Ar. 186» Mittwoch den 13. August 1879» chichener HWiger Aiffize- uub Amisbkti für de« Kreis Gießen. MedactionSbnreaur ^xpeditionsburean: Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Uotitisch Der Arbeiter-Congreß zu Marseille. Der Socialismus stammt aus Frankreich und wenn er daselbst seit den Schreckenstaten der Pariser Commune etwas in den Hintergrund getreten ist, so wäre es leichtsinnig genug, wenn die Regierung der gemäßigten Republik annehmen würde, daß er aufgehört habe, nach Verwirklichung ferner Ziele zu streben. Im nächsten Monate findet zu Marseille ein französischer Arbeiter- Congreß statt und es ist zehn gegen eins zu wetten, daß dieser Anlaß zur Derheirlichung der Internationale und zur Glorificirung der Socialdemokratie wirklich benutzt werden wird. Wahrscheinlich werden die ersten Deportnten aus Cayenne, die Männer des brennenden Paris von 1871, bereits zu jener Versammlung zurückgekehrt sein, und man wird den üblichen Götzendienst mit diesen Märtyrern der Commune treiben. Uns in Deutschland ginge das ganze Treiben wenig an, wenn nicht bereits Wochen vorher schon ein Wetterleuchten uns über den eigentlichen Charakter dieser Arbeiterbewegung aufklärten. Victor Hugo hat eine seiner Reden gehalten, die zwar oft nahe an Blödsinn streifen, aber doch häufig einen guten Maßstab für die Gesinnung ter Franzosen abgeben. Neuerdings übertreiben die Franzosen ihre angebliche Culturmission. Wie sie früher für die Nationalitäten eintraten, um dabei eine Provinz oder einen Landstrich zu annectiren, so stellen sie jetzt die Völkerverbrüderung als das Ziel ihrer Wünsche hin. Nachdem ihnen die Lust zur Regulirung der Rheingrenze vertrieben worden ist, treiben sie Weltpolitik und verkünden, daß die gesegnete Zeil anbrrche, in welcher die Völker keine Grenze mehr kennen. Victor Hugo, der den Wurm auf der Erde und den Stern am Himmel „arbeiten" läßt, löst die sociale Frage sehr einfach. Sie ist, sagt er, die Frage derjenigen, welche haben, und derjenigen, welche nicht haben; der letztere Begriff muß l Es gilt nicht die Welt zu erobern, denn sie gehört dem Menschen; sie wartet nur auf die Civilisanon. Der Träger dieser Civtlisation ist natürlich, wie immer, der Franzose. Die Franzosen werden darum, diesmal durch den vierten Stand, die arbeitende Klaffe, zu Marseille wieder ein für die nächsten Jahrhunderte bestimmtes Dogma der Civtlisation aufstellen. Frankreich wird zum geborenen Protektor des Socialismus ausgerufen werden, wie es sich bereits zum Beschützer der republikamschen Idee aufwirft. Mit diesem Sprunge erlangte Frankreich in allen Ländern wieder eine Veranlassung zur Intervention, wenn sich irgendwie in bedeutendem Umfange die republikanische oder socialistische Idee äußerte. Beide Ideen sind allerdings auch dem französischen Bürgerthum gefährlich, über welches sie erst htnwegschreiten müßten, ehe sie über die Grenzen rücken wollten. Aber Deutschland thu! sicher wohl daran, auf die comrnu- ntstiichen Umtriebe jenseits des Rheins, welche sich den Mantel der Völkerverbrüderung umhängen, bei Zeiten ein Auge zu richten. Deutschland. Aus Hessen-Darmstadt, 9. August. Im Reffort des Justtz- min'steriums drängt sich naturgemäß die Arbeit um so mehr, je näher der Tag heranrückt, an dem bie neue Organisation in's Leben tritt. Wenn bisher auf dem Gebiete der Ctviljusttz die staatlichen Sporteln in der Form von Stempel erhoben worden, von dem die Stempelverwalter eine Hebgebühr von 5 pCt. bezogen, so machte die neue Gesetzgebung auch auf diesem Gebiete eine vollständtae Neuregulirung der bestehenden Vorschriften erforderlich. Der hierüber ausgearbeitete Entwurf, der rm Einverstündniß mit den Ständen demnächst auf dem Verordnungsweg eingeführt werden soll, ist vorerst noch einer Commission von Sachverständigen zur Begutachtung überwiesen worden. Wenn wir recht unterrichtet sind, so soll den künftigen Gerichtsschreibern, denen das gerichtliche Kosten- und Rechnungswesen überwiesen wird, eine Hebgebühr von Vr Procent zug»billigt werden. Bekanntlich ist bet dieser Beamtenkategorie die Reduction des accrdentiellen Einkommens durch eine Aufbesserung deö fixen Gehaltes ausgeglichen worden. Eine Gerichtsvollzieherordnung, sowie die Instructionen für die Subalternbedtensteten überhaupt sind noch in Arbeit begriffen. Sehr zeitgemäß kommt auch eine Schrift ?es Staaisanwalts Haller: „Die Thätigkeit der Polizei in Strafsachen auf Grund der Reichsjustizgesetze und der hierzu erlassenen hessischen Ausführungs-Bestimmungen für Polizeibeamte, Bürgermeister und andere Hülfsbeamte der Staatsanwaltschaft, fowie die mit Fld-, Forst- und Jagdschutz betrauten Personen." — Im Volksschulwesen dürfte das Angebot an Lehrkräften die Nachfrage bald übersteigen. In Alzey wird demnächst ein drittes Lehrerseminar eröffnet, drei Präparandenschulen sorgen für den jungen Nachwuchs. Die Lehrerinnenbildungs-Anstalt in Darmstadt ist dieses Semester von nicht weniger als 56 Schülerinnen besucht. Die Schulvorstände sind übrigens angewiesen worden, die Lehrer bezüglich des von ihnen ertheilten Privatunterrichts genau zu kontroliien, da diese Nebenbeschäftigung nach dem Bolksschulgesetz denselben untersagt werden kann, wenn der Dienst dadurch Noth leidet. Die Regierung beabsichtigt, in jeder der drei Provinzen deS Landes einen Landwirthschafts'Lehrer definitiv anzustellen. (Fr- Ztg.) Darmstadt, 9. August. Der sich über das ganze Großherzogthum er H h ei t. eistreckende Landesgewerbeverein umfaßt dermalen 31 Lokalgewerbevereine. Vom Staat empfängt er eine Dotation von jährlich 34,286 «M. für die Vereinszwecke, 20,000 «X zur Unterstützung der Landesbaugewerbeschule und der 48 Han'owerkersckulen mit insgesammt ca. 3000 Schülern; die Beiträge der Mitglieder beziffern sich auf 11,000 bis 12,000 vW. Auf dem Bureau des Landesgewerbevereins wird ununterbrochen an der Herstellung von Vorlegblättern und anderen Unterrichtsmitteln für die Handwerkerschulen gearbeitet; eine jetzt zur größeren Entwickelung und Ausdehnung gelangende technische Mustersammlung ist angelegt und gratis geöffnet; Musterzeichnungen cirkuliren unter den Lokalvereinen; alljährlich findet eine öffentliche Ausstellung von Zeichnungen und Schülerarbeiren sämmtlicher Handwerkerschulen statt; die an diesen Schulen beschäftigten Lehrer erhalten zeitweise auf der Centralstelle Fachunterricht zu ihrer weiteren Ausbildung. Die Vereinsbibliothik in Darmstadt steht allen Mitgliedern offen; auch einzelne Lokalvereine besitzen eigene Bibliotheken oder dock Lesezirkel für technische Zeitschriften. Populäre Fach- vorträge stehen ebenfalls auf dem Programm. Auf kunstgewerblichen Zeichnen- untcrrtcht wird besonders Gewicht gelegt. Bet allen bisber abgehaltencn internationalen Ausstellungen war die Centralstelle zur Mitwirkung bezüglich der Betheiligung von Angehörigen des Großherzogthums berufen. Hesterreich. Wien, 8. August. Meldungen der „Polit. Corr." Aus Konstantinopel: Die Umgestaltung des Ministeriums in liberalem, reformatorischem Sinne wird als unmittelbar bevorstehend betrachtet; es circultren Gerüchte vom Be- vorftehen der Berufung Midhat Paschas. Die Antwort der Pforte auf Serbiens Forderung wegen des Albanesen-Einfalls bestreitet die übertriebenen Angaben der serbischen Note und motivirt den Einfall durch die Aufregung über die Vereinigung der neuen Gebtetstheile mit Serbien, zugleich jede Verantwortlichkeit zurückweisend. — Aus Belgrad: Heute erfolgte die Ratification sämmtlicher auf die definitive Abgrenzung zwischen Serbien und Bulgarien, sowie zwischen Serbien und der Türkei bezüglicher Protokolle nebst den betr. Detailkarten. Hier wird officiös versichert, die Pforte habe die serbische Entschädigungsforderung anläßlich des Arnauten-Einfalles nicht abgewiesen, sondern nur zur Bewilligung der verlangten Summe sich bisher nicht verstanden. Irankreich. Paris, 10. August. Nach einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret wird Lambert, Generalsecretär des Departements der Ardennen, zur Verfügung gestellt; derselbe hatte in einer bei Eröffnung des Schützenfestes zu Charleville gehaltenen Rede auf die Möglichkeit einer Revanche gegen Deutschland angespielt. — Laut Meldung der „Agence Havas" aus Konstantinopel hält man daselbst eine bedeutsame Mtnisterveränderung für nabe bevorstehend, durch welche Männer von anerkanntem Liberalismus an's Ruder gelangen würden. Die Initiative dazu ginge vom Sultan selbst aus. England. London, 8. August. In Zululand sind den neuesten Nachrichten zufolge die Aussichten noch immer einer friedlichen Lösung günstig, aber weiter ist die Lage noch nicht zum Beffern gediehen. Der Sieg bei Ulundt ist der letzte thatfächliche Erfolg. Seitdem scheinen die Zulus, wo die britische Fahne noch nicht aufgeflanzt ist, eher Muth gewonnen als weiter verloren zu Haven. Str Garnet Wolseley selber, der die Lage von Anfang an etwas sanguinisch aufgefaßt hat, berichtet, daß er sich veranlaßt sehe, Ulundt aufs neue zu besetzen, um dadurch den ungünstigen Eindruck, welchen der Rückzug der Engländer nach dem Siege nicht nur bei den Zulus im Krtegsheere, sondern auch bei der eingeborenen Bevölkerung in Natal hervorgerufen hat, zu verwischen. Auch wird von andern Kiiegsoperationen gesprochen. Es ist ein Vormarsch auf den neuen Kraal Les Königs beabsichtigt. Unter der Colontalbevölkerung, wo die amtliche Beetnfluffung nicht vorwiegt, scheint man von der unbedingten Gewißheit eines sehr nahen Friedensschlusses noch nicht überzeugt zu sein. Der Berichterstatter des Standard meldet daß in Natal die Besorgniß verbreitet ist, eö seien noch weitere Kämpfe zu erwarten, wenn den Zulus Halbwege Zeit zur Sammlung und Erholung gelaffen würde. Die Stämme an der Küste unterwerfen sich zwar, und Wolseliy berichtet über ersprießliche Verhandlungen mit den Häuptlingen, die sich bereitwillig unterwerfen; der Kronprätendent Ohem, Bruder des Königs Cetewayo, will den Engländern sogar thätige Hülfe leisten, soll ein eingeborenes Corps befehligen und har sich anheischig gemacht, den Cetewayo gefangen in das englische Lager zu bringen; allein bei den Zulus im Norden ist, wie der Standard-Corresponcent berichtet, roch keinerlei Spur von Nachgiebigkeit zu bemerken. Trotzdem glaubt Wolseley noch immer zur Vollendung des Krieges einen Theil seiner Truppen entbehren zu können und läßt sogar ein ziemlich ansehnliches Contingent Heimkehren. Amerika. 10. August. Der „New-Iork Herald" meldet: Die Unions-Regierung steht im Begriff, in einem Rundschreiben an die europäischen Regierungen die Aufforderung zu richten, sie möchten die Bekenner des Mor- monenthums von der Auswanderung nach den Unionsflaateu abmahnen, da die Union entschlossen sei, der Polygame auf's Schärfste entgegenzutreten. — Die Sterblichkeit am gelben Fieber in Memphis betrug 29 während der letzten Woche. Lille, 11. August. Das Journal „Petit Nord" veröffentlicht ein Schreiben der Wähler Jules Simones an denselben, worin um Aufklärung über Simon's Haltung bei Berathung des Art. 7 des Ferry'schen Unterrichtsgesetzes ersucht wird. In der vom „Petit Nord" veröffentlichten Antwort Stmon'ö erklärt dieser: Nachdem er 40 Jahre besonders für Freiheit des Denkens, Lehrens und Schreibens eingetreten, könne er jetzt nicht gegen diese Freiheit stimmen. Er stimmte für 9 Artikel des bezeichneten Gesetzentwurfs mit unerheblichen Aenderungen, welche in Wirklichkeit Verbefferungeu seien. Diese 9 Artikel schließen sämmtlich Abänderungen des Gesetzes von 1875 ein, seien sämmtlich von der republikanischen Partei beantragt und von Waddington und Bardoux nach und nach vorgeschlagen. Berlin, H. August. Die „Germania" veröffentlicht den Wahlaufruf der Centrumsfraktion. Berlin, 12. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt ein Schreiben aus der Provinz, welches gegenüber einer anderen in einer früheren Rümmer desselben Blattes veröffentlichten den Rücktritt von Bennigsen's besprechenden Correspondenz aus der Provinz in Bennigsen und dem rechten Flügel der National-Liberalen einschließlich der ausgetretenen Mitglieder den wahren berechtigt.n Vertreter einer der größten Fraktionen des genannten deutschen Volkes erblickt, auf deren Mitwirkung in Regierung und Gesetzgebung nicht verzichtet und welche nicht in die Opposition gedrängt werden könne. Wenn man aus dem Personalbestände der früheren national-liberalen Fraktion diejenigen aussondere, die in irgend welcher fruchtbaren Beziehung zum praktischen Leben ständen, werde man eine Anzahl von Männern und an deren Spitze von Bennigsen finden, mit denen die weiter rechts stehenden Politiker im Interesse der Gesammtheit die Fühlung nicht verlieren sollten. Die Mehrzahl dieser Männer, auch ausschließlich nach dem Maßstabe ihres Conservatlsmus gemeffen, seien, wenn sie nicht mehr im Irrgarten Lasker-Forckenbeck'scher Fraktwnsstatistik befangen seien, im besten Sinne des Wortes conservative Politiker, mehr als die meisten unserer höheren Beamten, ja, als viele der im Laufe der letzten Jahre zurückgetretenen Minister. Mit dem Residuum der nationalliberalen Fraktion, das nach Aussonderung der staatsmännischen und praktischen Elemente übrig bleibe, dürfe man Bennigsen und die ihm Näherstehenden nicht in einen Topf werfen, auch wenn er sich dem gegen ihn geübten Fraktionszwange nicht anders als durch seinen Rücktritt zu entziehen vermöge. Die conservativen Correspondenten der „Nordd. Allg. Ztg." müßten verhindern, daß gesunde Glieder am deutschen Körper wie Bennigsen und seine Gesinnungsgenossen nicht mit unter die kranken einbegriffen, Lebendige nicht zu den Todten geworfen würden. Rom, 11. August, Abends. Die katholischen Blätter veröffentlichen eine umfangreiche Encyclica des Papstes an den gesammten Episkopat über das in den katholischen Seminarien und Schulen für den Unterricht in der Philosophie anzunehmer.de System. Der Papst bezeichnet als solches die Philosophie des heiligen Thomas von Aquino, indem er dieselbe belobt und ihren Einfluß auf die Gesellschaft, die Künste und Physik erörtert. Athen, H. August. Die hiesigen Blätter erklären die Nachricht der „Times" über die angebliche Eröffnung der Verhandlungen zwischen Griechenland und der Türket für unbegründet. Das Datum des Beginnes der Con- ferenz fei noch nicht festgestellt. Die Pforte habe den Vertretern der Mächte mitgesheilt, daß die griechische Frage den Wünschen der Mächte entsprechend ihre Lösung finden würde. Die neue Ernte. Die Berichte über den Ausfall der heurigen Ernte lauten von Tag zu Tag günstiger. Selbst in solchen Gegenden, wo man in Folge des anhaltenden Regens im Monat Juli das Schlimmste befürchten zu müssen glaubte, ist die Ernte von Roggen und Gerste überraschend gut ausgefallen, was namentlich von einem großen Tyeil Süddeutschlands gilt, wo man heute schon die Roggenernte als eine gute Mittelernte bezeichnen kann. Auch die Aussichten auf die Weizen- und Spelzernte werden täglich besser und die Klagen über das Darniederlicgen der Halme sind ganz verstummt. Weizen und Spelz, welche in der Entwickelung bedenklich zurückgeblieben waren, haben das Versäumte rasch nnchgeholt, so daß der Schnitt im Laufe dieser und der nächsten Woche in ganz Süddeutschland wird beginnen können. Bleibt dik Witterung bis dahin günstig, so werden auch diese zwei für Süddeutschland wichtigsten Getreidesorten ein sehr befriedigendes Resultat ergeben. In Norddeutschland, wo die regnerische Witterung viel weniger als anderwärts zu Besorgnissen Veranlassung gab, haben sich die Aussichten in Folge der günstigen Witterung ebenfalls günstig gestaltet. Die Ernte von Roggen, welcher im Norden als Brodfrucht vorherrscht, hat im Laufe der vorigen Woche begonnen und fällt über alles Erwarten gut aus; es ist nur zu bedauern, daß das Resultat in den nordöstlichen Provinzen durch neuerdings eingetretenes Regenwetter beeinträchtigt wird. Was Frankreich betrifft, so lauten die neuesten Nachrichten ebenfalls wesentlich günstiger. Namentlich in den nördlichen Departements, wo die Saaten sich bereits in einem sehr bedenklichen Zustande befanden, haben die kräftigen Sonnenstrahlen noch in letzter Stunde manchen Schaden wieder gut gemacht und die gesunkenen Hoffnungen wenigstens theilweise wieder aufgerichtet Für viele Gegenden Frankreichs kam aber doch das gute Wetter zu spät, so daß im großen Ganzen die ELnte unter einer Mittel- crnte bleiben wird. Selbst von England, Irland und Scandinavien, wo die Aussichten noch vor vierzehn Tagen geradezu trostlos waren und wo man eine förmliche Mißernte befürchtete, kommen nun bessere Berichte, welche zwar immer noch einen sehr bedeutenden Ausfall außer Zweifel stellen, aber doch die früheren pessimistischen Anschauungen modificiren. Am schlimmsten von allen europäischen Ländern scheint Heuer Ungarn weggekommen zu sein. Die früheren allzu sanguinischen Hoffnungen sind furchtbar enttäuscht morden und die neuesten Nachrichten lauten, besonders was Weizen betrifft, geradezu verzweifelt, so daß die Ernte in Ungarn als eine entschieden „schlechte" bezeichnet werden muß. Obgleich amerikanische Ernteberichte, besonders vor Beginn der Ernte, mit größter Vorsicht aufzunehmen sind, so müssen wir doch die Thatsache constatiren, daß man in den Vereinigten Staaten selbst auf eine gute Mittelernte rechnet und demgemäß dem kauflustigen Europa die zu erwartende Ernte zu Preisen uir Verfügung stellt, welche in Anbetracht des außerordentlichen großen Bedarfs, welchen England und zum Theil Frankreich zu decken haben, immerhin als mäßig bezeichnet werden müssen, besonders nachdem das Resultat der ungarischen Ernte nun auch in Amerika bekannt ist. Unter solchen Umständen hat auch in New-I)ork das Getreide-Geschäft auf Lieferung nach Europa früher als sonst begonnen und speciell England hat, im September- October lieferbar, ganz colossale Quantitäten gekauft Ebenso haben die russischen Stapelplätze, namentlich Petersburg, Odessa und Nicolajesf, wo fortwährend große Zufuhren von altem Getreide aus dem Innern Rußlands eintreffen, die Kauflust ver westeuropäischen Märkte benutzt und beträchtliche Quantitäten von Roggen und Weizen verkauft, wovon ein großer Theil dazu bestimmt ist, in Süddeutschland und der Schweiz als Ersatz für das mangelnde ungarische Getreide zu dienen. Noch haben wir zu erwähnen, daß die Ernteberichte aus den unteren Donauländern, namentlich aus Rumänien und Bessarabien sehr günstig lauten. Wenn sich dies bestätigt, so würde der Ausfall, den Ungarn erleidet, ausgeglichen und Oesterreich in die Lage versetzt, feinen normalen Bedarf aus diesen Ländern billiger ru decken, als dies gegenwärtig aus Ungarn möglich ist. (Fr. Ztg.) Lokales. (Hießen, 12. August. Vom herrlichsten prächtigsten Wetter begünstigt, feierten wir gestern unser schönes Jugenofest. Von 12 Uhr an bewegten sich die festlich gekleideten Mädchen und Knaben nach der Neuen Anlage, wo der große Zug, an welchem ea. 2000 Kinder Theil nahmen, sich formirte. Zuerst das Tambour- und Pfeifer-Corps unter Führung eines Tambour- Majors, welcher kaum größer als sein Stab war. Hinter dem Tambour-Corps gingen die Kleinsten der Kleinen, Mädchen im Alter von '»—8 Jahren. Man muß die lieben freundlichen Gesichtchen gesehen haben, um beurtheilen zu können, mit welchem Stolz und Freude sie zum Jugendfeste, einem speciell Gießener Feste, zogen. An diese Kleinen schloß sich das erste Musikcorps, hinter welchem die Männer gingen, denen wir es zu verdanken haben, daß wir in diesem Jahre wiederum ein fröhliches Jugendfest feiern konnten und welche die Mühen und Arbeiten mit Freude und Hingebung hinnahmen. Ihnen hier den Dank auszusprechen, sei unsere erste Pflicht. An das Fest-Comitee reihten sich nun die verschiedenen Züge der Jugend. Voran die Mädchen, mit Schärpen geschmückt, ein jedes mit einem grünen Blattkranze auf dem Kopfe. Hinter den Mädchen marschirte das zweite Musikcorps, an welches sich die Knaben anschlosien. In langem Zuge bewegten sich nun die Kleinen durch die im Programm bestimmten Straßen der Stadt nach dem Festplatz im Philosophenwald, dem Schauplatz schon so mancher fröhlicher Kinderfeste, wo es auch den älteren Kindern und den Eltern vergönnt ist, sich sowohl au dem Spiel der Kleinen selbst mit zu erfreuen, als auch in sonstiger Beziehung Jugendfest mit zu feiern. Nach Aufstellung des Zuges um die Rednerbühne sang die muntere Schaar das Lied: „Tretet in die Runde" unter der Begleitung der Musikcapelle. Herr Dr. Buchner als Festredner bestieg nunmehr die Rednerbühne und hielt foigende Ansprache: Zum 11. Male haben wir uns heute versammelt, um das frohe Jugendfest zu begehen. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß seither bei jeder Wiederholung des Festes die Bethciligung gewachsen ist. Nie war in den Vorjahren eine so große Anzahl von Knaben und Mädchen am Feste betheiligt, als diesmal. Nicht die Einrichtung, wobl aber die Bedeutung des Festes hat sich im Laufe der Jahre geändert. In früheren Jahrzehnten war es ein einfaches Spiel fest, einen neuen Charakter aber nahm es im letzten Jahrzehnt an; durch die Erinnerung an die große Zett vor 9 Jahren ist cs ein Jubel- und Dankfest geworden. Wer nicht noch gar zu jung ist, erinnert sich an die dumpfe Schwüle und an die bange Sorge kurz vor und nach der frevelhaften französischen Kriegserklärung am 19. Juli 1>*70. Darauf folgte unendlicher Siegcsjubel nach den Schlachten von Wörth, Weißenburg und' Spichern. Mit unaufhaltsamer Gewalt drangen die zum erste nmale geeinigten deutschen Heere unter der ein hei tltchen Führung des Königs W ilh elm in Frankreich ein. Die furchtbaren Kämpfe um Metz, der erschütternde Schlag von Sedan, bei dem der früher mächtigste Thron in den Staub stürzte, die Einnahme der französischen Festungen Straßburg und Metz, die bis dahin als uneinnehmbar gegolten hatten, zuletzt die Unterwerfung der größten Stadt und Festung des Erdtheils Europa — der vielen kleinen gar nicht zu gedenken — die Wiedererrichtung des deutschen Kaiserthrones gerade in der französischen Stadt, von welcher früher für Deutschland die größten Drangsale ausgegangen waren, die Wiedergewinnung zweier herrlichen Provinzen, die durch französische Bosheit und deutsche Schwachheit früher verloren gegangen waren, alle diese welterschütternden Ereigniffe ziehen heute wieder an unserem Geiste vorüber. Wir erinnern uns mit freudigstem Dank der großen Thaten unserer deutschen Heere und ihrer Führer. Mit Wchmuth gedenken wir auch Derer, die Gesundheit und Leben dem Vaterlande zum Opfer gebracht haben. Wir gedenken mit freudigem Stolz des großen Mannes, dem es gelang, Die bis dahin getrennten deutschen Staaten zu einem großen und mächtigen Ganzen zu vereinigen. Durch ihn ist das deutsche Kaiserreich in größerer Macht und Einheit wiedercrstanden, als cs jemals im Laufe der Geschichte besesien. Wir gedenken mit ehrfurchtsvollem Dank unseres greifen Heldenkaisers, der selbst an der Spitze der Heere mit den von ihm gewählten Räthen Die ganze schwere Zett mit durchkämpfte. Kaiser Wilhelm ist der mächtige Fels, auf welchem das Deutsche Reich in innerer Einigkeit und äußerer Macht errichtet ist. Er ist für uns alle und namentlich für die Jugend das leuchtende Vorbild innigster Vaterlandsliebe und treuester Pflichterfüllung. Darum stimmen gewiß auch alle freudigen Herzens in den Ruf mit ein: St. Majestät Kaiser Wilhelm lebe Hoch! Hoch' Hoch! Nach dieser mit Begeisterung aufgenommenen Rede spielte die Musikkapelle die Nationalhymne. Nunmehr rückten die einzelnen Züge zu den für sie bestimmten Spielplätzen und erfreuten sich hier auf das Beste. Während des Nachmittags spielte die Musik und gab sich überhaupt nunmehr Alt und Jung der allgemeinen Festfreude hin, welche auch nicht einen einzigen Mißton aufzuweisen hatte. Speisen und Getränke in den mannigfachsten Restaurationen waren gut und reichlich vorgesehen, so daß auch der Körper sein Theil bekommen konnte. Nach der gegen 7 Uhr erfolgten Preisvertheilung ordnete sich nunmehr wieder die jugendliche Schaar zum Rückmärsche, welcher um 7 Uhr vom Walde aus angetreten wurde Vor der Turnhalle löste sich der Zug auf und wurden die Kleinen, die seither unter der schützenden Obhut ihrer Zugführer und -Führerinnnen gestanden, von den harrenden Eltern in Empfang genommen. Es endigte unser Jugendfest so schön und herrlich wie nur zu wünschen war, begünstigt von einem Wetter, wie es nach den vorhergehenden trüben Tagen nicht zu erwarten gewesen. Wir dürfen dieses Fest wiederum getrost als ein würdiges und schönes, Gießen zu Ehre gereichend, in den Annalen nnlcrer Vaterstadt verzeichnen. Nochmals aber Dank allen den Männern, welche mit Liebe und Aufopferung sich dem schönen Feste widmeten und wodurch es nur möglich war, daß das 14. Jugendfest Jeden, auch den Anspruchsvollsten in hohem Maße befriedigte. Gießen, 12. Aug. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung Donnerstag den 14. August, Nachmittags 4 Uhr. 1) Die Quellwasserleitung betr. 2 Die Untersuchung der öffentlichen Brunnen. 3) Die Straßenbeleuchtung betr. 4) Die innere Ausstattung der höheren Mädchenschule. 5) Die Vermiethung der Kellerräume in der neuen höheren Mädchenschule. 6) Klage gegen den Ortsnrmenoerband Dresden, betreffend die Verpflegung des Karl Richard Frank von Dresden. 7) Klage gegen den Landarmenverband Gießen, betreffend die Verpflegung des Färbergesellen Wilhelm Alberts aus Barmen. 8) Die Annahme eines Wiesenwärters. 9) Gesuch des Bauunternehmers Heinrich Adami dahier um Bauerlaubniß. 10) Gesuch der Brüder Heinrich und Jacob Keßler von Annerod um Bauerlaubniß. 11) Gesuch des Daniel Weller V. von Heuchelheim um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes. 12) Die Erbauung einer neuen Kaserne. 13) Die Erbauung eines Schlachthauses. 14) Gesuch des Braumeisters Adolf Möller um Erlaub niß zur Anlegung eines Abflußrohrs unter dem Leihgesternerweg 15) Gesuch des Levi Löwenstein um Ueberlassung städtischen Geländes. 16) Gesuch des Restaurateurs Balthasar Lenz um Bauerlaubniß. 17) Kosten-Decreturen. — (Schwurgerichtsverhandlungen am 11 August.) In der Vormittagssitzung wurde die Ehefrau des Johannes Schmidt IV. von Ober - Ohmen wegen Meineids in eine Zucht- Hausstrafe von 1 Jahr 2 Monaten verurtheilt. — In der Nachmittags-Sitzung erhielt Wilhelm Stürz von Büdingen wegen Diebstahl 3 Monate und 2 Wochen Gefängniß. — Ein etwas überlauter Herr, ein Hofschauspieler aus Hannover, mußte heute Nacht, als alles Zureden nichts half, wegen grober Ruhestörung und thätlicher Beleidigung eines Schutzmanns den unpoctischen Aufenthalt im bekannten Hotel der Sandgasie in Anspruch nehmen. Vermischtes. Mainz, 6. August, lieber das Unwetter in der Nacht vom 5. aus 6. ds. schreibt ein Berichterstatter des „Mainzer Taglatt": „Ein Unwetter von phänomenaler Heftigkeit entlud sich in vergangener Nackt über unserer Gegend. Kurz nach 9 Uhr begann lebhaftes Wetterleuchten über etwa ein Drittel des Horizonts von Nordwest über Nord bis Südost. Die ent- f-rnten Gewitter schienen sich verzogen zu haben, als kurz nach Mitternacht ein wolkenbruch- artiger Regen mit Blitzen und Donner herabströmte. Auch dies ließ nach einiger Zeit nach, bis gegen 1 Uhr das Hauptwetter losbrack. Blitz auf Blitz und Schlag auf Schlag folgten sich unter heftigstem Regen derart, daß der Himmel kaum einige Sekunden unbeleuchtet blieb. In etwa 20 Minuten kamen dreizehn Entladungen, die auf Einschlagen in Mainz oder nächster Umgebung schließen kaffen. Nackdem das Wetter in dicker Weise sich ausgetobt hatte, begann eine'dritte, aber schwächere Auflage noch später. Bis jetzt sind acht Stellen in unserer Nähe ftierttn h,u Urt’nV'*"* -tes "Ä *.&•««» L?? b,m Kopse. Tbfn anidjlofien. tR,mtf“en Str "n 1 !°w°hl an dem W^W mit »u Sjaar das Lied: öttJnei als M: Ui Male L Elches Zeichen, ,.$ie war in den °>8 diesmal. iau" dn Jahre ge- *a neutn Character ln9 'st, trumett sich ‘ad) bei frevelhaften SiegcSjubel w/baltsamer Gkwalt eitlichen Führung etz, der erschütternde l^te, die Einnahme einnehmbar gegolten eils Europa - der Heu KaiserthmeS größten Drangsale ie durch französische e welterschütteinden mit freudigstem Dchmuth gedenken edrachl haben. Wir oii dahin getrennten Durch ihn ist das es jemals im Laufe eisen Heldeilkaisers, ie ganze schwere Zeit das Deutsche Reich ille und namnilich 16 treuester Pflicht Au/ mit ein: tt ;it Musikkapelle w rijnmttn Spielplätzen die Musik und gab eiche auch nicht einen achstenRestamationcn ommn konnte. Rach ie jugendliche Schaar rde. 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München, 12. März 1879. Frof T)r T.ßiihA in Erlangen: „Wirkt sicher und macht keinerlei Beschwerden. Selbst in Fällen, wo es bei reizbarem Darme verabreicht wurde, erzielte das Wasser schmerzlose Wirkung“. Erlangen , 26. December 1879. Frof. Dr. v. Scanzoni, L’ch ’ w™r2Vrg: ”,Dic Wir" ’ kung ist ausnahmslos rasch, zuverlässig und schmerzlos“. Würzburg, 26. Juli 1877. Engros-Lager in Frankfurt a. M.: H. KolscBt Nachfolger. Vorräthig in allen Apotheken und Mineralwasser-Depots. Brunnensehriften etc. gratis durch die Versendungs-Direction in Budapest. 3078 Frof. Dr. v. Nussbaum. k. General-Stabsarzt, München : * IMUBSüaum, „Wirkt schnell, schmerzlos, und oft in überraschend kleinen Quantitäten“. München, II. März 1879 Herren - Wäsche, als: weiße u. bunte Hemden. 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August 1879. Der Stadtrentmeister: Zum E-nmachen empfiehlt: 4677 Feinsten Weinessig, Nelken, Zimmet, chinesischen und Oeffeutliche Aufforderung. 5253) Forderungen an Wilhelm Hetterich und dessen Ehefrau zu Nonnenroth sind binnen 14 Tagen da- hier anzumelden, bei Meldung der Nichtberücksichttgung. Hungen, den 6. August 1879. Großherzogliches Landgericht Hungen. __Krauß. Verpachtung von Weiden-Nutzungen. Donnerstag den 14. August, Vormittags 9 Uhr, soll der Korbweidenschnitt in den fiskalischen Pflanzungen an der Lahnstrecke von Gießen bis Heuchelheim an die Meistbietenden für das laufende Jahr verpachtet werden. Die Zusammenkunft ist auf der Lahnbrücke dahier. Gießen, den 9. August 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. In Vertretung: (5284 M. Wahl, Großh. Kretsbauaufseher. Jeilgeöotenes. 5262) Ein großer Pfeilerspieg'l mit Trumeau und eine Mahagoni-Toiletten- Commode mit Spiegel billig abzugeben. ___Wolkengasse C. Nr. 98. Reue «flrünkem eingetroffen (5302 _____I. A. Busch Söhne. 4960) Ein feingearbeiteter Nußdaum- schrank ist zu verkaufen bei W. Müller, Schreiner, _______________________Flügelsgasse. Ein braunes Pferd, 3Vr Jahr alt, gefahren und geritten, steht zu verkaufen. 5271 Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. Kaffee. Roh in allen Sorten pr. Pfd. X 1—1,60, stets frisch gebrannten pr. Psd. X 1,40—1,80, garantirt rein und kräftig schmeckend. Raffinade in Broden, Würfel und Pulver, empfiehlt (4676 Fr itz Flimm, Maus bürg. Ausgestreckte Maschinen - Treib - Riemen aus bestem Kernleder, Schöpfbecher .Elevator) für Mühlen, Naturgare Wh- u. Binderiemen. Preislisten stehen gerne zu Diensten. | Louis Wittich äL Ginmachfässer in allen Größen stets vorräthig. Reparaturen werden rasch und gut ausgeführt. (5146 Emil Schmall, Frankfurter Hof. 4961) Der außergewöhnlich billige Verkauf wollener sehr haltbarer Strickgarne — ein rein gekämmtes Garn schon per i/2 Kilo von .X 2.50 an — dauert nur noch bis September. Theodor Küchler. Salat-Oele. Feinstes Oeillette, pr. Liter X 1.28, Sesamoel, feinstes, reinfchmeckend, pr. Liter X 1,20 (4674 empfiehlt Fritz Flimm. 5264) Gut gebrannte Rufsensteine werden im August und September abgegeben per Tausend 15 X bei _______________ Frau Eichenberg. Drahtgeflecht und -Gewebe für Hübnerhäuser, Volieren, Staketenwände und Vergitterungen, blaue, grüne und ichwarz lackirte Gewebe für Fliegenschränke Fenftervorfätze in verschiedenen Breiten stets vorräthig bei (3787 M. Wcisibäckcr. Ceylon, Pfeffer, weiß und schwarz, Senfsaat, gelb und grün, Muscatnüfse und »Blüthe, Cardamomen, Ingber, Piemont, ganz und garantirt rem gemahlen, Arrac, Rum, Cognac, sowie die feinsten Korn- und Franz- Branntweine. Fritz Flimm, Mäusburg. Kaffee von «X 1 bis «X 1.60, gebrannten Kaffee von «X. 1.50 bis eX. 1.85, Raffinade in Broden u. Würfeln, sowie alle sonstige Specereiwaaren, empfiehlt billigst 5015) Julius Wallach. Forbacher Formziegeln, sowie gewöhnliche Dachziegeln empfiehlt (3520 Fr, Müller II, Mauser. Mit dem Verkaufe mehrerer kleinerer und größerer Privathäufer mit Gärten in schönster Lage von Darmstadt u. Bessungen zum Preis von fl. 6, 7, 8 bis 10,000 und höher, auch mehrerer hübscher Villa's mit reizenden Gartenanlagen, unter sehr günstigenZablungsbedingungen, beauftragt, ersuche ich Reflektanten sich an das unterzeichnete Jmmobiliengeschäft (Logisnach- weisungsbüreau) zu wenden. P. Thüringer, Darmstadt, 4631)_______Schulstraße 5. Zur Desinfection empfiehlt " (4675 Carbolsäure, flüssig und in Vnlver, Chlorkalk, Eisenvitriol und Desinsectionslösung I'rllL I'IIlUlU, Mäusburg. 5235) Baumwollene und wollene Sommer-Unterjacken von 1 «X 25 an, Filet-Jacken von 1 -X. 50 H an, leichte Unterhosen empfiehlt _________H. Rübsamen. Feilgebotenes. Frisch abgek. Schinken, ächt Gothaer Cervelatwurst, Schinkenwurst, empfiehlt (4001 C. R. Textor, Brandgaffe. Feinsten vollsaftigen ScfnueiAcrfuis empfiehlt (5013 Gg. Wilh.. Weidig. Sommerröcke empfiehlt zu sehr billigen Preisen 4079) H. Rübsamen. Uermieiyungen. 5305) Ein mittleres Logis mit Zubehör zu vermiethen. Frankfurterstr. 33*. 5287) Ein Familienlogis zu vermiethen per 1. December oder früher im Hinter- hause des Darmstadter Hauses. 5243) Ein schönes Zimmer nach der Straße, unmöblirt, auf sogleich zu ver- miethen bei Ww. Clar, Gallthorstr. 135. 5219) Ein Zimmer, mit oder ohne Möbel, ist zu vermiechen. ___Neuenweg 117. 5144) Zimmer mit Bett zu vermiethen. _________________Schloßgasse B. Nr. 5. 5213) Ein freundliches mittelgroßes Familienlogis ist Wegzugshalber zu vermiethen. Seltersberg E- 38. 4887) In der Nähe des Cöln-Gießener Guterbahnhofs sind 2 Familienlogis mit abgeschlossenem Corridor und je aus 5 Zimmern nebst Zubehör bestehend zu vermiethen und alsbald beziehbar. Näheres bei __I. Blitz. 5051) Die Parterre-Wohnung unseres Hauses ist per 1. November er. anderweitig zu vermiethen ____E Friedberger Söhne. 5204) Ein Familienlogis mit schöner Heller Werkstätte ist zu vermiethen und den 1. September zu beziehen bei Wildhändler Ebel, Marktstraße.__ 4918) Wegen Versetzung des Herrn Aetuaraipiranten Orth ist das von dems. bewohnte Logis pr. 15. October anderweit zu vermiethen. __H» Schnell, Brandgasse. „ ^64) Ein Logis von 4 Zimmern mit Zubehör zu vermiethen. ^aplansgasse 218 bei Fran; Gerbode. 4/l°) «in größeres Familienlogis . Germania zu vermiethen. 5267) Zwei möblirte Zimmer jü ver- mtethen. Nähere Auskunft in der Restauration Gambrinus Wetzsteingaffe. 3898) Ein Familienlogis zu vermiethen und sofort zu beziehen bei ____________F^Felsing, Neuenweg. . 5007) Ein Logis, bestehend aus drei tneinandergehenden Zimmern, nebst Kam- mer, Küche re. zu vermiethen. __ÄüfcrJJltnoIÖ, Asterweg. 4308) Das von Herrn Kreisrath Or. Dieffenbach bewohnte Logis ist durch dessen Wegzug von hier per 1. October anderweit zu vermiethen. __H. Hochstätter Wittwe. 4739) Der 2 Stock, 3 Zimmer nebst Zubehöck, beziehbar 1. Oktober, zu vermiethen. _________Carl Stückrqth, Gartfeld. Vermiethungen. 2524) Zur Beachtung der Wohnungsuchenden jeben Standes: Stets Zimmer zu vermiethen, billig für X 8 bis X 12, monatlich. Weidenhaus, Dienstmann, Neustadt bei Stieber. vermischte Anzeigen 5303) Eine reinliche Frau wünscht Beschäftigung tm Waschen und Putzen. ______Neustadt Nr. 56, eine Treppe hoch. Ein ileizgergeselle, 19 Jahre alt, aus anständiger Familie, sucht per sofort over später Stellung. Näheres zu erfragen in der Erped. d. Bl.(5307 5308) Ein schwarzer Schäferhund zugelaufen. I. Langnitz, Hof Albach. 5052) Ein hiefigeS Engro-- Gefchäft sucht per sofort ctiren mit den nöthigen Borkennt- nifien versehenen jungen Mann als Lehrling unter günstigen Bdingungen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 5304) Ein fleißiges Dienstmädchen zum baldigen Eintritt gesucht. Näheres __Marktstraße D. 32. Verloren am Sonntag eine Manschette mit gold- Knopf. Abzugeben gegen Belohnung 5306)__Lit. B. Nr. 91. 5310) Unserm lieben Senior Ernst Z.....r zu seinem 26jährigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die ganze Sand- gafse wackelt.________ Seine Freunde. 5311) Für das Comptoir einer hiefigen Cigarrenfabrik wird ein Lehrling gesucht. Haupt-Bedingnisie gute Schulbildung und hübfche Handschrift. Selbstgeschriebene Offerten sub 5311 befördert die Erp. d. Bltts.__ 5283) Fein möblirtts Zimmer mit Cabi- net gesucht, nahe am Bahnhof) parterre,, zum 25. August. Offerten unter R. F. 4 in der Exped. d- Bl. niederlegen._________ Privatunterricht in El-mentar- und höherer Mathematik, sowie Sprachen rc. enheilt. Näheres in der Exped. d. Bl. (5289 5288) Bis zum 1. Oktober wird ein Mädchen, welches kochen kann, für die Küche gesucht im Darmstädter HauS, eine Stiege hoch. 4596) Das Flechten von Stroh« und Rohrstühlen, Anfertigen aller Gattungen von Stühlen wird prompt und reell ansgeführt von Philipp Henkel, Stuhlmacher, Tiesenw. 51, 5238) Ein Mädchen, welches Bügeln kann, wünscht noch einige Tage in der Woche besetzt. Näheres bei ____________Küfer Arnold, Asterweg. 5277) Zum Verkauf von Mühlenfab- ricaten und Hülsenfrüchten re. wird für Gießen und das Dillthal ein thätiger und solider Vertreter gesucht. Offerten unter J. C. 180 an Haasenstcin Vogler, Erfurt. Einen Lehrlings sucht (5160 ____Wilh. Hosch, Mechanikus. 5266) Ein gewandter Junge als Kellner gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl, 5313) Ein Kellnerjunge wird zum sofortigen Eintritt gesucht. Emst Lotz, Kirchenplatz. 5184) Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen gesucht. Jacob ThomaS, Schiffenberg. Weg. Rothe It’asen werden schnell und dauernd natürlich weiss mit Menyl, ein vorzügliches Präparat des Chemikers A. Nieske in Dresden. Preis 5 Mk. Amtlich untersucht und als unschädlich empfohlen. (4884 5295) Hierdurch die Nachricht, daß mein bereits angezeigter Cursus im Anfertigen von Damenkleidern den nächsten Dtontag beginnen wird. Schneider, Gesellschaftsverein. Die verehrlichen Mitglieder, welche ttüclier aus der (defellschaftsbibliothek entliehen haben, werden gebeten, dieselben bis zum Donnerstag den V-l. August zurückzuliefern. — Bis zur Vollendung der Revision, welche zum Behuf der Fertigstellung eines vollständigen Katalogs vorgenommen wird, bleibt die Bibliothek geschlossen. Gießen, den 9. August 1879. 5294) Der Bibliothekar: Dr. ’W*. Oncken. Oberheff. Obst- u. Gartenbau-Verein. 5236) Um mehrfach entstandenen Zweifeln zu begegnen, machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, daß auch Liebhaber, sowie Besitzer von einzelnen hübschen Zimmerpflanzen zur Ausstellung dieser ihrer Pflanzen zugelassen werden, es sogar sehr erwünscht ist, solche reichhaltig vertreten zu sehen. Selbstverständlich concurriren auch diese Pflanzen um die ausgesetzten Geldpreise und Diplome. Anmeldungen sind bis spätestens den 25. August an Herrn Kunstgärtner C. Deines zu richten. Die Ausstellungs-Commiffion. Verantwortlicke Redactton: 9L Scbeyba. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-DrNckerei (Fr. Ehr. Vietscd) in Gießen. $ss n D Wiu s! 9tni Ätz! daß jene ü etl(l tann d-l'i 1 Die So sehr r worben «st, H Franz Joseph all schaftlichen Char Ansicht abgelraii tische Bedeutung Gedanken Auedrv dessen ©ebanfeng genug hielten um Mer trifft bei fl österreichischen Kai er sie eben durch i Officiösen verkünde Weise ausfafsen. 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