Str. 57. Samstag, den 8. März 1879. Kichcmr Anzeiger Aiijeigc- 816 Amtsblatt fit bei Kreis Gießen. 8te» Atttai» tmr emi t GrpedittonSbnresu r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringettohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeil. m , Gießen, am 6. März 1879. Betreffend: Gesetz vom 25. Juni 1868 über Quartierletstung für die bewaffnete Macht während des Frtedenszustandes; hier Rachweisung über die Belegungsfähtgkeit der einzelnen Ortschaften im Großherzogthum. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien -es Kreises. Die baldige Erledigung unseres in dem Amtsblatt vom 29. Januar l. I. enthaltenen Ausschreibens in obigem Betreff bringen wir in Erinnerung. ___________________________________Dr, B o e k m a n n._____________________ Pfarr-Conferenz. Mittwoch den 12. März: Psarr-Conserenz. Besprechung über einige Gegenstände, die bei der Synode zur Verhandlung kommen. Lang-Göns, den 6. März 1879. Strack, Dekan. Zur allgemeinen politischen Lage. Die Schwierigkeiten, auf welche die Ausführung der bisher noch nicht ins Leben getretenen Bestimmungen des Berliner Friedens stößt, mehren sich. Die Frage der griechischen Grenzberichtigung macht keinen Schritt weiter. Die Pforte hat zwar auf die dringenden Vorstellungen Frankreichs neue Vorschläge zu machen versprochen, die griechischen Commiffare warten indeß bisher vergeblich auf solche und lasten sich nur durch die Bitten der fremden Consuln bewegen, noch länger in Prevesa zu bleiben. Voraussichtlich werden auch die neuen Vorschläge der Pforte Griechenlands Ansprüche nicht befriedigen. Noch bedenklicher gestaltet sich die Lage der Dinge in Ostrumelien. Zahllose Schaaren bulgarischer Flüchtlinge folgen den abziehenden russischen Truppen, aus Furcht, von den fanatischen Muhantt dauern mißhandelt zu werden. In Adrianopel hat nicht nur ein blutiger Conflict zwischen Bulgaren und Griechen, sondern auch ein Demonstrationsversuch bewaffneter Bulgaren vor dem englischen Consulat stattgefunden. Die Abgeordneten aus Thracien und Macedonten haben bet der in Tirnova tagenden bulgarischen Nationalversammlung mit ihren Forderungen wenigstens soviel Anklang gefunden, daß dieselbe eine besondere Commission zur Prüfung ihrer Wünsche eingesetzt und beschlosten hat, ein Memorandum darüber an die Mächte zu richten. Rechnet man dazu noch die Ausschreitungen, deren sich albanesische Banden jüngsthin auf serbischem Gebiet schuldig gemacht haben, so muß man gestehen, daß der Stand der Dinge südlich vom Balkan von Ruhe und Sicherheit noch weit entfernt ist. Merkwürdiger Weise thut Rußland dem Anschein nach Alles, was in seinen Kräften steht, um Ruhe und Ordnung nach den Abmachungen des Berliner Vertrags herzustellen. Es hat die Ruhestörungen in Adrianopel mit Gewalt unterdrückt und Fürst Dondukoff-Korsakoff hat es den Abgeordneten aus Thracien und Macedonien nicht gestattet, sich mit denen aus Bulgarien zu vereinigen, sie vielmehr ausdrücklich auf die Nothwendigkeit, sich dem Berliner Frieden zu fügen, hingewtesen. Kaiser Alexander soll sogar den General Tschernajeff, der nach Macedonien gezogen war, um sich an die Spitze des Ausstande« zu stellen, zurückberufen haben. Niemand glaubt indeß, daß Rußland darum seine bekannten Pläne in Bezug auf das Land südlich vom Balkan definitiv aufgegeben hätte. Allgemein ist vielmehr die Ansicht verbreitet, daß es sein Ziel fortan auf diplomatischem Wege zu erreichen suche und sich nur deshalb gegenwärtig möglichst friedfertig zeige, um die Mächte günstig für seine Wünsche zu stimmen, möchte es doch auch die wichtige Angelegenheit der Balkanpäffe, welche dem Berliner Frieden zufolge bekanntlich von den Türken besetzt werden sollen, anders geordnet wissen. In der That verlautet denn auch neuestens schon, der Gedanke, gewisse Puncte des Berliner Vertrages durch eine neue Conferenz von Vertretern der Mächte regeln zu lassen, habe an Aussichten gewonnen, England sich gar schon bereit erklärt, an einer solchen Conferenz Theil zu nehmen. Zeit und Umstände sind für die Ausführung dieses Gedankens offenbar nicht ungünstig. Zwischen Rußland und England, den beiden Hauptgegnern, bereitet sich allem Anschein nach eine radikale Aenderung der bisher durch Mißtrauen und Feindseligkeit verbitterten Beziehungen vor, darauf deutet u. A. der Wechsel in der diplomatischen Vertretung Englands am russischen Hofe wie bei der Pforte hin. In einem Augenblick, wo die englische Regierung zu der Einsicht gelangt, daß Oesterreich auf der Balkanhalbinsel seine eigenen, von denen Englands verschiedenen Interessen verfolgt, wo sie zumal merkt, daß ste in Aegypten mit einem mächtigen Rivalen zu thun hat, der sich die Herrschaft über dos Mittelmeer unter keiner Bedingung noch mehr als bisher beschränken lassen will, hat sie wahrlich Grund genug, die Hand der Versöhnung, die ihr von russischer Seite geboten wird, zu ergreifen und die bisher umerledigten Fragen mit dem alten Gegner gemeinsam auf freundschaftlichem Wege zu lösen. Der Empfang Lord Duffertns auf seiner Reise nach Peters- bmrg seitens des Kaisers Wilhelm und des Fürsten Bismarck, sowie der Besuch, b«n der deutsche Kronprinz gerade jetzt in England abstattet, läßt ahnen, daß gegenwärtig etwas Wichtiges hinter den Coultffen vorgeht. Hoffentlich erfolgt daraus der Beitritt Englands zu dem Dreikaiserverhältniß und damit eine dauernde Befestigung des Weltfriedens._______________________________________ Deutschland. Darmstadt, 5. März. Unterm 22. v. Mts. ist seitens des Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, mit Bezug auf die in Nr. 15 der „Darmstädter Zeitung" erstes Blatt, enthaltene, auch durch die amtlichen Organe der Großherzoglichen Kreis- ämter zur öffentlichen Kenntniß gelangte Publikation, eine Verfügung an die Großherzoglichen Stadt- und Landgerichte in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen ergangen, worin die Anforderungen, welche an die Bewerber um die mit dem 1. Octo- ber l. I. zu besetzenden Gerichtsoollueherstellen aemacht werden, näher präcisirt sind. , . D'p Großh. Stabs- und Landgerichte sind angewiesen worden, den Personen, welche von ihnen Auskunft über jene Anforderungen uno besonders über den Umfang der zu bestehenden Prüfung wünschen, nach Maßgabe der ergangenen Verfügung Rath und Belehrung zu Theil werden zu lassen. Darmstadt, 6. März. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Heinrich, Generalmajor und Commandeur der 16. Kavallerie-Brigade, ist mit der Führung der Großherzoglichen (25.) Division beauftragt, Generallieutenant v. Wichmann, seither Commandeur der Großherzoglichen Division, in gleicher Eigenschaft zur 16. Division nach Trier versetzt worden. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer beantragt, nach einem von dem Abgeordneten Schröder desfalls erstatteten Bericht, die Kammer wolle ihre Zustimmung ertheilen, daß den.Großh. B eam ten und Bediensteten der Main-Neckar- Ei seb ahn die denselben schon länaer gewährte Gehaltszulage von einem Sechstheil nunmehr dekretmäßig verliehen werde. — In einem von dem Abgeordneten Kugler erstatteten Nachttaasbericht über den Hauptvoranschlag der Staatsausgaben für die Finanzperiode 1879—82 beantragt der Finanzausschuß, 1) von den unter der Rubrik „Kulturtechniker" eingestellten 14,000 M. a. für Gehalt eines provisorisch anzustellenden Kuliuringenieurs mit 2600 M., b. für Burcaubedürfnisse, Reisekosten und Vermesfungsarbeiten 3000 M. definitiv zu verwilligen; 2) Großh. Regierung zu ersuchen, diesen Ingenieur zu beauftragen, sofort eine summarische Aufnahme über die kultur- bedürftigen Flächen und Zusammenstellung der etwa sofort zu lösenden Aufgaben anzufertigen und den Ständen von dem Resultat der Aufnahme demnächst Kenntniß zukommen zu lassen; 3) die Entschließung bezüglich der unter Beschränkung weiter eingestellten 8200 M. bis zur Beschlußfassung über die Gesetzvorlage in Betteff der Landeskulturrentenkasse vorzubehalten. (D. Ztg.) Berlin, 5. März. Der Congreß der Tabaks-Interessenten Deutschlands setzte gestern seine Beralhunqen über die Tabakssteuer fort und berührte in langen ermüdenden Debatten alle Gesichtspunkte, die bei dieser schwierigen Frage vom Standpunkte der Tabaks-Producenten, Fabrikanten und Händler in Betracht kommen. Natürlich ergab sich ein ziemliches Durcheinander von Anschauungen und Gedanken über das, was der so weit ausgedehnten Tabaks- Industrie frommt und welche Gefahren aus der projecttrten Tabakssteuer für die gesammte Industrie erwachsen werden. Am kräftigsten klangen die Klagen derjenigen Redner hindurch, welche sich auf den Standpunkt der absoluten Negation auch jetzt noch stellen, d. h. sich gegen jede Tabakssteuer, gegen jede Nachverfteuerung und gegen jede Lizenzgebühr aussprachen. Minder radicale Redner konnten sich dagegen der Ansicht nicht verschließen, daß das Reich Geld gebrauche,. und daß zur Aufbringung desselben auch die Tabakstndustrte beisteuern müsse, daß aber eine mäßige Tabakssteuer nur im Rahmen einer allgemeinen Steuerreform zugestanden werden könne. Wieder andere Redner wendeten sich mit Entschiedenheit gegen das Tabaksmonopol und noch energischer gegen hohe Gewichtssteuer, die schlimmer sei, als das Monopol selber, während ihnen gegenüber die Ansicht stand, daß, falls überhaupt eine Steuer beschlossen werden sollte, das Monopol mit angemeffener Entschädigung schließlich noch das Bessere wäre. — Vier verschiedene Resulutionen gaben diesen verschiedenen Anschauungen Ausdruck, die Versammlung gab jedoch schließlich ihr Votum in folgender Form ab: „Die Versammlung protesttrt prinzipiell gegen jede Erhöhung der Tabaksteuer, sowie gegen jede Nachversteuerung und würde einer mäßigen Erhöhung nur im Rahmen einer allgemeinen Steuerreform zustimmen. — Die projecttrte hohe Steuer würde ein Monopol für wenige Großindustrielle schaffen und ebenso verwerflich sein, als das Monopol selbst." Die Versammlung setzte sodann zur Geltendmachung dieser Beschlüsse ein auS den Herren Kohlweck, Ketlpflug, Ury, David Cohn und Reißner bestehendes Comit6 Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Eorrespondenr-Burea«. Petersburg, 6. März. Der seithertqe britische Botschafter Loftus verabschiedete sich gestern vom Kaiser. Der Minister des Innern hat der Petersburger Deutschen Zeitung den Straßenoerkaus entzogen. — Ein Telegramm der internationalen Telegraphen-Agentur aus Taschkent vom 5. ds. meldet: Nach dem am 21. Februar zu Mazarischeriff erfolgten Tode Schir Ali's brach daselbst ein Ausruhr aus, aus welchem Jakub Khan als Sieger hervorging. Als Prätendenten für den erledigten Thron Afghanistans werden außer Jakub Khan gerüchtweise auch Schir Ali's Sohn Ibrahim Khan und Schir Alts Enkel Achmed Khan bezeichnet. — General Graf Loris-Melikoff telegraphirt aus Astrachan vom 5. d.: In Wetlianka starb ein 14 Monate alter Knabe an der bräunigen Lungenentzündung und Ruhr, welche sich aus einer zweimonatlichen chronischen Krankheit entwickelten. Die Section durch den österreichischen Pros. Dr. Biesiadecky im Beisein von Dr. Krasiowskt und anderer russischer und ausländischer Aerzte bestätigte diese Diagnose. — Die Russische Petersburger Zeitung meldet: Gestern habe Professor Levin aus Berlin die Wyliesche Klinik besucht und den daselbst befindlichen Prokoffjeff untersucht, jedoch keinerlei Anzeichen syphilitischer Erkrankung gefunden. Berlin, 6. März. Der „Reichsanzetger" meldet: Amtlichen Nach- rlchten zufolge haben sich in den Dtstrtcten Smyrna, Salonicht, Cavalla, Varna, nieder und der stellvertretende Vorsitzende, Herr Keilpstug, schloß sodann gegen 1 Uhr den Congreß. , , , , , — Der bevorstehende Abzug der Ruffen aus Bulgarien bringt bereits bedenkliche Erscheinungen zu Tage. Wie zum Beispiel aus Abrtanopel ge- meldet wird, herrscht dort noch immer eine so bedeutende Aufregung, daß die Wohnung Reuf Pascha's und die Residenz des griechischen Metropoliten D'v- nysius Tag und Nacht von russischen Militär-Detachements bewacht werden muffen. Auch ein Versuch bewaffneter Bulgaren, vor dem englischen Consulat zu demonstriren, ist durch russische Militär-Patrouillen vereitelt worden. Die russischen Autoritäten wurden durch anonyme Anzeigen von dem in den Kreisen des bulgarischen Pöbels ventilirten Plane benachrichtigt, den griechischen Erzbischof unter den Fenstern der Wohnung Reuf Paschas aufknüpfen zu wollen. Ein dem General Totleben direct zugegangenes Telegramm des Kaisers Alexander befiehlt demselben, die an dem A'tentate gegen den griechischen Erzbischof Schuldigen exemplarisch bestrafen zu laffen. Infolge deffen ist General Stolypin mit dem russischen Krlegsgerichts-Prokurator Mordwinoff in Adrianopel eingetroffen. Bisher sind 16 Thetlnehmer an dem Attentate eruirt und in Hast gebracht. Unter diesen sind aber der größere Theil Griechen. Die russischen Räumungs- und türkischen Vorrückungs Bewegungen sind conoenttonell derart geregelt, daß die türkische Avantgarde bei der Vorrückung dieselbe Distanz eiuhält, welche die russische Arrtere-Garde bei ihrem Rückmärsche zurücklegt. Die Commandanten der vorrückenden türkischen Truppen, Mehrmed und Selauu Pascha, wirken überall unermüdlich, um die Bevölkerung durch Zusicherung der vollsten Sicherheit und verschärfte Disciplin und Mannszucht ihrer Truppen zu beruhigen. — Im Reichstag vermehrt sich die Zahl der freihändlerischen und schutz- zöllnertschen Petitionen für oder gegen die Wirthschaftspolitik des Reichskanzlers, resp. die in Aussicht genommene Belastung gewiffer Rohproducte und Jndustrie- Erzeugniffe mit Eingangszöllen. So sind auch Petitionen von württembergischen Schuhwaaren-Fabrikanten mit vielen hundert Unterschriften im Reichstage ein- gebracht worden, welche gegen jede Erhöhung des Zolls aus Leder, spectell das amerikanische, Verwahrung einlegen. Es wird darauf htngewtesen, daß vom Auslande Repreffalien ergriffen werden würden, wodurch die Hauptabsatzgebiete der württembergischen Schuhmacherei (Schweiz und Savoyen) bedroht werden könnten. Die betreffenden Petitionen sollen demnächst veröffentlicht werden. Gesterrelch. Pesth, 5. März. In der österreichischen Delegation antwortete Gras Andraffy aus verschiedene Fragen: Die staatsrechtliche Stellung der occupirten Länder werde, wenn der Zeitpunkt herangetreten, von den beiderseitigen Legislativen bestimmt werden. Heute wäre eine Discussion hierüber nachtheilig. In Betreff Novtbazars handle es sich nicht um eine Occupatton, sondern um bloses Garnisonsrecht in einzelnen Orten unter Aufrechterhaltung der türkischen Herrschaft. Von einem Aufgeben dieses Rechtes sei keine Rede; aber die Regierung habe auch gegenwärtig keine Veranlaffung, die Ausübung dieses Rechtes zu beschleunigen, das in voller Freundschaft mit der Türkei ohne wesentliche Opfer vollzogen werden solle. Rußland fordere die Mächte in Betreff der Grenzfrage auf, an die Delimitations-Commission detaillirte Instructionen zu erlassen, doch sei die Revision des Berliner Vertrages von keiner Seite ange-' regt worden und würde auch von keiner Seite angenommen werden. In der Arab-Tibia-Frage sei allerdings eine definitive Lösung durch die Botschafter- Conferenz in Aussicht genommen, worüber verhandelt werde. Ein positiver Antrag wegen Aushebung der Beschränkung, daß der Gouverneur von Ost- Rumelien Christ sein müsse, sei nicht gestellt worden. Die Bulgaren verlangten auch die Balkanabhänge zur Sicherung ihrer Defenstostellung. Die Frage werde eben dem Studium der Delegations-Commission vorbehalten. Eine Botschafter-Conferenz in Berlin sei von keiner Seite angeregt worden. ArarrLreich. Paris. Aus Paris, 28. Februar, wird der Wiener Montags- Revue geschrieben: „Der Sohn Napoleon's III. hatte schon im vergangnen Somuter den Wunsch, einem Feldzug beizuwohnen, und eines der Motive der Anwesenheit der Kaiserin Eugenie in Wien war, von Kaiser Franz Josef die Erlaubniß zu erlangen, daß ihr Sohn den bosnischen Feldzug in der österreichisch-ungarischen Armee mitmache. Einige Details und Etiquette-Schwierig- keiten verzögerten die sofortige Verwirklichung dieses Planes und als dieselben endlich gehoben waren, hatte der Feldzug bereits einen so glücklichen Verlaus genommen, daß der Prinz all das Lehrreiche, das er sich davon versprochen, nicht mehr erwarten zu dürfen glaubte und ganz darauf verzichtete. — Bekanntlich hat der Prinz von Wales sich zur Pflege seiner Gesundheit nach Pau begeben. Er reiste incognito und hielt sich in Paris nur kurz aus. Nach der Versicherung eines Augenzeugen hat das Aussehen des hohen Gastes sich seit dem Schlüsse der Ausstellung bis zur Unkenntlichkeit verändert." Rustschuk und Adrianopel keine pestverdächtige Symptome gezeigt; die Gesund- heilsverhältniffe der dortigen Bevölkerung sind durchaus normal. — Die Budget-Commission des Reichstags lehnte den für das Gebäude des Reichsgesundheilsamtes geforderten Betrag von 312,000 JC. gegen acht Stimmen und die für Ankauf der Casa Zuccast in Rom geforderten 325,000 Jl. einstimmig ab. Für den Retchs-Oberanwalt wurden anstatt des beantragten Gehaltes von 15,000 nur 14,000 bewilligt. Kairo, 5. März. Die Mmisteikrisis ist nunmehr beendet. Der Erbprinz Tewfik übernimmt das Präsidium des Ministerkonseils, Nubar Pascha das Ministerium des Aeußern. Bezüglich der Gründung der neuen Nationalbank sind Verhandlungen zwischen der egyptischen Regierung und der anglo- egyptiscken Bank etngeleitet. Berlin, 6. März. Der „Reichsanzeiger" meldet: Eine Bekanntmachung des Reichskanzlers beruft die ordentliche Generalversammlung des Reichsbank- antheilseigner auf den 26. März nach Berlin ein zur Entgegennahme des Derwaltungsberichts nebst der Bilanz und Gewinnberechnung pro 1878 und zur Vornahme der für den Centralausschuß nöthigen Wahlen. — Heute Mittag fand eine Plenarsitzung des Bundesraths unter Vorsitz des Ministers Hofmann statt. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Besetzung der Stelle des Unterstaatssecretärs im Reichsschatzamt wird gutem Vernehmen nach bis zur Berathung der Steuervorlagen im Reichstage erfolgen. Der Entwurf des Tabaksteuergesetzes wird in Kurzem als preußischer Antrag dem Bundesrath zugehen. Die Einbringung im Reichstag dürfte noch vor Ostern erfolgen. Die Tarif-Commission hofft ihre Arbeiten in dritthalb Wochen zu beendigen; über die bezüglichen Vorlagen dürste der Bundesrath noch vor Ostern sich schlüssig machen und die Einbringung derselben im Reichstag kurz nach Ostern erfolgen. Kopenhagen, 6. März. „Dagebladet" bezeichnet die umlaufenden beunruhigenden Gerüchte, betreffend die Beziehungen zwischen Dänemark und Deutschland, sowie bezüglich angeblich von deutscher Seite gestellter Propo- sitionen und Forderungen als unbegründet. Das Blatt erfährt aus guter Quelle, die dänische Regierung habe sich mittelst einer sehr gemäßigten Rote in Berlin hinsichtlich der Tendenz des Vertrages vom 11. October erkundigt, indem es nahe liege, anzunehmen, daß Preußen durch den Vertrag sich nur von der internationalen Verpflichtung und von den im Art. 5 des Prager Friedens vorgeschriebenen Modalitäten befreien wollte. Die dänische Regierung habe daher geglaubt, daß der Vertrag nicht beabsichtigte zu verneinen, daß dieselben Rücksichten, welche Preußen bestimmt hätten, sich auf Retrocession eines Theiles von Nordschleswig einzulaffen, noch beständen. Bei Uebermitte- lung der Note in Berlin habe ein mündlicher Meinungsaustausch stattgefunden; eine schriftliche Erwiderung sei demnächst zu erwarten; keinerlei Grund aber sei, zu glauben, daß die Beziehungen beider Staaten dadurch beeinflußt würden. Serajewo, 6. März. Die muhamedanischen Flüchtlinge aus Nicfic kehrten heute ebendahin zurück; seitens der Regierung wurden denselben Trans- portmtttel zur Verfügung gestellt. Wieu, 6. März. Meldung der „Pollt. Corresp." aus Konstantinopel. Lobanoff bemüht sich energisch, die Pforte zu diplomatischer Intervention ber den Berliner Signatarmächten wegen eventueller Einsetzung eineS europäischen Gmeralgouoerneurs in Ostrumelien zu veranlassen, hatte aber bisher, ungeachtet einer gewissen Annäherung zwischen Rußland und der Türket, keinen Erfolg. In Macedonien ist die Spannung zwischen Bulgaren und Griechen im Wachsen ; Colltstonen werden als unausbleiblich betrachtet wegen der demonstrativen bulgarischen Propaganda gegen die Abtretung von Janina an Griechenland. Die Bulgaren pakttren offen mit den Albanesen in Epirus und bieten letzteren bewaffnete Hülfe an. Madrid, 6. März. Marschall Serrano ist hier angekommen und hatte eine Unterredung mit dem König. t . Neapel, 6. März. Die Verhandlung im Proceffe Paffanante hat heute begonnen. Der Schwurg-richtssaal und die Zugänge zu demselben sind dicht besetzt. Bei Verlesung der Anklage zeigt Paffanant« eine feste Haltung und lächelnde Miene. Die von dem Angekiasten herrührenden, in der Sitzung verlesenen Schriften enthalten verworrene Ideen und fordern ein eigene« R-> aierungssyst-m, deffen Grundzüge Paffanante entwickelte. Der Eintritt Eairoli« und Degtovanuis erregt Sensation. Dieselben sagen einfach über den Vorgang bei dem Attentat aus. Sodann folgen da« Verhör des Vaters des Ange- klagten, seiner Quartiersfrau, des Verkäufer« des Mordmeffer« und auderer Zeugen, woraus die Sitzung geschloffen ®itk „ . . . Pesth, 6. März. In der heutigen Sitzung des Budget-Ausschuffts der österreichischen Delegation sprach Graf Andraffy des Längeren über di- Som- petemfrage in Angelegenheit der Administration Bosniens un> der Herzegowina Er erklärte, es sei di- Aufgabe beider Regierungen fich über diesen Gegenstand zu einigen. In einer g-wiff-n principiellen Rtchtunz seien die- selben auch schon einig, entweder durch formelle Erklärung oder durch eine Bill ad hoc eine Lösung der noch offenen Fragen in Angelegenhetteo Bosniens den legislativen Körperschaften vorzuschlagen. Destnitive Maßnahmen wären dabei natürlich ausgeschloffen und ganz d-n L-gt-lationen Vorbehalten. Reichs- finan, Minister Baron Hoffm.nn erklärte di-Z-ttungsnachncht daß d,-b°sn,sch- Commifston zu -xchiren aufgchört und er die Comp-tenz-n derselben hätte, für vollständig unbegründet. Di- Eommisffon, welche ein berathendes Organ der gemeinsamen Regierung sei, bestehe nach wie vor in ihrer früheren Zusammensetzung fort. _ Lokales. cutfcen, 7. Marz. Aus ben Verhandlungen der ^oßhnzogltchen Handelskammer. n 9luf btc Vinladuna der Handelskammer zu Frankfurt a. M. zu einer Vorkonferenz (ÜT die von den Handelskammern Hamburg und Leipzig beabsichtigte Vereinigung in Berlm zue Beraihung^^Igender.des Princips der Zollpfllchtigkeit aller über die Grenze eingehenden Gegenstände k A,,Ksribrliölle und Durcbfuhrabqaben sind in keiner Weile zulüll'g . wird rrwidnt,"k.^r«-:m-r, im M,-m-in-n auf welcher durch diese Tagesordnung zum Ausdrucke gebracht ist, von der Bethemg ng n , ersten B sp^ch Handelsveikeins dahier theilt in Ausführung, deS^e^lusseS «ntt 25*^^355;^:=;^»:- einzutreten. *e ®efunb« 8 Tebjube ZAen acht 25/000 'kantragteu Der E^. « Pascha ^tional- vn angle. Mm, Mhvr brL 3 1878 unb unter Vorstz tot: Die wirb gutem agr erfolgen, scher Antrag te noch vor in britthalb Bunbesrath enimReichS- umlaufenbeu anemark unb iHtti Propo- Et aus guter leigten Rote in trfanbigt, trag sich nur > des Prager sche Regierung •meinen, bij Rettocession ei Uebemittk' stattgesunden; i Tmnd aber astußt würden, ge aus # Den Trans' injhntinopeL irötntion bei n, pachtet lernen W- amÄ^en; injtratwwM chenland. Dir bieten men und j®th demselden 0 e teste H« m d» W ein dy“6 *, Antritt W«® ((da ittrf 6ti * rf unb .1*^' übet dl' * ,d da WJ? fii «“ * 5?ä* 1 K Lu»'« . xS? .«46#» * 'E , -ll Ä-F a. R m 71 15-33 Ctm. Eichenstämme von 50 95 37,50 M 88 n Hardt. 1399) Großherzogl. Orts, 1235)Lüdeki eng. und 1400) Oehler. 24 291 n n 20 15,50 95 5 3 40 192 10 137 900 2950 1520 Eichenknüppelholz, Eichenstockholz, Buchen Knüppelholz, Etchen-Knüppelholj, EichemReieholz, Buchen-Re'sholz, Eichen-Stockholz meistbietend auf Ort u u n tf n H 99?tr. 150 . 450 ' 606 ' 513 3,5 34,8 24 45,4 1800 970 120 eter 14 4 12 Flur. 1 26 26 29 Buchen- Eichen- Nadelholz ferner: a u m 38 40 42 pelholz, Buchenschett-resp. Knüppelholz, Buchenreiser, Durchmesser und 3 — 9 Mtr. Länge, mit 9,29 Cbm., Fichten- und Kiefernstämme von 15—31 Ctm. Durchmesser und 5-21 Mtr. Länge mit 37,06 Cbm., Eichenstangen mit 1,74 (56m. und Fichten- und Kiesernstangen mit 20,89 Cbm. Inhalt. 1366) Gute Gartenerde verkauft Frtedr. Schneider, Mühlgaste. 3) Dem Ersuchen der hiesigen Lederinteressenten, eine Eingabe, welche in Uebereinstimmung mit einer Petition des Vereins zur Förderung der Interessen der Sohlleder-Fabrikation in 1200) Im Obvornhofer Gemeinde- wald stnd 100 000 Stück 3- und 4jährige Fichtenpflanzen, per 1000 zu 2 Jl. 50 H, zu verkaufen. Obbornhofen, am 24. Febr. 1879. Großh. Bürgermeisterei Obbornhofen. L e s ch h o r n. daß die sämmtlichen Tarife, welche das vom Auslande importirte Leder betreffen, auf eine Stufe gestellt werden möchten, die nicht hinter dem höchsten für das Inland geltenden Frachtsätze zurückbleibt b. daß die früheren Tarife für Lohe aus Oesterreich vorerst wieder zur Anwendung Holzversteigerung. Mittwoch den 12. d. Mts. sollen verkauft werden: I. Im Gemetndewald von Klein- Rechtenbach von Vormittags präcis 9 Uhr ab, 8 Eichenstämme = 8,12 Fstm., 10 Rmtr. Eichenscheit- resp. Knüp- Fr ankfurt, 6. März. (Fruchtbericht.) Seit meinem letzten Berichte ist die Witterung günstiger geworden, die Kälte hat nachgelassen und es hat den Anschein, als ob der Winter seinem Ende rasch zusteure. Ueber den Verlauf des dieswöchentlichen Geschäftes ist Besonderes von Belang nicht zu melden. Die uns von auswärts gemeldeten Course lassen eine einheitliche Tendenz vermiffen. Die Stimmung an unserem Markt war fest und abwartend, ohne daß größere Umsätze zu Stand kommen konnten. Unser Montagsmarkt eröffnete bet geringem Angebot von hiertändischem Weizen mit hohen Coursen, die größeren Mühlen, die fortwährend über den schlechten Mehlabsatz klagen, entrirten bereits, wenn auch in bescheidenem Maße, einige Käufe. Später entwickelte sich ein etwas lebhafterer Verkehr. Durch forcirte Verkäufe in Weizen für norddeutsche Rechnung bei abgeschwächter Haltung bleibt Weizen ab unserer Umgegend JL 183/4-19. Fremder von X i9V2-20‘/2. Für Roggen bestano dieselbe Untätigkeit wie vergangene Woche; der sehr mäßige Preisstand scheint die Aufmerksamkeit der Speculanten noch immer nicht in dem Maße zu erregen, wie es derselbe verdient. Prima-Roggen JL IS1/», andere Sorte lZi/2—141/2 Gerste spielte auch in der abgelaufenen Woche wieder eine sehr untergeordnete Rolle; 17i/2 bis X 18 Cours. Mit Hafer fand ein geregeltes Eonsumgeschäft zu unveränderten Preisen statt; die Tendenz hat sich befestigt, IL1/,—-14 je nach Qualität und Herkunft. Hülsenfrüchte sind vernachlässigt; für wirklich feme Qualitäten werden von Benöthigern hohe Preise bezahlt. Weiße Bohnen sehr flau, zu «i„ We, utijj Wi' Son als ( J°0»e, im j i'üaldimoiias °>°chte unb i( fltba r Die An ^nblungen fir 7^ung. tot|l sichten Sm, st.** 9)i ' ^sfen ei Nit “e ’An L - 9« tim iA 9 W