Sonntag den 15 Juni 1879 Anzeige- iti Amtsblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. .’ HM 'W-* tW>y*ILa»!?3UCS (3208 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P'. Telegraphische Depeschen. Wagners telegr. Eorrespovdenr-Burean. Berlin, 13. Juni. Gegen Ende der gestrigen Galatafel brachte der Kronprinz ein Hoch aus die Majestäten aus, in welches die Gäste dreimal begeistert eiustimmten; die Musik intonirte die Volköhymne, welche die Gäste stehend anhörten. Der Reichskanzler iaß neben dem englischen und dem russi- schen Botschafter den Majestäten gegenüber, die sich wiederholt mit denselben unterhielten. Der Kaiser trug anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Kaiser Alexander als Regimentsches über der großen Generals-Uniform das große Band des Andreas-Ordens und das Großkreuz des Georgs-Ordens. Bei dem Abendconcert machte der Kaiser, ohne der Stütze eines Stockes zu bedürfen , einen halbstündigen Rundgang durch den Saal, um einzelne Gäste zu Betreffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Gießen. Der Stadtvorstand von Gießen hat den Antrag gestellt, mit der Parcellenvermessung zugleich eine Zusammenlegung der Grundstücke eines Theils der Gemarkung Gießen nach dem Gesetz vom 18. August 1871 zu verbinden. c , r, , , Dieser Antrag, sowie eine summarische Darlegung der vorzunehmenden Arbeiten nebst der Liste der Stimmberechtigten, m welcher auch der Flachen- gehalt und das Steuerkapital des bei der Zusammenlegung in Betracht kommenden Grundbesitzes jedes Stimmberechtigten angegeben ist, liegt^vom 9. Ium l. I. an vier Wochen lang zur Einsicht der Betheiligten auf der Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen offen. Etwaige Einwendungen gegen diese Liste sind innerhalb der bemerkten Frist bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung bei der Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen vorzubringen. Nur Diejenigen sind stimmberechtigt, welche in dieser Liste eingetragen sind. Aeuderungen in der Liste bei etngetretenem Eigenthumswechsel können nur auf Grund von Einträgen im Grundbuch, welche während der angegebenen Offenlegungsfrist noch zu erwirken wären, vorgenommen werden, da sich die Liste auf das Grundbuch stützt und da nur Diejenigen, oder deren Erben, stimmberechtigt sind, welche im Grundbuch eingetragen stehen. Die Abstimmung über den Antrag findet statt auf der Bürgermeisterei Gießen: Montag den 21. Juli, Dienstag den 22. Juli und Mittwoch den 23. Juli l. I., jedesmal von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 3 bis 6 Uhr Nachmittags. , . 1 Die weder in Selbstperson noch durch gehörig Bevollmächtigte Abstimmenden werden nach dem Gesetz als für dre ment der Brasilien-Holzhäudler Samuel Johuston u. Comp., welche Häuser in New-Dork, London und Liverpool hatten. Die Passiva werden aus 160,000 Pfd. Sterl., nach Anderen auf 300,000 Psd. Sterl. geschätzt. Außerdem wird das Fallissement von Francis Saunders u. Comp. gemeldet. Die Passiva belaufen sich aus 100,000 L. Rußland. Petersburg, 12. Juni. Gegenüber den Depeschen der „Times" aus Wien, daß in den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Rußland und der Türkei eine Erkaltung eingetreten sei, erklär! die „Agence russe", daß diese Nachrichten vollkommen falsch und tendenziös seien. Es liege keine authentische Mtttheiluug aus Konstantinopel vor, welche eine Aenderung in den gegemvär» tigen guten Beziehungen constatirt. London, 13. Juni. Der Fürst von Bulgarien ist nach Brüffel ab- flerctfL — „Daily Telegraph" meldet: Die Pforte gab die Zusage, entsprechend dem Wunsche der deutschen Regierung, gegen die Ftnanzdecrete des A " s ?" ^rundbchtzer^ welche "nicht ^in ^Gieß^n wohnen', werden ^zur Bestellung von Bevollmächtigten unter dem Rechtsnachtheil aufgefordert, daß bei weiter nöthia werdenden Handlungen eine besondere Aufforderung an sie nicht mehr ergehen wird. Gießen, den 5. Mai 1879. Großherzogliches Kceisamt Gießen. Dr. Boekmann. Nr. 136. Erstes Blatt Deutschland. Darmstadt, 12. Juni. Der Fürst von Bulgarien und Prinz Ludwig von Battenberg treffen morgen Vormittag gegen 11 Uhr hier ein und reisen alsbald nach Schloß Heiligenberg bei Jugenheim weiter, woselbst laut Meldung der „Darmst. Ztg." am Sonntag Familientafel statrfindet, wozu auch Landgraf Friedrich von Heffen eintreffen wird. v Darmstadt, 12. Juni. Das beute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 21 enthält das Gesetz, das Verfahren in Sachen der nichtstrettigen Gerich^ba^kJuni. (Evangelische Landessynode. 23. Sitz\un g ) CHie Snnode trat heute in die Berathung des von dem Klrchenregiment m Ausführung c p 120 der Kirchenverfassung vorgelegten Entwurfs einer Dlenitpragmatit für die GeiftUchen der^evangelischen Kirche des Großherzogthmns ein. . Der Gesetzgebungs- Anssckuü derLandessynode hatte sich mit dem Entwürfe, der, wie m der heutigen Diskussion bemerkt wurde, der erste ist, welcher in einer deutschen Landeskirchezur Vorlage knmmt im Allgemeinen durchweg einverstanden erklärt und nur einige meist redaktionelle Sirupen unUuffifee beantragt, welchen die Vertreter des Kirchenregiments sowohl den Berathungen des Ausschusses, als auch in der heutigen Plen ar Verhandlung ihre ertbeilten. Die §§1-28 des Gesetzesentwurfs, welche von der Erlangung äs aeisilicken Amtes, von den Dienstpflichten der Geistlichen und Pfarramts-Candldaten, vonÄ Vertretung der Geistlichen im Falle vorübergehender Dienstverhinderung und von den Gehaltsverhältnissen der Geistlichen handeln, gelangen nach kurzen ^batten nach den Anträgen des Ausschusses zur Annahme und wird die Fortsetzung der Le- rathung des Gesetzesentwurfes aus morgen vertagt. — Namens des.Finanzausschusses der Synode erstattete der Abg. Wern her mündlichen BenLt über die Dropostüon des r)f)pr'^onfiftonu.m§ wonach der neu zu regulirende Etat dieser Behörde bereits mit ^em 'l Januar l880 in Kraft treten soll. Der Ausschuß beantragt Genehmigung. - Ä-■ °3".‘ $1.« « t<- Stott anläßlich der Feier der Goldenen Hochzeit M Ralfe»« unb der Kaiserin, 300,000 Mk. zur Stiftung einer Alleiversorgungskasse gescheilkt. In Gemäßheit des §. 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise im Monat Mai 1879 veröffentlicht: Hafer Mk. 15, Heu Mk. 4,40 und Stroh Mk. 3,80 per 100 Kilogramm. Gießen, am 13. Juni 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bum Jwecke der Vervollständigung bezw. Richtigstellung der polizeilichen Register haben wir eine Aufnahme der in hiesiger Stadt wohnenden Familien sowie selbstständigen unverhciratheten Personen durch die Schutzmannschaft angeordnet und werden von nächsten Montag den 16. d. Mts., an die dazu erforderlichen Formulare an die Familienvorstände sowie selbstständigen Personen abgegeben werden. Wir ersuchen die betreffenden Personen, die Aufgabe der Schutzmannschafl dadurch gefälligst erleichtern zu wollen, daß nach Ablauf von drei Tagen die vollständig ausgefüllten Formulare zum Abholen bereit gehalten werden. Gießen, den 13. Juni 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. RedaettoirSbnreau r <-rp«dM°nSbnr°-u. f 6d’uIftrafit B- 18- England. ,T. , . c London, 12. Junt. Die „Pall Mall Gazette" meldet das Falllsse. Khedive Einspruch zu erheben. Berlin, 13. Juni. Reichstag. Vor Eintritt in die Tagesordnung theilt Präsident v. Seydewitz mit, daß der Gesammtvorstand anläßlich der Goldenen Hochzeit dem Kaiserpaare die Glückwünsche des Reichstags übermittelt und Seine Majestät der Kaiser den Präsidenten beauftragt habe, dem Reichstage den Dank der Majeftäten dafür auszusprechen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Berathung über den Freundschaftsvertrag mit den Samoa-Inseln. Staatssecretär v. Bülow erläutert den Entwurf und empfiehlt dessen Annahme im Interesse des deutschen Handelsverkehrs mit den Samoa- Inseln, namentlich im Interesse der dort domicilirten Deutschen. Mosle beleuchtet seinerseits die Verhältnisse auf den Samoa-Inseln und befürwortet gleichfalls den Vertrag. Bundes-Commissär v. Kusserow erörtert noch einzelne Punkte gegenüber den Ausführungen des Vorredners, v. ^chorlemer-Alst nimmt Anlaß, die Vorlegung der in wichtigen internationalen Fragen geführten diplomatischen Correspondenz anzuregen, und weift auf die den Samoanern zuyesicherte Cultusfreiheit hin, während letztere den deutschen Katholiken noch immer verkümmert werde. Bamberger fritifirt die Handelspolitik der Reichsregierung und polemisirt gegen die Projecte einer Colonialpoliitk. Minister v. Bülow widerlegt mehrere Behauptungen Bamberger's, worauf die erste Lesung geschlossen wird. Der Vertrag mit den Samoa-Inseln wird auch in zweiter Lesung nach unerheblicher Debatte genehmigt. Während derselben ist auf kurze Zeit Fürst Bismarck im Hause anwesend. Es folgt nunmehr die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die anderweitige Ordnung der Verfassung und Verwaltung Elsaß-Lothringens. Unter» staatssecretär Herzog führt den Entwurf ein und verweist auf die voraufgegangenen bezüglichen Verhandlungen des Reichstages und Darlegungen der Negierungsvertreter, denen der Reichstag zugestimmt habe. Redner rechtfertigt die einzelnen vorgeschlagenen Einrichtungen unter wiederholter Verweisung auf die Motive und empfiehlt die Annahme des Entwurfes. Fürst Bismarck ist inzwischen wieder in den Saal getreten. Guerber bemängelt die Vorlage und betrachtet dieselbe durchweg als unzureichend Redner meint, dem Statthalter seien diktatorische Befugnisse eingeräumt und fordert schließlich die Beseitigung der der freien Religionsübung entgegenstehenden Hindernisse. Fürst Hohenlohe-Langenburg sucht die Einwendungen Guerber's zu entkräften und führt aus, die Vorlage entspreche den berechtigten Forderungen der elsaß-lothringischen Bevölkerung, sowie der gegenwärtigen Lage der Reichslande. North spricht für die Vorlage und gegen die Ausführungen Guerber's und beantragt Verweisung an die Commission. — Die Debatte wird vertagt. Nächste Sitzung Sonnabend 12 Uhr. Berlin, 13. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet das Telegramm aus Rom, wonach Se. Maj. der Kaiser anläßlich der Goldenen Hoch- zeitsseier vom Papst und Cardinal Nina beglückwünscht worden sei, als irrthümlich. Dem Gebrauche der Höflichkeit entsprechend habe der Papst allein seine Glückwünsche brieflich abgestattet. — Daffelbe Blatt meldet, daß zum Schutz bedrohter deutscher Jntereffen in den Gewäffern von Chili und Peru die Panzercoroette „Hansa" nach Valparaiso beordert sei und im Laufe des Juli dort eintreffen dürfte. — Die Tarifcommission des Reichstages berieth heute die Tarifposition über Seide und Seidenwaaren. Die Unterabtheilung: Seide und Floretseide gefärbt, wofür die Vorlage 48 Mk. Zoll vorschlägt, wurde mit nur 36 belegt und von der Position: Zwirn aus roher Seide (Nähseide, Knopflochseide) getrennt; für letztere ward Zollsreiheit beschlossen. Alle übrigen Unterabthei- lungen wurden unverändert nach der Vorlage genehmigt. — Der hiesige Magistrat wählte heute einstimmig den Oberbürgermeister v. Forckenbeck zu seinem Vertreter im Herrenhause. — Den Abendzeitungen zufolge ist der Vertrag über die Abtretung der Berlin-Stettiner Eisenbahn an den Staat durch die Mitglieder der Bahn- direction und die Delegirten des Handels- und des Ftnanzmtnisters heute Mittag im Handelsministerium unterzeichnet worden. Brüssel, 13. Juni. Der Fürst von Bulgarien ist hier etngetroffen. Athen, 13. Juni. Die griechischen Bevollmächtigten für die Verhandlungen in Konstantinopel behufs Feststellung der griechischen Grenze, Conduriotis und Brailos erhielten Seitens der griechischen Regierung die Instruction, sich genau an das Berliner Protokoll zu halten. London, 13. Juni. Dem Telegraphen - Congreffe wurde von dem Delegirten der englischen Post- und Telegraphen-Verwaltung, Fischer, ein Antrag auf Einführung des allgemeinen Worttarifs, sowie Reduction des Tarifs für Presse-Telegramme vorgelegt. Die Frage des Tarifs für Ziffergruppen wird später berathen. Die eingebrachten Anträge werden an die Congreß- mttglteder, sobald sie gedruckt sind, voraussichtlich am Montag, vertheilt. Berlin, 13. Juni. Anknüpfend an Aeußerungen der katholischen und eines Theiles der liberalen Presse darüber, daß die Amnestie sich nicht auf katholische Geistliche erstrecke, weist die „Nordd. Allg. Ztg." auf die Gesichtspunkte hin, von denen bet Begnadigungen überhaupt ausgegangen werde, und auf die Bedingungen, die dabet maßgebend sein sollten. Das Blatt bemerkt im Weiteren, die katholischen Blätter würden es sicher mit Entrüstung zurück« weisen, wenn den Bischöfen und Geistlichen die Bedingung einer Reue-Kundgebung auch nur in leichtester Art gestellt werden sollte. Für die katholischen Geistlichen liege die Frage aber auch nicht individuell, sondern principtell. Es handele sich nicht um Einlenken und Reue, sondern um die Haltung der Kirche als solche. Es könne daher nur von einer eventuellen Regelung im Zusammenhang mit der principiellen Lösung die Rede sein. Man erkenne das auf Seite der kirchlichen Führer unzweifelhaft. Es sei daher wohl nur ein Manöver, wenn die katholische Presse sich über die Ausschließung der Geistlichen von der Amnestie beklage. Washington, 13. Juni. Eine Versammlung von Senatoren der demokratische^ Partei verhandelte über die Silberbill. Wahrscheinlich dürfte die Bill im Senate kingebracht, aber in dieser Session nicht mehr berathen werden. In Point Breeze ist ein neuer Brand ausgebrochen, welcher wettere Petroleumlager zerstörte. Nom, 13. Juni. Die „Agenzia Stefani" meldet: In hiesigen politischen Kreisen wird versichert, der Antrag einer ausgiebigen Vergrößerung Griechenlands gegen Thessalien hin sei schon vor längerer Zett von dem tta« lientschen Cabinel ausgegangen; nur einige Mächte hätten den Antrag günstig ausgenommen, während andere sich zögernd verhielten. Berlin, 13. Juni. Die Tartscommission des Reichstages beschloß mit 12 gegen 11 Stimmen, Floretseide, welche nach der Vorlage 12 Mk. zahlen sollte, zollfrei zu lassen. — Dem Bundesrathe ging eine Gesetzvorlage zu, betr. den Eisenbahnbau Teterchen-Diedenhofcn-BuchSweiler-Sckweighausen, sowie den Ausbau des zweiten Geleises zwischen den Bahnhöfen Teterchen, Haargarten und Falk. — Heute Abend 8 Uhr sind der Großfürst Michael und der Erbgroß- Herzog und die Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwertn nach Baden-Baden, die Großherzogin von Schwerin nach Kisstngen und Prinz Arnulf von Bayern nach München abgereist. Der Kronprinz und der Großherzog von Baden nebst beiden Söbnen des Letzteren begleiteten die Abreisenden zum Bahnhof, wo auck der russische Botschafter und der bayerische Gesandte anwesend warem Athen, 13. Juni. Die Bewohner mehrerer Distrtcte von Kreta richteten an den englischen Consul in Canea eine Erklärung, welche gegen die im englischen Blaubuch emhaltenen Anführungen, daß die Kretenser das Protectorat Englands verlangen, Widerspruch erhebt. Loka le s. Gießen, 14. Juni. (Sitzung der Stadtverordneten am 12. Juni.) Anwesens: Herr Bürgermeister Bramm, Herr Belgeoronecer Keller; von Seiten der Stadtverordneten 7 die Herren Batst, Gail, Grüneberg, Hanstein, Hombcrger, Kauf, May, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, und Wortmann. — Die vom Stadtbaumeister vorgelegten Plane zur Erbauung der Aborte an der neuen Mädchenschule werden gutgeheißen. Gleichfalls findet der Vorschlag, die Fensterwände tn diesem Gebäude mit Holzgetäfel zu versehen die Zustimmung der Versammlung, wie auch genehmigt wird, daß die Schreiner- und Weißbinderarbeiten den betr Accorvanten, welchen die Hauptarbeiten übertragen worden, nunmehr diese kleinen Arbeiten auch fertigen sollen. Ferner wird beschlossen in einzelnen Sälen der Schule und den Korridoren Gaseinrichtung anzulegen, sowie in den übrigen Räumlichkeiten dieselbe vorzusehen. — Die als nothwendig bezeichneten Reparaturen an dem städtischen Hause in der Weidgasse sollen ausgeführt werben. — Uebcr das Gesuch des Herrn Mögenburg um Erlaubniß zur Herstellung einer Einfriedigung wird der Beschluß ausgesetzt. — Das Gesuch des Herrn Karl Wenzel tn gleichem Betreff wird genehmigt. — Herr Joh. Luh will auf ein Grundstück in der Nähe des Klein-Lindener Viaductes ein Wohnhaus erbauen und konnte die Stadtverordnetenversammlung sein desfallsigcs Gesuch nicht befürworten, weil das Grundstück außerhalb des städtischen Bauplanes liege. Ein nun bei Großh. Ministerium etngebrachtes Gesuch kommt heute zur Verlesung sammt einer Zuschrift Großh. Kreisamts, welches die städtischen Behörden auffordert, fragl. Grundstück in dem Stadtplan zu markiren. Die Versammlung beharrt jedoch auf ihrer ersten Verneinung und überläßt es dem Kreisbauamt den Bauplatz zu bezeichnen. — Zu dem Gesuche des Privatmannes Herrn Louis Kauf um Verlegung eines städtischen Grabens acceptirt die Versammlung einen Antrag der Baudeputation, welcher dahin geht, den alten Graben zuwerfen und einen neuen ziehen zu lassen. Einem zweiten Gesuch um Ueberlassung von Auffüllungsgrund aus der städtischen Grube am Lutherberg zur Auffüllung einer Straße, welche demnächst städtisches Eigenthum werden soll wirb ebenfalls entsprochen. — Durch den Abbruch von alten Gebäuden am städtischen Hause auf dem Asterweg ist die Herstellung einer Schulbiener-Wohnung nothwendig geworden und soll solches geschehen - Die Verbauung (nicht Verlegung, wie in dem uns übersandten Manuskripte stand und auch in der Eile ausgenommen wurde) des linken Lahnufers anlangend, werden die von der Baudeputation für nothwendig befundenen Arbeiten gutgeheißen. — Den städtischen Pflanzgarten betreffend, so ist hier eine Reparatur des Strohdaches auf dem Tempelchen in demselben nothwendig geworden und wurde die Ausführung der Reparatur beschlossen. (Dieser Beschluß wäre u. E. nicht nothwendig gewesen, zumal das Dach schon fix und fettig ist. Zu was braucht man eine Genehmigung wenn man ohne diese doch bauen und repariren kann?) — Der Abholzung eines weiteren Streifen Waldes im Heegstrauch und Anlage einer Wiese daselbst stimmt Die Versammlung nicht zu, ebensowenig der Herleitung von Wasser aus dem Herrnwalb nach dieser Stelle. Die Anlage von Wiesen in fragt. Gegend und rechts des Schiffenbergerwegs wird Herrn Wort mann übertragen. — Die Ueberlassung des Schießplatzes an die hiesige Schützengeiellschaft wird kreisamtlich bestätigt und hiervon der Versammlung Kenntniß gegeben, welche weiter noch beschließt, die Graöernbte auf diesem Platze gedachter Gesellschaft zum Preise von 34 per anno auf Die Dauer von 6 Jahre zu überlassen. — Nach Erfahrungen, die man selbst machen muß, ist cs nicht gut, wenn Nachts keine Laternen in der Stadt brennen. Die heutige Versammlung acceptirt einen bezüglichen Antrag, welcher dahin geht baß von nun jede Nacht, einerlei ob Mondschein im Kalender steht oder nicht, Die Richtlaternen zu brennen haben, welcher Beschluß nur zu begrüßen ist. — Verschiedene Kostendecreturen werden gebilligt. — S. Z. war von der Versammlung beschlossen worden, daß bei Fristgesuchen und Bürgschaftsleistungen über 200 X die Dafür eingesetzte Commission sich gutachtlich über Die Zahlungsfähigkeit der Steigern oder Bürgen äußern solle. Dieser Beschluß ist nicht von den erwünschten Erfolgen begleitet gewesen. Emestheils sind viele Unannehmlichkeiten für die betr. Herren damit verbunden und anderentheils kann die Commission auswärtige Steigerer nicht begutachten, weil sie deren Vermögensverhältnisse nicht kennt, sondern sich lediglich aus das Zeugniß des betr. Bürgermeisters verlassen muß. Da nun dieses Zeugniß überhaupt für auswärtige Bieter vorliegen muß, so wird beantragt pos. 2 und 5 des Beschlusses vom 20 Februar 1878 aufzuheben, welche bestimmten, daß eine gutachtliche Aeußerung über auswärtige Käufer oder Steigerer eingeholt werden muß Dieser Antrag wird angenommen. — Unterm 30. Januar d. I. wurde ein Baugesuch des Herrn M. Weiner befürwortet, nachdem die ersten Plane, weil entgegen der Bauordnung, beanstandet werden mußten. Herr Weiner resp. dessen Bautechniker hat nun entgegen dieser Bauerlaubniß und den Bauvorschriften zuwider sein Bauwesen weiter geführt und wurde ihm dieserhalb von der Polizeibehörde Einhalt geboten. Der Anwalt des Herrn Weiner sucht nun in einer Eingabe an Großh. Kreisamt um Aufhebung des bezügl. Verbote) nach und motivirt dasselbe durch verschiedene Angaben. Diese Eingabe wird heute verlesen und sollen die' Stadtverordneten sich darüber äußern. Die Polizeibehörde, das Kreisbauamt und die Baudeputation sind gegen das Gesuch, weil hier die offenbare Absicht vorliege, dem genehmigten Plane entgegen zu bauen. Die Versammlung beschließt nach längerer Debatte der Ansicht der vorstehenden Behörden betzutreten. — Da die dritte Klasse der Stadtknabenschule 63 Schüler zählt, welche in dem dermaligen Local in dem Schulhause auf dem Asterweg keinen genügenden Raum haben, so soll Der von Dem Gewerbverein eben benutzte Zeichensaal als Schullocal verwendet werden. Dem Gewerbverein wird das jetzige im unteren Stock gelegene kleinere Schullocal als Zeichensaal überwiesen — Es wurde dem eoangel. Kirch engesangverein s. Z ein Schulsaal zur Abhaltung von Uebungsstunden unter der Auflage überlassen, für Licht, Heizung und Reinigung selbst Sorge zu tragen. Heute erscheint nun der israelitische Gesangverein und bittet um die gleiche Vergünstigung, welche ihm unter denselben Bedingen wie vorstehend gewährt wird- — Ein Gesuch des Herrn Stadtbaumeisters um Tausch eines Streifchens Land an seinem Bauplatze in der Alicenstraße wird der Baudeputation zur endgültigen Regelung überlassen; ebenso ein als dringend bezeichnetes Gesuch des Herrn P. Jos. Möbs um Erbauung einer Seifensiederei an der Heuchelheimerchaussee. — Vermischtes. Ein selbstständiger Täufling. Kürzlich spielte sich in einer Berliner Kirche bei Gelegenheit der Taufe mehrerer Kinder eine außergewöhnliche Scene ab. Die verschiedenen zur Taufe erschienenen Zeugen, sowie die Hebeammen mit den zu taufenden Kindern waren in der Sakristei versammelt und harrten still der Ankunft Des Predigers, der den Taufact vollziehen sollte Der Küster ging umher und notirte die einzelnen Parteien; da saßen auch zwei Frauen und neben ihnen stand ein etwa 2y2 Jayr alter Knabe; der Küster blickte umher, weil er den Täufling vermißte, worauf er an die Frauen die Frage richtete, wer denn eigentlich getauft werden solle. Leises Gekicher verbreitete sich rings umher; da erhebt jener Knabe in weinerlich ängstlichem Tone seine Stimme und ruft: „Ich will nicht verkauft werden, ich will wieder nach Hause!" Kein Zureden half, er blieb dabei, er wollte nicht verkauft werd-n. Endlich tritt der Prediger ein und die heilige Handlung beginnt. Aber schon bei den einleitenden Worten des Geistlichen unterbricht ihn der protestirende Ruf des Knaben: „Ich will nicht verkauft werden, ich will nach Hause!" Die beiden Frauen sahen voll Angst b:m Augenblicke entgegen, In welchem an dcm Knaben die Taufe vollzogen werden soll; da, im rechten Augenblicke, ergreift Der Küster den Knaben, hebt ihn empor und hält ihn im Arme fest; darüber ist derselbe so erschrocken, daß er von nun an ganz still ist, worauf die heilige Handlung ohne weitere Störung verlief. Die beiden Zeugen aber erklärten, daß sie für die Folge doch lieber nur bet einem weniger selbstständigen Täuflinge Gevatter stehen möchten. — Vom Rauchteufel scheint die jüngere Generation heute mehr als je besessen zu sein. Mit welcher Frechheit viele Jungen, Cigarre oder Pfeife im Munde, durch die Straßen stolziren, hat zu beobachten Jedermann jetzt hinreichende Gelegenheit. In anderen Städten, Koblenz zum Beispiel, verfallen junge Leute unter achtzehn Jahren einer Polizeistrafe, wenn sie rauchend auf der Straße angetroffen werden. Einer um das Jahr 1700 erschienenen „Tobaks-Ordnung" entnehmen wir als Curiosum folgende „Regel 21": „Soll keiner Der unter achtzehn Jahr ist Tobak trinken (rauchen), Denn er hat davon noch keinen rechten Verstand, sondern er soll bis dahin die Ordnung recht fassen und seine Mitbrüder recht respectlren lernen, und wenn ein Verbrecher dessen betreten würde, Der solches alles nicht halten wollte, dem soll man die pfeife von dem Maul und aus Der Hand reißen; Damit er wisse, ein ander Mal sich vor Schaden zu hüten." Nierstein, 9. Juni. In der hiesigen Backsteinbrennerei stürzte gestern Mittag, wahrscheinlich in Folge Der ungünstigen Witterung, ein brennender Backsteinofen zusammen und begrub unter seiner Gluth mehrere Arbeiter. Einer Derselben, ein noch junger Mann, wurDe bereits schrecklich verbrannt wieDer herausgezogen. Gent. (Eine merfroürbige Vergeßlichkeit.) Der hiesige Stationschef empfing dieser Tage folgende telegraphische amtliche Mittheilung von der Station Alost: „Im Zuge von 10 Uhr 50 Minuten vergessen: ein Kind von 6 Monaten, ein Regenschirm, ein Pack Kleider." Der Stationschef in Alost hat sich vorläufig des „vergessenen" Säuglings annehmen müssen. — (Schutz und Werth der Vögel.) Die Zeit der jungen Vogelbrut ist da und -von allen Seiten wird auch auf die so viel verbreitete Unart der Jugend, Vogelnester auszunehmen, hingewiesen. Eltern und Lehrer werden gebeten, gegen diese, sei es nun aus Bosheit und Zerstörungslust oder Gedankenlosigkeit entspringende Untugend aufzutreten. Den Lehrern namentlich kann es nicht warm genug an's Herz gelegt werden, Gelegenheit zu nehmen, ihren Einfluß durch belehrendes Wort geltend zu machen. Ein norddeutscher Landmann gibt eine kleine Berechnung von dem Werth eines Vogelnestes; als Lehrmaterial für erstere sei dieselbe hier mitgetheilt. Jener Landmann sagt: „Man nehme an, ein Nest enthalte fünf kleine Vögelchen. Die Alten tragen jedem derselben täglich im Durchschnitt wenigstens 40 Raupen zu — also 200 Stück. Die Fütterung dauert etwa 30 Tage. Die Vögelchen verspeisen also 6000 Stück. Jede Raupe frißt aber täglich, wie man ausgerechnet hat, so viel an Blättern und Blüthenknospen, als ihr eigenes Gewicht beträgt. Man nehme wieder an, daß dies auch 30 Tage lang geschehe und daß jede Raupe täglich nur eine Blüthe, die eine Frucht gegeben, aufgefressen hätte. Danach bringen uns 6000 Raupen in Compagnie um 180,000 Früchte, jedenfalls um mehr als eine Sechstelmillion." Wir wünschen mit diesem Volksfreunde, daß jeder junge Taugenichts, der gedankenlos oder aus Grausamkeit Nester zerstört, sich doch einmal vor« -stellen möge, welche Zahl schöner Aepfel, Birnen, Pflaumen rc. in Folge eines einzigen Griffes, der eine junge Vogelfamilie unbarmherzig vernichtet, verloren gehen kann. — In der zweitgrößten Stadt eines Nachbarlandes — so erzählt der Berl. Börsen- Cour. —, dessen Bevölkerung zwar protestantisch ist, das sich aber eines katholischen Hofes erfreut, existirt gegenwärtig eine Gewerbe-Ausstellung, und in dieser GewerbeAusstellung befanden sich, von dem Steinmetzmeister E. ausgestellt, zwei Statuetten nach Rietschel und Donndorf, die Reformatoren Luther und Melanchthon darstellend. Nun begab es sich denn, daß der Bruder des Königs jenes Landes, der zugleich der muthmaßliche Thronfolger und ein ■gax frommer Katholik ist, jene Gewerbeausstellung besuchte. Da erklärte denn nun das Comitö dem genannten Aussteller, daß jene beiden Statuen des Prinzen höchstes religiöses Gefühl -verletzen müßten, und bas Comitö der Ausstellung dieser rein protestantischen Stadt forderte den Steinmetzmeister auf, die beiden Reformatorenstatuen für die Zeit des Besuches Sr. Königlichen Hoheit zu entfernen. Der Aussteller konnte füglich nicht anders, als sich diesem Wunsche des geistvollen Comites fügen Er that es — aber er hat es gründlich gethan, er hat die hübschen Statuetten einfach von der Ausstellung zurückgezogen. Büdingen, 8. Juni. Am 4. d. Mts., Abends 9 Uhr, wurde in dem Fauerbach- Ober-Laiser Gemeindewald von dem Forstwart-Vicar Ahlheim aus Ober-Lais ein Wilddieb betroffen. Nachdem dieser einen Fehlschuß abgegeben, gelang es, jenen zu überwältigen und ihm Gewehr, Mütze und Vulverhorn abzunehmen. In Folge der hierbei stattgefundenen Rauferei rrhielt der Wilddieb mit einem Stock einen Schlag auf die linke Schläfe und mit seinem eigenen Gewehr einen solchen auf die Mitte der Stirne. Bei dem hiernach versuchten Transport" war ihm aber die Flucht gelungen. Nach der Beschreibung scheint derselbe der erst vor kurzer Zeit aus dem Zuchthaus entlaffene Korbmacher Johann Georg IV. von Breungeshain, Kreises Schotten, gewesen zu sein. Auf denselben wird jetzt gefahndet. (9?. H. 23.) Frankfurt, 9. Juni. Bei der heutigen Wettfahrt siegte bei der ersten Fahrt der Offenbacher Ruderverein, bei der zweiten die Offenbacher Rudergesellschaft, bet der dritten der Mainzer Ruderveretn, bei der vierten der Mannheimer Ruderclub. — Während in der hiesigen Gegend in diesem Jahre die Maikäfer erfreulicherweise nur vereinzelt auftraten, wird aus Kiel mitgetheilt: „Der Matkäferfang ist in diesen Tagen in der Umgebung der Stadt ganz ungeheuer; die Kasiantenbäume sind übersäet von Käfern. Auf dem Hofe Quarnbeck wurden in zwei Tagen 1330 Pfd. Maikäfer oder etwa eine Million Stück gesammelt und mit kochendem Waffer getödtet." Ueber denselben Gegenstand berichtet das Blatt aus Eutin: „Maikäfersammeln wird hier in großartigem Maßstabe fortgesetzt, der Fang mit 10 H für das Kilo bezahlt. Auf ein Pfund gehen 5—6000 Maikäfer. In welch' ungeheurer, völlig ungeahnter Menge die Thiere vorhanden, beweist die Thatsache, daß ein Mann von einem Kastanienbaume in früher Morgenstunde so viele abschüttelte, daß seine sammelnden Kinder als Ertrag aus diesem einen Baum 147 erheben konnten. Neuß, 7. Juni. (Vom Blitz erschlagen) Das heurige Frühjahr ist für die hiesige Gegend bis jetzt schon reich an Gewittern gewesen. Gestern Nachmittag entlud sich wieder eins. Bet dem Dorfe Nievenheim traf ein Blitz einen jungen Mann von 24 Jahren, welcher auf dem Felde beschäftigt war, und tödtete ihn auf der Stelle. Der so plötzlich aus dem Leben Gerufene war der Sohn eines Gutsbesitzers und stand kurz vor seiner Heirath. Handel und Verkehr. Gießen, 14. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. M 0,70 Lis 'M 0,80 Hühnereier, per Stück 4i/z Gänseeier, per Stück— H, Enteneier, per Stück 5V2 Käse, per Stück 5—11 H, Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 16 H, Linsen, 1 Liter 22 Tauben, das Paar 70 Hühner, per Stück 1.10, alte Hahnen, per Stück .M. 1,40, junge Hahnen, per Stück 95 H, Enten, per Stück M 2,10, Kartoffeln, per 100 Kilo .M 7—8,50, Zwiebeln, per Centner M 20, Milch per Liter 16 u. 18 H, Ocksen- ficisch 70 per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 56—60 Hammelfleisch 60—70 H, Schweine- fleisck 56—60 Kalbfleisch 40 - 50 H. Kirschen per Pfd. 60 Eisen und Btut. Es gibt ein Uebel, welches mehr Opfer wie alle Kriege, Typhus, Pest, Fieber u. s. w. fordert, — das ist die Blutarmuth, — eine auffallende Krankheitserscheinung bei jetziger Generation. Ihre Ursachen liegen in der heutigen Lebensweise; zumeist bilden mangelhafte Ernährung, schlechte Wohnungen, andauernder Verdruß, Sorgen, Nachtwachen, geistige und physische Ueberanstrengung die Motive. — In dem Maße das Blut seinen Reichthum an Blutkörperchen verliert wird es wässerig und zur Existenz unbrauchbar und es entstehen Bleichsucht, Scropheln, Schwindsucht u. a. Krankheiten, welche schon so vieles Weh' in manche Familie gebracht haben. — Als bestes blutbildendes Mittel -von absolut reellem Werth haben sich die Etfentropfcn Brnvaia (Fer Bravais) erwiesen; dieselben können von dem schwächsten Magen vertragen werden, erzeugen keine Verstopfung und schwärzen die Zähne nicht. — Die meist n Apotheken halten Bravais- £isen vorräthig. In Gießen zu haben bei I. Wallach, Marktplatz. (4020 Auszug aus den Stsndessmtsregistern des Standesamts Gießen Vom 6. bis 13. Juni 1879. Aufgebote. 9- Juni. Buchdruckereibesitzer Friedrich Ludwig Christian Lichtenberger von Gießen mit Llna Emilre Marie Theodore Emma Döll, Tochter des verstorbenen Lehrers Johann Beter Doll, von Wohnbach. 11. Gelbgießer Philipp Heinrich Karl Wilhelm Schwan von Gießen mit Johannette Wilhelmine Fischer, Tochter des Schneidermeisters Christian Fischer von Gießen. Eheschließungen. 6. Juni. Schuhmachermeister Ludwig Theodor Bärrn von Gießen mit Christine Diel Tochter des Maurers Heinrich Diel von Bad Nauheim. 8. Schlosser Hugo Robert Osinsky von Berlin mit Katharine Auguste Günther, Tochter des Diätars Konrad Günther von Gießen. 11. Tapezier Adolf Heinrich Gcrstenberg von der Friedberg in der Neumark mit Ellsabethe Hümmerich, Tochter des verstorbenen Maurers Johaün Martin Jacob Hümmerich von Oberbiel, Kr. Wetzlar. 13. Gerichts-Accessist Jacob Ludwig Schudt zu Gießen mit Margarethe Wilson, Tochter des Bergwerks Directors Peter Wilson zu Gießen. Geborene. 31. Mai. Margarethe, ein außereheliches Kind von auswärts. 3. Juni. Julie Auguste Johanna, Tochter des Locomotivführers bet der Oberh. Bahn Julius Noll. 4. Rosa Sophie, Tochter des Kaufmanns Jacob Bärmann. 4. Dem Glaser Heinrich Gröninger eine Tochter, noch ohne Vornamen. 6. Emil Philipp Jacob, Sohn des Dachdeckers Emil Noll 2. Friedrich, ein außereheliche« Kind von hier. 9. Paul Adolf, Sohn des Zeugfabrikanten Louis Homberger. 7. Marie Phtlippine Eusabethe, Tochter des Taglöhners Werner Horn 10. Georg, Sohn des Mechanikers Georg Hauß. 7. Dem Stations-Assistenten bei der Main- Weser Bahn Johann Paulus Stauß eine Tochter, noch ohne Vornamen. 8. Dem Schneider Georg Wack eine Tochter, noch ohne Vornamen. 7. Heinrich, Sohn des Lehrers Friedrich Kalbfleisch. 10. Dem Poltzetcommiffär Wilhelm August Fresenius ein Sohn, noch ohne Vornamen. Gestorbene. 5. Juni. Wilhelmine Dietz, geb. Klomp, 68 Jahre 9 Monate 2 Tage alt, Wttw. des Schuhmachers Heinrich Dietz. 7. Wilhelmine Kumpf, geb. Zick, 39 Jahre 9 Monate alt Ehefrau des Postschaffners Georg Wilhelm Kumpf. 8. Marie Elise, 29 Tage alt, Tochter des Hilfsführers Philipp August Scherer. 7. Dem Hausburschen Ludwig Jung ein todtge- borener Sohn. 10. Philipp Wilhelm August, 9 Jahre 6 Monate 1 Tag all, Sohn des Spenglers Heinrich Ignatz Kraus. 10. Ernst, 8 Monate 13 Tage alt, Sohn des Uhrmachers Robert Hartmann. 11. Der pens. Gensoarm Johann Friedrich Franz, 77 Jahre, 9 Monate 19 Tage alt. 10. August Balthasar Lorenz Ferdinand, 1 Monat 4 Tage all, Sohn des Kaufmanns August Voigt. 11. Eduard Martin August Friedrich Karl, 9 Monate 26 Tage alt, Sohn des Agenten Georg Heinrich Gengnagel. 12. Christine Hahn geb. Büchel, 61 Jahre 8 Monate 28 Tage alt, Wittwe des Gepäckträger« Heinrich Hahn. 12. Dem Fabrikarbeiter Eduard Lind eine todtgeborene Tochter. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 8. Juni. Hugo Robert Osinsky, Schlosser dahier, des verstorbenen Gepäckträgers in Berlin, Louis August Franz Osinsky ehel. Sohn; und Katharine Auguste Günther, des Diätars an der Main-Weser-Bahn Konrad Günther, ehel. Tochter. Denselben. Ludwig Theodor Bärrn Schuhmacher dahier, des verst Polizei-Offictanten Philipp Bärrn ehel. Sohn; und Christine Diel, des Weichenstellers Heinrich Diel ehel. Tochter. Denselben. Georg Karl Kleinhenn, Kaufmann dahier, drs Schreiners Heinrich Kaspar Kletnhenn zu Biedenkopf ehel. Sohn; und Anna Vogt, des Kaufmanns Georg Martin Vogt dahier edel. Tochter. Den 13. Juni. Jakob Ludwig Schudt, Gerichts-Accessist dahier, des verst. Oeconomen auf der Bergermühle bei Kloster Arnsburg Georg Ludwig Schudt ehel. Sohn; und Margarethe Wilson, des Bergwerk-Directors Peter Wilson dahier ehel. Tochter. Getaufte Den 8. Juni. Dem Schreiner Justus Heit ein Sohn, Friedrich Louis Karl Ferdinand, geb. den 18. Mai. Denselben. Dem Schreiner Wilbelm Donau eine Tochter, Marte, geb. den 8. Mai Denselben. Dem Locomotivführer Moritz Geisel ein Sohn, Georg Hugo, geb. den 15. Mai'. Denselben. Dem Eisenbahnarbeiter Georg Jung eine Tochter, Katharine, geb. den 7. Mai! Denselben. Dem Kreisamtsgehilfen Hermann Döring eine Tochter, Karoline Ltsette Bertha Lina, geb den 26. Mai. Den H. Juni. Dem Bautechniker Luowig Huhn ein Sohn, Otto Martin Heinrich geb. den 24. April. ' Beerdigte. Den 7. Juni. Wilhelmine Dietz geb. Klomp, Wittwe des verst. Schuhmachers Heinrich Dietz, alt 68 Jahre 9 Monate 2 Tage, gest den 5. Juni. Den 9. Juni. Wilhelmine Kumpf geb. Zick, Ehefrau des Postschaffners Wilhelm Kumpf, all 39 Jahre 9 Monate, gest. den 7. Juni Den 13 Juni. Johann Friedrich Franz, pens. Gensdarm dahler, alt 77 Jahre 9 Monate 19 Tage, gest. den 11. Juni. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 15. bis 22. Juni besorgt Pfarrvicar Schöner. ISE3S Allgemeiner Anzeiger. Jeifgeöotenes. 4014) Das Heugras von mehreren Wiesen, sowie gutes Haferstroh verkauft Fr. Larnpus^ Mygothanaton» i \Q) i* £chrvannutoü. *i* > 1 1 ■Vi | Kegel u- Kegelkugeln in sehr schöner Waare stets auf Lager. Moritz Gregori # Sohn. Haarzöpfe nur aus Damenhaar gearbeitet. 1 Diadem-Zopf, dick M. 2.60 1 Haarzopf 65 cm. lang „ 5.— 1 Haarzopf 80 cm. lang „ 8.— I Längeres Haar 90 cm. „ 12.— (I 1 Paar Hängclocken „ 2.— Gegen Baar- oder Nachnahme. Adresse: E. Frankl Naohfgr., Frankfurt a. Main. Für Lungenleidende eine Schmer;lin-erung. "Während das Hof fache Malzextrakt-Gesundheitsbier und die Hoffsche Malzchocolade auf die Ernährungsund Athmungaorgane stärkend und heilend wirken, ist bei vorgeschrittenem Stadium der Lungenkrankheit als Linderungsmittel der Schmerzen das Hoffsche concentrirte Malzextrakt ärztlich empfohlen und verordnet. Der k. k. Gubernialrath Dr. Sporer in Abbazia schreibt: Ich hatte keine Genesungsaussicht mehr für meine Tochter, als ich Ihr concentrirtes Malzextrakt (mit Zuhülfenahme Ihrer Brustmalzbonbons wegen des Hustens) anwandte , wovon meine Tochter zu meiner grossen Freude wieder genas. — Berlin, 11. Januar 1878. Ihr Malzextrakt wie Ihre Malzchocolade fangen jetzt an, meine Nerven zu kräftigen ich gebrauche sie weiter. Julie Reyer, Directorswittwe, Oberwallstr. 6. — An die k. u. k. Hof-Malzextraktbrauerei und Dampf Malzchocoladenfabrik von Joh. Hoff in Berlin. Verkaufsstelle bei Julius Wallach in Giessen. (4008 § Geschäfts ■ Verlegung;« Zur Bequemlichkeit meiner geehrten Kunden und Abnehmer verlegte mein Geschäftslocal Sonnenstrasse B. 106 (meinem früheren Hause). Empfehle zugleich mein Lager in gepolsterten Möbeln, Rohr- u. Strohstühlen, Tapeten, Gallerien, Rosetten etc. zu billigen Preisen. FF. I8<»p(er» Photographie! Geschäfts Verlegung. Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine photographische Anstalt in das von mir erkaufte Haus, Kaplansgasse 218, verlegt habe und bitte ich, das seit dem zehnjährigen Bestehen meines Geschäfts so reichlich geschenkte Vertrauen mir auch in meinem neuen Locale zu bewahren. Durch den Bau eines der Neuzeit entsprechenden Ateliers und ausgestattet mit den besten Apparaten, bin ich in den Stand gesetzt, allen Ansprüchen auf diesem Gebiete Genüge zu leisten. Achtungsvoll 4035) JFraits €?eröo/2 Uhr Nachm. (402fl Nachmittags 4 Uhr: Schauturnen daselbst._________ fWestpf’älischer Hof* Bei günstiger Witterung^ (403» Sonntag, den IS. Juni, Nachmittags Uhr, (Toncert unö Tanz ^eliMsUW. 4027) Ein Familienlogis zu vermiethen und alsbald zu bestehen. G. Jung, Eaplansgasse. 4026) Eine Familienwohnung zu vermiethen.____Volp«, Lindengasse. 4032) Ein schönes, möblirtes Zimmerau einen oder zwei Herren zu vermiethen bei _________G. Böck Frankfurter Hof_ 4033) Ein großes schön^ möblirtes- Zimmer mit Cabinet und em Zimmer mit oder ohne Möbel, auf Verlangen 2 Betten und volle Beköstigung, zu vermiethen. Th. Lony, Reichensand-Bahnhofstraße- 4016) ~(5in möblirtes Zimmer zu ver- miethen._____________Seltersweg Rr. 8. 4011) Wohnung im 2. Stock meines Hauses 5—6 Piecen mit Zubehör zu vermiethen und gleich beziehbar. ________________Emil Pistor. 4023) Ein kleines freund!. Logis zu vermiethen auf der Germania. 3607) Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gesucht Neue Anlage 0. 31, im dritten Stock.____________ Lindners Sommerlhealer. (Lony'tz Bierkeller). Sonntag den 18. Juni, Nachmittags von 4 Uhr ab: Humoristische Vortrage der Herren Banzer und Heydecker und der Soubrette Frl. Steffan. Dazu: Immer mit dem Hausschlüssel. Posse in 1 Act. 3 Ubr bei günstigem Wetter: Ausstciaen eines Riesen-Luftballons. 8 Uhr Abends: Die Ordre ist: „Schnarchen!" Lustspiel, Posse in 1 Act. Personen: Hauptmann Thümmel . . Hr. Heydecke. Ida, seine Frau .... Frl. Steffan. Auguste, deren Mädchen . Frau Lindner. Knaster, Schütze in des Hauptmanns Compagnie Hr. Banzer. Dem folgt: Eine Wette um die Braut. Posse mit Gesang in 1 Act. Personen: Herr v. Ruheleben . . . Hr. Lindner jr. Louise, feine Frau . . .Fr. Lindner. Adolphine, feine Schwester Frl. Steffan. Baron Palm, ihr Verlobter Hr. Banzer. Scene: 1 Gasthof. Zum Schluß: Humoristische Gesangs-Vorträge. Enträe für Nachmittags 20 A ^wends. Enträe: I. Platz 50 H. H. Platz 30 4034) Achtungsvoll Fritz Lrndner. Montag den 16. Juni, Vormittags 9 Uhr, (3998 sollen im Frieb el'schen Hause Lit. A. 144 am Wallthor verschiedene Gegenstände, als Sopha, Schreibpult, runde nußbaumene Tische, Bettstelle, verschiedene Stühle rc. rc. öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden.__ Heugrasversteigerung. Mittwoch den 18. Juni, Nachmittags 2 Uhr, soll das Heugras von den der Franz Block Ww. dahier gehörigen Wiesen bei der Wiese am Pfau meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. Juni 1879. 4026) Semmler. 4042) Ein gut erhalte nes Somnierwägel- cben mit Patentaxen steht preiswürdig zu verkanfen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. r ■ - ,■ ; M