Nr. 8. j Freitag, den 10. Januar 1879» Kichener Htnzeiger Aüffigt- Mb Amtsblatt für beu Kreis Gießen. Revactionsb«reau r Expcdilionsbitreau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher H h e i l. Gießen, am 6. Januar 1879. Betreffend: Statistik der Bewegung der Bevölkerung pro 1878. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der alsbaldigen Einsendung der Register über die in 1878 vorgekommenen Zu- und Wegzüge entgegen. Dr. Boekmann. Gießen, am 9. Januar 1879. Betreffend: Die Ableistung des Verfassungs-Eides vom IV. Quartal 1878. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien des Huldigungsbezirks Grünberg. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Einsendung des in obigem Betreff zu erstattenden Berichts noch rückständig find, erinnern wir hieran mit Frist von 3 Tagen bei 1 JL Strafe. Dr. Boekmann. politischer Tßeil. Stimmen der Presse über Fürst Bismarcks Zollreform. Die Zollieform Vorschläge dts Reichskanzlers haben in der Presse eine sehr verschiedenartige Dturlheilvi g gefunden. Die g gi erischen Aenßerungen aber überwiegen wohl die zuflimmnden. Von größeren süddeutschen Blättern ist es beinahe nur der liberale „Schwäb. Merkur", welcher auf die Seite des Fürsten Bismarck tritt. In Norddeutschland sind die Freunde zahlreicher. Der „Berl. Börsen-Courter" ur d das „Derl. Tagebl.", die sich beide unab- hängig und liberal nennen, such Femr und Flamme für die Reform, ebenso viele conservattve Blätter, mährend die altconiervottve „Kreuz-Ztg ", mit einer Reihe von norddeutschen Colleginnen, eine warnei de Mahnung selbst vor Ge- treidezöllen nicht unterdrücken kann, und die fortschrittlichen Organe, sowie die Mehrzahl der national-liberalen, den Plan der schärfsten Kritik unterwerfen. Zu Letzteren gehören die „Köln. Zeitung" und auch die „National-Liberale Correspondenz." Was das Ausland anbelangt, so haben namentlich verschiedene französische Dläiter bereits auch ein Unheil abgegeben, und zwar ein abfälliges. Es gefällt ihnen die allgemeine Einführung von Finanzzöllen im deutschen Reiche gar nicht. Die Gombelta'sche „Rspublique srancoise" z. B- sagt: „Wenn die Regierung eines großen Staates den Antheil, welchen das betr. Volk am Welthandel hatte, durch Zolletnschränkurg herabmindert, so schadet sie vor Allem und zuerst denjenigen Jnterefien, welche sie zu schützen meint." Dafielbe Blatt hegt auch die Ansicht, daß der Reichskanzler bet einem Ein- gangszoll von 5 pCt. nicht stehen bleiben könne, da die Industriellen mit demselben schwerlich zufrieden sein würden. Der „Econom. francais" spricht sich dahin aus: „daß, wenn es ein Gebiet gebe, auf welchem die Strafe der Wiedervergeltung herrsche, so sei dies die Zollgesetzgebung; die Behandlung, welche Deutschland andern Völkern angedeihen lasten werde, werde man ihm voraussichtlich mit Zinsen wicdergeben und dann werden die deutschen Fabrikanten, welche exportiren, nach der Theorie des Fürsten Bismarck die ganze Vermehrung der Zölle zu tragen haben, welche andere Länder auf deutsche Producte legen; wo werde der Gewinn sein?" Wiedervergeltung gibt es bet der Zollgesetzgebung aber auch noch in anderer Weise. Von Zöllen nach dem Vorschläge d«s Reichskanzlers kann man mit Recht sagen: Sie nützen den einen und schaden ebenso sehr den anderen industriellen Branchen. Ja, jede einzelne Branche, deren Production durch Zölle geschützt wird, die aber zugleich Rohstoffe aus dem Auslande bezieht, würde zugleich bevorzugt und geschädigt werden. Und wollte man mit einem solchen Rohstoffe bei der allgemeinen Verzollung eine Ausnahme machen, so würde man ur gerecht verfahren und sich die Unzufriedenheit der inländischen Producenten dieses Rohstoffes zuziehen. Die „Köln. Ztg." gibt hierfür, anläßlich der Schutzzollforderung der deutschen Leder-Industriellen, ein sehr drastisches Beispiel. Sie sogt: „Wie aber werden die Gerber es aufnehmen, wenn chnen die amerikanischen Wildhänte durch den Einfuhrzoll verteuert werden? Sie finden doch gewiß keinen Ersatz in der gleichfalls naturgemäß eintretenden Erhöhung der Preise inländischer Häute, mit welcher die Viehzüchter allerdings sehr einverstanden sein werden. Keineswegs werden die Viehzüchter zugeben, daß der von den Gerbern benöthigte Rohstoff nicht in hinreichender Güte im Jnlande erzeugt werde, und ein Ausschluß der Wildhäute von den „Wohlthaten" des retchskanzlertschen Schreibens würde also unberechtigt erscheinen. Wir hoben hier wieder ein redendes Beispiel von der Unvereinbarkeit der Jntereffen, die Fürst Bismarck unter Einen Hut zu bringen versucht." Ganz besonders interefiant ist der Umstand, daß die kanzlerischen Zoll' ^eform-Vorschläge von den ultramontanen Blättern beinahe mit EnthufiaSmus begrüßt werden. Es ist nicht nur die Berliner „Germania", welche von dcr „klaren Entschließung des mächtigsten Mannes im Reiche" nichts weniger als eine „vollständige Umkehr" erhofft und der Meinung ist, „daß durch die Verquickung von fiuanz- ui d schutzzöllnerischen Ideen in dem Bismarchschen Programm und durch die Rücksicht zugleich auf landwirthschaftltche und gewerbliche Jntereffen die Zahl der Freunde dieses Programms groß sein und die praktischen und prtnctpiellen Manchcstermänner gewaltig decimirt werden." Namentlich ist cs auch die derselben Richtung angehörende „Schles. Volksztg.", welche mit Freuden constatirt, „daß der Reichskanzler inconsequent geworden ist und die deutsche Wiffenschaft mit uns zu verachten und unser Kampsge- nofie zu werden beginnt", und welche htnzufügt: „Am Ende werden wir und Fürst Bismarck noch einmal ganz gute Freunde!" Natürlich müßte der Kanzler zu bk fern Zwecke noch andere Bedingungen erfüllen, als da sind die Umkehr auch auf dem ktrchenpolitischen Gebiete, die Verhöhnung der Wtflen- schaft der Gneist, Sybel und Consorten, die Ersparung von 130 Millionen am Militär-Etat und die Aufgabe des Tabaksmonopol-Projectes. Das find allerdings für den Fürsten Bismarck unübersteigliche Hindernisse für die Erwerbung solcher Freundschaft. — Von den Conservativen sind die Deutsch- Conservativen die specifischen Derthetdiger der Btsmarck'schen Reform; aber auch sie stellen Bedingungen: Beendigung des Culturkampses und Umkehr auch auf politischem Gebiete, wie soeben erst Herr von Diep-Daber, der kürzlich wegen Beleidigung des Reichskanzlers 3 Monate brummte, zum Besten gegeben hat. Genannter sieht in der Zollresorm zugleich den ersten Anfang zur Lösung der socialen Frage, ein Ziel, auf das es der Reichskanzler mit seinem ganzen Project, von dem die Zollreform nur ein Theil ist, in der That abgesehen zu haben scheint.__ Deutschland. Darmstadt, 6. Januar. Se. Großh. Hoheit Prinz Alexander nebst Durchlauchtiger Gemahlin haben sich heute zu einem mehrwöchigen Aufenthalt nach Wiesbaden begeben. — Der Gesetzentwurf, die allgemeine Bauordnung betr, ist vollendet und nebst den umfangreichen Motiven bereits gedruckt. Die Vorlage an die Stände steht in aller Kürze bevor. Der Entwurf selbst umfaßt 84 Artikel. Mir der Vorberathung deffelben ist bekanntlich ein von der zweiten Kammer bereits gewählter besonderer Ausschuß betraut. — Der Gesetzgebungs-Ausschuß der zweiten Kammer tritt heute zusammen , um seine Berichte über die Ansführungsgesetze zu den Reichsjustizgesetzen festzustellen. Eine wesentliche Erleichterung der bedeutenden Arbeiten bietet die getroffene Einrichtung, daß die von den einzelnen Referenten zu stellenden Abänderungsanträge den Mitgliedern des Ausschusses und der Großh. Regierung gedruckt mitgetheilt werden. Darmstadt, 7. Januar. Se. Großh. Hoheit der Prinz Wilheai sind heute Morgen um 7 Uhr zu Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Heinrich nach Trier abgereist. Darmstadt, 8. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst g»ruht: Am 2. Januar den ordentlichen Proseffor bei der juristischen Fakultät der Landes-Universität Dr. Hermann Seufsert aus sein Nachsnchen von seiner Dienststelle mit Wirkung vom 1. April d. IS. zu entlasten; an dems. Tage den Fürstlich Hatzfeldtstchen Forstmeister Hermann Stötzer zu Schön - stein an der Sieg zum außerordentlichen Prosestor bet der philosophischen Fakultät der Landes Universität Gießen und zum zweiten Lehrer der Forstwiffen- schäft, an dems. Tage den außerordentlichen Proseffor an der Untversirät Leipzig Dr. Adolph Harnack zum ordentlichen Proseffor in der evangelisch- Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Eorrespondenz- Bureau. London, 8. Januar. Gemäß etvqezogener Erkundigung hat der Gtchl- anfall Beaconefield's nachflelaffen, so daß derselbe Vormiltegs 10 Uhr das Bett verließ; der allgemeine Gesundbeitszuftand ist nickt alterirt. Berlin, 8. Januar. Abgeordnetenhaus. Die fünf ersten auf der Tagesordnung stehenden Gesetzentwürfe wurden in dritter Lesung ohne Debatte genehmigt. Die Vorlagen über die Rheinschifffahrts- und Elbzoll-Gerickte wurden in erster Beratbung an die Commission für die Justizgesetze, der Antrag Krech und Genossen, betreffend die Ablösung der den geistlichen and Schul Instituten zustehenden Rcalberecktigungen an die Aararcommission überwiesen. Den Gesetzentwurf bezüglich der sächsischen Domstifter nahm das Haus in zweiter Lespng nach den Lommijsionsbescklüffen an. Wäbrend der Debatte war Minister Graf Eulenburg wiederholt für die Annahme der Regierungsvorlage, namentlich für Beibehaltung der Benennung „Dom eapttel" anstatt der von der Commission vorgeschlagenen Bezeichnung „Stiftsverwaltung" ein- aetreten. Der Minister hob hervor, die Regierung lege besonderes Gewickt auf die Bezeichnung Domcapitel", schon wegen der historischen Continuttät, weil sie die verdienten Männern als Auszeichnung zugedachten Stellen mit einer gewissen Dignität bekleidet zu sehen wünsche Er wie« ferner darauf bin, daß doch in naher Zett Domhcrren-Etellen zur Erledigung kommen würden Komme kein Gesetz zu Stande, so werde die Regierung genöthigt sein, neue Domherren zu ernennen, was den Wünschen des Hauses gewiß nicht entspreche. — Nächste Sitzung Monuersta, Konstantinopel, 8. Jiriuar. Die russisck türkischen Fitte"ensoer- handluvgen mbm'n ohne flicke Schwierigkeit ihren Fortgang. Sämmtliche Mächte, ausgenommen Rußland, hoben nunmehr officieU der bevorstebenden E«nennung Rustem Paschas zum Gouverneur von Oftrumelien beigestimmt. __ Die Pforte empfahl dem Dey von Tunis, den Reclamationen Frankreichs M genügen. — Die Abreise Sovskt Paschas nach Paris ist noch m gewiß. London, 8. Januar. Der „Standard" meldet, daß der Gichtanfall Lord Beaconsfields b'ftiper als je und der Zustand des Kranken besorgniß- erregend sei. Die üb igen Morgenblätter stellen die ernstliche E'kranku' g Lord Beaconsfield's in Abrede. — „Standard" meldet vom 4. Januar: General Siiwart's Division ist tr Kobchi, fünf Tagemärscke von Kandabar. angekommen. Der Commandant der Porbut ber chtete, der Gouverneur von Kandahar nebme eine Position am Tarnek-Flnsfe ein. Die Genergle Stewart und Biddulpb haben sich am Taktipul concentrirt, um den Vormarsch auf Kandahar am 8. Junior a»mei"sam anzutreten. Wien, 8. I H'uar. Meldungen der „Pollt. Corresp. Aus Kon- stanttnop-l. Man spricht von der Eventualität einer ausgiebigen Reductwn ber lürklschen Armee. Kmmll Pascha und Ai Bey sind nach Skutart abgegangen mit ver Instruction, Oie gegen die Herrschaft Montenegros widerstrebenden mohamedan'schen Bewohner zur Auswanderung nach der Türkei aufz so dern. — Aus Athen Die Einwohner von J mina und des gleichnamigen Districtes pelit'vnirten bei dem König von Griechenland und bei Waddingto um Vereinigung mit Griechenlannd. Kalkutta, 8. Januar. Häuptlinge von Beludfchistan boten 1000 Retter zum Die-.ste in Dera Ismail Khan an. Die britischen Truppen griffen Marodeure der SulimankheiiS an und tödteten 70 derselben. Der Verlust der Briten war gering. Diese wichtige Operation dürste die Ruhe an der Grenze Herst-llen. Petersburg, 8. Januar. Die „Agence Ruffe" hält das Telegramm des „N-w-D'ik Harald" aus Taschkent, wonach der Emir von Afghanistan, welcher die Verwaltung des Landes seinem Sohne übertragen, russischen Boden betreten habe, für richtig. Unrichtig sei hingegen die Meldung, daß der Emir von Tnipppn begleitet sei. Kalkutta, 8. Januar. Eine M ldung des Majors Cavagnart erwähnt abermals ' es Gerüchts, daß Jakub Khan sich anschicke, Schir Ali zu folgen, da er in Kabul machtlos und die Häuptlinge der Ghilzais ihm feindlich feen. Petersburg, 8 g-inuar. Der „R'glerungsbote" meldet: In der q str-gm aHno.deutUchen Sonf-renz d-s M vicinMaths und mehrerer De- part-mentschefs unter dem Vorsitz des Ministers des Innern wurde beschlosien, angesichts des ansteckenden Charakters der Epidemie im JenorajewSk'tchen Hx.jrk, welche der ärztlchei Beoandlung nicht nachgeb-, stre-g- Quarantäne anzuordnen, erprobte hyg'-nisch- Muß rahmen zu ergreifen und die Ziifl der Aerste im Gouveruemen, Astrachan sofort zu verstärken. Der Gouverneur von Astrachan hat tebg apdtrt, die Zahl der neuen Erkrankungen im Dorf W-t- Itanka sei gert- g ob oohl die Eprdemie den früheren ansteckenden und unheilbaren Charakter b-hilte. D-r Handels- und Postoerkehc über die Moskauer V ikehrslmle ist eing.stellt; ders-lbe wird über andere Wege geleitet. Aesterreich. Wien, 7. Januar. Einer Meldung d-r „Polit. Corresp." aus Kon- stantinopel zufolge ist dortselbst Nichts davon bekannt, daß die russisch-türkischen Friedens Verhandlungen durch irgend welche angeblich neuere russitche Erklärungen betr. die Uebergabe der im Berliner Vertrag- Montenegro zuge- fprochenen türkischen Gebietstbeile unliebsam gestört worden wären. — Die Polit Corresp " meldet aus Skutart in Albanien: Heute findet in Zogai bei Tkutari in Folge Auftrags der Pforte eine Conferenz zwischen Hufiein Prscha und den montenegrinischen Delegirten behufs Uebergabe von Podgo- ritza, Spuz und Zabljtk an Montenegro und Räumung der von den Monte- grinern occupirtcn albanestschen Küste statt. Irankreich. Paris, 6. Januar- Das Ergebniß der gestrigen Wahlen blldet heule ausschließlich das Tagesaespräch. Selbst ein großer Thetl derer, welche bis jetzt noch zur Reaction hielten, stimmt in das Jubelgeschrei ein. Zu diesen gehören auch viele Staatsbeamte, und ich könnte ihnen mehrere hohe Polizei- beamte nennen, welche gestern ihren Freunden offen erklärten, daß sie in Za- kunst der Republik/die das Land in der That wolle, treu und redlich dienen würden. Besonders entmuthigt sind die Bouapartisten. Ihre Führer sind ganz außer sich, daß die qroße Maffe derer, welche bis jetzt noch zum „Empire" hielten, dies.m nun den Rücken kehre. Die Bonapartisten halten gestern über vierzig Candidaten aufgestellt und sie brachten nur zwei derselben durch, nämlich Batbie und de Gavardie, die im Grunde genommen aber nicht einmal zu ihnen gehören, sondern nur in Departements gewählt wurden, in denen sie bis jetzt herrschten. Die Legitimisten trösten sich damit, daß sie von allen reactio- uären Parteien den meisten Erfolg g babt h^ben. Eingesandt. Nack der au8 dem „Rhein. Courier" in den „Gießener Anzeiger- vom 7. er. über- g>flTiffluna über die Ausführung der Secundärbahn Kölbe Biedenkopf-Laasphe macht die pr^euß'sche^Staatsregierung Bau und Betrieb der betreffenden ßinte von dem Awerbe d^ Großbe^oglich Hessischen Antheits ver Main Weser.Bahn abhängig. So sehr wir es wünschen, daßdem berechtigt n Verlangen des früheren hessischen Hinterlandes entsprochen werde, so zu- versichtlich hatten wir an d?r Ueberzeugung fest daß bte ®roS^^0l^Äe ^taat«re^n8 fa wenig, wie insbesondere die Lanbesvertretung ihre Einwilligung dazu ertheilt, daß eine gant unter' ftewve? Verwaltung stehende Bahn durch das hessische Geriet ziehe Wirsind d« Ueberzeugung, daß kein Bundesglied des deutschen Reiches — sei denn bei völliger au»- natzmslottr Durchführung des Reichseisenbahnprojectes - eine fremde Bahn im eigenen Lande dulde und wir vertrauen deßhalb gerne darauf, daß es den «bgeordne en v. Rabenau^und Genoffen aelingt, die Durchführung jenes Ansinnens der preußischen Regierung, das tohr ffc den vorliegende M nack keiner Richtung hin für begründet halten können, zu verhindern. Daß eine Bahn durch das hessische Hinterland so geführt werden muß, daß sie nicht nur dem localen Interesse, sondern insbesondere unter Fortführung nach Altenhunden dem durchgehenden Verkehr diene/ scheint uns hier um so beachtenswerther, als jenes Glied ganz besonders daz» berufen ist, eine hervorragende Stellung zur Vermittlung der großartigen Maffentranspa»te zwischen der Ruhr und Süddeutschland einzunehmen. Lokales. Mieffen, 9. Januar. In der gestrigen Vormittags-Sitzung verurtheitte der Schwur- gericktshof den Conrad Schäfer von Rainrod, wegen Körperverletzung mit todtlichem Erfolg, in eine Gefängnißstrafe von vier Jahren. Gestern Nachmittag wurde Friedrich Scheer von Lauterbach, wegen Körperverletzung mit todtlichem Erfolg zu einer Gefängnißstrafe von 3 Jahren verurtheilt. __ou einem Metzger vor dem Neuenweger Thor kam am Dienstag Abend ein Mädchen, der Kleidung nach zu urtheilen ein Dienstmädchen und entnahm auf den Namen eineS Restaurateurs 5 Pfb. Solperfleisch und bestellte für den folgenden Tag 8 Pfv. Koteletten mit dem Bemerken, selbige müßten reckt schön gemacht sein, sonst kaufe der Herr nichts mehr und fluche alles durcheinander. Das Fleisch wird, weil der Besteller -in guter Kunde verabfolgt und als am anderen Tage die Koteletten besorgt werden sollten stellte sich ^heraus, daß gar keine bestellt worden und der Metzger grob beschwindelt war. Zur Warnung möge dieses anderen Geschäftsleuten dienen, damit sie nicht auch hereinfallen. theologijchkn Fakultät der Lavdes Universität Gicßen — zu ernennen und in den gedackten Eig nschaften zu berufen. Berli», 7. Jan. Der „Reicksanz." veröffentlicht einen Erlaß des Hm. delsmiickst.re vom 4. Jan. an die Regierungen und Landdrosteicn, worm denselben di- Reformtrung der bestehenden Innungen und drc Ernchiung neuer Innungen ürnerhalb des Rahmens der Gewerbeordnung anempfohlen wird. Als yaupr- anfgabe der Innungen wird hierbei bezeichnet, durch rege Belhe'l'gung aller Genoffen di- gemeinsamen Jntereffen des ganzen Gewerbes zu filtern, insbe- ,andere den G-meinsinn und die S'andesehre zu wecken den gewerblichen Betrieb der Jnnungsmttglieder zu unterstützen, die Nutzbarmachung techmicher Fortschritte zu era öglichen, in Unglücks-, Krankheits- und Todesfällen Unterstützung zu gewähren, das L-Hrlwgswesen gemeinschaftlich zu regeln und zu pflegen, das gewerbliche Fortbildungswesen zu unterstützen, und -in befferes Berhäitniß zwischen Meistern und Gehulfen herberzusuhren. D>e a geregten Organisationen könnten eine wesentliche Handhabe btet-n bedrohliche M.ßstände ans dem socialen Gebiete wirksam zu bekämpfen und durch SelbstthäNukeit der Betheil'g, n di- Hebung urb Stärkung des Gewerbestandes b-rbeizusuhren. Der Minister fordert im Monat Juli Bericht über das zur Erledigung des E l _ Dtt dem Bundesrathe vorgelegte Gesetzentwurf, betr. die Anreiae- vfltckt Bei dem Auftreten gemeingefährlicher Krankheiten für bas deutsche Reich, bat iolaenden Wortlaut: § 1. Von jedem Falle einer E-krankung an d-r Cholera oder an den Blattern hat der b.handelnde Arzt sowie, das Haupt der Familie, in welcher der Fall sich ereignet, spätestens 12 «tunten nach -rlangt.r Kenntniß unter Angabe des Namens und Alters, der Wohnung und Beschäftigung des Erkranklen bei der nächsten Polizeibehörde Anzeige zu erkalten. Ist «in Familienhaupt nicht vorhanden oder ist es behindert so liegt die Anzeige demjenigen ob, in dessen Wohnung oder Behausung der Fall sich ereignet S 2 Von dem Auftreten anderer mit gemeiner G«fahr v rbundenen Krankbeiten «ine gleiche Anzeige zu erstatten, kann den Aerzten und bezüglich der Krankheiten der Wöchnerinnen auch den H-bammen durch Beschl,ß des Bundesratbes zur Pflicht gemacht werden. § 3. Wer die nach § 1 unb Z ihm obliegende Anzeige unterläßt, wird mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. be- Di- Strafverfolgung tritt im Fall- des § 1 nicht ein, wenn die Ai- »iae obwohl nicht von dem zunächst Verpflichteten, doch rechtzeitig erstattet ist Landesrechtliche Bestimmungen, welche eine weitergehend- Anzeigepflicht begründen, werden durch dieses Gesetz nicht berührt. Vermischtes. - Die 3." erhält Zuschrift: ^^deu, 3. Januar 1879. An die verehrlicke Redaktion der „Magdeburgischen Zeitung". Ick ersuche Sie um gefällige Aufnahme nachstehender Mittheilung: Im Laufe des Monats December fand sich in Ihrer Zeitung eine Mitteilung de« Lerrn Dr Oberbrtyer: „Zum Titelschwindel", aus welcher hervorgeht, daß in England und Amerika noch immer Doktordiplome der Universität Gießen feilgebotcn werden. DerarUge Diplome sind Fälschungen, da an unserer Hochschule der Doktortitel ausnahmslos nur So chen ertbeitt wird welche eine genügende Vorbildung nachgcwiesen und durch «ne^gedruckte Differ- tation, sowie' durchs ein Examen b-n Beweis g°U-s»^ben,^a^e des D°kt°Melswmb^stnb. Friedberg. Nach Erkundigungen an competenter Stelle beschränkt sich der „Einsturz" der Eckartshäuser Kirche darauf, daß einige Schraubenmuttern an dem Hängewerk das die Decke trägt, absprangen, wodurch sich die Decke gesenkt hatte. Der ganze Schaden ist bereits wieder reparirt. Biedenkopf, 4. Januar. Die freiwillige Selbstbesteuerung zu Gunsten unserer Eisen- bahn hat bis jetzt hie^ in Biedenkopf ein ganz erfreuliches Resultat geliefert. Die Summe der Gesammtzeichnung von Privaten beziffert sich hier bis heute auf oo 155 U Als die Höckstbesteuernden figuriren in unserer Liste, die Ludwtgshütte Mit X ie mit 3000 JL, Hrn. Schäfer und Rehm hier mit 1000 jüngst zu Wallau mit 1000 Hrn. P. W. Heinzerling hier mit 1000 JL fiw’ Job Kraft^Werner hier mit 500 JL Es folgen dann 10 Jntereffenten m,t )e 300 JL, drei mit 250 X vier mit 200 J4, einer mit 12 -, zwölf mit 100 JL, der Rest vertheilt sich unter die übrigen 11s Zeichner, so daß im Ganzen sich E Personen b,s jetzt betheili^ baben - Die Ludwigshülte, Amalienhütte, Friedrichshutte beabsichtigen Dem Vernehmen nach im Ganzen 40,000 X für das Unternehmen zur Verfügung zu stellen, wenn die Bahn von Buchenau bis Biedenkopf auf der linken Lahnseite bleibt, weil dadurch eine kürzere Lmie her- gestellt wird, als wenn die Bahn bei Buchenau auf die rechte Se te der Lahn nach Wolfgruben und dann wieder bei Eckelshausen auf das linksseitige Ufer geht andernfalls werden sie sich nur mit 2400 ' X in Summa betheiligen. — Die StaDtgemeindei BieDenkopf hat bekanntlich ^0 000 4L aereicknet noch weitere Zeichnungen von Bedeutung stehen m Aussicht, wir dürfen deßhalb mit ^Bestimmtheit hoffen, daß Die vom Staate uns gestellten Bedingung^ unserersett» »ünttlt&jrfuDt »«rt=ng t) 1ÄabQmt B. tpi «ine noch «ch» hübfch« D°m«. die nu« den Rebler bat daß ihre Stimme etwa» rauh ist. Die Dame sucht frMch diesen Mangel etwa» in »«beräen und auszugleichen, aber es gelingt ihr nicht immer. Jungst begegnete sie einem blinden Bettler blieb Neben zog ihren Geldbeutel, drückte dem Mann ein Geldstuck in die Hand"un7flb7ete chm Ä freu^iiche Worte « SD« «®ejM* W lauschte und sagte dann gerührt: „Ich danke Ihnen schön, Herr Oberst! ________________ Quittung. Für den verunglückten Fuhrmann Ioh. Stecker sind bis jetzt eingegangen: Bei Herrn Pfarrer Dr. Seel: Adv. R. 2 X, Pfr- Dr. S. 2 X, Kanzleirath ®T. 5 X, Frau Prof. W. 5 X, N. N. 5 q. 3 2/ Sckl. Pr. 1 , E. 1 X, L. 3. «X, P. 1 «X, N. N. 60 Gastwirth B. 1 -X, W. 50 3, O. 1 -X, V. 2 «X, L. 2 eX, 9?. 2 «x, Frl. W. 1,50 «X, S. 2 «X. Zusammen 20 «X. 10 Bei Herrn Stadtverordneten August Noll: A. Gr. 1 cX, Prof. B 3 4 F- R. 1 CX, Hofgerichtsd. B. 1 rnnffopit nm Vcbeii rebrt „Mens sana in corpore sano , llcur IM ge unoen JxOiptr woM eine fltiunbe ©eele! Diese Worte sind eine mahnende Wabrhett sur Jene welche ost aus Unwissenheit gegen die Gesundheit sündigen, denn es fallt den Wenigsten em, sich über ih7e Verpflichtungen, die sie dem eigenen körperlichen Ich gegenüber zu erfüllen »nben G/Buck,'wclch-s"d7-sim Zwecke dient, den Lesern in leichtsaßlicher Weise mit Ursprung Charakter und Behandlung jeder Krankheit bekannt macht, ohne ihn mit bem Saft ’Sauli«« Phrasen M beschmeren, sanden w'r 'n d m in 110. Auflage erschienenen Buche „Dr. Amy s Naturheilmethode , welches mNichters Verlags-Anstalt in Leipzig erschienen und gegen 1 X 20 3 in Bnefm. franco zu beziehen ist. ________ Theater. . ^M»ÄnÄ Prägst- und in den °°r,L«ltch dar, chellN Damm H1 unb sffit I Ä "a? 5« Äl’*™ Darstellungen d-s B.rghe.m L" Brümser di- größte Anerkennung und ^wi-d«h°lt durch^a^nB-.sa^usg-z-.chn-^ Die Herren Richard, -Sandtke, rcenr^r un tociter. das Publicum Gießens ®nn^'"=ld“n Leistungen gegenüber nicht undankbar zeigen, Namen,iich wenn -in ernstes und würdige« streben so klar vor Augen ltegta d^^ Aufführung d-s Ben-dirlch-n Sch°uspi-Is fVielt. Jedenfalls eine sichere Garantie für einen genußreichen Abend. Ieikgekoterres. Täglich frische Veilchen zu haben bei (212 Ha chelsaärtner Otto Garn, Linden- und Kirchenplatz. 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Zu haben bei 203) Emil Fischbach, Billigster Mobelverkauf. 137) Um die Kosten des Rücktrnnsportes ,u ersparen, weiden Bob Dienstag den 1. Januar, von Morgens 9 Ubr an, di- noch vorhandenen >döbe ,u noch nie dagewescnen Preisen verkauft. Dieselben bestehen in: 1 feinen Saloneinrichtung in schwarze» Holz mit iiberpolsterter Pli'schganiitur, 1 Speisezimmeremrechtuns 1 eichen), reich geschnitzt, 1 hochelegante Schlafziu.u.erelnrechtun, in einaelcatcm Holz; ferner Büffet m Nußbauni, Spiegel schrank, Ausziey», Oval-, Klapp-, Näh- und 1 Herrenschreibtisch, 1 Kislong, 1 Sophft, 1 Nips- u. 1 braune Plnschgarnitnr, 4 seine sranzoflfche complete Wasch« ii. Nachtschränkchen mit Marmor. Woll- u- Haarmatrahen, NoyDr stühle, Spiegel, 2 pol. Schränke, 1 Pianino. Seltersweg C- 44, parterre. Sömmtliche Möbel sind solid gearbeitet und ist zu BrautauSst-ttungeu m»d sonstigen E>nrichtungen äußerst günstige ^elegenhert. —- Wechsel ä'Ä'Ä' ” Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Samstag den 11. Januar 1879, Dienstag „ 14 Mittwoch „ 15. „ „ Donnerstag „ 16. „ „ Samstag „ 18. Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legi- timiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1878. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr. 85) Die Lieferung des Bedarfs an Buchen-Scheitholz, Eoaks, Braunkohlen, (Böhmische und Habichtswalder), Dochte, Brennöl, (raff. Rüböl und Möhringöl, Petroleum, Stearinlichte, Zündhölzer, Lampengläser, Hanfheede, Leines, Makulaturpapier, Reiserbesen, Piasavabesen, Kernseife, Harzseife, Schniirgelleinen,Schwämme Waschleder, Putzlappen, Rüböl, rohes, Rüböl, gereinigtes, Talg, Vulcanöl, Bindfaden, Chlorkalk, Dcsinfectionsflüssigkeit, Klebgummi, Plomben und diverse Stiele soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Termin hierzu wird auf Montag den 20. Januar 1879, Vormittags ll'/z Uhr, in das Geschäftslocal der unterzeichneten Direction Hierselbst anberaumt. Die Offerten deren Eröffnung in Gegenwart etwa persönlich erschienener Submittenten stattfindet, sind francirt mit der Aufschrift: „Submission auf Lieferung von Betriebsmaterialien in dem bezeichneten Termin an uns einzureichen. Die Lieferungsbedingungen nebst zugehörigen Bedarfs-Nachmeisungen sind bei unserer Central-Materialien-Verwaltunas- und Rechnungsstelle Hierselbst einzusehen und können gegen poitofreie Einsendung eines Baarbetrags von 50 $ pro Exemplar von derselben bezogen werden. Cassel, am 24. December 1878. Königliche Direktion der Maiu-Weser-Bahn. 163) Der Ausverkauf im Laden des Herrn Wilhelm Balser am Lindenplatz dahier wird Sonntag den 12 d M., beendigt, und werden bis dahin die Waaren zu bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben. Gießen, 6. Januar 1879- M. Pilger, Massecurator. Versteigerungen. Montag den 13 d. Mt-., Bor mittags 10 Udt, soll auf dem hiesigen städtischen Bau- büreau für 338 «X Schreinerarbeit (Anfertigung von Schulgerätheu) veift.tgert werd n. Güßen, den 8. Januar 1879. Großh rzogl. Bürgermeisterei Gießen. 204) A. Bramm. Dienstag den 14. Januar u. die folgenden Tage, jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, werden im Laden des Herrn Wilhelm Balser amLindenplutz dahier sämmtliche Porcellan- undGlaswaaren, Figuren, Basen und kleinere Luxusgegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 9. Januar 1879. 197) M. Pilger, Massecurator. Hermicthungen. 199) Ein Logis zu vermiethen, Lit. A. 78. 206) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen Karl Bergmann, Gartfeld. 198) Ein kleines Fanrilienloigs ist zu vermiethen. Hermann Völker. Weißbinder & Lackirer. 210) Zu vermiethen ein Familienlogis (3 Stuben, 2 Kammern, abgeschlossener Vor-platz, Küche und Zubehör) bei Prof. Thaer. flüßencr Concerl Verein. Zweites Concert Sonntag den 1%. dann ar. A.bends »5 üi[nifle der S ünux den Nattr führen. Die Echt Durch datz lande tu der Ar selben WüM solche Slch ge Ertrag für dir Waare pnmittt den Stand setze! vermehrten bischen Eousm, vom Auslände fuhr erschwert v'ag zu leugnet wo sie am pui denen man am ist. 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