ANM- wi Aslslilslt sir ik« Kreis Gießen. MedactiOMSbm'saur i Ä, «rptditt-nsb-».---«, f B. 88. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerialn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pj. Amtlicher H ß e i f. Betreffend: Die Ortsgerichts-Jnstruction. Das Großherzogliche Stadtgericht Gießen an fämmtliche Großherzogliche Ortsgerichte seines Bezirks. Nach den von uns gemachten Wahrnehmungen finden wir uns veranlaßt, Ihnen folgende vielfach außer Acht gelassenen Bestimmungen einzuschärfen: I. Bezüglich der Instruction vom 26. Octebcr 1852 ° ' 1) Nach § 3 find alle Durchstreichungen und Berichtigungen zu beglaubigen. 2) Nach § 8 ist das vorgesckriebene Stempelpapier zu verwenden, indem die Berichte, Taxationen u. s. w- auf dasselbe geschrieben werden. Beilegen oder Ankleben ist untersagt. Zuwiderhandlungen werden nach § 10 der Verordnung vom 21. Juni 1808 mit dem lOfachen Betrag des nicht verwendeten Stempelp'Piers bestraft. 3) Nach H 3 des Edicts vom 16. October 1852 darf nicht jeder beliebige Gerichtsmann den Ortsgerichtsvorsteher vertreten, sondern immer der dienstälteste Gerichtsmann; und nach § 14 der Instruction darf diese Vertretung von Seiten der Gerichtsmänner nicht willkürlich eintreten, sondern nur aus einem gerechtfertigten Grunde, auch ist dieser Grund tn der betreffenden Urkunde jedesmal anzugeben, a. B. „In Abwesenheit des Vorstehers", „Krankheit des Vorstehers" u. s. w. 4) 3" S 33, Absatz V, ist vorgeschrieben: „Wenn der Eigenthümer über ein Grundstück keine gerichtlich bestätigte Eigenthumsurkunde besitzt, so ist darüber Erkundigung anzustellen, durch welche Erwerbsart und zu welcher Zeit der Veräußernde in den Besitz dieses Grundstücks gekommen und wie lange er im Besitz geblieben ist". Zur vollständigen Angabe der Erwe>bsart gehört auch die Namhaftmachung des früheren Besitzers. 5) Nach § 50 sind auf jedem Aktenstücke die durch daffelbe erwachsenen Gebühren genau zu verzeichnen und mit dem Namenszeichen des Vorstehers zu versehen. II. Bezüglich der Instruction vom 19. Juni 1858, § 34, und der Bekanntmachung vom 18. Februar 1859: Bei Etgenthumsübergängen sind die Steuerzettels-Nummer der abgebenden Besitzer und der Erwerber auS dem laufenden Jahre und zwar, wenn die Immobilien tn verschiedenen Gemarkungen gelegen sind, für jede Gemarkung besonders, anzugeben. Hat der Erwerber keine Unterscheidungs-Nummer, es kommt aber im Grundbuche schon ein anderer Besitzer gleichen NamenS vor, so haben Sie nach Benehmen mit dem Großh. Steuercommiffariat dem Erwerber noch vor Einsendung Ihrer Acten eine Unterscheidungs-Nummer beizulegen. Gießen, den 5. Mai 1879.Langsdorfs. Bekanntmachung. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß auch für 1879 die Aachener-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft die nachver- zeichneten Subventionen in dankenswerther Weise verwilligt hat und zwar: dem landwirthschastlichen Provinzialverein . . 1000 Jl. „ Bezirksverein Alsfeld.......100 „ „ * Büdingen......100 „ „ „ Friedberg...... 200 „ Frt edelhausen, am 3. Mai 1879. dem Bezirksverein Gießen....... „ „ Lauterbach...... „ „ Schotten...... 125 JL 100 „ 20 Der Präsident des landw- Vereins von Oberheffen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Aoki tisch Eine neue Phase. Die parlamentarischen Soireen beim Reichskanzler geben seit vielen Jahren schon der Persönlichkeit der Besucher nach, aber noch mehr durch die Privatunterhaltungen derselben eine Art Stimmungsbild der herrschenden politischen Strömung. Es find elf Jahre verflossen, ohne daß Mitglieder des Centruws die Salons des Fürsten betreten haben, und in das Jahr 1868 fiel der Beginn des Culturkampfes. Zwischen Rom und Berlin, zwischen Windthorst und Bismarck war das Tischtuch zerschnitten. Die Fretconserva- ripen, die Liberalen und einige Fortschrittler waren die Stammgäste der Bismarck'schen Salons. Aber wie auf Erden in allen Dingen, ist auch in der Politik nichts ständig, als der Wechsel. Aber überraschend bleibt es immerhin, wenn plötzlich das Gestirn des Parlamentarismus in eine neue Phase tritt. Erregte es schon Sensation, als in der Bismarck'schen Soiree am Sonnabend der Elsässer Protestler Grad sich zum ersten Male sehen ließ, so brachte oas Erscheinen einiger Centrums-Mitglieder, denen Excellenz Wtndthorst im Frack mit großem Ordensstern auf dem Fuße folgte, eine allgemeine Aufregung hervor. Wtndthorst, vom Kanzler freudig begrüßt und von den Damen im Salon Bismarck gehätschelt, das ist in der That ein Genrebild von verblüffender Wirkung. Tie hohe Politik liebt die Sprünge, und der unbethet- ltgte Zuschauer kann nur leise seufzen, daß jener Diplomat Recht hatte, der unlängst bemerkte: „Die Aera der Ueberraschungen ist noch lange nicht vorüber V* Wo Mindthorst und Schroeder-Lippstadt glänzten, fehlten die Lasker, Braun und Bamberger. Die neue Phase hat die kleine Concession der Sechzigtausend-Thalerrente an die Königin von Hannover eingeleitet, das kleine Pflaster aus die große Wunde der Welfen. Ihr Kern aber liegt tiefer. Die Freundschaft des Centrums, so wichtig sie Bismarck erscheinen mag, so noth- wendig sie zur Sanctionirung der Zollreform ist, wäre nicht so rückhaltlos und innig, wenn nicht noch hinter den Couliffen fertig gestellte lebende Bilder verborgen wären. Rühmt man die Diplomatie Bismarck's, so muß man nie vergeffen, daß z« allen Zetten die römische Curie von Diplomaten guter Schule bedient worden ist. Das schreibende Rom verhüllt mehr Überraschungen, als ein einzelnes „Roma locuta estu zu verkünden vermag. Zu seinen besten Diplomaten aber kann der Papst sicherlich die kleine hannöver'sche Exceüenz rechnen, von der Papst Leo XIII. erklärte, sie habe mehr Macht in Deutschland als er er Hßeik. selbst. Windthorst's Friedensschluß dürfte somit auf dem kirchlichen Gebiet noch nicht die letzte und größte Ueberraschung sein. Deutschland, Darmstadt, 6. Mai. Der „Köln. Ztg," wird von hier berichtet: Der Kaiser von, Rußland hat den Wunsch ausgesprochen, den Fürsten Alexander von Bulgarien in Livadta zu sehen Dieser reist daher morgen nach Livadia ab. Er hat die bulgarische Deputation angewiesen, ihre Abreise von Tirnowa vorläufig zu verschieben, und wird dieselbe nicht vor der Rückkehr aus Livadia empfangen; wo, ist noch unsicher und wird der Deputation seiner Zeit mitgetheilt werden. Fürst Alexander bat die Krone noch nicht endgültig angenommen, doch steht die Annahme in sicherer Aussicht, wird aber nur in der Voraussetzung erfolgen, daß der Berliner Vertrag als die alleinige und loyale Grundlage der ferneren Verhältniffe angenommen werde. Der Fürst hat noch nicht seinen Abschied aus der preußischen Armee nachgesucht, sondern wird dies erst thun mit dem Augenblicke der' endgültigen Annahme der Krone. m Darmstadt, 7. Mai. (Zweite Kammer der Stände. 26. Sitzung.) Unter dem Vorsitz des zweiten Präsidenten König er hielt heute die zweite Kammer eine Sitzung ab, in welcher fämmtliche Gegenstände der Tagesordnung ohne erhebliche Debatte erledigt wurden. Rach Verlesung einer großen Reihe neuer Eingaben, welche meist Recommunicationen der ersten Kammer betreffen und deren wichtigere bereits mitgetheilt sind, erklärt die Kammer nach mündlicher Berichterstattung des Abg. Wadsack Namens des dritten Ausschusses die in der Kreisstadt Bingen ftattgehabte Wahl des Abg. Pennrich für definitiv gültig und nimmt derselbe, nachdem er den verfassungsmäßig vorgeschriebenen Eid geleistet, feinen Sitz in der Kammer ein. — Bezüglich der Recommunication der ersten Kammer in Betreff des Gesetzentwurfes, die Ausführung der deutschen Civilproceßordnung und der Eoncursordnung betr., beharrt die Kammer auf ihrem früheren Beschlüsse, die Regierung um Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, durch welches die Ehescheidung auf Grund gegenseitiger Uebereinkunst der Ehegatten, sowie das betreffende Verfahren allgemein geregelt wird. — Bei dem Etat der Justizverwaltung besteht ein Dissens beider Kammern nur bezüglich der Gehalte der drei ersten Staatsanwälte. Die zweite Kammer beharrt nach kurzer Debatte, an welcher sich Geh. Staatsrath Finger, sowie die Abgg. Osann und Heinzerling betheiligen, aus ihrem früher gefaßten Beschlich, wonach an der Gesammtanforderung der Betrag von jährlich 1500 JL gestrichen wird. — Einer Anzahl von Petitionen wird nach den Anträgen des Ausschusses keine Folge gegeben, eine solche älterer Civll Pensionäre um Aufbesserung ihres Pensionsbezuges jedoch nach den Anträgen des Ausschusses der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. — Entsprechend der desfallsigen Vorlage der Regierung beschließt die Kammer ferner, die Zustimmung dazu zu erthetlrn, daß dem Director der Blindenanstalt in Friedberg, I. P. Schäfer, im Falle seiner Bensi-niruna als Vordienstzeit auch die Zeit angerechnet werde, während deren er die Blindenanstalt bis zu deren Uebernahme durch den Staat geleitet hat- — Der Gesetzesentwurf in Betreff der Abänderung des Wildschadensgesetzes vom 6. August 1810 rief eine längere Debatte hervor, in welcher namentlich geltend gemacht wurde, daß derselbe in seiner dermaligen Fassung den kleinen Landwirth schädigen werde. An der Debatte betheiligten sich außer Ministerialrath Jaup die Abgg Maurer, Ellenberger, Küchler, Franck, Heidenreich, Wasserburg, Kugler, Psannstrel, Osann, Wolz Muhl, Bohm und Heinzerling, welch letzterer den Antrag stellt, den Gegenstand zu weiterer Berichterstattung an den Gcsetzgebungsausschuß zurückzuoerwersen. Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. — Letzter Gegenstand der Tagesordnung bildet der Etat der Ober-Rechnungskammer für die Fmanzperiode 1879/82. Der Finanzausschuß war bezüglich der Gehalte der zukünftigen Oberrechnungsrathe ge- theilter Ansicht, indem 3 Mitglieder die Vorlaae der Regierung mit Gehalten von 4500—6500 X, 3 weitere Mitglieder jedoch Gehalte von 4400 - 6000 X empfehlen; ebenso beantragt ein Mitglied des Ausschusses die Bewill'gung von nur 7500 X als Gehalt des Präsidenten, für welchen die Regierung 9000 X anfordert. Abg. Muhl stellt heute den vermittelnden Antrag, den Gehalt des Präsidenten auf 8000 X zu fixiren. Nack länaerer Debatte, an welcher sich außer dem Minifterlalpräsidenten Schleiermacher die Abgg- Muhl, Osann, Küchler, Wolfskehl, Kugler, Ellen- beraer Heidenreich, sowie der Referent Theobald betheiligen, wird der Etat, soweit er sich auf das sonstige Personal der Ober-Rechnungskammer bezieht, bewilligt, die Forderung der Regierung für den Präsidenten jedoch gegen 11 Stimmen abgelehnt, ebenso der Antrag Muhl mit 20 gegen 19 Stimmen, dagegen werden 7500 X als Gehalt für diese Stelle bewilligt. Die Anforderung der Regierung für die Oberrech- nungsräthe wird gegen 13 Stimmen abgelehnt und für dieselben ein Durchschnittsgehalt »on 5200 X bewlllrgt. — Nächste Sitzung morgen. Berlin, 6. Mai. Die Gesellichast für Verbreitung von Volksbildung hält unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Schulze-Delitzsch ihre diesjährige Generalversammlung am 9. und 10. Juni zu Danzig ab mit der nachfolgenden Tagesordnung: 1) Bericht des Tentralausschusies über die Thätigkeit der Gesellschaft im Jahre 1878. Erstattet durch den Generalsecreiär Herrn Julius L'ppert (Berlin). 2) Rechnungslegung durch den Schatz nester H^rrn Dr. Hammacher (Berlin). 3) Neuwahl des Cmtralausschusi.s der Gesell- schast. 4) Wahl der Rechnungsreoisoren für 1879 und Berathung von Statutenänderungen. 5) Das Vereinswesen in seiner Bedeutung für das Volksleben. Referent: Der Vorsitzende Herr Dr. Schulze-Delitzsch. 6) Die Auswahl der Vortragsstoffe und die an die Vorträge in den Bildungsoeretnen zu stellenden Anforderungen. Referent: Herr Dr. Strebitzkt (Neustadt); Correferent: Herr Julius Lippert (Berlin). 7) Wie sind Fortbtldungsver- eine auf dem platten Lande zu organisiren, um diesen und deren Einrichtungen einen festen Bestand z« geben? Referent: Herr von Wuffow auf G-oßpeter- witz. 8) Die Einrichtung öffentlicher Volksbibliotheken und die Organisation zu einem systematischen Vorgehen in dieser Richtung. Referent: Herr A. Klein (Danzig). 9) Einfluß der Bildungsvereine auf die Volksfeste. Referent: Herr A. Lammers (Bremen). AranLreich. Pari-, 6. Mai. Das „Journal officiel" veröffentlicht einen Bericht des Preßleiters, Herrn Anatole de la Forge, an den Minister des Innern „über die Preßfreiheit in Frankreich." Der Zweck dieser Arbeit wird im Eingänge klar gemacht, wo der Verfaffer sagt: „Herr Minister! Sie haben mir die Ehre erwiesen, von mir einen Bericht über die Geschichte der Preßfreiheit zu fordern. In dem Augenblicke, da die Republik definitiv gegründet ist und die Gedankenfreiheit endlich eine Wahrheit werden soll, schien es Ihnen am Platze, untersuchen und öffentlich darlegen zu lasten, welchen Wechselsällen die französische Preffe unterweisen gewesen war. Eine solche Studie bietet das höchste politische Interesse. Sie weist nach, tn welchem Maße und wie lange unser Land im Besitze der Gedankenfreiheit gewesen ist, welche Verantwortlichkeit mithin für unsere politische Erziehung der Willkür oder der Freiheit zusällt. Wenn es unseren literarischen Gewohnheiten noch manchmal an Maß, Ruhe und Kaltblütigkeit fehlt, wenn noch allzu oft Ausschreitungen tn der Sprache und Heftigkeit in der Dtscusfion vorkommen, so muß man fragen, ob die Ursache dafür tn einem zu umfastcnden Gebrauche der Freiheit oder nicht vielmehr in dem Umstande zu suchen ist, daß unsere liberale Erziehung nicht lange genug gewährt hat, unvollkommen und mangelhaft gewesen ist. Wenn wir die von den fremden Völkern gemachten Erfahrungen zu Rathe ziehen, sehen wir, daß überall, wo sie Preßfreiheit eingeführt und geübt ward, die literarischen und politischen Sitten mehr oder weniger bald aufrichtig, friedfertig und duldsam geworden sind. Dagegen sind dort, wo die Preste streng überwacht, ntedergehalten und gezüchtigt ward, Heftigkeit oder Frivolität der Sprache, Sinn für beißende und verleumderische Persönlichkeiten und leidenschaftlicher Haß niemals ausge- bliebe» und bisweilen sogar mit einer wahren Wildheit ausgetreten. Die Freiheit stellt sich uns demnach bet den benachbarten Nationen als ein Hebel der Ordnung und guten Regierung dar. In welchem Lichte nimmt sie in Frankreich unsere Aufmerksamkeit in Anspruch?" Italien. 9tom, 6. Mai. Ein Telegramm des Generals Türr an Garibaldi erinnert daran, daß, als i« Jahre 1860 Garibaldi die Freiwilligen n-ch Marsala führte, die Losung war: Italien und Victor Emanuel! Türr richtet nun an Garibaldi die inständige Bitte, den Ungeduldigen und Unbesonnenen das Losungswort von 1860 zu wiederholen: „Victor Emanuel einigt uns; versuchen wir nicht etwas anderes, was uns entzweien könnte." Kzzßlaud. Petersburg, 6. Mai. Der ehrsame Stand der Hausknechte hat sich wobl nie träumen lasten, daß er je mit so wichtigen Aufgaben betraut werden würde, wie dies jetzt in Petersburg der Fall ist. Es ist den dortigen Haus knechten denn auch schwer geworden, sich in ihre neuen polizeilichen Pflichten htnetnzufinden, und deshalb erläßt der Stadthauptmann zur Verdeutlichung der Verordnung des General-Gouverneurs sowohl für die Hausknechte, als auch die Polizeibeamten, die darüber zu wachen haben, daß jene ihren Verpflichtungen nachkommen, folgende Weisungen: 1) Die dienstthuenden Hausknechte dürfen während der ganzen Zett ihrer Dujour nicht schlafen. 2) Sie müssen sich auf der Außenseite des Hauses befinden und sich wed,r in den Tborweg noch in den Hof begeben, können aber innerhalb des ihrer Aussicht ihnen zugewiesenen Raumes sich mit Arbeiten, als Fegen der Straße und des Trottoirs u. s. w., beschäftigen. 3) Auf ihren Plätzen sind sie verpflichtet: a. daraus zu achten, daß keinerlei Bekanntmachungen, Anschläge rc., falls dafür keine Genehmigung vo^gewiesen wird, wo es auch sei, angeklebt werden; b. darüber zu wachen, daß keinerlei schädliche Gegenstände hingeworfen werden; c. sorgfältig die Gebäude vor F Uhr legte sich der Wind. Die Arbeiter kommen ganz durchnäßt nach ber Stadt, den Verlust ihrer auf den Wohnschiffen geborgenen Kleider, Lebensmittel und Geldbeträge beklagend. Der Obergespan stellte für die Hartbetroffenen sofort Brod zur Der- -fügung. Das InundationSwasser steht 21 Schuh 3 Zoll, die Theiß 33 Schuh b Zoll hoch. Nieder - Saulheim. Aus einem Privatbriefe, datier Martenschloß, 22. April 1879, bringt der „Rheinische Volksbote" folgenden Auszug: „Du erinnerst Dich noch des Falles in Mainz, wo vor 3 Jahren ein gewisser Koch ein Mädchen im „Stein" auf das Gräßlichste verstümmelte und deßhalb zum Tode verurtheilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurde. Derselbe machte im Juli verflossenen Jahres einen Durchbiuchversuch, welcher aber mißlang. Auch sitzt hatte er wieder alles mögliche Werkzeug und fünf Schlüssel und wollte wieder einen Fluchtversuch machen, was aber wieder vereitelt wurde l vielleicht zu meinem Glück). Jetzt sitzt er bombenfest und liegt an einer Kette, da wird ihm wohl ber Muth sinken" ' Eingesandt. Gießen, 8. Mai 1879. Die geehrten Leser mögen entschuldigen, daß wir es uns nicht versagen können, auf die gestrigen Ausführungen des hiesigen Tabaksteuer-Comit^ zu repliciren. Die freudige Erregung, welche das Comitö über die jüngste Petition des hiesigen Ar- veiterstandes für sich in Anspruch nimmt, kommt uns etwas verdächtig vor, wir glaubten wenigstens nicht auf eine solche, wohl aber auf die gegentheilige Wirkung rechnen zu können. Doch wie leicht man sich täuscht sieht man an diesem Falle, immer vorausgesetzt, daß Zweifel an der gehörigen Auffassungskraft des Comit4 nicht erlaubt sind ; wollte man solchen nachgeben, so dürfte eine geeignete Nachhülfe insoweit gestattet sein, als man darauf hinweist, daß dem Eomitä eine gründlichere Desavouirung doch eigentlich nicht werden konnte, als dieS durch die erwähnte Petition geschehen. Genügt dieser Umstand jedoch dem Comitd nicht, um es zu ver- anlaffen, von dem Schauplatz seiner Thaten abzutreten, so liegt darin für seine Unverfrorenheit allerdings ein glänzendes Zeugniß, gestattet wird es alsdann unsererseits aber sein, daran zu erinnern, daß das Eomitä die übernommene Rolle doch eigentlich usurpirt hat. Die Mitglieder desselben wurden s. 3t. durch eine größere Anzahl versammelter Arbeiter lediglich und allein dazu erwählt, die Unterschriften zu einer von auswärts vorliegenden Petition gegen Vergütung der darauf verwendeten Mühe, einzusammeln, und designirte man den jetzigen Vorsitzenden des ComitL außerdem noch zur Aufbewahrung eines Ueberschusses von Beträgen, die sptclell zu obigem Zwecke eingesammelt. Darüber hinaus gingen deren Befugniffe nicht und geschah jeder spätere Schritt, auch die Constituirung unter dem Namen „Tabaksteuer-Comitö" aus eigener Macht- Vollkommenheit, aber ohne jede Autorisation Seitens des Arbeiterstances. Doch auch ein solches Verfahren würden wir noch entschuldbar gefunden haben, wenn das Comitö das Pflichtgefühl besessen, die wirklichen Jntereffcn des Arbeiterstandes zu vertreten, statt dessen aber hat es, den Intentionen seines Urhebers gemäß, sich zum Mundstück eines hiesigen Fabrikanten hergegeben, dem es bequemer und erfolgreicher schien, seine Sonderinteressen in dieser Form und auf Kosten der Arbeiter zum Ausdruck zu bringen, dem die wahren und wirklichen Interessen der Arbeiter aber, wie eS die Petition wegen Nachversteuerung beweist, für em Linsengericht feil sein dürfte. Handel und Verkehr. Limburg, 7. Mai. (Fruchtmarkt.) Rotber Wetzen X 17.95, Weißer Wetzen X — Korn X 11.60, Gerste X. 9.12, Hafer X 6.70, Erbsen X —, Kartoffeln X —. (Durchschnittspreis pro Malter.) Frankfurt, 7. Mai. . Actienbrauerei. 3160) Ein FamilienlogisH^vermiethrn. alsbald beziehbar. G g. N o l l. 2890) Möblirtes Zimmer zu vermiethcm Heinrich Hohmeyer am Kreuz. 2470) In meinem neuerbauten Hufe, 'n der Bleichstraße, sind 2 Logis, je nut 5 Zimmern und Zubehör, auch Gartenan- theil, alsbald zu vermiethen. ___A. Huhn. 3041) Möblirte Zimmer zu vermiethen. Kaplansgasse 221. L Uch - WtuiiTii *5" werden aufbewahrt resp. über? sommert unter jeglicher * § Garantie bei A. Schultheis junior, ® Seltersweg 10. (3114 3137) Ein tüchtiger Knecht wird zum sofortigen Eintritt auf der Liebigshöhe gesucht. E'n braves Mädchen in eine kleine Familie gesucht. Bet der Expedition zu erfragen. 3161) Ein Pinscher entlaufen, gelblich mit weiß; gegen Belohnung abzugeben bei Wilh. Zurbuch, Scltersweg. Vermischte Anzeigen. 3180) Einen braven Jungen sucht in ine Lehre Max Simon, Schuhmacher. 3175) Messbriefe* Situ- allons- und Mau-Pläne werden prompt besorgt. fSrometfr 9J?DÜer, Grünberger Strasse Nr. 150,5. 1. In der Richtung von Giessen nach Köln. — — — — — Gietzen . . Wetzlar . . . . Abf. — 645 74 818 840 Anr. 10 1020 Ank. 12 1220 443 54 7-2 724 Ank. 95 927 — Dillenburg . . • „ — 86 — — 124 6? 1Q30 — Betzdorf . . . Ank. — 926 — — 239 726 — 2tNk. — ____—_________ Betzdorf . Stegen . . Abf. . Ank. — 930 108 — — • 245 323 r^r 1 930 — — — Siegen. . Betzdorf . . Abf. . Ank. 5 532 85 840 — — 123 157 1 635 710 — — 945 1022 Betzdorf . . . Abf. ~53T 932 — — 244 730 — — — Eitorf.... Siegburg. . . Troisdorf . . Deutz . . . * tt . Ank. 645 715 725 755 1040 Uli 1122 H55 H45 12" 1232 15 355 427 440 515 839 9« 918 950 — — Illi 2. In der Richtung von Köln nach Giessen. v — --- — — — — -1 Deutz . . . Troisdorf . . Siegburg . . Eitorf . . . . Abf. • f! * H * ff 015 ß49 658 734 , — H45 12^6 1224 1255 310 339 348 420 _ 615 653 71 734 — 840 911 919 951 Betzdorf . . . Ank. — 847 — 22 — — 842 — 114 Betzdorf . Siegen . Abf. . Ank. 65 643 930 10« — 245 323 — — J 8 50 I 930 | — 1 17 1145 Siegen Betzdorf . . Abf. | . Ank. — 85 840 123 157 — — 635 71O — — Betzdorf . . Dillenburg . . . Abf. 610 851 1024 __ 25 S2» — — 846 10« i — — Wetzlar . . . Gießen Ank. 727 750 1113 H33 922 940 410 427 — ! —1 645 | 11 1120 | 811 | 83i — Bemerkungen. Köln, 6. 3183) Die eingerahmten Zahlen bedeuten die Nachtzeiten von Wegen der Anschlüffe an die benachbarten Bahnen und Stationen wird auf die Plakatfahrpläne verwiesen. Mai 1879. 6 Uhr Abends bis 559 Mor» der Abfahrtzeiten von den Z Die Direction. zens. — wischen- verantwortliche Redaclwn: A> Sch-yda. — Druck und Strlag der Brühl'scheu Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in «icfeen.