Nr. 29. Dienstag, den 4. Februar 1879. NedaetionSbnreau r e?xpeditionsbureau: AWgk- Mil AmtsRÄ für in Kms Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Schulstraße B. 18. T«K'-jO5Ä Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheit. Bekanntmachung. Beteffend: Das Betreten des Elses aus der Lahn. Das Betreten ves Eises auf der Lahn unterhalb des Wehrs am Woog ist bis auf Weiteres untersagt. Zuwiderhandlungen unterliegen nach Art. 292 des Polizeistrafgesetzes einer Strafe von 1 Mark bis 8 Mark 57 Pfennig. Gießen, am 3. Februar 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen. Fresenius. Uokilisch Deutschland. Berlin, 31. Januar. Heute werden die Arbeiten der Subcommtssionen zur Erörterung der technischen Fragen in Bezug auf Verhinderung der Verbreitung der Pest fortgesetzt, vornehmlich betreffs der Desinfection, Quarantäne und Sperre, nachdem bereits gestern das Einfuhrverbot erfolgt ist. Eine Plenarsitzung der Gesammt Ccmmisfion findet heute nicht statt. Die Basis der Commissionsarbeiren ist eine doppelte, und zwar einmal für den Fall der Einschränkung auf den jetzigen Pestheerd, was der augenblicklichen Sachlage entspricht, und zweitens im Falle des Wettergreifens der Epdemie. Es gilt für wahrscheinlich, daß in nächster Woche die in ihrem Fache hervorragende medicinische Autorität, Profesior Hirsch, selbst mit noch zu wählenden Aerzten sich nach Rußland begibt. Von berufenster Sette wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Abnahme der Erkrankungsfälle in dem augenblicklichen Pest- Rayon durch große Kälte hervorgerufen wird, was natürlich die Vorkehrur.ge- maßregeln nicht beeinträchtigen dürfe. Von competenter Sette wtrd die russische Berichterstattung nicht für mangelhafter gehalten, als die localen Zustände der betr. Gegenden sie bedingen muffen, und wird ferner darauf hingewiesen, daß bei den drei letzten großen Pest-Epidemien, 1828 in den Donau-Fmst.n- thümern, 1874 tn Mesopotamien und 1876 in Bagdad, von deutschen, italienischen und österreichischen Aerzten zunächst falsche Diagnosen erfolgten, wonach sich auch die vorgekommenen falschen Clasflfictrungen russischer Localärzte erklären. Berlin, 1. Februar. Einer an der hiesigen Börse angeschlagenen Bekanntmachung des Börsenvorstandes tn Astrachan von gestern zufolge, ist tn Wetltanka (200 Werft von Astrachan) seit 10 Tagen fein Krankheitsfall vorgekommen. Ebenso ist tn den übrigen streng tsolirten Dörfern die Epidemie verschwunden. Nur tn Selistrenn befinden stch 3 Kranke. In Astrachan und aus allen Wolga- und Meer-Fischereien herrscht wie immer vollständige Gesundheit. Berlin, 1. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Heute Mittag kurz nach 12 Uhr schloffen die Verhandlungen des Kriegsgerichts tn Sachen des „Großen Kurfürsten." Bei dem Schluffe der Sitzung ermahnte der Vorsitzende, den Bestimmungen gemäß, die Richter, die Entscheidung geheimzuhalten, bis die kaiserliche Bestätigung des Urthetls erfolgt sei. Barmen, 1. Februar. Der „Barmer Ztg." zufolge ging auf die Adreffe der dortigen Stadtverordneten-Versammlung folgende Antwort ein: Friedrichsruhe, 29. Jan. Das gefällige Schreiben vom 21. d. habe ich mit Dank erhalten. Ich bin mit Ihnen der Ansicht, daß unsere Industrie rücksichtltch der Halbfabrikate, deren sie bedarf, auf Schonung ihres Besitzstandes Anspruch hat, sobald ihr mit entsprechend erhöhtem Schutze des vollen Fabrikats nicht geholfen werden kann. Der Staat schuldet aber der Land- wirthschaft gleiche Beachtung wie der Industrie und wenn Beide nicht Hand in Hand gehen, wird keine ohne die andere stark genug sein, sich zu helfen. gez. v. Bismarck. Aus Bayern, 31. Januar. Endlich ist doch einmal die Thaisache zu verzeichnen, daß ein katholischer Bischof selbst die tn seinem Bezirk angeblich vorgekommenen Muttergottes-Erscheinungen und ähnliche Phantasien für Schwindel erklärt hat. Es ist der Bischof von Regensburg, Herr v. Sene- strey, dem diese Ehre gebührt und die schwindelhaften Erscheinungen sollten tn den Jahren 1876 und 1878 bet Mettenbach gesehen worden sein. Der Bischof nahm indeffen sofort selbst die Sache in die Hand und hatte sie alsbald ein Ende. Er ließ die Kinder tn Erziehungs-Anstalten bringen und verhörte sie dann einzeln. Und einstimmig sagten sie aus: „Daß sie niemals Erscheinungen gehabt, niemals die Mutter Gottes, das Jesuskind oder den leidenden Heiland, niemals Engel oder Heilige oder arme Seelen gesehen oder Worte von ihnen vernommen haben. Alle ihre früheren Aussagen, als hätten sie in der Waldschlucht oder zu Hause oder an anderen Orten jemals eine Erscheinung dieser Art gehabt, seien unwahr." Wenn bet den übrigen Schwindeleien, betr. Muttergottes Erscheinungen rc., die maßgebenden Geistlichen tn ebenso ernster Weise ihre Pflicht getban hätten, wie der Bischof von Regensburg, dann wäre wohl manches Unheil und zwar zum eigensten Besten der katholischen Kirche verhütet worden. München, 1. Februar. Der Antrag des Referenten Walter bezüg- er Hheif. lich der Herabminderung der Militärlast wurde heute von dem Finanzaus- schuffe d's Abgeordnetenhauses berathen und von demselben abgelehnt. München, 1. Februar. Die Kammer der Reichsräthe berieth heuie über die Beschwerde von Einwohnern in Groß-Karlbach wegen der dortigen gemischten Schule. Referent Frhr. v. Schrenk empfiehlt gemäß dem Beschluffe des Ausschuffes den Antrag: Den König zu bitten, 1) die einschlägige Verordnung von 1873 aufzuheben; 2) die Simultanschule in Groß-Karlbach in eine confeistonelle umwandeln zu lasten. — Für den Antrag sprachen die Erz> btschöfe von München und Bamberg, sowie der Frhr. v. Frankenstein. Minister v. Lutz erklärt, diese Frage sei mit der gestrigen identisch. Bei der Ab- stimmung wird Punkt 1 mit Stimmengleichheit abgelehnt, Punkt 2 mit 26 gegen 20 Stimmen angenommen. Gotha, 1. Februar. Der gemeinschaftliche Landtag hat einen Ver- mittlungsa. trag, wodurch der Conflicl mit dem Minister für ausgeglichen gilt, angenommen. Oesterreich. , Wien, 1. Februar. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: Die rumänische Regierung hat Oesterreich-Ungarn zur Entsendung von Aerzten nach Bukarest zur Überwachung der Ausführung der Wiener Beschlüsse eingeladen. Die russische Regierung dtsponirte Truppen für die eventuelle Bildung eines Cordons längs des Pruths und die zweite Landwehr zur Cor- donlinie; außerdem bereitet dieselbe eine Quarantäne in Urgheni vor. Nach den neuesten Berichten tritt die bulgarische Nationalversammlung am 22. Febr. in Tirnova zusammen. Wien, 1. Februar. Das „Telegr.-Corresp.-Bureau" erfährt von zuverlässiger Seite: Seit einiger Zeit finden auf Initiative Deutschlands zwischen Wien und Berlin Verhandlungen über den Art. 5 des Prager Friedens statt. Da von Seiten Oesterreichs auf Aufrechterhaltung des Oesterreick- Ungarn in jenem Artikel bezüglich der Bevölkerung Nordschleswtgs eivgeräuw- ten Rechtes kein Werth gelegt wird, ist alle Aussicht vorhanden, daß diele Verhandlungen zu weckselsettiger Befriedigung in einer den Wünschen Deutschlands entsprechenden Weise demnächst beendet werden. Dadurch würde neuerdings eclatant die Intimität der zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden Beziehungen documentirt werden. Pesth, 1. Februar. Im Abgeordnetenhause legt der Finanzausschuß den Bericht über daS Anleihegesetz vor. Apponyi urgirt die Beantwortung seiner Interpellation in Betreff der Organisation für Bosnien und die Herzegowina. Der Ministerpräsident verspricht die Interpellation in der nächsten Woche zu beantworten. Marcus interpellirt in Betreff der Pest. Stmonyt stellt den Antrag, die Regierung möge angewiesen werden, den Verkehr zwischen Ungarn und Rußland durch Errichtung eines vollständigen Grenzcordons für die Dauer der Epidemie einzustellen. Der Mtnisterpästdent beantwortete die Interpellation bezüglich der Vorkehrungen gegen die Pest mit dem Hinweis aus das Einvernehmen mit Oesterreick und Deutschland wegen der vorbereiteten Maßregeln. Im Falle einer größeren Gefahr sei auch der Kriegsminister ersucht worden, das Notwendige zu verfügen. Nebst Rumänien habe auch Serbien im Falle einer Gefahr Verfügungen erlassen. Er glaube, Rußland werde die ausländischen Fachmänner freundlich empfangen. Nach den neuesten Berichten sei die Epidemie im Abnehmen begriffen, doch sei es ungewiß, ob dies nicht die bloße Folge der großen Kälte sei. Kossand. Haag, 1. Februar. Der König hat Dembeer Poortugael zum Kriegs - Minister ernannt. Arankreich. Paris, 1. Februar. „Temps" meldet AsDer Ministerpräsident Dn- faure bat im Ministerrath seinen unwiderruflichen Entschluß kundgegeben, feit e Demission zu nehmen. Auf alle Vorstellungen antwortete er, daß die neue Situation neuer Männer bedürfe. Dufaure wird heute Abend den Präfiden- ten der Republik von seinem Entschluß in Kenntniß setzen. England. London, 31. Januar. „Standard" meldet aus Khost: In Fo'ge der drohenden Haltung der Mangals verließ General Roberts das Fort Khost und verbrannte die dortigen Vorräthe. London, L Februar. Hartington wurde g-stern als Lordrector der Universität Edinburgh tnstallirt. — „Times" melden aus Konstantinopel: Laut Mlttheilung einer einflußreichen mit den Absichten der Regierung vertrauten Persönlichkeit wird die Pforte demnächst einen Plan bezüglich der Wiederaufnahme der Zinseuzahlung auf die türkische Schuld veröffentlichen. Durch eine Vereinbarung, welche die Zölle unter Controle einer utternatie- nalen Commission stelle, würden 8 Mill. Pfd. Sterl. erzielt werden, welche zur Amortisation des Papiergeldes und Organisation der Gensd'armerte und Gerichtshöfe verwendet werden sollen. Midhat Pascha, General-Gouverneur von Syrien, erhält einen Firman, welcher denselben zur Organisation der Gensd'armerie in Syrien mit ausländischen Jnstructoren und Officieren ermächtigt. Ein ähnliches Corps soll für die Provinz Anatolien organisirt werden. London, 1. Februar. Nachrichten aus Capetown vom 14. Januar zufolge haben die Feindseligkeiten zwischen den britischen Truppen und den Zulu-Kaffern begonnen. Edinburgh, 31. Januar. In dem Proceffe gegen die Directoren btt City of Glasgow Bank wurden der Director Potter und der Gerant Stronach aller ihnen zur Last gelegten Acte für schuldig erklärt. D e übrigen Dtrectoren wurden für schuldig erklärt, die Bilanzen der Bank gefälscht zu buben. Die Verkündigung des Urthetls findet am Sonnabend statt. London, 1. Februar. Das Strafurtheil gegen die Dtrectoren der Glasgow Bank ist heute veröffentlicht worden. Danach wurden der Director Potter und der Geschäftsführer Stronach zu je 18, die fünf anderen Angeklagten (Taylor, Inglis, Wright, Salmond und Srewart) zu je 8 Monaten Gffängniß verurthetlt. Der Richter erklärte, so weit das Erkenntniß reiche, sollte die Fälschung der Ausweise anscheinend nicht eigenen Vorthetl, sondern dem Interesse der Bank dienen. Dies sei strafbar, indessen im niederen Grade. Das Strafmaß ist niedriger, als vielfach erwartet worden war. Das anwesende Publikum bekundete deswegen sein Mißfallen. Rußland. Petersburg, 1. Februar. Außer den den Vertretern Rußlands im Auslande zur Mlttheilung an die resp. Regierungen zug-fertigten Aufklärungen über die diesseitigen Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung der Pestoerschleppung find auch nach Berlin, Wien und London Ersuchen gerichtet worden, durch die jenseitige Entsendung von Aerzten den Stand der Epidemie constatiren zu lassen. General Loris-Melikoff, welcher, wie gemeldet, mit den ausgedehntesten Vollmachten nach Astrachan abgehen soll, wird als General-Gouverneur des provisorisch zu errichtenden General-Gouvernements fungiren. — Der Kaiser hat folgende von dem Minister- Comit6 beschlossenen Maßregeln genehmigt: Niederbrennen dec Stanitza Wetlranka, nöthigenfalls noch anderer Dörfer oder einzelner Gebäude. Die Einwohner werden in anderen Ortschaften des Quarantäne-Bereiches untergebracht und erhalten Entschädigung. Der Civil-Administratton wird behufs Ausübung des Qnarintäne- Dienstes die erforderliche Truppenzahl sofort zur Verfügung gestellt. Em besonderer Bevollmächtigter wird in das Astcachanffche und die angrenzenden Gouvernements entsendet und demselben eine ärztliche Commission zur Untersuchung der Epidemie und zur Desinfection angesteckter Localitäten beigegeben. — Ein officielles Telegramm aus Astrachan meldet: In Wetlianka und Umgegend am 30. Januar kein Kranker. In Selistrenn aber kamen am 30. Januar zu den vorhandenen 2 Kranken 6 neue hinzu. Alle hatten mit von der Epidemie Ergriffenen in Berührung gestanden. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Eorrespondenj-Bureau. Wien, 2. Februar. Der „Montagsreoue" zufolge wurde in den jüngsten Tagen zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland ein Vertrag abgeschlossen, worin ersteres auf die Geltendmachung der Klausel des Act. 5 des Prager Friedens, wonach die Retrocession Nordschleswigs von einem Plebtscit abhängig gemacht wird, verzichtet. Nisch, 1. Februar. Die Nationalversammlung hat einstimmig die Regierungsvorlage, betr. die Aufhebung der auf die Juden bezughabenden Beschränkungen, angenommen. Es erübrigt nur noch die Sanction der großen Skupschtina. Die Sitzungen der Skupschtina wurden heute geschloffen. Paris, 2. Februar. Die „Agence Havas" meldet: Die Demission Dufaure's ist unwiderruflich. Mehrere Persönlichkeiten werden von den Journalen als deffen Nachfolger bezeichnet, hauptsächlich Freycinet, Marcere und Märtel. Paris, 2. Februar, Abends. Nachdem alle Bitten, Dufaure zum Verbleiben im Amte zu bewegen, erfolglos gewesen, hat der Präsident Gcevy den Minister des Aeußern, Waddington, mit der Bildung eines neuen Cabi- nets beauftragt. Petersburg, 3. Februar. Der „Regierungsbote" widerlegt auf Grund einer durch den Generalgouverneur von Moskau vorgenommenen Untersuchung die von einem Moskauer Blatte gebrachte Meldung, daß die Pest unweit Moskau im Dorfe Wtffokoje, 20 Werft von Serpuchow, erschienen. Die Krankheit, wovon vier Menschen betroffen wurden, erwies sich als ein syphoi- dales Fieber mit regelmäßigem Verlaufe. Alle daran Erkrankten sind in der Besserung begriffen. ___________ Wer ist Consument? Heber diese Frage bleit in der am Sonnabend den 25. v. Mts. abgehaltenen zahlreich besuchten Sitzung der Berliner „Volkswirthschaftlicben Gesellschaft" der Geheime Ober- Regierungsrath Dr. Engel einen höchst instruktiven Vortrag, in welchem er ausführte: Er hätte das Thema auch anders nennen können: „Der arme Consument", weil gegenwärtig nur die Producenten das Wort führen und ihr Jntereste geschützt wisien wollen; noch Niemand aber habe sich der (Konsumenten, angenommen. Man muffe vier verschiedene Kategorien der Bevölkerung unterscheiden. Zunächst diejenigen, welche nicht produciren können, die Kinder im Alter bis zu 15 Jahren. Im deutschen Reich seien dies 34 Procent der Bevölkerung oder 14 Millionen Einwobner. Im producirenden Alter stehen vie Personen im Alter von 15- 65 Jahren- Im deutschen Reich seien dies 60 Procent oder 25 Millionen. Don diesen scheiden aber wieder eine Menge als Consumenten aus, nämlich alle Beamte, Angehörige der Armee und Marine, Künstler u. s. w. Es seien dies 10 Procent, so daß 50 Procent ober die Hälfte von 42 Millionen, d. h. 21 Millionen Producenten übrig bleiben. DenMest bilden diejenigen Personen, welche nicht mehr produciren können. Diese Zahlen für Deutschland stimmen im Allgemeinen mit denen für Frankreich überein bis auf einen merkwürdigen Umstand. Es nämlich die Zahl der producirenven Klassen in Frankreich größer als in Deutschland. In Frankreich stehen nicht 60, sondern 65 Procent bei 45 Millionen Einwohnern im Alter von 15—r.5 Jahren. Hieraus erkläre sich, Daß die Franzosen in der Production uns überlegen seien. Die Zahl derer, die nicht produciren können, sei selbst kleiner. Ehe man die Frage: Wer ist Conjumcnt? richtig beantworten könne, müsse man sich darüber klar sein: Was ist Consumtion? Unter Konsumtion pflege man indeß im gewöhnlichen Sinne nur der Verzehr zu verstehen. Verzehr sei Der Genuß von Lebensmitteln zu einem gewissen Zweck Die Frage sei nun, wie ist dieser Verzehr zu messen? An Hülfsmitteln, den Verzehr zu messen, gebe es fiskalische, wissenschaftliche und sociale. Die fiscalffchen seien die zahlreichsten; man finde sie in jedem Lande. Man habe sehr bald gefunden, daß der Verzehr ein außerordentlich dringendes Bedürfniß sei. Dann sei der Gesetzgeber od-r der Verwalter gekommen und habe gesagt: Alles, was du verzehrst, davon hast du eine Abgabe zu entrichten. Deßhalb die vielen Steuern auf Verzehrsgegenstände. Man habe diese Gegenstände zur Ziffer gebrach: und eine Rechnung ausgestellt, tote viel auf den Kopf der Bevölkerung komme. Man toiffe aus diesen Rechnungen ziemlich genau, wie viel Kaffee, Thee, Zucker, Bier, Wein, Branntwein, Tabak u. bergl. gebraucht werbe. Je mehr die Steuer aufgehört habe, die einzelnen dieser Producte zu versteuern, desto mehr seien eine Menge von Willkürlichkeiten und Schätzungen an die Stelle genauer Rechnungen getreten. Der Verzehr sei in Preußen seit der Gründung des statistischen Bureaus, seit 1806 bis 1863 um das Dreifache in der Ausgabe dafür gestiegen, nicht in der Menge. In Frankreich betragen die indirekten Steuern 38,6 Francs auf den Kopf der Bevölkerung. Viele Menschen halten diesen Betrag für ein Zeichen glänzenden Wohlstandes. Es sei indeß nicht alles Gold was glänzt. In der neuesten Zeit regen sich Stimmen in Frankreich, welche einen Krach daselbst nicht für unmöglich halten. Der Druck und die Entbehrung der Leute habe das höchste Maß erreicht. Diese Staatssteuer der 38,6 Francs sei indeß noch nichts gegen Paris. Es gebe in Frankreich eine Reihe von Städten, welche den Octroi haben, eine Stadtabgabe. Dieselbe betrage in Parts 120 Millionen Francs. Da die Bevölkerung von Paris beinahe 2 Millionen sei, so komme auf jeden Kopf noch ein Oetroi von 60 Francs. Man könne die Ausgabe auf den Verzehr auf 140 Francs berechnen für Jeden, der in Paris wohne, abgesehen von den direkten Steuern. Dieser Octroi erstrecke sich auf die unglaublichsten Dinge, die nur irgendwie zum Leben gehören. Er sei ein ausgebildetes fiscalisches Erhebungssystem. Aehnlich sei cs in anderen größeren Städten, nur daß die Ziffern nicht so hoch seien. In Deutschland sei die Steuer ebenfalls nicht klein; die Getränkesteuer aber fei deßhalb so groß, weil viele Getränke confumlrt werden. Es klage Jeder über den zunehmenden Alkoholismus. Derselbe habe dermaßen an Umfang zugenommen, Daß von sämmtlichen Insassen in Strafanstalten 46 Procent angetroffen würden, die theils Gelegenheits-, theils Gewohnheitstrinker sind. Die Insassen in den Irrenanstalten seien noch mehr aus alkoholischen Zuständen dorthin gekommen. Man könne die Zahl der Personen, die aus Uebergenuß der öffentlichen Unterstützung anheimfallen oder in öffentliche Anstalten untergebracht werden müssen, auf 50,000 anschlagen. Wenn man fragt, tote hoch sich die Unterhaltungskosten von diesen 50,000 belaufen, so komme man auf eine sehr bedeutende Summe, die sich aber gewöhnlich der Beobachtung entzieht. Es lasse sich nicht leugnen, daß die indirecte Steuer weniger hart empfunden werde als die directe. Aber zu sagen, daß man sie nicht merke, sei nichts als eine Apologie auf eine unordentliche Haushaltung. Man solle sich nur gewöhnen, sich über seine Ausgaben Rechenschaft abzulegen, so werde man sie ebenso gut merken, wie die birecten Steuern. Im Allgemeinen werde man sagen können, daß der Verzehr auf Den Kopf der Bevölkerung sich etwa folgendermaßen stelle: 254 Kg. Getreide und Hülsenfrüchte, 9*/2 Kg Fettstoffe, 13,31 Kg Milch- und Oelspeisen, 3 4 Kg. Fleisch und Fische, 161 Kg. Gemüse und Früchte n s. w Dr. Simmler habe ermittelt, daß in der Schweiz die Nahrungsmittel- Erzeugung nur für einen gewissen Theil des Jahres ausreiche, und daß für 105 Tgge Nahrungsmittel angeschafft werden müßten Unabhängig hiervon habe früher Dr. Reuning in Dresden dieselben Untersuchungen in Sachsen angestellt Er habe genau dasselbe gefunden, daß für 105,8 Tage Nahrungsmittel in Sachsen mangem, jedoch nicht in allen Landestheilen gleich; im Regierungsbezirk Dresden für 166 Tage, in Leipzig nur auf einen Tag, aber in dem industriellsten Theile, im gewerblichen Regierungsbezirk Zwickau für 233 Tage. Redner theilt diese Zahlen als Illustration Dafür mit, weil Der sächsische Landesculturrath sich mit Befriedigung darüber ausgesprochen habe, daß Kornzölle eingeführt werden sollen in einem Lande, welches so karg bedacht sei, welches unter allen Umständen auf eine starke Zufuhr angewiesen sei. Im preußischen Regierungsbezirk Düsseldorf lange das Getreide nur für 195 Tage aus, in Arnsberg nur für 244 Tage. Beide müssen zukaufcn und im Falle der Besteuerung das Mehr für Fracht u. Dgl. bezahlen. Es habe sich herausgestellt, daß die ganzen Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Wohnung, Heizung, Erleuchtung, für Erziehung, öffentliche Dienstleistung u. s. w. zu allen Zeiten unter allen Völkern dieselbe Regelmäßigkeit zeigen unter übrigens gleichen Umständen. Es habe sich z. B. herausgestellt, daß in Belgien der Arbeiter 65 pCt. für Nahrung, 12,13 pEt. ,für Kleidung, 8 pCt. für Wohnung, 5 pCt. für Heizung und Erleuchtung, 3,8 pCt. für Erziehung und Unterricht, 3 pCt für Gesundheitspflege u. s. w. gebrauche. Man könne hieraus das Gesetz ableiten, daß, je ärmer eine Familie ist, oder je geringer ihr Einkommen ist, einen desto größeren Procentsatz sie auf die physische Erhaltung verwenden müsse. Je reicher ein Volk oder eine Classe der Bevölkerung sei, einen desto geringeren Procentsatz brauche sie für Nahrung, für ihre physische Erhaltung auszugeben, und wenn das Einkommen klein sei, müsse beinahe das Ganze für dieselbe geopfert werden. Daraus gehe hervor, daß jede Vertheuerung der Nahrung den Menschen auf eine niedere Stufe der Lebenserhaltung herabdrücke. Dies Gesetz sei unumstößlich. Es seien bei den verschiedenen Cinkommenstufen die Verhältnisse verschieden. Beim Eisenbahnwesen seien folgende Beobachtungen gemacht: Eine Beamtenfamilie mit sechs Personen gebe 55 pC>. ihres Einkommens für Nahrung aus, während eine Arbeiterfamilie mit ebenfalls sechs Personen 71 pCt. für Nahrung ausgebe; für Getränke gebe die Beamtenfamilie 3 pCt., die Arbeiterfamilie 10 pCt. aus; für Kleidung jene 22 pEt, diese 15 pEt.; für Wäsche jene 2 pCt., diese */2 Procent; für Wohnung jene 16 pCt., diese 18 pCt. Kurz, jede Zahl zeige, daß, sowie der Wohlstand steige, den höheren Genüssen eine größere Quote zuge- wendet werden könne. Sei das Gesetz aber ein unumstößlich richtiges, so sei es schwer einzusehen, wie man glauben könne, daß eine Vertheuerung Der physischen Erhaltung den Wohlstand herbeiführen solle. Nothwendigerweise könne es nicht anders fetn, daß, wenn man dieselbe Summe, die man für Ausgaben verwendet habe, weniger habe, man diejenigen Ausgaben sparen müsse, die man am ersten entbehren könne. Nahrung aber könne man am wenigsten entbehren. — Man wisse, wie groß die Bevölkerung des deutschen Reiches sei; das Einkommen einer gewissen Wohlhabenheitskiaffe werde dem Durchschnitts Einkommen des ganzen Volkes entsprechen; daraus könne man die Summe der ganzen Ausgaben über die ganze Bevölkerung berechnen. Wenn es dann gelte, die Nahrung um 5 oder 10 ober 15 Procent theuerer zu machen, so werde — wenn man 10 Procent annehme und die Eonsumenten zu 50 Procent der Bevölkerung — sich ein Schade Herausstellen von 300 Millionen Mark. Die Eonsumenten würden also für ihre Nahrung 300 Millionen Mark mehr zahlen müssen, die sie nicht auf Andere abwälzen können. Lokales. Gießen, 3. Februar. Im Nachstehenden lassen wir die Verordnung, die Aufhebung des Universitätsgerichts an der Landesuniverfität Gießen und die Rechtsverhältniffe der Studirenden betr., folgen : Ludwig IV. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein ic. Wir haben uns bewogen gefunden zu verordnen und verordnen hiermit wie folgt. S- । Das Universitätsgericht und das besondere academische Disciplinargericht an der Landes-Universität Gießen toerDen mit Wirkung vom 1. April 1879 an aufgehoben. Von diesem Zeitpunkte an tritt die Verordnung vom 28. April 1835, die Disciplinarstatuten der Universität Gießen betr., außer Kraft und sind von da an die Studirenden der Landes- Universität in bürgerlichen Rechtsangelegenheiten, in Straf- und Polizei-Sachen lediglich den allgemein gütigen Gesetzen und Verordnungen unterworfen. §. 2. Ueber den Erwerb und Verlust des acaDemischen Bürgerrechts und die damit ' i Zusammenhang stehende academische Disciplin werden von Unserem Ministerium des Innern besondere Bestimmungen getroffen, die am 1. April 1879 in Wirksamkeit zu treten haben. Von diesem Tage ab tritt die Verordnung vom 26. October 1848 die Abänderung verschiedener Einrichtungen der Universität Gießen betr, außer Kraft. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Großherzoglichen Siegel-. Darmstadt, den 15. Januar 1879. Ludwig. v. Stark. Gießen, 3. Februar. Samstag Nacht entstand auf der Grünberger Straße eine großartige Keilerei. Ein Opfer derselben, ein junger Mann von 16 Jahren, lag gestern Morgen noch bewußtlos an Den erhaltenen Wunden, welche ihm vermittels eines stumpfen Instruments am Kopfe beigebracht worden. Par. Zoll. e u Aspen u.) Welchholz ( 4 II. Freitag den 14. Februar l. J.: Hatzfeld. 717) Dienstag den 11 ♦ Februar: Scheith. Prügelh e 706) 708) Nicolaus. 3 412 725,30 3250,— Linsen, Bohnen (440 empfiehlt Carl Hoffmann, 681) A- Bramm. 22,40 17 7 7 Stackh- Reish. ter. Wellen. 60 6 10 7380 550 60 1690 175 2 72 8 23 98 4 37 2 145 47 89 682 99 2 400 5671 220 Buchen- Eichen- Nudel- R a 92 8 Ra 35 m m 205 59 (hin: 365 22 44 89 4225 3425 120 13 3 u m m 31 13 21 6 rr u ti Ferner: Buchen- Eichen- Aspen- Wellen 5850 2350 2460 1520 t e r 87 71 14 Eichen von 26—33 Ctm. Durchmesser, 8 — 9 Mtr. Länge, — 1,77 Cbmtr., Fichtenstangen von 4 — 12 Ctm. Durchmesser, 4—9 Mtr. Länge, = 9,17 Cbm. Rmtr. « Rmtr. n Hotzaersteigermig in der Fürst! Oberförsterei Lieh. Im District Meilbach soll nach- Nadelholz — ferner: o R. ff Holzversteigerung. Im Revier Arnsburg, District Hard, kommen Donnerstag den 6, Februar zur Versteigerung: —10,6 4-0,58 . —0,75 . +9,0 24 Ian. 29 2,81 1,76 Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Vogt, Beigeordneter._______ Gießen, den 1. Februar 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Holzversteigerung. Donnerstag den 6. u. Freitag den 7. Februar d.Z», jedeömal Vormittags von 9 Uhr an, (ollen im Alten - Busecker Gemeindewald, Districten Ellersberg u. Hangel- Bau- und Werkholz: Eichenstämme, 37,64 Festmeter enthaltend, alte E'chenstämme, 5,74 Festmeter enthaltend, Hainbuchenstämme, 9,42 Festmeter enthaltend, Birken- und Lindenstämme, 2,60 Festmeter enthaltend, Eichenstangen, 2,32 Festmeter enthaltend, Buchenstangen, 4,76 Festmeter enthaltend, Raummeter Hainbuchen-Werkholz. steigert werden: Maurerarbeit, veranschl. zu Steinhauerarbett (Lungstetn- Werkstücke), veranschl. zu drei Loose Erdauffüllung, veranschl. zu Jagdoerpachturig. Dienstag den 18. Februar, Mittags 1 Uhr, wird auf hiesigem.Rathhaus die Feld- und Waldjagd der Gemeinde Steinbach, aus einen sechsjährigen Zeitbestand anderweit öffentlich meistbietend verpachtet. Steinbach, dm 31. Januar. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. Jagdverpachtung. 687) Die mit dem 7. Februar l. I. lethfällig werdende Jagd in der Gemarkung Groß-Linden, bestehend in circa 3000 Morgen Feld und 800 Morgen Wald, soll Freitag den 7. Februar, Nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause verpachtet werden, wozu Jagdliebhaber freundlichst eingeladen werden. Groß-Linden, am 30. Januar 1879. Großh. Bürgermeisterei Groß-Linden. 687) Zörb.___________ Niederste .... Mittlere .... Mittel früherer Jahre Höchste..... Tage mit Schneedecke „ „ „ 1854 . Niederschlag an 22 Tagen Niederschlag im Mittel früherer Täglich frische Veilchen zu haben bei (212 Handelsgärtner Otto Garn, Linden- und Kirchenplatz. Versteigerungen. Donnerstag den 6. l. Mts., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhaussaale ver- Edictalladung. Nachdem über das Vermögen des Exporteurs Ludwig Schäfer zu Bieber rechtskräftig der Eoncurs erkannt worden ist, wird zur Anmeldung sowohl persönlicher, als dinglicher Ansprüche Termin auf Donnerstag den 27. Februar, Vormittags 10 Uhr, an hiesige Gerichtsstelle Zimmer Nr. V. unter dem Rechtsnachtheil des ohne Bekanntmachung eines Präclusiv-Be- scheids von Rechtswegen eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Ver- mögensmaffe anberaumt. Gladenbach, den 17. Januar 1879. Königl. Amtsgericht Abth. II. Die Zusammenkunft ist am Hattenroder Vicinalweg an der Nieder« besstngerschneiße. Der Anfang jedesmal Morgens 9 Uhr. Lich, den 1. Februar 1879. Holzverfleigeruttg im Licher Stadtwald, District Dickestoll. I. Donnerstag den 13. Februar l. I. : Theater. Die Dienstagsvorstellung stellt einen außergewöhnlich heiteren Abend in Aussicht, den wir nickt unterlassen wollen warm zu empfehlen. R. W. ist der Titel eines Schwanks, dessen Verfasser Herr Direktor Alberti ist Die Musik vazu ist von Herrn Capellmetstrr Krauss e componirt. Es soll nach authentischer Quelle ein Stückchen zum „Todt lach en" sein und eine höchst drastische Episode aus dem Leben eines „großen Komponisten", darstellen. — Die Hauptrollen werden von Herrn Lindner I. und dem Verfasser gespielt. — Vorher geht das unterhaltende Lustspiel .Des Nächsten Hausfrau* was bet der ersten Aufführung sehr gefiel und was nun auch den Abonnenten geboten wird. X. Handel und Verkehr. Frankfurt, 1. Februar. (Marktbericht.) Der heutige Victualienmarkt war ziemlich befahren. Weißkraut das Stück 20—25 H, Kohlkraut 20 H, Rothkraut 30 Heu und Stroh war hinlänglich zugefahren; Heu kostete je nach Qualität per Ctr JL 1.50—2.80, Stroh Ji. 1.50—2. Butter im Großer 1. Qual. 80 H, 2. Qual. 70 H, im Detail 1. Qual. 90 H bis 1 .diesen 50,000 belaufen, 'öhulich der Beobachtung in empfunden werde als 1 eine Lpologie auf eine seine Susgaben Nechea- Stenern. auf den Kopf der Be- nirüchte. 91/, Ka Fett- 16 t Az. Gemüie und rz die ^ahrunzSmittel- >05 T'ze Nahranzs- 't Aeuninz in Dresden ßelbt gefunden, daß für ü-n Landestheileu gleich; - Laz. aber in dem in- tagt. Xttna theilt ■uirjnatl) mit 0e- jolltn in einem?anbt, rrfe Zufuhr angewiesen ir für 195 Lage auS, le der Besteuerung daS Aleldung, Dshnunz, b. u allen Zeiten unter miinren Er habe stch j,. ",6l fit 6*8 L:> fönne 6i«au» W ift- Ä le reicher ein Soll ■ujtefu Um fei, . nnl irbeitnf*11 * |A ” ,tl ?» Lohlstanb ** '*1,m -r< 01 Ms Lnkommen u qin^en a®(n, c * ’ AevölkerunS der . tbeuetet J“ n 1J Procent der «entt» gonjuBi®^ TU**"* Buchen-Scheit, Eichen- „ Buchen-Prügel, Eichen. „ Stockholz, Reiser, Temperatur Lu Gießen. Januar 1879. Die Zusammenkunft ist des Morgens 9 Uhr beim Pflanzgarten. Utphe, den 1. Februar 1879. Henckel, 705) Gräfl. Rentmeister. OOOOOOOIOOOOOO 9 prima Bettfedern u. Daunen. V Lieferung vollständiger Betten Q in streng reeller Ausführung, em- 0 pfiehlt zu billigsten Preisen Q JF. Hof berg, Q 275) Kirchenplah. □OOOOOOIO ' ; ^linfl ’ Landes * .1 unb * .. >. Stark- Buchen-Schettholz, Nadel- Buchen-Knüppelholz, Nadel- Wellen Buchenreisholz, „ Nadelreisbolz, Rmtr. Buchen-Stockholz, „ Nadel- „ Eichenbaustämme mit 27—35 Ctm. Durchmesser unb 12—16 Mtr. Länge = 3,76 Festm., Nadelstämme mit 2,75 Festm, Buchenstämme „ 2,88 „ Nadel - Derbstangen mit 0,44 F stmeter, Raummeter Buchenschei'.holz. „ Weichholzscheitholz, „ Buchen-, 6 Eichen- und 11 Weichholz-Prügel, Buchen-, Eichen- und Weichholz-Wellen, Raummeter Buchen-, Eichen- und Weichholz-Stockholz. versteigert werden. Der Anfang ist am ersten Tage mit dem Bau- und Werkholz im Distrikt Ellersberg und den zweiten Tag im Hangelftein btt Holz-Nr. 1. Alten Buseck, am 31. Januar 1879. Großh. Bürgermeisterei Alten - Buseck. 715) Wagenbach. Geschälte Victoria-Erbsen, 17 Ftchtenstämme von 15—28 Ctm. Durchmesser und 11 — 19 Mtr. Länge mit 7J/2 Cbm. und 1687 Fichtenstangen mit 16i/2 Cbm. Inhalt, zu Bohnenstangen, Wagnerholz u. dgl. tauglich. Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf der Hattemöder Chaussee ca. 1 Stunde von hier. Lich, den 1. Februar 1879. 716) Wimmeuauer, Forftrath. Jlliifjlfiiiirrliiiul. Freitag den 28. Februar l. I., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Gemeindezimmer zu Merkeubach die zur Concursmasse der Ludwig Diehl Ww. von da gehörenden Immobilien, bestehend in einer noch im guten Zustande befindlichen Mahlmühle, s. g. Rehmüble nebst Scheuer, taxirt 24,000 JL, sowie 19 Acker und 15 Wiesen, taxirt 7106 ^X., in der Gemarkung Merkenbach belegen, meistbietend versteigert. Herborn, 29. Januar 1879. Königl. Amtsgericht Abth. I. 707) Beglaubigt: Schneider. Gießen, 3. Februar. Aus den Verhandlungen der Großherzoglichen Handelskammer. Sjtruna den 27. Januar 1879. Anwesend: die Herren Hombcrger, Roll, Georgi, Fritz Koch, Liebrich und Silbereisen. , . 1) Der Vorsitzende berichtet über 29 Eingänge. 2) Der Vorstand des Handelsvereins dahier übersendet die Abschrift einer Eingabe der Herren A. Katz und Genossen betr. die Benachtheiligung Gießens durch bestehende Eisenbahn- ^racktsätze anderen Plätzen gegenüber und ersucht, daß auch die Handelskammer geeignete Schritte für die wünschenswerthe Abhilfe in dieser Angelegenheit thun möchte. Die Kammer erwidert, daß sie gerne bereit sei, der Sache ihre Unterstützung zu gewahren, jedoch wünschen müsse daß ihr die zur näheren Begründung noch erforderlichen ziffermaßlgen Belege vorher mitaetheilt werden möchten. Zur vorläufigen Behandlung des Gegenstandes wird eine Commission, bestehend aus den Herren Koch, Liebrich und Sil bereis en, erwählt. 31 Herr Homberg er hatte in der Sitzung vom 7. Januar d. I. die Aufmerksamkeit der Kammer auf den Umstand gelenkt, daß die preußische Regierung beabsichtigen solle, den Bau der Secundär-Bahn Laasphe-Kölbe in Angriff nehmen zu laffen, sobald die Verhandlungen mit der Großh. Regierung Betreffs des Ankaufs ihres Antheils.an der Main-Weser.Bahn »um Abschluß gelangt seien und daß es wohl an der Zeit sein dürfe, bei diesem Anlaffe auf das Project Ältenhunden-Biedenkopf. Kinzenbach-Gießen zuruckzukommen. Es empfehle sich 1) bei Großh. Ministerium des Innern dahin vorstellig zu werden, daß der Verkauf der be- reaten Strecke der Main-Weser-Bahn an Bedingungen geknüpft werde, welche für die diesseitigen Interessen unerläßlich sind und 2) die Landtagsabgeordneten Herren Dr. Muhl und Ion Rabenau für die Sache zu interesstren und zu ersuchen, bei Berathung der betreffenden Negierungsvorlage in der zweiten Kammer der Stände für diese für un ere Stadt und den Staat so hochwichtige Sache einzutreten Man erkannte die Zweckmäßigkeit beider Vorschläge an und ersuchte den Vorsitzenden, die befürwortete Rücksprache mit den beiden Herren zu nehmen um in der heutigen Sitzung in der Angelegenheit weiter vorzugel-en. Nach näherer Beleuchtung aller in Betracht kommenden Gesichtspunkte wird für die Beschlossene Eingabe einstimmig der Antrag angenommen, Großh. Ministerium des Innern zu ersuchen^ „ t Landes sowohl, wie auch in demjenigen unserer Stadt der Frage näher treten zu wollen, ob eS nicht höchst nothwcndig und nützlich sein wird, von dem Verkauf des hessischen Antheils der Main Weser-Bahn überhaupt abzusehen, mindestens aber an den etwa beschloffen werden sollenden Verkauf die Bedingung zu knüpfen daß der Bau der Linie Laasphe-Kölbe unterbleiben, und dagegen die Herstellung'der Linie Altenhundem-Biedenkopf-Kinzenbach-Gießen mit direkter Einmündung in die Oberhessiscken Bahnen unter Sicherung des Uebergangs sämmtlicher nach Bayern rc. bestimmten Güter-Transporte für dieselben sofort in Angriff genommen werden müffe. _______________ li«slelü L- Voller Annoncen für In- lf Island. Holzversteigerung. Montag den 17. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll auf dem Neuhof, Station Lang-Göns, nachverzelchnetes Holz versteigert werden: 34 Rmtr. Eichen- und Ahorn-Knüppel, 12 „ „ „ „ Scheit, 40 „ „ „ Stöcke, 2700 Wellen Eichen-, Ahorn- und Fichten-Retsholz, 12 Eichenstämme mit 19,94 Festm. 22 Ahornstämme mit 2,47 Festm. 4 Eschenstämme mit 2,41 Festm. 520 Fichtenderbstangen mit 24,93 Festm. Sämmtliches Holz eignet sich zu Wagnerholz, als: Deichseln, Dung- und Leiterbäumen u. dergl., liegt größtenthetls unmittelbar an der Straße und wird unter günstigen Zahlungsbedingungen versteigert. Zusammenkunft aus dem Hofe, Vormittags 9 Uhr. Neuhof, den 3. Februar 1879. I. A.: 719) Scbuckard, Verwalter. Jeikgeöotenes. 664) Eine große Arbeiterwohnung ist auf den Abbruch zu verkaufen. Näheres bei I. Blitz. Gut affortirtes Lager wollener Strickgarne — ein rein gekämmtes Garn — per Psb. schon zu 2 SO, bei Theodor Kiiehler^ 392)_______Selterswea 79._________ 725) Ein neues Haus, nahe am Marktplatz, Wegzugshalber zu verkaufen. Näheres 8. 29,5 eine Stiege hoch. 620) Ein Herrenfchreibtiseb, Klapptische, Bettstellen. Waschkommode, Kommode, franz. Bettstellen in Nuß bäum empfiehlt (620 ____________Justus Heck. Kleingemachtes Host sowie in Spalten, buchen und tannen, empfiehlt billigst (709 ______Wilh, Lober, Neustadt. 581) Mein vor einigen Jahren neu gebautes Wohnhaus in der Coblenzer Straße dahier gelegen beabsichtige ich unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Dasselbe enthält 8 Zimmer, 2 Küchen, 3 Mansarden und Waschküche. Hinterhaus mit Stallung für 6 Pferde und obgeschlosienem gepflastertem Hofraum. Das Anwesen eignet sich hauptsächlich für einen Pferde - (Vieh-) Händler, da die hiesige Gegend und die Lage der Stadt gerade hierzu ausgezeichnet sind. Diez. C. E Schneider. Baltordeii, Neuheiten, große Auswahl, billig bei (723 _________Ernst Balser. 625) Im Schützenhof an der Grünbergerstraße sind von heute ab Stein- und Braunkohlen bester Qualität preiswürdig abzugeben.__ Franzos. Suppenkräuter, „ Suppengries empfiehlt (555 Gg. Wilh. Weidig. Hamburger Rauchfleisch 724) bei C. R. Textor. Wermietchrngen. 711) Im Gartfeld sind zwei Zimmer in der 1. Etage an einen ruhigen Herrn oder Dame zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl.________ 726) Zimmer mit Bett zu vermiethen- Lindenplatz A. 262. 713) Ein Familienlogis zu vermiethen und bald beziehbar. Heinrich Eappeller, Sckifienbergerweg. 720) Ein Mansardenzimmer hat zu vermiethen. ______Chr. Wallenfels, am Markt- 721) Eine Familien-Wohnung zu vermiethen. I. Belloff Ww., Grünbergerstraße 15O*/io- 426) Die Wohnung des Herrn Professor Dr. Seuffer t ist wegzugshalber per 1. April d. I. ganz oder getrennt zu vermiethen. A. Geiste. (Zimmer mit Bett zu vermiethen. cO 504) Schloßgaste R. Nr. 5. 54) Die Mansardenwohnung in meinem Hause, bestehend aus 4 Zimmern und Zubehör ist auf den 1. April eoent- auch früher zu vermiethen. Carl Stück rat h- 632) Ein aut möblirtes Zimmer zu vermiethen Grünbergerstraße 166,5 dritte Etage.______________________________ 668) Ein kleines Familienlogis zu vermiethen. Adolf Moog, Flügelsgasse. 679) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei H. Hochstättcr Ww. 680) Ein möblirtes Stübchen zu Der« miethen.__________ Flügelsgasse A. 87. 686) Eine Familienwohnung zu vermiethen. Neuenweg Lit. B. 195. Geräumige Wohnung, 1 Stiege, Aussicht auf die Hauptstraße, mit allem Zubehör, sofort billig zu vermiethen. Haus in bester Lage billig und mit kleiner Anzahlung zu verkausen. Haus zum Alleinwohnen frei. Näheres bei 630) H. Nanz, Seltersthor E. 87. Wermischte Anzeigen. 712) Eine perfekte Köchin sucht Stelle zum sofortigen Eintritt für Küche und Hausarbeit oder Restauration. Auskunft ertheilt Frau Müller, Löwen- gasse 161.__ Haufirer Gesuch. 710) Für einen in allen Ständen in ganz Deutschland sehr beliebten Artikel für Stadt und Land werden tüchtige Hau- sirer, welche mit Hausirscheinen versehen sind, bei sehr großem Verdienst (wöchentlich bis 90 JL) gesucht. Franco Offerten werden unter G. 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Ter Benedictinrr ift bis jetzt da« kostbarste Hausmittel u. dieserhalb als treuer Freund in jeder Familie beliebt geworden. Er ist der beste Magenbitter, wetzyald derselbe vondem Fürulich Waldeck schen Mcdicinalrath Herrn Dr. Johannes Müller in Berlin, sowie von dem gerichtlich vereideten Chemiker Herrn Dr Heß daselbst, nach vor- aufgegangener ch emischer Unieisuchung, gegen APPetitlofigkeit.Verdauungsbcschwcrdcn und sonstigen daraus entstehenden Störungen im menschlichen Organismus auf daS Beste empfohlen wird. Lausende von Anerkennungen über die Vorzüglichkeit des Benedictinrr sind bereits dem Fabrikanten zugegangen. Wissenschaftlich geprüst und begutachtet. BenCdictillGr, Doppclkräuter - Magenbitter, nach einem aus einem Benedictinerkloster stammenden Reeept sabrizirt von: C. Pingel in Göttingen. Preis ä Fl. v. ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 50 Ff. , , , , , 660 , , 6 „ 75 „ Bei Abnahme von 5 Fl. freie Verpackung, bei 10Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gratis. Versandt gegen Postvorschuß durch die Niederlagen u.EngT08»$erfant>t durch C. Pingel, Göttingen, (Provinz Hannover). Atteste wie nachfolgendes stehen in großer Anzahl zu Jedermanns Stnficht berett: Attest: Herr Simon Bachmaier, Krämer in Jndersbmg bei Baumgarten in Niederbayern, berichtet: Bei mir und 2 Freunden wirkt Ihr Benedlct:ner vortrefflich. Der eine Freund, welcher schon drei Monate bettlägerig ist, weder gehen noch sitzen kann, keine Speise verträgt, an steter Apetitlosigkeit, Schmerzen im Magen und der rechten Seite, sowie an schrecklicher Abmagerung leidet, hatte alle Arzneien vergebens gebraucht und wurde doch, nur nach einer halben Flasche Benedictiner, trotz seines Alters von hoch in 60 Jahren, so weit hergesteüt, daß er Speise vertragen kann, Appetit erhält und die Schmerzen gelindert sind, auch haben sich die Kräfte so gemehrt, daß er wieder sitzen kann. Senden Sie mir doch rasch wieder 10 kleine Fl. Benedictiner. (16) Nur echt zu haben in den meisten Apotheken, Colonialwaas en- und Delicatessen-Handlungen. 13) Rauer scher 2 ' Sonntag den 9. Februar: I b en dun ter h