1879 Sonntag den 9. November AiMk- nib MsdKtt sm bei Kreis Gieße» H«t> artionlbur.au: \ B is •tt>e»ition»bure und -th lten sich - ' ‘ ......... I ' Töchter in einen Vogel, so zwar, daß die jüngere die Hälfte mit dem Kopfe erhielt. Zwar wurde von beiden ein außergewöhnlich bitterer Geschmack bemerkt und solches auch geäußert, dieser Umstand jedoch einem Uebermaß von Wachholder zugeschrieben. Nach etwa zwanzig Minuten bemerkte die eine der Damen, daß sie nicht aufstehen konnte wahrend die jüngere Schwester fast im selben Augenblicke über ein etgenthümliches Gefühl im Kopfe klagte. Jetzt traten rasch dte Anzeichen einer acuten Vergiftung ein, namentlich Brk emmungen, Krampfe und Lähmunserscheinungen. Möglichst rasch beschaffte Gegenmittel und ärztlich.-Verordnungen hat en nur bet der ältesten Tochter Erfolg, während bet der jüngeren dte Lähmung schon zu wett vorgeschritten war, so daß eine Reaction nicht mehr eintrat und das arme Mädchen nach kaum einer halben Stunde seit Beginn der ersten LergiftungSerscheinungen Ui einem Krampfanfalle starb. Die ältere Tochter war erst nach Verlauf von fünf bis sechS Stunden außer Leb«ms- gefahr. Dte Symptome beuteten auf Strychninvergiftung, und dieses Gift ist ^ute schon chemisch nachgewtesen. Der einzig mögliche Verdacht haftet an dem getheilten Krammetsvogel, welcher ein sogenannter „Fuchsvogel", das ist ein zur Vergiftung mit Strychnin Ist «nirMig« »»« «II 36,000 »f. S*u»m >-l»st°>, J“*1 HJ" W sä' ‘M"ei*in -»» 1 trauen in dte Zukunft und hofft wie bisher auf die werkthätige Theilnahme 9 wohl tn den Kopf, gebracht. Die vergifteten Vögel, welche so aussehen müffen, .---— I r-xWÄ-Ä: natürlicher^Wetse seine vergifteten Vögel, doch denkbar ist e« immerhin, daß er in einen Irrtum verfallen kann. Oft bemächtigt sich ein Wilddieb der Beute, und da er die vergifteten ^nnt so ist es leicht möglich, baß er diese mitabnimmt oder aufltest und mit den kL.?dem HSn».. »»kau ? ffiie l-ich. .'n schr.ckuch.s Unglück nuf die,. W.t,. h.rb.kge- führt werden kann, ist einleuchtend, und es ist nur zu verwundern, daß ei nicht fchnn ost vor. ist G-i-dttch ist der »votheler befugt, f-der ihm bekannten und -ng.fihen.n P-rfon ApA-n^^Etntraauna in sein Gtftbuch mit Angabe von Art, Quantität und Verwendung Gift zu ^?sLn; °k.nnt er den Lust, "ch., ft muß derselbe einen^p°tt».ttich.n Schein beibringen L &e gesetzlichen Ltaenschaften habe. Dte Erlangung von Gift ist also nicht sehr schwierig u'b die V-Ämdung Lr nicht imme. sehr vorsichtig. J.densnlls »schein.. ,st. ein^e der- »rtiaeS Unalück, durch welches tiefe Trauer in einen großen Familienkreis gebracht wurde, ge nügmd , um dnrzuthun daß Mnhnnhmen gegen di. Möglichkeit der Wiederholung solcher de- trübenden Eretgntffe angebracht sind. Gießen, 8. November. (Sitzung der Stadtverordneten am 6. November.) Anwesend: Herr Bürgermeister B r a m m, Herren Beigeordneten Keller und Heß; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Batst, Gail, Grtneberg, Hanstein, Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdektng, May, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Pfannmüller, Scheel, Schopbach und Wenzel. Der nach Eröffnung der Sitzung verlesene Voranschlag der Armenkaffe pro 1880 wird aenebmtat - derselbe weist einen Vermögensbestand der Armenkaffe von 251,865 J6 auf. cJ Betreff der Quellwasserleitung ist der Antrag der Commtssionsmitglteder genehmigt worden^ daß die zur Zusammenführung verschiedener Quellen erforderlichen Arbeiten durch dte von der Stadt seither beschäftigten, hierzu besonders geeigneten Arbeiter unter Aufsicht des Herrn Keller fortgesetzt werden sollen. Auf ein Gesuch des Herrn Weihgerber an der Grünbergcr Sttaße, welcher um Entscheinung der PflasterungSkosten für das Trottoir vor seinem Hause etnkommt, wird auf abgegebenes Gutachten der Baudeputation beschloffen, demselben das Material, soweit es von der Die erste protestantische Krrche m Tyrol. In Ruhe und Stille hat sich am 1. und 2. November tn Innsbruck ein historisch wichtiger Akt vollzogen, der den Abschluß Jahrhunderte langer Kämpfe bildet und eine Etappe auf dem Wege der Aufklärung bezeichnet. Am 1. Novbr. wurden die Glocken der protestantischen Kirche zu Innsbruck geweiht; zum ersten Male erschallten im Lande der Glaubenseinhett die ehernen Töne eines nicht-katholischen Geläutes, und am 2. November wurde in feierlicher Weise die Kirche selbst geweiht und der regelmäßige Gottesdienst der Protestanten Tyrols eröffnet. . _ . Wie unscheinbar klingt diese kurze Mittheilung, aber welche Kämpfe sind vorhergegangen, ehe der Protestantismzis gerade diese Kanzel, gerade diesen Altar errang! Dreimal im Lause der Jahrhunderte vernichtete tn Tyrol die christliche Liebe der alleinseligmachenden Kirche Alles, was Protestant war, ober verdächtig war, es zu sein, — und wenn auch die letzte Protestanten- Austretbung, die der Zillerthaler 1834, nicht mehr durch Verbrennung der Ketzer oder des sonst beliebten Ersäufens der Geistlichen tm blauen Inn erfolgte, so war sie dafür um so gründlicher, wenn auch dem Geiste des 19. Jahrhunderts mehr angepaßt. Haus und Hof mußten die Aermsten verlaßen, tn geschloffener Maste wurden sie unter schärfster Controle zur Grenze geführt und htnausgestoßen tn dte Fremde, und, wie die Vertreiber hoffren, in's Elend. Letzteres freilich wurde — Dank der Fürsorge Friedrich Wilhelms III. von Preußen — der die Vertriebenen am Fuße des Riesengebtrges in Erdmannsdors und Fischbach ansiedelte, von ihnen abgewandt, aber Kummer und Sorge war lange der Begleiter der Armen. Damals schien allerdings auch das letzte Fünkchen evangelischen Glaubens ausgetreten zu sein und durch Jahrzehnte war Tyrol die unbestrittene Domäne des finsteren Ultramontaiitsmus. Erst tm Beginn der 50er Jahre . Verbindung. . a kamen vereinzelte Protestanten, die meist sorgsam ihren Glauben verheimlich- Trarbach, 2. November. Um Mitternacht von gestern auf heute brach in dem uns ten, wieder in's Land; kurz und vorübergehend entstand eine geheime Verbin- Wrt in düng evangelischer Studenten, aber noch wagte ^ ^EMand hervor ans *8am*len sahen. ^Innerhalb fünf Minuten leuchtete das Rathhausthürmchen, das sich wie ein Licht. Da kamen dte Reltgions-Gleichberechtigungsgesetze des Kaisers Franz Galgen über den Zinnen des Daches erhob, wie eine Pechfackel in die Nacht. Dle Brand- Km««n uns tieft G-f<6°- Dl°s klung unfc müthia gleich jenem mecklenburgischen Ausspruch : „Hte hat Bismarck ntx 8e01xflri> und bis hinüber auf den Markt zum Emert'fchen Hause. Menschen, Vieh Möbel, to seaaen!" Bettzeug lagert :m bunten Durcheinander in den Gärten und We.nbergen, und das Elend ch Erst im Iah« 18«9 sanden sich dreii Mnth.ge' w°lch- d°n g.gen wke^-k ft -ch Rom aufnahmen: der noch heute in Innsbruck lebende Gasanstalts-Mrector versichern. In Dem Nachhause ging ein Bauwerk von höchst intereffanter Holzconstruction joetnricb, der Architekt Gerok, jetzt tn Stuttgart, und Der Bahninspector sechszehnten Jahrhundert zu Grunde. Auf ihm machten die Kaufleute aus^den Meder- Mfaik jetzt in Köln. Es bildete sich ein Verein der Evangelischen tn Tyrol, Unben ihre Weinetnkäufe. Sie ließen ihre Ankunft mit der ©lode S S «<■>»*. I" M —II* «—"»• Durcb Reiseprediger ermöglicht wurden. • '™ ä - — - < -------»n,