srr. 162 1879 RedaetiBnsbureaur l Ä, rÄ r _ SxpedittsnSbureairr J Schulstraße B. 18. von Elsaß - Lothringen für das Etats- Gießen, am 14. Juli 1879. Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boekmann. | werden 20-30 Mitglieder vom linken Flügel der National-Liberalen aus- treten. (Gerade das Umgekehrte ist mittlerweile eingetreten. Völk und seine Freunde haben am Samstag ihren Austritt aus der Fraction erklärt. D. Red) 2h"en werden andere folgen, die zwar politisch gemäßigter, aber wirthschafllich ebenso entschieden sreihändlerisch sind, der Rest wird unter Bennigsen vereinigt blelben. Sollte auch morgen noch ein Compromtß zusammengeletmt werden, so lst es doch mit der politischen Bedeutung der Partei für geraume Zett vorbei. Zum Glück ist die Fraction und der Liberalismus nicht identisch. Letzterer ist so naturwüchsig und berechtigt tm neuen Deutschland, daß er immer wieder auferstehen und bestehen wird, was auch Fracttonen und ihre Führer nicht ohne eigene Schuld erleiden mögen. Wir sagen: nicht ohne eigene Schuld, denn je mehr man auch das gewaltthättge und rücksichtslose Vorgehen verurteilen mag, so ist doch nicht zu verkennen, daß diesem energischen Realpolitiker gegenüber mit sehr wenig Geschick und Kenntniß der wirklichen Zustände opertrt worden ist. Belächelte doch im Februar d. Js. Lasker noch den Gedanken an die Möglichkeit der Einführung von Getreidezöllen als einen ganz phantastischen. Und heute sind nicht die Getretdezölle der Regierungsvorlage, sondern die doppelten vom Reichstage angenommen. Ueber die Ursachen des politischen Machtverfalls der national-liberalen jahr 1879/80. £ 5 Juki'1879^ Bänderungen des Retchshaushalls-Etats und des Landeshaushatts - Etats Zur inneren Lage 2be V1?“/ %aWenbe unterm 11. Juli geschrieben. Wenn das- BorenSeiuu f£: ' 9'aub,en Uit lg un'eln Lesern n.cht hnnß^Sen®tbiC m°t0en »“ ^de gehende Session des Reichstags mit einem vollständigen Siege der Schutzzöllner und einer Entente cordiaJe -wischen Regierung, Conservativen und Centrum schließt, liegen die Verhältnifl/ in der Nation al-liberalen Partei recht verwirrt unb unklar. Das ursprünglich volüifcke Kratt o^nicki ?C wirthjchaftlichen Fragen die Patteiais ttne . nicht trennten, hat nickt Stich geyalten, und gerade das »Äfe mmi in bem Anträge Franckenstein finden wollle C ai®' btrenen sollte, um die Partei wenigstens politisch xu tuen, scheint bestimmt zu sein, die Partei zu sprengen. Denn nachdem Ben- Ä ft Ä ?Cn Antrag Franckenstein als eine «Ä"aber»®S Wt des Reiches ausgesprochen, daß es ihm mit demselben unmöaUchL tirb^n%rftnHCn C ^"nnzzölle zu stimmen, griffen die Schutzzöllner in der Fraction unter Führung von Völk und Schauß diesen Standvunkt in euer Weise an, daß die frethändlertsche Linke unter Forckenbeck, Lasker Rickert Bamberger rc. erklärte, ausscheiden zu wollen, wenn nicht Völk revocire oder seinerseits austrete. Wenn letztere-, wie zu erwarten steht, sicht geschieht, so Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. _______Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Die Zinsen von Besoldungscapitalien. Gießen, am 12. Juli 1879. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen und katholischen Kirchenvorstände b-- J»..° -d t.. 28.m8„ 6tn Exemplar dieses Ausschreibens ist an den Rechn7r abzugeben. ----------------------------Dr. Boekmann. Mittwoch den 16. Juli KiWer Anzeiger _______________Meige- »O Amtsblatt für bea Kreis Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen n t t tt” d»e Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschretben vom 18. Mai v. __ Unreiner sy?r hä f »"chbE ein solcher erst bei der vorjährigen Anbauerhebung stattgefunden hat.Nickt euvderttck ettcUn, " ' QUf Seite 1 des Formulars A, Jrrthumeru, w,e sie bei den vorjährigen Aufstellungen vorgekommen, auf Folgende? besonders ^ufmett am iUI $eimctbun9 Con Fehlern und «->»«Ä?ta8“”»te--ta»-»-» stäche für Sommerfrucht, Formular B aber für Winterfrucht an und innaefehrt n l r!nen ^'ntrag, der m A fehlte, oder Formular A gab die Anbau- Fvrmularien A und B b. h. richtige Uebertragung aus Formular A in die bezügliche„^Nten"^es°^o?n^ selben Fruchtart in be.den Aufstellung der Uebersicht der Anbaufläche. 6 des Formulars B ist daher Erforderniß für die richtige Nach II. 1. der „Bestimmungen" soll eine Ermittelung der Ernteerträae für alle ftrfiAtp für m ar c CT-< £ n n nommen werden, und zwar ist dies nicht nur für die Haupt-, sondern auch bte Stebenfr..** " dle Anbauflache festgestcllt wird, vorge- Ernte an Kornern, Samen rc., sondern auch an Stroh, Heu, Bag rc au verstehn b ,be und nicht nur für die bei -mzelnen Früchten rc. zwar die Größe der Anbaufläche, aber tL Ertrag angegeben worden u.ck rwar" ttaten *" ma"*en Gemarkungen fruchtaiten, sondern auch noch in höherem Maße bei Nebenfruchtarten. Was die auf mit nnh edr t b f Auslassungen nicht nur beiHaupt- futtermengen betrat, so sind diese in Formular B unter I a. (Getrkide und Hülstn Eel n der ""gebauten Flächen geernteten Grünversehens statt „zusammen also, mit Einfluß der zu Samengewinn benützten Flächen"- Äamm.» »üd b"enK°pf in Folge eines Druck- Mit elnzutragen. — Nicht selten ist zwar der Körnerert?a"g'angeg7ben"w"ordeu,^“a&V feblt'der°Krtrn^de^e^7^ be.r Grünfutterflächen" heißen mufc ferner die Einträge nur in den wenigsten Fällen vollständig. Meistens war uämltch entweder nur eto örTrn ® ® 8 k (8Iad)$S' "nd Hanf waren angegeben. Auch hatte sich die Aufnahme bei Hanf und Flachs mitunter auf die Angabe beickränk d.b “L Samen oder nur ein Ertrag an Bast daß (außer etwa der geernteten Samenmenge) das Gewicht b“r Ernte an Bast Stenael rc in v. M ,e' Z obcl Hanf gehechelt rc. worden sei, ohne worden wäre. Erfordern,ß für die richttqe Ausstellunad?r Ueberiicktder vrn^rn^n^ia. 7 «usprechenden Spalten des Formulars B eingetragen ""d- Sollte sich -rgeben, daß aus irgend einen, Grunde auf de!1ngebauttn Flache kein ®.tnte"tr“9 «"gegeben Bemerkung zu erläutern. — Endlich sind mebrfack tranbnr. npl/;hu rag erzielt wurde, so ist dies in jebem einzelnen Falle burch eine »- »«>*,„ b" ®"'«« nlch, worben ,fl. Auch h", ^^^den^Aufnahmen^ge^m^l sinb. pr P ekm a n n & & wollen Sie kurz anzelgen, wieweit Partei ließe sich eine lange Abhandlung schreiben. Will man die Sache kurz zusammenfassen, so ließe es sich vielleicht in der Formel thun: Mangel an Disciplin und einheitlicher Führung, sowie unnöthiger Widerstand in sachlich wenig bedeutenden, aber einem so reizbaren Menschen wie Fürst Bismarck gegenüber nicht unwichtigen Dingen. Fürst Bismarck respeclirt nur reale Mächte, also von politischen Parteien nur sestgeschlosiene »und anerkannten Führern gehorsam folgende Parteien, wie z. B. das Centrum. Der Vorstand der national'liberalen Partei hat eine solche Disciplinirung seiner Truppen nie versucht. Bennigsen vielleicht aus Indolenz, die anderen, Lasker, Rickert rc-, weil sie die Partei auf ihren Standpunkt nach links nicht mitziehen konnten, sich selbst aber an den gemäßigten Standpunkt der Mehrheit der Fraction nicht binden wollten. So konnte Jeder thun, was er wollte, und mußte das Resultat so kommen, daß die Partei bei ihren Freunden an Achtung verlor und ihren Gegnern keine Furcht einflößen konnte. Diese Zerfahrenheit ging Jahre zurück und zeigte sich wohl zuerst bei der großen Militärfrage. Als man sich dann später aufraffte und wirklich Opposition machen wollte, wählte man den schlechtesten Punkt, die Frage der Ministeriumsabzweigung und Theilung des Handels- und Finanzministeriums, die man sachlich nachher unbestritten annahm, zuerst aber der Form der Einbringung wegen ablehnte. Das hat Bismarck, wie seine letzte große Rede gezeigt, persönlich tief gekränkt und den Entschluß gezeitigt, mit der Partei zu brechen. Will man einmal Opposition machen, so gehört doch dazu vor Allem eine gute Operationsbasis und Logik. Auch jetzt dürfte das Schlachtfeld nicht gut gewählt sein. Für den Franckenstein'schen Antrag hat sich außer Völk auch Treitschke ausgesprochen, also Leute, denen man Geneigtheit zum Verrath am deutschen Reiche doch kaum nachsagen kann. Es wwd auch schwer sein, den Maffen, die doch schließlich jede Partei stützen müssen, klar zu machen, warum durch die Annahme dieses Antrages das Reich gefährdet sei. Die partikularistisch und schutzzöll- nerisch angehauchten süddeutschen und überhaupt kleinstaatlichen Liberalen glauben gewiß nicht dran, was wird man also damit erreichen? Und in der That, da der Reichstag nach wie vor souverän beschließen kann, wie hoch er bte Ausgaben für das Reich festsetzt, wie viel also die Einzelstaaten von dem Ueberschuß der Zölle in Form von Matrikularbeiträgen wieder herausgeben müssen, so ist schwer einzusehen, wo die constitutionellen Rechte des Reichstages und wo die Finanzhoheit des Reiches geschädigt sei. Besser hätte uns freilich der ursprüngliche Antrag der Freiconservativen gefallen, wonach die Quote für die Einzelstaaten jährlich durch den Etat des Reichs festgesetzt und nicht ein- für allemal bestimmt werden sollte. Allein schließlich ist es doch nur ein calculatorifcher Unterschied, und für jenen Antrag war ebenso wenig, wie für den an und für sich wenig glücklichen Bennigsensschen Antrag eine Majorität. Nun sagt man freilich: der Franckensteinssche Antrag führe dazu, die Einzelstaaten den Ausgaben des Reichs gegenüber wenig willfährig zu machen, da sie dann bei jeder Steigerung des Reichsbudgets an ihrer Quote verlören. Allein das ist ja bis jetzt gerade so gewesen, ja noch viel schlimmer, da die Einzelstaaten jeden ferneren Zuschuß ans Reich aus eigenen Mitteln aufbringen mußten, während er ihnen jetzt nur an ihrem Antheil an Den Zöllen abgehalten wird. Man kann daher für die negirende Haltung der national-liberalen Mehrheit nur den Gesichtspunkt anführen, daß man hofft, die Regierung werde in nicht zu langer Zeit die Unterstützung des Centrums zu lästig finden und sich wieder eine liberale Mehrheit, die sie ja jeden Augenblick haben kann, durch Neuwahlen verschaffen und dann den § 7 einfach wieder wegdecre- tiren lassen. Ein solcher Gedankengang könnte auch den Anschauungen Bismarck's, der es ja liebt, immer eine Partei mit der anderen abzuschlachten, nicht fern liegen. Hat doch die ganze Mmisterkrisis und die wenig angenehme Art der Entlassung der drei Minister, von denen Falk und Friedenthal sich die größten Verdienste erworben und Hobrecht als ganz tüchtig bewährt hatte, ebenso wie die Behandlung des Parlaments durch Bismarck am letzten Ende nur darin feinen Grund, daß diese autokratische Natur absolut keine Fessel ertragen will. Reaction irn Sinne der fünfziger Jahre liegt ihm gewiß fern ; allein in diesem seinem souveränen Gefühl fragt er nicht danach, welche politische Verwirrung er anstiftet, wie sehr er das politische, an und für sich noch so wenig gereifte und confoltbirte Bewußtsein der Nation verwirrt und wie schwer es für spätere Zeit, wenn sein gewaltiger Wille nicht mehr existirt, der Nation und ihren dereinstigen Führern macht, zu einer ruhigen, stetigen Entwickelung zu gelangen. Dem gegenüber können wir es nur als das größte Glück betrachten, daß der monarchische Sinn im deutschen Volke noch so stark ist, daß derselbe allen vorübergehenden politischen Schwankungen gegenüber noch als das festeste Bindemittel der Nation sich erweist. Das muß uns einstweilen über die zerfahrene Lage der liberalen Partei trösten, bis die jetzigen unnatürlichen Coalittonen zerfallen und auf neuer Basis und mit Vermeidung der alten Fehler eine neue geschlossene und zielbewußte liberale Partei entstanden ist. Deutschland. Darmstadt, 14. Juli. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 32 enthält: Bekanntmachung, die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Walz- und Hammerwerken, Glashütten und Spinnereien betreffend. Berlin, 12. Juli, Abends. Aus der national-liberalen Fraction des Reichstags sind folgende Abgeordnete ausgetreten: Bähr (Kassel), Bauer, Fäustel, v. Hölder, Klein, Kreuz, v. Ohlen, Pfähler, v. Puttkamer (Fraustadt), Rentzsch, Römer (Württemberg), v. Schauß, Servaes, Völk, Vopel und Wehrenpsennig. v. Treitschke war schon vor den Genannten ausgetreten. KeKerreich. Wien, 12. Juli. Das „Fremdenblatt" bestätigt, daß die Verhandlungen, welche in den letzten Tagen zwischen den österreichischen und serbischen Bevollmächtigten über die Eisenbahn-Anschlüsse stattfinden, zu einer vollständigen Einigung über die Anschlüsse und alle damit zusammenhängenden Fragen, insbesondere auch die Tarife, führten. Die Genehmigung der Beschlüsse Seitens der Regierungen sei nicht anzuzweifeln. Imnkreich. Versailles, 12. Juli. Die Kammer der Deputaten hat heute dm Gesetzentwurf, betr. den Staatsrath, angenommen. Es wurden ferner Die ersten Artikel des Entwurfs, betr. den Sitz der Kammern in Paris, angenommen. Die Abstimmung über den durch den Senat modificirten Art. 5 wurde auf Dienstag verschoben. Der Minister des Innern, Lepere, ersuchte um Annahme der vom Senat beschlossenen Modistcation zur Vermeidung einer Verzögerung in der Annahme des Entwurfs. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. «yrrespondeur-vurea». Ems, 14. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute Nachmittag 4 Uhr beim besten Befinden von hier abgereist. Auf dem Bahnhofe hatten sich zur Verabschiedung eingefunden: Prinz Georg von Preußen, der Herzog von Meiningen, Prinz Alexander von Hessen und der Prinz von Battenberg, der Badecommissar v. Lepel, die Spitzen der Behörden mit der Geistlichkeit und den Lehrern. Der Kaiser wurde von der dichtgedrängten Menschenmenge mit begeisterten Hochs begrüßt. Berlin, 14. Juli. Der „Reichs'Anz." veröffentlicht die Ernennung des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Maybach, zum Chef des Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseifenbahnen, die Ernennung des Reichskanzleramts-Präsidenten Hofmann zum Minister für Handel und Gewerbe, die Erthei- lung der nachgesuchten Dienstentlassungen an die Minister ^Dr. Falk und Dr. Friedenthal unter Belassung des Titels und Ranges von Staatsministern, ferner die Ernennung des Oberpräsidenten von Schlesien, v. Puttkamer, zum Cultusminister und des Rittergutsbefitzers Dr. Lucius zum Minister für Land- wirthschaft, Domänen und Forsten. Berlin, 14. Juli. Der Abgeordnete Delbrück verläßt Berlin auf mehrere Monate und begibt sich zunächst nach Kissingen, dann nach Italien. — Die „Post" veröffentlicht einen Bries des Abgeordneten v. Treitschke an die national-liberale Fraction, worin er seinen Austritt aus der Fraction begründet. Er erklärt, die Fraction werde wider den Willen vieler ihrer Mitglieder durch ihre Abstimmung über die Zolltarifvorlage in die Stellung einer geschlossenen Oppositionspartei hinübergedräugt. Getreu seiner Heber» zeugung halte er diese Wendung für einen verhängnißoollen politischen Fehler und fühle sich außer Stande, dabei mitzuwirken. Berlin, 14. Juli. Nach der „Nordd. Allg. Ztg." haben die Forderungen der Generalversammlungen der Berlin-Potsdamer und Köln-Mindener Eisenbahn auf Zuzahlung einer Prämie von 20 resp. 30 Mk. auch nicht entfernt Aussicht, von der Regierung bewilligt zu werden; es sei möglich, daß so die Verhandlungen sich alsbald zerschlagen, der Nachtheil werde nicht auf Seiten des Staates sein. London, 14. Juli. Der „Morning Post" zufolge hat Prinz Jerome Napoleon Die Einladung der Kaiserin Eugenie, sie nach dem Begräbniß zu besuchen, abgelphnt. Washington, 14. Juli. Das öffentliche Gesundheits'Comit6 Hierselbst trifft Vorbereitungen zur Verhinderung der Weiterverbreitung des gelben Fiebers in den Südstaaten. Wien, 14. Juli. Meldungen der „Polit. Corresp." Der Investitur- Ferman für den Fürsten von Bulgarien ist von einem Schreiben des Groß- vezirs begleitet, in welchem dem Fürsten das Wohl der in Bulgarien ansässigen Muselmänner besonders anempfohlen wird. — Erzbischof Graselli überreichte ein päpstliches Schreiben an den Sultan, welches dankende Anerkennung wegen der Haltung der Pforte in dem Haflunistischen Kirchenstreite ausspricht. — Gerüchtweise verlautet, der Sultan habe Mahmud Damat Pascha, der als Gouverneur nach Tripolis verbannt war, begnadigt und sei dessen Rückkehr bevorstehend. Ein noch unbestätigtes Gerücht bezeichnet Mahmud Nedim Pascha als Nachfolger Mahmud Damat's in Tripolis. London, 15. Juli, früh. Oberhaus. Auf Befragen Stratheoens erklärt Salisbury: Der britische Consul in Rumänien berichtete, daß in Rumänien westlich vom Pruth sich keinerlei russische Soldaten mehr befänden. Schuwaloff versicherte längst schon, daß die dort vorhandenen verhältnißmäßig wenig zahlreichen russischen Truppen sich rasch nach dem Einschiffungsorte zurückziehen würden. Philippopel war, wie er höre, gestern von russischen Truppen gänzlich entblößt. Letztere rücken behufs ihrer Einschiffung von allen Seiten nach Varna und Burgas; er schließe daraus, daß die russischen Truppcn das Gebiet westlich vom Pruth in Der festgesetzten Frist würden ver- laffen haben. Lokales. Gieren, 15. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 17. Juli 1879, Nachmittags 4 Uhr: 1. Die Vergebung der Hasttschen Stiftungs-Zinsen. 2. Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Gießen. 3. Planirarbeiten auf dem Friedhof 4. Die Anschaffung von Feuereimern. 5. Gesuch des Stadtbaumeisters S t i e f um Baucrlaubniß. 6. Desgleichen des Bautechnikers Ludwig Huhn. 7. Desgleichen des Instrumentenmachers Schellenberg. 8. Gesuch des Schuhmachers Wilhelm Herbert um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. 9. Gesuch des Chemikers G. Tbrom um Erlaubniß zur Erbauung eines Lagerhauses. 10. Gesuch des Schreincrmcisters Georg Franz um Erlaubniß zur wohnlichen Einrichtung eines Schuppens. 11. Gesuch des Kaufmanns Käß um Erlaubniß zur Herstellung einet Einfriedigung. 12. Gesuch des Kaufmanns Emil Pistor um Erlaubniß zur Erbauung eines Stocks auf sein Gartenhaus. 13. Gesuch des Jacob Häuser um Erlaubniß zur Errichtung eines Kamins. 14. Die Festsetzung der Jahrmärkte für das Jahr 1881. 15. Kostendecrcturen Gießen, 15. Juli. Das Turnfest des Gaues Hessen wurde am 18. und 14. Juli, wenn auch gerade nicht vom herrlichsten Wetter begünstigt, doch programmmäßig durchgefubrt. — Bis Sonntag Morgen 11 Uhr waren trotz schlechter Witterung gegen 300 Turner in die festlich geschmückte Stadt Nidda eingezogen. — Nachdem Vorm ttags der Turntag und die Sitzung des Preisgerichts abgchalten und Nachmittags ein imposanter Festzug sich nach dem prächtig hergestellten Fest- und Turnplätze bewegt hatte, hielt der Festpräsident Herr Erk eine kernige Rede, hieß alle fremden Turner im Namen des Turnvereins Nidda als auch der Stadt Nidda herzlich willkommen, widmete der Turnerei warme Worte und schloß mit einem Gut Heil auf das deutsche Turnwesen. — Hierauf begann, nachdem eine Anzahl Frei- und Ordnungsübungen vorgefühtt worden, das Preisturnen, wozu sich 100 Turner angemeldet hatten, aber während dem Turnen bis auf 80 zurücktraten. Das Turnen dauerte fast bis zum Dunkelwerden. Abends 10 Uhr fand auf dem Festplatz durch den Gauturnwatt und Obmann des Preisgerichts Carl Demuth von Gießen die Preisoertheilung statt. Es wurden im Ganzen 40 Preise ausgegeben, welche sich wie folgt vertheilen: Gießen 9, darunter den 1., Usingen 3, darunter den 2., Wetzlar 3, darunter den 3-, !?ei bit l ' anae- fn art 5 ■' ersuchte )un8 einer a9 4 Uhr !n bch zur von Mei- berg, der ^keik und «enge mit Ernennung ^chsamteS ^hnjler» Erthei- W und lsininistern, tonet, zum ^strLand. Nin auf h Lilien. v- Trchchke §ractiou vieler ihrer ie Stellunz iner Hebet» chm Fehler die Forde» n-Mindener h nicht ent' sich, daß so e nicht auf rinz Jrrvm äbniß zu be» Somltd hier- iz deS gelben er InveSitur» n des Großen ansLsMn It überreichte nnunz wegen ussyricht. - cha, der alö eizen Rückkehr Nedim Pascha Ztrathevens tete, daß in »hr beianden. chLUchwäßiz richiffnngsolte von ruisischen ung von allen die rulsi'chen \ würden ver- m-Sitzung °-n vew öl ÖSS ;»<<*■£ »<>Ä i"® Äler d--31 ; jut Lornahme SSL SS®» $ Kamins Stiftungsfest des Akademischen Gesang-BereinS. Doppel-Coneert. (Fortsetzung des gestrigen Artikels ) Was nun zunächst die Aufführung des Mendelsfohn'schen Oratoriums Paulus am 25, Juli in der Stadtkirche betrifft, so ist zu bemerken, daß dieses musikalische Meisterstück zum ersten Male vollständig, unverkürzt hier zur Aufführung kommen wird. Das Werk steht uns in Bezug auf die Zeit seiner Entstehung und in Betreff der musikalischen Empfindung zu nahe, als daß man sich erlauben dürfte, daran viel zu kürzen, wie es leider vielfach geschieht. Die Chöre werben diesmal in einer Stärke auftreten, wie es wohl niemals zuvor in unserer Stadt der Fall war. Abgesehen, daß der Frauenchor durch auswärtige Kräfte, meist frühere Mitglieder des Vereins, namhaft verstärkt werden wird, ist der Männerchor durch die Freundlichkeit der Mitglieder des hiesigen „Sängerkranzes" und „Ltederkranzes" und deren Dirigenten bedeutend anqewachsen und verbessert und verspricht die Verschmelzung der Männerstimmen der drei Vereine einen sehr guten Erfolg. Das Orqelspiel ist in den Händen eines durch seine bedeutenden Leistungen hier hinlänglich bekannten Meisters, des Herrn Lux aus Mainz, der auch in dem zweiten Concerte mitzuwirken die Freundlichkeit haben wird. Unter den auswärtigen Solisten hat der Name be< Herrn HE °us Schwerin weit und breit, besonders aber in Gießen und grade als Vertreter der Rolle des Paulus (Baß) m dem Mendelssohn'schen Oratorium einen so guten K'ang, daß es Einsender.Vieser Zeilen für überflüssig bält, zu deffen Lob noch Weiteres htnzuzufügen. Fraulein Antonie Kufferath aus Brüssel welche die Sopranpartie singen wird, steht als Hanne in Haydns Jahreszeiten noch in frflchem und sehr gutem Andenken und wird unzweifelhaft zu den Loorbeeren, welche sie tm lekten Winter hier reichlich geerntet, neue hinzufügen. Zum ersten Mal dagegen tritt in Güßen diesmal auf der Tenorist Herr Max Achenbach, Hofopernsänger aus Weimar, Sohn des berühmten Düsseldorfer Malers Andreas Achenbach, ein Schüler Stockhausens, der bevor er es ru seiner bedeutenden jetzigen Stellung in der musikalischen Welt gebracht hatte, unter dem Namen Alvary auftrat und auch hierher reifte zum Besuche der Ausführung der Jahreszeiten im vorigen Winter, wobei ja bekanntlich außer Frl. Kufferath noch zwei andere Schüler Stockhausens als Solisten auftraten. Die Altpartie wird von Fran Dr. Weiffenbach gesungen, für deren Freundlichkeit und Bereitwilligkeit wir besonders dankbar sind, und die mrt bekannter Meisterschaft ihre leider verhältnißmäßig kleine Rolle durchführen wird. (Forts, folgt.) liegendes Heu vor Ausbruch des Gewitters unter schützendes Dach zu bringen. Noch hatten sie nicht Alles auf den Wagen gebracht, als das Unwetter losbrach. Die Leute flüchteten vor dem strömenden Regen in eine nahe liegende neue Scheune, wohin gleich darauf ein mit Mähen beschäftigt gewesener Arbeiter aus Beckum kam. Ein Blitzstrahl fuhr hernieder unter „krachen dem Donner", und die Trümmer der zusammengefallenen Scheune bargen sechs Leichen, alle waren vom zuckenden Strahle getroffen. Der Knecht und ein kleines Kind waren fortgeschleudert worden, fanden sicb aber unverletzt. Ebenso waren die Pferde weggeschleudert und eines ge- tödtet. Soeben brachte man hierhin die Leichen von fünf Personen aus hiesiger Gemeinde. Der Anblick der Getroffenen war entsetzlich, der Jammer und der Schmerz der Angehörigen machte einen ergreifenden Eindruck auf die Umstehenden. Handel und Verkehr. (Sieben 15 Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X ‘»,80 bis X 0,^2,, Hühnereier per Stück 5 Gänseeier, per Stück — Enteneier, per -^tück 6 Käse, per Stück 4—9 H, Käsematte, per Stuck 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 H, Krisen 1 Liter 25 H, Tauben, das Paar 70 H, Hühner, per Stück X 1-25, alte Halmen, per Stück X 1,— , junge Hahnen, per Stück 60—90 Enten, per Stuck 1'^0, Kartoffeln, per 100 Kilo X 10. — , Zwiebeln, per Centner 20, Milch per Liter 16 u. 18i 70 per Pfd., Kuh» und Rindfleisch 56—60 Hammelfleisch 60—70 H, Schweinefleisch 56-60 A Kalbfleisch 46 -50 H. Kirschen per Pfd. 11-14 $ Frankfurt, 14. Juli. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 39, Nr. 2 X 3/, Nr. 3 u 31 Nr. 4 X 27, Nr. 5 X 21. Roggenmehl % (Berliner Marke) 21.50, do I (Berliner Marke) X 19.50—20, do. II (Berliner Marke) X 14.50—15^50, Weizen effektiv Fsiger ab Bahnhof hier 22.50, ab unserer Umgegend X 250-2 >o. ftemoer st „ nudtität X 20—22.50, Roggen, ]e nach Quautat X 13.25—15.75, Gerste X 16^50-17 50 Hafer 14-15, Kohlsamen X 27-28, Erbsen X 19-27, Wicken 14—16 Linsen X 17—36, Bohnen, weiße, X »9.50, Roggenkleie X '®cl6en,flcte' arobe und feine X —. Rüböl, detail, X 62. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war: — Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll- gewicht = 100 Kilo ) . , ^rankfu rt 14. Juli. Der heutige Vtehmarkt war ziemlich gut befahren. Aiigetrleben waren ca .390 Ochsen, 250 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 3H0 Die Preise M1. Dj,icn 1 Qual. M 66-68, 2. Qual. M. 60-64, Kuh« und Rinder 1. Qual. ^at63-64 2 Qual. 55-60. Kälber 1. Qual. M 54-56, 2. Qual. 48-50, Han'mel ^Qual > 60-62 2. Qual. X 50 -52 per 100 Psr. Schlachtgewicht. Sckweme das Pfund zu 54 __ Marburg Ä XÄÄÄÄÄ WtLA! gölten' so"daß sich die Fcsttheilnehmer in der gehobensten Stimmung erst nach Btitter- nacht trennten. Moracns angesagte Turnsahrt aus die Altenburg ®\a“ße" ffi« bfaünftig Snb war aU hier wiederum allgemeine Fest- mutzten nun vi-l-Ver-ine sich zum Au^uch^rüsttn ^"zz^E"g^der Ob»hesM?n^Ba^ 'ihrem^Entgegen- Lmen ^b-huss Stellung von ^trazügen Abends, dem F-ste°m,te gegenüber etwas zu hohe Bedingungen gestellt haben. ' D e r m i s ch t e s. . Mnbe der Menschheit, der Diphtheritis, rücken die Einem der deutscher A-rzte in Berlin, an ihrer Spitze der A-rzt- naher auf den Leib. Di- M ch^isaufaab- ausgeschrieben i „U-b-r das Wesen der berühmte Di. v. Langcnbcck, bat P p„,clben sich ergebenden Folgen für di- Behandlung Diphtheritis und du aus bei: UnSdurch -inen Preis von 2000 JL belohnt, dieser Krankheit. Die beste LosungI l S Di- Hauptbcdingung ist, daß wichtige -inen Preis welchen die Kaiserin Augusta «ägeW£ ^9 8^ U)reI öS Ää toel6cn- ®ic ®r^ m9 M Preises "folgt auf t,tm T”9^(|^CT Ersatz für Baumrinde ) Für Lohgerber ist hier Braunschweig (Em «emncy ! v i AQnnoti. Courier" von unterrichteter W©SbifTSnämli^ Prof. Knapp nach vieljähriger Arbeit gelungen, iseite berichtet wird. Es ist rmm 1 G । Baumrinde dienen kann, p ,ch«niich-n Stoff darzustellen d ^D°« Verfahren mit diesem Stoff ist erprobt und in vielen Fallen noch bester ist 1 fcbirfiÄ mit diesem Stoffe. Die deutsche Ä W SttXM •«*.» fK große Vortheil. davon kann.^ Bendergaffe 26, ein Raub, ansall L'd« vollständig an ÄÄS« S'-S- ei Männern, welche die Empfänger waren, überfall'en und ihm aber, obwohl Haus- wurde. Ersetzte sich zur Wehre und chüe^um.Hülfe, föich- zu Theil. Di- Thäter .genossen den Lärm vernahmen (^n si entflohen; einer derselben ließ eine ließen Dm Mann, ^et ^es Viertels, er war jedoch Mütze zurück. Man «tlfolg^ diesen ^ne". Der Briefbote, der nicht derart v-rl-tzt Lald entkommen und floh nam der „Jteucn o m.Tt.nnk etncm Wundarzt übergeben war, daß er nicht Rede stehen konnte wurde zum erster^ Verband einem £ unb alsdann in das Hospital gebrach^ E ,u ;encm «wecke) gemiethet hatten, worin ocr Ueberfall geschah, erst vor Kurzem ( ) J gewesen sein Die Vereitelung des Das Beil, womit sie ihr Opfer überfielen soll nagelneu gewesen^sein.^ ^ßen Anschlages ist allein dadurch herbeigefuhr > QUc ^en Fahrpoft-Boten ge- G-ldb-tr°g-n verseh-n-n Bot-n mit P^/unS-n nicht ^ab-r auf d-n F rechnet hatten, der jede Bestellung einze n H s i 6 eine Speisewirthschaft fand aus diesem Grunde nicht statt. In d m ^dgeschoy oes^Thäter . Gebauer Jun, in Alsfeld Mendorf a. d. L. W. Kliebe. (474 t Die trauernden Hinterbliebenen. — Druck und Verla- der Brühl'sche» Uni».-Druckeret (Fr. 6$r. Pier sch) tu Gießen. in in in in in in Alt-Buseck Ettingshausen Gambach Giehen Langgöns in seinem 81. Lebensjahre. Nieder-Erlenbach, den 14. Juli 1879. W. Körber II. S. Löwenberg. Ph. Reimer. F. Hoffmann. Hrch. Mohr. X 10 — „ 5— „ 20.- Capital- und Prämien-Reserve für eigene Rechnung . Grundkapital der Gesellschaft Vermiethungen. 2524) 3ur Beachtung der Wohnungsuchenden jeden Standes: Stets Zimmer zu vermiethen, billig für X 8 bis X 12, monatlich. WeidenhauS, Dienstmann, Neustadt bei Stieb er. Heute verschied nach kurzem Leiden unser unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Julius Peters Pferde ■ Rennen des Rheinischen Renn-Vereins in IranKfurt a. M. am 23., 24. u. 25. August 1879, Nachmittags 3 Uhr, am Forsthaus. 17 Rennen mit Preisen zusammen im Werthe von circa Jt. 42 000. Vermischte Anzeigen. 4634) 3 unmöblirte Zimmer mit Bedienung von einem ruhigen Herrn zu Anfang September gesucht. Offerten unter Y, tn der Exped. o. Bl. einzureichen. in Lindenstruth Sam. Löwenberg, tn Lollar Th. Kümmel. in Steinbach G. Löwenberq. ■" ^?5d.L. J. Becker VI. tn Wieseck Lud. Kolb II. __ (4733 Steppdecken ^^Elolberisr, Rirchenplah. »«rntw»rtllch« Redactt»,: A. Sche,da. Donnerstag den 17. Juli: (iru 6. u. letztes Abonnements-Concert. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pfg. Es wird gebeten die Karten abzugeben. Zur Aufführung kommen u. A.: Ouvertüre z. Op. „Oberon" von Weber, „Tannhäuser" von Wagner, Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Liszt rc. cX 2,477,431,035.-. „ 4,496,887.—. „ 4,178,163.—. Eintritts - Preise: Erster Platz für Herren jeder Tag ... . Erster Platz für Damen jeder Tag ... . Ein Herrenbillet für 3 Tage..... Zweiter Platz jeder Tag ....... Dritter Platz jeder Tag Stehplatz jeder Tag ... . ' Ä Equipagen pr. Tag X 20. - Reiter X 5.' Karten stnd sichtbar zu tragen. Das Directorium des Rheinischen Renn-Dereins chemischer Hiinyer der Fabrik von Müller, Packard