X 30, 14. *cn= 2358 «°Ä E-L 32. pZfltn v >lb M iS**t «t® H4- Sr Re. TA. Donucrstag, den 10 April 1879» MWer Mnzeiger AMize- «ü AmtsM fit Ära Kreis Gieße«. Rrdac-iOrrSbrrrearr t «rpeditisn-bureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. 11 ui amaBMraujiwtugj.iw HjwwagmgMraawBWM Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Aolitischer Hl-ei l. Deutschland. Darmstadt, 7. April. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzvg haben allergnädigst geruht: Am 28. März den Gymnasiallehrer Dr. Hermann Borhauer zu Büdingen, an demselben Tage den provisorischen Reallehrer Dr. Christoph Schmehl aus Allendorf o. d. Lda. im Kreise Gießen, an demselben Tage den Dr. Philipp Hangen aus Worms zu Lehrern an der Realschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 1., bezw. 21. April d. I. an, am 29. März den Johann Peter Schäfer aus Friedberg zum Director der Blindenanstalt in Friedberg mit Wirkung vom 1. April 1879 an, am 31. März den Reallehrer Johann Eduard Würth zu Friedberg zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, mit Wirkung vom 15. April d. I. an zu ernennen. Berlin, 7. April. Der dem Zolltartfgesetz im Bundesrathe hinzugefügte § 5 lautet wörtlich: Waaren, welche aus Staaten kommen, welche deutsche Schiffe oder Waaren deutscher Herkunft ungünstiger behandeln, als jene anderer Staaten oder welche deutsche Erzeugniffe mit einem erheblich höheren Einfuhrzoll belasten, als solche von ausländischen Erzeugnissen bet der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet erhoben wird, können, soweit nicht Vertragsbestimmungen entgegenfteben, mit einem Zuschläge bis zum Doppelten der tarifmäßigen Eingangsabgabe belegt werden. Die Erhebung eines solchen Zuschlages wird nach erfolgter Zustimmung des Buudesrathes durch kaiserliche Verordnung angeordnet. — Der „Mosk. Ztg." zufolge haben die Studenten der Moskauer Petrow'schen agronomischen Schule in den letzten Nächten wiederholt solche Ausschreitungen begangen, daß deshalb gegen 200 Studenten verhaftet wurden. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß die Studenten der Petrow'schen Schule fast durchgehends dem Socialismus huldigen und Anhänger der revolutionären Partei sind. Der neulich in Moskau an dem Beamten Tscherkaffky verübte Mord wird ebenfalls einem Studenten der genannten Schule zuge» schrieben. Desgleichen wird der Mord, den das Fräulein Katschka an dem Studenten Bairaschewski vollzog, auf nihilistische Ursachen zurückgeführt. Celle, 6. April. In dem Harburger Ausruhrsprozeffe sind zufolge gestern verkündigten Urthetlsspruches sreigesprochen worden: Rogqenkamv, Westkohl, Fimmel, Deter, Jahn, Schlumbohn, Dechau, Bnckop, Ottoman, Schwanns, Schröders, Beckedorf und Knapper. Verurtheilt, jedoch der Haft entlasten wurden: Anke, Heyder, Voß, Meier, Zastrow, Brandes, Scheunemann, Johannsen, Moritz, Böring, Engelbrecht. Verurtheilt und verhaftet wurden: Mahrberg, Verloh, Gottschalk, Kosahl, Rabeler, Remmers, Rennemann, Diederich, Bolte, Albers und Wörmann. Mit Ausnahme von Meier, Moritz und Bolte erfolgten die Verurtheilungen wegen Aufruhr. Rennemann wurde mit 2 Jahren Zuchthaus Verloh mit 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, die übrigen Verurtheilten mit Glfängniß von V/2 Jahren bis herab zu 3 Monaten, unter verhältnißmäßtger Anrechnung der Untersuchungshaft, bestraft. Hesterreich. Wien, 7. April. Meldung der „Polit. Corresp." aus Ttrnowa vom 6. d.: Die Notablen-Versammlung verwarf die Ausnahme eines Artikels in das organische Statut, welcher die Verhinderung des Proselytenthums und der Ausbreitung des Protestantismus bezweckt. Auch der Antrag auf Errichtung einer Nationalkirche wurde verworfen und der Beschluß gefaßt, die Einheit der bulgurtschen Kirche in gleicher Weise aufrechtzuerhalten wie unter der türkischen Herrschaft; ebenso wurde die Unabhängigkeit des bulgarischen Exarchen von der Pforte beschlosten. — Nach Versicherung der russischen Militär- Autoritäten beginnt die Räumung Bulgariens durch die Rusten unwtderluflich am 3. Mat. England. London. Die Lage der Engländer in Süd-Afrika ist, wenn eine in London eingetroffene Nachricht Bestätigung findet, eine sehr bedrohte. Den „D- News" wird nämlich aus Capetown telegraphirt, daß in der Transvaal-Republik ein Ausstand ausgebrochen sei. Ueberraschend kommt diese Mittheilung nun gerade nicht. Seit der den Engländern durch Cetewayo bereiteten großen Niederlage haben die Boers der Transvaal-Republik, deren Annection seiner Zeit ja ein Gewaltstreich der Engländer war, eine feindselige Stimmung gegen die Engländer beobachtet, und es sind auch directe Mittheilungen über Cete- wayo's Versuche, mit den Boers ein Bündniß abzuschlteßen, etngelausen. Waren die Engländer bis jetzt nun in der Lage, ihre Truppen gegen die Zulus zu concentriren, so erscheint es mehr als fraglich, ob die von England abgegangenen Hülfstruppen genügen werden, um an allen bedrohten Punkten mit genügender Macht aufzutreten. Allem Anschein nach ist die Entscheidung nun nahe bevorstehend. Die Zulus hielten den letzten Nachrichten zufolge Ekowe noch eingeschlossen, der Gesundheitszustand der Garnison von Ekowe war gut jedoch machte sich der Mangel an Lebensmitteln fühlbar. — Ein osfictelles Telegramm des Generals Browne, datirt aus Jella- labad vom 1. April, meldet den Untergang einer Husaren-Schwadron durch Ertrinken. Um 10 Uhr Abends, am 31. März, sollte nämlich eine Schwadron des 11. bengalischen Lancier-Regiments, sowie eine Schwadron des 10. Husaren-Regiments durch eine Furt des Kabulfluffes reiten. Die Ulanen kamen glücklich herüber, die Husaren aber verfehlten die Furt und wurden von d'em reißenden Strom abwärts getrieben. 16 Leichen sind bereis am User aufgelesen worden, 50 weitere werden noch vermißt. London, 7. A))ril, Abends. Unterhaus. Eolonial-Mtnister Beach erklärt auf Veranlastung Rtchaid's: Cetewayo's Friedensbotschaft flöße kein Vertrauen ein; nur völlige Unterwerfung sichere die Colonien. Spanien. Madrid. Es heißt, daß der Kronprinz von Oesterreich demnächst eine Reise durch Spanien unternehmen werde. — Die letzten Nachrichten über eine bevorstehende Verlobung des Königs Alfons wären verfrüht; jedenfalls soll das Ende des Trauerjahres abgewartet werden. Aegypten. Kairo, 7. April. Der seitherige Vorsitzende des Ministeriums, Erbprinz Tewfik, hat seine Entlastung genommen; Cherif Pascha ist an seine Stelle getreten. — Der Khedive hat eine Erklärung ertasten, in welcher es heißt: Egypten ist nicht im Zustande der Zahlungsunfähigkeit. Die Son- tracte sollen aufrechterhalten, die Urtheilssprüche der Gerichte geachtet, die Prtnctpien der Decrete von 1876 bewahrt werden. Die finanzielle Controle Europas solle in weitestem Umfange angerufen werden. Der Khedive wolle regieren mit und durch ein Ministerium, welches vor der Kammer verantwortlich ist. Kairo, 7. April, Abends. Bet Mttthetlung des Entwurfes der Reorgamsatton des egyptischen Finanzwesens an die Generalconsuln der europäischen Mächte erklärte der Khedive denselben, der Erfolg dieses Finanzplanes hänge von der Entfernung der europäischen Minister ab. In Folge dessen nahm (wie bereits gemeldet) der Vorsitzende des Ministeriums Erbprinz Tewfik seine Entlastung, während der Khedive den Finanzminister Wilson und den Minister der öffentlichen Arbeiten Bltgnieres ihrer Stellen enthob und ein neues, ausschließlich aus Eingeborenen bestehendes Ministerium unter dem Vorsitze Scheris's einsetzte. Türkei. Konstantinopel, 7. April, Abends. Die „Agence Havas" meldet Die Pforte hat bte gemischte Occupation Ostrumeltens beim Functtontren einer neuen Administration mit einem von der Pforte ernannten Gouverneur und unter Controle der europäischen Commission definitiv angenommen. Die Pforte prottstirte officiell beim Fürsten Dondukoff gegen den Beschluß der bulgarischen Nationalversammlung, wodurch dieselbe sich die Befugniß beilegt die Grenzen Bulgariens abzuändern, und die Erblichkeit in der Familie des Fürsten von Bulgarien verkündet. Der ottomanische Commiffar wird diesen Protest seinen europäischen College» mittheilen. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Torresponbenr-Burea«. Berlin, 8. April. Die Commission zur Berathung der Schutzmaßregeln gegen die Pest tritt heute noch einmal zusammen, um die Fragen der Einschränkung des Einfuhrverbotes von Waaren auS Rußland, der Paßpflich- tigkeit und der Einschränkung der ärztlichen Jnspectton für den Verkehr an der Landesgreuze zu berathen. Die Beschlüffe der Commission werden dem Bundesrathe zur weiteren Beschlußfastung unterbreitet werden. — Der Bundesrath stimmte heute der kaiserlichen Verordnung zu, welche das wegen der Pestgefahr erlastene Einfuhrverbot auf gebrauchte Leib- und Bettwäsche, gebrauchte Kleider, Hadern und Lumpen aller Art beschränkt. München, 8. April. Der hiesige Handels-Appellhof verwarf die Berufung der Eltsabtth-Westbahn-Gesellschaft in Betreff der Beschlagnahme von Eisenbahnwaggons. indem derselbe von der Ansicht ausgeht, daß die Genehmigung des deutsch-österreichischen Handelsvertrages Seitens des Reichstages nicht auf vollzogene Beschlagnahme zurückwirke. London, 8. April, früh. Das Unterhaus nahm nach langer Debatte die Armee DisclpliN'Bill in zweiter Lesung mit 138 gegen 32 Stimmen an und vertagte sich darauf bis zum 17. April. Madrid, 8. April. Die Journale melden aus Gibraltar, daß ein schreckliches sporadisches Fieber in Casablanca (Marokko) ausgebrochen sei. — Die Besserung in dem Zustande der Prinzessin Christine macht Fortschritte. Kairo, 8. April. Die Minister Wilson und Blignteres weigern sich, ohne ausdrückliche Ermächtigung der englischen und französischen Regierung von ihren Posten zurückzutreten. Das neue Ministerium veröffentlicht heute eine amtliche Erklärung, worin es anzeigt, daß es sich dem Delegirtenrathe gegenüber für verantwortlich betrachte, welcher mit Machtbefugnissen nach dem Muster der europäischen Kammern ausgerüstet sei. Wien, 8. April. Das Herrenhaus nahm die Gefftzvorlage in Betreff der Emverleibung Spttzas an. — Der Kaiser hat den Großfürsten SergiuS Alexandrowitsch zum Oberst-Inhaber des Infanterie-Regiments Kaiser Alexander ernannt. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Tirnowa vom 7. d., die Notabelnversammlung wünsche, daß die Fürstenwahl durch eine neue Volksvertretung vorgenommen werde. — Derselben Correspondenz n?irt aus Rom gemeldet, der Vatikan beabsichtige die neuen katholischen Staatsangehörigen Montenegros dem Vicariate von Anttvari zu unterstellen. London, 8. April. Heute findet ein Cabmetsrath statt, dem Vernehmen nach zur Berathnng der in Folge der Krisis zu Kairo nothwendigen Schritte. „Morning Post" spricht sich gegen directe Intervention aus und empfiehlt, den Sultan um die Absetzung des Khedive anzugehen. — Ein T> le- gramm der „Times" aus Konstantinopel vom 7. d. meldet ebenfalls, daß die Pforte beschlossen hat, Griechenland neue Vorschläge zur Lösung der Grenz- frage zu machen. Rom, 8. April. Mit Bezug auf sein gestriges Schreiben spendete der Papst zum Zwecke der Entwickelung der katholischen Schulen in Rom 100,000 Lire für 1879 aus seinem Privateinkommen. — Der Bormida-Fluß ist ausgetreten. Sein Waffer bestreicht die Festungswerke von Aleffandria. London, 9. April. Aus der Capstadt wird unterm 25. März gemeldet : Eine von 104 Mann des 88. Regiments escortirte Proviant Colonne wurde am 12. März bei Tagesanbruch auf dem Wege von Derby nach Lüneberg von 4000 Zulus unter dem Befehle Umbeltnis angegriffen- Die Escorte- Mannschaften traten zwar in Folge der Alarmtrung unter die Waffen, wurden jedoch von dem enorm überlegenen Feinde überwältigt. 40 Mann incl. des Hauptmanns wurden getödtet und 20 Mann werden vermißt; 40 Mann haben sich nach Lüneberg durchgeschlagen. Eine verlorengegangene Rcketen* Kanone mit Munition wurde später wtedererlangt. 20 Wagen mit Munition find verloren. — Fünf Transport-Dampfer mit Verstärkungen sind angelangt. Berlin, 7. April. Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend den Zolltarif des deutschen Zollgebiets, welcher dem Reichstage zugegangen, lautet: 8 1. Bei der Einfuhr von Maaren werden Zölle nach Maßgabe des nachfolgenden Zolltarifs erhoben. Derselbe tritt vom 1. ........ 18 . . ab an die Stelle des Lereinszolltarifs vom 1. October 1870 und deS denselben abändernden Gesetzes vom 7. Juli 1873. (Reichs-Gesetzbl. S. 241.) S 2. Die Gewichtszölle werden von dem Bruttogewichte erhoben: a) wenn der Tarif dies ausdrücklich vorschreibt, b) bei Maaren, für welche der Zoll 6 von 100 Kilogramm nicht übersteigt. Im Uebrigen wird den Gewichtszöllen das Nettogewicht zu Grunde gelegt. Bei der Ermittelung des Nettogewichts von Flüssigkeiten wird das Gewicht der unmittelbaren Umschließungen (Fässer, Flaschen, Kruken und dergleichen) nicht in Abzug gebracht. Der Bundesrath bestimmt, bei welchen Waarengattungen das Nettogewicht nach Procentsätzen des Bruttogewichts berechnet werden kann, und stellt diese Sätze fest. § 3. Von der Verzollung befreit sind: a) die mit der Post aus dem Auslande eingehenden Waarensendungen von 250 Gramm Bruttogewicht und weniger. b) alle der Gewichtsverzollung unterliegenden Maaren in Mengen unter 50 Gramm Zollbeträge von weniger als fünf Pfennigen werden überhaupt nicht, höhere Zollbeträge aber nur soweit sie durch 5 theilbar sind, unter Weglassung der überschießenden Pfennige erhoben. Der Bundesrath ist befugt, in allen zuvorgedachten Beziehungen im Falle des Mißbrauchs örtliche Beschränkungen anzuordnen. 8 4. Die folgenden Gegenstände bleiben vom Eingangszoll frei, wenn die dabei bezeichneten Voraussetzungen zutreffen: 1. Erzeugnisse des Ackerbaues und der Viehzucht eines einzelnen, von der Zollgrenze durchschnittenen Landguts, dessen Wohn- und Wirthschaftsgebäude innerhalb dieser Grenze belegen sind. 2. Kleidungsstücke und Wäsche, gebrauchte, welche nicht zum Verkauf emgehen; gebrauchte Hausgeräthe und Effekten, gebrauchte Fabrikgeräthschaften und gebrauchtes Handwerkszeug von Anziehenden zur eigenen Benutzung; auch auf besondere Erlaubmß neue Kleidungsstücke, Wäsche und Effecten, insofern sie Ausstattungsgegenstände von Ausländern sind, welche sich aus Veranlassung ihrer Verheirathung im Lande niederlassen. 3. Gebrauchte Hausgeräthe uno Effecten, welche erweislich als Erbschaftsgut eingehen, auf besondere Erlaubniß. 4. Reisegeräth, Kleidungsstücke, Wäsche und dergleichen, welches Reisende, Fuhrleute und Schiffer zu ihrem Gebrauche: auch Handwerkszeug, welches reisende Handwerker, sowie Geräthe und Instrumente, welche reisende Künstler zur Ausübung ihres Berufs mit sich führen, sowie andere Gegeiistände der bezeichneten Art, welche den genannten Personen vorausgehen oder nachfolgen; Verzehrungsgegenstände zum Reise- verbrauche. 5. Wagen, einschließlich der Eisenbahnfahrzeuge, welche bei dem Eingänge über die Grenze zum Personen- und Waaren-Transporte dienen und nur aus dieser Veranlassung eingehen; auch leer zurückkommende Eisenbahnfahrzeuge inländischer Eisenbahnverwaltungen, sowie die bereits in den Fahrdienst eingestellten Eisenbahnfahrzeuge ausländischer Eisenbahnverwaltungen. Wagen der Reisenden auf besondere Erlaubniß auch in dem Falle, wenn sie zur Zeit der Einfuhr nicht als Transportmittel ihrer Besitzer dienten, sofern sie nur erweislich schon seither im Gebrauche derselben sich befunden haben und zu deren weiterem Gebrauche bestimmt sind. Pferde und andere Thiere, wenn aus ihrem Gebrauche beim Eingang überzeugend heroorgeht, daß sie als Zug- oder Lastthiere zur Bespannung eines Reise- oder Frachtwagens gehören, zum Waarentragen oder zur Beförderung von Reisenden dienen. 6. Fässer, Säcke u. s. w., leere, welche entweder zum Behufe des Einkaufs von Oel, Getreide u. bergt, vom Auslande mit der Bestimmung des Wiederausganges eingebracht werden, oder welche, nachdem Oel u. s. w darin ausgeführt worden, aus dem Auslande zurückkommen, in beiden Fällen unter Festhaltung der Identität und, nach Befinden Sicherstellung der Eingangsabgabe.- Bei gebrauchten leeren Säcken, Fässern rc. wird jedoch von einer Controle der Identität abgesehen, sobald kein Zweifel dagegen besteht, daß dieselben als Emballage für ausgeführtes Getreide rc. zu dienen bestimmt sind. 7. Musterkarten und Muster in Abschnitten oder Proben, welche nur zum Gebrauche als solche geeignet sind. 8. Kunstsachen, welche zu Kunstausstellungen oder für landesherrliche Kunstinstitute und Sammlungen, auch andere Gegenstände, welche für Bibliotheken und andere wissenschaflliche Sammlungen öffentlicher Anstalten, ingleichen Naturalien, welche für wissenschaftliche Sammlungen eingehen. 9. Alterthümliche Gegenstände (Antiken, Antiquitäten), wenn ihre Beschaffenheit darüber keinen Zweifel läßt, daß ihr Werth hauptsächlich nur in ihrem Alter liegt und sie sich zu keinem anderen Zwecke und Gebrauche als zu Sammlungen eignen. 8 5. Maaren, welche aus Staaten kommen, welche deutsche Schiffe oder Maaren deutscher Herkunft ungünstiger behandeln, als jene anderer Staaten, oder welche deutsche Erzeugnisse mit einem erheblich höheren Einfuhrzoll belasten, als solcher von ausländischen Erzeugnissen bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet erhoben wird, können, soweit nicht Vertragsbestimmungen cntgegenstehen, mit einem Zuschläge bis zum Doppelten der tarifmäßigen Eingangsabgabe belegt werden. Die Erhebung eines solchen Zuschlags wird nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths durch kaiserliche Verordnung angeordnet. Urkundlich rc. Gegeben rc. Lokales. Gießen, 9. April. Als im vorigen Jahre General Biddulph bei seinem siegreichen Vordringen in Afghanistan den Kojak - Paß genommen hatte uno diese Nachricht die Blätter durchlief, faßten zwei hiesige Studenten in rosiger Laune den Entschluß, dem General zu seinem Erfolg per Karte zu gratuliren. Dies wurde sofort ausgeführt und in lateinischer Sprache abgefaßt ging folgender Glückwunsch nach dem Kojak-Passe ab: Gratulamur tibi de feliciter occupatis angustiis illis, quae dicuntur Cojak. Propinamus tibi copiam quandam spectatissimam cerevisiae. (Wir gratuliren Ihnen zu der glücklichen Einnahme des Kojak-Pasies und trinken Ihnen ein „gehöriges Stück" vor.) Schon war die ganze Geschichte so gut wie vergeßen, als vor ca. 14 Tagen ein eigenhändig verfaßter Brief des Generals mit der Adresie: „To Charles H . . . and Charles E . . ., Students of Giessen“, und dem Poststempel „Bombay" folgenden Inhalts einlief: Ex Helmandi rivis gratias vobis reddimus, ego et exercitus meus, propter amicitiae verba. Montibus superatis in Candahar intrarimus. Nuno ex Helmandi flumine ad vostram salutem libamus. — Heu! vinum ac hostis desunt. Fratres nostros Studiosos Giessenses salutamus. Vale ac valete ! Febryary 10 1N79. M. A. Biddulph, Major General, Comanding at Coirishk. (Von den Gestaden des Helmand sagen wir Euch Dank, ich und mein Heer, für die Worte Der Freundschaft. Wir haben die Berge überstiegen und sind in Kandahar eingedrungen. Jetzt trinken wir aus den Fluthen des Helmand auf Euer Wohl. O jerum! Wein und Feind sind unsichtbar. Unsere Gießener Brüder Studio grüßen wir. Lebt wohl!) — Im Monat März starben in hiesiger Stadt 34 Personen, nämlich 21 Erwachsene und 13 Kinder. Bei den Erwachsenen erfolgte der Tod 4mal durch Lungenschwindsucht, 3mal durch acute Entzündungen der Athmungsorgane, 3mal durch Altersschwäche, je 2mal durch Gehirnentzündung, Schlagfluß, Krebs und Herzfehler, je einmal durch Typhus, Gehirnerweichung und Verschwärung der Wirbelknochen. — Es befanden sich darunter auch zwei auswärtige Frauenspersonen, die sich zufällig zum Besuche ihrer Verwandten hier aufhiejten. Von 6 Kindern im ersten Lebensjahre starben 3 an Krämpfen, 1 an Bronchienentzündung, 1 an Blutung, 1 an angeborener Schwäche mehrere Stunden nach der Geburt. Von 7 Kindern im 2 bis 15. Lebensjahre starben 2 an sog. englischer Krankheit, 1 an Scharlach, 1 an Diphtheritis, 1 an Gehirnentzündung, 1 an Lungenentzündung und 1 an Knochenfraß. Vergleichen wir den Monat März des Jahres 1878, so finden wir, daß sich damals im Ganzen 40 Todesfälle in hiesiger Stadt ereigneten, und daß unter den damals Gestorbenen sich 11 Kinder im ersten, 10 Kinder im 2. bis 15. Lebensjahre befanden. G. Gießen, 9. April. Unterm Gestrigen erkannte der Schwurgerichtshof: 1» gegen Andreas Bischoff von Würzburg wegen Diebstahls eine Zuchthausstrafe von 3 Jabren, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht, 2) gegen Philipp Stier von Pohl-Göns wegen Urkundenfälschung Gefängnißstrafe von 10 Tagen, 3) gegen Karl Köhler von Lauterbach wegen gleichen Verbrechens Gefängnißstrafe von 3 Wochen, 4) gegen Heinrich Schmidt von Wellerßhausen wegen Körperverletzung aus Grund des Verdicts der Geschworenen auf Freisprechung. Berichtigung. Johannes Laux Ehefrau von Ober-Ohmen wurde nicht, wie bereits veröffentlicht, wegen Diebstahls und Betrugs in eine Gefängnißstrafe von 5 Monaten, sondern in eine solche von 6 Monaten verurtheilt. Allgemeiner Anzeiger. Kindergarten* 2382) Beginn des Kindergartens Montag den 21. April. Indem ich die geehrten Eltern um Ihr Vertrauen bitte, erlaube ich mir gleichzeitig mitzutheilen, daß ich das Honorar für ein Kind vierteljährlich auf 9 ,3t. reducirt habe. Bei Geschwistern tritt noch eine Ermäßigung ein. Eintrittsgeld für neu eintretende Zöglinge beträgt 1 3L Anmeldungen nimmt von Sonnabend d-n 19. April im bisherigen Lokal des Kindergartens entgegen. Melanie Härtel. (1865 Fufiboden-Anftrich, aufiboden-Lack, Damarlack, Copallack, empfiehlt in besten Qualitäten die Material- und Tarlimaarcn-Handlung von <*g. Wilh. Weidig. Markt 8. Petersburger Möbellack, Eisenlack, Seccatis, Leinölfirnis, Alle Sorten Oelfarben, dick, sowie zum Anstrich fertig, schnell und hart trocknend, 2369) Feinstes Blüthenrnehl aus der Kunstmühle des Herrn Ferd. Burk, sowie gestostenen Zucker, Rostnen, Corinthen und Mandeln empfehlen J. A. Busch Söhne. .Stn'cllliniiminoffi’ aller Art!! Ferner empfehle meine Besatzartikel, als: Borden, Knöpfe, Einfastbänder, Seide und Zwirne in allen Farben, zu den billigsten Preisen. 2392) J. H. Sonnenstr. 104. In frischer Sendung: Frankfurter und Erfurter Sämereien empfiehlt zu billigen Preisen (1374 Otto Garn, Handelsgärtner, Ecke vom Linden- u. Kirchenplatz weihe Vorhänge alter Art, Nouleaux Drell m oen gangbarsten Dessins. Anfertigung jeder De- corations- Arbeit in geschmackvollster Ausführung bei Th. Brücke 127) Dchloßgaffe B. 1. Nachverzeichnete Kursveränderungen werden hiermit zur Kenntnitz gebracht: 1) Personenpost Gchzell - Friedberg: 1. Post: in aus Buchen-Scheitholz Rmtr. M Wellen Bekanntmachung 2243) 9 70 45 243 Hardt. 2313) Prügelholz Stockholz Reisholz 306 9 105 Es 4 56 228 124 10430 1600 13 20 Vorm., ft aus w Holzverfteigerung im Gemeindewald von Bo lpertshansen Mittwoch den 16. d. Mts., von Vormittags präcis 8 Uhr ab, und wenn erforderlich den folgenden Tag. Versteigerung. Mittwoch den 16. April, Nachmittags 1 Uhr, soll das hiesige Gemeindehaus nochmals auf den Abbruch versteigert werden. Beuern, den 9. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Beuern. 2417) Ranft. werden versteigert: Eichenstämme I. El., = 13,65 Festmtr., Eichenstämme II. El., — 15,29 Festmtr., Eichenstämme III. El., — 38,76 Festmtr., Eichenstämme IV. El., — 7,91 Die Zusammenkunft und der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr in dem District „Eb erstellt zunächst der Obermühle und wird die Versteigerung gegen lOUHr indem District „Helfholz" Abtheilung Multe bei dem sogenannten Pfann- kuchenbörnchen, fortgesetzt. Hohensolms am 5. April 1879. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. OeffentlicheAufforderung 2394) Die Mehrheit der gerichts- Lekannten Gläubiger des überschuldeten Kaufmanns I. Bärmann zu Gießen hat mit demfilben einen Nachlaßver- trafl abgeschloffen. Etwaige unbekannte Gläubiger desselben werden unter Verstattung der Acteneinsicht aufgefordert, Linnen 14 Tagen ihre Forderungen dahier anzumelden, und etwaige Einwendungen gegen Bestätigung dieses Nachlaßvertrags bei Meldung Ausschluffes vorzubringen. Gießen, 25. März 1879. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. I. V. d. St.'R. Oppermann.Stammler. Edictaüadung. 2393) Nachdem über das Ver- mögen des Heinrich Jacob Spory zu Hermannstein rechtskräftig der Concurs erkannt worden ist, wird zur Anmeldung sowohl persönlicher, als dinglicher Ansprüche Termin auf Freitag den 16. Mai 1879, Vormittags 9 Uhr an Gerichtssttlle Stuuiur Nr. 8 unter bem Rechtsnachtheil des ohne Bekanntmachung eines Präclusiv Bescheids von Rechtswegen eintretenden Ausschluffes von der vorhandenen Vermögensmaffe anberaumt. Gladenbach, den 31. März 1879. König!. Amtsgericht II. II. Post: Echzell 325 Uhr Nachm., in Friedberg 710 „ „ „ Friedberg 725 Uhr Echzell 1130 „ Festmtr., 205 Nadelholzstämme III. u. IV. El., „ Kiefern-Reisholz Etchen-Stämme mit 6,07 fm Stück Eichen-Stanzen. Loszversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Dienstag den 15. d. M., soll in den Districten „Eberstein" und „Helsholz" nachstehendes Gehölz versteigert werden: (2319 Donnerstag den 10. April. Nachmittags 3 Uhr, werden im Gcricke'schen Laden im Hause des Herrn Julius Bach am Seltersweg dahier eine Partie Knöpfe, schnallen, Borden, ein großer Standspiegel, em Huschneidetisch, ein Schreibpult, eine elec- trische Sckellenleitung und sonstiges Ladenmobiliar öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 7. April 1879. 2322) M. Pilger, Massecurator. Tamirag oen xx. i. aut rs., Vormittags 11 ,/2 Uhr, ollen von der Zöller'schen Hofraithe die in die Straße fallenden Gebäude auf den Abbruch versteigert werden und zwar: Ein zweistöckiges Nebengebäude mit rauhem Sockelmauerwerk, Eichenholz- Fachwerkswänden u. Ziegelbedachung, vermittelt 6,40 m lang, 5,25 m breit und bis an's Dach 4,75 m hoch und zwei sich anschließende Stallgebäude ähnlich wie oben, zusammen 8,35 m lang, 2,67 m breit und 4 m hoch. Gießen, den 7. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2342) A. Bramm. Echzell 53o Uhr früh, Friedberg 93« „ Vorm., Mit dem Stammholz wird begonnen und dasselbe jedenfalls am 16. ver- Groß-Rechtenbach, 4. April 1879. Das Bürgermeister-Amt. Bekanntmachung. 2383) Das Fahren der zwei städtischen Gießfäffer soll im Submissions- Weae vergeben werden. Die hierauf Reflectirenden wollen ihre Offerten binnen 8 Tagen von heute an verschloffen bet der unterzeichneten Stelle wo selbst die Bedingungen etngesehen werden können, etnretchen. Gießen, den 7. April 1879. Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. Holrversteiaerung in den Waldungen des Gr. Mapes Trecherrn von Nordeck zur Rabenau in der Oberförsterei Treis a. ö L. Donnerstag, den 17. April d. I. werden aus dem District Struth p. P- bei Beuern versteigert: 19 Eichen-Stämme von 43—65 cm Durchmesser und bis zu 14 m Länge mit 44,88 fm, f 1 Buchen-Stamm von 48 cm Durchmesser und 8 m. Länge mit 1,45 tm., 178 rm Buchen- und 13 rm Eichen-Scheiter, 48 „ „ 10 „ „ Knüppel, 31i//Hundert Buchen- und 87? Hundert Eichen-Retsholz-Wellen, 75 rm Buchen- und 33 rm Eichen-Stöcke. Die Versteigerung des Holzes beginnt Vormittags präcis Uhr tm District Struth bei Beuern, ca. i/2 Stunde von der Oberhessischen Bahnstation Groß-Buseck und Reiskirchen. Die Eichenstämme, welche von vorzüglicher Beschaffenheit sind und wobei sich auch ein zu einer Muhlwelle geeigneter Stamm befindet, kommen gegen 12 Uhr zum Ausgebot. Treis a. d. L., den 3. April 1879. Amendt, Oberförster. Friedberg 520 Uhr Nachm. Echzell 9io „ Urrltrigrrung von StraßenunterhaltungS-Materialien Die Llererunx der für das Rechnungsjahr 1879—80 erforderlichen Stein- materialien soll an nachstehenden Terminen loosweise unter den bei den Versteigerun- noraelcfm werdenden Bedingungen öffentlich vergeben werden gen vorg-teien Montag, den 21. d. M. Nachmittags 2 Uhr im Darmstädter Hof", für die Straßen Gießen - Gelnhausen Abth. 142-177 und fSerbftein — Nidda, Abth. 260—293. ^ 2. Zu Berstadt, Dienftaa, den 22. d. M. Vormittags 10 Uhr bei Gastwirth Vögttr für die Straßen Gießen — Gelnhausen Abth. 63—142, Berstadt — Friedberg 9 Abth. 112 — 122 und Schwalheimer — Hof — Nonnenstumpfen Abth. 120-16^ Naustadt, Mittwoch, den 23. d. M. Vormittags 9 Uhr bei Gastwirth Stiebeling für die Straßen Gießen — Gelnhausen Abth. 177—2~5 und ^an1tabk Donnerstag, den 24. d. M. bei Gastwirth Pröscher für die Straßen Hessenbrücker —Hammer —Gedern, Abth. 162—217 und Herbstein — Nidda, Abth. 185—260. Nidd a, den 7. April 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. 2391) _____________________________aIm an._________________. Verein der national, u. liberal. Partei. 2408) In Gemäßheit des Beschlusses der Generalversammlung vom 5 d Mts. wird hiermii zur Kenntniß der Vereinsmitglieder gebracht, daß I zu Mitgliedern des Vorstandes für das Vereinsjahr 1879/80 die nachstehenden Herren gewählt worden sind: Bürgermeister Bramm, Professor Bratu- scheck, Carl Brück, Professor Cle mm, CarlDemuth, vr. Dietmar, ftetb. Gail, Professor Gareis, August Heß, Hofgerichts - Advokat Hirschhorn, Heinrich Hochstättcr, Ferd. Hoffmann, Fabrikant Klinaspor, August Mayer, Or. Muhl, Adolph Noll, August Noll, Georg Noll, Professor Onken, Anton Petri, Cb r. Dchop- bach, Dir--t°rS°ldan CarlS.ohr, 0v. Weiffenbach, Fr.Winter. Gießen, 7. April 1879. . . Die Wahl-Commission. Bekanntmachung. 2400) Di- Holzverst-iaerungen tn den Areiherrlich v. Nordeck aur Rabenau'fchen Gesammt- waldungen vom 3. und 4. April fc °t. sind genehmigt worden und können die Abfuhrfcheine vom 9. d. Mts an bei der Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden Londorf, den 7. April 1879. Der Oberförster Hoppö. Prima amerikanischen Speck, geräuchert, g-randirt frei °°n Trichinen und Finnen, (2379 Retch-nfand-Bahnhofstraße 92,3. — 14,45 Festmtr., Nadelholzstangen I bis III. El., Rmtr. Nutzholz, „ Eichen- , Buchen- und Kieferu-Derbholz, sowie „ Reiser. 2) Personenpost Grebenhain - Stockheim Bhf. r aus Grebenhain 5 Uhr früh, durch Gedern 630/40 Uhr Vorm., durch Hirzenhain 715/20 Uhr Vorm., durch Ortenberg 8°/10 Uhr Vorm., in Stockheim Bhf. 850 Ubr Vorm. 3) Personenpost Hanau-Niederwöllstadt: aus Hanau 720 Ubr Vorm., durch Windecken 850/55 Uhr Vorm., in Nieder-Wöllstadt IO2« Uhr Vorm. i. S. (1030 M „ i. W.), aus Nieder-Wöllstadt 6 Uhr Nachm. durch Windecken 725/30 Uhr Nachm. i. S. (735/40 „ „ i. W-), in Hanau 9 Uhr Nachm. i. S., (9io „ „ i. W.) Gießen, den 7. April 1879. Kaiserliches Postamt. L o ch m a n n.__ Bekanntmachung. 2413) Am 20. v. Mts. ist zu Annerod ein fremder Bettler plötzlich verstorben. Derselbe war ungefähr । 70 Jahre alt, hatte ein längliches > Gesicht, spitze, etwas gebogene Nase und trug einen grauen Schnurr- und Backenbart. — Er war bekleidet mit tlncm Rock von grauem Sommerstoff, einer alten Weste, dunklen Beinkleidern und blauleinenem Hemde, alten Stieseln, einer alten Milttärmütze und einem alten schwarzen Cylinderhut; er hatte einen alten ledernen Ranzen umhängen, in dem sich Lumpen und einige Knollen Knoblauch befanden. Gtwaige Nachrichten über Namen und Heimathsort des Verstorbenen wolle man dem unterzeichneten Gericht baldigst zugehen laffen. Gießen den 4. April 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen. I. V. d. L. Langermann 2413) Landgerichts-Assessor. HdnhkMk WttiMwn. 2389) Mit dem 1. d. Mts. ist der III. Nachtrag zum Ausnahmetarif für die Beförderung von Steinkohlen rc. von der Rheinischen Bahn nach den Oberhessischen Bahnen, welcher Tarifsätze für Hoerde, Löttringhausen und Steele enthalt, zur Einführung gekommen. Näheresist bei unseren Güterspeditionen 3U Gießem"den 7. April 1879. Großherzogliche Directwn. Mohn. Holzversteigerung. Donnerstag u. Freitag als den 17» u. 18 April l. I., deü Vormittags von 9 Uhr an, sollen in der Zimmer'schen Försterei Winnerod, in drn E)istricten Wald- ö rgsbera, Neubof, E ' köpfet, Zipfen, Bauernheide un? Burg Nachstehende Holzsortimente versteigert werden, als: 37 Nmtr. Buchen-Scheitholz, 183 „ „ P ügelholz, 102 „ „ Stockho z, 24 „ Eichen-Prüglholz, 21 „ „ Siockbolz, 4 „ Rad l - Scheitholz, 74 „ „ Prügelholz, 41 „ „ Swckholz, 348 „ Buchen-Astreisholz, 570 „ Nidel- 651 „ Bucken-Stammreieholz. Die Zusammenkunft findet jedeömal indem Zi mm e i'schenHofdabier statt. Winnerod, am 2. Apnl 1879. 2207) Sänger, Fö «ter Aeilgeöotenes. 2395) Feinstes Blüthenmehl, qem. Äaffinade, SRpftacn und Corinthen, sowie stets frische But» ter und Eier zum Marktpreise empfiehlt Ph. Strack, Reichensand-Bahnhofstraße. 2407) Von heute ab Bockbier in der „Stadt Cassel“. Frische Hefe, sowie Aepfelwein bei J« Leun Ww., 2411)_____________Wallthor._____________ Täglich frische Hefe 2357) bei Joh. Thoma« Löwengasse. Frische Hefe empfiehlt grau Bopp^ Euletsche Bade-Anstalt, sowie Gesch rrhäudler Wagner, Neustadt._________ Täglich frische Hefe 2349) bei Earl Heil, Schloßgasse. Gebrannten Kaffee in vorzüglicher (Qualität, ä JL 1.40, 30, 60 und 80 per Pfund, empfiehlt (2376 W. Heuser, vorm. Fr. Bieler. Sratßücfiinge empfiehlt (2398 ______Emil Fischback. Niederlage S. Heyer'scher Sanitäts-Weine: X 195)________L. Frohnhäuser. Bettfedern und Bannen, Pueinte Reine per Flasche 90 Priorate secco „ „ \ 10 Priorato dulce „ „ 1 20 Garnacho „ „ 1 80 Sherry 2 50 Malaga „ 2 60 Madeira „ 2 80 Oporto 2 80 Vino Rancio „ „ 3 — Badalono „ „ i 50 Drell, Barchent u Federleinen Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung empfiehlt die Möbelfabrik und Lager 001 Th. Brück, 126) Schloßgaffe B. 1. per Hundert 2 JL, empfiehlt 2390) Gärtner Schaum. 2356) Eine Kaute Mist zu verkaufen bei Jacob Dörr, Mühlgaffe. 2045) Ein Haufen Dung zu verkaufen bei Georg MalkomrfiuS, Neustadt. Gewässerten Labberdau u. Stockfisch empfehlen (2370 I. A. Busch Söhne. Sell)stgc;ogene Rheinweine. Weißwein per Liter 73 Pfg., Rothwein , „ 95 „ empfiehlt (2403 V. Klein. ________________„z. Rebstock", Neue Baue. 2418) Schöne solid gearbeitete Bett stellen in Nußbaumholz, verschiedene Fa?ons, lackirte Brandkiste« u. s. w. empfiehlt Chr. Schopbach, Möbelschreiner. Gute Steinkohlen, Ofenbrand, sowie 1. Sorte Ziegelkohlen offerirt (2397 A. Beling Ww., Frankfurter Straße. Jermiethungen. 2387) Ein kleines Familienlogis an stille Leute zu vermiethen. Näheres Sonnenstraße 104.__________ 2380) Möblirtes Zimmer mit öder ohne Cabinet zu vermiethen. Lit. C. Nr. 43. 2377) Ein möblirtes Zimmer mit anstoßendem Schlafcabinet per 1. Mai zu vermiethen. Frankfurter Straße E. 37 im Hinterhause. 2409) Freundliches Logis, 3 Zimmer nebst allem Zubehör, zu vermiethen. Ernst Iughard, Marburgerstraße. ?aden mit Wohnung^ von 4 Zimmer und Zubehör zu vermiethen. 2406) Jul. Bach, Seltersweg. 2399) Ein freundliches Familienlogis zu vermiethen sofort beziehbar bei I Becker, Schmied, Wallthor. 2386) Der 2. Stock zu vermiethen u d alsbald zu beziehen bet ____________T h. Schmid t, Ga rtfeld. 2385) Die 3. Etage meines Hauses in der Alicenstraße zu vermiethen und sofort zu beziehen. A. Griffe. 2381) Das von Herrn Mr. Baur bewohnte Logis, im Wi n d ecker'schen Hause am Kreuz, bestehend aus acht Zimmern mit Corridor und Zubehör, ist anderweit zu vermiethen, vom 1 Juli l. I. auf Wunsch früher beziehbar. Näheres bei L Lab, oifse, Hofgr.-Advocat. 2152) 2—3 freundliche Zimmer Parterre möblirt oder unmöblirt, sind zu vermiethen im Gartfeld. Wo? sagt d. Exped. d. Bl. 1967) Schlafstellen für 2 Personen bei Gustav Nübl, Spengler, Neustadt. 2174) Ein Log's im Freien, erster Stock, 4 bis 5 Zimmer mit Zubehör, sowie Theil am Garten, zu vermiethen und 1. Juli beziehbar. _ I. Jutzi. 2058) Ein möblirtes Zimmer auf einige Monate zu vermiethen bei Frau Marie Noll. Walitljor_ 184. 2264) Ein kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen. Neuenweg Lit. B. 116. 2298) Das seither von Herrn Landrichter Reitz bewohnte Logis in meinem Hause (Ludwigsplatz) ist per 1. Juli anderweit zu vermiethen. H ch. Pog t. 2046) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen bei Gg. MalkomcsiuS, Neustadt. 1888) Eine Wohnung mit 6 Zimmern, Küche, Magd-, Speise- und Schwarzwäschezimmer und Wasserleitung sowie etwas Garten, ist zu vermiethen und kann sogleich bezogen werden. Wo? sagt d. Exped. 1730) Ein kle'nes Logis, mit etwas Garten beziehbar am 15. April an ruhige Leute zu vermiethen. ___________Ken nel, am Riegelpfad. 2368) Ein möblirtes Zimmer billig zu vermiethen. Neustadt Lit. D. 54, 3. Stock. 2291) Zwei möblirte Zimmer zu ver- miethen bei Ludwig Geißler Ww. Reichensandstraße. 2194) Ein Familienlogis ru vermiethen im Da rm stad ter HauS, Vorderhaus. ?032) Fein möblirte Zimmer zu ver- Weinfaal. 2239) Das seither von Herrn Fabrikant Georgi bewohnte Logis ist per 1. Juni anderweit zu vermiethen. Karl Bergmann, Gartfeld. ,.W c Des untere Stock in meinem Hin^rhause, lorote Mansardenwohnung im Vorderhause zu vermiethen. Carl Haas, a. d. Actienbrauerei. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.___________Sonnenstraße B. 65. 2159) Mansardenlogis zu vermiethen und gleich zu beziehen. Carl Herbert, Nahrungsberg. 2103 Ein schönes möblirtes Zimmer vermi.thet Eugen Kauffmunn, Alicenstraße 105 1750) Kleine freundliche Wohnung und Werkstatt zu vermiethen. * _____________Chr. Horcyseck. 2149) Eine Wohnung, zwei Zimmer, zwei Cabinctte, Küche nebst Zubehör zu vermiethen bei ________LouiS Benner a. d. Schoor. 1032) Eine Bel-Etage mit 5 bis 6 Zimmern rc. zu vermiehen bei ______Jng. Merz, R.-Bahnhofsstraße. 1558) Scheuer nebst Stallungen und Hofraum zu vermiethen event. zu verkaufen. Bei wem? sagt d. Exped. d. Bl. 2265) Eine Werkstätte, welche sich auch als Lagerraum eignet, ist zu vermiethen. ________________Neuenweg Lit. B. 116. 1876) Das seither von Herrn Prof, vr. Weiland bewohnte Logis, 5 Zimmer mit Zubehör, mit oder ohne 2 Mansardenzimmer per 1. Juli zu vermiethen. H. Bepler. Ludwigsstraße. vermischte Anzeigen. 2404) Eine kleine Familie sucht auf 16. April eine Wohnung von 6—7 Zimmern, mit Antheil an einen Garten. Anerbietungen mit Angabe den Preises nimmt d. Exped. d. Bl. entgegen.__ Für Schneider! 2410) Gute Rockarbeiter gesucht von M. Weiner, Marktstraße. 2402) Ein junger nüchterner Mann, aber nur ein solcher, welcher Lust hat, als Wärter einzutreten, melde sich in der Zuchtanstalt Wolfsmühle, bei Station Braunfels. -EVMIRudolph Müller. Gesucht. 2396) Ein möbiirtes Zimmer monatsweise, nicht hoch gelegen. Offerten sub a. 120 postlagerno Gießen erbeten. 2405) Eine kinderlose Familie sucht ein in allen Hausgeschailen erfahrenes Dienstmädchen auf 16. April. Guten Lohn- Gute Zeugnisse erforderlich. Vorzug würde einer etwas Französisch sprechenden gegeben. Anerbietungen nimmt die Exped. d. Bltts. entgegen. 2388) Aus 1. Mai wird für eine Familie von 2 Personen eine geräumige Wohnung von G bis 7 Zimmern, wenn möglich mit Garten gesucht. Offerten an die Exp. d. Bl. 2414) Einen gewandten Hausburschen sucht auf sofort. G. Neidlinger. 2412) Eine Frau von hier wird zur Aushülfe in einen kleinen Haushalt auf 2 Monate zu miethen gesucht. Gartfeld A. 1147. elzwuureu und Winterstoffe werden in besonders dazu geeigneten Locali- täten (gegen Feuersgefahr versichert) ausbewahrt resp. übersommert unter Garantie bei Georg Schultheis, 2384) Marktstr. D. 20. 2330) öei den Unter zeichneten sind T Lehr- lingssteilen zu besetzen« _____Hoch # Co. Lohnender Nebenverdienst wird nachgewiesen. Eigenhändige Ofierten sub M. 5517 an die Ann.-Expedition Th. Dietrich A» C". in Cafsel.(2401 2378) Am 5. April ist Unterzeichnetem ein schwarzer Schäferhund mit gelben Backen und gelben Beinen entlaufen. Dem Zurückbringer eine Belohnung. Max Krug in Saasen, Kreis Gießen. 2416) Den Empfang der neuesten Modellhfite, sowie aller sonstigen Neuheiten hiermit ergebenst anzeigend, empfehle gleichzeitig mein reich assertirtes Lager in: Bändern, Blnrnen, Federn, Strohdüten, sowie das Neueste in Weißwaaren, und bitte um gefl. Besuch. Zugleich erlaube mir die Mittheilung zu machen, daß ich das Geschäft vom 1. Februar a. c. auf alleinige Rechnung übernommen habe und nach wie vor weiterführe. Hochachtungsvoll Bertha Meier, in Firma: Gefckwiste^ Meier. FABRIK «j •o Z CT CÖ Q. s o CD o: 00 CT O = c 2 £2. Das beste und billigste Mittel zum Waschen und echnelIen|Reinigen von Weisszeug, Stoffen, Glas, Geschirr, Marmor, Silberzeug, Händen; sowie zum Scheuten der Fussböden und angestrichener Gegenstände etc. etc. Garantirt frei von allen schädlichen Substanzen. Blendend weisse Wäsche ohne Bleiche. Zu beziehen in Packeten von 100, 250 und 500 Gramm ä 15, 35 und 65 H durch alle Colonial - und Material-Waaren- Handlungen. Haupt-Niederlage für Frankfurt a. M. und Hessen-Nassau: 869) Krapf & Hofer, Frankfurt a. M. 24151 Oessentliche Erklärung. Die in deS Vorstellung der „Datterich" von mir humoristisch hingeworfenen Worte sollten durchaus keine Beleidigung für's Publikum sein, es war mehr ein Ausdruck der Verwunderung, daß ein Stück, zu dem ich in keiner Beziehung Vertrauen hatte, gefallen konnte und eine so gute Einnahme erzielte! — Ich bedauere, daß eine harmlose Aeußerung nicht von allen Seiten richtig beurtheilt wurde! Beruhigt aber bin ich, wenn dies der einzige Tadel ist, der mich während meiner Directionsführung hifft, denn ich glaube meine Schuldigkeit als Director und Darsteller, stets das „Bette" und „Wohlanständige" im Auge habend, gethan zu haben und hoffe dafür auch, vor den Augen jedes „wahren Kunstfreundes" Gerechtigkeit zu finden. Carl Alberti. „Wedekind’« Hühl - und Sehlelfeteln - Brüche und Fabrik“ gegründet 1862 KTovdhaiiaAn Grösstes Lager 7 Prämien. eM Wil*w> vLmvm Unbedingt reell. suchen resp. Vertreter für Giessen und Umgegend. Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) iv Gießen- Hierzu eine Beilage.