Nr. 2. Freitug, den 3. Januar 1878. Aimz?- «rü AmiÄÄ fir Lei Kreis Gießen. I Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher T h e i l. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks. Die Berichtigung der Ende dieses Monats fälligen Holz- und Grummetgrasgelder aus den Oberförsterkien Gießen Schiffenberg und Treis a. d. Lva. hat bis zum 25. Januar 1879 bei Meldung der Mahnung anher zu geschehen. Sic wollen dies auf ortsübliche Weise zur Kenntniß Ihrer Gemeinde-Angehörigen bringen. Gießen, den 30. December 1878. Großherzoglicheö Rentamt Gießen. —___ Schliephake. politischer Hheil. i Das Tabaksmonopol. @8 ist bekannt, daß die große Masse der Bevölkerung dem Monopol entschieden feindselig ist, vielleicht deshalb, weil ihr der Jnstir-ct sagt, daß — mag der finanzielle Erfolg des Monopols sein, welcher er wolle — dessen Einführung nicht möglich ist ohne Maßregeln, die eine neue heftige Krtsts in unseren wtrthschaftlichen Verhältnissen herbeiführen und gegen die Sitten und Gewohnheiten LeS deutschen Volkes verstoßen müssen. In Preußen lebt noch die Erinnerung an das Tabaksmonopol, welches Friedrich der Große, durch die äußerste Noth gezwungen, eingeführt hatte und dessen Abschaffung dem Könige Friedrich Wilhelm II. eine Popularität etntrvg, welche eine Zeit lang die seines großen Vorgängers zu verdunkeln drohte. In Westdeutschland lebt heute noch lebhaft die Erinnerung an die Zeiten der Freu dhetrschasr, die dort (1811) das Tabaksu onopol gebracht hatte; man erinnert sich dort noch sehr lebhaft, daß die Wirkungen des Rückschlages, welcher 1812 aus Rußland kam, fich zunächst darin zeigte, daß man die Tabaks-Niederlagen der französischen Regie nächtlicher Weise in Brand steckte. Das waren dort die Fackeln, welche dem Befreiungskriege voranleuchteten. Diise Reminiscenzen machen im Westen das Tabaksmonopol unter allen Umständen mißliebig. Rechnet man dazu die große Zahl Derjenigen, welche dtrect oder indirect bet dem Tabaksbau, der Tabaksfabrtkation und dem Tabaksbandel interessirt und deren Interessen durch das Monopal bedroht find oder ihnen wenigstens bedroht erscheinen, so wird man begreifen, daß in Deutschland das Monopol die öffentliche Meinung gegen sich hat. Der dem Reichstag vorgelegte Tabokssteuer-Gesctzenttrurf hatte, nackdem ihn sein Urheber, der preußische Ftnanzmtntster Camphausen, als eiste Etappe zum Monopol bezeichnet hatte, keine Aussicht auf Annahme mehr. Er folgte seinem Urheber nach — „klanglos zum Orkus hinab." Die Reichsregierung bemühte sich darauf, dem Reichstage, wenn nicht das Monopol, so doch eine platonische Liebeserklärung zu Gunsten desselben abzuschmeicheln. Entweder bet Gelegenheit der Debatte über den Gesetzentwurf gegen Anstellung einer Tabaksenquete, in welchem Entwurf das Monopol dominirte und die amerikanische Tabakssteuer nur in den Motiven ein kümmerliches Dasein fristete, oder durch eine besondere Resolution oder in sonst irgend einer Weise sollte fich der Reichstag par principe sür das Monopol aussprechen und damit der Reichsregterung eine Legitimation zum Vorgehen in dieser Richtung erthetlen. Es kam aber anders. Die Frage, ob das Volk wünscht, höher besteuert zu werden, sei es durch das Monopol oder durch die amerikanische Steuer, gewährt der Regierung keine günstigen Chancen. Das Volk gab die Antwort wie die Hühner, welche auf die Frage des Kochs, ob sie mit | saurer oder süßer Sauce verspeist werden wollten, antworteten, sie zögen es vor, am Leben zu bleiben. Hätte aber auch der Reichskanzler eine Erklärung des Reichstags zu Gunsten des Monopols erlangt, so war dieselbe schwerlich praktisch zu verwerten. Das Monopol läßt sich nicht ausführen, ohne tief einschneidende Maßregeln, die außerordentlich wehe thun, so daß die Betroffenen vor Schmerz laut schreien, und die Ntchtbetroffenen ebenfalls, sei es aus Mitgefühl oder aus Oppositionslust, oder auch nur, weil die Andern schreien. Dieses Geschrei würde so mächtig werden, daß ihm der Reichstag nicht widerstehen könnte. Die Mehrheit würde sich bet der ersten Etappe zerbröckelt haben, um bet der zweiten Eiappe ganz zu verschwinden. So würde es gehen in gewöhnlichen ruhigen Zeiten, in welchen das Monopol nicht unbedingt nothwendig »st und wo es an Mitteln nicht fehlt, ein niedriges Niveau für die Matrtcu- larumlagen herbetzusühren, auf welche letztere der Reichstag überhaupt schwerlich je ganz verzichtet, weil sie ihm die einzige Handhabe zur Ausübung des Steuerbewilltgungsrechts bieten. Dieses Recht wird der Reichstag um so hartnäckiger sesthalten, je mehr etwa die verbündeten Regierungen dazu neigen, einseitige fiscaltsche Bahnen etnzuschlagen. Diesen gegenüber fühlt der Reichstag doppelt die Verpflichtung, in seiner Eigenschaft als alleiniger Vertreter der deutschen Nation (Art. 29 der Reichsverfassung) als Vertreter der bürgerlichen und wtrthschaftlichen Gesellschaft, parttkulartsttschen und territorialen Tendenzen der Etnzelregterungen entgegenzutreten. Aber auch bei acuter Finanznoth würde das Tabakswonopol am aller- wenigsten Aussichten haben, da dasselbe wett entfernt tst, einen sofort greifbaren Ertrag zu liefern. Es erfordert eine jahrelange Vorbereitung, um zur Wirklichkeit zu gelangen, und dann abermals eine längere Reihe von Jahren, um die Etnrtchtungs- und Ablösungskosten zu tilgen und einen Ueberschuß ab zuwerfen. Die Geldnoth von heute kann nicht durch die Möglichkeit einer Einnahme nach 10 Jahren gehoben werden, es sei denn, daß man entschlossen wäre, das Monopol, das man heute sür den Staat geschaffen, morgen an Private zu verkaufen. Das kann wohl ein Land wie Rumänien, aber das deutsche Land würde bei einem solchen Verfahren seinen Credtt etnbüßen. Das Monopol tst unter allen Umständen heute nur die Taube auf dem Dache, der der „Spatz in der Hand" vorzuztehen tst. Man sollte daher über das Monopol nicht länger Zett, Geld und Kraft vergeuden, sondern lieber auf andere realtfirbare Pläne sinnen. Der Lorbeer, der das Haupt des Reichskanzlers umlaubt, kann des Taboksblättleins entrathen. Deutschland. Darmstadt, 31. December. Don Seiten Großherzvglichen Ministeriums des Innern, Abtheilung für öffentliche Gesundheitspflege, ist aus Anlaß des epidemischen Auftretens des Schar^rchficbers und der Rachenbräune folgende belehrende Veröffentlichung über die Verbreitungsweise dieser Krankheiten ergangen: In neuester Zeit sind im Großherzogthum Scharlachfieber sowohl als auch Rachenbräune, Dtphterie, häufig auch beide Krankheiten gleichzeitig, in mehreren Kreisen und an einzelnen Orten in so ungewöhnlich bösartigen Formen aufgetreten, daß besondere Maßnahmen getroffen werden mußten, um deren weitere Verbreitung zu verhüten. Der die Verbreitung der genannten Seuchen vermittelnde Ansteckungsstoff, Contagium, ift im Vergleich mit dlmjenigen anderer sich übertragender Krankheiten, insbesondere desjenigen der Masern und des Keuchhustens, sebr fest an seinen Trägern haftend und zugleich mehr dauerhafter Art und in dieser Beziehung dem Blatterngift nicht unähnlich. Eine Uebertragung des Anstcckungsstoffs geschieht zwar vorzugsweise im unmittelbaren Verkehr mit Erkrankten selbst aber es wird derselbe auch durch Zwischenträger aller Art und zwar sowohl durch Personen, welche bei Erkrankten oder in deren Umgebung verkehrten, als auch durch Kleidungsstücke, Bettwerk und andere Gegenstände, welche zum Gebrauch von Kranken dienten oder in und bei Krankenzimmern sich befanden, selbst weithin verschleppt. Bezüglich der Heftigkeit der weiter entstehenden Erkrankung ist cs hierbei häufig gleichgültig, ob der Ansteckungsstoff einer schweren oder leichten Krankhettsform entstammte. Erfahrungsgemäß ist das jugendliche Alter vorzugsweise diesen Krankheiten ausgesetzt; eine mehrmalige Erkrankung an Scharlachfieber gehört indessen zu den höchst seltenen Vorkommnissen und ist derjenige, welcher diese Krankheit einmal überstanden, vor weiterer Ansteckung gesichert; da nun diese Krankheit an allen Orten zeitweise wenn auch in größeren Zwischenräumen auftritt, so sind Erwachsene, weil bereits durchseucht oder Überhaupt nicht disponirt, im Allgemeinen derselben nicht ausgesetzt und bei der Krankenpflege nicht gefährdet. Bei der Rachenbräune dagegen sichert ein einmaliges Befallensein nicht vor weiterer und selbst wiederholter Erkrankung gleicher Art, doch sind auch dieser Krankheit erwachsene Personen unverhältnißmäßig seltener unterworfen, wofür insbesondere die Tharsache spricht, daß beispielsweise unter 270 in den Jahren 1869 bis jetzt in Darmstadt und Bessunqen vorgekommenen Sterbefällen durch Diphterie nur 11 Erwachsene betrafen; und wenn auch für die die Wartung und Pflege solcher Kranken besorgenden Personen in höherem Maße die Gefahr einer Ansteckung besteht, so gehört doch immerhin eine solche zu den selteneren Vorkommnis! en; auch ist die Ansteckungsfähtgkeit der einzelnen Krankheitsformen eine sehr verschiedene Bei der oben erwähnten Art der Uebertragung des Ansteckungsstoffes von Scharlach und Rachenbraune und der besonderen Gefährdung des kindlichen Alters gibt die Schule sehr häufig Gelegenheit zu einer Weiterverbreitung jener Krankheiten. Die Ansteckung geschieht hier nicht nur durch leicht erkrankte Kinder, welche durch die oft im Beginn und auch im weiteren verlaufe des Krankseins geringen Erscheinungen, wie leichtes Fieber, unbedeutende ^alsbe- schwerden vom Schulbesuche nicht abgehalten werden, sondern auch durch gesunde Angehörige erkrankter Familien, welche den Ansteckungsstoff von Hause insbesondere in ihren Kleiden mit- bringen, namenrlich dann, wenn die Enge der Wohnung eine Absonderung und Trennung der Gesunden nicht gestattet. J Es erscheint daher im öffentlichen Interesse wünschenswcrth und nothwendig, daß das Auftreten einer der genannten Krankheiten in einer Familie, vorzugsweise in solchen, in welcher schulpflichtige Kinder sich befinden, alsbald bekannt werde und daß zur Verhütung einer weiteren Verbreitung die letzteren von dem Besuche der Schule ausgeschlossen bleiben und zwar so lange, bis die Gefahr einer Ansteckung nicht mehr besteht, also mindestens 2—3 Wochen nach der Genesung der betreffenden Kranken. Sitten der Ministerial-Abtheilung für Sckulangclegenheiten ist deßhalb unterm 13. d. M. durch Ausschrciben an die Großh. Direktionen der'Gymnasien, der Realschulen, der Schullehrerseminare und Taubstummenanstalten, die Curatvrien der höheren Mädchenschulen und die Grvßh. Kreis-Schuleommissionen Verfügung dahin ergangen, daß, sobald ein Schüler oder eine Schülerin vvn Scharlach oder Rachenbräune befallen wird, dem Schulvorstande hiervon sofort Anzeige gemacht und weiter aus Familien, in welchen eine der genannten Krankheiten auftritt, die Kinder vom Schulbesuche ferngehalten werd n; ferner ist von jedem solchen Er- krankungsfall dem zuständigen Kreisgesundheitsamt Mittheilung zu machen, damit in Erwägung gezogen werden kann, ob und welche wettere Maßregeln, wie z. B. Schließung der Schule, zu ergreifen sein möchten, um der Weiterverbreitung vorzubeugen. Die Anzeige der Erkrankungen von Schulkindern an Scharlach und Rachenbräune fällt hiernach den Eltern oder deren Stellvertretern zu und bedarf es hierbei der Vorlage ärztlicher Zeugnisse nicht, es wird erwartet, daß dieselbe alsbald geschehe, sowie auch, daß der Vorschrift über die Zurückhaltung der Kinder vom Schulbesuche seitens der Eltern sorgfältig nachgekommen werde. Aufgabe der Aerzte wird es sein, diesen Maßnahmen die wünschenSwerthe Unterstützung angedeihen zu lassen. Außer der Verschleppung des Scharlachfiebers und der Rachenbränne in den Schulen hat eine solche nachweislich wiederholt dadurch stattgehabt, daß gelegentlich der Beerdigung von an den genannten Krankheiten Verstorbenen in den betreffenden Sterbehäusern Verwandte in größerer Zahl längere Zett verkehrten, wobei insbesondere auch häufig Kinder zugelassen wurden. Es find Fälle bekannt geworden, in welchen lediglich durch einen solchen Anlaß diese Seuchen in andere bi- dahin völlig verschonte Gemeinden verschleppt wurden, dann dort zu großer Verbreitung gelangten unv zu zahlreichen Todesfällen führten; in einem großen Ortscomplex eines oberhessischen Kreises, deffen Bevölkerung vielseitig unter einander in verwandtschaftlicher Beziehung steht, hat die eben gerügte Sitte nachweislich dahin geführt, daß die genannten Krankheiten stets von Neuem wieder eingeschleppt, länger als ein Jahr hindurch andauerten und eine außerordentliche Kindersterblichkeit veranlaßten. Das Verbot der Ausstellung von Leichen, sowie die Anordnung der stillen Beerdigung beim Ausbruch unv dem Herrschen der hier in Rede stehenden ansteckenden Krankheiten müssen im Hinblick auf die soeben angeführten Erfahrungen und Thatsachen als durchaus nicht ausreichende Maßnahmen gelten und wird hier eine weiter gehende Vorsicht am Platze sein. Diese läßt sich übrigen« nicht durch Pvlizeivorschriften und Zwangsmaßregeln erreichen, sondern vorzugsweise durch Aufklärung über die so vielfach falschen Anschauungen von der Ansteckungsfähtgkeit einzelner Krankheiten, wie solche bei einem großen Theile der städtischen und ländlichen Bevölkerung bestehen; diesem Zwecke zu entsprechen, ist bte vorstehende Belehrung bestimmt. . Bei der im Großherzogthum fast allseitig reichlich gebotenen ärztlichen Hülfe wird auf Veröffentlichung einer Belehrung über die Krankheitserscheinungen bei Scharlach und Rachenbräune und über das bei Eintritt dieser Krankheiten zweckmäßige Verhalten verzichtet; an die Aerzte selbst ergeht das Ersuche», in ihren Kreisen durch Belehrung und Rath in obigem Sinne zu wirken und im einzelnen Falle bei der Ausführnng der vorstehend bekannt gegebenen Maßnahmen und den etwa weiter erforderlichen Anordnungen den Behörden ihre so wichtige Unter, ftützung nicht zu versagen. Darmstadt, 28. December. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben mittelst allerhöchster Entschließung vom heutigen Tage den Landgerichts- Äffeßor bei dem Landgerichte Homberg Friedrich Rübsamen zum Landrichter in Ulrichstein, den Landgerichts-Assessor bet dem Landgerichte Friedberg Andreas Allwohn zum Landrichter unter vorläufiger Verwendung bei dem Landgerichte Friedberg, den Landgerichts.Assessor bet dem Landgerichte Darmstadt Johannes ^eß zum Landrichter in Gernsheim und den Stadtgerichts-Assessor bet dem Stadtgericht Darmstadt Friedrich Hirsch zum Landrichter in Wimpfen zu er- nennen geruht. Berlin, 31. December. In Betreff der welfischen Deputation, welche dem Herzoge von Cumberland in Kopenhagen eine Avreffe überreichte und welcher durch förmlichen und feierlichen Empfang beim Könige und durch eine Gesammtetnladung zur Hostafel ein officielles Gepräge gegeben wurde, schreibt bte „Nordd. Allg. Ztg." : Eine ruhige, unbefangene Erwägung muffe dem dänischen Volke und seiner Regierung selbst die Erkenntniß aufnöthigen, daß man in Deutschland mit allem Recht besremdet ist, in Dänemark eine Deutschland und seiner nationalen Entwickelung feindliche Strömung von der Gunst des Hofes und des Volkes getragen, ja, gegen das Herkommen bevorzugt und damit die Rücksichten außer Acht gelaßen zu sehen, welche ein Staat dem an- t eien, somit auch Dänemark dem deutschen Reiche schuldig sei. Berlin, 31. December. Bezüglich der von einem hiesigen Blatte gebrachten umständlichen Darstellung angeblicher Verhandlungen des Kronprinzen mit liberalen Abgeordneten aus der Zeit des Compromiffes über das Socia listengesktz schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.", es könne versichert werden, daß die ganze Nachricht aus der Luft gegriffen sei. Dresden, 31. December. Die Zeitungsnachricht von der bevorstehenden Verlobung der Prinzessin Mathilde, Tochter des Prinzen Georg von Sachsen, mit dem Kronprinzen von Oesterreich findet hier in unterrichteten Kreisen keinen Glauben. Auch das andere Gerücht, wonach Kronprinz Rudolf sich mit der Erzherzogin Antoinette von Toskana, ebenfalls eine Nichte des Königs von Sachsen, verlobt habe, bedarf der Bestätigung. Oesterreich. Wien, 31. December. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: Die Bulgaren in Ostrumelien fahren in ihrer Renitenz gegen die Verfügungen der internationalen Commission fort. Die russischen Behörden laßen die nöthige Energie vermißen und sollen sogar die Bulgaren, namentlich in der.Umgegend von Philippopel, mit Waffen versehen. — Savfel Pascha soll auf seiner Reise nach Paris Bukarest und Wien berühren und für beide Orte specielle Aufträge erhalten. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen von heute: Oberst Grivas wurde zum Kriegsmtnißer ernannt, Bubulis behält das Marineministerium. — Die „Polit. Corresp." meldet, daß heute Nachmittag im auswärtigen Amte eine österreichisch-italienische Vereinbarung unterzeichnet worden, wonach für den Monat Januar 1879 bis zum Inkrafttreten des neuen Handels- rertrags am 1. Februar der bisherige österreichisch-italienische Handelsvertrag in Wirksamkeit verbleibt, mit der einzigen Ausnahme, daß die italienischen Provenienzen nicht mehr nach den bisherigen Conoentional-Tarifen, sondern nach den Vereinbarungen des neuen Handelsvertrages zwischen Oesterreich und Italien behandelt werden. — Die österreichische Creditanstalt ließ heute an der Börse osficiell erklären, daß die Revision der Troppauer Agentur abgeschloßen sei und die feststehende Verlustz ffer von 231,821 fl. ergeben habe. Bezüglich eines wetteren Betrages von 73,798 fl. habe die Untersuchung bisher noch nicht zu voller Klarheit gelangen können und müße die Frage, ob die Creditanstalt in diesem Falle noch Schaden treffen könne, als eine offene betrachtet werden. England. London, 31. December. Der „Standard" meldet aus Bombay vom 30. d.: Der Gouverneur von Kandahar bereitet eine energische Vertheidigung vor und ordnete eine Maßenaushebung der Einwohner an. London, 31. December. In den Grafschaften Mittel-Schottlands sind in Folge des Thauwetters große Ueberfchwemmungen eingetreten. — Wie verlautet, werde der Großherzog von Hessen mit seinen Kindern demnächst zum Besuche der Königin in Osborne einmffen. Glasgow, 31. December. Die erste Nachzahlung der Actionäre der City -os- Glasgow-.Bank ergab nur 800,000 Pfund Sterl. anstatt 2 Mill. Pfund Sterl. Rußland. Petersburg. Ueber die Verluste des russischen Heeres während des letzten Feldzuges werden folgende Angaben gemacht: Auf der Balkan-Halbinsel sind 129.471 Mann den Waffen des Feindes oder Krankheiten erlegen. 120,950 Mann sind als krank oder verwundet nach Rußland zurückgeschickt worden, von denen 42 950 gestorben sind. Die Gesammtzahl der Todten beträgt sonach 172,400 Mann, wobei die gleichfalls sehr schweren Verluste der Rußen in Kleinasien nicht mit in Rechnung gezogen sind. Petersburg, 31. Decbr. Der Reichsrath hat die von dem Finanzminister vorgeschlagetwn neuen Lleucrraxen genehmigt. Dieselben betreffen, der „Agence Ruße" zufolge, eine Stempelsteuer, eine Liqueursteuer, eine Eisen- bahnbiüetsteuer und eine Steuer aus nicht aus Asien importirte Baumwolle. — In Astrachan ist eine starke Epidemie ausgebrochen. Serbien. Belgrad, 31. December. Die „Srbske Novine" meldet: Laut der Entscheidung des Kriegsgerichts zu Semendrta werden Prinz Peter Karageor- gevicS, der Sohn Alexander KarageorgevicS', und 6 andere Peisonen wegen eines geplanten Attentats auf das Leben des Fürsten Milan steckbrieflich verfolgt und die Mitwirkung der inländischen, sowie der ausländischen Behörden angerufen. Türkei. Konstantinopel, 31. December. Wiewohl die Ernennung Savset Paschas zum Botschafter in Paris in den letzten Tagen sehr fraglich geworden war, wurde dieselbe heute dennoch vollzogen- Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr. Eorrespondenr-Bureau. Paris, 1. Januar. Heute hat in Versailles und Paris der officielle Empfang dem Programm gemäß stattgefunden. Der Marschall-Präsident erwiderte auf die kurzen Ansprachen der Präsidenten des Senats und der Kammer mit Wünschen für das Gedeihen Frankreichs. Petersburg, 1. Januar. Einem gestern in der Preobraschenski'schen Kathedrale abgehaltenen Gottesdienste zum Andenken an die im vergangenen Jahre vollzogene Ueberschreitung des Balkans wohnten der Kaiser, der Groß- sürst'Thronsolger, die übrigen Mitglieder der kaiserl. Familie, alle Generale, die höheren Officiere der Garde und der anderen, an der Ueberschreitung be- theiligten Truppen bei. Abends fand im Winterpalais Diner statt, zu welchem die Generale und die Stabsosficiere der Garde geladen waren. Der Kaiser hielt eine Ansprache, in welcher er der Tapferkeit der Gardetruppen gedachte und denselben seinen herzlichen Dank aussprach. Nach enthusiastischen Hurrahs wurden Toaste auf dis Wohl des Kaisers und der Armee ausgebracht. — Im Jahre 1880 findet eine große nationale Ausstellung in Moskau statt. Dieselbe dürfte mit großen Feierlichkeiten verbunden sein, da fie mit dem 25jährigen Regierungs-Jubiläum des Kaisers zusammenfällt. London, 1. Januar. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel : Admiral Hornby hat Layard angezeigt, die britische Flotte werde am Donnerstag Abend in Jsmid eintreffen, weil die Verprootantirung bei Ar- taki auf Schwierigkeiten gestoßen sei. Das Gerücht, Layard habe die Flotte herbeigerufen, ist unbegründet. — Die Liquidatoren der City-of-Glasgow-Bank erklärten, daß die erste Dividende, am 15 Februar zahlbar, 5 Schillinge betrage. Kalkutta, 1. Januar. General Roberts sollte gestern mit einer kleinen Abtheilu. g Hazarpir verlaßen und in der Richtung auf Khost weiter vor- gehen. — Die bisherigen Versuche der Afghanen, in dem Districte von Khost eine Erhebung zu Stande zu bringen, waren erfolglos. — General Stewart hat den Weg durch den Gwojur-Paß auch für schwere Artillerie in Stand gesetzt. — Der Vormarsch gegen Kandahar 6fginnt heute durch den Gwojur- Paß und den Khojak-Paß. — Zuverlässigen Berichten nach ist die Besatzung von Kandahar nur drei schwache Regimenter stark, ohne Artillerie. — Das Gerücht, daß von Herat nach Kandahar Verstärkung abgeschickt sei, hat sich nicht besiät'at. Konstantinopel, 1. Januar. In Folge des bedeutenden Sinkens des CourseS der Kaimes wurden zahlreiche Bäckereien geschloffen. Der Minister- rath hat den monatlich zurückzukaufenden Betrag aus 150,000 Livres erhöht. Rom, 1. Januar. Der König hat gestern das diplomatische Corps in feierlicher Weise empfangen. — Das Amtsblatt veröffentlicht die Verlängerung der bisherigen italienisch-schweizerischen, italienisch-französischen und italienisch-österreichischen Handelsverträge bis zum 31. Januar. Lokales. Gießen, 2. Januar. Der „Verwaltungsbericht des Großherzoglichen Bürgermeister- der Prov.-Hauptstadt Gießen pro 1877" ist uns zugegangen. Der Raum unseres Blattes gestattet es nicht denselben vollinhaltig zu bringen, jedoch werden wir die hauptsächlichsten Daten aus dem Berichte unseren Lesern vorführen. Der Bericht gedenkt zu Anfang des Hintritts Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwigs III. und des Regierungsantritts Sr. Königl. Hoheit Ludwigs IV. Dem Wunsck, daß Hochderselbe „in ungetrübter Gesundheit zunx Wohle und Segen Seines Landes einer langen Regierung sich erfreuen möge", entsprechen die Monate November und December dieses Jahres leider nicht. — Nachdem des Hinscheidens des Stadtverordneten Herrn B. Körber gedacht und der Wechsel im Direktorium der Realschule und Besetzung mehrer Lehrerstcllen an derselben erwähnt wird, ersehen wir aus dem Berichte, daß im Jahre 1877 12 Bürgeraufnahmen stattfanden, wobei 6 Bewerber den Betrag von 50 JL zahlen mußten. Zur Berathung und Beschlußfassung über die der Stadtverordneten Versammlung während l8/7 überwiesenen Gegenstände — im Ganzen 921 — waren 42 Sitzungen erforderlich. Für die Erbauung der Realschule, welche in 1877 bezogen wurde, waren 264,691 > Hetz daselbst, nach vor- aufgegangener chemischer Uniersuchung, gegen gippetitlostgkeit.VerdauungSbeschwerdcn und sonstigen daraus entstehenden Störungen im menschlichen Organismus ans daS §eft? empfohlen Iroirb Tausende von Aneickennungen über die IVorzüglichkeit des Benedictiner find bereits dem Wissenschaftlich geprüft und begutachtet. Benedictiner, Fabrikanten zugegangen Bei Abnahme von 5 Fl. freie Verpackung, bei lvFl. freie Der» Packung u. 1 Fl. gratis. Versandt gegen Postvorschuß durch bie ‘)He» C. Pingel, Göttingen, (Provinz Hannover). Atteste wie nachfolgendes stehen in großer Anzahl ju Jedermann» Sinficht bereit Attest: Herr Jacob Geyer, Wirth u. Jagdpächter in Petersbuch bei Titting in Bayern, Mittelfranken, berichtet: Ihr Benedictiner ist mir sehr gut bekommen. Die Wirkung ist überhaupt bei Allen, die denselben in unserer Umgegend genießen, vortrefflich gut. Ich ersuche um Zusendung von 10 Fl. rc. Nur echt zu haben in den meisten Apotheken, Aolonialwaa^en- und Delicatesscn Handlunaen. (13 Zur gefl. Beachtung. Zum Jahreswechsel erlaube ich mir den patentirten Notizkalender von I. C. König & Ebhardt in Hannyver, der stch einer großen Beliebt- beit erfreut, in Erinnerung zu bringen; Jeder, der stch praktisch einmal von den Vorzügen desielben überzeugt hat, wird denselben als unentbehrlich stets beibehalten, r- Bei dieser Gelegenheit empfehle ich Ihnen mein auf's Reich- h litgfte ausgestattetes Lager Geschäftsbücher aller Arten aus derselben rühmlichst bekannten Fabrik, die erst kürzlich mit der goldenen Staats-Medaille ausgezeichnet worden ist. 20) Achtungsvoll PH. Lüdeking. werden. Die Directlon. Willi. Faber, Kiifermeister. 44) 43) Wilh. Rudolph 8LM 8) ^rucf unb Verlag der Brübl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Wenzels Garten. Von heute an jeden Abend: Restauration ä la carte. die alteinige Niederlage für Gießen: ______-Ed. Lind, Kirchenplatz. ChOCOlcr Llecker'sch» Familie. Zum Besten der armen Familie des am 3. December l. I. verunglückten Fuhrmanns Stecker, der an beiden Beinen amputirt werden mußte und nun gänzlich arbeitsunfähig ist, hat sich Herr Dr. Glaser von hier bereit erklärt, einen literarischen Vortrag zu halten über „die Wechselwirkungen zwischen der französischen und der deutschen Literatur". Indem wir den Einwohnern Gießens dringend empfehlen, jenes dankenswerthe Unternehmen zu unterstützen, sprechen wir die Hoffnung aus, daß vielleicht auf diese Weise zum „neuen Jahre" für die in Noth versetzte Familie ein kleiner Fonds zur Anlage für die armen Kinder des Verunglückten gebildet werden könnte. Der Vortrag soll Sonntag den F. Januar in der Univerfitäts- Aula gehalten werden. Anfang 5 Uhr. Eintrittsgeld der Mtldtbätigkeit der Besucher überlasten! ________Schlosser.______Schöner. C. Wenzel. Hierdurch beehre ich mich Ihnen die ergebene Anzeige zu machen, dass ich die bisher von meiner Mutter unter der Firma EL Budolph’s Wittwe betriebene Musikalien- und Instrumenten-Handlung am Heutigen übernommen habe und für meine eigene Rechnung in der bisherigen Weise unter der Firma: Wilh. Rudolph Pianoforte-Lager, Musikalien- und Instrumenten-Handlung, fortführen werde. Ich verbinde hiermit die freundliche Bitte, das meiner Mutter in so reichem Maasse entgegengebrachte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. Mein ganzes Bestreben wird dahin gerichtet sein, dem Geschäfte den ehrenvollen Ruf zu erhalten, den es seit seinem Bestehen unausgesetzt genossen hat und mich des Vertrauens würdig zu erweisen, mit welchem Sie mich beehren werden. Hochachtungsvoll Der Kindergarten 6. Die Gartenlaube 1 Mark 60 Ps., Tyeateranzerge. 47) Die geehrten Abonnenten werden ersucht, gegen Vorweis ihrer Abonnementskarten, an Theatertagen ihre Billets nur im Theater - Bureau „Stadt Mainz", 2. Stock von 10—12 Vormittags und 2—4 Nachmittags in Empfang zu nehmen. — Dasselbe gilt auch für diejenigen, welche die beiden ersten „SProbcvorftcllungcn* besuchen wollen, da die Abonnementskarten erst in der 3. Vorstellung Geltung haben. Allenfalsige Wünsche bezüglich der Plätze werden so viel als möglich berücksichtigt 25) Ein gut empfohlenes Mädchen für die Küche und Hausarbeit zu sofortigem Eintritt sucht Frau Professor Birnbaum. 49) Entlaufen ein junger ÄtsSfr/ f chwarzer Neusoundländer, auf dcu Ruf „Marko" hörend. Vor Ankauf wird gewarnt. Ab- zuliefern gegen gute Belohnung Marburgerstraße 179. 17) 'S Dr. med. Iochheim in Darmstadt, Soderslrasse Specialarzt für Flechten (langwierige Hautkrankheiten) u. Scropheln, sowie für Brust- u. Hal6-Krankheiten. Gas-Inhalatorium für Sauerstoffgas, Ozon und Stickstoffgas. 2/) Die Wohnung des verstorbenen Herrn Prof. Dr. Th. Keim ist per 1. Mar 1879 anderweit zu vermiethen. ____________ A. Petri. _____H. Fritsch, Giessen, den 1. Januar 1879. Rabbmer Dr. Levi bittet um weitere milde Gaben für die Familie des verunglückten Fuhrmanns Stecker. Renten-LLestensoerstchermistMnstaft zu Darmfladl. Von jetzt ab bis Ende December werden die Renten täglich von 12 bis 2 Uhr in meiner Wohnung (Reichensand-Bahnhofstraße) gegen Einhändigung der 1878er Coupons ausbczahlt. Die Rentenbezugs-Berechtigten, welche mir nicht bekannt sind, haben ihre Coupons auf der Rückseite mit den Lebens- und AuOnt- Halts-Attestcn versehen zu lassen; auch können neue Einlagen gemacht und Nachzahlungen geleistet werden. Gießen, im November 1878. __________________Der Bevollmächtigte: I. PH. Müller. Nermischte Anzeigen. 18) Ein braves Mädchen vom Lande wird auf Petritag nach Gießen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. 1) Im Darmstädter HauS (Vorderhaus) ist ein Logis zu vermiethen und p. 1. März zu beziehen. Näheres 1 Stiege hoch-_______________________________________ 23) Ein kleines Familienlogis zu ver- nnethen. Wetzsteinsgasse A. 32. Theater in Giessen. (Cafe Leih.) Eröffnung der Bühne: Freitag den 3. Januar 1879. I. Probevorstellung: »Des Nächsten Hausfrau*, Lustspiel in 4 Acten von Rosen. Sonntag den 5. Januar 1879. II Probevorstellung : „Bummelfritze", Posse mit Gesang in 3 Acten u. 5 Bildern von Jacobsohn. Montag den 6. Januar 1879. I. Abonnementsvorstellung im 1. Abonnement: »Sie ist wahnsinnig", Drama in 3 Acten von L. Schneider. — Hierauf: »Der Präsident", Lustspiel in 1 Act von Kläger. Preise der Plätze: Sperrsitz: 1 JL 50 H. I. Platz: 1 20 III. Platz: 40 H. lagesbillets: Sperrsitz: 1 J£25^. I. Platz: 1 -M. sind bei Herrn Gustav Gerhard, Schulstraße und im Theater -Büreau (Stadt Mainz, 2. Stocks zu haben. Die Abonnenten erhalten ihre Plätze zu den Probevorstellungen ä Billet 1 50) Die Directlon. 41) Gesucht auf' sogleich ein zuoer- läßiges Mädchen, welches die Hausarbeit besorgt, für ein hiesiges Specereigeschäft. _________________Kreuz Lit. B. Nr. 114. 3) Ein ordentliches Mädchen, welches in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, wird auf sogleich zu miethen gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 40) Die Wohnung des Herrn Professor vr. Seuffert ist wegzugshalber per 1. April d. I. ganz oder getrennt zu ver- miethen. A Geisse. 42) Das von Herrn Stadtrichter Bötticher seither bewohnte Logis ist pro 1. April anderweit zu vermiethen. Frau Marie Noll, Wallthor-Schoor 184 6295) Ausländische Weine. Mineralwasser. Eingemachte Irüchte. Specialität in rohen Kaffee’s. Chocoladle und T h e e. Niederlage ächt Italien. Teigwaaren. $ C)e / V ?/ // 31. 8-12 i imdMk eint rüllläl Ntyitur reich unb die wir ui nokn Der! um ihn zu btitn feit, der 5 lthrs niöd) unjexe toh welche bie zeichnens men, können? zuerß »en und itiJOt für bog Preußen, hatte, |c lumpsung SelWz fündiger Verkehrs ' ww uach aller , Den boldt's, E-Uch, r ittuer vor .b<8