Nr. 114. Samstag, den 17. Mai 1S7». Kichener MuMger Anzcize- mi> AmtsliM für iti Kreis Sicher?._______________ Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Schulstraße B. 18. Redactionsbureau r Expedttionsbureau: Preis vierteljährlich 2 Aiart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. werde - en Fall der Steueru, namentlich der Tabakssteuer, aus anderen als volkstümlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht ungern sehen, wenn auch die Führer und die Parteiorgane solche Vermuthungen mit Entrüstung von sich weisen. Ueber die gegenwärtige Stellung des Centrums tm Allgemeinen ist man nicht tm Klaren. Der Friede mit Deutschland soll in den Wünschen des Papstes liegen, der indessen aus bekannten Gründen nicht ganz frei ist. Auf deutscher Seite ist dieselbe Stimmung vorhanden. Man wird aber keine grundsätzlichen Opfer bringen und die Rechte des Staates nicht preisgeben. Dies schließt aber nicht einen modus vivendi aus, auf welchen Herr Windt- horst vielleicht hinsteuert. Ob die Finanzzölle und die Steuern eine Rolle dabet spielen, wird der weitere thatsächliche Verlauf zeigen. Die Tabakssteuer ist an die Commission verwiesen, in welcher ja auch das Centrum vertreten sein wird. Man wird daher bald erfahren, wie weit die obigen Vermuthungen Grund haben mögen und ob, wenn in der oberen Welt das Tabaksmonopol noch immer keine Aussicht hat, etwa unterirdische Kräfte dazu verhelfen sollen. # Aus Bayern, 13. Mat. Daß Döllinger die Gerüchte über sen.e Bekehrung für unwahr erklärt, ist schon mttgetheilt. Jetzt veröffentlicht die „Jtcttie" ein Sch-eiben L öllinger's an einen hohen englischen Geistlichen, woria es heißt: „Es sind kaum drei Wochen her, daß ich einen Artikel veröffentlichte, m welchem ich kategorisch erkläre, daß Niemand, deffen Geist eine wissenschaftliche B ldung empfangen, jemals die Decrete des vaticantschen Con- cdg annehmen könne. Diese letzten neun Jahre über habe ich meine Zett dem neuerlichen Stadium all' der Fragen gewidmet, welche auf die Geschichte der Päpste und der Concile Bezug nehmen, und ich habe neuerdings das wette Gebwt der Kirchengeschichte sozusagen durchlaufen; dieses Stadium nun hat zum Ergcbniß gehabt, mir die unwiderleglichen Beweise für die Unwahrheit der vaticantschen Decrete zu liefern. Wenn man von mir verlangt, ich solle schwören, daß diese Lehrsätze wahr seien, so habe ich dieselbe Empfindung, als wenn Jemand von mir begehrte, zu schwören, daß zweimal zwei fünf und nicht vier ist." — Das Central'Hülsscomtt6 für die Nothletdenden im Speffart veröffentlichte dieser Tage seinen Rechenschaftsbericht. Die Gesammt Einnahmen bis 30. April betrugen die sehr respectable Summe von 171,492 Mk. Unterstützt wurden 83 Gemeinden und zwar hauptsächlich außer durch die Natural- vnflegung mit Saalfrüchten, Gerste, Hafer und Kartoffeln. Eine Bestimmung des Comtes setzt fest, daß die Saatfrüchte an die Gemeinden, resp. die einzelnen Rothleidenden nur leihweise herausgegeben wurden, daß dieselben also nach der nächsten guten Erndte entweder in natura oder in Geld an das Central Hülfscomti^ zmückoergütet werden müssen. Von dieser Bestimmung, die nach dem Bericht lediglich im Interesse der nothleidenden Bevölkerung getroffen wurde, soll jedoch kein rigoroser Gebrauch gemacht werden. Frankreich. Paris, 14. Mai, Abends. Nach einer Meldung der „Agence Havas" aus Konstantinopel verlautet daselbst, daß Rustem Pascha als Minister des Auswärtigen in Aussicht genommen sei. Italien. Rom, 14. Mai, Abends. Die ostrumelischen Delegirten Iankoloff und Gshoff überreichten dem Ministerpräsidenten de Pretts ein Memorandum worin den Besorgnissen der rumelischen Bulgaren anläßlich der Rückkehr der Türken Ausdruck gegeben wird. Die Delegirten reisen morgen nach Wien und Peters- bürg ab. — Die Deputtrtenkammer berieth den Gesetzentwurf, betr. den Abschluß der obligatorischen Civilehe vor der kirchlichen Trauung. Rußland. Petersburg, 13. Mai. Ein allerhöchster Erlaß vom 6. Mai ordnet die Aufhebung der anläßlich der Pest zeitweilig errichteten General-Gouvernements von Astrachan, Ssaratow und Ssamara an. — Die obligatorischen Hausknechts- Dujouren haben, wie wir in den „Nowosti" ausgesührt finden, ein stattliches Heer neuer Sicherheitsbeamten geschaffen. Es find ihrer etwa 24,000 Mann nach folgender Berechnung. Da Tag und Nächt über Wache gehalten werden soll, kann ein einziger Dwornik schon physisch unmöglich allein ausreichen ; es müssen also wenigstens zwei Dujour-Dworniks in jedem Hause dienen. Rechnet man nun, daß es 9000 zu bewachende Grundstücke und Plätze gibt und nimmt man an, daß nur bei einem Drittel derselben, in Rücksicht darauf, daß zwei Ausaänge auf verschiedenen Straßen dort vorhanden pnb, zu gleicher Zeit zwei Dworntks zu wachen haben, so ergibt sich als Facit die obengenannte Zahl für die Armee der Hausknechte. Allein die Zahl derer, die als Dwornik einzutreten wünschen, ist recht gering; die Hausbesitzer haben selbst in sonst besser gestellten Kreisen Dworniks anwerben müssen. Petersburg, 15. Mat. Aus Irbit wird vom 13. d. gemeldet: Heute Ab.nd fand abermals eine große Feuersbrunst statt, welche vier dn ärmsten Stadtviertel zerstörte. - Der „Regierungsbote" veröffentlicht in seiner heutigen Nummer die Proclamation des Kaisers Alexander an bte Bulgaren. Aeutschland. Gießen, 16 Mai. In Lei gestrigen Stadtverordneten-Versammlung wurde Herr Adolf Noll als Vertreter der Stadt Gießen bet dem morgen zusammentretenden Städtetag in Berlin bestimmt. Herr N o ll erhielt von der Versammlung den bestimmten Auftrag gegen die projectirten G etreid e- und Viebzölle zu stimmen. Berlin, 13. Mai. In Meißen haben sich die dortigen Cigarrensabri- kanten an den Stadtrath mit einer Eingabe gewendet, worin sie unter dem Anfübren, daß mit Eintritt der Tabaksnachsteuer die Händler mit Tabaks- fabrlkaten bis zur Räumung ihrer Vorräthe neue Einkäufe nicht machen werden lind daher für die Fabrikanten eine Pauie von mindestens vier bis sechs Monaten eintreten müßte, die „in Folge dieser Stockung brodlos werdenden Arbeiter der Fürsorge des Stadtrathes empfehlen." Berlin, 13. Mai. Die natianalliberale Fraktion entsendet, wie schon gemeldet, t» die Tarifcommission die Abgg. Bamberger, v. Benda, v. Bennig- sen, Delbrück, Hammacher, Oechelhäuser, Rickert, v. Schauß. Die „Post' weiß zu melden, es hätten in der nat'onalliberalen Fraktion aus Anlaß dieser Wahl zienilich lebhafte Kämpfe stattg fnr.den. Die „NationaHib. Correip." schreibt d-gegen : „Diese Nachricht ist ebne allen Grund. Die Liste der Genannten ist von der für deraritge Vorschläge innerhalb der Fraktion bestehenden Commission aufgestellt und von der Fraktion nach wenigen Bemerkungen durch Acclamation, und zwar einstimmig, angenommen worden." — Das Verhalten des Abg. Masle und seine Reichstags Reden vom 8. und 9. d. haben in der nationalliberaien Fraktion aÜgemeines^Mißfallen erregt und so wird er denn wohl aus ter Fraktion ausscheiden. Seine Rede vom 8 d. Hal er im „Bremer Courier" abdrucken lassen, bet diesem Abdrucke indesien die geistcollstes?) Stelle seiner Rede anSgelasien, nämlich die, wv er erklärte, man müsie nicht Handel treiben, um reich zu werden. Er sah oftenbar voraus, daß er mit dieser Ansicht in Bremen kein Glück machen lXIÜtt>C93erHn, 14. Mai. Der „Reichs-Anz." schreibt: Bekanntlich hatte der Abg. Liebknecht bet Berathung des Post- und Telegraphen - Eiats am 28. März Bezug genommen aus Aenßerungen, welche der „Jllinois.Staats- sgeitung" zufolge der amerikanische General-Postmiister Key und der Chef des auswärtigen Postdepartemems Blackfan ein.m engliichen Zeitungsbertchteistatler aeaenüber wegen Verletzungen des Briefgehe>mnifles in Teutschland gethan hätten Die Ausführungen Llebkn.cht's veranlaßtei, die Reichspostverwaltung, mit dem Postdepartement der Uniou-St men in Verbindung zu treten. Nach der setzt vorn Posteffice-Teparten ent dem deutschen Gencralpostamt zugegangenen Rückänßerung hat zwischen dem genannten Postbeamten und dem englischen Zeitungsberichte'statter zwar eine Unterredung üb-r fraglichen Gegenstand »attgefunden; die Beamten thaten indesien keineswegs die von Liebknecht erwähnten A-ußerunaen, sonb-rn erklärten im Gegenih.il, ihre Verwaltung habe keine Kenntniß davon, daß Briefe aus Amerika in Deutschland erbrochen und abstchtlich zurückbehalten würden. Das beit. Schreibe schließt: Weder der Generalpostweister noch ich (Blackfan) schenken den A nherungen über angeb- Uch auS politischen Gründen in Denlschland erfoUte Verletzung unh Zurück- baltunft von Briesen irgend welchen Glauben. Ebensowenig gab Eimr von uns in der Unterredung mit dem Ber.chterstalter rrgenbwle Entrüstung zu erkennen W-r bedauern Beide, daß tue Unterredung derartig entstellt wieder- aeaeben und dadurch einem Mitgliede M deutschen Reichstags Gelegenheit aeboten worden ist, einen unbegründeten Angriff geg.n d e b.uiscke Postver- waltung zu richten. Urbrigens Hai auch bereits die an erikanische Presie die gegen die Reichspostverwaltung erhobenen Anschuldigungen als unzutreffend erkannt^ volkswiithschastliche V reinigung beschloß, in der Plenar- beratbung mit den Eisenzöllen zu be9innen unb die Zollsätze für Stabeisen nnb Roheisen zu bewilligen, wie solche d,e Vorlage der Reichsregierung verlangt. Die übrigen Elsensorten ft d von der Vereinigung noch nicht berathen. Köln. 14. Mai. Der Köln. Z'g." wird aus Berlin, 12. Mai, ge- fdnieben • Man beschäftigt sich viel mit dem sog. Sperrg-setz. Dasi-lbe wird m Reichstage nicht ohne Anfechtung bleiben, aber, wie mm glaubt, wenn aur Reichskanzler oll auf ber unveränderten Annahme bet Vorlage bestehen unb sich in blefem Sinne gegen mehrere Personen ausgesprochen halbem Die kraltuna des Centrums den Finanzzöllen und Steuern gegenüber ist indesien ttn^er9 Pessimisten wollen sogar etwas mißtrauisch vermuthen, bas C-utrum Sin kaiserlicher Ufas auS ßioabta vom 5. b. an ben birigirenben Senat ermächtigt gemäß Ufas vom 17. April die General Gouverneure von Moskau, Warschau unb Kiew, sowie bie provisorischen General-Gouverneure von Petersburg, Charkow und Odeffa, die Wirkung bes genannten Ukases n-thigensalls auch auf die Gouvernements zu erstrecken, welche den betreffe iben Militärbezirken angehören. Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr. Torrespondenz-Burea«. Berlin, 15. Mai. Der „Nordb. Allg. Ztg." zufolge erklärte sich die Regierung gegenüber bei Köln-Mmbener Eisenbahn-Gesellschaft bereit, in Bei« hanblungen wegen Uebertragung ber Verwaltung unb bes Betriebes bes ganzen Köln - Minbener Eisenbahn-Unternehmens auf den Staat auf Grundlage einer festen 6procentigen Jahresrente in abgestempelten Actien einzutreten. — Der Minister ber öffentlichen Arbeiten, Maybach, hat sich heute aus einen Tag nach Frankfurt a. M. begeben, um, wie die „Nordd. Allg. Ztg." melbet, mit ben Ministern Babens unb Hessens in ber Angelegenheit bes Frankfurter Centralbahnhofes zu conferiren. Berlin, 15. Mai. Reichstag. Zweite Berathung der Zolltarif-Vorlage. In der ersten Position — Abfälle — wird ein Amendement Rickert's angenommen, wonach nicht nur lediglich zur Leimfabrikation geeignete, sondern alle als Fabrikattonsmaterial verwendbare Lederabfälle zollfrei zu lassen sind. Ferner werden Amendements von Melbeck und Ludwig angenommen, wonach Malzkeime, sowie Thierknochen jeder Art zollfrei sein sollen. Die Position „Bürstenbinder- und Siebmacher-Waaren" wird von Müller (Gotha), Rickert und Karsten bekämpft, von v. Kardorff und v. Ludwig oertheidigt. Bundes- Commissar Moser befürwortet dieselbe. Die Position wird unverändert genehmigt- J °J0£ Position „Eisen- und Eisenwaaren." Hierzu liegt das Amendement v. Wedell-Malchow vor, welches die Herabsetzung aller bezüglichen Zollsätze verlangt, ferner das (bereits gemeldete) Amendement Stolberg über Freilassung von Roheisen und Bruch eisen seewärts von Memel bis zur Weichselmündung eingehend auf Erlaubniß- scheme für Eisenwerke. — Delbrück fragt an, ob, wie früher, Eisenmaterial zu Schiffsbauten zollfrei eingehen und der Eisenzoll für Material zu im Jnlande gebauten Schiffen vergütet werde; ferner, ob den Besitzern von Schmelz, und Walzwerken auch ferner d'c zollfreie Einfuhr von Bruch- und Roheisen zum Export gewährt werde. Bundes- Commissar Burchardt erwidert: Die Erleichterungen für Seeschiffe würden jedenfalls mlfrechterhalten. Betreffs der zweiten Frage glaube er versichern zu können, daß dem Veredelungsverkehr jeder mögliche Vortheil zu Theil werden solle. Redner legt gleich- rettla die Stellung der Regierungen zu den Eisenzöllen dar, wirft einen Rückblick auf bte Entstehung der Vorlage, erinnert an die wachsenden Klagen der Eisenindustriellen, verweist auf die Thätigkeit und Resultate der Eisen-Enquctc, welche der Gegenstand vieler Bemängelungen gewesen sei. Die Regierung habe die Klagen geprüft, aber keinen Anlaß, zu bezweifeln, daß die Enquete-Commission mit gehöriger Umsicht, Sachkunde und Unparteilichkeit verfahren sei. Daß die Eisen-Industrie sich in schlechter Lage be- stnde, werde allgemein zugegeben. Eine Einschränkung der Production sei nicht thun- uch und wurde die Lage nicht verbessern. Die Productionsocrhältnisse der deutschen ^llbn-Industrle lagen weit ungünstiger als die der englischen; überhaupt seien die Verhaltnisie Englands mit denjenigen Deutschlands, was die Eisen-Industrie betreffe, nicht zu vergleichen. Die Regierungen halten die Eisenzölle für nothwendig, um die Exlstenffahlgkeit der Eisen-Industrie zu sichern. - Bamberger führt aus, die Eisen-Jlidustrie brauche am wenigsten Schutzzölle. , erlangen nach Schutzzöllen sei vielmehr nur von der unermüdlichen Propaganda und Agitation der großen reichen Eisenindustriellen und Gesellschaften hcrbeigeführt. Deutschland )ei in der Eisenproduction eines der wirthschaftlich stärksten Länder und werde nur von England bedeutend überragt. Dabei sei die deutsche Eisenproduction in fast stetiger Progression begriffen, Die am wenigsten durch Beseitigung der Eisenzölle unterbrochen worden sei. Die Einfuhr fremden Eisens habe stets abgenommen; der Export nehme zu; aus vielen Gebieten mache die deutsche Eisen-Industrie der englischen schon gefährliche Concurrenz. Er sei aber namentlich Gegner der Eisenzölle, weil durch dieselben zahlreiche Induftrie-Productionszweige, denen das Eisen vertheuert werde den empfindlichsten Schaden litten. Dabin gehöre namentlich die Eisenbahn-Industrie. Indem er diese und andere nationale Arbeitszweige schützen wolle vor Ausbeutung, vertheidige er nicht das theoretische „laissez aller“, sondern ein praktisches „laissez vivre“ Der ganze Kampf, den man jetzt mit dem Zolltarif kämpfe, sei der alte Kampf gegen den Kampf der Cwilisation, Der Kampf gegen die Ersparung von Kraft und Stoffi den mau schon gekämpft, als man sich einstmals vergeblich gegen das zunehmende Maschinenwesen aufzulehnen versuchte. Die Eiseiffabrikations-Gesellschaften und Groß- Industriellen hätten auch vielfach so schlecht und unklug operirt, daß sie nicht berechtigt feien, vom Staate Entschädigung zu verlangen. Bamberger führt dies an einzelnen Beispielen ui detailllrter Weise aus Die deutsche Industrie arbeite im Ganzen nicht mit Schaden und stehe dabei noch unter der Tyrannei von Koalitionen. Die Eisenzölle vottren, heiße die Thatsacke verkennen und einen großen Theit der nationalen Arbeit dem Untergang entgegenführen (Beifall links, Widerspruch rechts.) Reutzsch für Enenzolle bekämpft die Ausführungen Bamberger's und konstatirt ziffermäßig, daß rhatfachlich eine schwere Rothlage der deutschen Eisen-Industrie vorhanden sei. — Um 5 Uhr wurde die weitere Discussion auf morgen vertagt. Karlsruhe, 15. Mai. Der hiesige Stabtrath hat die Einladung zum Stäbtetag in Berlin abgelehnt, weil bie Tariffrage in bas Reffort ber Handelskammer gehöre. Mannheim, 15. Mai. Als Delegirte ber hiesigen städtischen Beerben begeben sich Oberbürgermeister Moll unb Stabtrath Jorbau zum stäbtetag nach Berlin, mit dem Manbat, gegen (Setreibe, unb Viehzölle zu stimmen. Heilbronn, 15. Mai. Der hiesige Gemeinbeiath beschloß bie Beschickung bes Berliner Stäbtetages durch ben Reichstags-Abgeordneten für Heilbronn. Heilbronn stimmt für Getreibezölle. Bukarest, 15. Mai. „Moniwiul" veröffentlicht ein Decret, welches alle Präventivmaßregeln gegen die Pest aufhebt. Von heute an ist an allen Punkten bei freie Verkehr mit Rußlanb unb Bulgarien wieber hergeftcllt. London, 15. Mai. Im Unterhause antwortet Unterstaatssecretär Bourke auf eine Anfrage Mure's, er glaube, baß Deutschland mit Samoa einen Vertrag abgeschloffen habe. Der deutsche Consul auf Samoa habe dem dortigen britischen Consul eine Abschrift mitgetheilt. Er weiß nicht, ob die deutsche Regierung denselben bereits latificirt habe. Klagen über diesen Vertrag seien bei dem britischen Cabinete nicht eingelaufen. Schatzkanzlei Northcote antwortet Campbell, bie Regierung sei wieder- dolt in die Pforte gedrungen, den Art. 23 des Berliner Vertrags duichzu- sührerr unb habe erst rreuerbings wieder bezügliche Vorstellungen gemacht. Leipzig, 15. Mai. Der Stadtrath von Leipzig lehnt in Ueberein- stimmung mit den Stadtverordneten die Betheiligung an dem Städtetag in Beilin ab, theils wegen der Kürze ber Zeit zu ausreichender Vorbereitung, theils weil es nicht Sache der Stabtvertretungen sei, auf den Reichstag in dieser Sache einzuwirken. Paris, 16. Mai. In dem Verfahren gegen ben Erzbischof von Aix wegen Mißbrauch ber geistlichen Amtsgewalt erklärte ber Staatsrath, baß Mißbrauch ber Amtsgewalt vorliege. Berlin, 16. Mai. Die „Norbb. Allg. Ztg." bringt aus Bulgarien eingegangene verläßliche Mittheilungen über bie von bei russischen Militärverwaltung in Betreff bei im Zuge befinblichen Evakuation von Bulgarien unb Dfirumelien 8«'offenen umfassenden Maßregeln und zählt die bereits eiiae. ichifften odei zur E nschiffung in Maisch gesetzten einzelnen Trupp en körper, deren Marschroute md EmfchiffangSiage auf und schließt: Die Räumuaa Dispositionen am 25. Juli vvllstmdi.g geschehen sein? t i^üff-nilicht den in der „Samoa Times" pnblicirten Ver- trag zwischen Deutschlanb und ben Lamoa-Jnseln. Lokales. Ließen, 16. Mai. Heute Morgen brach in einem Hause der Walltborllrane S-ui>r ?a8 Vorhandensein von Chemikalien und Oelen rc. eine sehr gefährliche Ä" Fonnen und vielleicht die Zoselsgasse mit ihren StällenundScheunen iu befdHgen S-lang es rasch b.« ,u dämpfen und j-d7 «-fahr t — Im Interesse des reisenden Publikums dürfte es sich vielleicht emvieblen nm w» dem Empfangsgebäude «ährend der Sammermonate mehrere »Ln^anzubnngen ^ De! freier Luft wird für die Reisenden viel angenehmer sein als in den Wartesälen Vielleicht sind die Herren Stadtverordneten auch hier bereit ihre mildthätige Hand zu öffnen und den erforderlichen Credit zur Anschaffung einiger Bänke zu gewähren- 8 8 " Vermischtes. 3f en bürg, 13. Mai. Gestern Abend fand dahier durch einen ungerathenen Sohn eine unerhörte That statt. Derselbe schoß zuerst auf seinen Vater, der ihm Vorhalt gemacht Ä wc^ "es sodann zu seiner Braut, die ihm den Trauring zurückgeschickt hatte schoß und fehl e auch diese. Ein Gensdarm, der ihn festnehmen wollte wurde ebenfalls zum Ziel einer Kugel gemacht, die ihn jedoch nicht traf; ein junger Mensch, der ihn halten wollte, erhielt eine Kugel in den Oberschenkel. Unter fortwährendem Schießen auf seine Ver- tobTnieb«16 " °rt Unb 0a& schließlich auf sich selbst drei Schüffe ab; der letzte streckte ihn Offenbach, 12. Mai. Wieder ist aus der hiesigen Stadt ein Selbstmord zu ver- zelchnen. Der hiesige VolkSschullehrer Kunze wurde heute Morgen in seinem Wobnhause erbänat gefunden. Das Motiv dieser That ist noch unbekannt. ' ® ,, Frankfurt, 12. Mai. Heute Vormittag trug sich auf einem unserer Stadtämter tolgenbe Scene zu. Amtmann zum Geladenen, welcher den Manifestationseid zu leisten hatte und ihm ein leeres Papier übergab: „Sie haben anzuführen, Alles, was Sie an Vermögen besitzen. Antwort: „Ich besitze gar nichts." Amtmann: „Dann haben Sie solches zu be- merken. Sie muffen auch angeben, was Sie an Kleidern haben." Antw.: „Ich habe nur was ich auf dem Leibe trage." Amtm : ,.Von was leben Sie?" Antw.: Vom Pumv'" Gläubiger: „Ich verzichte auf die Ableistung des Manifestations-Eides!" . Darmstavt, 12 Mai. Das Bezirksstrafgericht verhandelte heute und zwar entgegen dem Anträge der Staatsbehörde unter theilweisem Ausschluß der Oeffentlichkeit, die viel be- sp/vchene Anklagesache gegen Kaufmann Wilh. Lips von Bessungen wegen Tövtnnq. Daß der ^lahrlge Angeklagte die Absicht gehabt, sich im Einverständniß mit seiner Geliebten, der Tochter lO. Decernber v. J.irn Kirchbergteich bei Beffungen zu ertränken und als dieses Vorhaben auf Hmderniffe stieß, ihr auf deßfallsiges Bitten an jedem Arm mit einem Rastrmeffer eine tiefe, bis auf den Knochen gehende Wunde beibrachte, wurde zuaeacben, so daß sich die ganze Verhandlung eigentlich nur um die Frage drehte, ob Verblutung oder Ertrinken — die Leiche lag tm Wasser und Lips, der zwar versuchte, sich gleichfalls die Pulsader zu offnen, davon aber bald abgestanden hatte, das Hasenpanir ergriffen und seine werthe Person in Sicherheit gebracht — die Todesursache gewesen. Die Staatsbehörde erachtet, daß oer Tod infolge der stattgehabten Verblutung eingetreten und beantragte auf Grund des $ v c ^lafgesetzes 5 Jahre Gefängniß, während die Vertheidtgung nachzuweisen bemüht war, daß auch cm Tod durch Ertrinken vorliegen könne, in welchem Falle Freisprechuvq einzutreten habe. Das Urtheil soll nächsten Freitag verkündigt werden. Wien, 11. Mai. Heute Nacht ist ein Gelvbriefbeutel mit mehr als hunderttausend Gulden Inhalt, der in einem verschlossenen Packwagen vom Hauptpostamt auf den Südbahnhof transportlrt wurde, gestohlen worden. Es ist noch nicht eruirt, ob der Diebstahl vor dem Verschluß des Packwagens tm Hauptpostamt oder erst im Bahnhof geschehen ist. Auch vom Thater ist noch feine Spur. SÖerlin. Als der Reichskanzler kürzlich vor versammeltem Reichstage die Sckaar preußischer Finanzminister Revue passiren ließ, kam auch Herr v. Kleewitz an die Reihe. Dieser Name brachte uns einen Vorfall in die Erinnerung, der aus der Zeit hcrrührt, da Friedrich Wilhelm IV. noch Kronprinz war. Der Kronprinz war damals in seiner jugendlich-genialischsten Ungebundenhelt und wer ihm gerade zur Zielscheibe seiner spöttischen Laune diente, der mußte schon gute Miene zum bösen Spiele machen. So ging es auch eines schönen Tages dem Herrn v. Klcewitz. Eine zahlreiche Gesellschaft hatte sich in den SalonS des Fürsten Radliwill zusammengesunden. Generale, Diplomaten, Fürsten, Künstler waren in zwanglosem Gespräche als plötzlich der Kronprinz mit folgender Räthselfrage unter eine Gruppe trat, in welcher der genanrtt^tzerr Minister sich befand: „Das Erste frißt das Vieh, daß Zweite habe ich nie das Ganze ,st eine Landplage." Sprachs und verschwand eiligst in ein anderes Zimmer, ben Erfolg feiner Sphinxfrage und die Wirkung derselben auf bie Anwesenden abwartend. Man lächelte und zischelte sich natürlich das Losungswort einander in die Ohren . . . Kleewitz der bohe Staatsbeamte fühlte sich tuf das Empfindlichste gekränkt unb verfügte sich sofort zum Könige, ihm den Hergang der Sache meldend. Friedrich Wilhelm III war im äußersten Maaße über den Muthwillen seines Sohnes entrüstet, unb versprach bem Minister die vollste Genüge tlmung. Arn nächsten Tag erscheint ber Kronprinz wie gewöhnlich zum Morgengruße bei seinem königlichen Herrn Vater. Dieser zeigt sich bem Kronprinzen sehr ungnäbig unb läßt in seiner bekannten Weise einige Worte fallen wie „Minister beleidigen", „Aergerniß gegeben vor Gefell- fdjnft", „Abbitte leisten", „Kleewitz versöhnen". Der Kronprinz will von alledem nichts begreifen; betheuerl dem Vater gegenüber seine vollste Unschuld, der Herr Finanzminister müsse sich vollständig geirrt haben unb was bergleichen mehr war. Der König ist über bie Verstellung bes Kronprinzen geradezu empört unb richtet noch einmal bas Räthsel an ben Kron- prinzen unb ob er benn in Abrebe stellen könne, biese Beleidigung in der Rabziwill'schen Gesellschaft geäußert zu haben. „Allerbings", erwieberte ber Kronprinz. „Aber wie in aller Welt ist benn nur Herr v. Kleewitz auf ben abscheulichen Verbacht gekommen, daß er barunter gemeint sein könne?" fragte ber Kronprinz. „Run, wer denn sonst sein?" entgegnete ber ftonig. „Hcuschreck, Majestät, ist bie richtige Lösung ber Charade, und bas will ich denn auch, wenn es fein müßte, in ber nächsten Assemblee bei Ravziwills öffentlich zur Beruhigung Sr. Excellenz des Herrn Finanzministers erklären." „Bleiben laffen", antwortete der König „sonst Skandal noch ärger werden." Frilchbäcker in Gießen. Sonntag den 18. Mai. Daniel Rühl, am RathhauS. Heinrich Kreuz Hermann Spieß, Walltborstraße.________________________ Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde znGießen. Gottesdienst: Sonntag den 18. Mat. Morgens: Pfarrviear Schöner. (Feier deS heiligen Abendmahles.) Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold. Donnerstag den 22. Mai. Christi Himmelfahrt: Morgens um 9 Uhr: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags in der Friedhofskapelle: Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgeschäfte für Die Woche vom 18. bi« 24. Mai besorgt Pfarrviear Schöner. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. In Folge Einführung der Eisenbahn-Sommerfahrpläne werden die nachverzeichneten Posten vom 15. d. Mts. ab die dabei angegebenen Kurszeiten erhalten: 1) Personenpost Lanbach—Lich Bhf. : 913 aus Lich Bhf. 9» Nachm., durch Lich Ort ^3 Nachm., in Laubach lO^Nachm. 2) Personenpost Mücke—Ulrichstein II : 2" aus Ulrichstein l46 Nachm-, durch Ruppertenrod Nachm., in Mücke 336 Nachm. 3) Personenpost Ortenberg im Großh. Heffen—Stockheim Bhf. aus Stockheim Bhf. 957 Vorm-, in O tenberg IO37 Vorm. 4) Privatsuhrwerk Alsfeld Bhs.—Grebenau: 37 aus Alsfeld Bhf. 32 Nachm., durch Alsfeld Ort Nachm., in Grebenau 522 Nachm. 5) Personenpost Altenstadt-Nieder-Wöllstadt II: aus Altenstadt 55 Vorm., in Nieder-Wöllstadt 655 Vorm. 6) Personenpost Echzell—Nidda: aus Echzell 7" sßonn. in Nidda 840 Vorm. 7) Personenpost Nidda Bhf.—Schotten II: 95 aus Schotten 740 Vorm., durch Nidda Ort Dorm., in Nidda Bhf. 920 Vorm. 8) Personenpost Echzell-Friedberg im Großh. Hesien I: aus Echzell 525 Vorm-, durch Friedberg Bhf- 715 Vorm., in Friedberg Stadt 720 Vorm. 9) Privatsuhrwerk Berstadt-Friedberg Großh. Hessen: aus Berstadt 515 Vorm. ui Fnedberg 75 Vorm. 10) Privatfuhrwerk Homberg a. d. Ohm—Niedergemünden Bhf. aus Homberg a. d. Ohm 1140 Vorm., in Niedergemünden Bhf. 1250 Nachm. 11) Personenpost Bad Nauheim—Usingen: 650 aus Usingen 530 Vorm., durch Obermörlen Vorm., durch Bad Nauheim Bhf. 725 Vorm., in Bad Nauheim Ort 735 Vorm. aus Bad Nauheim Ort 730 Nachm., durch Bad Nauheim Bhf. 740 Nachm, 820 durch Obermörlen ^5 Nachm., in Usingen 950 Nachm. Gießen, den 15. Mai 1879. Kaiserliches Postamt. Lochmann. Aufforderung. 3370) Ansprüche an den von der Erbin, nur unter Rechtswohlthat des Inventars angetretenen Nachlaß des verstarb. Küftre Wilhelm Martin Faber zu Gießen sind bei Metdung der Nichlberückstchtigung bis zum 1. k. Mts. bei uns anzumelden. Gießen, den 10. Mai 1879. Großherzogl. Stadtgericht Gießen. Langsdorfs, Dr. Gilmer, Stactrichter. Stavtger. - Assessor. Bekanntmachung. Die diesjährige Grasnutzung von den Wieseckböschungen und den Böschungen am Stadtringgraben, sowie an Weaen soll Montag den 19. Mai d. I. oerwerthet werden. Zusammenkunft Nachmittags 4 Uhr am Neuenwegerthor. Gießen, den 14. Mai 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m. (3346 Kleegrasversteigerung. Samstag den 17. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen 3 Morgen Kleegras des land- wirthschaftlichen Versuchsfeldes an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 10. Mai 1879. Großherzogliches Universitäts-Rentamt. __________Schmitt. (3261 Dienstag den 20. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werde« im Nebenhause des Herrn Karl Boni) neben Herrn Spediteur Lynker in der Erlengasse dahier die zum Nachlaß des Herrn Küfermeifters Wilhelm Faber gehörigen Mobilien, bestehend in einem vollständigen Küferwerkzeug, 1 Partie Werkholz, Faßreife, eichne und tannene Züber und Eimer, 2 Bettstellen mit Bettwerk, ein ^chreibsecretär, ein Kleiderschrank, Stühle, Weißzeug, Kleidungsstücke und sonftige Hausgeräthschaften öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen den 16. Mai 1879. M. Pilger, 3375) Erbschaftscurator. Brermholstieferung. Die Lieferung des für die verschiedenen Universitäts - Anstalten für den Winter 1879/80 erforderlichen Brennholzbedarfes mit ca. 240 Rmtr. soll im Ganzen oder in Abteilungen im Submissionsu ege vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen können in unserem Geschäftszimmer im Uni- versitäts - Kanzleigebäude eingesehen werden, woselbst die Offerten Der« schloffen und mit bezüglicher Aufschrift verseben bis zum 17. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, einzureichen find, in welchem Termin deren Eröffnung erfolge'» wird. Gießen, den 10. Mai 1879. Großherzogliches Universiläto,Rentamt. Schmitt. (3262 ^Bekanntmachung. 3332) Verschiedene im Gießener Stadtwald erforderliche Wegbau-Arbeiten und Lieferungen, als: Planirarbeit, veranschl. zu 205 — Fertigung von Canälen veranschlagt zu 100 — Chaussirarbett, veranschl. zu 428 40 Lieferung von Chaussee- Steinen. veranschl. zu 821 70 sollen Dienstag den 20. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, im Rathhaussaale öffentlich versteigert werden. Gießen, den 14. Mai 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. _______ A. B r a m m. ________ Avis für Bauherrn 5000 Stück Vicrfüllungsthüren incl. Futter und Bekleidung, solid gearbeitet, lagernd in einem deutschen Hafen, sind mir commissionsweise übertragen und offerire ich dieselben per Stück zu 16 JL 50 franco Gießen Muster stehen zur oefl. Einsicht bei Carl Stückrath, 2679) Baufabrik, Gießen. Stämme, und Lrennhotzversteigerung in den Waldungen des Großherzoglichen HaufeS der Öberförsterei Maulbach. 3374) Es werden versteigert: 1) Freitag den 30 und Samstag den 31. Mai in den Districten: Oberstrauch, Langerstrauch, Unterstraßwald, Finkenhain, Rub- garten und Kleinerstrauch, Forstwartei Dannenrod: I. Stämme. 7 Eichen von 18—41 cm mittl. Durchmesser und bis 11 m Länge; zusammen 4,22 fm; 9 Kirschbäume von 16—32 cm mittl. Durchm. und bis 10 m Länge; zusammen 2,98 fm; 7 Lärchen von 15—30 cm mittl. Durchm. und bis 20 m Länge: zusammen 5,15 fm; 33 Kiefern von 15—34 cm mittl. Durchm. und bis 12,6 m Länge; zusammen 12,42 fm; 208 Fichten von 15—29 cm mittl. Durchm. und bis 16 m Länge; zusammen 49,60 fm. II. Derbstangen, 127 Fichten von 7—11 cm mittl. Durchmesser und bis 14 m Länge: zusammen 8,56 fm. III. Brennholz. Scheiter Knüppel Reisig Stöcke rm rm rm rm Buchen 4 4 2 — E>chen 2 20 2 — Nadelholz 132 1304 — — Aspen 46 102 — — Für diese Versteigerung ist die Zusammenkunft auf dem Fußpfade von Dannenrod nach Nieder-Ofleiden im District Langerstrauch, am Niederkleiner- Homberger Weg; an beiden Tagen um 9 Uhr Vormittags. Während der Versteigerung werden weder die zerstreut liegenden Stämme, noch das Brennholz vorgezeigt. — Die Steigliebhaber wollen sich deßhalb sämmtliches Holz vor der Versteigerung von dem Großherzogl. Forstwarten Förster in Dannenrod vorzeigen zu lassen. Stämme und Derbstangen kommen mit einem Theile des Brennholzes am Freitage zum Ausgebot; der Rest des Brennholzes am Samstage. 2) Freitag den 0. und Samstag den 7. Juni in den Districten: Wasserrain, Litzel, Scheidhecke, Steinrück, Straß, Alter-Heegwald, Bärenboden, Röder, Schneuckersgeheeg, Lochu Lappenkopf, Forstwartei Maulbach: Brennholz: Scheiter. Knüppel. Reisig. Stöcke. Raummeter. Buchen 702 388 858 87 Birken 74 36 182 18 Nadelholz 62 320 — — Aspen 58 60 — — Der Anfang der Versteigerung am 6. Juni ist auf Vormittags 9y Uhr festgesetzt uno ist die Zusammenkunft nahe bei der Station Ehringshausen im Districte Steinrück. Es kommen an diesem Tage überhaupt 582 rm Buchen - Scheiter in nächster Umgebung der Bahnstation zum Ausgebot; ebenso 210 rm Buchen- Knüppel, sowie der größere Theil des Buchen-Reisigs und der Stöcke. Samstag am 7. Juni wird die Versteigerung im Districte Loch — zwischen Appenrod und Maulbach — fortgesetzt, und ist die Zusammenkunft auf Morgens 9 Uhr im Districte Loch auf der Straße Appenrod—Maulbach bestimmt. — Das sämmtliche Brennholz wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wollen sich die Steigliebhaber deßhalb solches vor der Versteigerung durch den Großh. Forstwarten Bernius in Maulbach vorzeigen lassen. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß in der Forstwartei Maul» bach, und in dem um Dannenrod belegenen Theile der Forstwartei Dannenrod weitere Brennholzversteigerungen pro 1879 nicht mehr stattfinden. Maulbach, am 15. Mai 1879. Großherzogliche Oberförsterei Maulbach. Koch. §oljoerfletgermig. Dienstag den 20. und Mittwoch den 21. Mai d. I. sollen in dem Stabtwald zu Hungen nachverzeichnete Holzsortimente ver- steigert werden: und Dienstag den 20. Mai in den Districten Hubbach, Wellhau Steinkaute: Scheiter R Knüppel a u m Reisig nr e t e r Stöcke Buchen 53 98 4 136 Eichen — 14 38 _ Nadel — 22 44 19 Eichen-Durchforstungs- — 268 — Mittwoch den 21. Mai in den Districten Herborn, Lang * dorfer-Grenzwald und Weck mannsscheuer: Scheiter Knüppel Reisig Stöcke Raummeter Buchen 14 138 9 183 Eichen — 15 27 13 Nadel — 65 64 63 Der Anfang der Versteigerung ist jedesmal Vormittags 10 Uhr, am ersten Tag im District Hubbach, am zweiten Tag im District Herborn. Hungen, am 13. Mat 1879. # Großherzogltche Bürgermeisterei Hungen. 3373) Bender. Arbeitsversteigerung. Dienstag den 20. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, werden von unterfertigter Bürgermeisterei nachverzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord versteigert: Jt. 1) Anfahren von Mauer- u. Unterhaltungssteinen, veranschl. zu 279,50 2) Steinschlagen u. Decken, veranschl. zu 350,— 3) diverje Zimmer-, Maurer-, Weißbücher-, Glaser- und Schiosterarbeiten, veranschl. zu 48,— Jang-Göns, den 13. Mai 1879. Großh. Bürgermeisterei Lang - Göns. 3333) Brückel. Jeilgeöotenes. Schürzen, Unterröcke, Corsetten (zurückgesetzte Cor- setten von 1 M per Stück an), empfiehlt 338v) J, Ch.. Retter. Eonfirmanden-AuMge in den besten Stoffen und gediegener Arbeit, sehr billig, empfehlen 3122) Gebe. Stamm. 111*f << verschiedene Sorten, 1 Caufeufe, 1-und 2-thürige Kleiderschranke, 1 Schreibsecretär, Bettstellen und andere Möbeln, billig bei «F. Rothenberger, 3168)______________Lindenplatz.____________ Reinsten Whnlües, Maner- und Gartensand iurch''lLo Fuhrmann PH. Schwan I., Neustadt. Gebranhten Kaffee in vorzüglicher (Qualität, ä 1.40, 30, 60 und 80 per Pfund, empfiehlt (2376 W. Heuser, vorm. Fr. Bieler. Li« Sommerwägelchen steht preiswürdig zum Berkaus. Wo? sagt die Gxped. d. Bltts. (3184 | Erbsenreiser verkauft_______Th. Roloff, Wallthor. Restauration £ont), Marktstraße D. 210, (3192 Mittagstisch zu 40, 60 und 80 Psg. 2846) Vorzüglichen = flepfftineiii = bei <7. Hoth. Neue Bäue. 3123) Schwarze Cachemirs u. Alpaccas bester Qualität. zu sehr b-ll'g n Vre sen, empfeblen Gebr. Stamm Aepfelwein, in Gebinden, vertäust (2743 Emil Schmall, frankfurter Hof. Bettwerk billigen Preisen *' 286) Louis Rothenberger. _______7;ßj, üaamana^ß__ Weinflaschen Ä. Kothenberger, 3167) Lindenplatz. Wermietyungen. 3369) Eine neu hergerichtete Mansardenwohnung an eine stille Familie zu ver- mietheu und sofort zu beziehen. ___________________Reichensand C- 224. 3378) Eine Familiewohnung und ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu ver- miethen. Neuenweg 134. 3377) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen im Hinterhaus. Gasthaus zum „Löwen". 2847) Schönes Zimmer, möblirt oder unmöblirt, in der Nähe der neuen Aula zu vermiethen. Wo? sagt die Exp. d. Bl. \ kl Casseler Pferdemarkt, mit Verloosung, Prämiirung, Ausstistung und Pferde-Rennen am 26., 27. und 28. Mai 1879. Zur Verloosung kommen 5 complette 4-, 2- und Ispännige Equipagen im Werthe von 10,000, 6000, 3000, 4000 und 3300 R.-M ; im Ganzen 60 Pferde und 1000 sonstige Gewinne. Verkauf der Loose a 3 Mark in Cassel durch C. €,. Heeger, Königsstraße 7, in Gießen durch C. Lehrniund. »as Comite. 3372) 2771) In meinem Vorderhaus ist ein Logis von 4 Zimmern, Bodenkammer, etwas Grabland und Bleichplatz zu vermiethen. I. Gg. Unverzagt, vis-ä-vis Pöschel's Bier Halle. 3024) Eine Wohnung von 4 Zimmern und Zubehör in meinem Nebenhaus an eine stille Famile zum 1. August zu vermiethen. Dr. P loch. 1803) Ein kleines Logis zu vermiethen. __________Adolf Hoß, Schießgärten. 3271) Ein Familienlogis zu vermiethen, alsbald beziehbar. G g. Noll, Gärtner. 3317) Der zweite Stock meines Hauses ist auf sofort zu vermiethen. _ Feldwebel Bruchhäuser, Grünbergerstr. 3341; Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Auch wird daselbst Wäsche zum Büglen angenommen. Sonnenstraße R. 60. 3361) Ein Familienlogis zu vermiethen. __ Löwengasse C. 150. 3207) Die mittlere Etage meines Hauses ist zu vermiethen und am 1. Juli zu be- ziehen. 5’un tadtg.-Actuar. 3157) Schloßgasse A. 258 ist ein Familienlogis, aus 4 Zimmern bestehend, zu vermiethen und am 1. Juni beziehbar. 2385) Die 3. Etage meines Hauses in der, Alrcenstraße zu vermiethen und sofort zu beziehen.____B Geisse. 1804) Ein Logis von 3—4Zimmern, Küche nebst Zubehör zu vermiethen. Adolf Hoß, Schießgärten. 2995) Kleines Logis zu vermiethen. ________________Kennel, Riegelpfad. 2737) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen im frankfurter Hof. 3273) Ein Mansardenzimmer nebst Küche, Bodenkammer rc. zu vermiethen. Lit. C. Nr. 1. 3197) Ein Familienlogis zu vermiethen und pr. 15.Juli oderauchspäterbeziehbar bei Konrad Töpfer, Weißbinder, Gartfeld. Vermischte Anzeigen. 3367) Von einem Studenten wird eine schöne Wohnung in freier Lage (Wohn- zimmmer nebst Cabinet) gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl._____________________ Arzt-Gesuch. 3371 Ein praktischer Arzt, Besitzer einer Privat-Jrrenanstalt sucht auf sofort einen Assistenz-Arzt. Offerten mit Gehaltsansprüchen unter H. 02127 befördert die Annoncen Expedition von Hansen- stein «fr Vogler in Hamburg. 3274) Ein im Bügeln erfahrenes Mädchen sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. Näheres im Hause der Ww. Leun» Cigarren- und Wickelmacher werden gesucht von (3319 JVattmann 4? Weidig. 3338) Ein größeres Kapital ist gegen gute hypothekarische Sicherheit auszuleihen. Näheres bei d. Exped. d. Bl. 3347) Eine gesunde Frau wünscht täglich noch ein Kind zu stillen. Zu erfragen _______________Weidengasse Lit B. 134. 3379) Eine geübte Büaler n sucht Beschäftigung in und außer dem Hause. Zu erfragen bei Kaufmann Möser, Alicenstraße. 3381) Für em auswärtiges Manufac- turwaarengeschäft wird ein Lehrling (Js- raelite) gesucht. Näheres zu erfahren bei der Exped. d. Bltts. 3351) Ein Junge wird in die Lehre gesucht. Bäcker Faß, Neuenbäue. Gesucht wird ein braves Mädchen bei zwei junge Leute nach auswärts. (3358 Frau Müller, Löwengasse 161. 3106) Ein Junge, der Schreiner werden will, kann eintreten bei Adolf Hoß. Aus beaorftehe. oe ^onon empfehle große Auswahl von Mädchen-, Damen- und Kinderhüten, garnin und ungarnirt, Bouauets, Blumen, Kränze, Federn rc., für Damen und Kinder, Stroyhüte zu den billigsten Preisen. Friedrich Küsier. 2836) Kreuz. EISENTROPFEN (PER BRAVAIS) Bestes ©üut bildendes Mittel. Aerztlich empfohlen bei Bleichjuckt, Blutarmuth, Schwäche u.s.w. Absolut frei von jeder Säure, ohne Geruch, ohne Geschmack, ohne den Magen und die Zähne anzugreisen. Erzeugt keine Verstopfung. Ein Flacon für einen Monat hinreichend. Brochüren gratis. Dor Nachahmung wird gewarnt. (Paris rueLafayatte 13) Zu haben in den meisten Apotheken des In- & Auslandes. 2228 Bunge’s Groninger - Succade - Candies - Honigkuchen ä 100, 50, 25 und 10 Pfg. pr. St. in hochfeiner Qualität. Der Verkauf dieser Specialität ist mir von der Honigkuchen- Fabrik des Herrn LOUIS RUNGE in Leer übertragen worden. 2833) E<8. JLhid. Hofconditor. Annonce. 3376) Donnerstag beu 29. Mai d. I., als am 2. Tage des israelitischen Pfingstfestes findet in meiner Lokalität zur „Ludwigslust" gut besetzte Harmonie - & Tanzmusik statt. Ich lade hierzu die Israeliten von hier und Umgegend mit dem ergebensten Bemerken höflichst ein, daß ich Alles aufbieten werde ihnen den Aufenthalt bei mir angenehm zu machen und fie mit guten Speisen und Getränken zu versorgen. Hungen im Mai 1879. ___________________L. Schäfer. Zoologischer Garten ™ FnuikliirL 3356) Somitag den 18. Mai tst der Eintrittspreis den ganzen Tag über für Erwachsene auf 50 und für Kinder unter 12 Jahren auf 25 H ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr und Abends 8 Nhr Concerte von der Kapelle des Gartens unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Louis Keiper. Indianer-Vorstellung Vormittags von 8 bis 10 und von 10 Vr btä 1272 Uhr, Nachmittags ,, 2 bis 4 „ „ 5 bis 7 ,, In den Pausen von 10—10'/2 und von 4—5 Uhr sind die Indianer auf dem Platze anwesend. Eintrittspreis für die Ausstellung 20 Pfg. per Person. Geschäfts-Verlegung. 3368) Hiermit Die ergebene Anzeige, daß ich mein Ladengeschäft in die Kaplansgasse 218 verlegt habe und außer den seither geführten Artikeln noch Kurzwaaren führe und bitte ich das mir seither geschenkte Vertrauen mir auch in meinem neuen Locale zu bewahren. Achtungsvoll Franz Gerbode* Meine photog. Anstalt bleibt vorläufig noch Asterweg 104. 3318) Gastwtrthen oder sonstigen soliden Personen ist der Verkauf eines überall leicht verkäuflichen guten Artikels bei hoher Provision zu übertragen. Franco-Osser- ten sind innerhalb 8 Tagen sub M. P. 800 postlagernd Carlsruhe (Baden) zu rickten. 3350) Ein braver Junge wird in die Lehre gesucht. Tapezier P. Hollmann, Neuenbäue. Köln-Gießener Bahn. Vom 15. Mai ab. Abfahrten von Gießen nach: Deutz 6«, 12 4«. Dillenburg 6<‘, 12, 4«, 9*. Siegen 6", 12, 4,43- (32o6 Wetzlar 6", 816, 10, 12, 4", 7», 9». Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.