Ne. 7. Donnerstag den 9 Januar 1879. AvMk- iii Amtsblatt für hra Kreis Gießen. IX".' Redaetionsbureau r Expeditionsburean r ■BaagHOBaEisiD^Bss | Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohw Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher H h e i l. Bekanntmachung. Betreffend: Das Ersatz-Gesckäft für 1879. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung, fordern wir alte im Jahr 1859 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufbalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vorn IS. Januar bis zum 1. Februar I. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loosungs-Schein vorzulegen. Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß (te. mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten. Gießen, am 2. Januar 1879. Großherzogltches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Nr. 37 ves Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 31. v. M., enthält: (Nr. 1275.) Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Vom 16. December 1878. Gießen, den 8. Januar 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______________________________________Dr. Boekmann.__ Bekanntmachung. In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistung für die bewaffnete Macht im Frieden, werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat December v. I. veröffentlicht: Hafer 13,36 Mk., Heu 4,60 Mk. und Stroh 3,60 Mk. per 100 Kilogramm. Gießen, am 7. Januar 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. politisch Gambetta. Einen „rasenden Narren" nannte einst der Retter Frankreichs, der Präsident Thiers, seinen Vorgänger in der Gewalt, den Exdictator Gambetta. Inzwischen sind sieben Jahre vergangen, Herr Thiers hat sein von patriotischen Sorgen beladenes Haupt zur ewigen Ruhe gebettet, ober wenn in dem gefahrvollsten Moment der Krise, da er aus den Reihen der Verthetdtger der Republik von der schonungslosen Hand dcs Todes herausgerissen wurde, ein G« danke ihm den Abschied von dieser Welt erleichtern konnte, so war es die Ueberzeugung, daß ihm ein würdiger Nachfolger in jenem „rasenden Narren" erwachsen sei. Thiers selbst hatte diese erfreuliche Wahrnehmung schon lange vor seinem Ende ausgesprochen und Gambetta Genugthuung für jenes frühere harte Urtheil gewährt, indem er ihn als den „Daupbin der Republik" begrüßte. — Wenn von Seiten des älteren leitenden Staatsmannes dem jüngeren Parteigenosten in diesem Worte eine Anwartschaft auf die höchste Würde, aus die Präsidentschaft der Republik, zugesprochen wurde, so scheint es, als ob dieser Wechsel auf die Zukunft wohl einen Aussteller, aber keinen Accep- tanten haben soll. Gambetta selbst läßt keine Gelegenheit unbenutzt, um seinen Landsleuten zu erklären, daß er aus jede amtliche Stellung verzichte, daß sein Ehrgeiz nicht über das bereits erreichte Ziel htnausgehe und daß er nur darnach trachte, an der Stelle, welche ihm als die seinen Anlagen entsprechendste erscheine, für die Interessen der Demokratie thätig zu sein. Gambetta erweist stch in seiner Selbstbeschränkung als ein Meister aus dem Gebiet der Politik. Daß ein Mann, der solche Carriere gemacht hat, wie der Chef der französischen Republikaner, einen gewaltigen Ehrgeiz besitzen muß, ist fraglos. Aber Gambetta's Ehrgeiz richtet sich auf den Besitz des moralischen Ansehens, nicht der amtlichen Auszeichnung; er will die Gewalt, aber er will sie ohne ihre äußeren Attribute und somit auch ohne die Verantwortlichkeit, welche sie ibrem osficiellen Träger ausbürdet. Er möchte Consul sein, aber er verzichtet aus die Begleitung der Ltktoren. Seine hinreißende Beredtsamkeit und seine erfolgreiche Vergangenheit als Parteiführer sichern ihm den Gehorsam der Mehrheit im Parlament und damit natürlich den entscheidenden Einfluß in allen wichtigen Fragen. Gäbe Gambetta diese Stellung auf, um sie mit der eines leitenden Ministers zu vertauschen, so würde er zugleich eine Verantwortlichkeit übernehmen müßen, die ihm heute von keiner Seite zuge- muthet wird, und die auch der gefeiertste Staatsmann nur auf Kosten seiner Popularität tragen kann. Noch weniger würde Gambetta gewinnen, wenn er, er P h ei l. der Thiers'schen Prophezethung folgend, die Präsidentenwürde anstrebte. Er begäbe stch damit seiner besten Waffe im politischen Streit, der directen und persönlichen Einwirkung auf das Parlament. Als Präsident der französischen Republik würde er aufhören., Führer der Republikaner zu sein, irgend ein ehrgeiziger Rtvale würde, sein Beispiel nachahmend, sich die Herrschaft in der Kammer zu sichern suchen, und aus diesem Hinterhalt, in der das Oberhaupt der Nation nicht htnobsteigen dürste, die Pfeile der Kritik gegen ihn und seine Regierung schleudern. Gambetta weiß sehr wohl, daß er mächtiger, als er ist, kaum noch zu werden mag. Ihn leitet offenbar das Vorbild des größten Atheniensers, des gewaltigen Perikles, der ohne jede amtliche Würde lange Jahre hindurch die Geschicke der attischen Republik in Krieg und Frieden mit gleichem Glücke lenkte. Wir gönnen es Gambetta und auch den Franzosen gerne, wenn in dieser Weise die jüngste unter den Republiken sich zu einer Blüthe entwickeln würde, wie sie einst dem Volke von Attika beschieden war. Möge das Beispiel des antiken Freistaates im Guten zur Nachahmung reizen, im Bösen als Warnung dienen. Athen wurde das Opfer seines ungemessenen Ehrgeizes, seiner Herrschsucht, die größer war als seine Machtmittel und die aus den Bundesgenossen der Republik bald deren Feinde machte. Und was Ehrgeiz und Herrschsucht betrifft, so sind die Franzosen darin mindestens ebenso klasstsch, wie die Athenienser des Alterthums. Deutschland. Darmstadt, 6. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädtgst geruht: Am 28. December 1878 dem Bergmeister der Bergmetsterei Darmstadt und zweiten technischen Beamten der oberen Bergbehörde, Theodor Tecklenburg, den Charakter als „Bergrath" zu verleihen. Am 1. Januar 1879 dem Leibarzte Dr. med. Karl Eigenbrodt zu Darmstadt den Charakter als „Geheimer Medicinalrath" und dem Hospital- arzte Dr. med. Wilhelm Jäger zu Darmstadt den Charakter als „Medictnal- rath" zu verleihen. Berlin, 5. Januar. Der neue Mobilmachungsplan für die deutscke Armee darf noch der^Anficht höherer Militärs als allen Anforderungen genügend angesehen werden. Derselbe ist nicht etwa durch die augenblickliche politische Situation bedingt; es 'st vielmehr, sobald in die Militär-Organisation irgendwelche erhebliche Veränderungen eintreten, oder wichtige Erfahrungen auf Vorlag^zugehen. $ Januar. Der Bericht der Tabaks-Untersuchangs-Com- Mlsston liegt nunmehr dem Bundesrathe vor; aber ob der Bundes^ath nach den Ergebnissen des Berichts beschließen, ob er namentlich das Tabaksmonopol sofort gänzlich aufgeben wird, ist eine andere Frage. Der Reichskanzler ist, wie aus seinem in der gestrigen Sitzung der Tarif-Commission verlesenen Schreiben hervorgeht, noch nicht von der J)ee des Tabaksmonopols zurück- aekommen, und das Organ der Freiconseroatioen, die „Post", spr-cht sich in demselben Sinne aus. Das Blatt schreibt: „Nachdem wir den Bericht der Tabaks-Enquete-Commission gelesen, sind wir mehr als jr überzeugt, daß das Tabaksmonopol von der Tagesordnung der deutschen Finanzpolitik nicht verschwinden wird. Es mag eines Tages zur Einführung kommen mit geringeren Ansprüchen an sofortige große Eriragsleistungen als setzt, und dies wird ein günstiger Umstand sein für die sichere Grschließnng einer Einnahmequelle, mit der keine andere an Ergiebigkeit und selbst an volkswirthschaftlichen Vorcheilen, die in der rechten Art ihrer Benutzung liegen, sich messen kann." AranKreich. Paris, 6. Januar. Ji Folge dec gestrigen Wrhlen ist nunmehr der Senat wie folgt zusammengesetzt: Republikaner aus Lebenszeit 48, aus früheren Wahlen hervorgegangene 63, gestern gewählt 66, zusammen 177; Reactivnäre, Audiffret-Pasquier und dessen Freunde mitgerechnet, auf Lebenszeit 27, aus früheren Wahlen hervorgegangen 78, gestern gewählt 16, im Ginzen 121. Zwei auf Zeit gewählte reactivnäre Sitze sind noch durch Sterbefälle erledigt. Das Grgebniß der Senatswahlen hat auf die Gegner der Repub if einen liefen Eindruck gemacht; die Schwankenden werden sich mit der R publik abzust iden suchen. — Der Ministerrath versammelte sich heute bei Dafaure, um die ministerielle Erklärung über die Lage, die den Kammern vorgelegt werden soll, zu berathen. — Gestern rückten von Versailles zwei Abtheilungen Gensbarnen nach den Departements des Herault und der Oll Pyrenäen ab, um den zahl reichen Straßenräubereien, die von spanischen Flüchtlingen dort seit einiger Zeit verübt werden, Einhalt zu thun. — Die Seine ist, obgleich wir heute kaltes Wetter haben, noch immer im Steigen. England. London, 5. Januar. Nach fünfwöchentlicher Anstrengung, die von Anfang an ohne Aussicht aus Erfolg war, haben die stickenden Arbeiter in Oldham ihrem übelberathenen Versuch, einer unvermeidlichen Lohnherabsetzung zu widerstreben, entsagen müssen. Ihre E nbnße wird auf nicht weniger a s 60,000 oder 12,000 L. die Wo he geschätzt. Wenn man bedenkt, schreibt die „Pall Mall Gazette", daß nicht mehr als ein Viertel der strikenden Arbeiter den Gewerkvereinen angehörten, daß andere Städte bereitwilligll die Geschäfte ausnahmen, die in Oldham unmöglich gemacht worden und daß viele stellen, die von den Strikenden verlassen waren, von Außen her besetzt sind so kann man sich einen Begr.ff von dem angerichteten Schaden machen. Die 60 000 L. verlorenen Lohnes sind noch nicht einmal der ganze Verlust, denn es kommt natürlich noch die Aufzehrung der Ersparnisse und der Verbrauch des Gewerkvereinsfonds hinzu. London, 6. Januar. Die Passiva der Cornish-Bank werden auf 500,000 biS 1,000,000 L. anges plagen — „Times" erfahren über die beabsichtigte Grenzregullrui'g gegen Aigbai"stan: Pssheen, das Khurum Thal und die westliche Seite des "Khyber-Passis sollten annecttrt werden, ausgeno nmen die G.bietstheile zwischen Prsheen und Peiwar, sowie zwischen Peiwar und Jellalabad. Die diese Districte bewohnenden Stämme sollten unabhängig bleiben, aber unter den befreundeten Einfluß Englands gebracht werden. Es sei möglich, daß dieses Resultat ohne weiteres Vordringen der englischen Co- Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Eorrespondenj-Burea«. Berlin, 7. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt das für den LandeseisenbahU'Rath entworfene Regulativ mit. Danach hat der Lanbesessen- bahnr ath die Bestimmung, den H mdelsminister als regelmäßiger Beirath in der Förderung des Eisenbahnwesens zu unterstützen, auf Verlangen des Ministers in wichtigen Eisenbahu-Angelezenheiten, insbesondere bet G setzent- würsen, betreffend das E ienbahnwesen, bei Vorschlägen wegen Aeuderungen der Bahnpolizei oder der Betrtebsreglements oder bezüglich der Zulassung von Ausnahme- oder Differentialtarifen, endlich bei Fustons- und Mitbmützungs- Verträgen sein Gutachten abzugeben. Der Eisenbahnrath besteht aus 16 Mitgliedern und 16 Stellvertretern, wovon je 4 dem Handelsstande, der Industrie, der Land- und Forstwirthschaft und den Prtvatbahn Verwaltungen an- gebören. De M'tglieder werden vom Minister aus Vorschlag der Prootnztal- behörden aus zwei Jahre ernannt. Der E ienbah arath tritt jährlich mindestens zweimal unter Leituig eines Mmisterial-Comnissars zusammen. Das Amt der Mitglieder ist ein unentgeldliches Ehrenamt; die Mitglieder erhalten nur freie Eisenbahnfahrt. t ~ _ — Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht der Tabaksenquete-Com- Mission erklärte die Commission dm Tabakoerbrauch einstimmig (mit allen 11 Stimmen) für einen geeigneten Gegenstand hoher B steuerung und erachtete dieselbe mit einer neuen Belast lng von zwei Mark per Kopf oder einem Lteuer- bmtto von 80 bis 85 Millionen für durchführbar. Die Comni'sion vielt vorläufig mit allen gegen eine Stimme nur eine Steuer von 50—70 Millionen als eine zweckmäßige. Bei der Abstimmung über die Prtncipienfrage, welche Steuersorm nach Deutschlands wirthschältlichen Verhältnissen überhaupt ausführbar sei, erklärten sich sämntlche M tglieder für die Möglichkeit einer B steuerung nach dem Gewicht des Rohtab.ks, jedoch mit der Erhebung der Steuer von dem fermentirten inländischen Tabak. Kein anderes System erhielt die Srim nenmehrheit. Auch bei der konkreten Frage nach dem z veckmäßigsten Steuersystem unter Voraussetzung einer bestimmten Ectragssumme und der Möglichkeit einer späteren Steigerung ergab sich nur für ein gemischtes System Stimmenmehrheit. Auch für den nach der Anficht der Commission jetzt noch nicht in Ausstcht zu nehmenden Nettosteuerertrag von 80 Millionen erhielt ein gemischtes System relallv die meisten Stimmen. Die Commission empfiehlt daher di- g-dachte Steuerform als zweckentsorechend. Paris, 7. Januar. Die französische Regierung hat die Handelsverträge mit Eigland und B'lgten am 31. D^cember gekündigt, so daß die- selben zum 31 December 1879 ablaufen. Diejenigen Verträge, in denen eine nur sechsmonatliche Kündigungsfrist stipulirt ist, werden seiner Zett ebenfalls gekündigt werden, damit Frankreich am 1. Januar 1880 neue, von Den Kammern genehm ate Holloerträge in Kraft treten lrssen kann. London, 7. Jinuar. Dis „Reuter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel von gestern: Die Verhandlungen über den definitiven Friedensvertrag nehmen fortdauernd günstigen Verlaus und wird deren Abschluß nächste Woche erhofff. D e Pforte machte keine Gegenvorschläge. Tunis, 7. Januar. Wie der „Agence Havas" gemeldet wird, hat die franzöfi'che Regierung, da ste den bereiis gemeldeten Schritt des Beys von T n is niht für gmügend erachte, der tunellschen Regierung eine Drohnote zu- st Öen lassen, worin sofortige Entschuldigungen gegenüber dem französischen Co is 'l, Absetzung der schuldigen Beamten und eine Untersuchung über den Sireit iwi'chm den tunesischen Behörden und den Gr.fen Sancy oerlangt wird. Belgrad, 7. Januar. Es heißt, daß Rußland auf die bisher in Serbien g lirnven Cap'tulattonen verzichte. Der Finanzminister beantragte bet der Skupsbtma. daß Handel- und Gewerbetreibende ohne Unterschied besteuert würden. Der Kriegsminister hat in Folge der Weigerung der Skupschtina, können erzielt werde. — „Daily Telegraph" berichtet aus J-llalabad vom 3d.: Es heißt, Jakub Khan bereite sich zur Flucht vor, wahrscheinlich nach Herat' die Truppen in Kabul seien zügellos und drohe ein Volksaufstand.— Standard" meidet aus Haz apir vom 4. d.: Die Colonne Roberts erreichte Bakk, unweit des Cantonne ments des afghanischen Gouverneurs von Khost, welcher seine Unterwerfung anzeigte. Rußland. Petersburg, 6. Januar. Ein Extrablatt des „Regterungsboten" meldet: In Folge de; eingetretenen Thauwetters tritt die Epidemie, welche schon im Ab ach men bezrlffm war, wieder hesiig auf. In Folge dessen sind im Saratow'sch.'n Gouvernement die strengsten Maßregeln ergriffen, um einer Einschleppung vorzubeugen. Morgen findet unter dem Vorsitz des Ministers des Innern eine außerordentliche Conferenz des Chefs der Medicinal-Departements und anderer Departements statt behufs Berathung von Maßregeln zur Unterdrückung der Epidemie. Türkei. Adriauopel. Nach Ansicht eing-weihter Kreise wird die russische Armee Ram tien u io B ilg irien nicht so ohne Weiteres räumen; sollte sie aber auf einmütng' Forderung der europäischen Großmächte „das eroberte L md" doch verlass 'N müssen, so ist auh für diesen Fall vorg'sorzt und ein festes Programm aufgestellt. Die Heranb ldung der Bulgaren für den Kriegsdienst wird elf di fv'tg'setzt. Der Stint) der bulgarischen Miliz wird möglichst erhöht, fortwährend werden n-ue R kruten herangezogen, um schließlich eine gut einexerci te Armee oou 150,000 M mn im Bedarfsfälle auftellen zu können. Nrch den bisherigm B'stimmungen sollen 480 russische Officiere^der verschiedenen W iffengattungen, 600 Unteroffici-re und 300 altgediente Dol- daten als „I isteuctoren" in der b ilgarii chen Mlliz-Armee verbleiben, welche allerdings tm Stande sind, die von Rußland so sehr gewünschten F^tschrttte der bulg irischen Truppen zu eezielen., B s jetzi Joden bereits über 80,000 Bulgarm elneg'rcirr sein, und was besonders auffällt, ist, daß die Russen die A lsbildung der rumelischen Bulgaren im G shützdienste mit höchstem^Eiser betreiben, während doch Rumelien keine eigene Artillerie haben darf. Lo ist es denn nicht zu verwundern, wenn die hiesigm Hauptschreter unter ^^n Bul- g.ren laut ausrufen, daß ganz Bulgarien uno Rumelien sich mit den Waffen oer W edeceinführuug der türkischen Verwaltung in R lmelien widersetzen werden. Aus differ Shildrrung der thatsäch ich-n Verhältnisse kann mm einen Schluß auf die weitere Entwickelung der D nge ziehen. (Pol. Corr.) dem Gebiete der Krtegswiflenschast sich geltend machen, stets üblich, den Mobil- machungsplan entsprechend abzuändern; die Behörden erhalten dann behnfs besserer Erprobung Anweisung, sich mit den Einzelheiten zu beschäftigen und namentlich der Gestellung besondere Aufmerksamkeit zu,uwenden. -Der Seitens des preußischen Handelsministers zu b-rusend- Eesen- bahncach. der als regelmäßiger Betrath tn allen wchtigeren Augel-g-uhetten der Eisenbahnvecwaltuog fungiren soll, wird tm Ganzen aus tt> M tzliebern bestehen, von denen je 4 aus den Kreisen des Handels, der J edustrie, der Lund- und Forstvtrthschaft und endlich der Prtoateisenbahnen auf Lorschllag dec Provinzialbehörden von dem Handelsmtnister ernannt werden sollen. Der Ersenbahnrath soll nach Bedürfniß, mindestens aber zweimal im Iah e, zu- sammentceien und Gutachten abgeben über Gesetze, betr. das Etsenbahnwesen, über Abänderung der Bahnpolizei, und B-tnebs-Reglements, über die Zulassung von Ausnahme, und Dlfferential-Tarifen und ub-r Fustons- unv Mit. benutzunzs-Verträge, sofern es sich um Grundsätze des Ersenbahnoerkehrs, um allg meine Verkehrs, oder wirihschaftltche Angeleg-nheit-n ^"delu Zu den Verhandlungen, welche unter Vorsitz eines Mmillertal-Commiffars (ohne Stimme) statlfinden, können auch besondere Sachverständige zugezogen werden, welche indessen an der Abstimmung nicht Thetl nehmen. Enene Anträge, welche die Mitglieder etnzubringen beabsichtigen, muffen dem Minister vorgelegt werden, welcher über di- Aufnahme derselben in Die 4 Wochen vor Beginn der Bcrathungen festzustellende und den Mitgliedern voczulegende Trgesord. nuna entscheidet. In dringenden Fällen kann der Minister ein G rtachien der Commission vermittelst schriftlicher Umfrage einholen. Die M.tglreder des Elienbahnrathes erhalten keine Diäten, sondern nur freie Fahrt auf den Er enbahnen für bie Steife nach und von Berlin. Wegen Eenennung von drer Vertretern der Landwlrthschaft und eines Vertreters der Forstwirthschaft wird das am 22. d. zusammentreteade Landes-D.eonomte-Collezmm ersucht, geera- nele dksimÄre'soll, sobald die Mittel zur Verfügung stehen, das un- terirdische Telegraphennetz weiter ausgebaut werden und zwar ziiuächst die Lmie Köln-Metz. Die Leitung wird geführt über Coblenz, Ehrang, Trier und Die- denhofen, wobei Mosel und Sieg zu passi-en sind. Das Ueberschceiten der Mosel wird auf den Brücken bei Coblenz, Conz, Trier Diedenhofen erfolgen, während durch die Sieg bei Siegburg ein Flußkabel die Verbindung Herstellen wird. Das unterirdische Kabel wird (n constructiver Hinsicht das nämliche sein, wie daS der Linie Berlin-Halle und Berlin Frankfurt a. M.; es wird sieben tsolirte Leitungsdrähte enthalten, von denen j der einzelne aus fünf feinen Kupferdrähten besteht. Gegen äußere Beschädigungm ist das Kabel mit einem starken Drahtgeflechte umgeben, welches in Guttapercha eingehüllt ist. U:9)prf, 7. Januar. Die Baumwollfabrtk Harmony in Cohoe«, welche 3500 Arbeiter beschäftigt, hat seit gestern in Folge der gedrückten schäftSlage dle Arbeitszeit aus die Hälfte herabgesetzt. Dafielbe geschah Sei- tclis der Baumwollfabrtk in Newbury wo 300 Arbeiter beschäftigt find. — Der Dampfer „Suevta" von der Hamb..Amertk. Gesellschaft ist hier eingetroffen. ____________ Lokales. 8. Januar. In der gestern verhandelten Auklagesache gegen Karl Heus aus Vilbel wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, erließ der Schwurgerichtshof auf Vrund des Vcrdicts der Geschworenen ein fretsprcchendes Urtheil. Gießen, 8. Januar. (Sterblichkeit in Gießen nach den Aufzeichnungen ßirofeh KreiS-GcsundheitöamtS.) Im Monat December 1878 starben in Gießen 24 “rfonen, nämlich 15 Bronzene und 9 Sinber. Son den Erwachsenen stiilben O Nnnaenicbwindsucht, 2 an Lungenentzündung, 2 an den Folgen erlittener Schlaganfalle, 3 an Herzkrankheiten, je eine Person an Bauchfellentzündung, Altersschwache, Brightischer Niercnkrankheit und Krebs. Ein Mann entleibte sich selbst. Von den Kindern befanden sich 5 ersten Lebensjahre und wurden 2 durch Krämpfe, eins durch Lungenentzündung, ems durch Darmcatarrh weggerafft, ein wenige Wochen altes Kind verlor sein Leben wegen Mangels genügender Muttermilch. Die 4 anderen Kinder befanden sich im 2. bis 8. Lebenswahre und rwar starben 2 an Diphtherttis, eins an häutiger Bräune und eins an Gehirnentzündung. * VnoUtcken >°ir damit d-n Monat D-e-mber des Jahres 1877, (, betrug damals di- Gesammtzahl der Sterbefälle 26, darunter 8 Fälle, welche Kinder im ersten und 3 Fälle, -welcke Kinder vom 2. bis 15. Lebensjahre betrafen. $ Während des verflossenen Jahres 1878 ereigneten sich in Gießen überhaupt 378 Sterbefälle. Hiervon kommen 213 auf Erwachsene, 94 auf Kinder im ersten Lebensjahre und 71 auf Kinder die im 2. bis 15. Lebensjahre sich befanden. Als hauptsächlich wichtigste Krankheiten, welche die meisten Opfer forderten, nennen wir: Lungenschwindsucht mit 72 Sterbfällen, dann Lungen, und Bronchienentzündung (45 Falle), Darmcatarrh und Brechdurchfall }16 Fälle, Diphtheritis und häutige Bräune (16 Fälle), Schlagfluß (14 Falle), Keuchhusten >9 Fälle) Masern (im April und Mai 7 Fälle), während an Scharlach im ganzen verflossenen crabre nur ein Kind starb. Rose, Unterleibstyphus und Eitervergiftung führten je 3mal den Tod herbei Ruhr und acuter Gelenksrheumatismus je 2mal. Eine Wöchnerin starb an Kindbettfieber. 7 Menschen endeten ihr Leben durch Selbstmord, davon 4 durch Erhängen, einer durch Erschießen, zwei ließen sich durch Bahnzüge überfahren. Piermal erfolgte cher Tod durch Unalücksfälle, ein neugeborenes Kind wurde durch seine eigene Mutter erstickt. Rach Monaten betrachtet, waren es gerade die Frühjahrsmonate, welche die höchste Sterblichkettsziffer zeigten, nämlich April 51, März und Mai je 40 Todesfälle, dann folgen November mit 36, Februar mit 34, Juli mit 31, August und Oktober mit je 26, September Mit 25 Juni und December mit je 24 Fällen Der Monat Januar war ,tn Bezug auf Sterblichkeit der günstigste, indem wir in demselben nur 21 Todesfälle zu verzeichnen hatten. Nach der letzten Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl Gießens nahe an 14,0«>0, eS -würden also nach der obigen Gesammtziffer auf je 1000 Einwohner während des verflosienen Jahres 27 Sterbefälle zu rechnen sein. Doch ist hierbei zu erwägen, daß die in den verschiedenen Krankenanstalten Gestorbenen mitgezählt sind, die zum größten Theile der hiesigen - Einwohnerschaft nicht angebört haben, so daß sich also nach Abzug derselben das Verhaltniß noch günstiger gestalten würde. G- __Im Laufe des gestrigen Tages wurden 7 Bettler und eine obdachlose Frauensperson eingeheimst. __Aus guter Quelle erfahren wir, daß die als „zweites Concert" angekündtgte musikalische Aufführung des Concertvereins, welche zur Zeit durch das Ableben unserer hoch- seligen Großherzogin ausfiel, am 26. Januar und zwar mit unverändertem Programm «Auftreten des Violonisten E. Säuret und der Altistin Frl. Hofmann rc) stattfinden soll. Auf nächsten Sonntag den 12. dss. ist ein Concert arrangirt, dessen Programm der Stimmung der Bevölkerung entsprechend, einen ernsten Charakter tragen und in folgender Nummer dss. Bltts. veröffentlicht werden wird. Vermischtes. Darmstadt, 5. Januar. Die Gesundheits-Verhältnisse in den 14 bevölkertsten Gemeinden des Großherzogthums erwiesen sich unausgesetzt als sehr befriedigend und ist die Sterblichkeit, dementsprechend, selten eine größere, ja in den beiden Monaten October und November eine ungewöhnliche geringe gewesen. Mit Ausschluß der Todtgeborenen wurden im October 337, tm November 353 Todesfälle verzeichnet, während im März und April, den ungünstigsten Monaten des Jahres, diese Zahlen die Höhe von 518 bezw. 524 erreichten. Auf 1000 Lebende und auf's Jahr berechnen sich für März 29,7, für April 30,0, für October und November aber 19,3 bezw. 20,2 Todesfälle. An der Gesammtsterblichkeit im November sind das Säuglingsalter mit 105, Kinder im 2. bis 15. Lebensjahre mit 79 und die höheren Altersstufen mit 169 Todesfällen betheiligt. Im Vergleich zum October hat die Kindersterblichkeit um 34, und zwar die des Säuglingsalters um 10, die der übrigen Kinder um 24 zu-, die der Erwachsenen um 18 Personen abgenommen. Für die einzelnen Gemeinden — Friedberg ausgenommen, in welcher Stadt im November Todesfälle überhaupt nicht vorkamen — ergeben sich in aufstetgender Reihenfolge pro Mille und Jahr Sterbefälle: Bessungen 14,4, Bingen 14,6, Darmstadt 16,2, Offenbach 16,9. Mainz 19,9, Bensheim 21,4, Worms 21,7, Heppenheim 23,6, Lampertheim 26,9, Pfungstadt 27,7, Kastel 28,1, Gießen 28,8, Alzey 45,3. In Anbetracht der Todesursachen erscheinen Infektionskrankheiten in 50 Fällen, gegen 36 tm October. Croup uno Diphtheritis 15. (October 14), Darmstadt 5, Mainz und Worms je 3, Offenbach 2, Gießen und Bessungen je 1, Masern 12 (1), Mainz 11, Kastel 1, Keuchhusten 11 (10), Darmstadt 4, Offenbach 3, Worms 2, Mainz und Gießen je 1, Unterleibstyphus 4 (4), Mainz 2, Gießen und Alzey je 1, Kindbettfieber 4 (1), Mainz 2, Gießen und Kastel je 1, Rose 2 (—), Gießen und Alzey je 1, Scharlach 1 (2), in Mainz, andere Infektionskrankheiten 1 (3) in Mainz. An sonstigen vorherrschenden Krankheiten verstärken tm November: Lungenschwindsucht 49 (October 48), acute entzündliche Krankheiten der Athemorgane 41 (27), Schlagfluß 13 (11), Darmkatarrh und Brechdurchfall 21 (24). Andere bekannte Krankheiten, sowie Lebens- und Altcrschwäche hatten in 147 (160) Fällen den Tod zur Folge. Eines gewaltsamen Todes verstürben 13 (17) Personen und zwar durch Verunglückung 5 (10), Selbstmord 7 (6), Mord 1 (1). Unbekannt blieb die Todesursache in 19 (13) Fällen, wovon 8 in Mainz, 4 in Worms rc. — (Eine gesunde Familie.) Bekanntlich zeichnen sich die schleswig-holsteinischen Westseeinseln Föhr und Sylt durch ein sehr gesundes Klima aus. Als Beweis dafür möge hier mitgetheilt werden, daß im Dorfe Oedsum auf Föhr kürzlich ein Kind getauft wurde, wobei zugegen waren: die beiden Eltern, vier Großeltern, zwei Urgroßeltern des Täuflings, während noch eine Urgroßmutter und eine Tante der Urgroßmutter, resp. eine Ur-Urgroßtante des Kindes, am Leben sind. Letztere ist 106 Jahre alt. — Warum man eine Anzeige mindestens siebenmal hinter einander inseriren lassen soll? Erste Insertion: man sieht sie nicht; — zweite Insertion: man sieht sie, aber man liest sie nicht; — dritte Insertion: man liest sic; — vierte Insertion: man sieht nach dem Preise; — fünfte Insertion: man spricht davon mit seiner Frau; — sechste Insertion: man bekommt Lust, zu kaufen; — siebente 'Insertion: man kauft. — (Was zu einem guten Gastmahl gehört.) Diese Frage beantwortet der Speisezettel des Gasthauses zum „Muthigen Ritter" in Kösen in folgender Weise: 1. Ein freundlich Gesichte. 2. viele gute Gerichte, 3. -Weine von Gewichte, 4. eine schöne Nichte, 5. eine lustige Geschichte, 6. hübsch, hell und Lichte, 7. beim Sitzen nicht dichte, 8. zuletzt eine gute Verprchte. — (Neue Flegelei.) Käufer: „Geben Sie mich doch mal ä Zugpflaster." — Apotheker : „Wollen Sie vielleicht eins hinter die Ohren haben? — Käufer: „Na, so 'ne Flegelet is mich doch wahrhaftig noch nicht vorjekommen!" — (Amerikanisches.) Im Staate Indiana soll ein Mann seinen Schwiegersohn kurz nach dessen Hochzeit verklagt und eine Rechnung für Thee, Butterbrod und Lichter, die Jener, während er der Tochter die Cour machte, verbraucht haben soll, eingereicht haben. Der Prozeß ist noch nicht entschieden. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 117) Das 6. und letzte Ziel Communalsteuer pro 1878 Dann innerhalb 10 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hrefigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gegen Diejenigen, welche bis dahin im Rückstände verbleiben , wird und muß das gesetzliche Zwangsverfahren eingeleitet werden. Gießen, den 4. Januar 1879. Der Stadt-Rentmeister Enders. Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar: Donnerstag den 9. Januar 1879, Samstag „ 11. „ „ Dienstag „ 14. Mittwoch „ 15. „ „ Donnerstag „ 16. „ „ Samstag „ 18. Die Interessenten werden daher aufge- lordcrt, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legi- timiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 28. November 1878. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. K e h.r. Ieilgebotenes. Schellfische treffen heute ein C189 Grg. Willi. Weidig. Irische Schellfische treffen jeden Tag wieder ein. (191 I. A Busch Söhne. 190) Ein kleiner neuer Kochherd mit Bratofen und eine neue, 2 Etr wiegende Declmalwaage sehr billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Kieler Böcklinge empfiehlt (188 Emil Fischbach. Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux- Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder De- eorations-Arbeit in geschmack- vollster Ausführung bei T/i. 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Rain, Hammweg. 54) Die Mansardenwohnung m meinem Harpe, bestehend aus 4 Zimmern und Zubehör ist auf den 1. April event. auch früher zu vermiethen. Carl Stückrath. 85) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen bei Th. Schmidt, Gartfeld. 145) Ein Stübchen mit Bett vom 1. Februar ab zu vermiethen. ______________Neustadt 57 Hinterhaus. 19) Im Doflein'schen Hause sind zwei freundliche Wohnungen im mittleren und oberen Stock, bestehend aus je 4 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. _____________________Chr. Vix. | 28) Es wird eine weibliche Person auf sofort gesucht, welche dem Hauswesen sowohl vorstehen kann, als auch zum Wirth- schaitsbetriebe befähigt ist. Atteste über Solidität werden gefordert. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. Entlaufen ein schwarzer Dachshund und eine braune Dachshündin. Auskunft nimmt entgegen die Exped. d. Bl. (184 *a II 2 « 81 'S II Die soeben erschienene Nr. 13 enthält: Geächtet Roman von M. Gerhard. (Fortsetzung.) — Des Waldhüters Tischgebet. Originalzeichnung von A. Eberle. — Eine Weinprobe im Würzburger Hofkeller. — Zur Orientirung auf dem afghanischen Kriegsschauplätze. Mit einer Uebersichtskarte. — Die religiöse Duldung in Spanien. Von Fritz Fliedner in Madrid. — Im bosnischen Winterquartier. Aus dem Briefe eines österreichischen Soldaten Mit einem Bilde von A. Richter: Prost Neujahr! — Eine Sylvesternacht auf dem Hudson. Von W. Fiedler. — Am Familien- tische: Ein deutscher Feuergeist. — Bücherschau LXV. — Neue farbige Bilder. Mit einer illustrirten Beilage: 1878— ■ 1879, ein Syloesterbild ohne Worte. — Eine Amendement zum Socialistengesetz beantragt vom Vierzehnten. Danksagung. 183) Für die vielen Beweise inniger Theilnahme bei dem uns betroffenen Trauerfall sowohl, als wie bei der Begleitung zur letzten Ruhestätte sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Gießen, den 8. Januar 1879. F. Erßuer. 25) Ein gut empfohlenes Mädchen für die Küche und Hausarbeit zu sofortigem Eintritt sucht Frau Professor Birnbaum. ,.«) auf sogleich «n Juoer= lasfiges Mädchen, welches die Hausarbeit besorgt, für ein hiesiges Speeereigeschätt. _______________ Kreuz Lit. B. Nr. 114. An sümmllichk ftriDfrbtreibf.iör btt jStaöt und des Krrisrs Ließen. 182) An den unterzeichneten Vorstand des Gewerbvereins zu Güßen ist heute das nachstehende Schreiben des Comit^'s der Landes - Gewerbe-Ausstellung 1879 zu Offenbach gelangt: Offenbach, den 4. Januar 1879. Sehr geehrter Herr! Zu unserem Erstaunen und großen Bedauern vermiffen wir auf die. Ihnen Seitens der Centralstelle des Gewerbevereins in Darmstadt, zugesandten Programme der von uns für dieses Jahr in Aussicht genommenen Landes- Ausstellung aus Ihrem Kreise noch die entsprechenden Anmeldungen. Wir müssen hiernach annehmen, daß von den Interessenten der Werth und die Wichtigkeit einer Betheiligung an dem für unser Land gewiß Segen bringenden Unternehmen noch nicht richtig erkannt worden ist und glauben, daß zur Erreichung dieses Zweckes es sich vielleicht empfehlen dürfte/ eine gemeinsame Besprechung der Detheiligten, wie dies an anderen Orten schon geschehen, zu veranlassen. Das Comite würde sich dabei durch mehrere seiner Mitglieder betheiligen, wenn dadurch die Theilnahme gefördert werden könnte. Indem wir uns der Hoffnung hingeben, daß Sie, verehrter Herr, Ihre Bemühungen mit denjenigen des Comitö's vereinigen werden, um das projec- tirte gemeinnützige Unternehmen zu Stande zu bringen, was nur bei reger Betheiligung von Seiten der Gewerbetreibenden des Landes geschehen kann, bitten wir, uns gefl. Ihre Ansicht mittheilen zu wollen und empfehlen uns Achtungsvollst Das Comite» Indem wir dieses zur allgemeinen Kenntuiß bringen, fordern wir sämmt- liche Gewerbtrelbende Gießens wiederholt auf, sich im eigenen Interesse und zur Ehre unserer Stadt recht zahlreich an der Ausstellung in Offenbach betheiligen zu wollen. Zugleich bitten wir, uns möglichst bald von Ihrer beabsichtigten Betheiligung Kenntniß zu geben, damit wir zu der von dem Comitö in Offenbach beantragten Versammlung und gemeinschaftlichen Besprechung einladen können. Gießen, den 5. Januar 1879. IhiiiascliinenliaDilliiDg von Theodor üaubach9 G-iessen, Neichensand-Bahnhofstraße C. 126. 176) Preis - Courant: a. 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