Nr. 88. Donnerstag, den 17. April 1879« Gießener Mn^erger AMigk- llilb Amtsblatt für bell Kreis Gießen. , } Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. drei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn __2 Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hyeil. Bekanntmachung. «v) . n.. .^6 JBereinS «Jnvalidendank" in Berlin ist Seitens der Königlich Preußischen Regierung aus Anlaß der goldenen Hochzeit Seiner Majestät des Kaisers die Erlaubntß zu einer am 24. Juni d. I. vorzunehmenden Ausspielung von Kunst- und Luxus-Gegenständen gegeben worden, und ist erhalten können $otter e $um ^sten derjenigen militärischen Hülfsbedürftigen bestimmt, welche vom Staate ausreichende Unterstützungen gesetzlich nicht Dem genannten Comits ist die Erlaubniß zum Vertriebe seiner Loose L 3 JL auch für das Großherzogthum ertheilt worden. Gießen, den 10. April 1879. Großherzogltches Kreisamt Gießen. - ________________________ Dr. Boekmann. * Das Großhkrzogliche Steucr-Commiffanat Gießen an d»e Großh. Bürgermeistereien Alt Buseek, Burkhardsfelden, Garbenteich, Kleinlinden, Lang-Göns, Steinbach, Watzenborn und Wiefeck. Wir ersuchen Sie um baldigste Rücksendung der Ihnen zugegangenen Reclamations-Tabelleri. Gießen, den 14. April 1879. Großherzogliches Steuer-Commiffariat Gießen. _ S üffert. begleitet nach dem Winter- sämmtliche Mitglieder der Frist Tausende von höheren des diplomatischen Corps. Präfectur nach der Peter Paul-Festung übergeführt. — Der Kaiser empfängt beute Mittag 1 Uhr im Wtr.terpalats die Glückwünsche der höheren Würdenträger. kaiserlichen Familie erschienen; ebenso in kürzester Militärs und Civtlbeamten, sowie Mitgliedern Der Kaiser hörte um 11 Uhr wie gewöhnlich ward in der großen Kirche des Winterpalais Deutschland- Darmstadt, 10. April. An Stelle des mit der einstweiligen Vertretung des Kaiser!. Botschafters in St. Petersburg beauftragten Königlich Preußischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers am Gr. Hose Legationsrath und Kammerherrn vonAlvenslebenistder Legations- rath und Kammerherr von Thtelau als Königlich Preußischer interimistischer Geschäftsträger dahier bestellt worden. Derselbe hat das bezügliche Beglaubigungsschreiben des Königlich Preußischen Ministers der ausuärtlgen Angelegenheiten am Heutigen dem Großh. Staatsmtntster Freiherr« von Starck überreicht. (D. Z.) Darmstadt, 12. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute aus Anlaß Allerhöchstdessen 25jährigen Militär-Jubtläums die Generale v. Trotha und v. Grolmann, die Generalmajors Kehrer, v. Lyncker und v. Sannow, die Regiments-Commandeure der Garnison, den Obersten v. Küchler, den Obersten Hoffmann, Commandanten von Sonderburg-Düppel, den Major Kritzler vom 4. Großh. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118, sowie eine Deputation des Leibgarde Regiments Nr. 115, bestehend aus Seiner Großherzoglichen Hoheit dem Prinzen Heinrich, sämmtltchen Stabsofficieren des Regiments und je den beiden ältesten Hauptleuten, Premierlteutenants, Secondelteutenants und drei Feldwebels; die Deputation hatte die Ehre, Seiner Königlichen Hoheit zur Erinnerung an Allerhöchstdessen 25jährtges Angehören des Regiments ein Album zu überreichen. Später empfingen Seine Königliche Hoheit den Staatsmintster Freiherr v. Starck, den Geheimerath L. Hallwachs, sowie den Hosjägermeister v. Werner. — Die „Darmst. Ztg." veröffentlicht folgende zwei Allerhöchste Erlaffe: Charfrettag, 11. April. An dem heutigen Tage, an welchem Ich vor 25 Jahren mit Meinem Herrn Bruder, dem Prinzen Heinrich von Heften, Großherzogltcher Hoheit, jetzigem Commandeur Meiner Division, in das Regiment eingetreteu bin, Petersburg, 15. April, Nachmittags. Die Stadt ist überall aufts Festlichste beflaggt; die Freude über die glückliche Errettung des Kaisers gibt sich durch fortgesetzte Ovationen kund; am Abend dürfte wieder allgemeine Illumination stattfinden. — Ueber das Attentat werden noch folgende Details bekannt: Der Verbrecher, welcher nach weiteren Ermittelungen Solowjeff heißen und 30 Jahre alt sein soll, gab -«nächst 3 Schüsse auf den Kaiser ab^ und schoß alsdann bereits am Boden liegend zum viertenmal, wobei ein Schutzmann leicht gestreift wurde. Alsdann erfolgte seine Abführung nach der Polizei Präftctur. Der Kaiser begab sich in der Equipage des sofort herbetgeetlten Platzmajors und von diesem palais, woselbst nach wenigen Minuten bereits die Messe. Um 12 Uhr . .ein Dankgebet abgehalten. Inzwischen hatten alle im Palais erschienenen Personen im Weißen Saale Aufstellung genommen. Freudiger Jubel erschallte, als der Kaiser die Kirche verlassend die Säle durchschritt und zuletzt in den Weißen Saal eintrat, wo er den Anwesenden Dank für ihre Theilnahme aussprach. Um 3 Uhr fuhr der Kaiser allein in der gewöhnlichen offenen Equipage ohne Begleitung nach der Kasan'schen Kathedrale, um dort sein Dankgebet zu verrichten. Attentat gegen den Kaiser Alexander von Rußland. Zum vtenen Male seit Jahresfrist bringt der Telegraph die Nachricht von einem Angriff auf ein gekröntes Haupt. Wahrend die früheren wie ein Blitzstrahl aus heiterstem Himmel die ganze Welt mit starrem Entsetzen erfüllten, gingen täglich diesem letzten Mordversuche Drohungen. Schmähungen und förmliche Razzias auf die Sicherheitsorgane, die höchsten Beamten seitens der revolutionären Partei voraus, die auch das Schrecklichste gewissermaßen erwarten ließen. Die Telegramme lautrn: Petersburg, 14. April, liy2 Uhr Morens. (Osfictelle Melduna). Heute Morgen um 9 Uhr, als der Kaiser seinen gewöhnlichen Morgenspaziergang vor dem Generalstabs-Gebäude machte, hat ein Meuchelmörder gegenüber dem Hotel des Auswärtigen Amtes aus unmittelbarer Nähe vier Revolver- schüsse auf Se. Majestät abgegeben. Durch Gottes Gnade ist unser erhabener Herr unversehrt geblieben. Der Mörder ist verhaftet. Petersburg, 14. April. Die amtliche Meldung über den versuchten Meuchelmord sagt: Heute gegen 8 Uhr Morgens, während der Kaiser seinen üblichen Morgenspaziergang in der Umgegend des Winlerpalais machte, kam ihm ein anständig gekleideter Mann in Untsormmütze mit Kokarde entgegen. Als' er sich dem Kaiser näherte, zog er aus ftiner Paletottasche einen Revolver und schoß auf Se. Majestät, worauf er noch einige Schüsse abseuerte. Vorbetgehende Personen, sowie Schutzmänner, ergriffen sofort den Uebelthäter, wobei Letzterer noch einen Schuß abfeuerte und eine von den ihn umringenden Personen an der Wange leicht verwundete. Gottes Vorsehung hat für Rußland unseren theueren Monarchen unversehrt erhalten. Der Verbrecher ist verhaftet. Die Untersuchung hat begonnen. — Abends. Als die Nachricht von dem Attentate auf den Kaiser sich in der Stadt verbreitet hatte, begaben sich viele Würdenträger vom Militär und Civtl. sowie sonstige Notabilitäten nach dem Palais. Der Kaiser war daselbst inzwischen mit enthusiastischen Hurrahs begrüßt worden, welche er dankend erwiderte. Der Kaiser sprach seinen Dank aus für die bet dieser traurigen Veranlassung dargebrachten Beweise der Treue. Er wisse sich unterstützt von allen anständigen Leuten und hoffe, daß Gott ihm vergönnen werde, sein Werk für die Wohlfahrt Rußlands zu vollenden. Hierauf fuhr der Kaiser ohne Escorte aus dem Palais. Petersburg, 15. April, Vormittags. Die Stadt war gestern Abend aus's Glänzendste illumtntrt; vor dem Wtnterpalais fanden enthusiastische Ovationen statt. Aus allen Thetlen des Reiches und von sämmtlichen Regierungen Europas sind Glückwunschtelegramme etngetroffen. An der Mauer des Generalstabsgebäudes zeigen sich 3 Kugelspnren. Ueber die Personalien des Verbrechers, der vergibt, Iwan Sokoloff zu heißen und Finanzbeamter in der Provinz zu sein, dauern die amtlichen Erhebungen fort; derselbe hat wettere Auskunft verweigert. Unter seinen Achselhöhlen wurden zwei mit Wachs befestigte Giftkapseln gesunden; ob er bereits Gift genommen, war nicht sofort zu ermitteln. Bei seiner Verhaftung hatte der Verbrecher die Zähne fest aus einander gebissen und Schaum vor dem Munde; auch trat Erbrechen ein. Trotz seines Widerstrebens gelang es, ihm Arzneien betzubrtngen, die gewirkt zu haben scheinen. Petersburg, 15. April. Das Gerücht, der Mörder habe sich vergütet, wurde bis jetzt von amtlicher Seite nicht bestätigt. Die Untersuchung zur Feststellung der Personalien des Thäters dauert fort. Die Ermittelungen werden selbstverständlich in den ersten Stadien der Untersuchung noch nicht veröffentlicht. Petersburg, 15. April. Nachdem das Leben des Meuchelmörders durch die Maßnahmen der Aerzte gesichert ist, wurde derselbe unter starker Escorte des Leibgarde-Regiments zu Pferde aus dem Gebäude der Polizei- drängt es Mich, demselben die Gefühle der Dankbarkeit für die Treue und Hingebung auszusprechen, welche es zu allen Zeiten gegen Mich und Mein Haus an den Tag gelegt hat. Eine für das Regiment denkwürdige Periode liegt innerhalb dieser Jahre, und neue Lorbeeren hat dasselbe zu den alten gefügt, so daß sein Name sowohl in der Geschichte unserer hessischen, als auch der deutschen Truppen unvergänglich bestehen wird. Ich gebe Mich gerne der Hoffnung hin, daß auch fernerhin das Regiment sich bestrebt, ein hervorragendes Beispiel von Tapferkeit, williger Aufopferung in Erfüllung seiner Pflichten, Anhänglichkeit an Mich und Mein Haus an den Tag zu legen und damit seinem alten bewährten Rufe sich würdig zu zeigen. Indem Ich allen Angehörigen des Regiments die Versicherung Meiner aufrichtigen kameradschaftlichen Zuneigung und Liebe hiermit ausspreche, begrüße Ich Sie mit unserem alten, ehrwürdigen Feldgeschret: Gott, Ehre, Vaterland. (qez.) Ludwig. An Mein Leibgarde-Regiment. Ich verleihe nachstehenden Officieren, welche vor 25 Jahren mit Mir resp. Meinem Herrn Bruder in denselben Compagnien gestanden, das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigsordens: dem Oberstlteutenant a. D. Schenck, „ Major z. D. Hamm; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Major z. D. und Bezirkscommandeur Römheld, „ „ Kritzler im 4. Infanterieregiment (Prinz Carl) Nr. 118, „ „ und Platz-Major Otto und „ Hauptmann und Compagnie-Chef Hofmann im 3. Infanterieregiment (Letbregiment) Nr. 117; den dermaligen Commandeuren der Leib- und 2. Compagnie das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen: dem Hauptmann und Compagnie-Chef Nau und „ Hauptmann und Compagnie-Chef Exner im 1. Jnfanter- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115; den nachstehenden Unteroffizieren, welche schon vor 25 Jahren in dem Regiment gestanden, die Silberne Verdienstmedaille des Ludewigsordens: dem Feldwebel Wetterhahn, „ Vicefeldwebel Schott und „ „ Rühl im 1 Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115. Darmstadt, 11. April 1879. (gez.) Ludwig. Berlin, 12. April. Rücksichtlich der gestrigen Washingtoner Nachricht, daß man den Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen den Parteien auf den Samoa-Inseln und hierdurch die Gefährdung der dortigen Ausländer befürchte, wird berichtet, daß die Coroette „Ariadne" und das Kanonenboot „Albatros" zur Zett sich noch in den samoanischen Gewäffern befinden und somit alle Fremden gegen Gewaltthätigkeiten gesichert sein werden. ' Berlin, 13. April. Der „Post" zufolge würde bezüglich der Bethei- ltgung Deutschlands an den Ausstellungen zu Sidney und Melbourne, für welche sich lebhafte Theilnahme in allen Thetlen Deutschlands kundgebe, dem Bundesrath eine Vorlage zugehen. Stuttgart, 15. April. Heute fand in der griechischen Kapelle des Schloffes anläßlich der Errettung des Czaren ein Tedeum statt, woran auf Einladung des Königs und der Königin, der Schwester des Czaren, der ge- sammte Hof theilgenommen hat. Weimar, 14. April. Anläßlich der glücklichen Errettung des Kaisers von Rußland fand in der russischen Kirche unter der Theilnahme des Groß- Herzogs ein Tedeum statt. Kesternich. Wien, 12. April. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Tirnowa von gestern: Die russische Regierung beschloß, die bulgarischen Wähler auf den 27. April zur Wahl des Fürsten einzuberufen. Die Minorität der Notablen- Versammlung protestirte wegen der Staatsgesährlichkeit der vottrten Principten der Preßfreiheit und des Versammlungsrechtes, obgleich die betr. Gesetze eine genügende Repressionsgewähr bieten werden. — Die „Wiener Abendpost" schreibt: Es steht zu erwarten, daß mit der Ernennung Aleko Paschas zum Genetal-Gouverneur von Ostrumelten ein neuer Schritt zur Ausführung und Consolidirung des Berliner Vertrags ge- than sein wird. Arankreich. Paris, 12. April. Vtllemeffant, Dtrector des „Figaro", ist gestorben. — Waddington hat in dem heute Morgen stattgefundenen Ministerrath mit- gethetlt, daß sich der Zwischenfall in Bezug auf die Insel Matacong im Wege gütlicher Verständigung befinde. Die von französischer Seite aus der Insel gelandeten 8 ann seien zurückgezogen worden. — Frankreich und England werden freundschaftlich ihre respectiven Rechte bezüglich Egyptens prüfen. Der Mintsterrath hat noch keine Entscheidung getroffen und nur beschloffen, mit England Hand in Hand zu gehen. Paris, 14. April. Das „Journal des Debats" spricht in einem Artikel seinen Abscheu gegen die Sectirer aus, welche die loyale russische Nation zu entehren versuchen und diesmal sogar den Kaiser selber angreifen. Es sagt: Dieser verbrecherische Versuch wird eine tiefgehende Erregung in ganz Rußland verursachen und diese Erregung wird auch in ganz Europa lebhaft empfunden werden. — Alle Journale sprechen sich in ähnlichem Sinne aus. Italien. Rom, 12. April. Das Journal „Popolo Romana" erklärt die Nachrichten für unbegründet, daß Italiens Weigerung das Aufgeben des Projekts der gemischten Occupatton Ostrumeliens verursacht habe und daß die Regie- rmg die Entsendung eines Staatsmannes in zeitweiliger Mission nach Egypten beabsichtige. — Im nächsten Konsistorium sollen auch die Erzbischöfe Hay- nald von Kalocsa und Landgraf Fürstenberg von Olmüh zu Cardiuälen ernannt werden. Rom, 14. April. Seitens des Königs und der Königin, sowie der Regierung sind Beglückwünschungs-Depeschen an den Kaiser von Rußland ab- gegangcn. — In der russischen Botschafts-Capelle wurde ein Tedeum abgehalten. — Der „Avventre" glaubt nicht, daß die Pforte den die egyptische Thronfolge regelnden Ferman ohne Befragen der Mächte abändern könne, indem die Thronfolge des Khedive Gegenstand des internationalen Einvernehmens sei. Spanien. Madrid, 13. April. Wie „Jmparctal" meldet, wurden in der Kirche San Antonio zu Sevilla zwei große Petarden geworfen, wodurch mehrere Personen verwundet wurden. Der Zweck sei gewesen, kirchliche Schmucksachen von großem Werthe zu stehlen. — Die Königin von Portugal ist an einer Entzündung beider Lungenflügel erkrankt. Die Aerzte hoffen die Kranke zu retten. — Kronprinz Rudolf von Oesterreich wird am 1. Mai in Barcelona ankommen, dem König in Madrid einen Besuch abstatten und sodann mehrere spanische Häfen besuchen. Nußland. Moskau, 12. April. Die von den Pest-Gebieten zurückkehrenden dnttschm und österreichisch-ungarischen Delegirten sind heute hier wohlbehalten eingetroffen. Griechenland. Athen, 12. April. Eine Deputation von Epiroten unter Führung Spyromilto's begibt sich nach Rom, Paris und den anderen europäischen Hauptstädten, um den Schutz der Mächte anzurufen und den Bestrebungen der albanesischen Delegirten entgegenzuwtrken. Türkei. Konstantinopel, 13. April. Im gestrigen Ministerrath soll definitiv die Theilnahme an einer gemischten Occupation abgelehnt und die Ernennung Alkko Paschas zum Gouverneur von Rumelien genehmigt worden sein. — Der gestrige Ministerrath erörterte die egyptische Frage, ohne irgend eine Entscheidung zu treffen. Gerüchtweise verlautet, der Sultan habe die Convention mit Oesterreich sanctionirt. Mikhtar Pascha erhielt Anweisung, sich nach Monastir zu begeben. Telegraphische Depeschen. Wagrrer's telegr. Eorresporrbenz- Bureau. Augsburg, 15. April. Die „Allg. Ztg." bringt ein ofstciöses Com- munique, welches positiv mtttheilt, daß zwischen Bayern und Heffen seit längerer Zeit Verhandlungen schweben behufs Herstelluug einer in Bayern- Händen liegenden Eisenbahnverbindung zwischen Unterfranken und der Pfalz. Die in Betracht kommende Linie wäre von Aschaffenburg über Darmstadt und Worms nach Frankenthal zu führen. Bremen, 15. April, Abends. Heute Nachmittag fand eine außerordentliche Versammlung des Kaufmanns-Convents statt, die von über 703 Mitgliedern der Bremer Börse besucht war. Der Reichstags-Abgeordnete Mosle vertrat in längerer Ausführung die Einführung der Surtaxe d'Sntrepot. Nach dreistündiger Debatte wurde gegen eine unbedeutende Minorität der die Surtaxe völlig ablehnende sreihändlertsche Standpunkt der Handelskammer von der Versammlung acceptirt. Paris, 15. Anril. Das Amtsblatt meldet: Der Präsident der Republik sendete dem Kaiser von Rußland ein Telegramm, um seinen lebhaften, aufrichtigen Glückwunsch kundzugeben, daß der Kaiser dem schmählichen Mordversuche glücklich entgangen sei. Der Botschafter in Petersburg erhielt von Waddington die Anweisung, persönlich im Namen des Präsidenten der Republik und der französischen Regierung die Versicherungen der wärmsten Theilnahme zu erneuern. Sogleich nach Empfang der Attentatsnachricht begab sich Waddington in Abwesenheit Grevy's zum Botschafter Orloff, um den Gefühlen der französischen Regierung Ausdruck zu geben. Heute findet ein feierliches Tedeum in der russischen Kirche statt. Paris, 15. April, früh. Die „Republique francaise" drückt ebenfalls ihre Entrüstung über das Attentat aus, welches ebenso ungerechtfertigt wie zwecklos sei. Konstantinopel, 15. April. Der Sultan hat den Kaiser von Rußland telegraphisch zu seiner glücklichen Errettung beglückwünscht. — Die Antt- Haffunisten verlangen von der Pforte die Ermächtigung, einen neuen Patriarchen wählen zu dürfen. London, 15. April. Sämmtliche Journale drücken ihren Abscheu über das Attentat gegen den Kaiser von Rußland aus. Die „Times" schreibt: Die ganze Welt würde betrauert haben, wenn das Attentat Erfolg gehabt hätte. — „Daily News" meldet aus Afghanistan: General Browne ist mit zwei Brigaden bis Sifedsang unweit Gundamuck vorgerückt. Wien, 15. April. Die „Wiener Abendpost" sagt: Mit ihrem Monarchen nehmen die Völker Oesterreichs innigen Antheil an dem Geschicke des russischen Kaiserhauses und aufrichtig ist ihre Freude darüber, daß die verabscheuungswürdige, die Civiltsation der Zeit schändende That glücklich vereitelt wurde. Lokales. Gieren. 16. Avril. Düringers Museum auf dem Oswald'schen Garten ist wohl das Jnterestanteste, für jeden wahrhaft Wißbegierigen, was hier gezeigt worden ist Wir stehen mitt rt drin in der Werkstätte der Natur und sehen in stiller Verwunderung ihre Werkzeuge und ihr Schaffen, ihr ewig wahres Wirken in uns selbst — und wir sehen zugleich (in der Inquisition) die wahnsinnige Vernichtung dieses größten Wunderwerks der Schöpfung durch die irregeleitete Menschheit selbst, die sich heute über solche Greuel weit erhaben dünkt. Jeder Nichtfachmann wird des Ueberraschenden und Ungewußten sehr Vieles finden und, fern von fader Prüderie und falscher Verstellung, Vieles lernen, was ihm zum gesunden und glücklichen Leben nöthig und nützlich ist. Denn leiver ist es dem Laien so selten möglich, sich Kenntnisse über die wunderbare Einrichtung seines eignen Jchs zu verschaffen, zumal man auch, bis jetzt wenigstens, die zu bildende Jugend in kaum begreiflicher Aengstlichkeit von dem verschleierten Bilde fast gänzlich fern zu kalten sucht, und sie eher lehrt, wie es im Fegfeuer und am Nordpol aussieht, als in ihrem eignen Körper. — In der Woche vom 6. bis 12. April hatten wir in Gießen im Ganzen 6 Todesfälle Von 3 Erwachsenen starb je 1 an Herzfehler, Gehirnerweichung und Altersschwäche, ein 2* 2 Jahre altes Kind an Gehirnentzündung, 2 Kinder im ersten Lebensjahr an Krämpfen. G. Gießen, 16. April. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 17. April 1879, Nachmittag- 4 Uhr r 1. Die Wahl der Einschätzungs-Commission zur Einkommensteuer. 2. Die Aufhebung der katholischen Confessionsschule betreffend. 3. Die Straßen-Reinigung. 4. Verpachtung des Steinbruchs im Hangelstein. 5. Die Unterhaltung der städtischen Wiesen. 6. Anlagen am Wallthor betreffend. 7. Gesuch des Bauunternehmers L. Kauf dahier um Bauerlaubniß. 8. Gesuch des Weißbinders Karl Kämmerer von Gießen um Erlaubniß zur Erbauung einer Waschküche. 9. Gesuch der August Nauheimer Wittwe um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 10. Gesuch des Schreinermeisters Ferdinand Kreiling um Erlaubniß zur Abänderung eines Bauprojects. 11. Gesuch des Philipp Kreiling um Erlaubniß zur Errichtung einer Einfriedigung. 12. Gesuch der Firma Kauffmann & Comp. um Erlaubniß zur Aufführung einer Mauer. 13. Gesuch der Firma E. W. Fernie um Erlaubniß zur Jntriebsetzung eines Locsmobil- Dampfkeffels. 14. Gesuch des Maurermeisters Christian Haubach in Gießen um Erlaubniß zur Ueber- brückung eines stäotischen Grabens und Umzäunung eines Grundstücks. 15. Die Straßenbeleuchtung. 16. Kostendecreturen. 17. Die Errichtung von Grabdenkmälern. — Am Samstag Abend wurde in der Nähe des Neustädter Thors ein ruhig seines Weges gebenver junger Mann von einem Individuum angefallen und mit einem Dachkandel mißhandelt. Die sofort requirirte Schutzmannschaft brachte den Thäter zur Anzeige; tntereffant ist dabei, daß derselbe bei dem Verhör selbst eingestehen mußte, daß er den Ueberfall ohne jede Veranlassung ausgeführt habe und den jungen Mann gar nicht kenne. Gießen, 16. April. Die Gestügel-AnSstellung in der Turnhalle hat einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Allgemein hat namentlich das hübsche Arrangement in derselben gefallen. Der Besuch war ein sehr zahlreicher und wurde das durchgehend schone Geflügel von Kennern und Liebhabern als vorzüglich anerkannt Der Loose - Vertrieb war ein recht günstiger und wurden theilweise in der Stadt Loose mit Agio verkauft, weil in der Turnhalle alle „ausverkauft" waren. Der Verein darf auf die diesjährige Ausstellung stolz und mit dem erzielten Resultate zufrieden sein Nachstehend laffen wir die Prämiirungsliste der Aussteller folgen, während wir Loose-Besitzer auf die Ziehungsliste im Jnseratentheil verweisen. Prämienliste. Bei der vom 13. bis 15. April 1879 stattgefundenen Geflügel - Ausstellung wurden folgende Prämien ertheilt: a. Mr Hühner. 1. Prämie. W. Schön sen. in Klippe bet Büdingen für schwarz und weiße Hamburger. Gg. Balser in Gießen für schwarze Italiener. F. Gail in Gießen für chamois Italiener. Crefelder Thiergarten für blaue belgische Kampfhühner. L. Chr. Rübsamcn für Le Mans, Crefelder Thiergarten für Negerhühner. G. C. Hamann in Rabenau i. S. für rothgesattelte Pokohama. 2. Prämie. C. Birlenbach in Diez für Stlberbantam. F. G. Gebauer in Prositz für schw. Breda. Joh. Faist III. in Beienheim für gelbe Cochinchina. P. Müller in Eberstadt für weiße Cochinchina; derselbe für braune Malayen. Crefelder Thiergarten für Le ManS; derselbe für chamois Paduaner und für weiße Paduaner. C. und A. Schwan für Silber- Paduaner; dieselben für Spanier. Kammerrath Kratz in Ltch für Spanier. b. Mr Enten. 2. Prämie. Conr. Weil III. in Lang-Göns für schwarze türkische Enten. C. und A. Schwan für weiße Hauben-Enten. c. Mr Msanen. 1. Prämie. A. Scheyda in Gießen für Goldfasanen. d. Mr Tauben. 1. Prämie. Joh. Faist in Beienheim für rothe und für weiße deutsche Kropftauben. Ernst Wagner in Södel für gelbe deutsche Kropftauben. L. Kauf in Gießen für schwarze böhmische Kropftauben. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für weiße pommersche Kropftauben. Fr. Schüler-Ducat in Frankfurt a. M. für rothe und für schwarze französische Kropftauben. C. Dietze in Bodenbach für deutsche weiße Mövchen. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für chinesische blaue Mövchen Rudolph Pascoe in Gießen für Pfaffentauben. B. Hannß in Altenburg kür desgleichen. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für blaue Pfautauben. Th. Wode in Gießen für Trommeltauben. C. und A. Schwan in Gießen für Breslauer rothe Verkehrtflügel. B. Hannß in Altenburg für Eistauben. 2. Prämie. Gg Schirmer in Gießen für Gimpeltauben. Wilh. Bauer I. in Diez für sckw. Indianer. Ernst Wagner in Södel für weiße deutsche Kropftauben. Rud. Pascoe in Gießen für geelsterte deutsche Kropftauben. Carl Schwan in Gießen für rothe deutsche Kropftauben. F. G Gebauer in Prositz für böhmische schwarze Kropftauben. Fr. Schüler- Ducat in Frankfurt a. M. für blaue französische Kropftauben. Robert Saffenfeld in Homberg a. d. Ohm für schwarze deutsche Mövchen. Heinr. Fuhr IV. in Homberg a. d. Ohm für schwarze, geschildete Mövchen. Rudolph Pascoe in Gießen für weiße Perrückentanben; derselbe für blau und weiß gespr. Pfaffentauben; derselbe für blau und weiße Schwalbentauben. Robert Saffenfeld in Homberg a. d. Ohm für blaue vollplattige und für blau mit weißen Strichen Schwalbentauben Friedrich Schmidt in Diez für schwarze Trommeltauben. Georg Schirmer in Gießen für Elster-Tümmler. L. Kauf in Gießen für schwarze Tümmler. Joh. Feist III. in Beienheim für Gelbbrüster. Robert Metzger in Reichenbach für vesgleichen. Ernst Wagner in Södel für rothe Schnippen. A Wauer in Döbeln für desgleichen. e. Mr Dögel I. Prämie. Peter Gondolf in Frankfurt a. M. für ein Paar hochgelbe und für ein Paar blaßgelbe Pariser Kanarienvögel. Ernst Paulus in Caffel für einen Stieglitz - Bastard. 2. Prämie. Ernst Paulus in Caffel für einen Stieglitz - Bastard. Ferner lobende Anerkennung für eine Collection exotischer Vögel von F. L. Paulus in Cassel und Dr. Schäfer in Darmstadt. Preisrichter waren die Herren F. Hartmann; Dr. Dornseiff; L. Kauf; F. Flach; H. Fuhr; Ch. Rübsamen; Peter Gondolf; L. Limpert; G. Patz. Geffentliche Aufforderung. Heinrich HeibertShausen und dessen Ehefrau Katharine, geb. Müller, von Staufenberg hatten unterm 29. April 1874 ein Testament errichtet, worin sie ihre Kinder, darunter auch ihren nach Amerika ausgewanderten Sohn — Kasper Heiberts- d aus en — zu Erben einsetzten, jedoch bestimmten, daß ihr Sohn Kasper durch dasjenige, was er bereits aus ihrem Vermögen erhalten, — bezüglich seines Erbtheils sich als beliefert anzusehen habe. Heinrich Heibertshausen^s Ehefrau ist am 18. Januar 1876 gestorben und das fr. Testament ist von allen Erbtnteressenten mit Ausnahme des — unbekannt wo? — abwesenden Kasper Heibertshau- sen als rechtsgültig anerkannt worden. Heinrich HeibertShausen beabsichtigt nunmehr mit Zustimmung feiner übrigen Kinder verschiedene zu dem mütterlichen resp. errungenschaft- lichen Vermögen gehörige Grundstücke zu verkaufen. Es ergeht hiernach an Kasper HeibertShausen resp. desien Leibes- oder Testamentseiben die Aufforderung, binnen 3 Monaten von heute an gerechnet — das Testament seiner Eltern auf dem Klagwege anzufechten und seine etwaigen Rechte bezüglich der beabsichtigten Güterveräußerung zu wahren, als sonst angenommen würde, er erkenne das fr. Testament als gültig an und genehmige die von seinem Vater beabsichtigte Gütcrvcräußerung. — Einsichtsnahme Der Acten ist gestattet. (1782 Gießen, den 6. März 1879. Großherzogllches Landgericht Gießen. Erdmann, Langermann, Landrichter. Landg.-Asseffor. Donnerstag den 29. Mai, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Seilermeisters L. Huhn dahier, als: Flur Mtr. V1007 50 Hofraithe in der Wallthor- straße, VioisVß 1394 Grabgarten in der ZoselS- gasse, 25/68 687 Wiese vor dem Weiher meislmetend versteigert werden. Gießen, den 15. April 1879. Großh. Ortsgericht Gießen. ■2531) Müller. Allgemeine Bekanntmachung. 2413) Am 20. v. Mts. ist zu Annerod ein fremder Bettler plötzlich verstorben. Derselbe war ungefähr 70 Jahre alt, hatte ein längliches Gesicht, spitze, etwas gebogene Nase und trug einen grauen Schnurr- und Backenbart. — Er war bekleidet mit einem Rock von grauem Sommerstoff, e'ner alten Weste, dunklen Beinkleidern und blauleinenem Hemde, alten Stiefeln, einer alten Militärmütze und einem alten schwarzen Cylinderhut; er hatte einen alten ledernen Ranzen umhängen, in dem sich Lumpen und einige Knollen Knoblauch befanden. Etwaige Nachrichten über Namen und Heimachkort des Verstorbenen wolle man dem unterzeichneten Gericht baldigst zugehen lasten. Gießen den 4. April 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen. I. V. d. L. Langermann 2413) Landgertchts-Astestor. HolzoersteiMimg im Gießener Stadtwalde. Montag den 21. April 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Bruderwinter nachverzetchnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 177,2 96,2 — 4860 Eichen — 11,8 — 360 Nadel 16 15 12,8 830 B. Bau-, Werk- und Nutzholz 20 Eichen-Stämme mit 4,84 Festm. 287 Fichten- u. Kiefern-Stämme mit 107,60 Festm. bis 39 Ctm. Durchmesser, 57 Etchen-Stangen mit 3,57 Festm. 99 Fichten- „ „ 14,67 „ Die Zusammenkunft ist an der Strangswtese. Gießen, am 12. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2513) A. Bramm. 2490) Fenster zu einem Lstöckigen Haus mit Mansarden sind billig zu haben. Wo? sagt d. Exped. o. Bl. r Anzeiger. Holzversteigerungen. Donnerstag den 24l. und Freitag den 28. April l. I. sollen in der Freiherrlich von Rabenau- schen Oberförsterei Rabenau nachstehende Holzsortimente zur Versteigerung kommen: 1. Donnerstag den 24. April l. I. aus den Districten Hainstruth und Kahleberg. 282 Rmtr. Buchen-Scheiter 28 „ Eichen- „ 38 „ Kiefern- „ 40 „ Buchen-Knüppel 36 „ Eichen- „ 4 „ Kiefern- 100 „ Bnchen-Stöcke 24 „ Eichen- „ 20 „ Nadel- „ 456 „ Buchen-Reisig 80 „ Eichen- „ 16 „ Birken- „ 21,66 Fstmtr. Eichen-Stammholz 1,90 „ Buchen- und Birken- Stammholz 19,07 „ Nadel-Stammholz 3,29 „ Nadel-Derbstangen. 2. Freitag den 25. April aus dem District Eichwald 416 Rmtr. Buchen-Scheiter 2 „ Eichen- „ 108 „ Buchen-Knüppel 16 „ Eichen- „ 113 „ Buchen- und Eichen- Stöcke 624 „ Buchen-Reisig 64 „ Eichen- „ 34 Fstmtr. Eichen- und Buchen- Stammholz 0,26 „ Nadel-Derbstangen. Die Zusammenkunft ist Donnerstag 8 Uhr Morgens im District Hainstruth, Freitag den 25. April 8 Uhr Morgens im District Eichwald. Kesielbach am 13. April 1879. Die Freiherrlich von Rabenautsche Oberförsterei Rabenau. 2511)________Hopp 6.___ Freitag den 18. April, Mittags 12 Uhr, sollen die im Garten des neuen Garni- son-Lazareths ^Braugasse) abgehauenen Bäume an Ort und Stelle an den Meistbietenden verkauft werden. Kauflustige wollen sich daselbst einfinden. 2523) Großh. Garnison-Lazareth. Hohvcrsteigerungen. In der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeichnetes Gehölz an Ort und Stelle versteigert werden. 1. Montag den 21 d. M. in den Districten „ I s e l s ch e i d " und „Eulersgrund": 126 Rmtr. Buchen- u. Eichen-Prügelh. 156 „ Buchen-Stockholz 5550 „ „ Reisholz 600 „ Kiefern- „ 143 geringe Eichen-Stämme mit 16,50 Fstmtr. 59 Stück starke Eichen-Stangen für Wagner. Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im District „Jselscheid" auf der Staatsstraße. 2. Donnerstag den 24 d. M. Morgens 9 Uhr anfangend in dem District „ Buchenberg" zunächst Altenstädten: 52 Rmtr. Tannen-Stockholz 1700 Wellen „ Reisholz 127 Fichten-Stämme von 15 — 30 cm Durchm. und 10—16 m Länge mit 33,05 fm 640 Stück Fichten-Stangen zu Sparren und Letterbäumen geeignet. 3. An demselben Tage Nachmittags 4 Uhr im District „Landheege" zunächst Bellersdorf. 4800 Buchen- und Eichen-Stockschlagswellen. Hohensolms am 12. April 1879. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. 2504)3)ormer, Revierförster. Hausverkaus. Das Haus B. 55, (Sonnenstraße) soll Donnerstag den 17. d. MtS., Nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Ortsgericht Erbverthei- lungshalber öffentlich versteigert werden. 2532)__________Fr. Müller. Freitag, den 18 April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Bäckers Carl CcFel an der Grünberger Straße dahier 1 tBett stelle mit Bettwerk, 1 Schrank, 2 große Tische, 1 Nähmaschine, Bäckereigeräth schäften und sonstige Mobiliargegenstände gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Gießen, den IG. April 1879. 2527) M Pilger, Massecurator. Donnerstag den 17. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im alten Rathhaussaale versteigert werden: Schreinerarbeit (Schulgeräthe), Jt. veranschl. zu 504,— Zinngießerarbeit, „ „ 17,60 Weißbinderarbett, „ „ 111,40 Gießen, den 12. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2484) A. B r a m m. KWM^Versteigerung in der Fürstl. Oberförsterei Lich. Dienstag den 22. April von Morgens 10 Uhr an sollen am sog. Albacher Teiche 4 70 geschälte und geflößteFichten- stämme von 12—30 cm Durchm. und 12—20 m Länge mit zusammen 212,37 cbm Inhalt versteigert werden. Der genannte Teich liegt unmittelbar an der Staatsstraße von hier nach Gießen, i/2 Stunde von hiesiger Bahnstation entfernt. Lich. 12. April 1879. 2516) W immenauer, Forstrath. Holzversteigerung. Freitag den 18. d. Monats, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den städtischen Waldungen, Distrikt Bobenhäuserkopf: 346 Kiefern - Stämme von 14—23 Ctm Durchmeffer und 12—20 Mtr. Länge, und 560 Fichten-Stangen von 6—12 Ctm. Durchmeffer versteigert werden. Grünberg, den 12. April 1879. Gioßh. Bürgermeisterei Grünberg. 2512) Pracht. Donnerstag den 29. Mai, Nachnuttags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe des Egydus Ebel dahier, als: Flur Mtr. V<27 44 Hofraithe fn der Kühgasse, 1/423 6 Mistftätte in der Judengasse, Vi,6 138 Hofraithe in der Kühgasse meistbietend versteigert werden. Gießen, den 15. April 1879. Großh. Ortsgericht Gießen. 2538) Müller. Ieitgeöotenes. 5539) Die erwartete Sendung la. Schweizerkäse ist angekommen bet 6. Vii. Dietz am Markt. IMifemnaiiljiiliit empfehlen (2493 I. A Bufck Söhne. Zug - l 1879. Rebfcher u. Frau. 2542) Unserem Polizeidiener O n n ru seinem 28. Wiegenfeste ein dreif. donnerndes Hoch, daß ganz Grünberg wackelt. O....... n soll leben, Ein Gaislamm daneben, Ein Fäßchen dabei, Hoch lebt alle drei.__________________ 2506) Unserm lieben Freunde H.....d) G.....dl zu seinem heutigen Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche. Einigkeit, 2518) Bei der heutigen unter der vorgeschriebenen polizeilichen Controle vorgenommenen Verloosung der Geflügel-Ausstellung wurden folgende Gewinn-Nummern gezogen. Nr. 2, 46, 221, 249, 279, 304, 342, 370, 381, 410, 417, 440, 461, 509, 592, 621, 624, 719, 732, 755, 780, 832, 840, 842, 903, 1035, 1047, 1078, 1115, 1117, 1230, 1232, 1286, 1322, 1424, 1434, 1471, 1500, 1527; 1570, 1572, 1594, 1657, 1680, 1752, 1791, 1801, 1817, 1829, 1943, 1984, 2028, 2084, 2111, 2139, 2154, 2160, 2184, 2230, 2234, 2259, 2278, 2303, 2339, 2417, 2438, 2498, 2594, 2600, 2616, 2648 2667 2678, 2720, 2743, 2861, 2875, 2982, 2989. Die Gewinne sind bis zum 30. April a. c. abzuholen und verfallen nach dieser Zeit der Vereins-Casse. Der Vorstand. HWolheken-Mpitalien! jeder Größe zu normalem Zinsfüße auf Immobilien jeher Art, — Kirchen- und Verwaltungsgelder auf Ländereien zu 41/t% 2517) Wechselcredit auf Bankhäuser rc., sowie An- u. Verkauf von Immobilien besorgt Jos. Balzer jun.. Immobilien- und Hypothekengeschäft ______(Reelle Prinzipien)__________________ Eingesandt. Cölii, Filzengraben 24.— (Prima Referenzen.) Bezugnehmend auf die Anzeige des Herrn Lehrer Rahn fühlen wir uns gedrungen, Eltern und Verwandte auf diesen VorbereitungsUInterricht ganz besonders aufmerksam zu machen. Die Leistungen der Schüler bei der letzten P.üfung waren für die anwesenden Eltern höchst überraschend, denn nicht eine Frage, sowohl in Geschichte, Geographie, deutscher und lateinischer Sprache wie auch Kopfrechnen, blieb ungenügend beantwortet, obwohl der Herr Kreisschulinspektor die Fragen größtentheils selbst stellte. Eine Erzählung des Herrn Vorstandes mußten die Schüler in einer Pause zu Papnr bringen, und nach Durchsicht sämmtlicher Arbeiten, erklärte der Herr Vorstand, auch nicht einen Fehler gefunden zu haben Somit sei den geehrten Eltern welche Kinder zur Schule zu bringen haben, dieses Institut ganz besonders empfohlen. 2519) Mehrere der beim Examen anwesenden Eltern. Vorschule des Gymnasiums ju Gießen. 2508) Am 25. April d. I. wird die unterste Klaffe der Borschule am hiesigen Gymnasium eröffnet für Knaben, welche 6 Jahre alt find. Das Schulgeld beträgt jährlich 60 die Schülerzahl ist auf 40 festgesetzt Anmeldungen nimmt b