Samstag, den 5. April Nr. 81 1879. Eichener Mnzeiger Ayeize- M- Amtsblatt für iro Kreis Gießen. Redae1ts«sd«re«ttr l Ä, rQ . „ ie «l»tMtiene6we<«ut f Schulstra»- B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerlvhn W 8 ’ ’ 8 Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Die AmtStage des Landgerichts Gießen werden Dienstags und Mittwochs abgehalten und zwar des Vormittags von 8—12 und des Nachmittags von 2—5 Uhr. Gießen, den 3. April 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen. I. V. d. L.: Lange rmann, Landger.-Affeffor. politisch Zur allgemeinen politischen Lage. Die Entwicklung der Dinge auf der Balkan-Halbinsel schlägt mehr und mehr die Richtung (in, auf welche die polnische Magnetnadel schon seit längerer Zeit hinwies. Kaum sind die Grenzberichtigungs Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland abgebrochen, so verlautet auch schon von dem Beginn der im Berliner Vertrag für diesen Fall in Aufsicht genommenen Vern tttlungsthät'gkeit der Mächte. Minister Waddington, desien Verdienst bekanntlich die Anregung ter griechischen Frage auf dem Songreß ist. hat eine neue Grenzlinie ausfindig gemocht, von der er glaubt, daß beide Theile sich mit ihr zufrieden geben können; und da Fürst Dlkmarck, der das Geschäft des ehrlichen Maklers bisher so erfolgreich betrieben, auch jetzt Alles aus- bietet, um auf Grund des französischen Vorschlags ein Einversiändniß unter den Mächten zu erzielen, so darf man wohl erwarten, doß ts Europa gelingen wird, der Türkei — von Griechenland zu schweigen — seinen Willen auf- zunöih'gen. Die Hoffnung auf eine schließliche Nachgiebigkeit der Pforte ist um so berechtigter, als das Tocquevlll'scke Project zur finanziellen Rettung der Türkei gegenwärtig als gescheitert gilt und eine andere Gruppe von Geldinstituten der Pforte nur unter der Bedingung aus ihrer sich von Tag zu Tag steigernden Finanz! oth Heraushelsen will, wenn die griechische Froge zuvor erledigt wird. Noch wichtiger für die allgemeine politische Lage sind die Schritte, welche die Mächte in Bezug auf Ostrumelien vorhaben. Nachdem der Finanzdnector Schmidt in Folge der Bedrohungen, denen er Seitens der Bulgaren ausgesetzt war, seine Entlassung erbeten und die internationale Commission erklärt hat, daß sie wegen des aufgeregten Zustandes der Beölkerung außer Stande sei, dem Art. 19 des Berliner Friedens gemäß die Finanzen von Ostrumelien bis zum I» krafltreten der neuen Organisation zu verwalten, ist man an entscheidender Stcüe zu der Einsicht gelangt, daß es unmöglich sei, dos Land nach Abzug der russischen Truppen den Türken zu überlasten, und hat sich daher über besten gemeinsame Besetzung im Prircip geeinigt. Ueber die Erledigung der zahlreichen Detailsragen wird augenblicklich noch verhand'lt; daß eine Verständigung darüber erfolgen wird, unterliegt schon jetzt keinem Zweifel mehr. Deutschland und Frankreich haben freilich die Ents ndung eig.ner Truppentheile aus naheliegenden Gründen obgelehnt. Auch Rußland scheint sich zurüclhalten zu wollen, schon um der Türket jeden Anspruch aus Betheiligung zu nehmen. Somit blitben Otsteireich, Italien und England zur Ausführung des europäischen Mar dsts übrig, oder, da letzteres Angesichts seiner Kriege in Afghanistan und am Cap werig List haben wird, ferne nult ärischen Klüfte noch mehr zu zer« splittern, hauptsächlich Oesterreich m d Italien, d. h. diejenige, Mächte, welche neben England als die nächsten Erben der europäischen Türkei angesehen werden. Mit einer derartigen OccupationsauSsicht zeichnet fich aber dos Schicksal, dem das osmanische Reich entgegen geht, in hinreichend deutlichen Umrissen. Oesterreich wird, wenn es einmal bis Salomcht vorgedrungen, so bald nicht wieder zurückgehen. Mit Rußland wird es darüber nicht in die Haare ge- rathen, totü zu seiner Deckung diejenige Macht hinter ihm steht, welche seit jeher die leitende Seele im Drei - Kaiser - Bündntß, heute entschiedener ols je die Führung in demselben übernommen hat und in einem ungetiüblen Fortbestand des bisherigen Freuntsa aslsverhält, istes die sicherste Garamie des W^lt- frtedens siebt. Italien wird sich im gegebenen Augenblicke gern mit Albanien oder Süd-Tyrol obfinden lasten. England wird ohne Zweifel Allem zustimmen, was dazu angethan ist, Ruß ands Einfluß in kust-mmlen Schlanken zu halten. Rußland hat sein Entgegenkommen neuerdings dadr rch bewiesen, daß eS dem General-Gouverneur von Bulgarien versöhnliche Weisungen ertheilt und zugleich Bisehl gegeben hat, d>e Vorbereitungen zu eii er Expedition nach Merv, welche dem britischen Löwen Unruhe verursachten, einstweilen zu ststiren. Nimmt man zu dem Allen schließlich noch hinzu, doß die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu F.ankreich durch die gemeinsamen Vermittlungs-Bemühungen dieser beiden Mächte in der griechischen Frage wie durch ihren gemeinsamen Kampf wider den Ultramontanismus nur bef.stigt werden können, so hat man wohl Grund genug, den poliktschen Horizont trotz der etwas unvorsichtigen Aeußerungen, welche der General Graf Stolberg in Münster in seinem KatsersgebunStags-Toast that, wenn auch nicht er Hy eit. für ganz wolkenlos, so doch für verhältnißmäßig heiter und Frieden verheißend zu halten. Deutschland- Darmstadt, 3. April. Gestern Abend sind Se. Großh. Hoheit der Prinz Alexander nebst Durchlauchtigster Familie nach Vevey in die Schweiz abgereist. — Der Finanzausschuß der zweiten Kammer der Stände wird Dienstag den 8. d. Mts. eine Sitzung abhalten. Gegenstände der Tagesordnung find die Recommunicationen der ersten Kammer bezüglich des Gesetzentwurfes, die Abänderung des Art. 67 der Verfaffungsurkunde und der Artikel 26 und 33 der landständischen Geschäftsordnung betr., bezüglich des Nachtrags-Etats für die Justizverwaltung und bezüglich der Vorlage der Regierung in Betreff der Gleichstellung der Gehalte der Kreisräthe und Kreisaffefforen mit den Gehalten der Kategorien der richterlichen Beamten. Berlin, 2. April. Nach Meldungen der „Voff. Ztg." und des ^Berl. Tagebl." wurde der Abg. Windthorst (Meppen) vorgestern Nachmittag von dem Fürsten Bismarck in längerer Audienz empfangen. Die „Voff. Ztg." fügt hinzu, Windthorst habe vor der Audienz längere Zeit mit Fretherrn v. Varnbüler conferirt und nach der Audienz habe eine Berathung der Cen- trums-Fraction über die wirthschastliche Frage stattgesunden. — Ueber die so großes Aufsehen erregende Audienz, welche am Montag Nachmittag Herr Windthorst (Meppen) beim Fürsten Bismarck gehabt, wird natürlich in allen politischen Kreisen viel gesprochen. Wie man dem „Berl. Tagebl." zufolge positiv versichern zu können glaubt, betraf diese merkwürdige Zwiesprache der betoen Staatsmänner weder zoll- und steuer-, noch kir- chenpolitische Gegenstände, sondern rein private, d. h. Geldangelegenheiten. Es handelte sich um den WUfenfond, resp. deffen Herausgabe an den Herzog von Cumberland. Wenn auch der Welfenfond speciell in der preußischen Politik eine Rolle spielt, so war doch der Abg. Windthorst in jener Audienz nur der Vertreter privater Jntereffen, und deshalb ermangelt der immerhin auffälligen Unterredung jede politische Bedeutung. — Osficlös wird geschrieben: In manchen bedeutenden Provinzial- Blättern wird eine Aenderung der Stimmungen in den Reichstagskreisen con- statirt. In der That ist die erfreuliche Beobachtung zu machen, daß die par- lamentartsche Atmosphäre von dem mannigfachen Conflictstoff gereinigt erscheint, von welchem dieselbe seit einiger Zeit erfüllt war. Die eine Zeit lang gehegte und von mancher Seite fast gefl'ffentlich genährte Besorgniß, daß die Regierung eine Auflösung des Reichstags herbeiführen wolle, ist fast verschwunden und die Ueberzeugung hat sich Bahn gebrochen, daß die Regierung den dringenden Wunsch hegt, mit dem jetzigen Reichstag zu einer Verständigung über die großen wirthschastspolttischen Folgen zu gelangen. Die Dringlichkeit dieses Wunsches wird dadurch erhöht, daß die Uebergangszeit und die mit derselben vciknsipste Ungewißheit der wtrthschastlichen Verhältnisse so schnell als möglich e>n Ende nehmen muß. Gerade in dieser Beziehung steht die öffentliche Mei. nu> g der Regierung entschieden zur Seite und in dieser Ueberzeugung setzt die Regierung Alles daran, die Frage ohne jede weitere nicht durch die Natur der Dinge selbst gebotene Verzögerung zum Abschluß zu bringen. — Eints der Schrolköruer, die an jenem traurigen 2. Juni aus der Flinte Nobiling^s den Kaiser getroffen hatten, ist am vorgestrigen Tage aus der Kopfhaut des Monarchen entfernt worden. Bekanntlich konnte nur ein kleiuer The»! der Schrotkörner unmittelbar nach dem Attentat herausgenommen werden. Gerade dasjenige Schrotkorn, das in die Kopfhaut eingedrungen war, mochten die Aerzte nicht entfernen, weil sie damals fürchteten, es könne ein Fieber hinzutreten. Jetzt ist durch die dem Körper eigenthümliche Neigung, fremde Stoffe auszustoßen, das Schrotkorn mehr und mehr an die Oberfläche gebracht iroiben, dasselbe zeigte sich am vorgestrigen Tage dicht unter der Haut liegend, und es gelang dem Arzte, dasselbe mit einer Pincette aus der Haut zu nehmen. Dabet zeigte sich, wie der „Berl. Börs.-Cour." mittherlt, daß das Schrotkorn sich an dem Schädelknochen des Kaisers vollkommen plarc gedrückt batte. Die Entfernung war eine für den Monarchen durchaus schmerflo'e und er äußerte seine Freude darüber, daß das Schrotkorn endlich entfernt sei, „da er nun wieder im Stande sei, sich ordentlich zu frifiren." — Das von dem Generalpostmetster geplante unterirdische Telegraphen- — Es macht uns besonderes Vergnügen berichten zu können, daß der Andrang zu der gestern Avenv im Clubsaale stattgehabten Unterhaltung cm so außergewöhnlich starker gewesen ist, daß das Comite sich veranlaßt sah, heute eine zweite Aufführung stattfinden zu taffen. Abgesehen von dem wobtthätigen Zweck, war die abnorme Betheiligung um so mehr eine gerechtfertigte, als das Gebotene nicyt allem die kühnsten Erwartungen erreichte, sondern dieselben weit, weit überholte. Es mangelt uns heute an Raum, die Sache eingehender zu besprechen und behalten tone uns dies auf einen der nächsten Tage vor. Gießen, 3. April- Sicherem Vernehmen nach hat gestern Herr Dr. Riegel, bisher Director des Krankenhauses in Köln, die ordentliche Professur für innere Medicin und Direction der medicinischen Klinik an unserer Landesuniversität angenommen nachdem demselben, wie wir hören, von Seiten unserer Regierung die Zusage zu umfassenden Verbesserungen unserer klinischen Heilanstalt gemacht worden sind. — Wir begrüßen dieses Ereigmß mit Freuden, um so mehr, da Herr Riegel sowohl als Vertreter der Wissenschaft, als auch als eine angenehme Persönlichkeit eine vorzügliche Acauisition genannt werden muß. — t , .. . 3 Somit wäre der Wunsch schon letzt erfüllt, den der Verfasser eines gestern in den Oberhessischen Nachrichten erschienenen Artikels zum Schlüsse ausgesprochen hat- Den Artikel erlauben wir uns hiermit wiederzugeben, da er offenbar von sachkundiger tiefe soll in anderthalb Jahren fertig sein. Es werden dann durch das deutsche Reich zwei Diagonalen liegen, deren eine, von Nordost nach Südwest, Königsberg mit Straßburg, und die andere, von Noidwest nach Südost, Hamburg mit Ratibor verbindet. In Berlin laufen diese beiden großen Kabel zusammen. Außerdem geht in einem Bogen ein Westkab l von Straßburg über Köln n.ch Hamburg und ein Ostkabel von Raiibor nach Königsberg; endlich soll noch em Kabel Süddeutschland durchzichen, so daß das Reich alle wichtigen Hanbels- pläfee und Festungen mit sieben Drähten verbunden haben wird, die jeder Störung entzogen sind. Die älteste unterirdische Leitung Halle-Berlin ist in ihrer Wirksamkeit der strengsten wiffenschaftlichen Prüfung unterzogen worden, und zwar mit durchaus erfreulichen Eifolgen. Nicht eine einzige Storung ist vorgekommen: das eingebettete Kabel arbeitet durchaus sicher. Was von H^üe- Berltn, das gilt von anderen Leitungen in gleichem Umfange. D'.e nach den beiden Ostsetten von hier aus zu legenden Kabel verursachen verhälmißmaß'g o'enig Mühe, denn der Boden ist fast nirgends gebirgig und die alten Cvauffee- wege von hier über Stettin nach Königsberg und über Breslau nach R.tibor laufen in ziemlich geraden Linien. Die Versenkung der Kabel in die Flüsse geschieht nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen rasch und ohne jed? Störung ; ebenso ist ein Stamm von Arbeitern vorhanden, der sich meisterhaft auf die Lerspletßung der einzelnen Kabel Enden versteht. Die Legung der Ostkabel wird sofort in Angriff genommen werden. Würzburg, 2. April. In Folge des Falles Bude-Licken wurde in der hiesigen Garmion angeordnet, daß die scharfen Patronen nicht mehr wie bisher offen zum Gebrauche der Wachmannschaft daltegen, sondern daß sie in einem versiegelten Pakete dem betr. Eommandanten überwiesen werden, welcher dann im Bedarfsfälle dieselben zu verthetlen hat. Italien. Rom, 2. April. In der heutigen Sitzung der Kammer wurden Interpellationen über die letzten Ereigniffe in Genua, Mailand, Chioggia und die häufigen republikanischen Demonstrationen eingebrachr. — Garibaldi hat Ca- prera verlasien und befindet sich auf dem Wege nach Rom, wahrscheinlich um den Kammersitzungen betzuwohnen. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Eorrespondenj- Bureau. Berlin, 3. April. Der Bundesrath genehmigte in seiner heutigen Sitzung den Zolltarif-Entwurf mit einigen Abänderungen. — Der „Reichs-Anz." meldet: Der deutsche Botschafter in Petersburg, Gencrallieutenant v. Schweinitz, trat gestern den ihm behufs Wiederherstellung seiner Gesundheit bewilligten mehrwonatlichen Urlaub an. BlS zum Eintreffen seines als Gesandter in außerordentlicher M sston fungtrenden Vertreters, des Gesandten v. Alvensleben in Darmstadt, wird der zweite BotjchastSsecretär, Prinz Arenberg, die Petersburger Botschastsgeschäfte führen. Kassel, 3. April. Nächsten Sonntag findet eine Versammlung des Handelskammer-Ausschusses für die Tabakssrage statt, woran nur Delegirte der Handelskammiri. theilnehmen. Berlin, 3. April. Reichstag. Die Commission zur Berathung der Anträge betreffs Maßregeln gegen den Wucher, hat sich constituirt; Schwarze ist zum Vorsitzenden und Mar- auardsen zum Stellvertreter deffelben gewählt. - Das Haus fährt fort in der zweiten Berathung des Wechselstempelsteuer-Gesetzes, wozu verschiedene Amendements, betreffend die Normiruna der Steuersätze, vorliegcn. Bei der Discussion treten Bundes-Commissar Aschenborn und Minister Hofmann für die Sätze der Regierungsvorlage ein. Das Amendement Mörinq wird mit 107 gegen 101, ein anderes, von Bamberger gestelltes Amendement mit 114 gegen 101 Stimmen abgelchnt und der Gesetzentwurf nach der Regierungsvorlage ange; „omrnen — Es folgt die Berathung des Gesetzentwurfes, betr. die Consulargerichtsbarkeit. Staatssecretär Friedberg erläutert und begründet den Entwurf. Das Haus verweist denselben nach unerheblicher Debatte an eine Commission von 21 Mitgliedern. Schließlich wird eine Reihe von Wahlprüfungen durchweg nach den Beschlüßen der Commission erledigt. - Rach Erledigung der Tagesordnung schlagt Präsident v. Forcken- beck vor, keine Sitzung mehr vor Ostern zn halten und die nächste Sitzung auf den 2K April anzuberaumen. Fürst Hohenlohe-Langenburg wünscht, daß die nächste Sitzung auf den 23. April festgesetzt werbe. Der Antrag Hohenlohe bleibt jedoch in der Minderheit. — Die nächste Sitzung findet am 2H. April statt. Konstantinopel, 3. April. Die „Agence Havas" meldet: Die Pforte hat, ebne den Vorschlag wegen der gemischten Besetzung Ostrumeliens formell zu verwerfen, ihre Auffassung nach der Richtung hin dargelegt, daß die Besetzung von Burgas und Jchtiman durch türkische Truppen und die Ein. setzung des Gouverneurs unter Mitwirkung der europäischen Commission zu- gelaffen werde; die Vollmachten dieser Commissiou wären um ein Jahr zu verlängern. — Die Pforte unterhandelt mit England wegen Revisto« des Vertrags betr. Cypern, wodurch England neue Vortheile gewährt würden, die durch Englands finanziellen Beistand zu erwidern wären. Berlin, 3. April, Abends. In der heutigen Sitzung des Bundes- raths ist die Zolltarif-Vorlage definitiv erledigt und noch heute dem Reichstage übersandt worden. London, 3. April, Abends. Unterhaus. Schatzkarzler Northcote schlägt im Budget keine Steuererhöhung mit Ausnahme einer Erhöhung des Zolls auf Eigarren um 2 Pence per Pfund vor, beantragt aber, die Rückzahlung der Sckatzbonds um ein weiteres Jahr zu verschieben. Auf eine Anfrage Chamberlains antwortet Northcote, eö sei bisher Nichts über den Vorschlag einer gemischten Occupatton entschieden. England halte i nausgffetzt an den Erklärungen seiner Vertreter auf dem Kongresse über diese Frage fest. Der Sultan glaube, er könne die Ruhe in Offrumelien aufreckt- ^halten; aber England wünsche natürlich ernstlich andere Maßregeln, um die Gefahr von Unruhen abzuwenden; die Regierung könne nicht versprechen, daß sie das Parlament ror seinem Schluffe in dieser Sache befrag-. Berichtigung. Dic auf nächsten Sonntag, den 6. April, cinberufenc Versammlung, bett, die Tabaks- »rage, findet nicht, wie untcim 1. April irrthünuich gemeldet war, in Berlin, sondern in Kassel statt. Wogner's Telegraphen'Bureau. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 6. April. Auguft Noll, Mäusburg. Wilhelm Lang, Neustadt. Jakob Klingelhöffer, Wallthorstraße.__ Seite heroorgerufen ist: , , ,f, vTYX„ „In diesen Tagen wird voraussichtlich einer der hervorragendsten Manner unserer Stadt, den wir beinahe ein Vierteljahrhundert im wahren Sinne des Wortes den unseren nennen durften, — em Mann, der in allen Schichten der Bevölkerung hoch geehrt und geliebt dasteht, uns verlassen. Geh. Medicinalrath Professor Dr. Eugen Seitz legt die von ihm 23 Jahre ehrenvoll bekleidete Professur für innere Medicin und die Direktion der medicinischen Klinik nieder, um sich künftighin ganz seinen schriftstellerischen Arbeiten widmen zu können. Im Hinblick auf die hervorragenden Verdienste, welche sich Herr Seitz als Lehrer und Gelehrter, als Arzt und aufopfernder Helfer der Rothleidenden erworben hat, erachteten es die früheren und jetzigen Schüler, sowie die Kollegen desselben für eine Ehrenpflicht, dem scheidenden Lehrer und Freunde ein würdiges Geschenk zu ube^ reichen Au diesem Zwecke bedurfte es nur der Anregung und sehr bald sanden sich einige Hundert Theilnehmer von Rah und Fern, ja selbst von jenfcit des Oceans. gestern, am 31. März, wurde das Geschenk von vier Vertretern der Schuler und Kollegen des Herrn Seitz überreicht. Wenn auch nicht den werthoollsten, so doch gewiß dm sinnigsten Theil dieses Geschenkes blldet - ein prachtvolles großes Album mit äußerst zahlreichen Photographien von Schulern und Kollegen, welch letztere meist Herrn Medicinakrath Seitz in schweren Krankheitsfällen als treuen Be- rather kennen und dabei nicht blos den Reichthum seines Wissens, sondern auch seine durchaus liebenswürdige Kollegialität schätzen gelernt hatten. Bei der Überreichung des Geschenkes wurde das tiefste Bedauern ausgesprochen wegen des allzufrühen Scheidens des Herrn Seitz von Gießen und seiner Ilniycriitat und dem herzlichsten Danke Ausdruck gegeben für all das Gute, das derselbe so^vlele Jahre hindurch den Schülern und Fachgenosscn Der hiesigen Hochschule und ötaDt, ja dem ganzen Lande erwiesen hatte. An demselben Tage wurde eine große, wohlgelungene Photographie in stattlichem Rahmen, von Lorbeeren umkränzt, in dem Auditorium der Klinik anfgehangt. Herr Geh. Medicinalrath Seitz geht von hier weg - aus der freundlichen Er- inncrunq, aus dem Herzen der Bevölkerung Gießens scheidet er nicht. Die Stelle des Herrn Proscssors Siitz wird - hoffentlich recht bald - wieder beletzt werden möge ein guter Stern die Führer unserer Alma Ludoviciana und die Großherzogliche Jce- aicruna leiten, - möge ein freundliches Geschick uns einen Mann Zufuhren, der ebenio- wohl ein eifriger Förderer der Wissenschait und vortrefflicher Lehrer, als ein treuer und aufopfernder Helfer der Rothleidenden ist! Lokales. Gießen, 4. April. In ven gestrigen Scbwurgerichts-Sitzungcn verurtbeilte der Gerichtsh Johannes Krailing von Hcuchelbcim wegen Verleitung zum Meineid in eine Zuchthausstrafe von 1 Iabt und 3 Monaten, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von 2 Jahren 2) den Jacob Wagner von Södel wegen schweren Diebstahls in eine Gcsängnißstrafe öon 41'2 Monaten, dagegen wurden Rembard Stephan von Reichelsheim, Gustav Schneider von Södel und Margaretba, deffen Ehefrau, in Folge des auf ein „Nichtschuldig" lautenden Dcrdicts der Geschworenen, von den ihnen angeschuldigten Vergeben der Dcibülfe und Hehlerei freigesprochen. Theater. Als letzte Vorstellung findet noch die so oft verlangte Aufführung des ,£)atterid)* statt. Der Ertrag derselben ist für das Gesammtpersonal und hat^ Herr Leib zu diesem Zwecke den Saal für Freitag und Samstag unentgeldlich zu Verfügung gestellt. — Herr Director Alberti, ein Darmstädter Kind, wird den Datterich spielen. Wer herzlich lachen will besuche die letzte Vorstellung! _____ p- Darmstadt, 1. April. Assessor Amend von Langen, der bekanntlich seine Frau erschoß, um ihren Todeskampf abzukürzen, ist, wie die Fr. Ztg. meldet nach mehrwöchiger Beobachtung in der Landcsirrenanstalt in Heppenheim für unzurechnungsfähig erklärt woroen. Es ist noch ein Superarbitrium eingefordert worden, das Verfahren wird aber wahrscheinlich eingestellt werden. Kassel, 30. Marz. Heute wurde der Arbeiter K- verhaftet, weil er das dreijährige Kind seiner Geliebten auf eine empörende Weise dadurch mißhandelt hatte^, daß er daffelbc nackt n siedendes heißes Waffer hatte. Das Kind behndet sich in ärztliche- Behandiung gebraucht aber nach Aussage des betreffenden ArzteS zu seiner Wiederherstellung mindestens sechs Monate, wenn cs überhaupt mit dem Leben davon kommt. Darmstadt, 2. April. Vogel- und Geflügelausstellnng. Der lanvwirthschasiltchc Bezirksverein Darmstadt hat in seiner Generalversammlung am 31. Marz für Ausstellung des Vereins für Vogel- und Geflügelzucht cmeri Ehrenpreis! für landwirthschaft. lick nutzbares Geflügel (Hühner, Enten, Gänsc, Truthühner), welches aus dem Kresie Darmstadt ausgestellt werden wird, bewilligt, und dadurch beroieicn, daß er, der erste ,n Hessen, den Werth der Geflügelzucht für die Landwirthschaft vollkommen anerkennt In Bavern, Baden und Württemberg haben schon seit langer Ze,t v.c Geflugelzuchtvere.ne, vom Staat und den landwirthschaftlichen Vereinen Hobe Geldbeträge zur D^ndunzalsPram,en erhalten, und hat sich dadurch in jenen Landern die landwirthschaftliche Geflügelzucht ganz bedeutend gehoben, wodurck den Landwirthen.eine reiche Einnahmequelle eröffnet wurde- Möge das Beispiel des Darmstädter Bezirksverems recht bald auch andere Bezirks- und Provinzial- vereine zu einem gleichen Vorgehen^veranlaffen^^^^^^^^^^^^^^^^^E^^^^MWM^^ ■ Kirchliche Anzeigen drr euaugrlischcuSemeinde suKießen. Gottesdienst: Sonntag den 6. April: Buß- und Bettag. Morgens: Pfarrer Dr. Seel. Nachmittags: Pfarrer Schlosser. (Kollekte für arme ev«ng. Gemeinden des Landes ) Donnerstag den 1". April Gründonnerstag: Morgens: Pfarrer Schlosser. ($eiet des heil. Abendmahls.) Freitag den 11. April Charfreitag: Morgens: Gymnasiallehrer Stamm. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner. Die Beichte findet Mittwoch dm 9. April, Nachmittags 2 Uhr, statt. Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 6. bi6 12. April besorgt Pfarrer Dr. Seel. Handel und Verkehr. Frankfurt, 2. April. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. 90 H, 2 Qual. 80 4/ im Detail 1. Qual. X 1.—, 2. Qual. 90 H. Handkäse das Pfund 50 -iS - H. Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf 22—25, geschälte Erbsen 24—28, tzpeisebohnen 22-28, Linsen 24-31 X Kartoffeln X 6.50. Es kostete Ochsenfleisch ver Pfd. 60—70 H, Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50—60 Hammelfleisch 50-63 H, Kalbfleisch 52—65 4, Schweinefleisch 60—70 Dörrfleisch 90 Schinken 85—90 «usqebeint 90 bis 1 X, Fleischwurst 80 H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwartmagcn, Zunqenwurst wird mit 85—4 bezahlt, gewöhnliche Leber und Blutwurst 60 Holz • Buchenscheitholz per Cubikmeter 1. Sorte X 9—10.—, 2. Sorte X 8.20-9. Tannen- ichettbolz 1. Sorte X 6.10—7, 2. Sorte X 6.—. Holz je nachdem geschnitten der Centner im Großen X 1.30-40, im Detail X 1.60—80. Tannäpfel per Hectoliter X 1.10-20. Lohkuchen da- Tausend X 9. Geflügel: Hahnen X 1.60-2, Hühner X 1.80—2 20, Tauben — H, Enten X 3.50, Schnepfen X 3.50, Poularden X 4. Salm das Pfund X 3-3.20, Hechte 90 H, Sols X 110, Schellfische 45 H, Karpfen X 1. Eier das Hundert deutsche X 4.60, im Detail das Stück 5 italienische X 5.80, im Detail 6 Heu- und Strohmarkt schlecht befahlen. Heu kostete je nach Qualität per Ctr. X 2 — 3, Stroh X 2- 2.20. Frankfurt, 3. April. (Fruchtbericht.) Endlich hat nun die Witterung sich günstiger gestaltet, auch die Nachte sind nicht mehr so kalt wie bisher. Ueber den geschäftlichen Verkehr läßt sich wiederum nichts Neues berichten, Berlin und Cöln senden tagtäglich flauere Course und die Speculation verharrt in ihrer Zurückhaltung Während unsere Mühlenbefitzer über die Schwerfälligkeit des Mehlverkaufs klagen, nehmen die amerikanischen Zufuhren an Dnnen- sionen eher zu, als ab und so kommt es, daß von einer entschiedenen Tendenz noch immer nicht die Rede sein kann. — Die vom Lande einlaufenden Berichte über den Saatenstand sind wcnia übereinstimmend, und wenn derselbe auch hier und da als unbefriedigend bezeichnet wird, so kann dieser Umstand Angesichts der Gewißheit, daß Amerika und Rußland anhaltend exportiren, nichts weniger als zu Hausse-Engagements ermuthtgen. — An unserem Markt war Weizen in Folge größeren Angebots flau. Wetzen ab unserer Umgegend X 193/4, fremder, frei Hier. 193/4- 20i/2 je nach Qualität und Herkunft. — Roggen verharrt auch in sehr gedrückter Stimmung; diese Unthätigkeit ist sehr erklärlich, da die Frage für Roggenmehl sehr beschränkt blieb, prima Roggen X 15V4—Vz, andere Sorten X 13 — 14*/2* — Gerste ohne Handel, Schatzunaswerth X 17—181/2. — Hafer war in dieser Woche sehr beachtet und gewann unter Schwankungen einen ferneren Aufschwung. Händler und Consumenten boten durch starke Kaufordres die nächste Veranlassung, jedoch wirkte auch die Kleinheit der Wasserzufuhren befestigender, da unser Platzbestand sehr geringfügig ist und Abgeber vorsichtig zurückhalten zum Hafer 141/4 — V2, andere Sorten 13V4—133/4. Hülsenfrüchte still, weiße Bohnen noch immer zu X i9Vz vergebens am Markt, die Festigkeit für Mehl, welche vorige Woche herrschend gewesen, damals jedoch schon keinem allgemeinen Vertrauen beaegnet ist, mußte diese Woche einer Flaue das Feld räumen. Futterstoffe beruhigter. Raps und Rüböl verlaffen. Herborn (an der Cöln-Gießener Eisenbahn), 3. April. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 328 Ochsen, 260 Kühe und Rinder, 651 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 28. April l. I. Temperatur in Gießen. März 1879. Niederste.......... Mittlere.......... Mittel früherer Jahre........ Höchste ........... Niederschlag an 12 Tagen ....... Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen —12,0 0 R. ■M^i „ + 2,64 „ + 12,0 „ 2,88 Par. Zoll. 1,34 Allgemeiner Anzeiger. ™3) Bekanntmachung. Holzversteigerung in den Maldungen des Gr. Majors Freiherr» von Nordeck zur Rabenau in der Oberförsterei Treis a. d. L. Donnerstag, den 17. April d. I. werden aus dem District -Struth p. p. bei Beuern versteigert: 19 Eichen Stämme von 43—65 cm Durchmesser und bis zu 14 m Länge mit 44,88 fm, 1 Buchen-Stamm von 48 cm Durchmesser und 8m. Länge mit 1,45 fm., 178 rm Buchen- und 13 rm Eichen-Scheiter, 48 „ „ „10 „ „ Knüppel, 311/z Hundert Buchen- und 81/? Hundert Eichen-Reisholz-Wellen, 75 rm Buchen- und 33 rm Eichen-Stöcke. Die Versteigerung des Holzes beginnt Vormittags präcis 9 Uhr im District Struth bei Beuern, ca. V2 Stunde von der Oberhessischen Bahnstation Groß-Buseck und Reiskirchen. Die Eichenstämme, welche von vorzüglicher Beschaffenheit sind und wobei sich auch ein zu einer Mühlwelle geeigneter Stamm befindet, kommen gegen 12 Uhr zum Ausgebot. Treis a. d. L-, den 3. April 1879. Amendt, Oberförster. 40 von 25 von und 10 266 5 5 28 7-8 und 5 25 1000 5 6 ir 1625 •f 7000 12 bis 27 Ctm- Durchmesser und bis zu 12 EichemScheite, 6 Meter Knüpstl und 830 8-12 7-12 105 407 1088 938 637 von und 15 16 18 228 Eichen-Stämme Mtr. Länge. Fichten-Stämme Mtr. Länge. 5 16 Wellen Buchen, Eichen, Birken- *nb Nadel-Reisig. Meter Rmtr. H tt Eentim. Durchm. Meter Länge. Nadel-Derbstangen Eentim. Durchm. Flur. 5 Meter Länge. Nadel-Stämme von 13—20 276 94 2. Klasse, gibt 40 Kr. Rente, Acker auf dem Fluth- graben, in der Au, 4. Klasse, gibt 16 Kr. Rente, Acker am Krofdorfer .Weg, bei der Brücke,*/23., Ve4. Kl., gibt 49‘/4 Kr., Rente, Uhr an versteigern: 14 bis 41 Ctm. Durchmesser und dis zu 12 Acker auf der großen Weide, i/22., ’/23 Klasse, gibt 1 fl. 44 Kr. Rente, 2950 Acker aus die kleine Donnerstag dn 10. April, Nachmittös 2 Uhr, sollen auf dahiesige) Ort§gend)t auf freiwilliges Ansuchen er Christian Bellof Wittwc und Stiern die denselben gehörigen Grundstitt meistbietend versteigert werden: 300 Acker daselbst, 4. Klasse, gibt 33 Kr. Rente, 282 4088 Acker daselbst, V23., V24. Klasse, gibt 1 fl.16 Kr. 20 6 58 Holz- und Vieh-Versteigerung Mittwoch, den 16. April l I. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird bis zum 1. September d. I. Credit gegeben. Die Zusammenkunft ist im District Langenbruch ber dem Eichen-Stamn bolz No. 21. Allertshausen den 29. März 1879. Großh. Bürgermeisterei Allertsba^ Römer. 26) Holzversteigerung. Montag den 7. April d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in den Waldungen der Gemeinde Allertshausen, Districten Langenbruch, Hosstätte, Burghaim und An- trefferkopf nachverzeichnete Holzsorti- «r.ente versteigert werden: 57 Eichen-Stämme von 16 — 52 Eentim. Durchm. und 5 — 14 lass en die unterzeichneten Vormünder auf der Scheidewühl bei Großen- tmfed? des Morgens von 10 nlw "" Äcker an der Weilburger Grenze, am Katzenfeld, 4. Klasse, gibt 71/2 Kr. Rente, Meter Buchen- Wellen Buchen-, Eichen- und Fichten-Reisholz;. Wellen Buchen-, csicyen- unv „ach diesem: 1 Fohlen, 2 Schweine, 6 Schafe mit Lämmer, 1 Gelles und 2jährige Mutterlämmer, 4 Kühe, 9 Rinder (wobei 2 Berner Rwe), 1.Doppel- sp änncr-Wagen mit Zugehör, 100 Centner Heu, und eine Sarne Dlckwurz. Ludwig Gerhard, Oelmullerm Steinbach. 2230) Wilhelm Schmitt II. in Sroßenbuieck. Länge. Buchen-Scheiter Eichen „ Buchen, Eichen u. Nadel- Knüppel. Buchen, Eichen u. Nadel- Stöcke. Weide, V22., V23 Klasse, 2687 Acker auf der Hohleiche, 2. Klasse. Rente, 3)( 1474 Acker am Wismarer 3*. i Weg, links, Gießen, den 3. April 1879. I. A.: Großh Ortsgericht Gießen. 2233)________Müller. 2232) Ein kleines Wohnhaus mit Garten vor der Stadt au verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. Bekanntmachung. Das von Jakob Edelmuth in Reiskirchen am 20. v. Monats mit seinen Gläubigern abgeschloffene Arrangement hat die gerichtliche Bestätigung erhalten. Gießen, am 1. April 1879. Großherzogl. Landgericht Gießen I. V. d. L. Langermann, 2236) Landg. Assessor. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 7. April 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Heingesboden und Altentisch nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 11,5 38,5 1 5 1180 Eichen 14 142,5 51,1 5600 (Durchforstungswellen) Nadel 3,3 24 6 54,5 2130 Aspen — 3,8 — — B. Bau-, Werk- und Nutzholz 8 Eichen-Stämme mit 1,03 Festm., 262 Fichten- „ „ 74,53 „ 99 Eichen-Stangen „ 4,03 „ 1159Fichtm- „ „ 68,45 „ Nach beendigter Holzversteigeru! g sollen die im District Ursulum aufge- arbriteten 21 Mtr. — 42 Lüste dürres Gras versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Grünberg an den Alten« ttschwiesen. Gießen, am 2. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2186) A. Bramm. Holzversteigerung. Dienstag den 8. d. Monats, des Vormittags von 10 Uhr an, soll indem Reiskirchener Gemeindewald, District Beuererberg, Reitzberg und Schlieberg nachverzeichnetes Holz ver» steigert werden, als: 6 Rmtr. Eichen-Knüppelholz, 6 „ Etchen-Stockholz, 6775 Wellen Buchen-Reisholz, Durchforstungsholz, 1425 „ Nadel, 2 Nadelstämmen 0,54 Fstm. enthaltend, 66 Nadel-Derbholz-Stangen, 3,94 Fstm. enthaltend, 160 Nadel-Reisig Stangen 3,57 Fstm. enthaltend. Die Zusammenkuuft ist im District Beuererberg an der Stelle wo die erste Holzversteigerung ihren Anfang genommen hat. Reiskirchen, den 1. April 1879. Grvßh. Bürgermeisterei Reiskirchen. 2208) Jünger. Dienstag, den 8. l. MtS. Vorm H1/2 Uhr soll die Mustkhalle auf dem Lenz'- schen Felsenkeller mit unbedingtem Zuschläge versteigert werden. Dieselbe ist im Mittel 6,30 m lang, 4,30 m breit, und 3,45 m im Lichten hoch, aus Fichten-Rundholz gezimmert, mit Bretterwänden und Schieferdach versehen. Gießen, den 4. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 2247) ' A. Bramm. Lindenstämmchen werden D 0 nner stag den 10. AP ril l. I., Mittags 2 Uhr ungefähr 600 Stück von 3 Meter — 10 Fuß Höhe und darüber in der Saatschule Basboden bei Tringenstein und ca. 3/4 Stunden oberhalb Eifenroth versteigert. Dillenburg, den 2. April 1879. Der Oberförster: 2242) Gentb. Iieil'geöotenes. 2249) 150 Ctr. Dickwurz und einen Haufen Spreu verkauft _C. Ahbach bei der Actien-Brauerei. 2245) Dtckwurz zu verkaufen bei _______________Friedr. Lampus. la. Magmschmiere in Holzkistchen i, Blechbüchsen 2226) be J. H. Schulhof. Schöner Saathaser und HM Wicken 2235) bei Ernst Wallenfels. 2198) 6 bis 8 Malter gute Setzkartoffeln sind zu verkaufen bei Georg Hammel, im Hause des Herrn DebuS früher Herberts Bleiche. 2195) Gin Haufen Mist zu verkaufen _________im Darmstädter HauS. 1822) Eine Kaute Mist zu verkaufen. _______Afterweg A. 108. 2176) Mehrere Wagen Kuhmist zu verkaufen bei Bäcker Steinberger. Samen-Handlung von Carl Deines 1933) empfiehlt: Oberndorfer Dickwurz, ächt. 2193) Mehrere große Oleander zu ver kaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl. 1913) Ein schöner Kinderwagen, 1 Ausziehtisch, 1 Damenschreibtisch billig _________I. Rothenberger, Lindenplatz. 2256) Wegzugshalber sind eine Partie Möbel und Betten billig zu verkaufen bei Christtau Iughard, Gartfeld 121 Süsse Bralhückioge treffen heute ein. (*2246 Gg. Wilh. W-idig. Patent-ledersohlcD. Dieselben sind bei Herrn Carl Berg zu gleichen Preisen wie bei mir zu buben 1780 Theodor liiichler. SxMXXXXXXXXXXXXXyxXX*yXKXXgXXXXXMXXXXXXXXXtt- Gießen den 2. April 1879. A. Henrich. 2177) Ein Junge wird nach Ostern in die Lehre gesucht von Bäcker Steinberger. Wermiethungen. 2244) Eine Familienwohnung zu vermietben auf der früheren Herbert schen Bleiche. Näheres im Hause selbst im unteren Stock. 2239) Das seither von Herrn Fabrikant Georgi bewohnte Logis ist per 1. Juni anderweit zu vermiethen. Karl Bergmann, Gartseld. Zu vermiethen ein Familienlogis (parterre) bestehend aus 2 Wohnzimmern, Küche Keller, Holz- raum zc. Lmdenplatz 244. (2240 ' 2251) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Th.^Zogt. 2252) Das bisher von Herrn Archltect Hug bewohnte Logis ist bis zum 1- Juli anderweit zu vermrethen. Seltersweg Llt. C. 72.