Sonntag den 2 November 1879 Gießener ^Anzeiger Mize- M Amtsblatt fit Üea Kreis Gieße«. Erscheint tügkich mit Ausnahme des Motttags. r-ß Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »ringerlohn. Durch die Post bezöge« vierteljährlich 2 Mark 50 -rr. 236. Erstes Blatt. Gefundene Gegenstände: 1 weißer wollener KinderhandsLuh 1 Peitsche, 1 Schlüssel, 2 weiß- Taschentücher, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Sack mit Weißkraut Die Gegenstände find auf der Polizeiwache (Schloßgaffe 258) aufbewahrt. P Gießen, den 1. November 1879. Großherzogliche Poltzeiverwaltung Gießen. __________________Fresenius. Kt-arttonSbrtt-e««r ( Ä Gx-e-itionKvrneattr f ^chulfbraße 8. 18. ^afiEW^mWF ■ BUUMMBMttlUtaaBMSaBM— Fotilischer Hheit. Wochenüderficht. Obwohl über die Natur und Tragweite der Wiener Abmachungen kaum ein Zweifel besteht, so fehlt eö dennoch an jeder officiellen Verlautbarung, welche den in der Lust liegenden Combinetionen thatsächltche Gestalt verleiht; das bekannte Telegramm der „Köln. Ztg." hat seinen officiellen Geburtsschein bisher noch nicht beizubrtngen vermocht, selbst einer daran geknüpften Aeußerung des Ministers v. Puttkamer wird der authentische Werth abgesprochen und die Thronrede, womit Kaiser Wilhelms am 28. Octbr. den preußischen Landtag eröffnete, geht mit tiefem Schweigen darüber hinweg und läßt es bei der trockenen Auszählung der bereits bekannten Vorlagen bewenden, mit denen sich die Session zu beschäftigen haben wird. Die zweite Kammer der hessischen Landstände trat auch am 28. October zu einer Session zusammen, in welcher spectell für unsere Provinz schwerwiegende Vorlagen zur Verhandlung gelangen resp. schon gelangten. Die preußische Generalsynode beschäftigt sich angelegentlich mit der Schulsrage und einigte sich, bet der Regierung zu beantragen, daß der consessionelle Charakter der Volksschulen und womöglich auch der höheren Lehranstalten gewahrt, die gemischten Schulen nur auf das unabweisbarste Be- dürfniß beschränkt und die Ausfichtsgebiete der Bezirks-Schnlinspectoren nach der Confessio» der ihnen unterstehenden Schulen geschieden werden. Die Beisetzung der Lerche des verstorbenen Ministers v. Bülow erfolgte unter großer Trauerseierlichkeit, an welcher außer dem Kaiser verschiedene fürstliche Personen, das diplomatische Corps, sämmtltche Staatsmtnister und zahlreiche Generale theilnahmen. Im preußischen Ministerium wurde abermals ein Posten leer, da sich der Juptzmtnister Leonhardt in Folge seiner erschütterten Gesundheit ge- nöthigt sah, um seine Entlastung etnzukommen; an deffen Stelle wurde Staatssecretär Friedberg mit der Leitung des Justizministeriums betraut. Fürst Bismarck wird unter dem Etnfluffe der Herbstwitterung wieder stark von seinem neuralgischen Leiden hetmgesuchl und mußte deshalb seinen Hausarzt, Dr. Struck, von Berlin nach Varzin entbieten. Der Kaiser empfing zwei russische Gäste: die aus Frankreich zurückkehrenden Großfürsten Alexis und Paul; dagegen unterließ es der Großfürst Constantin, Bruder des Czars, bet seinem kürzlichen Aufenthalte in Berlin seinen kaiserlichen Verwandten einen Besuch zu machen. In Baden schritt man zu den Landtagswahlen, wobei die liberale Partei von ihren bisherigen 27 Sitzen 4 an die Klerikalen, 2 an die Conservattven einbüßte. Im Ganzen sind die Liberalen durch 21, die Klerikalen durch 10, die Conservattven und Demokraten durch je 2 Abgeordnete vertreten. Die bayerische Kammer der Retchsräthe berteth die vorliegenden neuen Eisenbahnprojecte und lehnte in der wohlbegründeten Erwägung, daß dem unbegrenzten Verlangen der Bevölkerung nach neuen Eisenbahnen ein Dämpfer ausgesetzt werden müffe, die Ausführung verschiedener vorgeschlagener Bahnlinien ab. Seitens der deutschen Regierung erging an Oesterreich.Ungarn die formelle Einladung, seine Bevollmächtigten zu den handelspolitischen Verhandlungen möglichst Haid nach Berlin zu schicken; in Folge besten steht der Beginn der Vorberathungen für die ersten Novembertage in Aussicht. Dem österreichischen Parlamente liegen in beiden Häusern die Adreßentwürfe zur Discussion vor; tm Abgeordnetenhause wurde ein Antrag auf Aufhebung des Zeitungsftempels Angebracht; die Regierung macht ver- schiedene Vorlagen, worunter eine über Herstellung des Zollverbandes mit Bosnien und der Herzegowina. Der österreichische Staatsvoranschlag für 1880 weist ein Deficit von über 12 Millionen Gulden nach, der ungarische Ausfall beläuft sich auf 17 Millionen Gulden. 1 'w 1 S ttdem Gambetta nach Paris zurückgekehrt ist, befleißigt sich sein Organ, die „Republtque srancaise", eines etwas gemäßigteren Tones und ist hinsichtlich ihrer Forderung nach einer vollen Amnestie den verbannten Com- munisten zurückhaltender geworden. Die Regierung verfügte die Absetzung einer neuen Serie von Bürgermeistern, welche sich an legitimisttschen Banketten betheiligten, und über die Oificiere der Kriegsschule zu Saumur verhängte der Krtegsminister eine D'sc!ptlnarstrafe, weil sie dem spanischen Thronprätendenten, L on Carlos, den B such der Anstalt gestattet und ihn sogar mit nahezu fürstlichen Ehren empfangen hatten; dagegen hat das unterdrückte communistische Blatt, die „Marseillaise", unter dem veränderten Titel: „Mot d’ordre“ (Loosungs- wort) eine fröhliche Auferstehung gefeiert und Lyon in der Person des jüngst amnestirten Garel nun ebenfalls einen Communarden in den Gemetnderath gewählt. Bedenklicher noch erscheint, daß eine ganze Körperschaft, nämlich der Generalrath des Seinedepartements, sich der Communisten angenommen hat und für die volle Amnestie eingetreten ist. In Marseille beräth der socialistische Arbeitercongreß über das Wohl der Republik und die Verbesserung der gesellschaftlichen Zustände, wobei die emancipirten „Bürgerinnen" das große Wort führen. Die Einsetzung des neuen türkischen Ministeriums mit seinem reformseindlichen Charakter wird als ein russischer Schachzug ausgelegt. Die Türket läßt Festungsanlagen nach der österreichischen Sette htn in Angriff nehmen, zu denen Rußland jedenfalls das Geld hergiebt, auch soll der an der ostrumelischen Grenze gezogene Kordon aufgelöst und die Truppen nach Albanien verlegt werden. Der Berliner Friede hat den Montenegrinern das kleine Gebiet von Goustnje Plaoa zugetheilt, wodurch sich einige Arnauten-Stämme in ihren Besitz- und Weiderechten geschädigt finden. Sie haben daher zu den Waffen gegriffen und die montenegrinischen Wachtposten in Archanttza überfallen, woraus für' die Türkei leicht eine neue Katastrophe erwachsen kann. Der Kaiser von Rußland machte dem jungen bulgarischen Fürstenthume einen Kriegsschoner zum Geschenk, wodurch die Donauflotille, für welche eben auch zwei Kanonenboote im Bau begriffen sind, einen wtükomme- nen Zuwachs erhielt. Die Werbung des jungen, früh verwittweten Königs Alfons von Spanien um die Hand der Erzherzogin Marie Christine ist nun durch den als außerordentlichen Botschafter nach Wien entsandten Herzog Baylen beim österreichischen Kaiser in osfictellem Akte erfolgt. Bereits wußte sich die künftige Königin die Herzen der Spanier zu gewinnen; aus ihren ausdrücklichen Wunsch nämlich sollen alle Hochzeitsfeierlichkeiten in der Hauptstadt unterbleiben und die dafür bestimmten Summen zum Besten der Ueberschwemmten von Murcia verwendet werden. In Kabul flogen Magazine des Bala-Hiffar mit Munttton und Waffen in die Lust; vier Beamte, welche an der Ermordung der britischen Gesandtschaft berhetligt waren, darunter zwei Generäle, wurden von den Engländern gehängt, ebenso der oberste Mollah (Oberrichter), weil er den Glaubenskrieg gepredigt hatte. Das englische Lager, welches bet Shuturgardan schon seit Wochen von mehreren Tausend Mongols umzingelt wurde, hat sich endlich frei gemacht. Die Engländer gehen mit der Absicht um, sich in Afghanistan häuslich einzurichten, Militär- und Civilverwaltung unter englische Officiere und Beamte zu stellen, und über das Ganze einen englischen Residenten zu setzen, neben welchem ein Prinz aus der Familie Jakub Khan>s als Schein- Gouverneur regieren soll. Die Russen erkennen seit der Abdankung des Emirs den Bestand eines einheitlichen Afghanistan nicht mehr an und zeigen nicht übel Lust, ihre Hände nach verschiedenen, an Kaschemir grenzenden Gebieten auszustrecken, die durch ihr Gold und Getreide, ihre Juwelen und Kamele besonders begehrenswert erscheinen. Nach wie vor beunruhigen in Colorado die Utah-Indianer die dortigen Ansiedelungen, so daß die Unionstruppen noch nicht am Ende ihrer militärischen Operationen angelangt sein dürfen. Das gelbe Fieber, welches in Memphis so arg gehaust, ist in Folge eingetretenen Frostwetters im Erlöschen begriffen. Deutschland. m. Darmstadt, 31. October. (ZweiteKammerderStände, 31. Sitzung.) In heutiger Sitzung zweiter Kammer theilt der zweite Präsident Muhl mit, daß der Finanz-Ausschuß den Abg. Theobald, der Gesetzgebungs-Ausschuß denAbg. Küchler zu ihrem Vorsitzenden gewählt haben. Hierauf erstattet Abg. Heinzerling Namens des dritten Ausschusses Bericht über die Eingabe des Abg. Baur, worin derselbe die Entscheidung der Kammer provocirt, ob er in Folge seiner Ernennung zum vorttagen- den Rath im Finanzministerium, Abtheilung für Steuerwesen, Mitglied der zweiten Kammer bleiben könne, oder eventuell sich einer Neuwahl zu unterwerfen hätte. Der Ausschuß beantragt, die Kammer wolle sich dahin aussprechen, daß eine Neuwahl nicht nothwendig erscheint. Abg. Schröder berichtet hierauf Namens des Finanz-Ausschusses über die budgetmäßige Forderung der Regierung in Bezug auf die Anstellung eines kulturtechnischen Personals im Betrage von 14000 Mk., von welchem bis zum Zustandekommen des Gesetzes über Errichtung einer Landeskultur-Rentenkasse nur der Betrag für einen Landeskultur-Ingenieur — 6300 Mk. zur Verfügung gestellt war. Nachdem nunmehr die betreffende Gesetzesvorlage angenommen ist, beantragt der Ausschuß, die Kammer wolle für den Gehalt eines definitiv anzustellenden Kultur-Jnspectors jährlich Protokolls entsprechende Grenzlinie eintritt. Savfet Pascha verwies auf den Widerspruch zwischen den früheren und gegenwärtigen Erklärungen der griechischen Commifsäre und verlangte den Eintritt in die Discusflon über die wirkliche jenen Andeutungen entsprechende Grenzlinie. Nach einer Discusflon über die bestehenden Differenzpunkte wurde die Berathung verschoben. Lokales. Gießen, 1- November. Sebr enttäuscht wird wohl gestern Abend der Stromer gewesen sein, welcher von der Fensterbank eiyes Hause» in der Wetzsteingasse eine alte Turnerjack! mitgehcn hieß. - Nicht nach Straßburg, sondern nach Pfaljburg im Elsaß ist Herr Accessist J rlt als Amtsrichter verletzt worden. Wir bitten unsere Notiz über die Generalversammlung bt8 Oberhess. Vereins für Lokalgeschichte im gestrigen Anzeiger gefi. dahin berichtigen zu wollen. — Die 3 Maroerfrlle, welche kürzlich einem hiesigen Kürschner gestohlen wurden, sin) in Marburg aufgefunden worden. Ein dortiger Kürschner zahlte dafür 27 Der Dieb, eit Kürschner von Profession, scheint ein ganz abgefeimter Spitzbube zu sein, da er auch im Polizei Journal wegen Diebstahls von 40 anderen Fellen ausgeschrieben ist Derselbe hielt sich s. Z- hier unter falschem Namen auf und hat auch Marburg verlassen, ohne daß man weiß, woher er sich begeben. — Heute Nacht wurden eine größere Anzahl Herren, welche Samariterdienste leistete^ wegen dabei begangener Ruhestörungen nottrt. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Correfpondenz - Bureau. Darmstadt, 31. October. Die zweite Kammer hat den Verkauf der Main-Weser-Bahn an Preußen in namentlicher Abstimmung mit 31 gegen 17 Stimmen abgelebnt. Darmstadt, 1. November. Der Großherzog ist gestern Abend von Enflland hier eingetroffen, nachdem er in Koblenz der Kaiserin einen Besuch abgestattet hat. Berlin, 31. October. Abgeordnetenhaus. Der Finanzminisler legt den Etat pro 1880/81 vor. Die Einnahmen desselben betragen 720,712,391, die Ausgaben 726,319,741; letztere übersteigen die ersteren um 5,607,350. Das Deficit im Extra- ordinarium beträgt 42 Millionen. Der Minister bedauert diese Lage der Finanzen, weift auf die bereits erfolgte Hebung von Arbeit und Industrie hin und hofft auf baldige Besserung der Finanzen. Freilich seien Ueberweisungen aus den Neichsein- nahmen zu erwarten. Gleichwohl sei an Steuererlasse nicht eher heranzutreten, als bis das Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben hergestellt sei. Er stehe aus dem Standpunkte der alten preußischen Traditionen, welche vor allem Ordnung und Sparsamkeit in den Finanzen erheischen, und sei gegen jede Luxusausgabe, obschon er keine Ausgabe verweigere, welche für das materielle Wohl und die Hebung des geistigen Lebens des Vaterlandes erforderlich sei. Die Finanzergebnisse des laufenden Jahres seien recht ungünstig; es sei ein Deficit von 8,744,514 zu decken. Man werde dazu eine Anleihe aufnehmen müssen. Alle Betriebseinnahmen hätten sich verringert, namentlich jene der Eisenbahnverwaltung des Ministeriums für öffentliche Arbeiten; doch seien diese Mindereinnahmen durch Ersparnisse gedeckt. Das Justizministerium hatte über 1 Million Mindereinnahme. Auch die ersten 6 Monate dieses Jahres wiesen recht erhebliche Mindereinnahmen auf, die sich in etwas durch Minderausgaben redu- cirten. Man mußte daher an den nächstjährigen Etat mit großer Resignation herantreten. Das Gesammtdeficit im Ordinarium und Extraordinarium betrage 47 Millionen die man durch eine Anleihe decken müsse. An sich habe die Finanzlage nichts erschreckendes; ihre Hauptursache bleibe die Verkehrskrisis und das Heruntergehen der Betriebseinnahmen. Der gegenwärtige Etat weise auch in den Betriebseinnahmen überall Mindereinnahmen nach, denen nur wenig Minderausgaben und Mehreinnahmen gegenüberstehen. Das Extraordinarium mit rund 42 Millionen erscheine hoch; es kämen aber auf die bereits begonnenen Bauten allein rund 23 Millionen. Die einzige hohe Ausgabe von rund 5 Millionen erfordere die Regulirung der Oder, Elbe, Weser und Weichsel, welche etwa 10 Jahre Zeit für jedes Jahr die gleiche Summe erheische. Dies sei aber jedenfalls eine produktive Ausgabe. Es sei auch eine Erweiterung des Canalnetzes tm Plane, für welche vielleicht eine Nachforderung beantragt werden mochte. 5 Millionen würden für Gerichts- und Gefängniß-Bauten gefordert; über 2 Million für Universitätsbauten; ebensoviel für das technische Unterrichtswesen. Es seibedauertich gewesen, andere Forderungen in erheblichem Umfange ablehnen zu müssen. Bezüglich der Reform des Steuerwesens habe die Verständigung wegen Verminderung der birecten Steuern bei etwaigen Ueberschüssen aus den Reichseinnahmen stattgesunden. Jedoch müsse durch die jetzige Zollgesetzgebung des Reiches eine formelle Aenderung des Gesetzes eintreten, welches im Februar zugesagt worden sei. Der Staat könne directer Steuern nicht entrathen; sie blieben der feste Kern der Staatseinnahmen. Die Vorarbeiten für die Reform der Steuern seien in Angriff genommen; die nächste Session würde bereits nach dieser Richtung Vorlagen bringen. Die Stempelsteuer von 1822, welche sich überlebt, bedürfe einer gründlichen Revision. Der Minister habe die Initiative hierzu ergriffen und fasse sie mit den Börsen- und Banksteuern zusammen. Bezüglich des Eisenbahnwesens habe die Regierung das lebhafteste Interesse daran, die Haupt- verkehrslinien in der Hand des Staates zu wissen. Im Augenblick der Gefahr des Vaterlandes ist dies unerläßlich. Dann habe d:e Regierung ein Interesse daran, die Eisenbahnvcrwaltung so zu leiten, daß sie lediglich dem Verkehr m Statten komme. Der Staatscredit werde und könne durch die Eisenbahnvorlagen nicht in Frage gestellt werden. Für die großen Summen, die man fordere, würden \a auch große Werthe gegeben, die das Staatseigenthum vermehrten. Der preußische Staatscredit beruhe nicht nur auf Zahlen ; er beruhe auf den Traditionen Preußens, auf der Nothwendigkeit daß Preußen seine Kraft für Deutschland erhalle; er beruhe auf dem Patriotismus der Einwohner des Landes. Die Verzinsung werde keine Schwierigkeiten machen, werde in regelmäßiger und sicherer Weise erfolgen, namentlich wenn sich der Verkehr wieder hebe. Der Minister rechne auf die vereinte Thätigkeit des Hauses, das Deficit zu beseitigen; er selbst werde sein Möglichstes dazu thun. (Beifall.) Ferner überreichte der Minister einen Nachtragsetat pro 1/< bis Vio 1879 betreffs Deckung von 2 (?) Millionen Mehrausgaben an Matrcknlarbeiträgen durch den Rest der französischer Kontribution; ferner die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben pro 1878/79; endlich die Vorlage üoer die Verwendung der Ueberschüsse an ReichSeinnahmen zu Stmer erlassen; dieses Gesetz dokumentire die Kontinuität des Standpunktes der Regierung mit ihren vorjährigen Verheißungen. — Nächste Sitzung Dienstag. Berlin, 31. October. Die Generalsynode nahm heute in zweiter Be- rathung der Trauordnung das Trauformular gegen die Stimmen der Linken meist nach den Beschlüssen der ersten Lesung an. Dieselbe genehmigte ferner en bloc das Kirchengesetz, betr. die Verletzung der kirchlichen Pflichten in Bezuß auf Taufe, Confirmation und Trauung. Hieraus folgte die Berathung der Druckschrift des Oberkirchenrathes, betr. den gegenwärtigen Stand der Stol» gebuhren-Angelegenheit. — Der General-J rspecteur der Artillerie, General der Kavallerie, v. Pod> bielski, ist heute Nachmittag plötzlich gestorben. London, 30. Octbr. Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Simla vom 30. ds.: General Roberts erließ eine Procl'mation folgender Inhalts: Die Niedermetzelung der britischen Gesandtschaft und die Abdankung des Emirs Jakub Khan haben die britische Regierung veranlaßt, Kabul unt andere Tbeile von Afghanistan zu besetzen. Die afghanischen Behörden Häuptlinge und Sirdars werden aufgesor^ert, die Ordnung in ihren Dlstric- ten weiter aufrechtzuerhalten und sich mit General Roberts in Einoernehmer, zu setzen. Die Bevölkerung der besetzten Drstrtcte werde mit Gerechtigkeit uni Wohlwollen behandelt, die Religion und die Gewohnheiten der Landesbewohner geachtet, Loyalität und gute Dienste belohnt, dagegen alle Vergehen gegen die britische Verwaltung bestraft werden. Die Vorkehrungen für die permanent« Verwaltung des Landes werden nach Verständigung mit den Sirdars, Häuptlingen und Vertretern der Hauptprovinzen getroffen werden. ÄtinaluS ®iu ertlären, welchem Antrag die Kammer stattgibt, so daß di- A»gel-g-n- n-tt aui die nächste Tagesordnung g-tetzt werden wird. •ett folat nunmehr die Fortsetzung oer Berathung über die Vorlage Grohherzogl. -Aeiammtmtttis-riüms, den Berkaus des hessische» Anth-ilä an der Mam-Weier-Bahn an ©efammtmimi »„nächst erarent das Wort Staatsmmnter Freiherr von Starck, entschieden der Ansicht entgegenzutr.ten, daß die S-lbstständigk-it des Groß- &Sim§ burd) den vorgelegten Kaufvertrag eme Embuße erleide. — Abg. Wasser- fcura töricht sich in langen Ausführungen gegen die Vorlage aus, sowohl aus nfs nuS finanziellen Gründen. Dafür tritt Abg. Maurer em, der be- m'if die in ftolae des Verkaufs der Main-Weser-Bahn emtretenbe Vereinfachung NZaatshaus ätts Knw-ist - Abg. Rack- schließt sich den Ausführungen des Ä g. MaNerbürg an während Osann in delaillirter Weise den Standpunkt derMa>°rttar d^s Ausschusses darlegt und für seine Person bemerkt, er fei kein principicller Gegner des V-rkauss der Mam-Wescr-Bahn, doch scheine ihm d,° i-tzig- Zeit dazu nicht ge- eianet und ebenso die vorgeschlagenen V-rkaussb-dmgungen nicht annehmbar. Nicht -Zottelt solle man di- Eisenbahnen des Landes abgeben, weder an Preußen noch an das Reich sondern im gegebenen Augenblick, wenn es zur Forderung des Reichs diene, in ibrer G-sammth-it. - Wiederholt ergreift Ministerialrath Ftnsdas Wort um >n sLninirter Weise die mannigsach gegen die Vorlage erhobenen Einwande zu entkrasten nnd >u w-d« egen - Ab Schröder begründet seine m dem Majoritätsbericht be- rells mederaeleate Ansicht des Näheren; er erklärt ebenfalls kein pr>nc,p,eller Gegner des^Verkauss zu sein, den jetzigen Zeitpunkt jedoch für entschieden ungeeignet zu halten. ^r'^mifnrei§ und die Bedingungen des Verkaufs feien ihm nicht entsprechend und er nblic^ str dem Abgeben der Main-Weser-Bahn, eine Benachtheil^ung der Provinz Oberhes en und anderenStaatseigenthums. - Mmifterialprasident ^chlerermacher rcrr hpmprft beiuaneknnend auf verschiedene Äußerungen einiger Dorrender, für die lieaefflS rein 2lnla6 m>r, sich ihres Eigenthnms an der Main-Neckar- ^abn m0beae9ben während die Sache in Bezug auf die Main-Weser Bahn eine ganz ki - Abg. Metz ist dagegen, die Mam-Weser-Bahn um einen Preis abzu- tr Ln b r d-m wahren W-rth- des Kaniobjeets nicht entspreche. - Di- Sitzung wird «m l' Mr au? 3 Uhr Nachmittags vertagt. (Resultat siehe telegr. Dep.) Berlin, 30. Oktober. Die Geueralsynobe setzte in ihrer heutigen Sitzung die Berathung der Trauoidnung fort und nahm bei § 8 ahn. 1, be» treffenb die Traufragen und Trauformeln, nach langer Debatte, die Trausra- aen nach den Commissions-Vorschlägen theils einstimmig, theils mit großer sfflaiorität an, ebenso die Trauformeln. Auch der fernere Antrag der Com- mKn wurde'genehmigt, wonach der Oberkirchenrath ersucht wird, die Fälle, in welchen auch bei der gegenwärtigen Trauordnung ein Geistlicher noch Ge- wisiensbedenken haben sollte, die Trauung als mit dem Worte Gottes nicht übereinstimmend vvrzunehmen, in einer das Gewisien des Geistlichen schonen- den Weise iu erledigen. — Der Gesetzentwurf über die Verletzung kirchlicher Vilickien wurde gegen die Stimmen der Linken en bloc angenommen. Ober- consistoriairath v. d. Goltz hatte sich im Namen des Oberkirchenratbs für die Commissionsanträge ausgesprochen. Die Anträge der Stolgebuhren-Commission werden genehmigt. Zu der Brandenburger Petition, betr. die Presie, wurde der Antrag des Grafen Bismarck-Bohlen in folgender von Herbst beantragter abgeänderter Fasiung angenommen: In Erwägung, daß die Generalsynode nickt in der Lage ist, auf die Petition aus Brandenburg betreffs der Presie wegen ihrer Allgemeinheit näher einzugehen, spricht dieselbe unter Anerkennung der Motive ihr tiefes Bedauern aus, daß eine weitverbreitete Presie entschieden antichristlicher Richtung auf unser Volk verderblichen Einfluß ausübt, und erklärt es als eine Pflicht aller Glieder der Kirche, diesem Einflüsse in jeder «Reife namentlich durch Förderung der die christliche Weltanschauung verire- tenden' Presie entgegenzuwirken. - Der Antrag Kalling: den eoang. Kirchen- ratb zu ersuchen, bei den laut Cabinetsordre vom 5. Februar 1855 von ihm ,u erstattenden Gutachten in Beziehung auf Bekenntniß und Lehre der anzustellenden Profesioren der Theologie den Generalsynodal-Vorstand gemäß § 36 (alin 5) der Generalsynodal-Ordnung jedesmal zuzuziehen, wurde schließlich mit dem Amendement Geß, an Stelle des Wortes „jedesmal" zu setzen „in Regel", und zwar nur, wenn ein Bedenken bezüglich der kirchlichen Lehre vorliegt — zum Beschluß erhoben. — Die hohe politische Bedeutung, welche der Ernennung des Freiherrn v Manteuffel zum General-Statthalter der Riichslande innewohnt, tritt täg. lich mehr zu Tage. Es ist ein Vertrauensposten allereisten Ranges, den der schneidige Freiherr bekleidet und seine Berusunz auf denselben steht sicherlich nickt außer jedem Zusammenhang mit den eigenthürnlichen politischen Strömungen, welche sich seiner Zeit in Petersburg und Paris bemerkbar machten. Es ist bekannt, daß zuerst eine hohe regierende fürstliche Persönlichkeit, der Grobherzog von Baden, in Aussicht für diesen Siaithalterposten genommen wurde Fürst Bismarck aber wußte seinem Wunsche Gehör zu verschaffen, daß Neldmarschall v. Manteuffel ernannt wurde; und in des Freiherrn Hand wurden dann überraschender Weise die höchste Ctvil- und Militärgewatt der Retchslande vereinigt. Freiherr v. Manteuffel ist mit den Bismarcksichen Jn- teniiouen in der hohen Politik wohl vertraut und bemerkenswerlb ist es gewiß, daß der junge Gras Bismarck in der nächste» Umgebung des General-Statthalters eine Stellung gesunden hat. Unwillkürlich drängen sich diese Betrachtungen wieder auf, wenn man in einer von der „Magdeb. Ztg." veröffent- lichten Correfpondenz aus dem Reichslande das Folgende liest: „Die fortwährende Verstärkung der französischen Armee ist bereits bisher nicht ohne Einfluß auf die Truppenverhältnisie im Reichslande gewesen, indem die hier disloeirten Truppen die Stärke von anderthalb Arrnee-Corps hatten; noch im vorigen Jahre wurden mehrere Regimenter aus Alt-Deutschland hierher in Garnison gelegt. Um aber gegen alle Möglichkeiten gesichert zu sein, geht die deutsche Regierung, wie ich höre, damit um, die Stretikräste in Eisaß-Lothrin- aen noch weiter zu vermehren. Die neuliche Generalstabsreije des G-neral- Feldmarschalls Grasen v. Molike nach dem Ober-Elsaß und dem Breisgau batte hauptsächlich den Zweck, diese Angelegenheit einer näheren Prüfung zu unterziehen. Von Anlegung eines dritten Bollwerkes zum Schutze des Ober- Elsaß ist man abgekommen; dagegen scheint beschiosien zu sein, die daselbst garnisonirenden Truppen zu verstärken. Von Colmar rheinauswärts sind nur 4 Bataillone Infanterie, und zwar in Mülhausen, vorhanden; es kann daher einem plötzlichen Angriff von Belfort her keine genügende Truppenmacht ent- gegengestellt werden." Wie bereits gesagt, beutet schon allein der Umstand, daß dem bewährten Feldmarschall v. Manteuffel neben der Civilautorität auch da« Oberkommando über die sämmilichen Truppen in Elsaß Lothringen über- tragen werden soll, daraus hin, daß man die militärische Sicherheit der neuen Provinz unausgesetzt im Auge ju behalten allen Grund hat. (Beil. Tgbl.). Türkei. Konstantinopel, 29. Oktober In der heutigen griechisch-türkischen Cvnserenz verlasen die griechischen Commisiäre eine Erklärung, welche für die jn der letzten Conserenz vorgeschlagene, den Andeutungen des bez. Congreß- En । inj Cab «tat |i)„ Bogrn angckl nachtS die Lik Millionen He! zur Aufnahmi Streit ihren । Thronen sind einer Idee voi Wasser/ Götth Treibjag'n int collegen auf ein letzterer nun da Hambr eignete sick an giößnen Hofe gebracht waren racke ein. Hie licht lbrandwr andere Perfvr New: Dampfer Mi eine traurige Bremen und Bug den Dctc aus dem Lader btcrvon benach Anordnungen langen und en «ine harte Pu und die droh Vorganges üi Gefahr bewu batte für den dics so wie si wie einstimm «uf dem Schi Ankunft hinf ^>nd faltblütii ttr Mannsch Dorten geda tebltn lassen "ngravirter । ehrenvollen S Summe unte Mer einer P waren; als ll r>icht vereinzel als _• b 5“ d-a e Äaeke» Wten b(| “»traetnn, ?168) «u«® B<8en 15 0 S* nt ü« JnstüUj o Lj. ] tato d-tz " Ma'Ni und Web» in' seren) 6eiu97 mont und Sta mächtigt"!' "2 qroßts D°upn fernher, »' der Leh«r fast nehmen- Düffe Lininösen Narr denken, wenn Namen zu vr daß dem Juli und seinen Ki herizen Famil l33 des LanDwirths Anton Müller XIX. von n e. 19. October. 24. October. u n i; e n von Radgen mit Gertrude Janitz von E h e s ch l t e ß Müller Gustav Adolf Müller G e b o r e Lang-Göns. 31. Oktober. Marburg. ebenso raschen Absatz wünschen, wie den vorhergegangenen. Für unsere hessischen Bürger und Landteute wissen wir keinen besseren Rathgeber vor Gericht und in Prozessen, als die Metz'sche Brochüre, die in gedrängter Form für Jedermann faßlich und leicht verständlich, eine Fülle der werlhvollstcn Rathsch.äge erlheilt. Einen ganz besonderen Vorzug hat sie vor allen übrigen dadurch, daß sie ganz speciell unsere hessischen Verhältnisse und Ausführungsgesetze berücksichtigt. Zu dem überaus billigen Preis von 50 H kann die Brochüre von jeder Buchhandlung. Buchbinderei und Papierhandlung bezogen werden. handel und Verkehr. Gießen, 1 • November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 0,90 bis X 1.00, Hühnereier per Stück 7 H, Käse per Stück 5—9 Käsematte per Stück 3 ,5>, Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 60 Hühner per Stück X 0.60—0.80, Hahnen per Stück X 0.60—0.75, Enten per Stück X 1.50, Gänse X 3—5.50, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.50—6.50, Weißkraut, 100 Stück X 3—8, Zwiebeln per Ctr. X 7—8, Milch per Liter 16 und H, Ocksenfleisch 7u per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 50—56 H, Kalbfleisch 50—54 Hammelfleisch 56—65 Schweinefleisch 60—64 Truthähnen per Stück — X Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen Vom 25. bis 31. October 1879. Literaris ch e S. fMetz, die neuen Reichßjustizgesetze.^ Einen seltenen Erfolg hat die Brochüre des Herrn Hofgerichts-Advokaten Metz I. in Darmstadt über „die neuen Reichsjustizgesetze" auf- zuweisen. Nachdem in ganz kurzer Zeit acht starke Auflagen davon vergriffen wurden, liegt uns heute schon die neunte vor, der wir im Interesse der guten Sache, der sie dient, einen Aufgebote. 25. Oktober. Fabrikant Johannes Keßler von Steinback mit Mathilde Schäfer, Tochter des Feuerwerks-Premier-Lieutenanls Ludwig Schäfer von Darmstakt. 29. Stations-Aufseher Karl. Peter Gustav Landmann von Volkartshain mit Charlotte Gertrude Christine Schlffmann, Tochter des Bahnmeisters August Gottfried Schiffmann von Oelde. 31. Landwirth Konrad Reusch von Lang-Göns mit Marie Müller, Tochter t'° - ' LC- VTV 7173) Heute treffen frische Schellfische ein, morgen Schellfische und Cabliauen. Letztere auch im Anschnitt. J. A. Busch Söhne. Auszug aus öcn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Den 26. Oktober. Dem Kaufmann Karl Lang ein Sohn, Ludwig Emil, geboren Denselben. Dem Schreiner Rudolf Kutzer ein Sohn, Julius Ferdinand Ludwig, geb. den 5. Oktober. Denselben. Dem Fabrikanten Wilhelm Seultng eine Tochter, Johanna Emilie Elfriede, geb. den 9^ September. . , „ „ Denselben. Dem Schuhmacher Johannes Koob eine Tochter, Louise Margarethe, geb. den 20. September. Denselben. Dem Schuhmacher Konrad Wißner eine Tochter, Anna Margarethe Christiane, geb. den 10. Oktober. Denselben. Dem Heizer Otto Ploch ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. den 6. Octbr. Denselben. Ein unehelicher Sohn von auswärts, Ludwig Anton, geb. den 24. Septbr. Den 30. Oktober. Dem Großh. Hofgerichtsadvokaten Friedrich Barth eine Tochter Karoltne Wilhelmine Magdalene, geb. den 24. September. Denselben. Dem Schlosser Christian Hörster eine Tochter, Maria Barbara Karoline, geb. den 7. Oktober. Beerdigte. Den 24. Oktober. Eduard Krautmacher, Heizer an der Drahtseilbahn dahier, alt 36 I. 1 M. 18 T, gest. den 21. Oktober. Den 25. Oktober. Anna Katharine Krämer, geb. Hüffel, Ehefrau des Geseüschafts- dieners Johannes Martin Kramer dahier, alt 71 I. 4 M. ;> T, gest. den 22. Oktober. Den 28. Oktober. Karl Ferdinand Mohn, Oberfinanzrath und Großh. Director der Oberhessischen Eisenbahnen vahier, alt 52 I. 5 M. 7 T., gest. den 25 October. Den 29. Oktober. Anna Wagner, geb. Metz, Ehefrau des Arbeites Conrad Wagner, alt 31 I. 1 M. 8 T., gest. den 28. Oktober. V e r m i s ch t eS. Aus Mainz, 28. Oktober, schreibt man der „Frkf. Ztg.": Ein intereffantes Beispiel über die Wirkungen der mit der neuen Justizverfaffung zur Einführung gekommenen Kosten- Realements bietet der von unserer Stadt beschlossene Prozeß gegen die Heff. Ludwtgsbahn wegen der Babnumführung. Es hanoelt sich hierbei um ein enormes Object das auf mindestens 15 Millionen X zu veranschlagen sein dürfte. Demgemäß wurden allein die Anwalts- aebübren welche mit etwas über 1 o/o für jeden Anwalt und zwar mindestens dreimal in jeder ^nstanr Aur Anwendung kommen, für jede der beiden Parteien excl. der Gerichtskosten und Vorlagen die nette Summe von 45,000 X tn einer Instanz repräsentiren Die Anwälte baden daher mehr Ursache, sich über den Prozeß zu freuen, als die streitführenden Parteien. Es würde sich für die letzteren lohnen, die Bestellung des Anwalts in Submission auszu- schretben, jedoch soll die Stadt Mainz ihre Vertretung tn diesem fetten Prozeß bereits dem Referenten der juridischen Commission der Stadtverordneten-Versammlung übertragen haben. Noch viel höher werden sich die Gericktökosten berechnen, welche tn jeder Instanz auf mehr als das Doppelte Der ganzen Anwaltsgebühren zu stehen kommen. Mainz, 27. October. Heute Vormittag trafen die Herren Ministerialräthe Dr. Finger und Weber in unserer Stadt ein, um sich an einer im Rcgicrungsgebäude stattfindenden Con- ferenz bezüglich der Ufererwetterungsarbeiten und der Correctionsarbelten an der Ingelheimer Aue zu bethetligen. Unsere Stadt war vertreten durch Die Herren: Bürgermeister Dr. Du mont und Stadtbaumeistcr Kreysig, ebenso Die Hess. Ludwtgsbahn durch einen Spectalbevoll- mächtigten. — In dem Gasthaus zum „Holländischen Hof" fand am Dienstag Abend ein großes Souper zu Ehren des pensionirten Profeffors der Universität Gießen, Herrn Dr. Wernher, veranstaltet von den Aerzten der Stadt Mainz, statt. Herr Profeffor Wernher, der Lehrer fast aller hiesigen Mediciner, wird seinen bleibenden Aufenthalt tn unserer Stadt nehmen. ® ) Düsseldorf. (Ein fataler Name.) Wenn Jemand mit einem so cigenthümlichen und vminösen Namen behaftet ist, wie der nachfolgende, dann kann man es ihm wahrlich nicht verdenken wenn er alle Familientraditionen htntenansetzend, den Antrag stellt, ihm einen neuen Namen zu verleihen. Die Königliche Regierung zu Düsseldorf macht in ihren Blättern bekannt, 4>aß dem Julius Esel in Löhdorf, Kreises Solingen, seiner Ehefrau Magdalena geborene Salz und seinen Kindern Marie, Karl, Wilhelm und Friedrich Wilhelm, die Veränderung ihres bisherigen Familiennamens in den Familiennamen Muth gestattet worden. — sZur Vergrößerung der Hölle.^s An den Straßenecken in Brügge sind große rothe Bogen angeklebt worden, auf denen die Bekanntmachung zu lesen ist, daß „1. November Mitternachts die Lieferung von einer Billion Mauersteine, einer Million eiserner Balken und fünf Millionen Hektoliter Kalk öffentlich verdungen werden sollen zur Vergrößerung der Hölle, die zur Aufnahme der belgischen Lehrer, Eltern und Normaljchulen nicht ausreicht." — (Was sind Thränen?) Die Frau eines Apothekers versuchte bet einem ehelichen Streit ihren Gatten durch Thränen zu rühren. — „Ach", sagte er, „höre auf zu weinen. Thränen sind zu nichts zu gebrauchen. Ich habe sie chemisch untersucht. Die bestehen aus einer Idee von phosphorsaurem Kalk und etwas Soda Chlorid, das Meiste aber ist unnützes Wasser " Göllheim, 26. Oktober. Die Rüssinger Jagdgesellschaft erlegte bei ihrem gestrigen Treibjagen im Ganzen 414 Hasen. Ein junger Sonntagsjäger sckoß dabei einem hiesigen Jagd- Kollegen auf eine Distanee von 30 Schritten eine ganze Ladung Schror in die Beine, so daß .letzterer nun das Bett hüten muß. Hamburg, 25. Oktober. (Sechs Kinder verbrannt.^ Ein schreckliches Unglück ereignete sick am Freitag in dem benachbarten Dorfe Eichede in Holstein. Dort war bei einem größeren Hofe eine Arbeiterbaracke errichtet, in welcher 5 Familien mit ca. 80 Kindern unter; gebracht waren. Plötzlich gegen 11 Uhr Abenvs brach Feuer aus und äscherte die ganze Baracke ein. Hierbei wurden 4 kleine Kinder ein Opfer der Flammen, zwei andere, welche erhebliche Brandwunden erlitten hatten, erlagen ihren gräßlichen Qualen am nächsten Tage. Drei andere Personen liegen noch schwer krank darnicber. New-Aork, 18. Oktober. Der am 11. d. hier eingetroffene Norddeutsche Lloyd- Dampfer Mosel ist während der Ueberfahrt einer Gefabr entronnen, die unter Umständen u ermitteln, doch selten mehr als 20,( !ch Zwischen 35,000 Wir übersehe. Wen den Betrieb atö die Schienen < Auswechslungen m ^vorzügliche Ha ta iß. Wenn wir jusgflben aus den M°ssung nach i Zukunft verbürger xrdm, als dies dmapital hinau- dorlage gar nicht 8etTieb8tnitte Hi-ni-ch »[, " her n«ch dem »»Satan N anderer erbe SM bei na 2"!,dls 8auro, ’S Achen. ur ' rvatz -.2 v?1 mar vK Ot '-hen werb !' fr Uerer, w ?t'JW Ä sh £ Mirage 6,"0r W 'N»; Rheumatismus, Gliederreissen etc leiben, ober aber an einer Brust- oder Lungenkrankheit, wie Schwindsucht rc. bahinsiechen, »eu< Hoffnung, denn bi< barin enthaltenen DankesLuherungen über glückliche Heilungen beweisen, ba| selbst Schwerkranke ober anscheinend hoffnungslos DarnieberUegende noch bie ersehnte Hilfe fanden. — Kein Honorar, ärztlicher Beirath vielmehr unentgeltich i Jede-der obigen Bücher kostet 60 Pf.* Prospekt gratis und franko durch Th. Hohenlettn«, k Leipzig und Basel. i Oswald s Garten. S„nnt«g den 2. Novbr.: 2 groeee Vorstellungen um 4 Uhr und Abends 7f/2 Uhr. 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