Mr. 87. Erstes Blatt. Sonntag, den 13. April 1879. Hichener Miyeiger AiMk- Wh Alllisbtilti fll Hk« Kms Gießen._______________ } «»ulst.-,- B. II. «rscheint «»glich mit «u-n-chm- d°s Montag,.D^ch d°i^P°st^^°g-n m^telMrlich 2 M°^'"s^Ps'' Amtlicher Tßeit. Bekanntmachung. Der Stadtbach und Stadtringgraben werden von vielen hiesigen Einwohnern als Ablagerungsplätze für sammtlichen Unrath, Kehricht, Schutt, Steine, Asche, Scherben, alte Blechgeschirre und vergleichen benutzt und wird dadurch der Wasserlauf gehemmt. Wir sehen uns veranlaßt, wiederholt öffentlich auf das Strafbare dieser Handlungsweise hinzuweisen mit dem Anfügen, daß das Auffichts- personal angewiesen , jede derartige Zuwiderhandlung, strafbar nach Art. 120 des Polizei-Strafgesetzes mit 1 bis 17,14 Mark, unnachfichtlich zur gerichtlichen Bestrafung anzuzeigen. Gießen, den 12. April 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fres e n i u 6.________________________________ Bekanntmachuli g. Betreffend: Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit. Diejenigen Einwohner von Gießen, welche Tauben halten, werden hiermit aufgefordert, dieselben ohne Ausnahme vom 15. April bis 13. Mai l. I. bei Meidung der in Art. 79 des Feldstrafgesetzes vorbestimmten Strafen in den Schlägen eingesperrt zu halten. Gießen, den 12. April 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. _____Fresenius.______________ B ekauntmachu n g. Die Entscheidungen auf die Remonstrationen und Reklamationen gegen Einkommensteuer - Ansätze des ersten Quartals 1879 haben auch Wirkung auf die gleich gebliebenen Beträge des Etatsjahres 1879/80, ohne daß es deshalb einer weiteren Anregung Seitens der ^Pflichtigen bedürfte. lieber die bereits erlassenen Posten wird den Gr. DistrictS-Einnehmereien sofort das Geeignete zugehen. Mit Beginn des Etatsjahres 1879/80 sind Reklamationen gegen die für dasselbe erfolgten Ansätze der direkten Steuern nur insoweit zugelaffen, als sich dieselben auf die Steuer be r e chn un g beziehen. Gießen, den 12. April 1879. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. S ü f f e r t.__ politisch Deutschland. Darmstadt, 11. April. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, daß Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog in den Großh. Militärdienst eingetreten find, und am gleichen Tage ist Se. Großh. Hoheit Prmz Heinrich in den- selben eingetreten, beide in das Großh. Leibgarde-Regiment (Ar. 115). Au- dem Großherzogthuw Hessen, 10. April. Ein für die Rheinsch-ffsahn wichtiges und erfreuliches Eretgniß hat sich gestern in der Mittagsstunde oberhalb Worms unter den üblichen Feierlichkeiten und der Mitwirkung der oberen Staatsbehörden vollzogen — die Eröffnung des neuen Rhetndurchstiches am sog. Oberen Busch zwischen dem Roxheimer Loch und der Marke Mittelbruch. 179 Jahre bestai d das betr. Projekt, bis es nunmehr ausgeführt wurde. In den Jahren 1700—1780 hatte der Rhein, von seinem südlichen Lauf dort plötzlich gegen Osten etwas südlich abbtegend, nicht wenige, als 3000 Morgen Land auf dem rechten Ufer weggespült und die volkreiche Gemeinde Lampertheim (6000 Seelen) der Art bedroht, daß man dem Untergänge derselben vorbeugen zu können schon verzweifelt hatte. Zwei Iah. Hunderte vorher war auf diese Weise das Dorf Bischofsheim unterhalb jenes Ortes weggespült worden. Nun ist der Lauf des Stromes nach links (westlich) abgelenkt, indem die durch jene östliche Ablenkung entstandene Lmdzunge in der Richtung von Nord nach Süd durchstochen worden ist. Auf Entscheidung der technischen Strombes hrungs-Commission der Rheinstaaten wurde der Durchstich 1874 begonnen. Die Kosten wurden auf 3/4 Mill. Mk veranschlagt, von denen Heffen 240,(00 Mk zu tragen hat. Der Kanaldurchschnitt hat eine Länge von ungefähr lOUOm und eine Sohlbreite von 20m, die auSgebobene Grundmasse beträgt etwa 110 000 cbm; die Tiefe des Fahrwassers ist auf 2,10m dcS mittleren WasserstandeS berechnet. Der Flußweg wird durch den neuen Durchstich um eine Wegstunde abgekürzt und bildet nun dort eine gerade Linie statt der Schleife von 2 Stunden. Die Arbeiten wurden in einer Arbeitszeit von nicht einem Jahre vollendet. Der neue Durchstich (der siebente zwischen der ehemaligen deutschen, bayerisch-elsässischen Grenze und Oppenheim, der zweite auf hessischem Gebiet) ist der Art angelegt, daß der Strom den in Lett-Dämme eingeschlosienen Durchstich auf 300m erweitern kann und durch Abspülung der Ufer wohl auch wird. (K- Z.) Berlin, 9. April. Das freisprechende Erkenntniß, welches vom Landgerichte zu Saarbrücken im Marptnger Wunderschwtndel - Prozeß am 5. April verkündet wurde, schreibt die „Magd. Ztg.", muß bei dem Material, welches die wündlche Verhandlung bot, einigermaßen überraschen. Wenn die angeblichen Wundererscheinungen vom erkennenden Gerichte als schändliche Täuschung gekennzeichnet werden, dennoch aber das Ntchtvorhandensetn des strafrechtlichen Dolus angenommen worden ist, so ist dies ohne Kenntntß der sämmUtchen Entscheidungsgründe unverständlich. Der Betrugs-Paragraph findet den „Dolus" in ter „Vorspiegelung falscher Thatsachen", ein Erforderntß, welches sich mit dem Inhalte der Worte „schändliche Täuschung" vollständig deckt. Jedenfalls dürfte der Prozeß mit der bekannt gewordenen Entscheidung erster Instanz seinen Abschluß noch nicht gefunden haben. Wie indeffen auch die endgültige Entscheidung auSfallen möge, wird der Prozeß seine wohlthätige Wirkung nicht verfehlen. Selbst ultramontane Blätter sprechen sich mißbilligend über die bekannten Vorgänge in Marpingen aus, wie solche im Laufe des Prozesses sestgestellt worden sind. Die gerichtliche Verurtheilung der Bethei- ltaten ist nicht die Hauptsache, sondern die Verurtheilung in der öffentlichen Meinung, und die Enthüllung und Bloßstellung des Wunderschwindels in s.mer abichrecke- dsten Gestalt. Diese wohlthätige Wirkung ist auch ohne die gerichtliche Veruttheilung der Angeklagten elreicht worden, und jedenfalls wird bie Erkenntniß, daß die Behörden ein wachsames Auge auf so demoralisirende Vorgänge haben, den Regisseuren des Marplnger Wunderschwtndels vorläuftg die Lust zur Wiederholung desselben benehmen. Berlin, 10. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine (Sorte» spondenz tn ter Abendnummer der „Börs.-Ztg." vom 5. April, wonach sich die Regierung entschloßen haben soll, mit den Vertrauensmännern der Mägde- burg-Halberstädter Ellenbahn über die Erhöhung derjenigen Rente zu verhandeln, w lche in dem Vertrage vom 15. Febr. 1879, betr. den Uebergana des genannten Unternehmens auf den Staat für die Aktien Ltt. B. tn Aussicht genommen wurde, entbehrt jeder thatsächlichen Begründung. Es fand weder an dem in dem Artikel bezeichneten Termine (am 8. April) eine Konferenz statt, noch erging Überhaupt eine Einladung zu einer solchen Conferenz. — In der heutigen Sitzung des Bundesrathes wurden die Gesetzvorlagen über Erhöhung und Erhebung der Brausteuer angenommen. — Nach Versicherung hiesiger Centrumsmitglteder wird das Centrum genau tn der vom Abg. Windthorst (Meppen) bet der sog. freien volkswtrth- scbastlichen Vereinigung angegebenen Richtung für theilw ise Vorberathung des Ta iss tn einer Commission stimmen Damit ist beleits die Frage über die geschäftliche Behandlung des Tarifs entschieden. Man ist allgemein der Ansicht, daß dadurch eher Zeit gewonnen als verschleppt wird. Uebrigens ist oas Arbeitspensum, welches der Reichstag bet Wiederaufnahme der Geschäfte vorfindet, mit dem Tarif, der Tabakesteuer und den Brausteuergesetzen, welche übrigens erst nach Ostern an den Reichstag gelangen, ganz abgesehen von den noch zu erledigenden Justizvorlagen, weit größer als dasjenige, welches er feit seinem Zusa" mentritt bereits abgewickelt hat. Saarbrücken. Der Staatsanwalt hat gegen das Urthetl im Mar- ptnger Prozeß Berufung angemeldet. Kesterreich. Wien, 10. April. Der Dichter Sari Beck ist gestorben. — Meldung der „Poltt. Corresp." : Nachdem die Beleidigung, deren Gegenstand der österreichisch-ungarische Consul in Widdln Seitens der borttgen officiellen Organe gewesen, constatirt war, erfolgten Schritte in Petersburg wegen Erlangung entsprechender Genugthuung von der russischen Regierung. — Dre- selbe Korrespondenz will auf Grund angeblich guter Informationen da on Kenntniß haben, daß die Verhandlungen zwischen den Cablneten über tie Modalitäten , unter welchen das Project der gemischten Occupation Ostrumelrens realisirbar sei, sortdauern. Kngland. London, 9. April. Die Meldungen über Ankunft der Verstärkungen am Cap mehren sich- Ein Transportschiff nach dem andern taucht nach mehr- wöchentlichem Verschwinden am jenseitigen Ende der Reise aus. Ungeachtet des Aufenthaltes in St. Vincent scheinen die Schiffe an Schnelligkeit das Möglichste geleistet zu haben. Die „Manora", eines der ersten Schiffe, welche von hier abgtngen, hat die Fahrt nach der Capstadt mit Einrechnung des Aufenthalts zu St. Vincent in 21 Tagen und 12 Stunden, und mit Ausschluß jener Zett in 19 Tagen und 22 Stunden zurückgelegt. Es ist dies, so viel bekannt, die schnellste Fahrt, die jemals ein Schiff zum Cap gemacht hat. London, 10. April. Der „Standard" erfährt, daß Frankreich und England zuvörterst eine freundliche, aber energische Warnung an den Khedive richten, seinen Fehlgriff wieder gut zu machen. Andernfalls würde die Pforte ernstlich angegangen werden, die Sache in dringliche Erwägung zu ziehen und die Absetzung des Khedtve zu veranlassen. Außlaud. — Aus Petersburg kommt die Nachricht, daß Kaiser Alexander ganz kürzlich ein Schreiben vom nihilistischen Cenkral-Comite erhalten habe, worin ihm versichert wird, daß weder ihm, noch einem Mitgltede der kaiserlichen Familie irgend eine Gefahr Seitens der Nihilisten drohe, dagegen würden die Verschworenen nicht aushören zu schießen, stechen und morden, bis die ganze Sippschaft vertilgt wäre, die den Kaiser umgibt. Man wirft in dieser Schrift den Richtern Ungerechtigkeiten, den Kerkermeistern Grausamkeiten vor. — Den jungen Mann, welcher das Attentat aus den General Drentelen beging, scheint die Polizei nicht ausfinden zu können, wenigstens ist die von der „Wiener Abendpost" gemeldete, von uns sofort bezweifelte Nachricht von seiner Verhaftung bis heute nicht bestätigt. Die Nihilisten fahren inzwischen in ihrer Arbeit fort und die Wirkung des von ihnen verbreiteten „Schreckens" bleibt nicht aus. Der Dtrector der Canzlei der Petersburger Stadrhaupt- Mannschaft und deffen Gehülfe haben, wie die Petersburger Nowostt schreiben, von dem geheimen Revolutions-Comite ausgesordert, auf ihre Aemter verzichtet, in Folge deffen mit der Leitung di,ser Aemter der Wirkliche Staaterath Turt- schaninow und der gewesene Charkower Vice-Gouverneur Staatsrath Schelluchin vorläufig betraut wurden. Kaum traten diese am 27. v. M. ihre Stellen an, als sie schon am nächstfolgenden Tage mehrere anonyme Briefe erhielten, die beide Beamten mit dem sichersten Tode bedrohten, falls sie ihre Aemter weiter ausüben sollten. In Folge deffen reichten auch diese Beiden ihre Entlastung ein, die jedoch bis heute noch nicht angenommen ist. Viel muthiger ist der Stadthauptmann von Petersburg, Generalmajor Surow, der trotz der Menge Drohbriefe, die demselben fast täglich zukommen, geduldig auf seinem Posten verharrt. Dafür aber ist Surow beständig von einer zahllosen Schaar Gens- darmen in Uniform und Civtl umgeben. — Die Zahl der in den letzten Tagen in Charkow verhafteten Socialisten, Studenten und Studentinnen, beträgt, wie dem ,, Petersburger Golos" geschrieben wird, nicht weniger als 1040 Personen, die in zwei Gefängnisten, und zwar dem Nowobelgorodschen und dem Nowo- borifloglebschen Schloste internirt sind. Von diesen Verhafteten sind bereits mehrere nach den östlichen Provinzen Rußlands verbannt worden. Der neuernannte Charkower General-Gouverneur, General-Adjutant Minkwitz, waltet mit eiserner Strenge seines Amtes. Wie wenig diese Maßregeln die Nihilisten einschüchtern, beweist eine Meldung der „Petersburger Zeitung" vom 3. b : Unweit ber Kasanschen Kathebrale in Petersburg würbe ein Mann in einer Blutlache gefunben; neben ihm lag ein blutiger Dolch. Der Hals des Unbekannten war fast ganz burchjchnitten. Auch fanb man bei der Leiche einen Zettel, auf welchem Folgendes mit rother Tinte geschrieben war: Iwan Sabego, 23 Jahre alt, Hörer der medico-chirurgtschen Akademie, wird hiermit für seinen Verrath mit dem Tode bestraft. Das social-revolutionäre Executiv-Comite." — Wiener Meldungen zufolge hat sich herausgestellt, daß die jüngst in Wien verhafteten Studenten mit den nihilistischen Comites in Rußland in Verbindung gestanden b ben. (K. Ztg.) Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Korrespondent-Bureau. Pari-, 11. April Die Nachricht auswärtiger Blätter, daß Rochefort hierher zurückgekehrt sei oder zurückkehren werde, ist unbegründet. Rochefort dürfte sich nicht unter denjenigen befinden, die noch Amnesttrung zu erwarten haben. Petersburg, 11. April. Die „Agence ruffe" schreibt: Die Mächte find gegenwärtig mit Unterhandlungen über den Vorschlag der Pforte beschäftigt, wonach, anstatt eine gemischte Occupation Ostrumeliens eintreten zu lasten, Aleko Pascha, welcher allen Betbeiligten sympathisch ist, zum Gouverneur Ostrumeliens ernannt werden soll und die Pforte ferner bereit ist, der Verlängerung der Vollmachten der internationalen Commisfion auf ein Jahr zuzustimmen; während dieser Zeit wolle die Pforte keinen Punkt militärisch besetzen, wo ihr das Recht zustehe, Garnisonen zu halten. Die „Agence" fügt hinzu, die Com- binatton könnte gutgeheißen werden, wenn das Einvernehmen aller Cabinete ein absolutes und ihre Sprache gleich unparteiisch und energisch sei in Konstantinopel, Tirnowa und Sofia- Das russische Cabtnet ließ seinerseits seinen Vertretern in der Türkei, Bulgarien und Rumelten kategorische Instructionen zugehen. Nom, 11. April. Das Journal „Mestaggiero" meldet: Die Versammlung der demokratischen Führer bei Garibaldi hatte hauptsächlich den Zweck, eine Agitation zurs Erweiterung des Stimmrechtes auf den dem allgemeinen Stimmrechte sich nähernden Grundlagen einzuleiten. Kairo, 10. April. Die Mitglieder der Enquete-Commission haben ihre Entlastung genommen. Washington, 11. April. In der heutigen Sitzung des Cabinets lenkie Staatsiecrelär Eoarts die Aufmerksamkeit auf die neueste Information aus Samoa, wonach der thafächliche Ausbruch der Zwistigkeiten zwischen den Parteien als unmittelbar bevorst.h.nb betracht werde. D -s &Ben der Ausländer sei dader in g,cßn Beschluß wurde indeß nicht gefaßt, weil die Pforte zuvor die Ai schauunge" Englan s und Frankreichs kennen lernen will. Sevilla, 11. April. In Fo ge eines Rückfalles hat sich der Kcank- heitszust md d r Jufa> tu Christ-ne verschlimmert. Paris, 11. April, Abends. Der „Agence Haoas" sind Privatnachrichten zu. egangin, wonach R ßlaid den Vorschlag gemacht haben soll, baß Ostrum >ien nur durch italienische T-uppen besetzt werde. Florenz, 11. Apiil Abhubs. Das Journal „Nazione" melbet, baß außer dem Bomben Proceffe noch ein anberer Proceß gegen acht Inter» Nationalisten wegen Verschwörung gegen bie Sicherheit bes Staates eingeleitet ist. Einer ber Angeklagte", so fügt das Blatt hinzu, habe sich wegen Mangels an Geldmitteln an einen sich in Fiewle aufyaltenden Jesuiten-Oberen gewendet und demselben vorgeschlagen, sich mit ihm zu einem Unternehmen behufs Umsturzes der Regierung zu verbinden; der Vorschlag sei aber mit Entrüstung z >rück^ewiesen worden. Loka les. Gießen, VI. April. Wenn in letzter Nummer dieses Blattes von der Geflügel-Ausstellung zu Darmstadt berichtet wird, so sehen wir, daß die Aufzählung des Catalogs ziemlich vollständig gelungen ist. Wir verzichten in Gießen auf eine solche Aufzählung, wir möchten den Lesern nur rathen: kommt und sehet, welch prächtige Thiere, welche prächtige Geschöpfe der gefiederten Welt die vierte große Ausstellung des hiesigen Vereins für Geflügel- und Vogelzucht aufzuweisen bat. In der zu solchen Ausstellungen wie gebauten geräumigen Turnhalle kräht und pfeift und jolt es, daß cs dem Besucher auf den ersten Augenblick im Kopfe schwirrt. — Wir versprachen neulich nicht zu viel, wenn wir sagten, daß die heurige 4. Ausstellung würdig der ersten sich an die Seite stellen könnte. Was namentlich die feineren Thiere anlangt, so weist die jetzige Ausstellung wahre Prachtexemplare auf. Wir erwähnen beispielsweise nur die weißen Indianer, auch Negerhübner, mit Hollen, die Iokoharnas, Paduaner in diversen Farben, sowie Cochinchina in wahrer Riesengestalt. Von Tauben zu reden, so sind hier alle Racen vertreten, vom kleinsten egyptischen Mövchen bis zur schwersten Römertaube. Die singende Welt repäsentirt sich in Canarien, Drosieln, Bergfinken rc. Für Liebhaber von Exoten bietet sich auch dem Auge Schenswerthcs. Kakadu's, Sonnenvögel, Amazonen, Amaranthen rc. in langer Reihe erfreuen den Beschauer durch ihr liebliches Gefieder und theilweises Geplauder. Für den Züchter haben verschiedene Firmen diverse Futterartikel ausgestellt Etwas nicht Alltägliches bieten die Aquarien, welche schön bevölkert und mit Springbrunnen versehen sind. Sic gehören eigentlich, streng genommen, nicht in eine solche Ausstellung, tragen aber zur Decorirung ungemein viel bet, ebenso wie die diversen Kasten ausgebalgter Thiere- Der Loose-Vertrieb hat sich in den letzten Tagen so günstig gestaltet, daß dieselben bis auf einige Hundert vergriffen sind. Liebhabern dürfte zu rathen sein, sich alsbald in den Besitz noch eines solchen zu setzen, da, wie wir hören, der Vorstand des Vereins in der Lage ist, in dieser Ausstellung ganz vorzügliche Thiere als Gewinne ankaufen zu können. - Wie aus dem Jnseratentheil zu ersehen, werden wir in Wenzel's Garten am nächsten Mittwoch Abend eine fremdländische Künstlergesellschaft sich produciren sehen. Wir entnehmen der „Köln. Ztg " einen Bericht über die Leistungen derselben: Eine unter Sivi-Madjoub-Ben-Mahomed's Leitung stehende Künstler-Gesellschaft aus Marokko eröffnete gestern Abend im Thalia-Theater eine Reihe von Vorstellungen auf dem Gebiete der Gymnastik und Equilibristik. Die Muselmänner legten eine Gewandtheit, Kühnheit, Sicherheit und einzelne auch eine Körperkraft an den Tag, welche dem Publikum Staunen und Bewunderung abnöthigtcn. Prächtige Pyramiden stiegen im Nu empor, vier Mann hoch, bestehend aus neun Personen, von denen acht von einer einzigen sehnigen Gestalt getragen wurden. Den Glanzpunkt der Vorstellung bildeten die Salti-Mortali, welche ein Mitglied der Truppe über die Köpfe der Darsteller und zugleich über eine Reihe gekreuzter Bayonette ausführte. Fast jede Nummer wurde mit rauschendem Beifall ausgenommen. — Die Osterkuchenmilch muß diesmal arg gewäffert worden sein. Am Gründonnerstag wurden 40 und heute nicht mehr wie 80 Liter gewässerte Milch confiscirt. Vermischte S. — Sämmtliche Zeitungen und Zeitschriften der Welt in einer Vollständigkeit, wie sie nur mit vielem Auiwand von Fleiß und Sorgfalt ermöglicht werden kann, enthält der soeben in 18. Auflage erschienene Insertions-Tatrif der Annoncen-Expeditio« von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M. Ein angefügtes alphabetisches Ortsregister erleichtert das Auffinden der übrigens nach Staaten, Provinzen und Kreisen geordneten Ausgabe-Orte aller Zeitungen, über deren Auflage und Original-Zeilenpreise das geschmackvoll ausgestattete Buch jede wünschenswerthe Auskunft gibt Die genannte Firma versendet den Katalog auf Verlangen gratis und franco.______________________________________________________________ Handel und Verkehr. Gießen, 12 April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 85 bis 90 H, Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier, per Stück 10—12 Enteneier, per Stück 6 Ka>'e, per Stück 5—7 H, Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 24 H, Tauben, das Paar 90 H, Hühner, per Stück JL. 1.50, Hahnen, per Stück J4 1.70, Enten, per Stück JL 2.50, Kartoffeln, per 100 Kilo tz 1 Jt., nicht nutnmerirhi 75 Kötn-Gießener Bahn. Abfthrten von Gießen nach: Am II. und III. Osterfeiertage: GROSSES COX« EKT Kirchberg bei Lollar Am 3. Osterferertag: Zu Abschlüssen von Versicherungen mich bestens empfehlend werden Prospekte und jede Auskunft bereilwilligst gratis ertheilt. Gießen, den 1. April 1879. 2473) Karl Klees, Agent. 2 Osterfeiertag („Gambrinus") Abend-Concerl. 2489) Anfang >/z8 Ubr. — Cntr^ 23 Pf. Perantwortlichk Rkdaction: A. ScheI) da. — Druck und Verlag der BrühNchen Univ.-Druckerei (Fr. ^b r .Pietsch) 'N Gnßen. nie nächste Hummer erscheint Mittwoch Abend. H'erzu cm »weites Blatt und 1 Schwache u Nervenleidende, welche angenehmen u. billigen Landaufen- halt suchen, finden vollständiges Pensionat (auch Bäder) auf Johannisberg b. Fulda. Adresse; WittweHofräthinPfennigkanffer. 1016) Das Flechten von Snoh» und Rohr-Stühlen, Ansertigen aller Gattungen von Stühlen wird prompt und reell ausg-füdrt von Philipp HcRZeck-Ltuhlmacher, Tiefenw.51. Deutz 6«, 12 4«. Dillenburg 6", 12, 4", 9». Siegen 6", 12. (71 Wetzlar 6", 8^, 9-^, 12, 4", 7«, 9*. Friedlich Wilhelm preußische lebens- und Garantie-Dersicherungs- Actien-Gesellschaft in Berlin. Wir zeigen hiermit ergebenst an, daß wir mit heutigem Tage Niederlage in reinen schwarzen Thee’s, imporlirt von R. Scheibler in London. • 2465) Auf meinem Hofe ist ein Gebuud Reiser Besen liegen geblieben, und können dieselben von dem Eigenthümer gegen Erstattung der Jnseratgebühren in Empfang genommen werden. C asp^ V ogel, Gartfeld Nr. llß7. 2468) Unserem lieben Freunde Christian H . . . . r zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß der ganze Schipka- Paß wackelt Christian Du sollst leben! Dein Gebrüder daneben, Das Fäßchen dabei; Hoch lebt Alle drei.___ 2483) Unserem lieben Turnbruder Eh......n Z . . . . r zu seinem Morgen stattfindenden 17jährigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Gut Heil! daß der ganze Asterweg wackelt. Tbr. Die Blut (Aphis) laniger It-lenn sie sich langen, weißen, lvrlchen fie dicht kluneien, dicht 3'ikhm werden. 9«färbten rötblid von dem * Wta6 L::r fc8'" U"d ”"b au« 2 61'0en e(„ * be' hi« t, mc,tD11 w" Jnbe tb M Ä8'1 Üben Af P- ’Ä* ”*< k'd--» ftÄ’ h ölNe 2485) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__________H Plank, Friseur. 2567) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Wallthorstraße Lit. A. 135. 2466) Das von Herrn Architek Hug bewohnte Logis (im Bott'schen Hause) ist bis zum 1- Juli anderweit zu oermietben. Seltersweg Lit- C. 72. 2448) 2. Stock zu vermiethen bei Feldwebel Bruck Häuser, Grünbergerstraße. 2460) Wohnungen zu vermiethen ' Mühlgasse v. 79. _ Bei der Ausw hl untir den Bitterwässern verdient nach dem Urtheil der bedeutendsten ärztlichen Autoritäten, wie Web Rath Prof. Dr. Frerichs, seiner milderen, die Lerdauungsorgane nie angreifenden und nachhaltigeren Wirkung wegen d^das natürliche 4-riedrichshaller Z Bitterwasser den Do rüg. 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Ein Laden eebft kleiner Wohnung ist zu vermiethen sogleich zu beziehen Seltersweg Lit. C. Nr. 184. 1876) Das seither von Herrn Pros, vr. Weil a n d bewohnte Logis, 5 Zimmer mit Zubehör, mit oder ohne 2 Mansardenzimmer per 1. Juli m vermiethen H. Bepler, Ludwigsstraße. 2470) In meinem neuerbauten Hause, in der Bleichstraße, sind 3 Logis, je mit 5 Zimmern und Zubehör, auch Gartenan- thetl, alsbald zu vermiethen. ______A. Huhn Vermischte Anzeigen. 2479) W^ißbindergesellen u Handlang r gesucht von ____________Jacob Re Iber. 2480) Arbeiter finden dauernde B es ch ä f' tigung bei_____August Scklcsfinger. 2481) Ein Mädchen in ein hiesiges Ge schäft gesucht. Näheres bei der Expedition d. Bltts.____ Textor’s Hardt. 2446) Bei beginnender Sommersaison, erlaube ich mir die Wirthschaft in freundliche Erinneiung zu bringen, und wird es mein Bestreben sein, durch diverse Speisen, ein vorzügliches Töpfchen Export ff. und guten Kaffee, mir die Gunst des geehrten Publikums zu erwerben. ___________Onkel Rothe. 2453) Von heute an wird itten: Stammholz zu 32 H per üiD/tr. (2 H per lHFuß), Brennholz zu 1 per Rmtr. bei H. Keck.