iden Krausse Dörfer. U'Weber. Liut. sowie des (2U7 in. *2 Uhr üg. !D. itaud. Hfl. öandplatten lachricht, oft ver« rau. ). Äpril 1- 3* her sravj-unb kspondtNj, « mail 2Bfnn ftd) "r Prns fWfl 40 blS f eliva w n Nr. 80. Freitag, den 4. April 1879 Meßmer "Anzeiger Anjchk- M AmtsW für ita Kttis Gießen. RedaelionSdureau r 1 _ _ Gxpediti-nSbureaur } Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. $rtid vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringe lohn _____ ' _________________Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. Betreffend: Gesetz, die Gesindeordnung vom 28. April 1877. haW„ U"8 Wahrn,hmu.,g g-macht wo,den daß jowoh! von den Dionsth'rrichaft n als von den Dienstboten und den Gesindeoerdlnaerinnen bZ'ch>.changLn7?werde" ®eflnbe°lbnUn8 bci‘,()!,d) b” ®auet btr ^nstzest und der -t-s.tzlichen Künd.gungszeit entweder nicht g-kknnt sind -der mch- «-leßlich- Bestimmungen Kn.°"""'°^ Cara"f ^"'uweisen, daß in hiesiger Stadt nach Art. 7 und 8 des rubricirten Gesetzes nachfolgende U 66errhr*l vereinbart, so wird der Vertrag als aus die Dauer eines gesetzlichen Vierteljahres abgeschloffen anaeseben E>» gesetzUcheS Vierteljahr beginnt e„t,veder,mt dem. ersten We.ktage natb Weihnachten oder mit dem ersten Werktage nach OSern sbg^ Johannistage oder mit dem Michaelrstage und schließt an rem Tage des Beginnens des jeweilig nachfolgenden Viertel- ^nbc deffelben^e!ngegangen^^ Vierteljahres abgeschlossener Dienstvertrag gilt bei dem Mangel anderweiter Vereinbarung als bis zu Der Dienstvertrag. welcher bei den auf ein Vierteljahr gemietheten Dienstboten nicht vier Wochen vor Ablauf der Dienil-eit gekündigt wird, ist für em weiteres Vierteljahr als stillschweigend erneuert zu betrachten. ' 8 ®legen, am 31. März 1879. GroßherzogUche Polizetverwaltung Gießen. ——______ _____Freseniu s. Deutschland. Berlin. Welche hohe Bedeutung die Eisenindustrie für unsere vvlks- wirthjcdasilichen Zustänke im Allgemeinen hat davon geben die Deposttionen der Sachverständlgen in der Eisen-Enquett-Commission über die Roheisen- Pcoductwn in Deutschland, bezw. über die Selbstkosten und Verkaufspreise des Robeisens Ausschluß. Als Gejammt Resultat dieser Erörterungen ergiebt sich: Westfalen, der Niederrhein und Schlesien haben so viel höhere Selbstkosten als England und Belgien, daß sie durch Betrt.bs-Veibesserungen nicht ausgeglichen werden können. Tie Verkaufspreise, welche dort erzielt werden, stehen im günstigsten Falle den Selbstkosten ohne Zins und Amortisation gleich, in vielen Fällen aber noch unter den Selbstkosten. Lothringen und Luxen bürg produciren gewöhnliches Puddel Roh.tsen, annähernd gleich den Werken Englands und Nord Frankreichs und kaum höher als Belgien, dagegen Gußerei-Eisen theurer als England und B lgien. Die Verkaufspreise ergaben den Selbstkosten gegenüber i och einen unerheblichen Ueberschuß. Die Maxi- milia. shütte tn Bayern, das e nzige süddeutsche Werk, dessen Verhältniffe con- statirt wurden, erzielt mit dem probucirten Roheisen einen ansehnlichen Ueberschuß über die Produktionskosten. Als Ursache dieser günstigen Lage des Werk.s wird hervorgehoben, daß dasielbe reiche Erzgruben ohne nennenswerthen Aufwand erworben hat. Von der Gesammt Etsenproduction Deutschlands zu 38,6 Mill. Centner Roheis.n im Jadre 1877 kommen auf die Eisenindustrie Rheinland Westfalen und Schlesien 75,8 pCt., auf Lothringen und Luxemburg 21,4 pCt. und auf den südlichen Distrikt 2,8 pCt., so daß nur bei einem Viertel dieser Production die Selbstkosten durch die Verkaufspreise gedeckt er- 'cheinen. Nach den vom Retchekanzleramt zur Eisen-Enquete mitgethellten statistischen Notizen betrug die G sammt Prokuction L eutschlands mit Luxemburg 1877 an Roheisen 38 6, an Gußwaaren 8,4, an Schweiß- und Flußeisen 30 Mill. Centner, welche nach Abrechnung des Roheisens einen Gesammtwerth von 326 Mill. Mk. repräse. tiren. Von welch' hoher Bedeutung die Eisen- production überhaupt ist, erkennt man, w»nn die Erzeugungekosten des Roheisens in ihren Bestandtheilen betrachtet werden. Nach den Aufstellungen der Sachverständigen entfallen trotz der verschiedenen Lage der Hohofenwerke doch im Durchschnitte nahezu 50 pCt. der Kosten auf Arbeitslohn und 25 pCt. auf Frachten. Da der Werth der Roheise, Production 1877 auf 111,6 Mill. Mk. berechnet ist, so find davon mehr als 50 Mill. Mk. an Arbeitslöhnen und ziemlich 30 Mill. Mk. an Frachten davon gezahlt. Hinsichtlich der Erzeugungskosten des Roheisens sei noch bemerkt, daß in England und Belgien für Puddelofen, Gießereieisen und Bessemer Roheisen die höchsten Preise 38, 45 und 58 Mk. betragen. In dem rheinisch - westfälischen Eisenbezirk stellen sich die Selbstkosten jedoch durchschnittlich auf 55, 65 und 69 Mk., im oberschlesischen Eisenbezirk aber bei denselben Sorten auf 52, 60 und 80 Mk.; im ludwestlichen Elsenbezirk gehen die Zahlen auf 37 und 40 Mk. (die dritte Sorte fehlt) herunter; der südöstliche Eisenbeztrk endlich productrt die verschiedenen Qualitäten zu 48, 50 uud 63 Mk. die Tonne. Die Fracht von England nach den Ostseehäfen beträgt 7 Mk. pro Tonne, von den südwest- deutschen Werken ebendahin aber 17J/2 Mk. Kesternich. Wie«, 1. April. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 31. März: Die Pforte stimmte principiell der gemischten Okkupation Ostrumeliens zu, wenngleich unter mancherlei Vorbehalten, worunter der Anspruch, daß die türkischen Truppen, deren Betbetligung an der Okkupation außer Frage sei, auch an der Besetzung der Balkanpässe participiren. — Am 30. M ärz sand ein Ministerrath wegen der neuen Redaktion der Convention mit Oesterreich statt. — Die Mitglieder der internationalen Commission für Ostrumelien werden hier auö Philippopel emireffen und am 5. April eine Sitzung halten, worin die erste Lesung des organischen Statuts für Ostrume- lien statlfindet. — Die Demission Khereddin Paschas wurde vom Sultan nicht angenommen. AranLreich. Versailles, 1. April. Der Senat nahm mit 157 gegen 126 von 283 Summen den Antrag auf Vertagung der Diskussion über den Antrag, betr. die Rückverlegung der Kammern nach Parts und die Revision der Ver- fafsung, an. England. London. In diesem Augenblicke stehen nach zuverlässiger Schätzung an heimisch-englischen Truppen 14,000 Mann Infanterie und 1200 Retter mtt 35 Kanonen, ungerechnet dte Freiwilligen und die Eingeborenen - Conttngente, auf dem Boden Natals zum Angriff gegen das Zululand bereit. Die Entsetzung Pearson's ist wahrscheinlich schon erfolgt, dagegen glaubt man, daß ein allgemeines, auf die gänzliche Vernichtung der Zulu-Armee abzielendes Vorgehen erst gegen Ende April werde erfolgen können. Inzwischen reichen die am Sonnig von Madeira telegraphirten Nachrichten ans der Capstadt und Pietermaritzburg bis zum 11. März herab. Es war an letzterem Orte gerade ein von den Zulus heftig verfolgter Bote Pearson's eingetroffen mit der Nachricht, daß die Lebensmittel blos bis Ende März ausretchten. Mit den Basutos hatte schon ein kleines Scharmützel stattgefunden, bei dem die Engländer 2, die Eingeborenen 20 Mann verloren. Sir Bärtle Frere stand int Begriff, sich zum Transvaal-Lande zu begeben, um der auf den 17. März an» beraumten Versammlung der Boers beizuwohnen. Ein eigenthümliches Manöver wird aus dem Norden des Zulu-Landes gemeldet. Cetewayo ahnt nämlich, daß er den Engländern ans die Dauer nicht werde Stand halten können und hat einen Theil seiner Truppen abgesandt, um im Norden die Straßen offen zu halten, die ihm und seinem Volke einen freien Abmarsch sichern würden. Italien. Rom, 1. April. Die Begnadigung Passanante's zu lebenslänglicher Zwangsarbeit hat trotz des noch nicht beendigten Zwistes über Abschaffung oder Beibehaltung der Todesstrafe überrascht, denn Paffanante war in aller Form zum Tode verurtheilt worden und die Begnadigung verdankt keineswegs irgend welchen mildernden Umständen oder gar der Empfehlung des Gerichtshofes ihre Entstehung, sondern ausschließlich dem zur Souveränetät gehörigen Begnadigungsrecht des Königs. Paffanante ist inzwischen schon am Abend deS 30. März nach der Insel Elba übergeführt worden. Nußkand. Petersburg. Ueber das Attentat auf General Drentelen bringen die russischen Journale noch folgende Einzelheiten: „Der Attentäter hatte während der Flucht eine Brieftasche verloren, in welcher sich 500 Rubel und ein versiegelter Brief befanden. Der Bries war an Drentelen adresfirt und fofl die Worte enthalten: „Wenn meine Kugel Dich nicht trifft, so richte ich an Dich im Namen des „Executiv-Comitös" die Mahnung, Du sollst auf der Suche nach dem Vollstrecker deS TodeSurtheils, welches das „Executiv.Eomi^" über Dich verhängt hat, nicht Unschuldige zur Verantwortung ziehen und dieselben foltern oder gar verderben lasten. Merke es Dir! . . . Solltest Du ober bi» (er Mahnung kein Gehör geben, so wird Dich unsere Kugel früher oder später erreichen." In den „Daily News" finden wir ein Telegramm anS Petersburg vom 28. März, welchem zufolge man bereits den Namen Desjenigen kennt, welcher daS Attentat aus General v. Drentelen ausführte. Vier SlaatSiäthe, deren Frauen und der Sohn eines derselben, ein Student, sind verhaftet. Telegraphische Depeschen. Waaner's telegr. «orrespondeuz - Bureau. Berlin, 2. April. Reichstag. Fortsetzung der zweiten Berathung des Gesetzentwurfes betr. Maßregeln gegen die Verfälschung von Nahrungsmitteln. §• 10 (Definition des Schuldbegriffes) wird nach langer Debatte mit einem den Begriff erweiternden Amendement von Bär (Offenburg) angenommen. Im §• 11 hatte die Commission die Fahrlässigkeitsstrafe verschärft. Das Haus stellt jedoch die Regierungsvorlage wieder her. 8- 12 wird nach der Commissionsfassung angenommen. Der Rest des Entwurfes wird nach unerheblicher Debatte in der Commissionsfassung genehmigt- Das Haus tritt nunmehr in die zweite Berathung des Vogelschutz-Gesetzes ein. 8- 1 wird mit einem unerheblichen vom Fürsten Hohenlohe-Langenburg gestellten Amendement genehmigt. 8- 2 wird gleichfalls genehmigt. Bei 8- 3, zu welchem zahlreiche Amendements vor liegen, beantragt Graf Stolberg die Ueberweisung des §. 3 und der übrigen Paragraphen des Entwurfes an eine Commission von 21 Mitgliedern. Das Haus beschließt demgemäß. Sodann werden eine Reihe von Petitionen ohne erhebliches Interesse erledigt. Bei Berathung des Stempelsteuergesetzes vertagt sich das Haus auf morgen. Wien, 2. April. Meldung der „Poltt. Corresp." aus Konstantinopel vom 2. April: Es heißt, daß ein türkischer Würdenträger die Königin von England in Italien begrüßen und der Sultan ein eigenhändiges Schreiben an die Königin richten werde. Das Project der gemischten Occupatton wird von den Bulgaren in Ostrumelien ungünstig ausgenommen. Man befürchtet Demonstrationen, wenngleich solche nur friedlichen Charakters sein würden. London, 2. April. „Morning Advertiser" meldet: Die britische Regierung beschloß, ein 5000 Mann starkes Truppen-Contingent nach Ost- rumelien zu senden. Pesth, 2. April. Unterhaus. Dem seitherigen Präsidenten Ghyczy, der seines hohen Alters wegen zurücktrat und sein Mandat niederlegte, wird der Dank des Hauses ausgesprochen. Apponyt beantragt, dem Auslande anläßlich der Sammlungen für Szegedin Dank zu votiren. Berlin, 2. April. Die gestrige erste Spazierfahrt ist Sr. Maj. dem Kaiser sehr gut bekommen. Nach seiner Rückkehr empfing der Kaisrr den Fürsten Bismarck, welcher für das Geburtstagsgeschenk Dank abstattete. — Der österreichische Feldmarschall-Lieutenant, Graf Bellegarde, ist aus Wien hier eingetroffen. — Bezüglich des Zolltarif Gesetzentwurfes, in deffen Berathung der Bundesrath heute elntritt, und worüber alsbaldige Berathung und Beschlnßfaffung im Bundesrath (nicht nochmalige Vorberathung durch die Ausschüffe) in Aussicht genommen ist, schreibt die „Prov.-Corr." : Die Regierung ist, wie auch der Präsident des Reichskanzleramts im Reichstage hervorhob, von der dringenden Noth- wendigkett einer baldigen Lösung der schwebenden Fragen überzeugt, weil unter der augenblicklichen Unsicherheit der Zustände das gesammte Erwerbsleben in Deutschland leidet. Den Uebergangszustand, worin sich die gesummten industriellen Verhältniffe befinden, möglichst abzukürzen, das erkannten der Reichskanzler und mit ihm die Bundesregierungen als ihre Pflicht und Aufgabe. Je rascher die deutsche Industrie aus dem Zustande der jetzigen Ungewißheit herauskommt, desto begründeter ist die Hoffnung auf eine neue aufsteigende Entwickelung. Der Reichskanzler wünscht deshalb die Zoll- und Steuervor- lagen, worüber bereits eine vertrauliche Verständigung unter den Bundesregierungen stattfand, noch vor Ostern an den Reichstag zu bringen, damit deren Berathung unmittelbar nach den Osterferien beginnen könne. Wien, 2. April. Der Ausschuß des Abgeordnetenhauses für das Seuchengesetz hat einstimmig das Prtnctp des Einfuhrverbots von Rindvieh aus ständig oder häufig verseuchten Ländern angenommen, wonach die Einfuhr von Rindvieh aus Rußland zukünftig verboten wäre. Pesth, 2. April. Das Abgeordnetenhaus hat den Gesetzentwurf über die Anschlüffe an die rumänischen Bahnen angenommen. Athen, 2. April. Bei Entgegennahme einer ihm von Epiroten überreichten Aoreffe antwortete der König mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß die Großmächte nicht die Ungerechtigkeit begehen würden, nicht alle die vom Congreffe in Berlin bestimmten Thetle von Thessalien und Epirus einschließlich Janinas mit Griechenland zu vereinigen. Paris, 3. April. Einem Telegramm des „Journal des Debats" aus London zufolge ist das griechische Circular an die europäischen Mächte abgesandt worden. Daffelbe appellire an die Großmächte und rufe deren Mediation an, damit die Entscheidungen des Berliner Congreffes die ungeschmälerte Aussühruna erhielten. Lokales. Gießen, 2. April. Herr Profesior Bratuscheck hielt gestern im Volksbildungsverein seinen dritten und letzten Vortrag über „vie Befreiung des deutschen Arbeiterstandeß". Die Versammlung war noch zahlreicher als bisher, doch erwies sich das Local noch als ausreichend. Der Vortragende setzte seinem Plane gemäß auseinander, was bis jetzt zur wirthschaftlichen Befreiung der Arbeiter geschehen sei. Er erörterte zunächst das Wesen und den Unterschied der Hauswirthschaft und Volkswirthschaft, zeigte, daß die vollkommenste Familienwirthschaft diejenige sei, welche durch das Pflichtgefühl und die Liebe ihrer Mitglieder zusammengehalten wird, und behauptete, daß die Volkswirthschaft in gleicher Weise ihr Ziel nur dann vollständig erreichen könne, wenn alle Mitglieder der Gesellschaft von strengem Pflichtgefühl und ächter Menschenliebe beseelt seien. Dann würden jeder für alle und alle für jeden arbeiten und die wirthschaftliche Freiheit würde mit der Cultur stetig fortschreiten, da jeder so weit wirthschaft- lich frei ist, als er durch die wirthschaftlichen Verhältniffe nicht in der Entwickelung und Be- thäligung seiner vernunftgemäßen Anlagen gehindert wird. Der Vortragende führte nun aus, wie in der Hauswirthschaft, wenn die sittliche Grundlage derselben fehle, der Egoismus, welcher auf der thierischen Natur des Menschen beruhe, zu Streit und Hader, zur Unterdrückung und zur Ausbeutung des Schwächeren durch den Stärkeren führe. Ein ähnlicher Zustand trete in der Volkswirthschaft ein, wenn sie nach dem Princip der Manchesterschule auf den freien Wettbewerb der egoistischen Intcreffen gegründet werde. Denn schrankenloser Wettbewerb entfeffele den Kampf um's Dasein, der nur den Sieg des ökonomisch Stärkeren zur Folge habe. Diese allgemeinen Ausführungen wurden verdeutlicht durch die Darstellung der wirthschaftlichen Zustände, die zu Anfang unseres Jahrhunderts besonders in England herrschten. Die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten, die Herrschaft des „ehernen Lohngesetzes" hätte den Arbeiterstand nicht nur zur wirthschaftlichen Sclaveret verurthetlt, sondern zugleich alle socialen und politischen Freiheiten illusorisch gemacht. Die schrankenlose Freiheit des Wettbewerbes bedeute die Herrschaft der unvernünftigen Begehrlichkeit und der Willkür, d. h. die geistige und sociale Unfreiheit. Der Vortragende warf nun die Frage auf, ob den dargelegten Uebelständen durch eine radikale Aenderung unserer Wirthschaftsordnung, d. h. durch Aufhebung der Lohnarbeit abzuhelfen sei. Er behauptete, daß diejenigen, welche diese Ansicht aufstcllten, die Ursache mit der Wirkung verwechselten. Die geistige Unfreiheit, d. h. die mangelhafte moralische Bildung vieler Capitalisten und Arbeiter sei die Ursache dtr wirthschaftlichen Unfreiheit, nicht aber um- qefeßit. Dies hätten die Experimente des Engländers Owen deutlich erwiesen. Er habe zuerst seine Arbeiter in Wahrheit wirthschaftlick befreit, indem er sie bildete und zugleich ihren Erwerbsinn durch Antheil an dem Gewinn seiner Fabrik in's Interesse zog. Als er jedoch später auf seinen communtstischen Colonien das Lohnprincip aufhob» seien seine Bestrebungen an der Trägheit und dem Egoismus der moralisch ungebildeten Arbeiter gescheitert. Der Mensch könne vermöge seiner sinnlichen Natur den Wettbewerb um das Eigentbum nicht entbebrcn und es komme nur darauf an, daß dieser Wettbewerb durch das Pflichtgefühl und die Menschenliebe in Schranken gehalten werde. Die vernunftgemäße Ordnung der Hauswirthschaft werde dadurch herbeigeführt, daß die Mitglieder der Familie vom Staate gesetzlich zur Erfüllung ihrer Pflicht gezwungen würden und gleichzeitig mit diesem äußeren Zwang allmählich zur ricytigen Einsicht gelangten. In ähnlicher Weise seien zunächst in England die Schäden der Volkswirthschaft geheilt. Seit dem Jahre 1802 sei dort eine Fabrikgesetzgebung geschaffen, die 1875 zu einem vorläufigen Abschluß gelangt sei, und zum Zweck habe, die Arbeitgeber an der Verletzung ihrer Pflichten gegen den Arbeiterstanb zu hindern. Zugleich aber sei den Arbeitern seit >824 durch die Coalitionsfreiheit die Möglichkeit zur Selbsthülfe gegeben. Dies« sei durch die englischen Gewerkvereine herbeigeführt, welche zuerst im Kampf mit den Arbeitgeber-Vereinen hauptsächlich durch Arbeitseinstellung die Jntereffen der Arbeiter: Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeitszeit, Schutz der Person, durchgcsetzt hätten, bis sich die Einsicht Bahn gebrochen habe, daß die vernünftigen Interessen der Arbeiter und Arbeitgeber zusammenstimmen. Seit 1860 seien darauf allmählich Schieds- und Einigungskammern als Arbeitsbörsen zur friedlichen Regelung des Arbeitsmarktes entstanden. Außerdem hätten die Gewerkvereine die wirthschaftliche Sicherung der Arbeiter durch Kranken-, Invaliden- und Sterbekaffen in die Hand genommen und gleichzeilig die Genoffen durch geistige und moralische Bildung fähig gemacht, öie wirthschaftliche Freiheit zur wahren Hebung ihrer Lebenshaltung zu benutzen. So sei das eherne Lohngesetz gebrochen, gerade weil man in dem Streben nach wirthschaftltcher Befreiung die Grundlagen unserer Wirthschaftsordnung unverbrüchlich festgehalten habe. Der Vortragende wies nun darauf hin, daß man in Deutschland die Bcfferung der wirthschaftlichen Lage der Arbeiter längst in derselben Weise wie in England erstrebt habe, daß wir aber vor England den Vorzug einer höheren Volksbildung voraus hätten und daber auf einen noch größeren Erfolg rechnen könnten. Doch sei bet uns die Entwickelung der Großindustrie später als in England eingetreten und daber die Fabrikgesetzgebung zum Schutze der Arbeiter noch unfertig. Die Gewerbezählunq von 1875 habe bewiesen, daß bei uns die überwiegend größte Anzahl der Arbeiter in den Kleingewerben beschäftigt sei und der Mittelstand, der die Ueber- macht des Capitals am wirksamsten hindere, werde jetzt durch bte Reorganisation der Handwerker-Innungen neu gestärkt werden, was wohl thunlich sei, weil das Handwerk als Kunstarbeit seinen Platz neben der Fabrikarbeit behaupten müffe. Der Vortragende machte hierbei auf eine Broschüre des Oberbürgermeisters Miquel von Osnabrück aufmerksam, von welcher er im Auftrage des Volksbildungsvereins den Zuhörern 10 Exemplare zur Lektüre vorlegte. Er wies besonders auf die dieser Schrift beigefügten Statuten der Schuhmacher-Innung in Osnabrück hin, die von der preußischen Regierung und den Regierungen mehrerer anderen deutschen Staaten als Muster zur allgemeinen Nachahmung empfohlen werden. Er erörterte darauf, was bisher in Deutschland geschehen sei um die Arbeitgeber durch das Gesetz an der Verletzung ihre Pflichten gegen die Arbeiter zu hindern und wie gleichzeitig die Selbsthülfe organisirt sei. Hierbei bezeichnete er als den Fehler der seit 1868 nach englischem Muster gestifteten deutschen ■ Gewerkvereine, daß sie von der Fortschrittspartei wie von den Socialdemokraten von vornherein als Mittel zu politischen Parteizwecken benutzt und dadurch der allgemeinen Theilnahme beraubt seien. Ferner hätten sie verhindert, daß die vortrefflichen von Schulze-Delitzsch ins Leben gerufenen Erwerbs- und Wirthschaftsgenoffenschaften von den Arbeitern bester verwerthet seien, da in diesen Vereinen nur etwa der 20. Theil der Mitglieder dem Arbeiterstande angehöre. Eine neue unseren Verhältnisten entsprechende Organisation der Gewerkvereine verbunden mit Einigungskammern sei also dringend zu wünschen. Doch sei unter den deutschen Arbeitgebern die richtige Einsicht und wahres Wohlwollen gegen die Arbeiter weit verbreitet. Daher sei zu hoffen, daß die vom Mittelrheinischen Fabrlkanten-Verein angeregte und von Männern ausgfast allen politischen Parteien unternommene Gründung des Vereins „Concordia" gelingen werde, welcher eine einheitliche Organisation aller auf die sittliche und materielle Hebung der arbeitenden Klassen gerichteten Anstalten bezwecke. Dann würde auch die vom Kaiser an seinem letzten Geburtstage genehmigte und unter das Protektorat des deutschen Kronprinzen gestellte Stiftung aus der Kaiser Wilhelms-Spende ihren Zweck erreichen. Diese Stiftung müsse eine Sühne des deutschen Volkes für die Attentate des vorigen Jahres sein, indem dadurch eine der Hauptursachen der schweren socialen Gebrechen beseitigt würde, deren Folge die Attentate gewesen seien. Doch würden die wohlwollendsten Bestrebungen der Regierung und aller Arbetterfreunde nichts fruchten, wenn die Arbeiter ihre Befreiung nicht selbst in die Hand nähmen, und dazu wolle der Dolksbildungsverein hier Anlaß geben. Er sei der Concordia als corporattves Mitglied beigetreten und laste den Aufruf zum Beitritte bei den hiesigen Fabrikanten circuliren. Er werde bis zum nächsten Herbst einen Arbeiterbtloungsveretn ins Leben rufen, worin ein ständiges Lehrercollegium Cyklen von Vorträgen halten und nach Be- dürfniß auch fachlichen Unterricht erthefien würde. Auch werden hiermit eine Volksbibliothek und ein Lesezimmer verbunden werden. Dieser Bildungs-Verein solle zugleich Anregung zur Hebung des materiellen Wohls der Arbeiter geben und durch den Verkehr derselben mit allen Freunden des Arbeiterstandes das wahre Arbetterprogramm der Zukunft zu verwirklichen suchen : durch geistige Freiheit, durch sittliche und intellektuelle Bildung die sociale und wirthschaftliche Befreiung zu sichern. An den Vortrag schloß sich eine Discussion, welche gegen 11 Uhr vertagt wurde; die Fortsetzung derselben findet Dienstag Den 22. April Statt. Gießen, 3. April. Von dem Scbwurgerichtshof dieser Provinz wurden ver- urtheilt: am 1- April, wegen Diebstahls, Beihülfe, Hehlerei und Begünstigung, a. Carl Lehr von Nidda in eine Gefängnißstrafe von 8 Monaten, b. August Schneider von Nonnenroth in eine solche von 7 Monaten, c. Heinrich Schrot von Gelnhaar, in eine solche von 7 Monaten, d. Wilhelm Schmidt von Nidda in eine solche von 3 Monaten, „ Heinrich Väth von Nieder-Rosbach, wegen Urkundenfälschung, in eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten. am 2. April Johannes Euler von Hoch-Weisel wegen schweren Diebstahls in eine Gefängnißstrafe von 4 Monaten; wegen zweier einfacher Diebstähle erfolgte Freisprechung. „ Elise Willenbücher von Hetzbach im Odenwald, wegen zwei schwerer und zwei einfacher Diebstähle, ihn eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 2 Mon., wovon jedoch 2 Mon. als durch die erlittene Untersuchungshaft bereits verbüßt in Abzug kommen. — „ wurde die Verhandlung der Anklagesache gegen Christoph Richters Ehefrau und Ph. Richter von Nieder-Weisel wegen Urkundenfälschung wegen Nichterscheinens eines der Angeklagten vertagt. Gießen, 3. April. Im Monat März 1879 wurden von Seiten der Schutzmannschaft arretirt: Bettler 107, Obdachlose 1, wegen Ruhestörung 11, Trunkenheit 8, Prosti- tuirte 10, Diebstahl 11, Betrug und Unterschlagung 3, auf Requisition wurden 4 Personen arretirt und Schulkinder 1. Anzeigen erfolgten in samtätspolizeilicher Beziehung wegen schädlicher Ausdünstung 5, Lebensmittelfälschung 6, bösartiger Thiere 5, in ficherheitspllizei« ttcher Beziehung gegen Bettler 107, Trunkenheit 4, Ruhestörung 52, Diebstahl 10, Betrug 5, Meldewesen 12, sonstige Sicherheitspolizei 14. Ferner wegen Thierquälerei 5, Prostitution 4, Störung der Sonntagsfeier 2, Uebertretung der Feterabendstunde 24, wegen Vergehen gegen die Droschkenordnung 2, Str^ßenreinigung 30, sonstige Straßenpolizei 49. Summa sämmtlicher Anzeigen 346 gegen 372 im Monat Februar. — Verhaftet wurden im Laufe des gestrigen Tages resp. Abends 2 Handwerksburschen, welche nach 9 Uhr Abends fechteten, 2 liederliche Dirnen und ein verheiratheter Mann auf Requisition einer auswärtigen Behörde. — In Frankfurt a. M. war der Kaffenbote bei der Rkichsbank Albrecht am 31. v. A. mit 32,000 3L einkassirten Geldern durchgcgangen. Nach einer Depesche des dortigen Polizeipräsidiums ist der Durchbrenner bereits ergriffen. — Im Wetzlarer Anzeiger fanden wir folgenden Nachruf an den früher schon hier wohnenden und jetzt wieder hierher übergesiedelten Herrn Lehrer W- Plaut: Wetzlar, 31. März. Am heutigen Tage scheidet aus unserer Mitte unser verehrter und verdienter Prediger, Lehrer und Cantor Herr W- Plaut. Wir verlieren an ihm einen Mann, dem Wahrheit und Recht die höchsten Ideale gewesen und der in That wie tn Wort, wie er dieses vorgestern in seiner ergreifenden Abschiedsrede mit Recht betonte, mit Einsetzung aller Kraft für dieses höchste Menschenprincip eintrat. — Aber wir verlieren in ihm auch einen Mann der strengsten und pünktlichsten Pflichterfüllung, und es ist keine von den vorgenannten Functionen, in welchen er nicht, wie namentlich auf dem Gebiete der Jugendbildung und Erziehung, die schönsten Erfolge aufzuweisen hätte. Wie uns daher fein Andenken stets theuer bleiben wird, so möge er sich aucb unser stets freundlich erinnern. Handel und Verkehr. Limburg, 2. April. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL. 18.20, Weißer Weizen JL —, Korn 12.25, Gerste JL 9.30, Hafer JL 6.80, Erbsen JL —, Kartoffeln 2.60. (Durchschnittspreis pro Malter.) Bekanntmachung. 2076) Bei mißlungenem Güteversuch wird über das Vermögen des Handklsgärmers Johannes Korn dahier, der förmliche ConcurS erkannt und werden sämmtliche Gläubiger des- selben vorgeladm, ihre Forderungen unter Vorlegung der Beweisstücke im Termin den 23. April l. I., Vormittags 10 Uhr C--Z-, dem Contradictor gegenüber unter dem Rechtsnachtheil der Ausschließung von der M isse anzumelden und zu begründen. Marburg, am 25. März 1879. König!. Amtsgericht Abtheilung III. Ladung. Johannes Wagner aus Geilshausen, zuletzt Wirth in Gießen, hat sich Anfangs d. I. an unbekannte Orte entfernt; sein zurückgebliebenes Vermögenreicht zur Deckung der Schulden nicht aus und sind Freitag den 18. April 1879, Vormittags 10 Uhr. alle Forderungen an Wagner nebst etwaigen Vorzugsrechten anzumelden bei Meldung der Nichtberücksichtigung bei Vertheilung des vorhandenen Vermögens. In obigem Termine hat I. Wagner Vorschläge bezüglich Befriedigung seiner Gläubiger zu machen, widrigenfalls Lediglich nach den Beschlüsien der erscheinenden Creditoren verfahren werden wird. (2008 Gießen, den 20. März 1879. Großh. Stadtgericht Gießen. I. A. d. D.: Oppermann. Dr. Gilmer. Holzversteigerung. Donnerstag u. Freitag als den 17. u. 18. April l. I., des Vormittags von 9 Uhr an, sollen in der Zimmer'schen Försterei Winnerod, in den Districten Waldburgsberg, Neuhof, Etchköpfel, Zipfen, Bauernhetde und Burg nachstehende Holzsontmente versteigert werden, als: 37 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 183 „ „ Prügelhol-, 402 „ „ Stockholz, 24 „ Eichen-Prügelholz, 21 „ Stockholz, 4 „ Nadel-Sch itholz, 74 „ „ Plügelholz, 41 „ „ Stockholz, 348 „ Buchen-Astreisholz, 570 „ Nadel- „ 651 „ Buchen-Stammreisholz. Die Zusammenkunft findet jedesmal in dem Z i m m e rächen Hof dahier statt. Winnerod, am 2. April 1879. 2207)________Sänger, Förster. Holzversteigerung. Dienstag den 8. d. Monats, des Vormittags von 10 Uhr an, so U in dem Reiskirchener Gemeindewald, Distrtct Beuererberg, Rettzberg und Schlteberg nachverzeichneteö Holz ver- steigert werden, als: 6 Rmtr. Eichen-Knüppelholz, 6 „ Eichen-Stockholz, 6775 Wellen Buchen-Rcisholz, Durchforstungsholz, 1425 „ Nadel, 2 Nadelstämmen 0,54 Fstm. enthaltend, 66 Nadel-Derbholz-Stangen, 3,94 Fstm. enthaltend, 160 Nadel-Retsig-Stangen 3,57 Fstm. enthaltend. Die Zusammenkuuft ist im District Beuererberg an der Stelle wo die erste Holzversteigerung chren Anfang genommen hat. Reiskirchen, den 1. April 1879. Grvßh. Bürgermeisterei Reiskirchen. 2208) Jünger. Mittwoch den 9. d. Mts., von Voimiriags 9 Uhr, sollen im alten Rathhaussaale versteigert werden: JL Maurerarbeit, vecanschl. zu 1551,85 Stetnhauerarbeit. „ „ 1422,40 Pflästererarbeit, „ „ 5054,71 Erdauffüllung, „ „ 2382,— Das Aufschlagen von Schutzgeländern in der Lahn, veranschl. zu 48,— Gießen, den 3. April 1879. Großh. Bürg rmeisterei Gießen. 2215) A. Bramm. Holzversteigerung. Dienstag den 8. April l. I., Vormittags 8 Uhr ansangend, sollen in den Waldungen der Gemeinde Keffelbach, Dikricre Rüdengeh^eg, Neu- geheeg und Kohlkaute: 3 Etchenstämme von 22—26 Ctm. Durchmeffer u. bis zu 17 Mtr. Länge, 208 Nadelstämme von 11—39 Ctm. Durchmeffer u. bis zu 16 Mir. Länge, 16 Buchen- und Birkenstämme von 10—62 Ctm. Durchmeffer und bis zu 5 Mtr. Länge, 186 Nadel-Derbstangen, 790 Nadel-Reisstangen zu Bohnenstangen geeignet, 25 Rmtr. Buchen Scheiter, 70 „ Nadel-Scheiter, 10 „ Buchen- und Birken- Knüppel, 351 „ Nadel-Knüppel, 538 „ Buchen- u. Nadel-Reisig, 118 „ Buchen- u. Nadel-Stöcke öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am District Rüdengeheeg bet Nr. 1. Keffelbach, am 29. März 1879. Großh. Bürgermeisterei Keffelbach. 2109) Becker. HolzoersteiMUNg in der Fürstl. Oberförsterei Lieh. In den Dlstricten Mühlwald, Schwarze Kuh, Wehrholz und Erlesberg sollen versteigert werden: Montag den 7. April: Scheith Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Wellen Eichen — 24 — 350 Buchen — — — 970 Nadelholz 10 58 36 3210 Zusammenkunft Morgens 10 Uhr bet Mühlsachsen. Dienstag den 8. April: 192 Stück Fichten- u. Kiesern-Bau- hölzer, kantig beschlagen, in Stälken von 10—25 Ctm., zusammen mit 49,41 Cbm. Inhalt, ferner im Wehrholz: 478 Eichenstangen mit 10,67 Cbm., SO Fichtenftämme mit 8,17 Cbm. und 1297 Fichtenstangen mit 50,85 Cbm. Inhalt. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr am Erlesberg unweit der Grünberger Straße, wo mit dem beschlagenen Holze der Anfang gemacht wird. Sich, den 31. März 1879. 2099) Wimmenauer, Forstrath. Holffchneidcrei-Derkaus. Donnerstag den 17. April, Nachmittags 2 Uhr, Versteigerung der Holzschnetderet der Gebrüder Köhler in Gießen mit Dampfmaschine, einem dreistöckigen Wohnhaus und einem Bauplatz, zusammen oder getrennt. Das Werk ist im Betrieb. Gießen, den 19. März 1879. 2096) Th. Batst, Hofg.-Adv. Holzversteigerung. Samstag den 3. d. Monats, Nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Wiesecker Gemetndewald, Distrtct Heegwald versteigert werden: 650 Stück Eichen-Weüen, 560 Stück Eichen-Srangen, zu Werkholz. Wieseck, den 1. April 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. 2197)________Lang._____________ Freitag den 4. April, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Pfandlocale dahier 4000 Stück Cigarren öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen den 3. April 1879. Großh. Ortsgericht. Müller. (2223 2196) Die Acker-Grundstücke: 15/4i8 in den Gräben 354 mKlft., 47i33 in der Lichtenau ) <2/134 an der Steinkaut I 04D 43/go an der Lahn 349 lHKlft., 24/211 am Schwarzacker 507 lüKlft., w/s6 vor dem Weiher 260 lHKlft. sind mit oder ohne Schäfereiberechtigung zusammen oder getrennt zu verpachten durch L. Labroifse, Hofg.-Ad'. Jeikgevotenes. 2193) Mehrere große Oleander zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition d. Bl._______ Petroleum- Kochherde zu bedeutend ermäßigten Preisen empfehlen (2198 Fliek K Kröll. 2195) Ein Haufen Mist zu verkaufen im Darmstädter HauS.____________ 2209) Eine Kaute Mist zu verkaufen- _________Herm. Euler, Mäusburg. -sllvöusqpW 6L8) 'U-ZUpLHj -ojj $ pq itstzrstztjsgriD Lszömqsqun SunchuraZ an8 (zu-'wLk 9JJ1 o$B) pußif - juj.uniu)!| Weihe Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drelltn den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder De- eorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung bet Th. Brücke 127) Schloßgaffe B. 1. 1873) Eine kleine Partie Korbwaaren verkaufe von heute ab zum Einkaufspreis. C. Fr. Conrad, Mäusburg Kleesamen, Grassamen empfiehlt (221t _____Wilhelm Seibert. 2198) 6 bis 8 Malter gute Setzkartoffeln sind zu verkaufen bei Georg Hammel, im Hause des Herrn DebuS früher Herberts Bleiche. Frische Cabliau, „ Hechte treffen heute ein. (2220 (Erntf Fischbach. Kleefarnen, Rothen, weihen und Luzerner, sowie Erbsen, Linsen und Wicken in la. Qualität billigst bet (2218 J". M- Schulhof. Bettsedern und Daunen, Drell, Barchent u. Federleinen Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung empfiehlt die Möbelfabrik und Lager von Th. Brück, 126)_____Schloßgasse B. 1. Süste rothe Valencia- Apfelsinen empfehlen (192 J. A. Busch Söhne. Neu! (Remontoirs) Neu! Taschenuhren««» c Zifferblatt empfiehlt (1981 R. Hartmann, Uhrmacher, ________________Lindenplatz 30.________ Prima amerikanischen Speck, trichinenfrei, per Pfund 40 Pfg., bei Pli. Bauer II.. 2027) Bahnhofstraße. § Mir Kuder-Vereine. Zwei- und vierriemige Boote, auch Outrigger, ein Jahr alt, werden billig abgegeben. Alle Arten Vergnügungsboote stets vorräthig. Auf Wunsch Zeichnungen. «los. Wirth, Bootbauer, Frankfurt a. M., Besitzer der Boote im Palmgarten, Erbauer von Schwimm- und Badeanstalten nach eigenem patentirten System. Ahornholz zu Laubsägearbeiten wieder eingettoffen bei 1774 Wilhelm Seibert. Gebrannten Java-IiaflTee I. Qualität ä 1 70 Mark per Pfund, einpfiehlt A. Znich scl. 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Weller, V. 2212) Ein schönes Mansardenzimmer (nach der Straße) zu vermiethen. I. Schmitt, Glaser Kanzleiberg. _ 2216) Ein Familienlogis zu vermiethen, am 1. Juni beziehbar. Chr. Noll IN., Kanzleiberg B. 66. 2193) Ein FamtiienlogiS zu ver- mtethen im Darmstädter Haus, Vorderhaus.___ 2199) *Ein Familienlogis hat zu ver- miethen. (Conrad Best, Schreinermeister. 435) Der 3. Stock meines Hauses zu vermiethen._____________Or. Dornsetff. 2006) 5 Zimmer, Küche rc. im 1. Stocke, gleich beziehbar, zu vermiethen. __________________F. Zöller, Neustadt. 545) Eine Familtenwohnung zu ver- miethen bei Ferd. Felsing, Neuenweg. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__________Sonnenstraße B. 65. 2032) Fein möblirte Zimmer zu ver- miethen._________________Wetnfaal. 2184) Ein möblirtes Zimmer billig zu vermiethen. Näheres bei Ww. Stock, ____________________Wallt hoi straße.________ 2133) Zimmer und Cabinet mit oder ohne Möbel zu vermiethen ________________________Gartfeld 114,6/iq.__ 1292) Eine Familienwohnung und ein möblirtes Zimmer' mit Cabinet zu vermiethen. Neuenweg 134. 1820) Wegen Versetzung des Herrn Dr. Wittmann ist das von demselben bewohnte Logis per 1. Juni d. Js., auf Wunsch such früher, zu vermiethen _________R. Oppenheimer Sohn. 1988) Zwei schön möblirte Zimmer sind in der Nähe der Kaserne zu vermiethen. Schloßgasse B. 1 Parterre. 1805) Ein Zimmer, möblirt oder un- möblirt, zu vermiethen. ____Adolf Host, Schießgärten. 2154) Ein möblirtes Parterre-Zimmer ist zu vermiethen im Hause des Herrn Böger, Gartfeld Nr. 118. 1803) Ein kleines Logis zu vermiethen. __________Adolf Host, Schießgärten. 1804) Ein Logis von 4Zimmern, Küche nebst Zubehör zu vermiethen. __Adolf Host, Schießgärten. 1818) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei H. Hochstätter Ww. 1797) Zwei freundlich möblirte Man- sardenzimmer zu vermiethen. Auf Wunsch mit Verköstigung. (§hr. Loeber Ww., Grünbergerstraße 436) Laden mit Wohnung zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl. Vermischte Anzeigen. 2210) Zur zeitweisen Führung der Bücher empfiehlt sich ein in der doppelten Buchhaltung erfahrener junger Kaufmann, selbiger ist auch im Versicherungswezen bewandert. Gefl. Adressen werden unter M. S. 71 in der Exped. d. Bl. erbeten. Capitalierr werden zum Zinsiuß von 41/«—5% als gute I. u. II. Hypothek plazirt. An- u. Verkauf von Gütern, Bergwerken rc. werden prompt u. billig besorgt. Nähere Auskunft ertheilt E. Overmann jr., Cöln, Weisenbausgasse 23. 2205) Zur bevorstehenden Saison bringe mein Lager in baumwollenen Strick- u. Häkelgarnen, Frauen- u. Kinderstrümpfen, Socken u. Beinlängen, in großer Auswahl und billigen Preisen in empfehlende Erinnerung. 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Die Aufnahmen finden am 21., 22. und 23. April d. I. im Local der höheren Mädchenschule statt. Anfragen sind an den Unterzeichneten zu richten. Die Großh. Direktion der höheren Mädchenschule. Dr. Wulckow. 2190) Am 1. April verlegte mein Leinen- S Wasche Geschäft nach der Zteichensand - Bahnhofsstrasse in das neuerbaute Haus des Herrn Ph. Strack. Das Geschäft bleibt wie bisher während meiner Abwesenheit geschlossen. Mit Hochachtung __________Herrn. Aug. Müller. 2192) Di- Alicen Schule eröffnet ihren Sommer Cursus den 16. April, Vormittags 10 Uhr. Anmeldungen zum Lehrerin-Cursus und Hand- und Maschinen-Arbeit können noch angenommen werden________________Der Borstand._____ Verein der nationalen und liberalen Partei. Ordentliche Generalversammlung Samstag den 5. April d. I. Abends 8 Uhr in Wenzels Garten. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vortrag des Herrn vr. Engelmann über die heutige wirth- schaftliche Lage und die neue Wirthschaftspolitik. 2139) Der Vorstand. In eine kleine Familie ein brave- Mädchen, welches etwas Gartenarbeit versteht, gesucht. Gute Zeugn ffe er» forderlich. Näheres bei der Expedition d. Bltts. 2221) Eine tüchtige Köchin mit guten Zeugnissen wird zum sofort gen Eintritt gesucht von Frau Kanzler Wafserschlcbcn E. 75^ 2162) Die Pfandscheine Nr. 30351 „ 31483 „ 31705 „ 31857 „ 31931 sind verloren gegangen Man bittet dieselben an Unterzeichneten bis zum 4. er. avzugcben, andernfalls die Gegenstände an Eigenthümer verabfolgt werden. K. Grünebaum. Gin Äeeordant zum Anfertlgcn von Ruffensteinen wird sofort gesucht. Näheres bei der Exped d. Bltts(2156 • s § 9 5 •s^ Daheim.! Die soeben erschienene Nr. 25 enthält! Zum 22. März 1879. Gedicht von B. Nabe. — Am tobten See. Novelle von W- von Dünheim. (Fortsetzung.) — Ein Gruß dem Kaiser. Nach den Bilde von Hofmaler Arnold. — Die Heirath deS Prätendenten. — Eine Pflegestätte dienender Liebe am Niederrhein. Von R- Soeius. — Vater und Sohn. Von Hans Herrig. Zu dem Bilde von Holmberg: Das Tabakskollegium Friedrich Wilhelms I. — Aus dem Leben einer deutschen Großstadt. — Am Familientische: Jnseraten- Schwindel. — Der neue Beherrscher Afghanistans. — Gesundheitsrath. Mit einer illustrirten Beilage: Staats - minister a. D. Delbrück, aus dem Reichstage kommend. Nach dem Leben — Die gute Stube. Eine kulturhistorische Plauderei zur Warnung für junge Ehepaare und solche, die es werden wollen, vom Vierzehnten. Heiraths - Gesuch. 2211) Ein junger Kaufmann, welcher in Gießen studirte, Familienverbältnisse halber aber das elterliche luerative Geschäft a. Rhein übernehmen mußte, wünscht die Bekanntschaft einer soliden hübschen Dame mit einigem disp. Vermögen zu machen. Ernstgemeinte Offerten bittet man vertrauensvoll an die Exped. ds. Bltts. ge- langen zu lassen.___________________________ Theater in Giessen. (Cafe Leib.) Freitag den 4. April: XII. und letzte Abonnements - Vorstellung. O! diese Männer oder Krieg den Frauen. Originallustspiel in 5 Acten von JtneifeL Samstag den S April: Zum erstenmale! Jiatterich« Lokalposse in Mundart der Darmstädter in 6 Bildern von N. 2206) Die Pireetlen. 4/4 >/28 M. ConfiAnst. i—i 4.14. Versteigerung (2180 gelesener Zeitschriften. BeranIworUicbe Redaction: A. Schcyda. — Druck und Vcruu, der Br üb [’ir'irn Univ.-Drnckerei (Fr. 6 6r. Picticki in «ieftfn Hierzu eene Berlage.