land« • Neustadt ins. )e. ^skin, r„^ ' ^°>ls mattirt e Anzeigen. eme Stelle als Amme Sophia Weller Klein-Linden. 60e ,? 7 Mark u ltl »"■ Kaiser . «>- 49 enthalt: >ene «v** MM S«6e6S. gortu ”®“ fiÄ - rts ** Dalton -^ D'e Drjp rSx'tz * e in dllgh mßn Aal! Ä'tf»3- । 4ill ttnfL,v '■nnwßeffKi”' ^te'fe 3ebermton )a< a»hr,e KU. r6f M.z ucht Mädchen für Küchen- d ein älteres Kinder- Misse mörderlich. Lit. E. 77, hckchen Publikum diene lcht, datz ich mein Ge- Reinigen der Srunneu Fach ein schlagende Ar- v Oeorg Kann, '4er, roohn$)att in der rjemi Karl (raget.___ i ich ,he des Wallr einem Commis ffcrten H. 8. an JJL___(5894 -Restaurateur HardW lauf schort ein tuchtlp, es Mädchen für W löirt) eiv Mes, ^ : zu verwenden lst. Guie, gNrforderlich^,—., -dergesellen^ Rr. 213, Samstag den 13. September 1878. Ameigk- nni Amtsblatt fit den Kreis Gießen. ?ääx*, !««»** - s,;a narr Amtlicher Hheit. Nr. 32 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 4. l. M., enthält: (Nr. 1330.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesraths. Vom 2. September 1879. (Nr. 1331.) Bekanntmachung, betreffend die Einlösung der Banknoten der Sächsischen Bank. Vom 3. September. Gießen, am 12. September 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. politischer Hheil. Der Genoffenschafts-Bericht von Schulze-Delitzsch. Die Selbsthülfe im Kreditwesen nimmt von Jahr zu Jahr beträchtlichere Dimensionen an und schon jetzt rechnen die Statistiker der deutschen Erwerbs- imb Wirthschafts-Genoffenschasten nach Schulze-Delitzsch's System rach Milliarden. Wenn unter den Tausenden von Genossenschaften auch im vorigen Jahre einzelne den Folgen verkehrter Wirthschaft und betrügerischer Verwaltung erlegen sind, so ist dennoch im deutschen Genoffenschastswesen wiederum ein Fortschritt zu verzeichnen. Abermals hat sich sowohl die Zahl der Vereine ob ihrer Mitglieder, wie die Höhe des gesummten Umsatzes erhöht, und gerade die schwierigen Verhältniffe im Creditwesen haben zur inneren Kräftigung der Vereine beigetragen. Daß dies bet dem noch immer auf dem gesammten Verkehre lastenden Drucke als Beweis für die Gesundheit der Bewegung, wie für ihre Unentbehrlichkeit in Wirthschaft und Erwerb weiter Volkskreise sehr in Betracht zu ziehen ist, fällt in die Augen. Die vorgekom» menen Unsälle haben meist dazu beigetragen, die ernsten Mahnungen Schulze- Delitzsches über gewiffenhafte Verwaltung und Controls zu berücksichtigen, und es ist ein heilsamer Einfluß auf die Solidität der Vereine, auf ihre Einrichtungen und ihre Geschäftsgebahrung zu verzeichnen. Der Jahresbericht für 1878 verzeichnet 3146 Genossenschaften gegen 3123 tm Vorjahre; — von ihnen gehörten 1841 zu den Creditgenoffenschasten, 635 zu Genossenschaften in einzelnen Erwerbszweigen, 621 zu den Confumver- einen, 45 zu den Baugenossenschaften. Da die Statistik nicht vollzählig ist, kann man das Bestehen von mindestens 3300 Genossenschaften annehmen. Schulze-Delitzsch schätzt von sämmtltcheu Genoffenschaften des Reichs für 1878: die Mitgliederzahl aus mehr als 1 Million, — die gemachten Geschäfte auf mehr als 2000 Millionen Reichsmark, — die angesammelten eigenen Capttalien an Geschästsamheilen und Reserven auf ungefähr 170 Millionen Mark, — die aufgenommenen verzinslichen Anlehen zum Geschäftsbetriebe auf mindestens 400 Millionen Mark. Das sind offenbar so gewaltige Ziffern, daß man aus ihnen allein die absolute Unentbehrlichkeit der Genossenschaften schließen muß. Daß dennoch solchen zweifellos festgestellten Resultaten gegenüber im vorigen Jahre sich die Angriffe gegen den Bestand und die gesetzliche Rechtsbasis der Genoffenschaften vermehrten, läßt auf das Tendenziöse der Gegnerschaft der Bewegung schließen. Die alten Gegner in conservattven Kreisen, zu denen sich — namentlich in Bezug auf die Consumvereine — engherzige Kleinhändler gesellt haben, verräth die Gleichartigkeit der Artikel in der Presse, welche die eigentliche Basis der Genoffenschaften angreifen. Man kann die Genoffenschaften nicht mehr als der staatlichen Ordnung feindlich verketzern, wodurch man ihnen anfänglich von conservattver Seite aus das Aufkommen erschwerte. Dies ist theils wegen der gesetzlichen Anerkennung, theils wegen ihrer wirthschaftlichen Bedeutung nicht mehr thunltch, — und so richtet sich der Angriff unter dem Deckmantel des Wohlwollens gegen die Solidar- hast, in welcher man die Credttbasts der Genoffenschaften erschüttern will, ohne welche sich diese niemals zu so großer Bedeutung zu entwickeln vermocht hätten. Gelangt einmal die Kunde von dem Zusammenbruch einer Genoflen- schast in die Oeffentlichkett, so ertönen regelmäßig Bannsprüche gegen die gesetzliche Sanctionirung dieser Haft in der Oeffentlichkett. Nicht die Genossenschaften, welche in den wesentlichsten Beziehungen gegen alle wirthschaftlichen Grundsätze, gegen Rath und Warnung der eindringlichsten Art gehandelt, untet schmählicher Vernachlässigung der im Gesetz vorgesehenen Schutzmittel, sich den Schaden zugezogen haben, nein, — das Gesetz macht man dafür verantwortlich, wenn die Folgen des eigenen ThunS auf die Leute fallen. Verkehrte Wirthschaft, — das sollte man doch bedenken, — führt immer zu Verlusten, — dagegen giebt es kein Gesetz. Würde man die Solidarhaft abschaffen, so wird das Verhältntß nur dahin verschoben, daß dann weniger die Mitglieder, als vielmehr die Gläubiger der Genoffenschaften von dem verwerflichen Treiben betroffen werden würden. Daß dies eine sehr üble Wirkung auf den Credtt der Genoffen- schasten haben würde, ist klar. So bleibt es der einzig richtige Weg, in den Kreisen der Genoffenschaften das Bewußtsein der großen Verantwortlichkeit mehr und mehr zu pflegen, welche ihnen durch die Gefahren der Solidarhaft anfetlegt wird. Diese Gefahren sind da, und sie liegen darin, daß diese Haft eine Lebensbedingung ist, gegen deren Vorbedingungen, die Gewissenhaftigkeit und Reellttät, eben nicht gesündigt werden darf, wenn flch nicht, wie überall im Leben, wo man gegen natürliche Gesetze und Lebensbedtngungen verstößt, bedauerliche Folgen zeigen sollen. Deutschland. Berlin, 11. Septbr. Bezugnehmend auf eine Berliner Correspondenz der „Königsb. Hartung'schen Zeitung" vom 5. d. betreffs Kanalbau, Strom- regulirung und Ankauf von Privat-Etsenbahnen schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Die Angaben der Correspondenz seien weder genau noch die daran geknüpften Bemerkungen und Vermuthungen richtig. Dem Landtage würden in der bevorstehenden Session Denkschriften über die von der Staatsregierung bei Regulirung der Ströme, und zwar zunächst des Rheins oder der Elbe, Weichsel und Weser, in's Auge gefaßten Ziele vorgelegt und die zur planmäßigen Ausführung der Regulirungen pro 1880/81 erforderlichen Mittel bereits in den nächsten Etat eingestellt werden. Unwahrscheinlich sei, daß dem Landtage in der nächsten Session eine Denkschrift über die bet dem Canalbau zu verfolgenden Pläne vorgelegt werde, da die Vorarbeiten hierzu noch nicht abgeschloffen seien. Ob dem Landtage durch den Etatsentwurf für nächstes Jahr die Bewilligung von Ausgaben für einzelne nothwendige Canal-Anlagen, insbesondere die Canaltstrung des Mains, vorgeschlagen werde, hänge nicht von der Möglichkeit der Bereitstellung der erforderlichen Mittel, sondern lediglich von dem Verlaufe der noch schwebenden nothwendigen Verhandlungen ab. Die Ankäufe von Privatbahnen würden auf die günstige Entwickelung der Stromregultrungen und Canal-Anlagen nicht nur nicht nachthetlig, sondern förderlich etnwtrken; durch die Vereinigung der Wasserstraßen und Elsenstraßen in der Hand des Staates werde sie dieser ihrem gemeinsamen Zwecke, der Hebung des vaterländischen Verkehrs und Volkswohlstandes, vollauf dienstbar machen. Frankreich. Paris, 9. Septbr. Die Amnestirten der „Picardie" trafen erst heute Morgen um 6 Uhr in Paris ein. Schon am Abend zuvor hatte sich eine ungeheure Volksmenge auf dem Orleansbahnhof eingefunden. Das Comitö, das heute über bedeutendere Geldmittel verfügt, da das Fest auf den Buttes Chaumont allein 28,000 Frcs. eintrug, beschloß, jedem der Heimkehrenden 10 Frcs. zu geben und jedem ein aus einer Suppe, einer Fleischspeise, einem halben Liter Wein und einer Taffe Kaffee bestehendes Souper für 11/2 Frcs. vorzusetzen. Um 2V2 Uhr wurde bekannt gemacht, daß der Zug mit den Ammstirten erst um 6 Uhr eintreffen werde, da er sich von dem Schnellzuge hatte überholen laffen. Die Unzufriedenheit war groß, aber man fand sich schnell in das Unvermeidliche, und die Menge — sie betrug nunmehr an 10,000 Personen — verhielt sich nach wie vor äußerst ruhig. Während der ganzen Nacht war Geld für die Amnestirten gesammelt worden. Junge Frauen durchzogen die Wirthshäuser mit Körben, die auch schnell gefüllt wurden, aber meistens nur mit ZwetSousstücken. Zugleich trug man auf den Straßen und in dem Vorhofe der Eisenbahn einen ungeheuren Anschlagzettel herum, auf dem geschrieben stand: „Comite Central d’Aide. Aux amnesti&.“ Um 6 Uhr fuhr endlich der lange erwartete Zug in den Bahnhof ein. Es befanden sich 216 Amnestirte mit ihren Frauen und Kindern darin. Die auf dem Perron Versammelten, unter denen sich auch Louis Blanc befand, stießen die Rufe: „Es lebe die Republik I" „Es lebe Frankreich!" aus, welche bei den Amnestirten nur einen schwachen Widerhall sanden. Alle An- gekommenen empfingen der Reihe nach 10 Frcs. Als die ersten in den Vorhof traten, ertönten Hochs auf die Republik und Frankreich; die Rufe verstummten aber schnell, als man gewahr wurde, welches ungeheure Elend man vor sich hatte. Die Menge tm Bahnhof war beim Anblick der Heimkehrenden tief ergriffen. Fast Jedermann weinte, und selbst den Polizei-Agenten, die in großer Anzahl vorhanden waren, floffen die hellen Thränen über die gebräunten Wangen. Herzzerreißende Scenen ereigneten sich jeden Augenblick. Eine ältere Frau stürzte auf eine junge Frau und einen Mann hin, indem sie ausrief: „Ach! meine Kinder, meine Kinder!" Sie konnte sich gar nicht beruhigen und mußte schließlich hinweggetragen werden. Das allgemeine Mitleid erregte noch der sog. „PSre Joseph“, der älteste der Deportirten. Er ist heute 72 Jahre alt, und schritt langsamen Schrittes an der Menge vorbei. Er trug einen großen weißen Bart und war in eine Art Schafpelz gehüllt. Das Hülfscomits wies Alle nach den Wirthschaften, wo das Frühstück für sie bereitet worden war. Ungefähr 300 Amnestirte, Männer, Frauen und Kinder, hatten dort um 7 Uhr Platz genommen. Sie aßen und tranken, aber sie sahen nicht heiter auS. England. London, 9. Septbr- lieber das Schicksal des unglücklichen Majors Cavagnart kann kein Zweifel mehr bestehen; er ist der dritte britische Gesandte, der dem mörderischen Anfalle der Bevölkerung Kabuls zum Opfer gefallen ist. Etwa 38 Jahre ist es her, daß die Ermordung Sir Alexander Barnes' nach der ersten Eroberung deS Landes durch die Engländer bewies, daß die Afghanen im Begriffe standen, sich gegen die Fremden zu erheben. Die englischen Befehlshaber lichen sich die Warnung indeß nicht gedient sein und 7 Wochen später erlitt Sir William Macnaghten das nämliche Schicksal wie sein Vorgänger. Bei beiden Gelegenheiten fielen drei britische Osficiere an der Seite ihrer Vorgesetzten. Jetzt ist auch Sir Pierre Louis Napoleon Cavagnari dem Versuche zum Opfer gefallen, die Afghanen an Ort und Stelle durch einen britischen Residenten beaufsichtigen zu laffen. An Warnungen, daß solches Schicksal sie erwarte, haben es die dem afghanischen Kriege entgegengesetzten j Politiker, darunter viele mit afghanischen Verhällniffen vertraute indische Be- r amte und Osficiere, nicht fehlen laffen. Rußland. Petersburg, 10. Septbr. Das „Journal de St. Petersbourg" schreibt: Wir finden in russischen und auswärtigen Zeitungen Informationen über angeblich bereits decretirte Veränderungen im höheren diplomatischen Corps Rußlands. Wir glauben zu wtffen, daß diese Mtttheilungen bis jetzt keinen officiellen Charakter haben. Telegraphische Depeschen. «aguer's telegr. UOrrespoudeuz-Bureau. Wien, H. Septbr. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstanstinopel: Die Antwort Savfet Pascha's auf der gestrigen Conferenz weist die Unmöglichkeit der Fortführung der Verhandlungen nach, wenn Griechenland das 13. Protokoll für die Pforte als verbindlich ansieht. Letztere beantragt, auf die Berathung einzugehen, um gemeinsam die von dem Congresse vorgeschlagene Delimitation mit den thatsächlichen Verhältniffen in Einklang zu bringen. Die griechischen Bevollmächtigten schienen im Laufe der Debatten von der Anerkennung des obligatorischen Charakters des 13. Protokolls Seitens de? Pforte abstehen zu wollen, vertagten jedoch die endgiltige Erklärung und behielten sich selbst die Bestimmung des Tages der nächsten Conferenz vor. London, 11. Septbr. Der „Standard" meldet aus Bombay: Es geht daS Gerücht, daß der Emir von Afghanistan von den aufständischen Afghanen getödret worden sei. Ein anderes Gerücht besage, der Emir habe sich selber entleibt. Eine anderweitige Bestätigung dieser Gerüchte liegt noch nicht vor. Leipzig, 11. Septbr. Bet den Wahlen zur sächsischen Abgeordnetenkammer siegte im Leipziger Landbezirk definitiv der Socialist Liebknecht, im Zwickauer Landbezirk der von den Socialisten aufgestellte Kandidat Advocat Puttrick in Leipzig. Konstantinopel, 11. Septbr. In der gestrigen Conferenz bezüglich der griechischen Grenzfrage trugen die türkischen Commtffäre die Antwort auf die letzte griechische Erklärung vor. Nach längerer Debatte erklärten die griechischen Commiffäre, hierüber an ihre Regierung berichten zu müffen. Petersburg, 11. Septbr. Das „Journal de St. Petersbourg" widerlegt die aus Wien gemeldete Nachricht von der angeblichen Absendung eines russischen Curiers nach Belgrad, welcher dem Fürsten von Serbien Instructionen der russischen Regierung bringen solle. Danzig, H. Septbr. In seinem gestrigen Toaste bei der Festtafel im Artushofe sprach der Landesdirector Wehr den Dank der Provinz und der Stadt für den Besuch des Kaisers aus, welcher der erste in der Provinz nach ihrer selbstständigen Gestaltung sei und versicherte, daß die neue Provinz in alter Treue und Anhänglichkeit an den Kaiser und König und sein Haus sich auch ferner zeigen werde. Der Toast schloß mit einem dreifachen Hoch aus den Kaiser, worin die Versammlung unter den Klängen der Nationalhymne begeistert etnstimmte. Der Kaiser erwiderte, auf die ausgesprochenen Gesinnungen eingehend, daß er sich gefreut, den Wünschen der Provinz gemäß, derselben die alte Selbstständigkeit wiedergegeben zu haben. Waö die neuesten Ereignisse betreffe, so wolle er nur bemerken, daß Alles nur Gottes Werk und er deffen Werkzeug zur Ausführung gewesen sei. In diesen Empfindungen trinke er aus das Wohl und die Selbstständigkeit der Provinz Westpreußen und ihrer Hauptstadt Danzig. — Das gestrige Abendfest im Franziskanerkloster ist glänzend verlaufen. Der Kaiser, die Prinzen, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin erschienen nach 9 Uhr. Der Kaiser, welcher die Uniform des 1. Leibhusarenregiments trug, blieb bis 11 Uhr und nahm daselbst das Souper ein. Die Straßen, welche der Kaiser auf der Rückfahrt zum Gouvernementsgebäude passtrte, waren tageshell erleuchtet. Die Abreise des Kaisers nach Stettin erfolgte heute früh um 8V2 Uhr. London, 11. September. „Daily News" meldet aus Lahore vom 10. ds.: Die Brigade des Generals Mafley rückt in größter Eile gegen Kabul vor, um sich mit den Truppen des Generals Roberts zu vereinigen. Man hofft, daß der allgemeine Vormarsch gegen Kabul in 14 Tagen beginnen werde. Haag, ll- September. Hier find günstige Meldungen aus Atchin eingegangen. Expeditions-Colonnen sind aufgelöst. Mehrere Häuptlinge haben ftib unterworfen. Die Eingeborenen kehren in ihre Kampongs zurück. Stettin, ll- Septbr. Se. Maj. der Kaiser ist um 4*/4 Uhr Nachmittags hier eingetroffen und am Bahnhofe feierlich empfangen worden. Derselbe hielt, den Kronprinzen an seiner ecite, unter dem Jubel der Bevölkerung seinen Einzug in die prächtig geschmückte Stadt und stieg im Schlöffe ab. Auf der Fahrt von Danzig nach Stettin wurden Sr. Majestät die erhebendsten Huldigungen der aus meilenweiter Entfernung zusammengeströmten Bevölkerung dargebracht. Die Aufstellung der Behörden, Vereine, Schützen, Krieger und Schuljugend setzte sich von Station zu Station fort. Se. Majestät stieg mehrmals aus und erfreute sich namentlich an der Schuljugend, wobei er wiederholt Kindern die Hand reichte. Lokales. Gießen, 12. Septbr. (Sin Louis, welcher mit seiner Dulcinea (beide aus Darmstadt) unter falschem Namen sich in einem hiesigen Gasthaus einlogirte und unlautere Zwecke in der Stabt vorhatte, wurde gestern Abend ertappt und vorläufig eingesteckt. — Ein durchgegangener Faselochse versetzte heute Morgen die Bewohner des Gartfelds in große Aufregung. Nach mehrfachen Versuchen das Ungeheuer zu fesseln, wobei sich äußerst drollige Fluchtscenen ereignet haben sollen, gelang es schließlich den Ochsen an einen Wagen fcstzubinden und zu knebeln. Vermischtes. , — Das Tabak rauchende Publikum wird es vielleicht interessiren, über die zeitgemäße^, durch ein deutsches Reichspatent geschützte Erfindung des Kaufmanns W. Imhoff in Casje etwas zu hören. Dieselbe besteht in einer neuen Art von Tabakspfeifen, welche dazu eingerichtet sind, die im Tabaksrauch enthaltenen Gifte aufzufangen und zu neutralisiren und somit deren Einführung in den menschlichen Organismus zu verhüten. Die Sache selbst ist kurz folgende: Das Pfeifenrohr besteht aus zwei, durch eine Hornnuß verbundene Rohrtheile, von denen bas untere derart verstärkt ist, um eine 16 Millimeter starke sogenannte Entmkotinisirungspatrone aufzunehmen. Diese Patrone, aus halbkreisförmig geschnittenen und stufenweise rechts und links angebrachten Filzstückchen konstruirt, hat nun vermöge ihrer Präparation die oben erwähnte Eigenschaft, beim Durchcirculiren des Rauchs die in demselben enthaltenen Tabaksgifte festzuhalten und zu neutralisiren. Durch diese Procedur wird im Weiteren nun noch die für jeden Tabakraucher hochzuschätzende Eigenschaft erzielt, daß der bekannte, in Rohr und Spitze sich sonst ansetzende klebrige und stark riechende Schmier nicht mehr vorkommt und den Umgang mit der liebgeworbencn Tabakspfeife somit wesentlich angenehmer macht. Michelstadt, 9. Septbr. Vor einiger Zeit ereignete sich in einer benachbarten kleinen Ortschaft der kaum glaubliche Vorfall, daß ein Bauer, der schon einige Tage den Getränken allzu reichlich zugesprochen, seiner Frau eröffnete, daß er heute noch „Blut sehen" und entweder sie oder der „Braune" sterben müffe Da half fein Zureden, der Halbtrunkene versetzte dem armen Pferde, das er aus dem Stalle holte, einen Messerstich in die Brust, in Folge deffen es dem Wasenmeister zur Tödtung übergeben werden mußte. Der Mann gehört gewiß unter Curatel. (N. H. W.) Ober-Hainbrunn, 7. Septbr. Gestern Abend brach dahier gegen 9 Uhr in der Scheuer von Georg Werner IV. Feuer aus, wodurch sämmtliche darin befindlichen Erntcvor- räthe, ein Wagen re verbrannten. Da keine Feuerspritze vorhanden war, so gerieth auch das mit der Scheuer zusammengebaute Wohnhaus in Brand und wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Schaden ist sehr empfindlich, da nichts versichert war. — Hoffentlich wird cs nicht ungerügt hingehen, daß Gr. Bürgermeisterei Rothenberg, nachdem dieselbe durch einen Boten Nachricht vom Brande erhalten, die Feuerspritze, an der auch Hainbrunn Antheil hat, nicht herbeibringen ließ; denn wäre dieselbe zur Stelle gewesen, so hätte man leicht die Wohnung i noch retten können. Köln, 7. Septbr. Der vorgestrige Hamburg-Kölner Schnellzug ist in Folge der Aufmerksamkeit des Zugpersonals einer großen Gefahr entgangen. Kurz hinter Münster erblickte der Lokomotivführer Busch (aus Osnabrück) mitten auf dem Geleise haltend einen schwer br ladencn Heuwagen; er gab sofort das Haltsignal und den Bremsern gelang es, den dahin- sausenden Schnellzug einzuhalten, daß er vom Augenblick des Bremsens höchsten noch 60 Meter zurücklegte. Der Zug war von Reisenden stark besetzt, die erst in der letzten Sekunde merkten, welche Lebensgefahr sic liefen. Wie wir vernehmen, trifft die Verschuldung im Wesentlichen die Einrichtung der Zugbarriere; der Heuwagen war bei beiderseits geöffneten Barrieren auf daS Geleise gefahren und während er mitten auf dem Geleise stand, wurden von dem entfernt liegenden Wärterhaus die beiden Barrieren nahezu gleichzeitig geschloffen, so daß sowohl Weiterfahrt tote Umkehr unmöglich war. — Zur Abwehr der Uebertheuerung veröffentlicht die „Deutsche Landes-Zeitung" mit der Bitte um Weiterverbreitung folgende Liste. Nach derselben betragen die durch den neuen Zolltarif wirklich verursachten Preissteigerungen, aber auch nur bet Bezug der betreffenden Maaren aus dem Ausland, pro Pfund bei Wetzen, Roggen, Hülsenfrüchten V2 4 Gerste....... /4 II Ltqueuren ...... 6 II Essig....... 0 n Wein in Fässern..... 4 H Geschlachtetem Fletsch, Wild, Geflügel 4V- II Apfelsinen u. dergl. . . . . 0 II Rosinen...... 0 II Häringen...... 0 ff Kaffee und deffen Surrogate, mit Ausnahme von Cichorien 2'/- ff Käse ....... 5 Mühlenfabrikate (Graupe, Gries, Mehl) . 1 ff Reis....... i/r Rohtabak...... 301/a II Cigarrren ...... 45 11 Rauchtabak...... 57 Thee....... 14 II Zucker....... 0 II Petroleum...... 3 Schmierseife...... 0 Fester Seife...... 2i/2 ff Wenn sich jede Hausfrau und jeder Raucher diese Zahlen fest einprägt, so werden sie sich vor Uebertheuerung leicht schützen können, und es wird nicht so leicht geschehen, daß Händler mit dem ganzen Betrag des jetzigen Zolles ohne Anrechnung deS früheren, die Kunden zu belasten sich erdreisten. Schi (Feber lebt. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyv (£. W. Dietz in Gießen. Newyork, 9. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weser, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. August von Bremen und am 30. August von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. Southampton, 9. September. Der Postdampfer Main, Capt. I. Barre, vom Nord» deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. August von Newyork abgegangen war, ist heilte 10 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southamptcn bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 12 Uhr Mittags die Reise nach Bremen fortgesetzt Der Main überbringt 117 Paffagiere und volle Ladung. Handel und Verkehr. Limburg, 10. Septbr. (Fruchtmarkt.) Rotber Weizen JL 17.80, Weißer Wetzen JL 17.20, Korn JL 10.50, Gerste JL 9.45, Hafer, JL 8.—, Erbsen JL—, Kartoffeln JL -• (Durchschnittspreis pro Malter.) Lauterbach (Oberheffen), 8. September. An heutigem mit 368 Stück befahrenen Markte zeigte sich für Rindvieh Kauflust und wurden höhere Preise erzielt. Man bezahlte für Ochsen 36—44 Carolin das Paar, Kühe (0 — 14 Carolin das Stück. Schweine, wovon nur 202 Stück zugeführt waren, gingen mit Ausnahme von Ferkeln und kleinen Läufern, die vernachlässigt blieben, zu höheren Preisen lebhaft um. Nächster Markt 29. September. Irischbäcker in Gießen. Sonntag, den 14. September. Wilhelm Hartmann, Neustadt. Emil Noll, Löwengaffe. Ludwig Seil, Neue Bäue. Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGiehen. Gottesdienst: Sonntag den 14. September. Morgens: Pfarrer Schlosser. — Nachmittags: Pfarrvtcar Schönet. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 14. bis 20. September besorgt Pfarrer Schlosser. Montag, den 15. September: Dekanatssynode des Dekanats Gießen. — Gottesdienst um 9 Uhr. zur Fabrikation Beste Stoffe. Dauerhafte Arbeit; (5915 6180 Sonnenstraye. 5917) Müller. 5880) 4477) 5895) Fuchs. gehörig, versteigert. (5865 73 71 Nadel — Gemischt s 1 Buchen-, f _ Eichen und? Weichholz! Gewann durch den Jungfernweg Gewann auf die hinterste Lehmkaute nahe bei Darmstadt, Elegante Fapons. 5 Uhr, werden Flur XVII XVII XVII XVII Nr. 172 173 214 215 Montag den 13. d. Mts., Nachmttttags um 1 Uhr, jod auf hiesigem Gemeindehaus die zur Herstellung des Lahndamms auf dem Rollfort erforderliche Erdarbeit, veranschl. zu 1260 an den Wenigst- nebmenden vergeben werden. Lollar, den 10. September 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar. reaulirt werden. ES wird dies zur Kenntniß der betreffenden Grundbesitzer gebracht. Gießen, am 11. September 1879. A. Bramm, Bürgermeister._________________ aoix)ö±)DiX)ooaoDDaDaoaoöi ü Mein Lager in anerkannt j g guten Qualitäten von der Größe von Rm. 110.— an. Ph. Mayfarth <$? Co., Maschinenfabrik, Frankfurt a. M., Baumweg No. 7. Neustadt- ® Verfteigerungs -Anzeige. Montag den 13. September, von 10 Uhr an, werden im Hause des Herrn Böger im Gartfeld, Köhler's Schneidmühle gegenüber, Möbel und Weißzeug, zum Nachlaß der Fräulein C l a r a R o l o f f lHMeter 2208 ( 1776 k 16191 1619 j 1,5 5,4 3130 5922) Hierdurch erlaube mir einem verehrlichen Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich die seit langen Jahren gehabte Agentur mit Lager der Geschästsbücherfabrik von I. C. König & Cbharöt in Hannover nach wie vor unverändert fortführe und empfehle mein Lager fertiger Geschäftsbücher zu Fabrrk-Netto-Preisen. JPh. JLüdefiinff. ..... Holznersteigernng im Gießener Stadtwalde. Dienstag den 16. September, von Nachmittags 2 Uhr an, nach beendeter Grummetgras-Versteigerung soll im Gießener Stadtwalde in den Disrr ctcn Strangswiese und Bannwald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheich. Prügelh. Stockh. Rersh. Raummeter. Wellen. Bekanntmachung. Betr.: Die Parcellenvermeffung in der Gemarkung Gießen. Die Flur- und Gewannarenzen in den Eichaärten, hinter der Burg, am W Nborn, Wiescckerweg und Marburgerstraße sollen Samstag den 13. lfd. Mts. ..... von Ruffensteinen, mit vorzüglichem, lange Jahre ausreichendem Lehm,"öffentlich meistbietend versteigert. ..... Nähere Auskunft ertheilt Kaufmann Heinrich Storger in Darmstadt Arheilgen, den 8. September 1879. [H. 62100] Großherzogliches Ortsgertcht Arheilgen. P ö l g e r. Mittwoch den 17. Septbr., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Herrn Professor Werner dahier, verschiedene Möbel, als: 1 Sopha, 1 Theetisch, 6 Stühle, Glasschrank, Spiegel, Sessel, Büchergestelle, Nachttisch, Waschbütte, Blumenkübel, Wanduhren, ein Entenstall, Badebütte und sonstige Gegenstände meistbietend versteigert werden. Gießen, den 11. September 1879. I A.: 5912) Müller. Norddeutschen N Der Postdampfer W 7 «uaust von BremenJi- Lhr Morgens ffi einprägt, so »eM geschehen, daß M übtien, die Kunden zu * Israelitische Neujahrskarten, große Auswahl neuer Muster bei (5800- Emst Balser, Mausburg. 5910) _____________________________________ Versteigerung einer Sadtllriubrcmtcrci. 5926) Donnerstag den 18. September d. I., N-chmittags auf hiesigem Rathhause 17.80, * Kartoffeln . nfio tzchck befah^' 7"ech»Ä'l **; 29. Sb •«iii dü ^ Hoffentlich toht) rg ™ Wb. b«,t ««« nm htM " ° Flucht dieWohW Die Zusammenkunft ist des Nachmittags 2 Uhr an der Strangswiese. Gießen, am 9. September 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 5870) A. Bramm.________ Montag den 13. September, Nachmittags 2 Uhr, werben in der Behausung des verlebten Bierbrauereibesitzers Fries vor dem Neustädter Thor: j Pferd, 1 Zweispänner und 2 einspanner Wagen, 1 Stoßkarren, Heu und Stroh, verschiedenes Arbeitsholz und Werkzeug, 1 Parthie Honig, sowie die Ernte des Gartens, bestehend aus Obst und Gemüse öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert. Gießen, den 10. September 1879. Im Auftrag: Gebrnder Stamm, Marktplatz, empfehlen in fertiger Herren Garderobe: w Herbst- u. Winter - Paletots in Diagonal, W Double, Eskimo, Rating und Flocone von 11, 14, 16, M 18 bis zu 40 und 54 Mk. M Complette Anzüge in Buckskin, Kammgarn und W Cheviot in allen neuen Faxens von 22, 26, 28, bis M 42 und 60 Mk. M Buckskin-Hosen in den verschiedensten Dessins M von 6 Mk. an. Westen von 1,80 Mk. an. Tuch- und Hatine - Joppen von Mk. 6 an. X Sackröcke, Jaquettes, Hosen, Westen, X Heise-Röcke, Schlafröcke, schwarze JLnZüge, sowie Knaben - Anzüge und X -Paletots in gröster Auswahl. < ,. . uoiiait 9« tenb einen f^ton t(: * es, den dch- 5 »ochsten noch 60 Mein , leR Sekunde meih.t vunztm Wesentlichen li, aeten Sanieren aus H irtien von dem entfmi i, so daß sowohl Weiln he Landes-Zeitung" mit ien die durch den nem Bezug der betreffend Ä -s wwSE?.« Damen ■ Regenmäntel I und Havelocks I empfehlen in größter Auswahl und neuester Fa^on von 1 6 Mark an bis zu den feinsten Hocter & Kat®) am Seltersweg. Ebenso große Auswahl in Mädchen- unv Kinder- 8 regenmänteln. 5390 J Ieikgeöotenes. 5920) Ein Regulir - Füllofen zu Verkäufern______H. Zimmer, Uhrmacher. 5914) Feinste Gothaer geräucherte Leberwurst, desgl. frische Cervelatwurst, bto. Blasenschinken In b.kanntet Güte wieder eingetroffen. J. A. Busch Söhne» 5918) Gut erhaltene Fenster, Treppen und Thüren sind billig zu verkaufen bei ________A. Fangmann, Kirchenplatz. W diene Unterjacken u. -Hosen, Strümpfe und Socken empfiehlt in jeder Art und Groß': äußerst billig Julius Schulze, 5911) Eine gut erhaltene Pauke, nebst zwei neusilbernen gehämmerten abgedrehten Becken, sind billig zu verkaufen. Das Nähere durch die Exped. d. Bl. Neue holl. Bollhäringe, la. Sardellen, vollsaftigen Schweizerkäse, lat Limburgerkäse, Handkäse, Butter u. Eier, Westph. Speck u. la. amerik. Schmalz empfiehlt (5326 R. Göbel, Neue Baue. 5897) Von heute an verkaufe Milch, per Maas 32 H, zu haben bei Fr. Lony, Marktstraße D 210 Jacob Inderthal, Großmühle. Aäs^Nrummetgräs von 2 Wiesen am Wallborn und unterm Philosophenwald zu verkaufen bet 5898)_________G. C. Spruck. 5886) Eine Quantität guten Kuhmist billig zu verkaufen bei ________________S. Goldenberg. Aechte Italien. Hühner, beste Winterleger, vorjährige und diesjährige per St. Kreisswald 1 Marktes ftä Gi WSltioN Lit. B. N Wb Dar haben aüerg voüma'chltzte ttsralhe des Komlhliltreuz »«leihen. - Set am 12. l. M *r Dr. b'tmeraih zu - Seit am 12. I, U N. Wime Ms Mainz * Wip Achsen uni misratj des »Wi $at > fr»feffoi D tot, Äerjetn' SMtSrai 7*! ba« $ iii tt UhU fr. 1 " Sein! Dem^ dm (8 dem i , > £ 8,|'| [otBit hem c W Tiht kL dem i ’S 12. S^e'ini fr Ä LK '