tittx X 1K n oder an und U)ie U X X X H X X X X x rbeit, X ■3.. *, X U$ X X X ,fn: R R R ff, X ’ R (2038 X xxxx etu__ s wn Stt-H- ftrttfltti aller wird »rompt PhUiPP vW^_ »ttigen ®"u i)!b m >SL ,8V (1726 -^Tipalüren bestens Nr. 8Z. Dienstag, den 8. April S.87B. Meßmer Mnzeiger Artige- ui AMsbiM fir Les Kreis Gießen. NeVaction-Vurearr r HxpedittsnSbnrean r Schulftraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher H h e i t. Nr. 9 des Reichs-Gesetzblatts, auSgegeben den 3. l. M., enthält: (Nr. 1289.) Gesetz wegen Abänderung der Gesetze vom 23. Februar 1876 und vom 23. Mat 1873, betreffend die Verwaltung des Reichs- Jnvaltdenfonds. Vom 30. März 1879. (Nr. 1290.) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen der Post und Telegraphen, der Marine, des Reichsheeres und zur Durchführung der Münzreform. Vom 30. März 1879. Gießen, den 5. April 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. _____ ______ politischer Hh - il. Deutschland. Berlin, 4. April. Ueber einen auf den Cultusmintster Falk am 31. März unternommenen Angriff berichten die Morgenblätrer erst heute. Der Cultnsmtnister ging im Thiergarten spazieren, als Dr. Straeter auf ihn zutrat und lhn in durchaus nicht höflicher Weise um eine Anstellung ersuchte. Falk antwortete selbstverständlich, daß weder der Ort noch bie Gelegenheit geeignet feien, solches Ansuchen zu stellen, worauf sich Dr. Straeter einen thätlichen Angriff zu schulden kommen ließ. Mit den Worten: „Ich bin preußischer Osficier, wir sprechen uns noch!" ertfernte sich dann Dr. Straeter, der jedoch bald darauf auf Veranlaffung von Vorübergehenden, welche Zeugen des Vorfalls gewesen, zur Wache sistirt wurde. Nach Feststellung der Personalien erfolgte sodann seine Entlastung. Dr. Straeter ist früher Lehrer an einer höheren Mädchenschule gewesen, hat jedoch seine Stellung verloren, weil er eine erwachsene Schülerin geohrfeigt. Auch gegen seine eigenen Angehörigen soll er sich zu Excesten haben hinre'ßen lasten. Es soll schon früher Gklegen- heit genommen worden sein, den Betreffenden ärztlich beobachten zu lasten. Aus alledem, sowie aus einigen neuerdings ausgestoßenen Drohungen, daß er alles niederschießen werde, wenn er keine Stellung erhalte, geht zur Genüge hervor, daß man es mit einem sehr excentiischen Mann zu thun hat. Nah- rungssorgen sind es übrigens nicht, welche Dr. Straeter zu diesem Angriffe getrieben haben. Seine Lage wird vielmehr als pecun'är sorgenfrei geschildert. — Der Minister des Innern hat entschieden, daß Fahnen der Kriegerund ähnlicher Vereine mit dem Bilde der Germania oder mit anderen, auf das Deutsche Reich bezüglichen Emblemen nur dann zulässig sein sollen, wenn in der Fahne zugleich der preußische heraldische Adler als Haupt-Emblem angebracht ist. Berlin, 5. April. Der Meteorologe Professor Dove ist gestern Nachmittag gestorben. — In der heutigen Sitzung des Bundesraths wurden die Ausschußanträge zu den die Tabakssteuer betreffenden Vorlagen in allem Wesentlichen angenommen. Kesternich. Pesth, 4. April, Abends. Unterhaus. Auf die Interpellation bezüglich der ostrumelischen Frage antwortet Tisza: Die Unterhandlungen seien im Zuge; so lange kein Beschluß gefaßt fei, könne er keine Mittheilungen machen. Zweck und Tendenz der Unterhandlungen gingen am besten aus der Thatsache hervor, daß die Hauptrollen in den Verhandlungen England und Oesterreich- Ungarn innehaben, deren Bestreben es sei, den Berliner Frieden auszusühren. — Das Haus nimmt die Antwort des Minister-Präsidenten zur Kenntnrß. Alraukreich. Versailles, 5. April. Der Senat bewilligte einen Kredit von 300,000 Frcs. für die Rückbeförderung der Amnestirten und vertagte sich sodann bis zum 8. Mat, die Kammer ihrerseits bis zum 15. Mat. England. London, 4. April. Das Oberhaus hat sich bis zum 24. April ver- __ Im Unterhaus« sand eine lange Debatte über den Antrag Briggs aus Abschaffung des Baumwoll - Zolles in Indien statt, da die Kosten des Krieges in Afghanistan keinen genügenden Grund böten, um die Abschaffung hinauszuschieben. Der Unrerstaatssecretär Stanhope erkärte hierauf, die Regierung halte daran fest, die Zölle den Finanzen Indiens entsprechend nach und nach abzuschaffen. Sie unterstützte den ersten Theil deS Antrages Briggs', sei aber gegen den letzten Theil. Der erste Theil deS erwähnten Antrags wurde schließlich ohne Abstimmung genehmigt, der letzte Theil mit 166 gegen 84 Stimmen abgelehnt.. Stardcastle beantragte folgende Motion: Das Haus erblickt mit Befriedigung in der jüngsten Zollreductton einen wichtigen Schritt in der Richtung der vollständigen Aufhebung der Zölle, zu welcher sich die Regierung verpflichtete. Stardcastle beantragte alsdann die Vertagung der Debatte. Der Antrag Staidcastle's, für welchen sich die Regierung aussprach, wurde mit 161 gegen 62 Stimmen verworfen. Der Antrag Rorthcote's, da- Haus möge die jüngste Zollreductton als einen Schritt in der Richtung der gänzlichen Aufhebung der Zölle betrachten, wurde ohne Abstimmung genehmigt. London, 5. April. Die „Times" meldet: Die Großmächte haben die Mediation zu Gunsten Griechenlands im Princip beschloffen. — „Daily News" meldet aus Rangoon, daß anläßlich der Krönung des Königs von Birma, welche am 6. April stattfindet, Unruhen erwartrt «erden. — D'e amtliche „Gazette" veröffentlicht in einer besonderen Ausgabe eine Depesche des englischen diplomatischen Agenten an der Grenze des Zulu- Landes vom 1. März. Die Depesche meldet die Ankunft von Abgesandten des Zulu-Königs Cetewayo, welche erklärten, Cetewayo habe niemals Krieg mit England gewünscht und sogar versucht, den Forderungen Sir Bärtle Frere's nachzukommen, als die Feindseligkeiten bereits begonnen hätten. Cete- wayo habe niemals die Absicht gehabt, die Engländer anzugreifen. Der Kamps bei Jsandula babe in Folge eines Angriffes der englischen Kavallerie auf die Vorposten der Zulu-Truppen stattgefunden. Der General - Kommandant der Zulu-Truppen sei wegen dieses Kampfes abgesetzt, weil er die Soldaten nicht gehindert habe, an dem Gefechte theilzunehmen. Schließlich bitte Cetewayo die Feindseligkeiten zu suspendiren und die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Italien. Rom, 5. April. „Dirttto" meldet: Der Consul Durando wurde zum Geschäftsträger bei dem Fürsten von Montenegro ernannt. Derselbe ist auf seinen Posten abgereist. Rom, 5. April. Garibaldi ist heute hier angekommen und wurde am Bahnhofe von der Volksmenge lebhaft begrüßt. Er ist sehr leidend und wurde zu seinem Sohne Menottt gebracht. — Tie hier erwartete albanesische Deputation besteht aus mehreren muhamedantschen Notabeln, welche thetlwetse Functionäre der Pforte find. Der Zweck ihrer Mission ist, die europäischen Cabinete zu bewegen, von dem Gedanken der Abtretung des Epirus an Griechenland Abstand zu nehmen. Nach mehrtägigem Aufenthalte wird sich die Deputation auch nach Paris, Wien, London, Berlin und Petersburg begeben. — Der König hat den General Medici entsendet, um Garibaldi zu besuchen. Ausland. Petersburg, 5. April. Mit kaiserlicher Genehmigung ist beschloffen worden, zu Anfang des nächsten Lehrjahres die hiesige medteinisch-chirurgische Akademie in eine spectell militärisch - medicinische Akademie umzugestalten. Die Studirenden, deren Zahl auf 500 beschränkt wird, gelten als im Staatsdienst befindlich und werden sämmtlich Stipendiaten gegen die Verpflichtung, für jkdes Lehrjahr 1V2 Iah im Heere zu dienen. Der Lehrcours wird statt bisher fünfjährig nur dreijährig sein und nur die Wtffenschasten umfaffen, welche jetzt in den drei höheren Coursen vorgetragen werden. Ausgenommen werden Studenten der ersten zwei Course der medicinischen und naturwiffen- schaftlichen Fakultäten, welche das bezügliche Examen mit Erfolg bestanden haben. Bei ihrem Eintritte leisten dieselben einen Eid nach festgestellter Formel. Aumänien. Bukarest, 5. April. Die Aushebung des Vertrags mit der Tabaks- monopol-Gesellschast wird nach gütlichem Uebereinkommen stattfinden. Die Gesellschaft zahlt die rückständigen Raten und führt die Regie bis zum 18. April fort. Die Regierung kauft die Tabaksvorräthe und Gebäude an. Zur Wie- derverpachtung des Monopols wird eine Licttatton ausgeschrieben. Sollte letztere den erwünschten Erfolg nicht haben, so wird, anstatt des Monopols, die Regierung den Tabaksvertrieb in eigener Regte ausbeuten. Türkei. Konstantinopel, 5. April. Mehrere Ulemas, welche verdächtig sind, gegen den Sultan conspirtrt zu haben, wurden verbannt. — Die Pforte ist mit dem Entwürfe einer neuen griechisch-türkischen Grenze beschäftigt. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. «orresponbenr-Burean. Petersburg, 6. April. Gin kaiserlicher Befehl ordnet an, daß behufs der Abschaffung der Kopfsteuer mit einem anderweitigen Ersatz eine Special-Commission unter dem Borfitz des Ftnanzmtntsters etnzuberufen sei. sei jetzt vom Bundesrath kurz zurückgewiesen worden- Die Eingabe Favre's Dem ganzen Vorfälle Der von — Die zur sofortigen Berathung der Anträge zum Zwecke der Abschaffung der Kopfsteuer eingesetzte Commission bestehl auS höheren Beamten der Ministerien des Innern, der Finanzen, der Justiz, der Domänen, des Reichscontrolamtes und der zweiten Abtheilmig der Gehetmkanzlet des Kaisers. Der Finanzminister ist ermächtigt, noch andere Fachmänner zuzuziehen. — Die „Agence Russe" weist auf die Schwierigkeiten hin, welche die Ausführung einer gemischten Occupation Ostrumeliens begegne und betont, daß Rußland, nachdem es Alles gethan, um vorhergeseheneu Ereignisse vorzubeugen, im ungünstigen Frlle nicht dre Verantwortung zu tragen hätte. Luzern, 6. April. Ueber die jüngste Arbeiisetnstellung im Gotthard' Tunnel wird von authentischer Seite mitgetheilt, Favre habe schon vor 3 Monaten anläßlich der Eröffnung der Gesellschaft angedroht, einige Strecken im festen Gebirge unausgemauert zu laffen und habe kürzlich ohne die Entscheidung des competenten Bundesraths abzuwarten, 100 mit der seitlichen Erweiterung des Tunnels beschäftigte Arbeiter entlasten. " Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die Nachversteuerung Referent, Herr Thor decke - Mannheim spricht sich im Anschluß an die früher .... dem Ausschuß verbreitete Denkschrift gegen die Nachversleuerung gegen die in ganz außerordentlich hoher Weise von der Regierung in Aussicht genommene Rachversteuerung aus, und verliest das von Prof. Bluntschli (Heidelberg) auf Ersuchen des Ausschusses ausgearbeitete Gutachten, welches von rein juristischer und staatsrechtlicher Grundlage aus die Nachversteuerung für unzulässig erklärt. Daß sehr ausführliche und die Frage von allen Seiten juristisch und staatsrechtlich beleuchtende Gutachten wird vom Ausschuß durch den Druck vervielfältigt und verbreitet werden. Der Redner geht darauf noch auf die Nachtheile ein, welche dem Geschärt aus der Nachversteuerung erwachsen würde, und wiederlegt die Ansicht Derer, welche meinen, die Nachsteuer würde einfach bezahlt und vom Consumenten ersetzt werden. Wenn man davon spreche, daß der kleine Fabrikant durch die Nachversteuerung geschützt werden solle, so möge Comm.-Rath Garl-Gießen meint, man könne nur Ersatz haben, wenn man frch nut der großen Vcasse der Interessenten in Uebereinstimmung befinde, und dies verlange, daß man dre Steuer- und Zollsätze so niedrig wie möglich greife. Er meint nun, daß leibst Die von den Referenten in seiner Resolution vorgeschlagenen Sätze noch zu hoch sind, tote dies auch noch im vorigen Jahre in der Berliner Versammlung nahezu einstimmig beschloßen worden sei. Auch die Regierung werde durch so hohe Sätze nicht den gewünschten Erfolg habeir, da der Eonsum sehr bedeutend vermindert werden würde. Als Maximum der Zollerhöhung erachtet er — entsprechend den jkei^ Conjuneturen — 15—20 JL pro Centner. Herr I. Kol weck-Berlin ist der Ansicht, daß jede hohe Steuer die Industrie gewaltig schädigen wird und bezweifelt er, ob die Regierung das Recht hat eine so große Industrie zu schädigen. Nach seiner Meinung würden die von der Regierung vorgeschlagenen L-ätze die Hälfte der Industrie ruiniren, wobei der Redner auf die nach Rußland, Oesterreich u. s. f. heimlich ausgeführten Fabrikate und auf die vielen Fabrikanten, welche, ohne daß sie eine Rückvergütigung verlangen, exporliren hinweist Nur ein ganz niedriger Zoll ist erträglich, wenn Die Industrie fortbestehen soll. Comm.-Rath Walter-Pasewalk befürwortet die vom Referenten vorgeschlagenett Sätze, obgleich er aus einem District ist, welcher stark Tabak baut, der weniger werth- voll ist, als der in Süddeutschland gebaute. Dort ist man allerdings theilweise nicht seiner Ansicht und neigt dazu, sich der Monopol-Agitation anzuschließen. Man hat sich in seiner Heimath deshalb schlüssig gemacht, keine Zahlest, sondern nur als Verhältnis; zwischen Steuer und Zoll 2 : 5, höchstens 1 : 2 vorzuschlagen. Papendick-Bremen verwahrt Bremen dagegen,daß es für einen hohen Zoll gestimmt sei, aber man habe sich gehütet, etwas zu verlangen, wofür in Nicht-Interessentenkreisen kein Verständmß sei. Die Vertreter Bremens halten sich für verpflichtet, das Interesse des Handels mit auswärtigem Tabak zu vertreten und die hohe Belastung werde in erster Reihe den Eonsum des ausländischen Tabaks beschränken. Er wünscht auch, daß man keine bestimmten Sätze ausspreche, sondern sich nur im Allgemeinen an die Beschlüsse der Enquete-Commission anlehne. Herr Bensheim-Mannheim meint, daß man in Süddeutschland ein Interesse daran habe, daß man hier eine klare Meinung über das Verhältniß zwischen Zoll und Steuer ausspreche und man möge sich darin den Ausführungen der Enquete- Commission anschließen. Herr Schöning-Vlotho meint, daß über bestimmte Vorschläge schwerlich ein Etnverftändniß zu erzielen sei und schlägt er daher folgende Resolution zur Annahme vor: Die versammelten Delegirten erklären nach eingehender Prüfung der einschlagenden Verhältnisse, daß ihres Erachtens auch die niedrigsten von der Enquete-Commission für Rohtabak vorgeschlagenen Zoll- bez. Steuersätze bei der heutigen wirthschaftlichen Lage Deutschlands noch zu hoch bemessen sind. Herr Ungewitter-Wannfried spricht sich dahin aus, daß man sich nicht so eng an Die Beschlüsse der Enquete-Commission anschließen solle, da man sich nicht an bestimmte Sätze binden solle. Herr du Bois-Braunschweig meint, daß man durch Aufstellung von zu niedrigen Sätzen die Wirkung der ganzen Versammlung in Frage stellen würde; wolle man sich nickt für den niedrigsten Satz der Enquete-Commission oder für den Satz des Referenten aussprecken, so möge man gar keine bestimmten Sätze in die Resolution auf- nehmen und müsse man auch vor Allem die als zulässig bezeichneten Sätze immer nur als Maximalsätze bezeichnen. Herr Sandtmann-Hamburg hält es für wünschenswerth, daß die heutige Versammlung Stellung nehme durch Einigung über bestimmte Sätze, aber er hält das "ach dem Laufe der Discussion nicht für möglich und empfiehlt deshalb die Resolution des Herrn Schöning mit Hinzufügung eines Nachsatzes, daß die Versammlung die Erwartung ausspricht, die gesetzgebenden Facloren möchten unter Berücksichtigung dieser Erklärung sich für eine mäßige Besteuerung des Tabaks unter Aufrechterhaltung Der nothwendigen Zoll- und Steuer - Differenz entscheiden, damit nicht anck die Tabak Industrie von den Folgen des ohnehin herrschenden Nothstandes auf wirthschastlickem Gebiete in Verbindung mit einer unangemessen hohen Steuer in der verderblicküeil Weise getroffen werde. Herr Lucan- Hanau schlägt folgende Resolution vor: Die versammelten Delegirten halten selbst den niedrigsten Vorschlag der Enquete-Commission für Tabakbau, Handel und Industrie für schädigend und erachten es im eigenen Interesse der Einnahmen der Reichsregierung liegend, durch nicht zu hohe Besteuerung den Consum möglichst wenig ein zuichränken. Herr Diffene als Referent empfiehlt noch einmal seine Resolution, da den Tabak-Producenten gegenüber die Annahme bestimmter Sätze wünschenswerth sei; Herr Hornberger-Gießen führt aus, daß, nachdem man zuerst die schleunige Erledigung der Steuerfrage verlangt habe, man auch mit bestimmten Vorschlägen zu' dieser Erledi gung kommen müsse. Der Schluß der Debatte wird angenommen und nach einer kurzen Debatte über die Frage, ob über die einzelnen Sätze auch nach Annahme einer allgemeinen Resolution noch abgestimmt werden soll, was die Versammlung in ihrer Mehrheit nicht wünscht, wird zuerst über folgenden Antrag, über welchen sich die Herren Schöning, Lucan und Sandtmann vereinigt haben, abgestimmt: Die versammelten Delegirten erklären nach eingehender Prüfung der einschlagenden Verhältnisse, daß ihres Erachtens auch Die niedrigsten von Der Tabak - Enquete - Commission vorgeschlagenen Zoll- und Steuersätze bei Der heutigen wirthschaftlichen Sage Deutschlands noch zu hoch bemessen sind. Dieser Antrag wird einstimmig eingenommen; Der Antrag des Referenten, über welchen darauf nach Handelskammern abgestimmt wird, wird mit 15 Stimmen gegen 13 abgelehnt; mehrere Kammern enthielten sich der Abstimmung. Bei der Abstimmung geben die Vertreter Mannheims, denen sich Würzburg und Speier anschließen, die Erklärung ab, daß sie nur in Dem Sinne mit Ja stimmen, daß sie sich nicht für die Höhe der Steuer, sondern nur für das Verhältniß zwischen Zoll und Steuer aussprechen. Die Hanauer Delegirten (nebst Darmstadt, Wesel, Dresden und Bingen) erklären, daß sie mit Nein gestimmt, weil sie kein Mandat hatten, über bestimmte Zahlen zu stimmen, aber mit dem vorgeschlagenen Verhältniß zwischen Zoll und Steuer einverstanden sind. Nach einer kurzen Pause geht die Versammlung zu Der Besprechung über Die Licenzsteuer über. Der Referent, Herr Comm.-Raty Gail-Gießen führt aus, daß diese Steuer eine exceptionelle Gewerbesteuer sein würde, welche man der Tabak-Industrie auflegt, eine Belastung, welche die kleinen Geschäfte sehr drücken und den Handel mit Tabak und Tabakfabnkaten hemmen würde. Besonders würden solche Personen behindert sein, welche ausnahmsweise in das Geschäft emgreifen. Sollte man die Licenz steuer mit beweglicher Scala einführen, so würde man in den Geschäftsbetrieb im »Interesse der Einführung des Monopols Einblick erlangen. Er schlägt folgende Resolution zur Annahme vor: „Die Licenzsteuer würde ein verwerfliches Hindcrniß für den Tabak und Tabak- fabrikate und eine weitere Belastung des ohnehin schon schwer bedrohten Artikels sein. Da ferner dem hohen Ertrag, welcher aus der Gewichtssteuer vorgesehen ift. der Ertrag einer Licenzsteuer doch nur von untergeordneter Bedeutung sein könnte, so beschließt die Versammlung mit allen Kräften dahin zu wirken, daß davon ganz abgesehen wird." Diese Resolution wird, nachdem noch der Eorrcferent, Noll-Gießen, sie kurz empfohlen, einstimmig angenommen. werde nur eine geringe Bedeutung betgelegt. Madrid, 6. April. Der Dcarineminister hat die hier beglaubigten Gesandten benachrichtigt, daß ein englisches Kriegsschiff in den spanischen Gewässern die schwedische Goelette „Virgo" angehalten hat. Der Minister des Auswärtigen wird alsbald in London wegen dieses Rechtsverletzung reclamtren. London, 6. April, Nachts. Nach einer Meldung aus Capeiown vom 18. März sind mehrere Truppentransporte daselbst angekommen. Irgendwelche erhebliche mtlitäitsche Bewegung hat nicht stattgefunden. Die Zulus hielten Ekowe noch eingeschlosten. Der Gesundheitszustand der Garnison von Ekowe war gut, jedoch der Mangel an Lebensmitteln fühlbar. Eine Truppenabth i- lung hat sich in Bewegung gesetzt, um Ekowe zu entsitzen. Oham, der älteste Bruder Cetewayo's, und der älteste Sohn Oham's nebst 300 Zulus haben sich unterworfen. Versammlung der Handelskammer-Delegirten und Tabaks- Interessenten in Kassel am 6. April 1819. Der Delegirte der Frankfurter Handelskammer, Herr Haurand, eröffnet die Versammlung, welcher etwa 90-100 Delegirte aus allen Theilen Deutschlands beiwohnen, mit Hinweis auf die am 7. April v. I an derselben Stelle stattgefundene erste Versammlung, deren Wunsch auf Enquete erfüllt worden sei. Jetzt sei es Sache, über die neueste Tabaksteuer-Vorlage zu berathen. Nachdem Herr v. Griesheim (Kassel) die Versammelten begrüßt, wird das Bureau durch Acclamation bestätigt. Es besteht au§ den Herren Hauran d-Franksurt a. M. (Vorsitzender), Schöpplenberg- Berlin und v. Griesheim-Kassel (stellvertretende Vorsitzende), Puls-Frankfurt, Lucan-Hanau, Lewinftein-Berlin (Schriftführer). Herr Puls theilt das Protokoll der letzten Ausschutzsitzung und die Namen der Handelskammern, welche dem Protest gegen die Nachversteuerung beigetreten sind, mit Die Versammlung tritt ui die Berathung des ersten Gegenstandes der Tages- Ordnung : Wunsch einer endlichen Erledigung der Tabaksteuerfrage. Herr Lucan-Hanau gibt als Referent ein kurzes Bild Der Nachtheile, welche der Industrie durch die dauernde Beunruhigung erwachsen, und schlägt folgende Resolution zur Annahme vor: Die versammelten Delegirten, im Principe gegen jede Erhöhung der jetzigen Tabakbefteuerung, erachten es, wenn die gesetzgebenden Factoren eine solche nicht umgehen zu können glauben, im Interesse fernerer Lebensfähigkeit der schwerbedrängten und feit Jahren beunruhigten Tabak-Industrie und Handel für absolut geboten, um eine endgültige Lösung der Frage in der laufenden Reichstagssession, unabhängig von politischen Constellationen, dringend zu bitten. Herr' Nebelthau-Bremen wünscht, daß man sich, da es sich um erreichbare Ziele handle, nicht jetzt noch irn Princip gegen die Erhöhung der Tabaksteuer ausspreche. Im gleichen Sinne spricht Herr Dr. Barth-Bremen und Thorbecke-Mannheim, während sich die Herren Mö r be-Dresden und Georgi-Gießen für Beibehaltung des Princips aussprechen. Herr Schövpl en b erg-Berlin schlägt vor, Den Eingang zu fassen: „Wenn es auch im Interesse Der Tabak-Industrie gelegen hätte, die jetzigen Steuersätze beizubehalten u s. w." Herr Lucan erklärt sich bereit, den Satz „im Princip gegen jede Erhöhung der jetzigen Tabakbesteuerung" zu streichen, wogegen Herr Hornberger-Gießen bittet, dem Vorschläge des Herrn Schöpplenberg beizutreten, Herr San dman n-Harnburg aber sich dafür ausspricht, den vom Referenten selbst modisicirten Antrag anzunehmen. Nackdem noch auf Vorschlag des Herrn Bensheim- Mannheim nach den Worten: Tabak-Industrie und Handel das Wort „Tabakbau" hinzugefügt ist, wird der so mobificirte Antrag des Referenten nahezu einstimmig angenommen. Zweiter Gegenstand der Tages-Ordnung ist „Beschlußfassung über die weiteren Schritte in der Tabaksteuerfrage". Der Referent, Herr Dif fene-Mannheim, erörtert mit wenigen Worten die augenblickliche Laae der Tabaksteuerfrage und die Vortheile, welche die Gewicktssteuer gegenüber den anderen bei starker Erhöhung der Steuer in Betracht kommenden Steuerreformen bat, wobei er besonders hcrvorhcbt, daß dabei der inländische Tabak im fermentirten Zustand zur Versteuerung kommen müsse und daß demselben das gleiche Recht wie dem ausländischen Tabak, nämlich die Möglichkeit steuerfreien Lagers, zustehen müsse. Gegenüber dem in einigen Kreisen der Producenten hervoi tretenden Liebäugeln mit Dem Monopol, welches er kurz charakterisirt, schlägt er eine Erklärung für die Gewichtssieuer tn folgender Form vor: Die versammelten Delegirten halten das durch die Schlußabstimmung der Enquete-Commission empfohlene System der Gewichtssteuer (mit Erhebung der Steuer von fermentirtem inländischen Tabak und Errichtpng von Transttmagazinen) als das Geeignete und Zweckentsprechende. Was die Höhe der Steuersätze anbelangt, so schlägt er folgende Resolution vor: Einführung hoher Steuersätze würde das Steuergewerbe empfindlich ichadigen Die Versammlung empfiehlt daher für die in Aussicht genommene Gewichtssteuer folgende Sätze: Einen Zoll von 42 Mark auf ausländischen Tabak, eine Steuer von 22y2 Mark auf fermentirten inländischen Tabak. Auf Vorschlag des Herrn Thorbecke-Mannheim wird über die beiden Resolutionen getrennt discutirt und die erste Resolution nach kurzer Discussion angenommen. Zur zweiten Resolution bemerkt zuerst Herr Nebelthau-Biemen, daß in der vorberathenden Commisston keine Einigkeit über die vorgeschlagenen Sätze stattgefunden bat; er wünscht, daß die Beschlüsse der Versammlung sich mehr den Beschlüssen der Enquete-Commission anschließen mögen und daß man besonders sich nicht auf bestimmte Zoll- und Steuersätze einlaffen möge, da man dafür wohl eine Majorität nicht aber eine Einigkeit erzielen könne. Herr Noll-Gießen spiicht sich für Annahme der Dlffene'schen Vorschläge ans, Herr Thorbecke-Mannheim spricht sich dafür aus daß man an dem Satze von 42 Mk. als höchsten Satz fefibalten müsse und daß man'seine Verwunderung Darüber ausdrücken müsse, daß dieselbe Regierung, welche im vorigen Jahre 24 und 42 Mk. gefordert, jetzt plötzlich das Doppelte verlangt habe. Siegt der Regierung in Berlin wirklich, wie jetzt fortwährend behauptet wird, der Schutz und die Förderung der Industrie am Herzen, so müsse sie auS dem Enquete-Bericht den • niedrigsten Satz herausgreifen und dessen Annahme vorschlagen. Er meint daß man wenn die Erhöhung auf 42 Mk. die Industrie auch schwer schädigen würde,'dock durch den langsamen Uebergang der Preise, wie er durck Umgehung der Nachversteuerung möglich sei, noch ziemlich gut Darüber hinfortkommen werde. Dr. Barth-Bremen macht darauf aufmerksam, daß man sich bis jetzt in allen Versammlungen sorgfältig gehütet habe, das Verhältniß zwischen Zoll und Steuer zur Discussion zu stellen, weil dabei keine Einigkeit zu erzielen sei. Solche Spaltung müsse man vermeiden, weil sonst alle Beschlüsse der Versammlung an Kraft verlieren. man bedenken, daß, wenn der große Fabrikant auch vielleicht die zur Nachsteuer notwendige Summe aufbringen könne, der kleinere Fabrikant dies gewiß nicht thun könne und deßhalb durch eine Nachsteuer sicherlich zu Grunde gerichtet werde. Wolle er die Tabake wieder in Zollverschluß legen, so muß er sie später zum vollen Satz der neuen Steuer verzollen- Deßhalb würden große und kleine Fabrikanten gleich hart getroffen. Vortbeile von einer Nachversteuerung würden nur Diejenigen haben, welche, in Specu- lation auf die Nachversteuerung, nichts gekauft haben, und Diejenigen, welche Linen Credit haben. Ganz besonders geschädigt würden aber die Arbeiter werden, da eine sehr große Anzahl von Fabriken gezwungen sein würden, ihre Fabriken, wenn auch nur vorübergehend, zu schließen. Wenn man von dem Gewinne der Speculanten spreche, so frage er, ob man die Gesammtheit schädigen solle, um einige Speculanten zu treffen. Wenn man von Rücksicht auf die Pflanzer spreche, so frage er, wer im -nächsten Jabre Tabak kaufen solle, wenn durch hohe Nachsteuer die Abnahme der vorhandenen Vorräthe verlangsamt werden soll Was den vorliegenden Gesetz-Entwurf onbelangt, so wolle derselbe Alles — einheimischen und ausländischen Labak, Blätter, Stengel und Sandgrumpen — gleich hoch nachbesteuern. Daß man in Regierungskreisen selbst wisse, daß viele Objecte die Nachneuer nicht zulassen, zeige die Bestimmung, welche die Vernichtung freistellt. Wie viel Millionen sollen da in Deutschland vernichtet werden? Eine gerechte Nachsteuer würde fünf Jahre dauern, und während dieser Zeit würde alles Geschäft in Folge der Contraktmaßregeln stocken. Das Gesetz zeigt, daß man die Verhältnisse der Tabak-Industrie und des Tabakhandels gar nicht kennt und dies hat einen tiefen Mißmuth in den Reihen der Interessenten hervorgerufen. Es solle nicht nur in einer Petition an den Reichstag, sondern in einem Schreiben an den Reichskanzler dagegen protestirt werden. Er schlägt die Annahme folgender Resolution vor: „Die versammelten Delegirten beschließen, daß gegen eine jede Nachversteuerung als ungerecht, als Eingriff in die staatlich garantirten Rechte des Kaufmanns, als schädigend für Pflanzer, Händler, Producente', und Consumenten unter jeglicher Form auf's Energischeste protestirt werden muß Auf Antrag des Comm.-Rath Gail wird diese Resolution, nachdem die Versammlung dem Herrn T Horb ecke für seinen Vortrag durch Erheben von den Sitzen gedankt, ohne Debatte einstimmig angenommen. Der letzte Punkt der Tagesordnung ist: Berufung einer Delegirten • Conferen, fäm mtlicher deutschen Handelskammern oder Entsendung einer Delegation nach Berlin sobald die Gesetzvorlage der Tabaksteuer osficiell bekannt sein wird. Herr Puls-Frankfurt führt aus, wie der Umstand, daß alle Reichstags-Abgeordneten jetzt mit den allgemeinen Steuervorlagen vorwiegend beschäftigt sind, schädigend auf die Wirkung einer allgemeinen Versammlung wirken würde. Zweckmäßiger würde es sein, wenn in allen einzelnen Kreisen Deutschlands Interessenten - Versammlungen zum Anschluß an die hier gefaßten Beschlüsse ftattsinden und eine Delegation zur Geltendmachung der Beschlüsse nach Berlin gesandt würde. Er beantragt die Annahme folgender Resolution: 1) Der Ausschuß beschließt, von der Berufung einer Generalversammlung vorläufig abzusehen, fordert jedoch sämmtliche Theilnehmer der Versammlung auf, in ihren Orten Jnteressenten-Bersammlungen abzuhalten und die von denselben gefaßten Beschlüsse zum Antrag und bei dem Reichstag zur Vorstellung zu bringen. 2) Der Ausschuß beschließt, nach Berlin eine Deputation von Handels- kammer-Delegirten zu senden, welche in Ausführung der einstimmig gefaßten Beschlüsse vom 6. April 1879 die Aufgabe hat, während der Reichstags- Verhandlungen über die Tabaksteuerfrage die Interessen der Tabakindustrie, des Tabakhandels und der Tabakproduction und der Hilfsindustrien energisch zu wahren. 3) Der Ausschuß fordert die Centralstelle auf, das Gutachten des Prof. Bluntschli, sowie Auszüge aus dem stenographischen Berichte der heutigen Sitzung, insbesondere die Rede des Herrn Thorbecke gegen die Nachsteuer zu vervielfältigen und energisch alle weiteren Schritte bis zur endgültigen Erledigung der Tabaksteuerfrage einzuleiten und unter Mitwirkung der Herren der Handelskammern Mannheim, Gießen, Hanau, Heidelberg und Darmstadt in Vollzug zu bringen. Nachdem diese Resolutionen einstimmig angenommen und als Delegation die inr vorigen Jahre damit betrauten Herren bestätigt, wird die Versammlung mit einem Dank an das Präsidium geschlossen Lokales. Gießen, 7. April. Die auf vergangenen Samstag Abend in WenzelS Garten anberaumte Generalversammlung der nationalen und liberalen Partei wurde gegen 9 Uhr unter sehr schwacher Betheiligung ihrer Mitglieder, durch ven Vorsitzenden Herrn Hofg. - Advocaten Dr. Dtttmar eröffnet. Es wurde oie Rechnung pro 1878 verlesen und zu deren Prüfung die Herren Hauptkajse- buchhalter Burger und Fabrikant K l i n g s p o r erwählt. Die Mitgliederzahl betrug pro 1878 — 598 gegen 603 im Jahr 1877. Der Vorsitzende wies auf die Thätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre zurück und speciell auf die Agitationen bei der Wahl zum Reichstag als auch zum Landtag. Der Präsident theilte ferner mit, daß der Vorstand geglaubt habe, bei der Politik über die heutige Wirthschaftsfrage sich passiv zu verhalten; dies schließe natürlich den angekündigten Vortrag des Herrn Dr. Engelmann nicht aus, obwohl die Versammlung auch nicht berufen sei, Resolution und Beschlüsse darüber zu fassen. Hierauf schritt man mittelst geheimer Abstimmung zur Wahl des Vorstandes und wurden zu Wahlcommiffären die Herren H. H o ch st ä t t e r , Fabrikant K l i n g s p o r und Schellenberg bestimmt. Der Vorsitzende verwahrte sich hierbei gegen die anonyme Anfrage im Gießener Anzeiger und theilte mit, daß nicht der Vorstand den Wahlmodus mittelst Acclamation vorgeschlagep habe, sondern ein Mitglied aus der Versammlung. Den Schluß der Versammlung bildete der angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Engelmann, welcher in manchen Punkten sehr Jntereffantes bot, wofür ihm der Vorsitzende im Namen der Versammlung den Dank aussprach. Daß Ergebniß der Wahl konnte bis dahin noch nicht bekannt gegeben werden und wurde wegen vorgerückter Zeit der gewählten Commission das Weitere in Gemeinschaft mit dem Vorstand übertragen Der Vorsitzende sprach nochmals sein Bedauern über den schwachen Besuch der Versammlung aus, gab sich aber der Hoffnung hin, daß die Mitglieder, falls es erheische die Partei zu vertreten, am Platze sein würden, wovon wir erst im vergangenen Jahre Beweise gehabt hätten. h Gießen, 7. April. Die Tage der Ausstellung des hiesigen Vereins für Geflügel- und Vogelzucht rücken immer näher heran. In der Turnhalle regen sich fleißige Hände zur Aufstellung der Käfige rc Der Catalog der Ausstellung weist über 430 Nummern nach; es befinden sich darunter die interessantesten Vertreter der Hühner- und Taubenwelt, eine große Anzahl von Papageien, Sittichen, ausländische Finken rc.; einige sehr interessante bevölkerte Aquarien, große prachtvolle Käfige, ausgestopfte Vögel u. s. w. Die Kopfzahl des lebenden Geflügels erreicht die bedeutende Zahl von über 800 Stück. Der Loose- vertrieb geht auch recht gut und dürfte der noch geringe Vorrath bald vergriffen sein. Gießen, 7. April. Der Schwurgerichtshof verurthcilte am 5. d. M. wegen Diebstahls : a) den Wilhelm genannt Karl Wolf von Ranstadt zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren, b) den Franz Karl Müller von Großen-Lüder zu einer solchen von einem Jahre und zwei Monat; dagegen wurden wegen Begünstigung und Hehlerei jenes Diebstahls, in Folge des Verdtcts der Geschwornen freigesprocken: 1) Samuel Rosenberg von Groß - Buseck, 2) Georg Schultheis zu Gießen und 3) Johannes Koob von Frieoberg. Berichtigung. Durch ein Versehen beim Umbrechen des Satzes ist unter Annonce Nr. 2259 in letzter Nr. dieses Bl. der Name L. Rothenberger gebracht worden. Herr Rothenberger hat bei fragt. Annonce gar keinen Antbeil.Die Exped. Bekanntmachung. 2306) In unserem Firmen-Register rst beute folgender Eintrag vollzogen worden: Louis Wittich zu Gießen betreibt daselbst seit dem 2. l. Mts. unter der Firma Louis Wittich eine Lederwaarenhandlung. Gießen, den 3. April 1879. Großh. Stadtgericht Gießen. I. V. d. Str.: ______Oppermann._______ 2308) In das Firmen-Register des ui terzeichneten Gerichts ist heute folgender Ein-rag vollzogen worden: Seligmann Kann's Ww , Johanna, geb. Lion von Mainzlar, seitherige alleinige Inhaberin der unter der Firma: I. Kann Sohne zu Mainzlar behiebenen Liqueurfabrik und Brandweinhandlung, — hat dieselbe mit allen Activen unh Passiven ihrem Sohne Adolph Kann übergeben, so daß derselbe als alleiniger Inhaber das Geschäft unter der früheren Firma mit Uebernahme aller Activen und Passiven auf eigene Rechnung weiter führt. — • Die dem Herrn Jadock Kann, Bruder des Adolf Kann, seither ertheilte Procura ist zurückgenommen. Gießen am 1. April 1879. Großherzogl ches Landgericht Gießen. I. V. d. L. Langermann __________Landgerichts Assessor.___ Mittwoch den 9. April d. I., Nachmittags 5 Uhr, sollen 13 Tnebvier-el und Gelände am alten Steinbacher Weg öffentlich verpachtet werden. Zusammenkui.ft am Schützenhos. Gießen, den 7. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2340) A. Bramm. Allgemeine Samstag den 12 I. Mts., Vormittags IP/2 Uhr, sollen von der Zöller'schen Hofraithe die in die Straße fallenden Gebäude auf den Abbruch versteigert werden und zwar: Ein zweistöckiges Nebengebäude mit rauhem Sockelmanern erk. Eichenholz- Fachwerkswänden u. Ziegelbedach «ng, vermittelt 6,40 m lang, 5,25 m breit und bis an's Dach 4,75 m hoch und zwei sich an chließende Stallgebäude ähnlich wie oben, zusammen 8,35 m lang, 2,67 m breit ui d 4 m hoch. Gießen, den 7. April 1879. Grorherzogl. Bürge meistere; Gießen. 2342) A. Bramm. Holzversteigerung. Mittwoch den 16. April 1879 von Vo mittags 9 Uhr an, soll im Londorfer Gemeindew.'ld in den D'stricten Katzengeh g und Hain- ftruth nachverzeichneres Holz versteigert werden. 71 Eiche -Stämme mit 28,00 fm 1 Bi'ken-Stamm „ 0 77 „ 142 Nidel Stämme „ 33 59 „ 769 Na el- Stangen „ 24,07 „ Die Zusammenkunft ist am E ugang in den D'strict Katz ngebeg. Londorf am 5. April 18*9. G'vßherzogl. Bürgermeisterei Lom orf. 2327) Weber. Donnerstag den 10. April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Gcricke'schen Laden im Hause des Herrn Julius Bach am Seltersweg dahier eine Partie Knöpfe, Schnallen, Borden, ein großer Standspiegel, ein Zuschneidetisch, ein Schreibpult, eine elektrische Schellenleitung und sonstiges Ladenmobiliar öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 7. April 1879. 2322) M. Pilger, Massecurator. r Anzeiger. Hokzverflkigemng in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms. Dienstag den 13. d. M., soll in den Districten „(56e rflein' und ,,Helfh 0 lz" nachstehendes Gehölz versteigert werden: (2319 56 Rmtr. Buchen-Schkitholz 228 „ „ Prügelholz 124 „ „ Stockholz 10430 Wellen „ Reisdolz 1600 „ Kiefern-Retsholz 13 E'chen-Siämme mit 6,07 fm 20 Stück E'ch n-Sicmgen. Die Zusammenkunft und der Anfang brr Versteigerung ist Morgens 9 Uhr mdemD^str'ct , Eberstein', zu- ächst ter Ob.rmühle und wird die Versteigerung gegen 10Ubr indem Distr'ct „ H e l f h 0 l z" Äbtheilung Multe bei dem sognannten Pfann» kuch^nbörnchen, fortgesetzt. Ho den so l ms am 5. Äpril 1879. Fürstliche Oberfö sterei Hohensolms. MühlenUersteigerung. Dienstag den IS. April d. I., Vormittags 10 Uhr, soll die in der Gemarkung Hungen gelegene Untermüble nut den hierzu gehörigen Grundstück n: 806 M- Hofraithe die Untermühle 6794 „ „ Grab und Gcasgarten 1581 „ „ Wiesen 23343 „ „ Ackerland auf hiesigem Rathhaus öffentlich versteigert werden. Bemerkt wird, daß der größte Theil der Grundstück? in der Nähe der Mühle belegen ist. Hungen am 4. April 1879. Der Vorsteher Großherzoglichen Ortsgerichts Hungen. 2316) Bender. Holzverfteigerung im Gemeindewald von Volpertshausen Mittwoch den 16. d. Mts., von Vormittags präcis 8 Uhr ab, und roei n erforderlich den folgenden Tag. Es werden versteigert: 4 Eichenstämme I. El., — 13,65 Festmtr., 9 Eichenstämme II. El., — 15,29 Festmtr., 70 Eichenstämme III. El., = 38,76 Festmtr., 45 Eichenstämme IV. El-, = 7,91 Festmtr., 205 Nadelholzstämme III. u. IV. El-, — 14,45 Festmtr-, 306 Nadelholzstangen I bis III. El., 9 Rmtr. Nutzholz, 105 „ Eichen- , Buchen- und Kiefern-Derbholz, sowie 243 „ Retser. Mit dem Stammholz wird begonnen und dasselbe jedenfalls am 16. verkauft. Groß-Rechtenbach, 4. April 1879. Das Bürgermeister-Amt. 23! 3) Hardt. 2310) la. Eier 5H p. Stück, im Hundert billiger, frische Butter zum Wochenpreise empfiehlt W. Heuser, vorm. Fr. Bieler. Daumwollne Strümpfe u. Längen von 30 Pf. an, sowie Glacc-su. Sommerhandschuhe in großer Auswahl bei 232h) Ph. Schlatter« 2335) Schutt kann gegen Vergütung abgcladen werden bei ______________A. Hoß, Schießgärten. Bestes Waizenmehl, „ Blüthenmehl, la. amerik. Schmalz ä Pfd. 50 H empfiehlt (2309 W. Heuser, vorm. F. Bieler 2304) versteigert: u m m e t R a e r- 2645 475 117 Dorn 9—18 28-42 „ H 10 Joseph, Forstaccesfist. 2338) lichst ein. 5 Der Vorstand. 2317) 5 6 7 (2311 ii ii ii Um Reichensandstraße. Verantwortliche Redaction: 21. SLey da. 5 5 405 407 150 9660 6,33 1 04 15 16 . 266 282 15 16 18 228 Etchen- Nadel- Stockholz Reiser 13 264 25 2 1 451 12 1745 277 384 40 4 9 Der Vorstand. M. Hombergen werden: 837 Rmtr. 2323) An- abzugeben. 310 ( 311 ( 315a 2006) 5 Zimmer, Küche rc. im 1. Stocke, gleich beziehbar, zu vermiethen. Zöller, Neustadt. Etchen-Scheitholz „ Prügelholz. Vermischte Anzeigen. 2339) Einige Aecker und eine Wiese im Neuenwegerseld sind zu verpachten bei Louis Kammerer Löw. Flur. 5 Ieilgebotenes. 2334) Schöner Bux zu haben Sandgasse I>. 16o. Die Zusammenkunft ist des Morgens 9 Uhr am Fretenseenersußpfad. Laubach am 5. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Laubach. 2320) Ritter. Donnerstag den 10. April, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht auf freiwilliges Ansuchen der Christian Bellof Wittwe und Kindern die denselben gehörigen Grundstücke meistbietend versteigert werden: Holzversteigerung in den Waldungen der Stadt Laubach. Donnerstag den 17. April I. I. sollen in dem Dlstrict Freiei seener Weg, nachstehendes Holz versteigert in ver Restauration Schnell. Tagesordnung: 1) Berichterstattung. 2) Rechnungsablage. 3) Statutenabanderung. 4) Vorstandswahl. zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Der Vorstand. und Abmeldungen find bei Herrn Goldarbeiter Carl Brück jetzt an in der Irankfurterstrahek.il ^ofjoerjletgeruiiß in der -Vbersörstcrei Dchiffenberg. ctn t>em Domauialwalb de- Distrtc.e Dörnerg.uud, Buchende^, 2Sach- holderha.de, Unterwalb, Brauh.s, Sch.ffenberg und F.chtenbaum weeeen Weide, Vr2., >/r3 Klasse, gibt 1 ft. 44 Kr. Rente, 276 2950 Acker auf die kleine Weide, V22., Va3 Klasse, 94 2687 Acker auf der Hohleiche, Nr. 261 Bürger - Gesellschaft. Mittwoch den 9. April, Abends präcis 8'/r Uhr: General-Versammlung „ 13-45 „ 14-42 4 rm Etchennutz Scheitholz. Die in den Abtheilungen Brauhof, Schiff.nberg u-n F.chtenbaum lager ten Laubholzstämme und Stangen sow e die Etchennutzscheilec wollen Die Steig- liebhaber vorher einschen. Diese Sortimente kommen im Lause der Ve.- steigerung gegen 12 Uhr zum Ausgibor. Zusammenkunft an beiden Tagen an dem Witz nborner Weg an dem Uebergang über die Eisenbahn, Vormittags 8V2 Ahr präelH. Gießen, den 7. April 1879. Großherzogliche Obersörsterei Schiffenberg. I. V. d. O : Einen Lehrling sucht Conr. Jos. Keller (Puloermühle) Gute Sckulkenntnisse gefordert. (2345 2. Klasse. Gießen, den 3. April 1879. I A.: Großh. Ortsgericht Gießen. 2233) Müller. 2332) Den verehrlichen Damen Gießens mache hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich einen “ Salon zum Frisiren errichtet habe und erlmbe mir, meine Frau als sehr gewandte Friseuse, im Frifiren, sowie Anfertigung aller in das Damenfach einschlagendeu Haararbeiten zu empfehlen und bitte daher um geneigtes Wohlwollen. ö ' Hochachtungsvoll n. Flank, Friseur. am 13., 14. und 15. April Dienstag den 15. April, Abends 6 Uhr, große Verloosung. Das Ausstellungslocal ist von Morgens 9 bis Ab nds 6 Ubr geöffnet- Entree 30 H, Kinder 20 Kataloge 20 Gewasserten Labberdau u. Sloikfisch empfeh en (2344 I. A. Buscb Söbne. 2514) Wir liefern in Wagenladungen bahnfrei Gießen: Buchenscheitholz P. Rmtr. 7.80 Buchenprügelholz „ „ b.50 Tannenholz, kurzgeschintten und gebellt p. Ctr. /6 Gebr. Wallach, Alsfeld. 2337) Täglich frische Milch, Dickmilch, Sauer und Süßen Nahm st ts zu haben bei Frau Familienlogis sofort zu Der= miethen. I Thoma- Schiffenbergerweg. 2159) Mansardenlogis zu vermiethen und gleich zu beziehen. _______Carl Herbert, Nahrungsberg. 2291) Zwei möblirte Zimmer zu oer- miethen bei Ludwig Geißler Ww. 2170) Möblirtes Zimmei zu vermiethen bei Backer Kuh.., Kreuz. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu ocr- miethen.___________Sonnenstraße V. 65. 2222) Zn meinem Hause auf dem Seltersberg wird alsbald e.n schönes Logis — 3 Zimmer, Cabinet,Küche, HoU- u Kohlen- Nemise, geraum, trockener Keller und son- ftiges Zubehör — verbunden mit Garten- Vergnügen und besonderen Annehmlich- keiten, frei.________________-3. Pascoe. 2258) Ein Famllienlogs zu vermiethen. Ad. Hilgartncr, Gartf ld 219,6 ”2278) tzin möblirtes Zimmer mit anstoßendem Schlascabinet, schönem geräumigen Pserdestall mit Futterspeichcr und einem Burschensimmer, alles in angenehmer Lage außerhalb der Stadt, per 1. Mai zn vermiethen. Näheres durch die Erped. d. Bltts.___________________________ 2194) Ein Familienlogi» zu v r- miethen im Darmstadter Hau-, Vorderhaus.______________ 2032) Fein möblirte Zimmer zu vermiethen._______Weinsaal. 2239) Das seither von Herrn Fabrikant Georgi bewohnte Logis ist per 1. Juni anderweit zu vermiethen. ______ Karl Bergmann, Gartfeld. 1415) Eine Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern, Küche, Keller rc. im 3. Stock ist zu vermiethen. Kaplansgasse 218. Näheres bei Herrn Photograph F. Gerbod e. ____________________ 426) Die Wohnung des Herrn Proiessor Dr. Seuffer t ist wegzugshalber per 1. April d. I. ganz oder getrennt zu ver- miethen.__G^ffe. 2154) Ein möblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen im Hause des Herrn Böger, Gartfeld Nr- 118. 2331) Gute Erdfarben-Berechtigungen (Ocker rc.) werden zu kaufen oder auf längere Zeit zu pachten gesucht. Anerbietungen unter Chiffre A. B. 4 besorgt die Exped. d. Bltts._______________________ 2341) Meine Wohnung nebst Geschäftslocal befinden sich von Buch-n-Skamm " 56 cm Durchm. unv 11 m Sänge = 2,76 fm Nadel-Derbstangen v. 7-12 cm Durchm. u. 7-15 rn Lange = 40,391m Eschen „ „ t> , „ »3-10 „ „ = 0,83 „ Nadelreisstangen „ 2— 7 „ „ „ o d „ », " 2328) Uni er m lieben Freunde § . . . . g I..ker ZU seinem heutigen Wiegenfeste ein drei' faches Hoch!____________B'üderschaft. 233u) Bei dem Unterzeichneten sind 2 Lehrlingsstellen zu besetzen. S. Bock «fc Co. Oskar, mer hawwe’s Hundche k 2177) Ein Junge wird nach Ostern in die Lehre gesucht von ________________Bäcker Steinberger» 2324) Ein ordentl. sauberes Dienstmädchen auf den 23. d. M. gesucht- _______Jul. HooS, Martplatz. 2321} Einen braven Jungen sucht in die Lehre Tapezierer P. Hollmann. W «etzaetb «prdit Dl wkggkfaller Gi Di Nr. 2 zur G i Wenn dem dcnnick daran denke mit Beibeh ßtotifel mi: Jmand im M das $rotu(te feil keinen dem । fHT «ün^n „Töchter od deö betr. alltldings 1 schließlich n Daß die B unehrlich" Zunft gesta! der mit der oder aus ei mungen alt vernünftiger Innungen l rufen foOe, tionen war W gehen, q Gefell zusa! I- Die Bei 3n et * bei den bie Lehre a Ugen Brruf ?lt gegen | Mwft i Mtet au *• ttQ| T 1“ HeOfr »tkiiech,, “■Dl,, die Und 4 8 i’"’’1 Nb ® “8liebe t..s x