Nr. 36. Mittwoch, den 12. Februar 1879. Meßmer Mmeiger Anjeize- ul Amtsblstt für len Kreis Gießen. Redac1to«Sbureau r GxpedittonSbureau r | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politischer Hheil. Deutschland. 790 600 25,000 An Besoldungen und anderen persönlichen Ausgaben sind im vorgesehen: I. Oberlandesgericht. Kanzleidiener mit je 1,340 Mk. 2 62,500 7 500 5,000 85,000 2,000 1 1 2 2 1 Mk. 429 660 25,000 1 1 10 Mk. 9,000 7,500 1 357,260 Einzelnen Die darin vorgesehenen Ausgaben Vertheilen sich wie folgt 1) Behörden und Anstalten für die Justiz: A. Gerichtshöfe. a. Besoldungen b. Kanzleikosten B. Amtsgerichte. a. Besoldungen b. Kanzleikosten (Bureaukosten und Vergütung für Amts local) C. Bureaukvsten zur Verfügung des Ministeriums 2) Reisekosten, Ueberzugskosten, Diäten, Remunerationen, Vicariats- und AuShülsekostm, Kosten der Visitationen und Revisionen, Kosten der Renovation der Hypothekenbüchern Präsident ........ Senatspräsident Räthe mit 6000 und 6500 Mk., im Durchschnitt 6250 Mk Oberstaatsanwalt, Maximalgehalt . . . . Gerichtsschreiber, Maximalgehalt . . . . Hülssgerichtsschreiber mit je 2000 Mk. . . ., Schreibgehülfen mit je 1,500 Mk \ Gehülse des Oberstaatsanwalts mit 1,800 Mk. . .( Zeitweise SchreibauShülfe 1000 Mk- . . Darmstadt, 8. Februar. Mit Allerhöchster Genehmigung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs ist den Ständen ein Nachtrag zu dem Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben in der Finanzperiode 1879/81 zu Hauptabteilung IX. Ministerium des Innern und der Justiz B, in Geschäftszweigen der Section für Justizverwaltung, vorgelegt worden. 9,800 2,680 103,980 II. Landgerichte. Mk. 3 Präsidenten mit je 7,500 Mk 22,500 7 Directoren mit je 6,500 Mk 45,500 35 Richter mit 2,500 biö 5,500 Mk., im Durchschnitt 4000 Mk .... 140,000 3 erste Staatsanwälte mit Maximalgehalten von je 6000 Mk......... 18,000 7 Staatsanwälte (Substituten) mit 2,500 bis 4,500Mk. im Durchschnitt 3,500 Mk 24,500 3 Gerichtsschreiber mit im Durchschnitt 4000 Mk. . 12,000 10 geprüfte Hülssgerichtsschreiber mit je 1,800 Mk. 18,000 \ 2 decretmühig anstellbare Hülssgerichtsschreiber für 1 § den Dienst bei zwU Kammern für Handels- [« fachen mit je 3000 Mk. .... 6,000l^ 7 Actuariatsgehülfen mit je 1.200 Mk. . . 8,400/ o 10 Schreibgehülfen mit je 1000 Mk. . . 10,0001.2* 3 Staatsanwaltsgehülfen mit je 1,800 Mk. . 5,4001 Z Zeitweise SchreibauShülfe .... 60001er 53,800 7 Kanzleidiener mit je 1,340 Mk 9 380 325680 Summa 429,660 III. Amtsgerichte. Mk. 108 Amtsrichter mit 2,500 bis 5,500 Mk., im Durchschnitt 4000 Mk 432,000 16 Amtsanwälte mit je 2000 Mk. Remuneration . . 32,000 52 Gerichtsschreiber mit 2000 bis 4000 Mk., im Durchschnitt 3000 Mk 156.000 48 geprüfte Hülssgerichtsschreiber mit je 1,200 Mk. 57,600 / - A 70 Schreibgehülsen mit je 1000 Mk. . . 70 000 -Z Zeitweise SchreibauShülfe .... 6,000) Schreibhülse für die Amtsanwälte . . 10,000 ( 143,600 54 Gerichtsdiener mit je 500 Mk 27,000 790,600 Zur näheren Begründung des Nachtrags in Ansehung der Zahl de Stellen, der Höhe der Gehalte und Remunerationen, sowie der übrigen Be- dürfniffe ist demselben eine besondere Denkschrift beigefügt. Darmstadt, 8. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 4 enthält : 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, die Aushebung der zwischen Hesien und Preußen getroffenen Vereinbarungen wegen Verhütung und Bestrafung der Forst-, Jagd-, Feld-, Fischerei-Frevel betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Gesuche um Erlaubniß zur Theilung von Grundstücken, welche mit Tilgungsrenten belastet sind, betreffend. Darmstadt, 10. Februar. In der heutigen (13.) Sitzung der zweiten Kammer der Stände wurden die Budgetverhandlungen, und zwar mit Haupt- abtheilung X „Ministerium der Finanzen", fortgesetzt und wurde der Ausschußantrag, den Durchschnittsgehalt eines vortragenden Rathes in der Abth. für Bauwesen mit 5200 «X auch ferner nur für den ersten Inhaber zu bewilligen, nach längeren Debatten angenommen. Die für die Qberrechnungskammer Hauptstaatskaffe, Obersteuei-Direktion und Ober-Forst- und Domänen-Direktion geforderten Beträge wurden nicht beanstandet. Sowohl der vom Ausschüße beantragten Verminderung der Rentamtsstellen, wie der im Laufe der Finanzperiode 1879/1881 vorzunehmenden Beseitigung des Instituts der Rentams- biener wurde die Zustimmung ertheilt. Schließlich wurde die für technische Forstverwaltung und Forstschutz beantragte Summe bewilligt, eine Gehaltserhöhung von 9 Oberförstern im Betrage pen 2700 «X abgelehnt. Berlin, 8. Februar, Abends. Das Abgeordnetenhaus fuhr heute Abend in der Be- rathung über den Eisenbahn-Etat fort. Im Laufe der Debatte erklärte Minister Maybach, die Regierung werde auf Verminderung der Direktionen, Ersparnisse und eine geregeltere Verwaltung binstrcben. Er könne für die nächste Session einen anderweitigen Organisationsplan für die Staatseisenbahnen in Aussicht stellen. Der Etat wurde schließlich nach den Anträgen der Commission genehmigt; ebenso die von der Commission vorgeschlagenen Resolutionen. Die zweite Lesung dieses Etats ist damit beendigt. Der Etat balancirt mit 711,500,758 X in Einnahme und Ausgabe. Berlin, 8. Februar. Der Ausschuß des Bundesraths für Justizwesen hat, wie schon erwähnt, den Gesetzentwurf, betr. die Strafgewalt des Reichstages über feine Mitglieder, einer Abänderung unterworfen und beantragt, der Bundesrath wolle dem Entwurf in dieser Fassung die Zustimmung erthei- len. Die Abänderung betrifft folgende Punkte: die Berufung an den Strafrichter ist beseitigt; die Ausschließung von der Wählbarkeit ist gleichfalls m Wegfall gekommen und endlich sind auch die Strafen geändert worden. Der Entwurf lautet in seiner so veränderten Faffung folgendermaßen: § 1. Dem Reichstag steht eine Strafgewalt gegen seine Mitglieder wegen einer bei Ausübung ihres Berufes begangenen Ungebühr zu. § 2. Diese Strafgewalt wird von einer Commission ausgeübt, welche aus dem Präsidenten, den beiden Vicepräsidenten und 10 Mitgliedern besteht. Letztere werden bei dem Beginn jeder Session für die Dauer derselben unmittelbar nach erfolgter Wahl des Präsidenten gewählt. § 3. Die Ahndungen, welche die Commission verhängen kann, sind je nach der Schwere der Ungebühr: 1) Warnung vor versammeltem Hause, 2) Verweis vor versammeltem Hause, 3) Ausschließung aus dem Reichstage auf eine bestimmte Zeitdauer. Diese kann bis zum Ende der Legislaturperiode erstreckt werden. § 4. Wird die Ahndung (§ 3) wegen einer Aeußerung oder wegen des Inhalts einer Rede ausgesprochen , so kann zugleich die Aeußerung und die ganze oder der betr. Thei! der Rede von der Aufnahme in den stenographischen Bericht ausgeschlossen werden. In einem solchen Falle ist auch jede andere Veröffentlichung durch die Preffe verboten. § 5. Die Wirksamkeit der Commission tritt ein, wenn 1. der Präsident sie anordnet, oder 2. mindestens 20 Mitglieder des Reichstags sie beantragen. Die Anordnung (Nr. 1) oder der Antrag (Nr. 2) maß innerhalb 3 Tagen, nachdem die Ungebühr vorgekommen ist, erfolgen. § 6. Die Commission verhandelt und entscheidet unter dem Vorsitz des Präsidenten und in dessen Verhinderung dem des nächsten Vicepräsidenten in der Mindestzahl von 7 Mitgliedern. Das Verfahren wird durch eine Ordnung geregelt, welche von der Commission entworfen wird und der Genehmigung des Reichstags unterliegt. § 7. Die Commission entscheidet endgiltig. Lautet jedoch die Entscheidung auf Ausschließung aus dem Reichstag (§ 3 Nr. 3), so kann der Ausgeschloffene innerhalb 8 Tagen nach erfolgter Verkündung schriftlich die Entscheidung des Reichstages anrufen. § 8. Der Präsident ist berechtigt, ungebührliche Aeußerungen der Mitglieder vorläufig von der Aufnahme in den stenographischen Bericht auszuschließen, sowie jede andere Veröffentlichung derselben durch die Preffe vorläufig zu untersagen. Eine solche vorläufige Anordnung erlischt, wenn nicht wegen der betr. Aeußerung innerhalb 3 Tagen die Entscheidung der Commission (§ 5) angeordnet ober beantragt wirb. § 9. Zuwiderhanblungen gegen bas in § 4 enthaltene Verbot, sowie gegen bie in § 8 bezeichnete vorläufige An- orbnung des Präsibenten werden mit Gefängniß von 3 Wochen bis zu 3 Monaten bestraft, sofern nicht nach Maßgabe des Inhalts der erfolgten Veröffentlichung eine schwerere Strafe verwirkt ist. § 10. Die an die Commission gelangten Angelegenheiten, welche bei dem Schluffe einer Session nicht erledigt Telegraphische Depeschen. Maaner'S telegr. Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 10. Februar. Abgeordnetenhaus. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Gesetzes von 1*69 über die Hannoversche Kreditanstalt. Das Haus tritt in die dritte Berathung ves Staatshaushalts-Etats pro 1879/80 ein. Bei dem Etat der direkten Steuern verlangt Richter (Hagen) die Vorlegung eines Gesetzentwurfes, um dre Er Hebung der neu veranlagten Gebäudesteuer um ein Vierteljahr hinauszuschieben. Der Fmanz- minister rechtfertigt die neue Veranlagung und bezeichnet die Hinausschiebung der Erhebung um ein Vierteljahr als irrelevant; er vermöge daher die Vorlegung des verlangten Gesetzentwurfes nicht zuzusagen. ,, Bet dem Etat der Eisenbahnverwaltung erklärt der Handelsminister: Er habe sich über die Gründe des Verbotes der Colportage der „Frankfurter Zeitung" auf Bahnhöfen nähet informirt; das Verbot erfolgte auf Grund einer generellen Verfügung seines Amtsvorgangers, durch welche der Debit von ordnungs- und reichsfeindlichen Blattern untersagt wurde. Er (Minister Maybach s habe diese Verfügung bezüglich der socialdemokratischcn Blätter und unsitt ltchen Schriften in Erinnerung gebracht. Sein Standpunkt nach genügender Information sei nun, daß man dem Publikum die Auswahl der Lcctüre nur insoweit beschränken solle, als es sich um solche Druckschriften handele, welche dem Gesetze verfallen sind. Er habe daher den Antrag aus dem Hause nicht erst abgewaitet, sondern bereits eine Verfügung im Sinne dieser Erklärung erlassen. (Lebhafter Beifall.) — Der Antrag Virchow, die Regierung aufzufordern, daß sie den Verkauf von Zeitungen, deren Erscheinen durch Gesetz nicht, untersagt sei, auf Eisenbahnstationen nicht hindern laste, wird mit großer Majorität angenommen. Im weiteren Verlauf der Debatte über den Etat der Eisenbahnverwaltung beantragt Richter (Hagen) die Vorlegung einer Denkschrift über die Gründe und Wirkungen der Beschränkungen der Differentialtarife, namentlich in Bezug auf Holz, sJJie6l, Weintrauben und Hämmel. Hintze befürwortet die von ihm beantragten Resolutionen betreffs Publikationen von Tarifveränderungen und Regelung des Tarifwesens. Der Antrag Richter wird darauf angenommen; der Antrag Hintze zurückgezogen. Der Etat des Ministeriums des Innern wird ohne wesentliche Debatte erledigt. Bei Fortsetzung der wegen Abwesenheit ves Ressortministers abgebrochenen Beratbung des Eisenbahn Etats entsteht eine längere Debatte über die Position für den Centralbabnhof in Frankfurt a. M. Dieselbe wird, nachdem der Minister dafür cingetreten ist^ angenommen Die ülnigcn Thcile des Eisenbahnetats werden genehmigt. — Beim'Etat der allgemeinen Finanzverwaltung wünscht Virchow Auskunft über den Stand der hessischen Agnaten Angelegenheit. Minister Hobrrcht constatirt, daß der betreffende Proceß in der zweiten Instanz schwebe. Darauf wird dieser Etat genehmigt. — Beim Etat der Justizverwaltung kommt v Ludwig wiederum auf die Gründungen und den Proceß Diest-Daber zurück; da Redner von der Sache aisichweift, so wird ihm auf Beschluß des Hauses das Wort entzogen. Schließlich wird die Fortsetzung der Berathung auf heute Abend 7l/2 Uhr vertagt. Herrenhaus. Die Vorlage, betreffend die sächsischen Domsttfter, wird nach der Regierungsvorlage, für welche Minister Graf Eulenburg, einkritt, angenommen. Ferner genehmigte das Haus'das Ausführungsgesctz zur Givil- und Strafproceß-Ordnung und zwei andere Iustizgesetze nach den Commissionsanträgen. Hamburg, 10. F bruar. Der Spnich des Seeamtes in bei Angelegenheit der „Pommerania" mißt die aussckl'eßicke Schuld an der Colltsion dem falschen Manöver der Bark „Moel Eiltan" bei. Die Besatzung der sind, gehen in der Lage, in der sie sich befinden, auf di- Commission der n Lch sten ^10°Februar. Der Reichskanzler hat mit der Beseitigung d.s Arltkeis 5 des Prager Friedens, der nicht nur ein Erisapfel Preußen und Dänemark war, sondern auch bei allen größeren Co. flirten Deutich- lands gegen die deutsch- Politik ausgebeutet wurde, - nen Zug auf dem europäischen Schachbrett g-than. Es er cheint kaum zufällig, daß oer Abschluß des Vertrages in die Tag- der französischen Kttsis fiel. Di- däatsche R-aierung beabsichtigt zwar -inen Protest gegen den Vertrag -inzuleg-n, der indeß kaum gewichtiger erscheinen durste als die welfischm Proteste. Der V-r- trag beweist? daß Deutschland und Oesterreich — vom Neuem eng liirt - statt genug sind/ ohne Sonserenzen mit den anderen Großmächten, nicht nur ibre ttaenen, sondern auch Angelegenheiten von europäischer Bedeutung zu erledigen. Der Griff Englands nach Cypern mag abenteuerlicher und kühner fein® staatsmännischer ist Bismarcks geräuschlose Erledigung der Nordschieswtg- schen Besprechungen, welche die jüngsten Vorgänge in Frankreich seitens d-b nichtsranzösischen Preffe sordern, zog sich di- Behandlung der Fräqe ob unter der veränderten politischen Lage di- vorgeschrittenen R-Pu- blikaner es auch verstehen würden, Maß zu halten. Daß die Wahl Grevy s an sich die Republik in Frankreich gefestigt habe, darin war alle Welt einig. Allerdings muß es bedenklich erscheinen, daß man Tausend- von deportirten Communards und P-troleuren nach Paris zurückkommen ließ. Man fuhrt damit der radtcalen Agitation 2000 Officiere zu, deren Wrkung sich bald genug bemerklich machen wird. Selbst hierbei aber will die äußerste Linke nicht stehen bleiben. Sie begnügt sich nicht mehr mit der Amnestie, sie verlangt di- Anerkennung der Commune, ja, gewtffermaßen -in- Belohnung für j-n- Gräuel- tbaten Die äußerst- Linke soll beschlossen haben, in der Kammer den Antrag ru stellen, die heimkehrenden Insurgenten mit einer Million Francs zu unter- stüb-n, das heißt, ihnen durchschnittlich 500 Francs pro Kopf auszuzahlen. Wer möchte heute behaupten, daß der Antrag nicht angenommen werden wird? Schlimm genug, daß er überhaupt gestellt werden konnte. England. London, 9. Februar. Das „R-uter'sch- Bureau" meldet aus Konstantinopel: Wegen käuflicher U-berlaffung tüttisch-r Staatsgüter ansCypern an England wurde eine Uebereinkunst abgeschloffen. Ein großer Th-il der Liegenschaften verbleibt im Privatbesitze des Sultans. Wußkand. Petersbura, 9. Februar. Unmittelbar nach d-r gestern stattg-funde- nen Unterzeichnung des russisch-türkischen Friedens,erging die V-rständtgung davon an die resp. Truppen Commandeure. Die Rückkehr der Truppen g-ht sofort vor sich. Die darauf bezüglichen Bestimmungen wurden bereits früher getroffen. Die Ratification erfolgt unverzüglich nach dem Eingang des Frie- dens-Jnstruments. Montenegro. Cettinje, 9. Februar. Ein Telegramm des Commandanten Bizo Petrovic aus Podgoritza bestätigt, daß die Montenegriner anstandslos Spuz, Podgoritza und Zabljak mit Dependenzcn besitzt haben. Türkei. Konstantinopel, 8. Februar. Der russisch-türkische Friedensvertrag ist gestern Abend von Lobanoff und Karatheodory Pascha unterzeichnet worden. Die Ruffeu beginnen bereits morgen die Räumung des türkischen Gebiets, welche in 35 Tagen beendet sein soll. Die U-b-rgabe von^Podgoritza an Montenegro erfolgte gestern. Die Montenegriner ihrerseits räumten mehrere von ihnen bisher besetzte türkische G^biekslheile. „Pommerania" treffe auch keine Schuld, dieses falsche Manöver der Bark nicht früher wahrgenommen zu haben. Das Benehmen von Eipitän, Officie» ren und Man. schäft nach der Eollifion fei durchaus lobenswerth gewesen. London, 10. Februar. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel: Der türkisch-russisch? Friedensvertrag enthält 12 Artikel : Art. 2 zählt das durch den Berliner Vertrag bereits Modificirte auf. JDie übrigen Artikel betreffen die Abänderungen des aufgehobenen Vertrags von San Stefano. Der Ausgleich der Tüikei mit Rußland erfolgt durch den gegen oärtigen Vertrag. Die Kriegsentschädigung ist auf 300 Mill. Rubel Papier festgesetzt. Wegen der Zahlung findet eine weitere Regelung statt. Die Vergütung der Unterhaltungskosten für die türkischen Kriegsgefangenen erfolgt in 21 Terminen. Eine sofortige Zahlung ist nicht stipulirt. Die Rechnungen werden von einer besonderen Commiision geprüft. Die Räumung des türkischen Gckiets Seitens der russischen Truppen soü 40 (?) Tage nach der Ratification des Vertrags vollendet sein. Der Secretär des Fürsten Lobanoff ist mit dem Fciedensoertrag nach Petersburg abgereist. Loudon, 10. Februar. Zur A ifrechthaltung der Ordnung unter den strikenden Arbeitern in Liverpool sind 300 Mann Infanterie und 50 Mann Caoallerie dahin abgesendet worden. — Der Bericht der Untersuchungs-Commission in Betreff der Geschütz-Exvlosion auf dem „Thunderer" constatirt, daß das Geschütz das erstemal versagt hatte und dann nochmals geladen worden war, so daß sich also eine doppelte Ladung in dem Geschütz befunden hatte. — Die Maschinenbauer von London stellten in Folge einer Lohnreduc- tion von 71/, pCt. die Arbeit ein. Wien, 10. Februar. Nachdem dem Grafen Taaffe die Bildung eines parlamentarischen Ministeriums nicht gelungen ist, begibt sich derselbe nach Innsbruck auf seinen Statthalterposten zurück. London, 11. Febr. Nachrichten aus der Capcolonie vom 27. Jan. melden: Eme englische Truppenabtheilung, bestehend aus Theilen des 24. Regiments sowie 600 Eingeborenen mit einer Batterie, erlitt eine schwere Nieder- läge und wurde fast vollständig vernichtet. Die Engländer verloren zwei Geschütze, eine Filme und es blieben 60 Officiere und 500 Mann tobt. Der Verlust der Zuln-Kaffern bevffect sich auf 5000 Todte. Die Schlacht fand in der Nähe des Tugala-Fluffes statt. Die Zulu's bedrohen ernstlich Port Natal. Der General Gonv-rneur e^bit fick Verstärkung ans England. Lokales. Gießen H. Februar. Eine neue Auflage des Liedes vom braven Mann erlebten viele Zuschauer gestern Morgen an der Lahn vor dem Neustädter Thor. Am alten Heuchelheimer Weg steht mitten vom Hochwasser umfluthet ein kleines Backsteinmacher-Häuschen. Drinnen war der Bewohner desselben mit drei kleinen Kinderchen von den tosenden Wellen eingeschloffen ohne daß es ibm möglich war an das Land zu gelangen. Drei beherzte Männer ein Commis aus der Burk'schen Mühle, ein hiesiger Restaurateur und ein Schutzmann, wagten sich in einem kleinen Boote auf die stark strömende Fluth und retteten nach Ueberwindung der groyten Schwierigkeiten die armen fast der Verzweiflung nahen Meschen. Diese heldenmuthige That verdient alles Lob und darum Ehre den braven Mannern! Ein Gang durch die Löwengasse, Reichensand re. nota bene wenn em solcher möglich, giebt dem Paffanten eine Idee, wie es sich zu Zeiten der Pfahlbauten gelebt und gewandelt haben muß. Die ganzen Straßcnstrecken sind mit Floßbalken und Feuerleitern belegt, auf welchen sich Bohlen und Bretter besinden, um so notdürftig die Passage zu vermitteln. Gießen bot gestern Nachmittag fast den Anblick einer Völkerwanderung. Tausinvk strömten nach der Lalm und Wieseck um den schaurigen Anblick des Hochwassers zu genießen. Eine paar bange Tage und Nächte müssen die »om '-Wt ;Ln9e^Io^nenb^e^ "nd was die kommenden Tage noch bringen werden, ist nicht ^cr selbst sind wohl die meisten Keller mit Wasser versorgt. Wenn die Wasserleitung im Stadtwalde nur den tausendsten Theil der Waffermenge spenden könnte, dann waren wir glücklich zu nennen, so werden durch die Wegschaffung des Eises aus der Stadt und die momentan nothwendig gewordenen Pontonierarbeiten unsere Communalfteuerzettel nicht magerer werden. a Ein Frauenzimmer von Auswärts wurde gestern wegen Betrugs verhaftet Am Sonntag Abend vergriff sich ein Hausbursche in einem Laden am Reichensand an der Ladenkasse und entlieh derselben einen Betrag von 6 JL und etlichen Pfennigen. Der Dieb ist bereits in Verwahrung. n _ 1 In einer Restauration und Fleischerladen auf dem Neuenweg erquickten sich gestern Nacbmittaq 3 B-w°hn-r von Stößen. 318 s>° genug g-g°ff-n und 5Ctrunfen wollten sie vom Mirtbe noch Fleisch geborgt haben, weil sie momentan nicht mehr bei Caffe seien. Es wurde ihnen solches invessen^ abgeschlagen und glaubte einer der drei sich das Verlangte auf billigere L zuv«chnff-n'?nd°m 7r im Hausflur ein Stück Sp.-k im Gewichte von 2-/. Vfund -asck abschnitt und unter dem Rock verbarg Der Wirth, auf den Verlust aufmerksam geworden, schickte nach der Polizei, welche denn auch bald den Thatbestand feststellte und den Annectirer hinter Schloß und Riegel verbrachte, während die beiden Anderen ihres Weges gehen konnten. ' Ein Betrunkener und eine Anzahl Bettler wurden gestern arretirt. Heute Morgen stürzte am Oswalds Garten ein Theil des stodt. Canals ein. Jedenfalls hat das Hockwaffer den Einsturz veranlaßt. Daß die Brücke über den Klingelbach in der Ludwigsstraße so schmal, dazu ohne Geländer und nicht einmal durch eine Laterne beleuchtet ist, hätte gestern beinahe ein bocken!eben gekoste QUg seiner Werkstatt rasch in die Fortbildungsschule dahineilende 16jährige Schlofferlehrling Heinrich Weigel trat in der völligen Dunkelheit nebtti die Brücke und verschwand sofort in dem doch über seine Ufer getretenen Dache. Gluckucherwche warf ibn die Strömung gegen ein etwa 25 Sckrltte von der Straße stehenves Weidengebusch, an welches er sich festkl'ammerte. Alles Hülferufen war anfänglich vergeblich, endlich kam eia Soldat, welcher das Schreien schon von ferne gehört hatte herbeigelaufen; ohne sich zu besinnen und nickt achtend der eigenen Lebensgefabr springt erUn'8JBafter, ben imnie. werdenden Rufen folgend, erreicht er trotz der undurchdringlichen Finstcrnlß den Unglücklichen und bringt den fast vor Frost Erstarrten glücklich an's Land. Der Name des braven Soldaten ist Häuser, er ist gebürtig aus Lang-Gons. Verebrlichen Stadtvorstanv glaubt man Angesichts eines solchen Unglücksfalles i)o6> wohl um die Aufstellung einer Laterne an der B'ücke ersuchen zu dürfen! .. __ Es wird uns mitgecheilt, daß der Verkehr auf der Main-Weser-Rahn zwsichen Gießen und Caffcl gestört sei. Bedeutende Dammrutschungen bei Station Fronhausen sei die Ursache hiervon. t Gießen 11 Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 13- Februar 1878, Nacbmtttags 4 Uhr: 1. Gesuche um Freistellen an der Realschule. 2. Die Realschule I. Ordnung. 3. Die Verpachtung des Kellerraums in der alten Realschule. 4. Die Handwerkerschule betreffend. 5. Das Feuerlöschwesen. , , 6 Gesuch des Derems für Geflüael- und Vogelzucht um Ueberlaffung der Turnballe- 7. Gesuch des Gottfried Helfenbein um Erlaubniß zur Errichtung einer Eüi- 8. Gesiick^ d^e's Heinrich Capeller um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung. 9. Die Errichtung von Grabdenkmälern. 10. Die fiscaliscke' Schleuß« in der Wieseck. 11. Ge'uche um Erlaß von Communalrückständen. 12. Fristgesuche. ----------- Das Concert vom 9. Februar. Das letzte Eoneert, in welchem das berühmte österreichische Damen - Quartett auftrat, war nickt von der drastischen Wirkung, wie das Säuret - Coneert in welchem die Stimmuna der Fuhörer'chaft oft zur bochaufschlagenden Flamme angefacht wurde. Wir hatten dafür vor. gesteni es mit einem sanften Feuer zu tbun, das von jungfräulichen Händen fein säuberlich angezündet und in einer für das Gemüth wahrhaft wohlthuenden Weise vom Anfang bis za , ützl- Sv ”1« k*JT0 ^anöoer bet tu. 7 ^"ä" Vs? “S91* 12 ÄluS •ÄÄÄ J* •** , *' B-rgukung btt i 9t*n21 r°L ,° ®'“«n t>on ein« Ä'W vollem tW*rtrig ' Otbtwnj unter ben W« unU» M«m r Untersu-Hu^z,^, fctrrer" constM, baS geladen »orten ^ütz befunden hatte. olde einer Lohnreduc- die Bildung eines & ßch derselbe nach cvlonie vom 27. Xbeüen des 24. Regi- tt eine shwere Nieder. 'Länder verloren z-vei 500 Mann todt. Der le. Die Shlacht fck »ebtoben ernstlich $oit a aus England. ??m braten Mann erlebt« ?i. 8m allen HeuchelKeiv« maä«'HäuSchen. Dtinss oienten Seien eingeWa jftjte Männer, ein Somrr- .mann, wagten sich in eint: Ueberttintung der gröstn. Diele heltenmüthize tk b tz x. nota bene wenn rä ntra ter Pfablbanten geld: Ralfen unb geriete dürftig bit Magep 'iHrmanttrung. fouftnl . HctdwafferS zu lofitnen Stute -otrUbtn ufi >A ttx &tatt lelvsi toi etiv- w. AÄtmlde w tn wt tzMtch zu nmto . :u momentan notbor.-- naitrtt werden. B-rngS •-* n einem Laden mW , >lt unb etlichen Pf"^ nenw« erqniÄJlMj*" cttrunfen, woltro^ bei i-asie leien. SS ta6 verlangte auf » . Akwichte von &li ^nftaurmerfiam^» - mtb den 8® jimol, W* « «M5S-? tft TC^3, glüLiche^ nf1,n‘nGfÄ Leidens irr* ■ * rergebl't, „ D« 5W? Ende unterhalten wurde. Dies bekundete sich bei einem recht zahlreichen Auditorium in dem unverkennbarsten Maaße. Gradmesier hierfür waren dem Referenten diesmal mehrere Themis- ^ünaer. Waren dieselben im ersteren Concert vorübergehend in einer gesteigerten Laune, in welcher der eine oder andere vielleicht im Stande gewesen wäre, die Pforten der Kerker zu offnen und deren Jnsasien großmüthtg zu entlaßen, so blieben sie vorgestern in einer der Justiz weniger gefährlichen Stimmung. Die Damen wurden für ihre vortrefflichen Gesangcsleistungen durch lauten Applaus belohnt. Es zeigte sich bei diesem wohlgeschulten Quartette, das in der -reinsten unentwegtesten Tonlage auch ohne Begleitung eines Instrumentes sich zu erhalten wußte, welche durchschlagende Wirkung die wohlmodulirte wohleingeübts menschliche Stimme hcrvorzubringen im Stande ist. So müsien etwa die Sirenen bei Homer gesungen haben, von 'denen auch nichts bekannt ist, daß sie irgend eine Instrumentalbegleitung gehabt hatten I Das irische Volkslied", sowie „das Schiffchen" waren liebliche durch ein meisterhaft ausgeführtes -decrescendo und stufenweises Verhallen ausgezeichnete nette Liedchen. Ebenso wurde das „Nun ist der Tag geschieden" ausgenommen. Aber der ungarische Nationaltanz, der Csärdüs, oesungen, zeigte uns erst so reckt, wie dies bizarre Ding eigentlich zu nehmen und aufzufassen ist. Nun mögen sich die Spieler und Spielerinnen der Brahms'schen „Ungarischen Tänze" §us dem Gehörten den reckten „Schick" für Ausführung dieser Piece aneignen l Kreutzer's Nachtgesang" war nicht minder gut ausgeführt. Der „schwedische Hochzeitsmarsch" hat etwas für unser nationales Empfinden und Anschauen zu Entlegenes, weßhalb er weniger zu packen schien. — Fräulein Therese Peters spielte die Chopin'scken Sachen, die immer mehr gewürdigt werden und in Aufnahme kommen, wahrhaft meisterhaft. Besonders zeigte der vortrefflich gespielte „Polnische Tanz" in Es-moll die glänzend Compositionsgabe Chopin's, welcher anerkannt der Scköpfer neuer, ganz origineller musikalischen Wendungen und Figuren gewesen .-ist. Herrn Cossmann, Violoncellvirtuos aus Frankfurt, leistete Glänzendes besonders in der Chopin'schen „Notturne" und in seiner selbstcomponirten „Tarantelle". Brahm's Sonate für Violoncell und Ptanoforte op 38 war besonders in den Fuaesätzen brillant und von treff- lieber Wirkung. — Wir müffen unfern Bericht mit einem schrillen Septimenaccord, der aber nut dem Beleuchtungs-Personal gilt, leider schließen. Warum war auf den Gallerten gar kein Licht angezündet?! Die im Hintergrund stehenden Herren befanden sich in der problematischen Beleuchtung der „Unterwelt" und waren nicht im Stande, die freilick auch fraglichen Prospekte, da deren fast gar keine verabreicht wurden, ausreichend zu lesen. Eine Lampe könnte man -doch jeder Seite gewähren. ____________________________________________ Vermischtes. Lollar, 9. Februar. Schon zum zweitenmal in diesem Winter ist seit gestern hier, in Folge bes Austritts der Lumda, Ueberschwemmung etngetreten. Das ganze Ackerfeld beiderseits des Baches steht unter Waffer. Eine Straße im Ort ist überschwemmt, so daß die Bewohner daselbst nickt aus den Häusern gelangen können. Hierbei ist noch nicht an die vielen Keller gedacht, welche zum großen Nachtheil für die Bewohner und der Conservirung der Kellervorrathe hierbei eine so gründliche Durchnässung erfahren, daß dieselben den ganzen Winter durch nicht wieder trocken werden Die Vizinalwege, welche von hier nach Daubringen oder Holzmühle führen, werden stellenweise bis zu 2- hoch vom Wasser überschwemmt, so daß dieselben selbst von Fuhrwerken nicht ohne große Gefahr passirt werden können, wie man neulich erst wieder zu sehen Gelegenheit hatte, wo ein Fuhrmann mit einer Ladung Frucht von der Fahrbahn des Weges ab in den Graben gerieth und nur durch Hülfe Anderer wieder heraus zu gelangen im Stande war. Durch eine Regulirung der Lumda würde ohne Zweifel solchen Vorkommniffen lange abzuhelfen gewesen sein. Handel und Verkehr. Gießen, 11. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75—85 H, Hühnereier, per Stück 7 H, Enteneier, per Stück — Käse, per Stück 5 bis 10 H, Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 24 Tauben, daS Paar — Hühner, per Stück X —, Hahnen, per Stück X 2, Enten, per Stück X — — Kartoffeln, per 100 Kilo X 5.50—6.50, Zwiebeln, per Ctr. X 8—9. Ocksenfleisch 70-72 H per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 57-60 H, Kalbfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 60 - 65 Frankfurt, 10. Februar. (Fruchtbericht.) In Folge des Regenwetters waren die Nidda-Müller durch das Hochwasser im Betrieb gestört. Trotz der enormen Geschäftslosigkeit in unserem Handel Iaffen doch Anzeichen darauf schließen, daß viel Chance für ein Günstiger- werven der Tendenz vorhanden wäre, wenn unser Markt in dieser Disposition durch auswärtige Notirungen unterstützt würde. Die heutigen Umsätze waren äußerst belanglos. Mehl Nr. 1 X 38, Nr. 2 X 36,§»Nr. 3 X 30, Nr. 4 X 26, Nr. 5 X 20. Roggenmehl o/t (Berliner Marke) X 21.50, do. II (Berliner Marke) X 18.50. Weizen, effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 19.—, ab unserer Umgegend X 18.25—18.50, do. fremder je nach Qualität X 18—19, Roggen, je nack Qualität X 13—15.—, Gerste 15 bis 17.50, Hafer X 12 50—14, Kohlsamen X 27—28, Erbsen X 19—23, Wicken X 15 bis 16, Linsen X 17—23, Bohnen, weiße, X 19, Roggenkleie X 10, Weizenkleie, grobe und feine X 7 50—8, Rüböl, detail X 68. Stimmung ruhig. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht =100 Kilo.) Frankfurt, 10 Febr. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 180 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 2dO Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70—72, 2. Qual. X 67—69, Kühe 1. Qual. X 60 bis 62, 2. Qual. X 52- 5«, Kälber 1 Qual. X 64—68, 2 Qual. 58—60, Hämmel 1. Qual. X 60—62, 2. Qual. X 54—58 per 100 Pfund Fleischgewtcht. Schweine das Pfund 55 4. Herborn (an der Cöln-Gicßener Eisenbahn), 10. Februar. Auf den heutigen hiesigen Markt wurdest gebracht: 413 Ochsen, 128 Kühe und Rinder, 352 Schweine. Der nächste Markt ist am Donnerstag den 6. März I. I.; zugleich Pferdemarkt._______________________ Druckfehler-Berichtigung. In unserer gestrigen Nummer wolle man auf der zweiten Seite unter Madrid, Zeile 2, Handelsschiffer statt Handelsschiffe lesen. Selbstverständlich kann ein Handelsschiff in kein Lazareth gebracht werden und wird der freundliche Leser wohl den Fehler sofort gemerkt haben. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 881) Die Quartierträger der im Jahre 1878 dahier einquarttCxt gewesenen Militär-Mannschaften werden hierdurch aufgefordert, ihre Vergütungen binnen vier Wochen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag Donnerstag und Samstag in Selbstperson in Empfang zu nehmen, widrigenfalls solche auf ihre Kosten Äberbracht werden. Gießen, den 11. Februar 1879. Der Stad trentmeister: Enders. OeffenWe Aufforderung. 589) Alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend einer Art an die Georg Klos Eheleute in A l b a ch Hu machen hoben, werden aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gericht so g?wiß binnen 8 Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden, als sonst auf solche bei Aufnahme des status keine Rücksicht werde genommen werden. Gießen, 23. Januar 1879. Großh. Landgericht Gießen. Erdmann, vr. Trapp, Landrichter. Landg -Assessor. Holzoerkaus. Freitag den 14. d. Mts., von Morgens V210 Uhr an, Hollen in der Bellnhäuser Waldung 70 Stück Eichenabschnitte von 6 bis 14 Mtr. Länge und 26 bis 42 Etm. Durchmesser -an Ort und Stelle aufis Meistgebot verkauft werden. Bellnhausen, 8. Februar 1879. Der Waldverwalter: 862) Rein. Mittwoch den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden vor der Scheuer des Christian <3uflb II. an der Marburger Straße dahier nockbenannte Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: 9 Zugpferde und 1 einjähriges Fohlen, 4 Oeconomiewagen, 1 Möbel- und 2 Rollwagen, 1 Pflug und 1 Egge, 1 Häckselmaschine, 4 Pferdegeschirre . ungefähr 70,000 Russensteme, 24 neue Fensterrahmen, 1 Partie Dickwurzcln und 1 Haufen Dünger. Gießen, den 7. Februar 18/9. 811) M- Pilger, Massecurator. Holzversteigerung tm Gießener Stadtwalde. Montag den 17. Februar 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Dlstricten Weißerberg und Waldshute nachverzeichnetesHolz versteigert werden: A. Brennholz: Scheich. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Nadel 50 516 133 5160 B. Bau-, Werk- und Nutzholz 72 Kiefern- und Fichleustämme mt 20,24 F stm., 7 Fichtenstangen mit 0,70 Festm. Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Lich an der 4. Schneise. Gießen, am 11. Februar 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 882) A. Bramm. Bekanntmachung. Dienstag den 18. d. Mts., Mittags 2 Uhr, sollen auf dem Rathhanse zu Witzenborn nachverzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord versteigert werden: Schreinerarbeiten, veranschl. zu 166,38 Zimmerarbeit, „ „ 94,70 Dachdeckerarbe't, „ „ 24,— Anstrricherarbeit, „ „ 4,50 Glockengießerarbkit ( . q9 i ebst Teillieferung s " " ' Erd- u. Chiussirungsarbcit, veranschl. zu 58,74 Steinbrechen, Fahren, Zerkleinern ur d Decken, veranschl. zu 81 00 Watzenborn, den 11. Februar 1879. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn. I. A.: 874) gerb. Broel. Holzversteigerung. Montag den 17. Februar l. 3., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll auf dem Neuhof, Station Lang-Göns, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 34 Rmtr. Eichen- und Ahorn-Knüppel, 12 „ „ „ „ Scheit, 40 „ „ „ „ Stöcke, 2700 Wellen Eichen-, Aborn- und Fichten-Reisholz, 12 E'chenstämme mit 19,94 Festm. 22 Abornstämme mit 2,47 Festm. 4 Eschenstämme mit 2,41 Festm. 520 Fichtenderbstangen mit 24,93 Festm. Sämmtliches Holz eignet sich zu Wagnerholz, als: Deichseln, Dung- und Leiterbäumen u. dergl., liegt größtentheils unmittelbar an der Straße und wird unter günstigen Zablungebedingungen versteigert. Zusammenkunft auf dem Hofe, Vormittags 9 Uhr. Neuhof, den 3. Februar 1879. I- A.: 719) Schuchard, Verwalter. Jeikgebotenes. Emaillirte unverzinnte Kochgeschirre empfi dlt (880 Wilhelm Seibert. LU - ‘.«a. * 865) Ein Pfau (Männchen) zu verkaufen im Löwen, Groß Linden. 824) Ein in der Nähe der Stadt gelegener Garten ist zu verkaufen. Näheres Sonne straße 104.__________ Gothaer Cervelatwurst, „ Zungenwurst, Salamiwurst, Westph. Schinken, Blasenschinken empfiehlt in besten Qualitäten 872) Emil Fischbach. Ein Wohnhaus nebst Sckeuer und Stall in Wi»'seck, worin seit mehreren Jahren eine Metzgerei und Wirtbschast betrieben wurde, und das sich zu jedem anderen Geschäfte einrtchten läßt, ist unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näderes bei (873 Melchior Pausch, Wieseck. Ballorden in großer Auswahl bei Wilhelm ZSlee. A pfeisen en, L 10, 12 und 15 empfiehlt (550 Gg. Wilh. Weidig. Stets srisch gebr. Kaffee, vorzügliche Qualität, per Pfund «M. 1.65, rohen Kaffee,per Pfunde 1.10, 1.30, 1.50, 1.60 empfiehlt (879 Wilhelm Seibert. Prima geräuch. Speck, garantirt trichinenfrei, per Psund 38 Pfennig, empfiehlt (859 J. Gretsch, Wetzlar, ______________am Eisenmarkt._______ Kleiügeniachtes Holz abzugeben bei (825 E. Fries, Neustädter Thor. Rund- und beschlagene Bauhölzer, nordisch und bayrische Hobelbretter, alle Sorten Bohlen und Bretter, franzöfiiche Formziegel, Tuffsteine, Kaminrohre, Ruffensteine, Dachpappe re. re. mpfiehlt billigst die Holzhandlung IM) 8. B-ttwerk KS'ti*1* 286) Louis RoUietiberger. __________ Neuenweg 193.__ 729) Durch einen (Äelegenheitskauf bin ich in Stand gesetzt Herren-Regenröcke ä Jt 10 Knaben „ ä JL 8 per Stück abzugeben. Diese Waare ist neu und wasserdicht. H. Grünebaum. 877) In jeder größeren deutschen Stadt sucht man Verbindungen behufs Einfrchrung und Verkaufs von natürlichem, doppeltkohlensaurem Mineralwasser — aus einer der besten Quellen des Taunus. — Geeigneten Personen kann der Alleinverkauf in einem Bezirk zugestanden werden. Der Consum ist bereits enorm und ist dem Vertreter bei verständ- nißvoller Rührigkeit ein sehr ansehnlicher Verdienst fieber. Gefl. Offerten unter N. 7613 an Und. Mosee, Frankfurt a. Jit Stets frisch gebr. Kaffee (reinschm.), per Pfo. * Sohn. Wermietßungen. 870) Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen und gleich zu beziehen. Wetzeingasse Nr. 32. 570) Ein Logis von 4 Zimmern, Cabinet und Zubehör, bis 1. April beziehbar, zu vermiethen. L. Huhn, Bleichstr. 37. 885) Das seither von Herrn Uhrmacher Schmidt bewohnte Logis nebst den beiden Läden ist per 15. Juli zu vermiethen, der kleine Laden auch früher. ___________________Seltersweg C. 184. 878) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. _______________Sonnenstraße B. 106. 864) Ein Familienlogis zu vermiethen. _______________Jul iu s Wallach. 293) Ein Haus, best. aus 7 Zimmern, verschließb. Boden u. s. w. nebst Garten, zu vermiethen. Ebenso eine Wohnung von 4 Zimmern u. s. w. Näheres Grünbergerstraße Lit. B. 151,5. 242) Mansardenwohnung mit Wasserleitung an eine ruhige Familie zu vermiethen. Näheres bei d. Exped. d. Bl. 653) Die Mansarden-Wohnung in meinem Hause, mit Wasserleitung versehen und per 1. März beziehbar, ist zu vermiethen. S. Katzenstein, Seltersberg, ________________Holzhandlung.________ 807) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Ph. Strack, _________________Reichensand-Bahnhofstr. 803) Möblirtes Zimmer (auf Wunsch mit Beköstigung) zu vermiethen H. Sack, Mühlgasse. 768) Das von Herrn W- Max seither bewohnte Logis am Ludwigsplatz ist vom 1. Mai ab zu vermiethen A. Stollmer. 883) Ein Laden mit Logis zu vermiethen. I» Stein, _________________Reichensand-Bahnhofstr. 740) Ein schöner Laden, worin seit 3 Jahren ein Kleidergeschäft mit bestem Erfolg betrieben worden, ist anderweit zu vermiethen, event. das Haus zu verkaufen. Wildhändler Ebel, Marktstraße. 545) Eine Familienwohnung zu oer; miethen bei Ferd. Felfing, Neuenweg. 150) Eine Wohnung von 4 Zimmern, Küche, nebst Zubehör, sowie der Mansardenstock ganz oder getrennt, auch ein einzelnes Zimmer zu vermiethen und gleich beziehbar bei ___________Adolf Host, Schießgärten. 588) Eine Werkstätte, welche auch zu einem Lagerraum benutzt werden kann, ift sofort zu vermiethen. A. Marcus, Reichensand-Bahnhofstr. 224. 867) Eine Werkstätte ist zu vermiethen. Neuenweg Lit. B. 116. Vermischte Anzeigen. 863) Ein in der Kinderpflege erfahrenes, zuverlässiges Mädchen sucht zu sofortigem Eintritt. _______Prof. Weiland, Ludwigstraße. Zu kaufen oder zu pachten gesucht ein Gut, fruchtbarer Boden, preiswerth, zur Anlage einer Zuckerfabrik. Offerten unter J. 8. 44 an Haasenstein de Vogler, Magdeburg. (876 884) Zwei Regenschirme stehen gebliebem H. P l a ii k , Friseur. Guter Thon wird zu kaufen gesucht. Off. bef. die Exped. d. Bl.(875 861) Ein reinliches Mädchen, (Näherin oder Büglerin) die sich Morgens bis V29 Uhr der häuslichen Arbeit unterzieht, findet freundliche Aufnahme in einer ruhigen Familie. Schriftliche Offerten sind bei der Exved. d. Bl. abzugeben._____________ 866) Eine geübte Maschinennäherin für Weißzeug wird gesucht. Geschw. H eerz, Neuenweg. Das beste Krapf & Hofer, Frankfurt a. M. 869) Wäsche ohne Bleiche. Zu beziehen in Packeten von 100, 250 und 500 Gramm a 15, 35 und 65 durch alle Colonial - und Material-Waaren- Handlungen. 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Februar 1879. I. Henn und Familie. Tolles-Llnzeige. 887) Statt besonderer Anzeige theilen Verwandten und Bekannten h erdurch mit, daß unser innigst geliebter jüngster Sohn JLmtis Schnell nach kurzem Leiden im Alter von 9 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Eltern und Bruder. NB. Die Beerdigung findet Donnerstag den 13. Februar, Nachmittags 3 Uhr, vom Steibehause aus statt. Gedanken beim Anblick des einsamen Katernenpfahls am Uahrungsberg und dessen Umgebung. Den Vätern der Stadt gewidmet. Noch eine morsche Säule Zeugt von verschwund'ner Pracht, Was drauf war, ist geborsten Wohl in der ersten Nacht. Bei Nacht ist's ost gar dunkel, Man tritt — weiß nicht wohin Gebt bald uns ein Gefunkel Und wärs von Ligroin. Hier sinket ein ein Jeder Denn tiefer Schmutz partout Schafft Licht Ihr gütigen Väter Und festen Weg dazu! (888 813) Ein Commis, welcher doppelte und einfache Buchführung, Correspondenz rc. gründlich versteht und militärfrei ist, sucht, per 1. April Stelle. Offerten sub. Chiffre L. 20 befördert die Exped. d. Bl. 782) Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit sucht zum 3. oder 25. März Frau August Mayer, Neue Anlage C. 43. 84j>) Eine schwarz und weiß gezeichnete große Hündin, auf den Namen Juno hörend, ift mir vergangne Woche entlaufen. Dem Wiederbringer eine Belohnung in der Papiermühle zu Londorf, bei Kneifet H^14/2 7A. Rec. 17/2 7 U. Bef. III.Gr. Verantwortliche Redaction: A.^Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Uk. UedaetwilSburez In Gemäf werden hiermit nc Gießen, Die Wendung Die Uebemftf sagen mit Eleganz, würden Frankreichs nach dem Geschinac tzo lange Mac Mah noch an die Mögliche geworden, daß in j des Hammers veti fügen müssen. Das bin ich und da MeiF der Marschall enW suchen, M bk rl ßMifbenSjUnb ich hi Klerikalen gesunken 14. October 1877 sich liuin entschieden hatte, Etwaltstreich und nan Aerwarf; jetzt, da« n°e geschobene Figur t W die M della « Schlacht hl Pavia Wtn UltTQmontQnen a? l'Jt nicht, aie bgmgli «"'schlaad bit[([6t " Sranttti^' teie‘ «chenm Sitammchz nehlnen «Ai Ä.E'V* ®«i"w fe’säari »it »r in k ^Qtn«ni Wen, 6% «t '0 fajM da 5 ihr “ IM, ?' Nto Vrät H' lvtr