Nr. 1O1, Dienstag, den 6. Mar I87S. Avize- lei AMblatl fit itn Kreis Gießen. ."ff. 8 XXi.1, ) » »«- -Ni. Ausnahm- des Montags. ~ S? Amtlicher H H e i t. 1 cc n gleichmäßiger Werse, sondern nur dahin, daß das im Ganzen noch m der Entwickelung begriffene 15. Armee-Corps, welches bisher nur ein Feld Artrlle.te-N grment besaß, nunmehr gleich den meisten übrigen deutschen Aimee CorpS mit einem zweiten solchen versehen werden soll Auch hinsichtlich der angeführten Ueberlegenheit der französischen Artillerie scheinen die Ansichten der Fachleute wert auseinander zu gehen. Im Gegensitze zu der obigen Angabe wrd von zuständiger Seite erklärt, daß die angebliche U Verlegenheit der sc mzösischm Artillerie sich nur auf den Mannschaftsbestand beziehen könne. Durch Die schlimmen Erfahrungen des letzten Kriege- b lehrt, ist in Frankreich der Mannichastsbestand bei der Artillerie über den hiesigen hinaus vermeh't worden. Auf der anderen Seite jedoch ist es durch die Erfahrungen im Feldzüge oou 1870 — 1871 klar geworden, daß der fran. zösische Artillerist qualitativ hinter dem demschen beträchtlich zurücksteht. Was die wettere Schlußfolgerung in der oben ang gebenen Mitthetlung anlangt, daß der G Herme Commerzlenrath Krupp m letzter Zeit viel mit militärischen Autoritäten verkehrt uno soeben eine Audienz beim Kaiser gehabt habe, so muß bemerkt werden, daß Herr Krupp ununterbrochen mit den Spitzen der Armee verkehrt und daß er bei seiner häustzen Anwesenheit in Berlin regelmäßig und zu wiederholten Malen vom Kaiser empfangen wird. Kesterreich. Wien, 3. Mat. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Die ostrumelische Commission dürfte heute die Frage der Entschädigung Rußlands für die Kosten der Occup rtion Ostrumeliens verhandeln. — Dte Ärmee- Reorganisirungs Commission h»t eine neue Ordre de bataille für den Friedens- stand erlaffen, nach welcher die türkische Armee 7 Armee-Corps mit den Hauptquartieren in Ko stmttnopel, Aorianopel, Monastir, Charput, Damaskus, I Bagdad und V^lnen unifaff-n wird. Wien, 3. Mai. Der Kaiser genehmigte mit Allerhöchster Entschließung vom 2. b. Den Antrag des Capitels des Miria-Theresien-Ordens, womit dem Feldzeugmeister Josef Phil'ppooic das Commandeurkreuz, den Feldmarschall- Lieuter-ants Grafen Szapary und Jovanovic und dem Obersten Baron Pittel das Ritterkreuz dieses Ordens zuerkannr wird. — Der Kaiser ernannte ferner den Fddmarschall-Lleutenant von Pechy für die Umsicht, mit der er als selbständiger Commm^ant der ersten Truppendivision daS wichtige Gefecht von Senkovic Bandia-Oozial geleitet, zum Ritter des Maria-Theresien-Ordens. Pesth, 3. Mat. Unterhaus. Die Regierung brachte einen G'setz. entwuri in Betr ff der Ernennung und des Wirkungskreises des königlichen Commtffä's für Szegedin ein. Falk interpellirt den Finanzminister in der Angelegenheit der Real strung des Anleihegesetzes und ob derselbe von der Ermächtigung eiien Thetl des Bedarfes durch ein Domantal-Anlehen zu decken, Gebrauch machen wird. Telegraphische Depeschen. Wag«er's telegr. «orrespondenr-Bare«». Darmstadt, 4. Mai. Prinz Alexander von Battenberg ist heute Mittag von Berlin und Prinz Alexmder von Heffen mit Gemahlin und dem Prinzen Heinrich von Battenberg von Paris hier eingetroffen. Petersburg, 4. Mai. Osstcülle Meldung aus Orenburg vom 5. d.. Der Brand ist gelöscht, ausgenommen wenige Stellen, wo daS Soli unter Schutt noch glimmt. Zum vollständigen Löschen sind energische Maßregeln getroffen. Die meisten Obdachlosen sind bereits untergebracht; Brod wird unentgeltlich verteilt. Das Unterstützunqs-Comit6 thetlte bie Stadt m 5 Bezirke ein, um die Einziehung zuverlässiger Informationen über Nothle'' dende zu erleichtern. Die Rentei, sowie einige Banken eröffneten ihre Thätig- keit wieder. Beim Oeffnen eines feuersicheren Schrankes in der Abtheiluug Ich gestatte mir unter Bezugnahme auf Vorstehendes die ergebene Anfrage: | Gedenkt Gr. Ministerium ncht, diese Angelegenheit durch W.ecervor- lage des oben erwähnten Ges.tzesentwurses oder eines andern die Angelegen- heit regelnden Gesetzesentwurfes zu ordnen, ober warum nicht? Darmstadt, 1. Mat 1879. Dr. Os ann. Berlin, 2. Mai. Der Prinz Alexander von Batt-nberg, Fürst von Bulgarien, verläßt morgen Abend Berlin und trifft am Son.nag früh m Darmstadt ein, fast gleichzeitig mit seinen fürstlichen Eltern, wel he den Aufent- halt in Parts abgekürzt haben, um mit dem Sohne zunächst einige B.sprechun- gen zu halten, zu denen derselbe aber nach Paris sich zu begeben, zur Z it für nickt wünschenswerth erachtete. Am Montag oder schon Sonntag wird der Kaiser, dessen Aufenthalt in Wiesbaden voraussichtlich nur noch bis Dien- stag dauert, den Prinzen von Battenberg dort empfangen. De Dep.ttt'oa bulgarischer Notabeln wird etwa gegen den 15. Mat in Darmstadt eintreff^u und dort im Palais des Prinzen Alexander von Heffen vom Prinzen B nen» berg empfangen werden, falls bis dahin, was nicht zu bezweifeln schont, die Anerkennung des Prinzen als Fürsten von Bulgarien erfolgt ist. D^r Kuser von Rußland hat diese Anerkennung dem Prinzen durch den hnsigen Botichaf- ter v. Oubrtel ofstciell bereits gestern, das deutsche Reich heute aussprechen lasten. Alle weiteren Anordnungen des Prinzen in Bezug aus seine Anreise aus Deutschland sehen erst nach dem Empfange der Noiabeln ihrer Beftim» mung entgegen; auch erst nach diesem Empfange wird der Prinz den Fürsten, titel und das Prädikat „Hoheit" annehmen. Nach Berlin wird der Prinz nochmals kommen, um hier nach der Genehmigung des Abschieds durch Seine Majestät seine militärischen Verhältniffe officiell zu lösen. Ueber Die dem Prinzen zu Theil werdende Rangerhöhung von deutscher Deite verlautet noch nichts; der Kaiser von Rußland aber soll bereits daran gedacht hiben, den Prinzen zum Inhaber des russischen 9. Dragoner-Regiments zu ernennen, besten letzter Chef Prinz Emil von Heffen gewesen ist unb bei welchem Regiment Prinz Alexander den Stnrm aus Tirnowa mitmachte, in welchem Orte jetzt feine Wahl zum Fürsten des Lindes fhttiefunben bat. (O. 3fq ) Berlin, 3. Mai. Reichstag. Fortsetzung der ersten Berathung der Zoll- und Steuervorlagen. Reichensperger (Olpe) spricht gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Dr Delbrück. Er betont, daß für die Entscheidung der Zollfrage das Interesse der Gesammtheit maßgebend sein müßte, nicht das Jntereffe einzelner Industriezweige. Er polemisirt gegen das Freihandelssysiem und sagt, man dürfe die passive Freihandelspolitik gegenüber der activen Schutzzollpolitik des Auslandes nicht ausrechterhalten, nicht nach Doctrinen, sondern nach den praktischen Bedüifnissen sich richten. Auch die englischen Staatsmänner seien fern davon, sich in ihrer Handelspolitik lediglich von Doctrinen leiten zu lassen England habe seine wirthschaftliche Stellung durch das Schutzzollsystem erlangt, ebenso Amerika. Für den Redner und seine politischen Freunde könne übrigens von einer Mehrbelastung deS Volkes keine Rede sein. Auch der preußische Landtag habe sich für indirecte Steuern erklärt. Für selbstverständlich halte er aber, daß der Reichstag für die Bewilligung von neuen Steuern und Zöllen diejenigen verfassungsmäßigen Garantien erhalte, welche zur Wahrung des parlamentarischen Ein- 1 nahme-Bewilligungsrechts erforderlich seien. Redner kritisirt den französischen Handelsvertrag und tritt speciell für die Eisenzölle ein. Er verweist besonders auf die durch Besteuerung des Colonialzuckers geschaffene Rübenzucker-Industrie und bittet schließlich das Haus, die Vorlage aus rein praktischen Gesichtspunkten zu beurtheilen. Bamberger unterzieht zunächst die geschäftliche Lage einer Betrachtung. Er hält eine sorgfältige erschöpfende Prüfung der vorliegenden Fragen unter keinen Umständen für möglich, auch nicht in der angestrengtesten Commissionsberathung. Er seinerseits wäre daher lieber für Plenar-Berathung. Das Gemeinsame der Pi obleme sei, daß man versichere, wir befänden uns im größten Nothstande: es mangelten uns die Hülfsquellen unserer Existenz und gleichwohl wolle man die Steuerzahler in noch erhöhterem Maße in Anspruch nehmen. Die gestrige Rede des Reichskanzlers habe nichts Neues zur Begründung seiner neuen Politik beigebracht. Derselbe habe nur neue Verheißungen gemacht. Die neue Steuerpolitik des Reichskanzlers müsse er als verhängnißvoll bezeichnen. Der Reichskanzler habe Hoffnungen erweckt, die nicht befriedigt werden könnten. Dies sei doppelt bedenklich angesichts der socialistischen Bestrebungen. Die vom Socialismus drohenden Gefahren seien noch nicht beseitigt. Er anerkenne die außerordentliche Geschicklichkeit, die der Reichskanzler wiederum bethätigt habe, be- daure aber, daß deren Spitze statt nach Außen nach Innen sich kehre. Der Redner untersucht sodann die praktischen Wirkungen des Schutzzoll-Systems. Das Centrum sei jetzt die Kerntruppe des Reichskanzlers. Die Rede Reichensperger's beweise das neuerdings. Für die neue wirthschaftliche Politik trage der Reichskanzler allein die Verantwortung. Die Selbstständigkeit des Bundesraths sei dabei vermißt worden. Redner kritisirt sodann das System der indirecten Steuern, findet in der gestrigen Rede des Reichskanzlers mehrfache Anklänge an die agrarisch-socialistischen Anschauungen und glaubt, daß der Reichskanzler Schritte zu deren Realisirung folgen lassen werde. Zölle auf Nahrungsmittel, speciell auf Getreide, zeugten von einer vollständigen Verkennung des modernen Weltverkehrs. Die Ausführungen Delbrück's seien praktischer Natur, nicht idealistisch. Delbrück habe der freihändlerischen Sache einen eminenten Dienst geleistet durch seine gestrige rein sachliche Rede. Kampfzölle seien nur gut, wenn man sie maßvoll und vernünftig anwende. Die Vorlage stelle aber dem Reichskanzler anheim, Kampfzölle in beliebiger Höhe und zu beliebiger Zeit einzuführen. Die Motive der Vorlage beruhten vielf;d) auf falschen Thalsachen. Vor Allem sei nicht daran gedacht, ob nicht die neue Politik bei anderen Völkern eine Gegenwirkung hervorbringen werde, die für die deutsche Industrie sehr schädlich wirke. Doppelt gefährlich sei die neue Politik bei der Ueberstürzung, womit sie in's Werk gesetzt werde. Man solle in wenigen Wochen eine Riesenarbeit ohne genügende Vorbereitung vollenden. Die Tarif-Commiffion habe ebenso hastig wie flüchtig gearbeitet. Das sehe man namentlich an der Kritik die durch die Tarif- Commission an den Arbeiten der Enquete-Commissionen geübt worden sei. In Frankreich arbeite man bereits 4 Jahre an dem Tarif, in Deutschland wolle man dasselbe in 2 Monaten machen. Man dürfe eine Krankheit nicht durch eine neue Krankheit kuriren, wirthschaftliche Krisen nicht durch Zoll und Steuererhöhungen beseitigen wollen. Zollerhöhungen würden auch zahlreiche und kostspielige Exporlbonificationen im Gefolge haben. Nicht durch den Freihandel, sondern durch den Schutzzoll würden fremde Staaten auf Kosten der einheimischen Steuerzahler subventionirt. Gefährlich seien endlich die mit der neuen Politik drohenden (Koalitionen von Industriellen, ganz abgesehen von dem unausbleiblichen Ruin der Seestädte. Schifffahrt und Handel gehörten einmal zusammen. Das eine könne ohne das andere nicht bestehen. Man möge nicht ein Gewisses zerstören, um ein Ungewisse? aufzurichten. (Lebhafter Beifall links, Zischen rechts und im Centrum ) Finanzminister Hobrecht weist den dem Bundesrath gemachten Vorwurt der Unselbstständigkeit und den gegen den Reichskanzler erhobenen Vorwurf, feine Wirth- schaftspolitik leiste der Socialdemokratie Vorschub, zurück. Es sei unerklärlich, wie man den Gegensatz von Freihandel und Schutzzoll mit der Socialdemokratie ibentificiren könne. Gerade die Uebertreibung deS Systems „Help yourself“ habe der Soeialdemo- fratie Vorschub geleistet. Es handle sich überhaupt nicht um ideale Ziele des Reichskanzlers, sondern um die Beschaffung von Mitteln zur Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse, wie ja auch im preußischen Landtage bereitwillig von der Majorität anerkannt worben sei. Die Erträge, welche man von bem neuen Zolltarife erwarte, würben viel zu hoch gegriffen. Von Hunberten Millionen neuer Steuern könne absolut nicht bie Rebe sein Heber bie zu befriebigenben Bebürfnisse komme man aber absolut nicht hinweg — Minnigerobe wünscht namentlich Schutz für bie bebrängte Landwirthschaft unb erklärt sich schließlich für eine thcilweise commissarische Berathung bes Zolltarifs. Nächste Sitzung Montag Berlin, 3. Mai. Gegenwärtig bat sich bas Gerücht verbreitet, daß eine wesentliche Erhöhung des M litäretats auf Grund einer beab'ichtigten Vermehrung der Artillerie zu erwarten wäre. Im Anschluß daran wird weiter ßngland. London, 3. Mai. Das „R-ut-r'sche Bureau" meldet aus Stmla vom ßeutiflen : Jakub Khan sprach die Absicht aus, sich nach dem britischen Lager in Gundamne zu begeben, um mit den indischen Behörden zu conferire». Derselbe tritt unverzüglich in Begleitung mehrerer Minister, Sirdars und eines großen G-solges die Reis- von Kabul aus an. London, 3. M ii. „Times" meldet aus Gundamne vom 2. d.: Es aelte al» sehr w lyrschemiich, daß Jakub Khan heute Kabul »erlaffe und nach Gundamne käme, um mit Major Eavagnart zu conferiren. Spanieu. Madrid, 3. Mai, Abends. Bei den heute vollzogenen S-natswahlen siegten die Ministeriellen mit sehr großer Majorität. Ztußland. Petersbarg, 3. Mat. Die „Agence Rusie" schreibt: Nachdem sich die Commuston z >r Regultrung der ostrumelischen Grenze einstimmig über die Grenz- Rum-ltens schlüistg gemacht, werden Pourparlers der Mächte darüber, ob die Grenzfrage durch ein M -jorttäts - Votum oder durch -in einstimmiges Votum zu erledig-n sei, übe^siüssig. Die Frage ist praktisch durch die lieber- einstimmung der Commifläre gelöst. , , , , , — Der frühere Lieutenant Dubrowin, welcher bei seiner Beryastung zwei Gensb'armerie Unterofstciere burch R-volverschüffe verwundet hatte, ist gestern Morgen 10 Uhr nach Verlesung bes von bem General-Gouverneur Gurko bestäiigten Todesurtheils aus bem Glacis der Peter-Paul-Festung vermittelst Stranges bingerichtet worben. £ — Gegenüber in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchten erklärt das „Journal be St. Petersbourg", es sei unwahr, daß die Unterhandlungen mit der hiesigen Mission CH-nas abgebrochen seien und daß die Mission Peters, bürg zu verlaffen beabsichtige. Afrika. Kairo, 3. Mai. Der englische G'neral-Consul Vivia« conferirte heute mit bem Kbedioe und dem französischen General Conful. , der Reichsbank e^gab sich, daß darin gegen 300,000 Credit-Rubel verglimmt, dagegen Silbe-', Gold und Werthpapiere unbeschädigt geblieben waren. London, 4 Mat. Nachrichten aus Si-nla vom heutigen Tage zufolge begab »ich I ikub Khan am 2. d. M. nach Gundamne und übertrug seinem Schwiegervater die Verwaltung des afgbanischen Turkestans. Die Zukkuikhels hatten sich unterworfen. Schir Ali's ältester Sohn Moheged Ibrahim Khan ist plötzlich gestorben. Alexandrien, 4. Mai. England und Frankreich verlangten die Einsetzung französischer und englischer Minister; der Khedive erwiderte, er werde diesen Antrag dem Ministerrathe unterbreiten. Man glaubt, der Antrag werde auf Widerstand stoßen. Lokales. Gießen, 5. Mai. Vorigen Samstag wurde die Kinderheilanstalt in Nauheim eröffnet. Sie befindet sich in einer nahe der Saline gelegenen sehr freundlichen Miethwohnung von vier Zimmern. Zur Pflege der Kinder sind zwei Darmstädter Diaconissen da, von welchen eine zugleich selbst die Cur gebraucht. Die ärztliche Leitung liegt in den Händen des Herrn Dr. Ab6 e. Zunächst konnten nur vier Kinderbetten aufgestellt werden, doch ist bei wachsender Theilnahme eine Vermehrung derselben vorgesehen. Heute werden vier arme Kinoer von hier als die ersten Pfleglinge durch unsere Schwester Louise Wolff dahin verbracht Wer die elenden Kindergestalten gesehen hat, der weiß zu ermessen, welche Wohlthat ihnen und ihren Eltern dadurch Gewährt wird. Die erste Curperiode reicht bis Ende dieses Monats, und können zum . Juni wieder vier andere Kinder Aufnahme finden. Der Aufruf hat überall die größte Theilnahme gefunden, aber demungeachtet wenig Geld eingebracht. Für die allerersten Bedürfnisse ist ja freilich gesorgt; aber was kostet doch ein solcher Haushalt den ganzen Sommer hindurch, und audp die Miethe ist zu bestreiten. Möchte diese Mittheilung dem schönen Unternehmen, wie die Herzen, so auch die gebenden Hände erschließen! Gießen, 5. Mai. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 8. Mai 1879, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch wegen Fabrbarmachung der Plockstraße. 2. Gesuch wegen Eröffnung der Bleichstraße. 3. Anlegung des Ludwig-Platzes. 4. Herstellung eines Abzuggrabens in der Schwarzlach. 5. Die Erbauung einer Turnhalle für die höhere Mädchenschule. 6. Gesuch wegen käuflicher Ueberlassung eines Theils der Stadtwiese. 7. Die städtische Sandgrube im Reustädterfeld. 8. Die städtische Sandgrube in der Schwarzlach. 9 Gesuch des Johannes Luh um Bauerlaubniß. <0. Desgleichen des Friedrich Riebel ®- RtUtlinaer um fclaubnfg ,ur Errichtung einet Einfriedigung 12. Gesuch des Otto Mogenburg wegen desgleichen. 13. Gesuch des Wilhelm Koch von Wetzlar um Grlaubniß der Lagerung von Sand auf städtischem Grund und Boden. 14. Gesuch des Fabrikanten Klingspor, Wafferleitung betreffend. 15. Gehaltsnormirung für einen stävtischen Lehrer. 16. Kostendecreturen. ir, ®UJ. dem „Westfälischen Hof" fand gestern Nachmittag eine größere Schlägerei zwischen Mitgliedern einer geschloffenen Gesellschaft und anderen Personen Statt. Einem jungen Manne mußte in Folge dessen am Abend der Kopf, welcher mit einem Stein traktirt worden zugenäht werden und soll die Verletzung keine ungefährliche sein. Vermischtes. Wetzlar, den 3. Mat. Heute Nacht kurz nach 3 Uhr, brach hier im Saalhof am Kornmarkt Feuer aus. Das Feuer selbst wurde bald gedämpft; es brannte der Saalhof und eine daran stoßende Scheune nieder. Dabet ist leider ein Feuerwehrmitglied, ein hiesiger sehr geachteter. und beliebter Bürger, Herr Chrstian Rübsamen durch den Zusammensturz des Hames todtlich verletzt worben und bereits gestorben. Heute Nachmittag fand man noch die verkoblte Leiche eine« 2. OpferS des Arbeiters Sulzer. Handel und Verkehr. Frankfurt, 3. Mat. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. JL 1 2. Qual. „4L o,9(>, im Detail 1. Qual. JL 1.20-25, 2. Qual JL 1,10-15, $aut>fä|e das Pfund — H. Ganze Erbsen stellten sich per 10» Kilo auf Jt 23—24, geschälte Erbsen ^24—27 Speisebohnen 22—25, Linsen 23-28 Kartoffeln^ 6 50-7,50. Es kostete Ochsenfletsch per ' 4» Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50—60 Hammelfleisch 40—65 J», Kalbfleisch 50—65 H, Schweinefleisch 56—70 Dörrfleisch — X, Schinken — ausgebeint — H bis — JL, Fleischwurst 70—80 Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwatt- magen, Zungenwurst 80—*)0 gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 Geflügel: §°9ncn M L7° ~ 2 - Hühner —, Enten —, Poularden Jt. 5,50- 6,50, nÜ^.^0-60 Hechte 80-90 Karpfen 80 Schleien - Cabltau 30 Schellsiiche 25 Salm das Pfo. JL 2,60—2. Eier das Hundert deutsche 4.50, italienische 'M 5.10. Heu- und Strohmarkt gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Kentuer 2,50 -3 Stroh JL 2-2.30. Druckkehler-Berichtigung. In dem ReichStagSbericht der vorigen Nummer wolle man im letzten Absätze der Rede des Abgeordneten Del brück bei Besprechung der Eier-Zölle Albumin statt Alumin lese i. D. Rco. Allgemeiner Anzeiger. Aeilgeöotenes. 3108) Gut erhaltenen Nock, für einen Confinnanden geeignet, billig zu verkaufen. __________________Franks. 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