, daß er von der Gleasonkartoffel vom Normalmorgen 45 Malter erzielt und sie beim Brauniweiubrennen als außerordentlich vortheühaft, dagegen nicht als gute Eßkartoffel erprobt habe; nach den bis jetzt gemachten Beobachtungen scheine sie in diesem Jahre weniger guten Ertrag zu versprechen. Herr Fülberth von Uiphe beklagt die in diesem Jahre beobachtete geringe Keimfähigkeit, trotz aller in dieser Beziehung angewendeter empsehlens- werthen Mutel. Herr Kreuder von Nidda stellt die Gleason als die vorzüglichste Kartoffel in erster Linre oben an unv bittet um Auskunft, ob Vie sächsische Zwiebelkartoffel identisch fei mit der sogenannten Riofrio, da er in Qualität, Quantität und Form keinen Unterschied zu machen vermöge. Herr v. N. z. Rabenau constatirt aus dem Kataloge des Fr. Kröhling durch Verlesen einzelner Merkmale, den Unterschied zwischen beiden Sorten. Herr Zimmer von Villingen ersucht die Versammlung sich über Beschaffung der Saatkartoffeln nach Antrag des Herrn v. N. z. Rabenau schlüssig zu machen. Herr Fülberth stimmt diesem zu und empfiehlt weiter, solche auf Kosten des Bezirksvereins zu beziehen, sie zur Zucht an bewährte Oeconomen abzugeben und diese alsdann zur Berichterstattung über die Resultate auszufordern, es sei dies jedenfalls vortheilhafter als sie an Gemeinden abzugeben, die der Zucht fern stünden. Herr Schlapp befürchtet, daß die Gleasonkartoffel im Ankäufe nur sehr theuer zu beziehen sei, wie er aus Erfahrung wisse. Herr Georg Hahn von Bellersheim hält die so vortheilhafte Beschreibung der Gleasonkartoffel durch die Handlungen und Züchter für Reclame, um derselben großen Absatz zu verschaffen. Nach weiterer Debatte einigte sich die Versammlung zu dem Beschlüsse: Das Bureau des Bezirksvereins wird ermächtigt eine Commission aus drei Mitgliedern zu ernennen, welche die Bestellungen auf Saatkartoffeln entgegen- nimmt und dieselben, nach dem durch das Bureau vermittelten Bezüge an die Besteller abliefert. In einer, am besten im Monat October zu erlassenden Bekanntmachung ist auf die im Monat Dezember zu erfolgende Bestellung auf Lieferung im Frühjahre aufmerksam zu machen. Die 2. Frage: ist es Vortheilhaft im Vereinsbezirke Kälber zu mästen? wird von Herrn Professor Dr. Thaer eingeleitet und dabei auf die erstaunlichen Resultate hingewiesen, die in dieser Beziehung, insbesondere in Sachsen erzielt worden sind und nur durch den Verkauf frischer Milch übertreffen würden, wogegen die Bereitung von Butter und Käse weniger lohnend erscheine. Herr v. N. z. Rabenau: Der Provinzialverein Oberhessen habe vor circa 10 Jahren schon Proben mit Bullenkälbern gemacht, es seien schone Resultate erzielt worden, indem Kälber von % Jahren bis zu 700 Pfd. gewogen haben; es sei aber diese Zucht wieder aufgegeben worden, da die Kälber doch den tn natürlicher Weise aufgezogenen nachgestanden hätten. Herr Fülberth: Die Verhältnisie seien in unserem Kreise der Art, daß sich die Mästung von Kälbern nicht empfehle, indem die Preise von Milch bezw. Butter und Käse und der Werth der Molke doch noch höhere Werthe erzielten, als das Fleisch der zur Kälbermästunz verwendeten Milch zu liefern im Stande sei, außerdem schreite auch das so vorbereitete, zur Weitermästnng bestimmte Vieh nicht so gleichmäßig und rasch ' Auüusi' , teilen dcr ä* du $rn.!M ■-iivn unter 0e»1' EiferM. VÄ Ä.116 Der erste Director des Vereins, Großh. Provinzial - Director Herr Dr. Boekmann, eröffnet die Versammlung, indem er seine Freude über die so sehr zahlreiche Betheiligung, sowie über das Erscheinen des Herrn Präsidenten der Centralstclle und Mtnisterialraths Dr. Jaup, Vertreters der Landwirtschaft im Ministerium bekundete. Nachdem hierauf Herr Ministerial- rath Dr. Jaup die Versammlung begrüßt hatte, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Die Rechnung für 1878 wurde gut geheißen und zur Einsicht offen gelegt, hierauf der non dem Ausschuß entworfene nachstehende Voranschlag für 1879 nach dessen Anträgen genehmigt. Voranschlag über Einnahme und Ausgabe des landwirthjchastlichen Bezirksverems Gießen für 1879. Einnahme. Kasievorrath Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicherungsgesellschaft aus der Gewinnhä^fte von 1878 ......... Beitrag des landwirthschaftlichen Provinzialvereins für 1879, muthmaßlich nach vorigem Jchre........• Summe der Ausgabe 1357,58 Hierauf erfolgte Besprechung über folgende Fragen: 1) Welche Futterkartoffelu haben sich tm verflossenen Jahre am besten bewährt? jctt Schlapp von Rödgen empfiehlt in erster Linie die weiße sächsische Zwiebelkartoffel, insbesondere als ganz vorzügliche Spetsekartoffel, in zweiter Linie die englische Gleason, die im Ertrag reichlicher als erstere, aber als Speisekartoffel weniger geeignet sei. Herr Adalbert v. Nordeck Freiherr zur Rabenau bestätigt die Angaben des Vorredners, sinder aber auch die Gleason als gute Spetsekartoffel und hebt noch deren hohen Stärkegehalt hervor, der sich nach einem Werke von Dr. Gruhn bis zu 25% berechne, während 62 andere Sorten mit einem solchen von nur 15 und 16% aufgeführt seien. Die Einführung guter Saatkartoffeln, insbesondere der beiden genannten Sorten, die sich bereits im Kreise Alsfeld, Friedberg und Gießen bewährt haben, verdiene volle Aufmerksamkeit und wäre es sehr erwünscht, wenn dieselbe von den landwirthschaftlichen Consum- oder Bezirks-Vereinen in die Hand genommen würde. Als Bezugsquelle könne er die Handlung von Fr. Kröhling in Lindenberg bei Berlin bezeichnen, die ihn stets sehr prompt bedient habe, und die auch bereit sei, jedes Quantum besonders abgewogen und in Säcken verpackt zu versenden. Da dem Bezirksoerein Gießen jedoch zur Ausführung die Mittel fehlen, so müßte in anderer Weise der Bezug gesichert werden. men. i i. unbe. ' Maui. Ile. vor, wie anderes Mastvieh. Hierauf wird zur dritten Frage: über die Zweckmäßigkeit von landwirthschaftlichen Loealvereinen, und Abwechselung der Orte der Zusammenkunft, übergegangen. . Herr Wortmann von Gießen theilt mit, daß der Localverein Gießen sogenannte Kränzchen veranstaltet habe, die tm Winter in Gießen, im Lommer in den Nachbarorten ^usammengetreten und bis jetzt sich stets eines guten Besuches, freundlicher Aufnahme und regen Interesses zu erfreuen gehabt hätten. Da in Starkenburg und Rheinhessen solche Kränzchen mit Erfolg schon lange Zeit bestünden, so wolle er die Versammlung ersuchen, zur Bildung weiterer Kränzchen Anregung zu geben. Herr Vorsitzende bestätigt die Lebensfähigkeit der landwirthschaftlichen Kränzchen tn Starkenburg, die sich schon vor 15 Jahren gebildet haben, und die ganz besonders die Bezirksvereine gestärkt hätten. Dies fei ganz natürlich, da in kleineren engeren Versammlungen Jeder den Muth habe zu sprechen und seine Gedanken und Erfahrungen auszutauschen, was in größeren Versammlungen oft nicht der Fall sei. Die Bildung vieler kleiner Kränzchen sei zu empfehlen. Herr Secretär Gros von Lich bestätigt die Wohlthat der landwirthschaftlichen Kränzchen, glaubt aber auch nicht die traurigen Erfahrungen, die er tn dieser Beziehung gemacht habe, verschweigen zu dürfen. Die früher be standenen Kränzchen seien nämlich oft eingegangen, indem es an teilten fehlte, welche den Stoff zur Besprechung aufstellten. Nicht jeder Local- M Der Secretär. I- V-: Sauber. Der I. Director: Dr. Boekmann. bem dem Sefsionsfchluß hergebrachter Weise vorangehenden Banket des LorLmayor-Festes seine Landsleute mit der Versicherung, daß ein ehrenvoller Friede, wie er vor einiger Zeit mit Afghanistan geschloffen worden, demnächst mich tm Caplande zu Stande kommen werde. Der Plan, dem Prinzen Louis Napoleon in der Westminsterabtei ein Denkmal zu setzen, hat im Unterhause lebhafte Debalten veranlaßt, bei denen der Regierungsvertreter die bedeutsame Erklärung abgab, daß die Königin dieser Angelegenheit gänzlich fern stehe. Die niederländische Ministerkrists hat durch die durch den früheren Minister Heemskerk zu Stande gebrachte Neubildung deö Cablnets endlich ihren Abschluß gefunden. Es muß sich indeß noch zeigen, wie die neue con» servative Regierung vor der entschieden liberalen Mehrheit der Generalstaate,i zu bestehen vermag. Die belgische Regierung, nicht faul, hat außer den Koblenzer Schulbrudern neuerdings auch den deutschen LrzaristenpatreS, welche bei Ver- viers eine Erziehungsanstalt für deutsche Knaben errichtet hatten, den Laufpaß gegeben, so daß zwei derselben schon am 15. d. das Land räumen muffen. Was jenseits der Vogesen vorging, bezog sich fast ausschließlich t r/amp' ber Regierung gegen den Klerikalismus. Präsident Grevy mußte sich zwar wegen der „gottlosen" Ferry'schen Gesetzentwürfe wieder einmal von einem Erzbischof brieflich abkanzeln taffen. Ferry selbst bewies aber durch feine Rede bei der Vertheilung der Preise in der Sorbonne, daß er an dem Grundsätze, Republik und Wissenschaft muffe in der Bekämpfung des gemeinsamen Feindes einig sein, nach wie vor ebenso festhält, wie an der Ueber- zeugung, daß das moderne liberale Frankreich nicht Willens sei, ein Joch auf sich zu nehmen, welches nicht einmal das mittelalterliche habe ertragen wollen, Jules Simon, der den Jesuiten neu erstandene Vertheidiger, mußte cs sich ferner gefallen lasten, daß selbst feine ehemaligen Wähler ihn wegen seiner sonderbaren Fretheitstdeen öffentlich zur Rede stellten. Der Pariser Gemeinde- rath brachte endlich feine antiklerikalen Gesinnungen zu kräftiger Geltung, indem er den Seinepräfekten ersuchte, bis zur Eröffnung des Schuljahres in allen Gemeindeschnlen die Congregationslehrer durch Laien zu ersetzen gewiffen Congregationslehrern die Abhaltung öffeiulicher Prüfungen verbot und sogar die Errichtung eines Leichenverbrennungs-Avparates auf dem Pere Lachaise beschloß. Merkwürdiger Weise nimmt der Ertrag der tndirecten Steuern (im Monat Juli um 20 Mill., während der letzten 7 Monate überhaupt um 85 bis 86 Mill.) noch fortwährend zu: ein Beweis für den der Handelsstockung ungeachtet hohen Grad des Wohlstandes des französischen Volkes! Der König von Spanien verlor eine feiner jüngeren Schwestern, die Infantin Maria del Pilar, durch jähen Tod. Außerdem hatte er selbst das Unglück, mit dem Wagen zu stürzen und sich dabei an der Hand zu verletzen. verein habe Leute wie Herr Prof. Dr. Th aer und Wortmann. Er bitte die Versammlung, sich der Sache mit Eifer und Liebe anzunehmen, damit das Gedeihen gesichert werde, das Aufhören sei schwerer, wie das Anfängen. Herr v. N. z. R a b e n a u : Es sei Alles aufzubieten, um die Kränzchen und die landwirchschaftlichen Genossenschaften zur Blüthe zu bringen. Die Landwirthschaft müsse diese Sache in die Hand nehmen und durchführen. So lange sie dies nicht thue, habe sie kein Recht zu klagen. Die Abwechselung sei sehr vortheilhaft. Daß die früheren Kränzchen eingegangen, sei kein Grund, die Bildung neuer zu verhindern. Herr Fülberth befürwortet die Kränzchen, wünscht dieselben aber in Verbindung mit Genoffenschaften gebracht zu sehen, um so einen practischen Hintergrund zu gewinnen und das Interesse wach zu halten. Herr v. N. z. Rabenau warnt vor gemeinschaftlichem Eigenthum in Genoffen- schaften, was stets der Anfang vom Ende sei, wogegen er den gemeinsamen Bezug nur empfehlen könne. Nach weiterer Discussion erklärt sich die Versammlung damit einver- standen, daß die Herren Bürgermeister von Grünberg, Hungen und Lich die Bildung weiterer Kränzchen in die Hand nehmen und die betreffenden Einladunaen- zur Betherligung ergehen taffen sollten, was dieselben auch bereitwilligst zusagten Der hiernach als vierter Gegenstand der Tagesordnung zur Verhandlung gelangende Antrag auf Anlage einer Obstbaumschule für den ganzen Krers wurde von der Versammlung abgelehnt, da nach särnmt- Itchen zur Mittheilung gelangten Erfahrungen derartige Institute keine günstigen Erfolge aufwiesen und man sich auch von der ins Auge gefaßten Anstalt keinen vefferen Erfolg zu versprechen vermochte. Dagegen wurde von verschiedenen Seiten der gemeinsame Bezug von guten Obstsorten aus tüchtigen Baumschulen sehr empfohlen, da die Baumzucht jede Förderung verdiene. Nachdem hierauf noch eine Anzahl geschäftlicher Mittheilungen gemacht worden waren, und der anwesende Chemiker Herr G. Throm von Gießen noch sein Lager chemischer Dünger empfohlen hatte, wurde die Versammliinz geschloffen. Zur Beglaubigung. Unser Kaiser hat Gastein nach dreiwöchentlichem Aufenthalt am 12. d., durch die Badekur und die reine Gebirgsluft außerordentlich gekräftigt verlasien. Am 9. d. wurde er durch den Besuch des Kaisers Franz Josef erfreut, mit dem er in herzlichster Weise verkehrte. Vor seiner Abreise empfing er u. A. den zum Staatssecretär für die Reichslande ernannten bisherigen Unterstaaisfecretär Herzog in Audienz. Fürst Bismarck hat seine Ernennung zum Ehrenbürger von Effen mit einem Schreiben beantwortet, in welchem er die Ueberzeugung ausspricht, daß seine Reformbestrebungen auf wirthschaftlichern Gebiete in dem Bürger- stände auch der größeren Städte dieselbe Zustimmung finden werden, wie bei der Mehrzahl der Gesammtbevölkerung des Reichs, sowie daß die Gesetzgebung, welche sich den Schutz der nationalen Arbeit und die Verminderung brr direc- ten Steuern zur Aufgabe gestellt habe, in den weiteren parlamentarischen Kämpfen wirksam werde vertheidigt werden. Dem entsprechend scheint die preußische Regierung denn auch für die bevorstehenden Landtagswahlen die Parole ausgeben zu wollen: Wählt nur Anhänger der neuen Zollpolitik! In unserer Marine folgt ein Unglücksfall auf den andern! Noch ist die Nachricht von der Gefchützexplosion auf dem „Renown" in Wilhelmshaven in Aller Munde, da kommt eine andere Hiobspost aus weiter Ferne, aus Batavia, von der Corvette „Freya" : 4 Mann fanden dort durch Verbrühen einen fchrecklichen Tod, 4 andere wurden schwer verletzt. Gleichzeitig wird von einer Colliston des Aviso-Dampfers „Falke" im Hafen (!) von Chri- stiania mit einer norwegischen Yacht, die dabei wrack wurde, berichtet. Trotz alledem gilt die Leitung unserer Marine in gewiffen Kreisen noch immer als vortrefflich! Mit Befriedigung vernahm man dagegen, daß unfer auswärtiges Amt, nachdem der Hamburger Dampfer „Luxor" im Widerspruch mit dem internationalen Recht von ber peruanischen Regierung mit Beschlag belegt und spater sogar von dem obersten Gerichtshof Perus für gute Prise erklärt worden, sofort das Panzerschiff „Hansa" zur Wahrung der Rechte deutscher Reichsangehöriger nach der Westküste Amerikas entsandt hat. Geh. Rath Reuleaux, der deutsche Commiffar für die australische Weltausstellung ist zu Anfang dtefes Monats in Sidney eingetroffen. Die Zölle und Steuern des Reichs haben in dem 2. Quartal dieses Jahres 100,392,525 Mk., d. h. 20,400,327 Mk. mehr als in der ent- fprechendeii Zeit des Vorjahres eingetragen. Dieser Mehrertrag ist indeß zweifelsohne weniger als Zeichen einer schon eingetretenen Hebung von Handel und Verkehr, denn als Folge kaufmännischer Speculation auf den neuen Zolltarif zu betrachten. Mit dem 1. October d.Js. tritt bekanntlich der bisherige Oberpräsident der Reichslande, Herr v. Möller, in den Ruhestand. Aus diesem Anlaß hat der academische Senat der Straßburger Universität demselben schon jetzt zum Zeichen der Anerkennung der Verdienste, welche er sich um die Gründung und das Emporblühen der Universität erworben, eine Adreffe überreicht, die juristische und die philosophische Fakultät dem Scheidenden gleichzeitig den Doctorgrad honoris causa verliehen. Unter den dem Staatsminister Dr. Falk fortwährend dargebrachten zahllosen Dankadreffen ist diesmal die der philosophischen Fakultät der Acade- mie Münster besonders hervorzuheben. Der bayerische Landtag wurde, nachdem er das Eisenbahngesetz sowohl für das rechtsrheinische Bayern, wie für die Pfalz genehmigt, nach 23tägiger Arbeit vertagt. Die Münchener Kunstausstellung wurde am 11. d. durch den Besuch des von Gastein zurückkehrenden Kaisers Franz Josef ausgezeichnet. Für die Stimmung des Münchener Magistrats in kirchlicher Beziehung ist eö bemerkenswerth, daß derselbe den Antrag der Gemeinde- Bevollmächtigten auf Abschaffung des obligatorischen Besuchs der Simultan- schulen mit 13 gegen 8 Stimmen abgelehnt hat. Das 50jährige Doctorjubiläum des Geh. Raths Prof. Dr. Blnnt- s ckli, deö berühmten Völkerrechtslehrers in Heidelberg, gestaltete sich zu einer Reihe von Ovationen aus den verschiedensten Kreisen. Der Landrath des Schweizer Cantons Uri hat den Antrag des dortigen Regierungsraths auf Wiedereinführung der Todesstrafe für den vorsätzlichen Mord und solche Brandstiftung, bei welcher Menschenleben zum Opfer fallen, angenommen. Oesterreich.Ungarn ist durch die Nachricht von dem Entlaffungs- gcsuch seines langjährigen auswärtigen Ministers, des Grafen Andrassy, welcher zunächst einen Urlaub von 6 Monaten erhalten soll, begreiflicher Weise in nicht geringe Aufregung versetzt. Die Nachricht von der furchtbaren Feuersbrunst, welche den schönsten und reichsten Theil SerajewoS, der Hauptstadt Bosniens, zerstörte, mußte einen um so tieferen Eindruck auf die Bevölkerung des Reiches machen, da sie die Frage nach der Souveränetät und der Hülfs- pflicht für die neuen Provinzen von Neuem in den Vordergrund stellt. In England geht das Parlament, dessen Unterhaus u. A. die Regie- rungsvorlage über die irische Universität in dritter Lesung angenommen, der langersehnten Vertagung entgegen. Lord Beaconsfield erfreute mittlerweile auf Drell sr S,e «kW b ■ ^Uis \ Vermischtes. — (2Iud) ein Wahlmanöver.) Galizische Blätter erzählen folgende Wahlgeschichte: °tn einer ostgastz,schon Stadt hatte ein ruthenischer Kandidat einen sehr geschickten und rübrigen Agenten welcher dieser Eigenschaft halber dem polnischen Lokalkomits gefährlich erschien/ Da stellt ßch em polnischer Patriot dem Komit6 vor und erklärt, daß er Mittel besitze, den gefähr- Uchen ruthentschen Agitator kalt zu stellen. Welche Mittel?..... „Ich gebe ihm — eine n Cl8e '1a9te 6et Patriot, „und er wird mir dieselbe zurückerstatten. Auf diese Weise entsteht eine Rauferei und da muß die Polizei interveniren: wir beide werden eingesperrt." (9c- 8“ 6CineJ Rufern zwischen dem polnischen „Patrioten" und dem ruthenischen Wahlagitator, so daß beide am Wahltage eingesperrt werden mußten. — (Vor 100 Jahren.) Im Jahre 1779 wurde im englischen Parlamente folgende Acte emgebracht: „Alle Weibsleute, ohne Unterschied des Alters, Ranges oder Stande« gleichviel, ob Jungfrauen oder Wittwcn, welche vor oder nach dem Erlaß dieser Acte iraend einen der männlichen Unterthanen Seiner Majestät in verrätherischer oder betrügerischer Weise S.ch°"h"tswasser, ^hne, falsche Haare, spanische Welle, Corsetts, Reifrocke, Hackenschuhe und gepolsterte Hüften zur Eingehung einer Heirath verlocken u^en sich der Strafe schuldig, die das Gesetz über Vergehen durch Zauberei verhängt hat' u J U E solche Helrath nach „Ueberführung des betreffenden Frauenzimmers für null und nichtig erklärt werden. ^I^ukfllrt' (Der Hersch von Heddernheim.) Verschiedene Blätter theilten s. 8- den Schreibebrief mit, den Hirsch Flörsheim von Heddernheim bei Gelegenheit der Jubelbochürit an das Kaiser!. Paar gerichtet hat. Das Unterstützungsgesuch, welches „Ich der Hnsch"' damit verband, ist leider unterm 1. August abschlägig beichledcn worden. Das bezügliche Schreiben der konlgl. Regierung zu Wiesbaden sandte der erfolglose Petent dem „Fr. General-An;." nebst einem Zettel, der also anhebt: „Ich Schick Ihne hier die Erkundigung von mir," und schließt: „Bemerken Sie ich kein Geld geschickt bekom hab wie es Heist." ™ " , ~ > der Nähe des Dorfes Joigny in Savoyen liegt ein Berg, dessen südlicher W "ne« Walde in einem Umfange von zwei Kilometer im Quadrat bedeckt ist. Unwest dieses Berges fließt die Jsere, die aber vor einigen Wochen in Folge der anhaltenden Regen- dÄen°R^7 Ust^n getretenist. Die Gewässer dieses Fluffes unterwaschen nun fortwährend diesen Berg, so daß ver südliche Abhang desselben m,t dem Walde zu rutschen begonnen Hal und auf die Art dem Dorfe Entremont immer näher kommt. Die Regierung hat daher den ®U68Ü9 Bewohner dieses Dorfes angeordnet, da dasselbe jeden Augenblick in Gefahr »st, von dem rutschenden Berge verschüttet zu werden. — (Der brave Sohn.) Fähnrich: Ick will heute den Oberst um acht Tage Urlaub bitten. - Lieutenant: Nun! Was haben Sie denn? - Fähnrich : Mein Vater .st vergangenen Sonnabend auf der Jagd von dem Pferde gestürzt und hat das Vein gebrochen. - Lieutenant: Ah! Thut mir leib! Und da wollen Sie sehen, wie es ihm geht? — Jähn- ba6 au$! Unb bann, aufrichtig, dachte ich auch, ich könnte jetzt so schön seine Fuchsstute reiten. 1 — (Eruptions-Jubiläum des Vesuv.) Gerade vor 1800 Jahren, im Jahre 79, fandm Hcrculanum und Pompeji in Folge eines Ausbruches des Vesuv ihren Untergang und vor hundert Jahren, am 7. August 1779, fanv ebenfalls eine Eruption stact, welche zu den bedeutendsten gehört und an Großartigkeit ziemlich einzig dasteht. i W*“0, L»°d Wch" tote Land ver!" Wlunsl eliheillB :1 Beuern- Johannes "ÄsUm -lisiewent get Wohnhaus, g 2taü,2cheutt ü Casseler Ao ran, sowie V Land, kann su abgegeben Mi fitzung liegt 6 >20 'Minuten verfitat Marbi Zum Lertrai legitimirt AdminiÜ _____i«J coooooc v Lieferung vol ) in streng reeller Q dstehll zu billix i F.i P 3583) ß ÖOOOOOC «aschbi aschki aschkl empfiehlt billigst 4499) M. V Das 3i eines co Dauip uei bkttehend aus 1 3 y ^ferdekräften &4nr|!I£’nöÜeuen -oollgatkcr, 1«1 "6' I Kaßtaube ^'^agen, sowie. ttanSmisfionen, Geschäft!« wehr L Ars er. ben CobleiP welche bei b ’n» den Laufpii ien müssen. ausschlW Präsident irfe lviebee eit ifl bewies iiin nne, daß er it bei g» « u bei Utto sei, M ^vch an ertrag wofla r, mußte ihn wegvM arxfer iflizer Mmi, > Zchllljahiiö v ersetzen, genifa- itibot und i'ojk n Pere Lachah ten Steuern sii e überhaupt o en der jQanOtü- schen Volkes! >ten SchivrM a halte er # Hand zu »erleg .en Banket bä 5 ein ehrenvoll«! 'Olden, demnächj! "u Prinzen Loui- UN Unterhch ’ die bebeutsD w fern st-he. rrch den ftüherv Erbinets enoiii ’ie die neue co& l Tenerchnalei L-blgel-hichte: < tirfttn und ritoj Irlich crschitn. J >1 bkiißk, d-n t> aebe tbm - ® juf biet« Wch e i fingeipetrt/' Patrioten“ und ” uijten. ßarlammtt R® wb ober > dieser brtrügmicker^ ne, sp-nchr 7^ n He«rath «J* wberei wW* mmers für Hättet tjjiyji; «it der 3“*Ä i ‘.“„Ä* beiUfiüw •* ©enetalM l it bebtif1 ip v?6 t 0 3 M «*£* |W-A SÄ«* *“* äe“W ^saminlllnz Aeilgebotenes. Ein gebrauch. Kochherd mit 3 Löchern und Schiff, neuester Con- siruction, ausgezeichnet ziehend billig zu verkaufen. (o3d/ E. Schramm, Wolkengasse C. 90. Jllüflfenoerfiauf. 5350) Die in der Gemarkung Beuern, eine halbe Stunde von der Eisenbahn-Station Groß-Buseck gelegene Neumühle mit 2 Mahl- und 1 Schlaagang, kräftigem Wasser und starkem Gcfäü und ca. 56—57 Morgen Acker und Wiesen guter Qualität, soll wegen Kränklichkeit des Besitzers aus freier Hand verkauft werden. 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