rbe- t Abonne- h pei und täglich" fledruckt ‘ Zahl der trn auch ch ^tztere ?.n ^rden, le Zeitung Co. Wellung für n Un4 gegen v. 0. W) Kilo, so- nirt, liefert, er Bedienung, odellauswahL (sehr beliebt der» guss- teil (billiger, ■>» Rohr- ikfeuNter ern in höchst u !, Walzen zu en, Hartguss- id sparsamen ■ verschaffen, allgemeinen: und Chemi- izontal- und er Schläger- inen. Ilühlen- i Systemen, mich zur rhaupt land- 11 Msel* chbrik ^iüM4418 mir eine versehen, ibe. Es chit gehen oder mit Anfang eiben und Gefällige ngenonnnen- der^ —** srr. ISS, Samstag den 5. Juli 1879 Gießener Hlnzeiger Aifeige- nni> Amtsblatt für den Kreis Gießen. RedaetionSburearrr ( Ä , rn , „ «rpevtti-nsbureau, / ^^ulstraß- B. 18. ... ÄS Erscheint tSglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. ___ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. (Nr. 1308.) Verordnung über die Kaution des Gießen, den 3. Juli 1879. Rendanten der Patentamts-Kasse. Vom 20. Juni 1879 Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boekmann. B-treff-nd- Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbes^älra °3‘ 3“1' Das Großherzoglichk Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir erinnern Sie an die Einsendung der Verzeichnisse der von Ihnen ausgestellten Bedeckschetne. -- ---------- Dr. Boekmann. politischer Iheil. Deutschland. JBetlirt, 3. Juli. Osficiös wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Die Entlassungsgesuche der drei Minister stehen nach Ursprung und Molivirung in keinem Zusammenhänge miteinander. Namentlich kann der nur vorläufig in der Tariscommisston abgeschlossene Comprouuß des Ccntrums mit den beiden conscrvalivcn Fraktionen in der sog. Garantiefrage den Ministern keinen Grund zum Rücktritt gegeben haben. Wenn man glauben zu machen sucht, es hätte spccieU der Finanzminister, ebenso wie die beiden anderen Minister, sich verlegt gesuhlt durch den Abschluß des Compromifles ohne ihre Zuziehung, so wider- lpricht dies der Lage der Dinge. Denn ein Compromiß ist bisher lediglich in der Tarifcommission zwischen den oben genannten Fraktionen geschlossen worden; aber noch nicht mit der Regierung oder dem Kanzler. Zu einem Compromiß mit diesen Theiien ist nach dem Gange der Geschäfte noch gar nicht die Zeit gefommer. Der Kanzler seinerseits wird sich auf eine Verständigung nicht einlasscn, ehe feststeht, welche Finanzzöllc und in welcher Höhe sie bewilligt werden. In der Art des Kanzlers liegt es nicht, sich vor der Zelt zu binden, und am wenigsten um den Preis eines Linsengerichts. Bis jetzt aber wird über die Finanzzölle noch unter den Parteien der Mehrheit verhandelt; folglich kann mit dem Kanzler noch nicht verhandelt worden sein. — Der „Magd. Ztg." wird von hier geschrieben: „Dr. Falk geht, wer! Hobrecht und Friedenthal seine Hauptstützen im Ministerium waren, und kommen m die Regierung conservativ-klcrikale Ersatzmänner, so wäre er total Dr. Falk muß di« Lust ausgchen, Minister zu bleiben, seitdem der häufigste Gast im Kanzler-Hotel, Herr Dr. Windthorst, ist. Im Decem ber des vorigen Jahres nahm der Cultusminister Veranlassung, sich vor den preußischen Abgeordneten über seine Rcgierungsgrundsätze auszusprecheu, und feitdem wissen wir von Neuem ganz bestimmt, daß Dr. Falk nur so lange Minister bleibt, als er innerhalb seiner Machtsphäre das erste und das letzte Wort zu sagen hat. Ist dies nicht möglich, so ist er nicht mehr Minister. Um seines muthigen, charakterfesten Wesens halber liebt ihn das deutsche Volk; cs weiß immer, woran es mit ihm ist, und geht Dr. Falk heute io weiß Jeder im Voraus, daß seine Zeit wiederkommen wird." ® 9 - Die „Deutsche Allg. Ztg." in Leipzig schreibt- „In unseren R.-ichs- angelegenheiten hat in der vergangenen Woche die Trübung und Verwirrung aller Verhältnisie einen so hohen Grad erreicht, daß es in der That auch dem ruhigsten und immer möglichst das Beste hoffenden Politiker nachgerade sehr schwer wird, sich von Anwandlungen des Pessimismus freizuhalten. Statt einer Verständigung des Reichskanzlers mit dem rechten Flügel der National. Liberalen unter Bennigsen, welche vor acht Tagen in Aussicht zu stehen schien I ift eine solche mit dem Centrum eingetreten und hat ihren Ausdruck in einem Beschluffe — allerdings zunächst nur der Tartfcommission — gefunden, der wenn so gemeint, wie er feinem Wortlaute nach verstanden weiden muß und von den Ultramontanen offenbar auch verstanden wird, in der That einen bedenklichen Sieg des Parttcularismus und einen entschiedenen Rückschritt in der Reichspoliitk, selbst über die Rcichsverfaffung hinaus rückwärts, anzeigen würde dagegen in der Auslegung, welche man conservativcr- und officlösirsetts ihm gibt, eine Zweideutigkeit, ja, anscheinend eine versuchte Ueberlistung des Cen- lrums enthält, von der wir uns ebenso wenig Gutes versprechen können. Dazu kommen nun die Entlafsuugsgesuche dreier Minister. So geräth Alles tn's Wanken und Schwanken. Eine conservativ-ultramontane Mehrheit im Reichstage, mir der Bismarck regieren zu wollen scheint, eine Neubildima des preußischen Staatsministeriums unter Ausstoßung gerade der Elemente an deren Veibletben die letzten Hoffnungen der Liberalen sich knüpften, eine an- ichetnend beabsichtigte „Umkehr" der ganzen in den letzten 12 bis 15 Jahren eingehaltenen Politik sowohl im Reiche als in Preußen, das ist in diesem Augenblicke die Signatur unserer deutschen Zustände." Berlin, 2. Juli. Der Minister Dr. galt, welcher sein Abschiedsgesuch eingereicht, hat sein Amt am 22. Januar 1872 als unmittelbarer Amlsnach- Mühler's angetreten, und schon am 11. März erschien das Schulaus, sichtsgesetz nach Berathung mit dem Hause der Abgeordneten und dem Herren- Hause und am 15. October folgten die allgemeinen Bestimmungen, welche die famosen Regulative Raumer-Sttehl's ersetzten. Stiehl war inzwischen in den Ruhestand versetzt worden und diesem Vortragenden Rathe folgte zwei Jahre später der Drarnent für das höhere Unkrrichtswescn (mit Ausschluß der Uniöerritäten) ®r. 2010« welcher durch den Geheimrath Dr. Bonitz ersetzt worden ist. Dr. Friedenthal, der Landwirthschasts. Minister, trat sein Amt nach langer Zwischenverwaltung an und führte ein halbes Jahr lang das Ministerium des Innern (bis zum Amtsantritt des jetzigen Ministers). Während seiner Vermattung wurde bekanntlich das Ministerium der Landwirthschaft durch die Uebernahme der thierärztltcheu Angelegenheiten und vor einem Vier- teljahr durch die Domänen und Forsten vergrößert. Aesterreich. r r ' 2' 2"li- Ein osficiöser Artikel der „Polit. Corresp." bringt folgende Erörterungen: Die Cabtnete einigten sich betreffs der griechischen Frage dahm, dieselbe durch ihre Botschafter in Konstantinopel einer srtten Besprechung Zu unterziehen und der Pforte wie Griechenland nur einhellig accepttrte Vorschläge vorzulegen. Dieser Vorschlag bekundet, daß kein« Macht mit bereits feststehenden Entschlüffen an die Verhandlung geht, daß jede Berat 2? richtigeren Argumenten den Vorrang einzuräumen, daß kein« in dieser Frage Sonderzwecke verfolgt, sondern mit strenger Obsectivität nur das Jn- tereffe des Friedens und der Consolidirung der neuen Ordnung der Balkan. Albins-! im Auge hat, endlich daß jede gewillt ist, bei der Entscheidung den europäischen Gedanken zum Ausdruck zu bringen. — Dieselbe Correspondenz berichtet aus Konstantinopel vom Heutigen: In sämmtlich en politischen Kreisen herrscht große Bewegung. Der Aufhebung des Fermans von 1873 wird eine ?rACt,1rld,CI1J?er.3L,teJpreLation arbeit: dieselbe martire den Beginn einer per- f** Politik des Tultans, welche Compensationen für die vom türkischen Ie$tcn ^T‘e9 erlittenen mittelbaren und unmittelbaren Gebiets, und MachuEmbußen zu schaffen beabsichtige. Als nächstes Object wird theil- weise die Rückkehr zu einer kräftigeren Bethätigung der souzeräneu Rechte des Siiltans in allen bisher nur nominell dem Sultan unterworfenen rnohameda- mfchen Gebieten, vorzugsweise in Afrika, bezeichnet. Der vorgestrige gemeln- ame Protest Frankreichs und Englands brachte eine erhebliche Aendenmg in D e Situation. Trotz ber unsicheren Stellung des Großvezirs Khereddln's glaubt man nicht, daß Mahmud Nedim Pascha ihn unmittelbar zu ersetzen bestimmt ist. Auf diesbezüglich« Anfrage Layaid's, welcher noch hinzusügt«, daß England im Falle eines Großvezirats Mahmud Nedim's die fernere Unterstützung der Türkei aufgeben müßte, erwiderte der Sultan, er habe Mah- mub ermächtigt, nach Konstantinopel zu kommen, nicht um ihn zum Großvezir zu machen, sondern aus Mitleid mit seinem Aller. In Folge dieses Zwischen- falles unb ber Thatsache, bnfj Mahmub Nebtm, wiewohl vom Sultan berufen nachträglich zur Ueberreichung eineö Gesuches um Erlaubniß zum Aufenthalte in Konstantinopel veranlaßt worden ist, hält man eine unmittelbar bevorstehende Ernennung deffelben zum Großvezir einstweilen für beseitigt. Frankreich. . „ Paris, 1. Juli. Obgleich die Kaiserin Engenie die Veröffentlichung des Testaments des Prinzen Louis Napoleon nicht gewünscht hat, so veröffentlichen es doch heute alle bouapartistlfchen Blätter. Daffelbe lautet: Gegeben zu Camden-Place (Chlslehurst), am 26. Februar 1879. Dieies ist mein Testament: t) Ich sterbe in der römisch - karbolischen und apostolischen Religion, in welcher ich geboren wurde. 2) Ich wünsche, daß meine Leiche neben der meines V'ttrs ^«ig-setzt werde bis ^an bechc dorthin bringt, wo ber Stifter unseres Hauses inmitten bes französischen Volkes ruht, das wir, wie er, sehr geliebt haben. 3) Mein letzter Gedanke wird meinem Valerlanbe gehören; für es möchte ich sterben. 4) Ich hoffe, daß mir meine Mutter, wenn ich j nicht mehr sein werde, die liebevolle Erinnerung bewahrt, welche ich ihr bis zu meinem letzten Augenblicke bewahren werde. 5) Mögen meine näheren Freunde, meine Diener, die Anhänger der von mir vertretenen Sache überzeugt sein, daß meine Dankbarkeit für fie nur mit meinem Leben enden wird. 6) Ich werde sterben mit einem Gefühl tiefen Dankes für Ihre Majestät die Königin von England, die ganze königl. Familie und für das Land, wo ich 8 Jahre lang eine so herzliche Gastfreundschaft genoffen habe. Ich setze meine vielgeliebte Mutter zu meiner Universal-Erbin ein, indem rc. (hier folgen die einzelnen Legate). Codicill. Ich brauche meiner Mutter nicht zu empfehlen, daß sie nichts oerafc' säume, um das Andenken meines Großoheims und meines Vaters zu Verthei- digen. Ich bitte sie, sich zu erinnern, daß, so lange es Bonapartisten gibt, die kaiserliche Sache Vertreter haben wird. Die Pflichten unseres Hauses gegen das Land erlöschen nicht mit meinem Leben; nach meinem Tode fällt die Aufgabe, das Werk Napoleonas I. und Napoleonas III. fortzusetzen, dem ältesten Sohne des Prinzen Napoleon anheim, und ich hoffe, daß meine vielgeliebte Mutter dadurch, daß ffe ihn mit ihrer ganzen Kraft unterstützt, uns, die wir nicht mehr sein werden, den letzten und höchsten Beweis von Zuneigung geben wird. Chis le hurst, den 26. Februar 1879. Napoleon.. Ich ernenne die Herren Rouher und F. Pietrie zu meinen Testamentsvollstreckern. (Ich meine unter F. Pietrie Franceschtni Pietrie). Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. G-rrespondeut-vureM». Ems, 3. Juli. Se. Maj. der Kaiser machte gestern eine Spazierfahrt und besuchte Abends das Theater. Die Kur heute früh wie gewöhnlich. Das Musikcorps des Garde-Regiments „Königin Augusta" in Koblenz machte die Morgenmusik. Berlin, 3. Juli. Als Finanzminister gilt als designirt der Unter» staatssecretär im Ministerium des Innern, Bitter, als Cultusminister der Oberpräsident von Schlesien, v. Puttkamer; für das Ministerium der Land- wirthschaft scheint die Entscheidung zwischen v. Seydewitz und Lucius noch auszustehen. — Anlaß zu den Demissionsgesuchen der Minister Hobrecht, Falk und Friedenthal hat in keiner Weise der Franckenstein'sche Antrag gegeben. Der Anlaß zur Demission ist kein gemeinsamer und steht mit den parlamentarischen Verhandlungen in keinerlei Zusammenhang. Minister Falk sprach sich noch nach Einreichung seines Demissionsgesuches dahin aus, daß in der römischen Kirchenfrage nichts vorgekommen sei, was er nicht gewußt und gebilligt hätte. — Die Verhandlungen wegen Uebernahme der drei erledigten Ministerposten nähern sich ihrem Abschluffe. Die Ernennungen werden unmittelbar erwartet. Alexandrien, 3. Juli. Die nach der Absetzung Wilson's und Bligntöre's von Ismail Pascha ernannten Minister nahmen ihre Entlastung. Ein Liquidations-Comit6 zur Regelung der egyptischen Finanzlage soll eingesetzt werden, desten Mitglieder von den Mächten zu ernennen sind. New-Uork, 3. Juli. Ein Telegramm aus Kingston (Jamaika) vom 2. Juli meldet von ernsthaften Unruhen in Portauprince; die Aufständischen schossen auf den Senat; die Senatoren flohen, eine große Anzahl wurde verwundet. Die Ruhestörungen dauern noch fort. — Der in Callao sestgehaltene deutsche Dampfer „Luxor" soll laut aus Lima via Panama eingegangenen Nachrichten sreigegeben worden sein. Versailles, 3. Juli. Der Senat nahm mit 159 gegen 107 Stimmen den Entwurf an, durch welchen Paris als Sitz der Kammern bestimmt wird. Testelin (von der Linken) brachte einen Antrag auf Wiedereinführung des Eides der Ossiciere und Soldaten ein. Die Kammer nahm den Artikel 1 des Ferry'schen Unterrichtsgesetzes an, durch welchen dem Staate die Verleihung der Grade wieder ausschließlich beigelegt wird. Berlin, 3. Juli. Der russische Garde-Oberst a. D- Bastlewitsch, welcher vom hiesigen Stadtgerichte wegen Taschendiebstahls zu dreimonatlichem Gefängniß verurtheilt war, wurde heute vom Kammergericht frei- gesprochen. Wien, 3. Juli. Die „Polit. Corr." meldet aus Konstantinopel von heute: Der von den Botschaftern Englands und Frankreichs gegen die Aufhebung des Fermans von 1873 gemachte Schritt beschränkt sich auf sehr eindringliche Vorstellungen und involvirt noch keineswegs einen Protest. Der Sultan versicherte dem Großvezier und dem Scheik-ül-Jslam, daß er die Rückkehr Mahmud Nedim Pascha's nur gestattet habe, damit sich dieser von den Widerwärtigkeiten des Exils erhole. — Eine russische Note soll die Veran- lastung zu der Absetzung des General-Gouverneurs von Skutari, Hustein Pascha, gewesen fein. Der „Pol. Corr." wird aus Cattaro von einer Collision zwischen Türken und Montenegrinern an der Grenze gemeldet. Es seien dieserhalb 12 montenegrinische Bataillone einberufen worden. London, 3. Juli. Eine Extra-Ausgabe der „Daily News" meldet aus Capetown vom 6. Jun: die Eröffnung von Friedensunterhandlungen. Cetewayo habe den britischen Behörden unter gewisten Bedingungen Waffenstillstand angeboten und er werde inzwischen der definitiven Friedensbedingungen Englands gewärtig blerben. — Die Regierung legte dem Parlament das Blaubuch über Egypten vor, deffen Depeschen den Zeitraum vom 25. April bis 26. Juni umfassen. Eine Zuschrift des Grafen Münster an Lord Salisbury vom 4. Mai con- statirt, daß die deutsche Regierung sich jeder thätigen Einmischung in die egyptischen Angelegenheiten, soweit letztere Fragen allgemeiner und politischer Natur betrafen, sowie des mehr oder minder directen Einflusses auf die Verwaltung des Landes enthalten habe, indem es die Wahrung der allgemeinen europäischen Interessen, welche mit denen Deutschlands identisch seien, der wirksamen Sorge der mcistinterejstrten Mächte überlasse. Die deutsche Regierung beabsichtige an dieser Politik festzuhalten. Eine Depesche Lord Saltsbury's an LascelleS vom 18. Juni setzt bie Gründe auseinander, welche die britische Regierung bewogen haben, die Abdankung des Khedive zu verlangen. Die Depesche schließt: Das einzige Hinderntß einer Reform scheine ihm der Character des Khedive zu sein, dessen finanzielle Verlegenheiten fast unvermeidlich zur Bedrückung des Landes führten, während seine Treulosigkeit die freundschaftlichen Bemühungen, zur Abhülfe zu gelangen, vereitelte. Ein Wechsel der Politik sei unzweifelh fft nur durch einen Herrscherwechsel tu erreichen. Berlin 3. Juli Reichstag. Vicepräsident v. Franckenstcin eröffnete um 12Vr Uhr die Sitzung und theill mit, daß Präsident v. Seydewitz wegen dringender Familienangelegenheiten beurlaubt ist. — Die Fortsetzung der Berathung des Zolltarifs beginnt mit Nr. 2 d (Baumwollenwaaren). Hierzu liegen vor Anträge von Löwe (Berlin), Sonnemann, v. Heeremann und Grad, theils auf Ermäßigung, theils auf Erhöhung der Zollsätze. Im Laufe der Debatte^ erklärte Grad, seinen Antrag zurückzuziehen. Der Antrag Landmann, welcher die Erhöhung des Zolles für Gardinen- ftoffe fcstsetzt, wird angenommen; im Uebrigen werden die Sätze nach den Commissions- Vorschlägen bewilligt. Di« Anmerkungen ad d werden mit einem unwesentlichen Anträge v. Heeremann's angenommen. Pos. 18 (Kleider, Leibwäsche rc.) wird von Sonnemann bekämpft, von v. Kar- dorff vertheidiat und unverändert in der Commissionsfassung angenommn. Zu Position 22 (Leinengarn, Leinwand und andere Leinenwaaren) wird der Antrag v. Wänker auf Erhöhung gewisser Zollsätze abgelehnt. Eine von der Commission beantragte Resolution, wonach die Regierungen ersucht werden, nach Ablauf des Handelsvertrages mit Oesterreich-Ungarn die zollfreie Einfuhr von Rohleinen nicht mehr zuzugestehen, wird angenommen, der Antrag Löwe (Berlin) auf Ermäßigung der Sätze für zubereitetes Leinen abgelehnt und sämmtliche Positionen unverändert bewilligt. Zu Nr. 30 (Seide und Seidewaaren) wird ein unerhebliches Amendement von Knapp und Völk, wonach Zwirn und Rohseide mit 100 JL Zoll belegt werden sollen, angenommen Im Uebrigen wird Nr. 30 nach den Commiffionsanträgen genehmigt und hierauf die Berathung bis Freitag Mittag vertagt. Berlin, 3. Juli. 2)ie Zolltarif - Commission beschloß in heutiger Abendsitzung, den Kaffeezoll auf 40 Mark, den Petroleumzoll auf 6 Mark festzuse^n. Rom, 3. Juli. Dem „Pungolo Romano" zufolge wurde heute nach der Abstimmung in der Kammer ein Ministerrath abgehalten, und überreichte später de Pretis dem Könige das E itlaffungsgesuch des Cabinets. Paris, 3. Juli. Der Asstsengerichtshof des Seine-Departements hat Paul Cassagnac in der Anklagesache, seine Artikel im „Le Pays" gegen bie Regierung betr., freigesprochen. Kairo, 3. Jul. Das neue Ministerium wurde wie folgt gebildet: Sherif Inneres und Aeußeres, Mustapha Fahni öffentliche Arbeiten, Ismail Eyub Finanzen, Mahmud Bardi Unterricht, Osman Galil Krieg, Murad Justiz. — Nach einer amtlichen Bekanntmachung ist die Zahlung des Coupons und der Amortisationsquote der Anleihe von 1865, welche am 7. Juli fällig sind, angeordnet worden. Vermischtes. Frankfurt, 3. Juli. Im Bundespalais herrscht ungeheure Emsigkeit. Eine Menge fleißiger Hände regen sich, um zu der morgen stattfindenden Eröffnung der Ausstellung der Rheinischen Gartenbau-Vereine Alles in die gehörige Ordnung zu bringen. Der Hof des Palais ist in einen Garten verwandelt, ringsum mjt Gruppen von Conifcren bestellt, meist Musterexemplare von Den Herren Gartendirector Siesmayer und Grünberg geliefert. Der mittlere Theil desselben stellt ein elyptisches Blumenparterre dar, mit 15,000 Pflanzen, welche reizende Mosaikbeete bilden und einen mit einer Tritonengruppe geschmückten Springbrunnen umgeben. Dieses Arrangement, einzig in seiner Art, verdankt seine Entstehung dem Eifer und Genie des Herrn Siesmayer und wurde sammt dem Arrangement des Hofs in der kurzen Zeit von nur drei Tagen vollendet. Die Säle sind in einheitlicher Decoration gehalten. Auf den Tischen finden Vasen, Aufsätze rc. mit Rosen aus den ersten hiesigen Blumenhandlungen (Fleisch-Daun, Lina Schott, Müller) Aufnahme; bie übrigen Säle sind zumeist von den Handclsgärtnern Ibach und Witzel decorirt. Ein Saal ist den Herren Gebrüder Schultheiß etngeräumt; die mittlere Rotunde schmückt Fleisch-Daun mit Ziergewächsen, Kränzen rc. Der große Garten des Palais ist gleichfalls blumistisch ausgestattet; Fleisch-Daun hat hier Palmen geliefert; Rosen sind aus Dresden ausgestellt. New-Uork, 28. Mai. Daß man hier in Amerika alles fälscht, ist bekannt; die hölzernen Schinken und Muscatnüffe, die von den Reu-Eugland-Staaien versendet wurden, sind noch im frischen Andenken. Jetzt fälscht man hier sogar Eier, und dies Geschäft wird ganz fabrikmäßig und in großem Maßstabe betrieben, wie wir uns mit eigenen Augen überzeugt haben. Auf der einen Seite eines großen Raumes standen mehrere geräumige kupferne Behälter, die mit einer dicken, klebrigen gelben Masse angefüllt waren, in der ein Mann stetig herumrührte Das war das Gelbe vom Ei, der Dotter. Auf der gegenüberliegenden Seite befanden sich ähnliche Behälter, in denen das Weiße vom Ei fabricirt wurde. Die Eischale wurde aus einer weißen gypsartigen Substanz mittels eines Blasrohrs hergestcllt, ähnlich wie man Seifenblasen macht. Die feuchten Eischalen wurden dann in einem Ofen zum Trocknen gebracht und später gefüllt, zuerst mit künstlichem Eiweiß, darauf mit künstlichem Dotter und zuletzt wieder mit einer kleinen Portion Eiweiß. Die kleine Oeffnung an dem einen Ende wird mit weißem Cement geschlossen und die größte Errungenschaft der modernen Civilisation, das künstliche Et, ist fertig. Seinem Aussehen nach ist es ein natürliches Ei, aber es entbehrt nicht nur aller nahrhaften Stoffe, sondern ist im ungekochten wie gekochten Zustande vollständig unvcr daulich und obencin gesundheitsschädlich. Die Ingredienzen sollen an sich unschädlich sein; aber das Gummi, das bei der Herstellung des Dotters benutzt wird, geht eine die Gesundheit gefährdende Verbindung mit dem Alkali ein. Schadet aber nichts; denn Geschäft bleibt Geschäft. (N. Pr. Z.) Oppenheim, 30. Juni. Heute Nachmittag um 2‘/2 Uhr fand die Abnahme des Knopfes vom Dierungstburme der Katharinenkirche statt. Die Erwartung, daß sich irgend welche Dokumente darin finden würden, bestätigte sich nicht; nur sieben vom Wurm zernagte Korkstopfen fanden sich im Innern vor. Nebst einem größeren Loche, das mit einem Hammer eingeschlagen zu sein scheint, hat der Knopf mehrere kleinere Löcher, die von den Kugeln muth- williger Schützen herrühren. Der Knopf ist aus Kupfer gefertigt und bat einen Durchmesser von etwas über 1 Meter. Er ist derart hergestcllt gewesen, daß zwei Keffel mit ihren Rändern zusammengearbeitet waten. Am untern Keffel war hierdurch ein großes Rohr angelökhet, das über einen dicken Holzpflock gezogen, den Knopf feftbielt. Der Holzpflock lst bereits so morsch, daß er wobl nur wenige Jahre noch den Knopf zu tragen vermocht hätte. Wie uns mitgetheilt wurde, ist der Knopf vor etwa 70 Jahren ausgesetzt worden. Landskr. Karlsruhe, 29. Juni. Der Gewinner des großen Looses in der letzten Ziehung der badischen Hundertthalcr-Loose im Betrage von 120,000 ist ein Pfälzer und zwar aus Kaiserslautern oder deffen Umgegend. Er sackte seinen Gewinn in 120 Tausendmarkscheinen ganz kaltblütig ein und wünschte guten Morgen. Es geht nichts über kalt Blut! — Zu welcher Blüthe und Vollkommenheiten das Löschwesen gebracht werden kann, wenn sich die Regierung eines Landes in tbatkräftiger, praktischer Weise desselben anntmmt, zeigt sich aufs Schlagendste im Hcrzogthum Braunschweig. Es wurde dort durch Gesetz > nicht Verordnung wie bei uns) vom 2. April 1874 bestimmt, daß alle Städte, Flecken und Landgemeinden die Bildung einexercirter Feuerwehren vorzunehmen hätten und bestehen heute in den 445 Ortschaften des Herzogtbums mit 323,365 Einwohnern 327 freiwillige und i27 Pflichtfeuerwehren, mit zusammen 16,124 Mann; hierzu kommen noch an Ordnungsmannschaft 18,890 Mann, in Summa 35,014 Mann, so daß 11 Proc. aller Landeseinwohner gut ausgerüstet, im Feuerwehrdienst gut eingeübt und bei entstehender Feuersgefahr zu sofortiger Hilfe bereit stehen. Freilich hat man dorten die freiwilligen Feuerwehren bezüglich der Ausrüstung nicht wie bei uns auf die Gnade der Gemeindevertretung angewiesen, sondern der Staat hat zu diesem Zwecke an die einzelnen Communal Derbände aus seinen Mitteln die Summe von 500,000 Mark angewiesen. Außerdem aber wird durch das erwähnte Gesetz für Verunglückte in einer Weise gesorgt wie dieS in keinem anderen deutschen Lande der Fall ist. Wie vortrefflich sich diese Einrichtungen bewährt haben und wie dieselben wieder dem ganzen Lande zu Gute gekommen sind, zeigen am besten die gezahlten Brandsteuern Während früher die höchst gezahlte Brandsteuer von 100 Mark Versicherungscapital 23,25 Proc. betrug, stellte sich dieselbe in den Jahren “874—78 auf 6,77 beziehungsweise 7,25 Proc. Gewiß ein überaus günstiges Resultat, welches allein schon andere Länder anspornen sollte, dem hier gegebenen Beispiele zu folgen. So viel dürfte als feststehend anzunehmen sein, daß das Herzogthum Braunschweig nach vollständiger Durchführung seines Feuerwehrgesetzes alle anderen Länder, selbst Bayern, in dieser Beziehung überragt, und bleibt nur zu wünschen, daß man auch anderweit in gleicher Weise vorginge und nicht mit halben Maßregeln einen unfertigen unhaltbaren Zustand schaffte. Seliiffaberielit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd, W. Dietz in Gießen. . Southampton, 2 Juli. Der Postdampfer Oder, Capt. C. Leist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juni von Newyork abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Oder überbringt 236 Passagiere und volle Ladung Temperatur in Gießen. Juni 1879. Niederste.......... Mittlere.......... Wittel früherer Jahre........ Höchste........... Niederschlag an 19 Tagen - Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 13 Tagen + 3,6 -j-12,16 + 12,98 + 23,0 4,33 2,73 0 R. Par. ZoN. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 6. Juli. Wilhelm Hartmann, Neustadt. Emil Noll, Löwen- Zasie. Ludwig Keil, Neue Bäue. Kirchliche Anzeigen"), -er evangelischenGemein-e;uGießen. Gottesdienst: Sonntag den 6. Juli. Morgens: Pfarrer Schlosser. — Nachmittags: Pfarrvicar .Schöner. (Morgens Collecte zum Besten des Kirchenbaus der Gemeinde Röthges.) Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 6. bis 13. Juni besorgt Pfarrer Schlosser. *) Nach gegenseitigen Erläuterungen und den von der Reoaction uns gegebenen Erklärungen nehmen wir keinen Anstand unsere Einsendungen wieder aufzunehmen. Evang. Pfarramt Gießen. Allgemeiner Anzeiger. Aufforderung. Johann Conrad Leitner in Treis a. d. Lda. har sein Jmmobllien- Vermögen zum Verkauf gebracht. Forderungen und Ansprüche jeder Art ar genannten Leitner sind binnen 14 Tagen bei dem unterzeichneten ®e« richte — von dem ersten Erscheinen dieser Aufforderung in der Zeitung an gerechnet — anzumelden, sollen solche bei Bestätigung der Urkunden Berücksichtigung finden. Gießen, den 22. Juni 1879. Oroßherzoglicheö Landgericht Gießen. I. B- d. L.: Lang ermann, -4478) Landg. Affeffor. VeWW Wortmiug. 4493) Kaspar Weisel V. Eheleute von Muschenheim haben in dem Liber ihr Vermögen eingeleiteten Schul- d.nwesen mit ihren gerichtsbekaunten Gläubigern am 11. d. Mts. ein Arrangement abgeschloffen, dessen Einsicht auf dem Actuariate des unterzeichneten Gerichts gestattet ist. Ansprüche jeder Art an die Gemeinschuldner und Einwendungen gegen dieses Arrangement sind innerhalb 4 Wochen von dem Datum dieser Verfügung an geltend zu machen, andernfalls das Arrangement bestätigt und in Vollzug gesetzt werden wird. Lich, den 20. Juni 1879. Großherzogliches Landgericht Lich. Weyer. Submission. 4461) Die Stadt Lich beabsichtigt zur Erbauung eines Amtsgerichtes zu Lich nachstehende Lieferungen und Arbeiten auf dem Submissionswege zu vergeben: Lieferung von Gußöfen, veranschl. zu 728,— Lieferung von Fayenceöfen, veranschl. zu 220,— Lieferung eines kupfernen Wasch- kessels, veranschl. zu 80,— Lieferung von Zug-Jalousien an Fenster (aus Gußstahlblech), veranschl. zu 757,70 Das Aufziehen der Tapeten, veranschl. zu 88,65 Bedingungen u. Voranschläge können den 5., 7. und 8. laufenden Monats in meinem Geschäftszimmer eingesehen und die Offerten bis zum 9. lfd. M., Mittags 12 Uhr, eingereicht werden. Dieselben müssen mit der Aufschrift „Submission für das Amtsgericht zu Lich" unter Bezeichnung der betr. Lieferung oder Arbeit versehen sein. Zur Eröffnung der Submission ist Termin auf Mittwoch den 8. Juli, Mittags 1 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Lich festgesetzt. Später einlaufende Offerten finden feine Berücksichtigung. Lich, den 3. Juli 1879. K. Schön. Dienstag den 19. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Ludwig Huhn, als: Flur Meter V1007 50 Hofraithe in d. Wallthorstr., Vioi5,6 1394 Grabgarten i.d.Zosclsgasse, 25/68 687 Wiese in dem Weiher, meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Juli 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. 4489) Müller. Montag den 7. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, läßt der Wilhelm Krämer dahier in der Reichensand-Bahnhofstraße wegen Aufgabe der Wirtschaft ein Billard, Tische, Stühle und eine Wanduhr meistbietend versteigern. Gießen, den 3. Juli 1879. I. 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