Freitag, den 2 Mat 1878 Nr. 1O1 Erscheint tiigttch mit Ausnahme des Montags. Schulstraße B. 18. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Redaetionsbureau r Expeditionsbureau r KHemr s!ui x’iflct AM-e- uni) AMßdlsrtt für den Kreis Kichm. Amtlicher H h e i l. Bekanntmachung. Philipp Avam Sier aus Lich ist zum Kreisboten des Kreises Gießen ernannt und demselben der Dienstbezirk des auf sein Nachsuchen entlassenen Kreisboten Lotz übertragen worden. Gießen, den 29. April 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießcu. Dr. Boekmann. U-litisch Deutschland. m. Darmstadt, 30. April. Die zweite Kammer der Stände wird Mittwoch den 7. Mat zu einer voraussichtlich nur sehr kurzen Session zu- fcmmentrettn, um die noch zur Berathung reifen Gegenstände zu erledigen. Auf der Taqesordnung der ersten Sitzung st'hen zunächst die Recommunicattonen der ersten Kammer bezüglich der Gesetzesentwürfe, Maßregeln gegen den Coloradokäfer belr., und die Aussübrung der deutschen Cwilproceßordnung und der Concursordnung betr., ferner bezüglich des Nachtragsetats für die Justizverwaltung, wo bekanntlich zwischen beiden Kammern nur ein Dissens bezüglich des Gehaltsansatzes der drei ersten Staatsanwälte bestand. Weitere Gegenstände der Berathuug werden sein der Gesetzesentwurf in Betreff der Abänderung des WildschadenSgesetzes vom 6. August 1810, der Etat der Ober-Rechnungskammer für die Finanzperiode 1879/82, sowie eine Reihe von Petitionen, Pensionseihöhungen und Rechtshülfe betreffend. Man hofft, die übrigen vorliegenden Gegenstände, wie das Gesetz, betreffend das Notariat tn der Provinz Rheinhessen, die Recommuntcat'on der ersten Kammer bezüglich des Gesetzesentwurfs, die Rechtsverhältnisse der Richs er betreffend, das Gesetz über die Ausführung der Gebührenordnungen für die Gerichtsvollzieher, Zeugen, Sachverständige u. s. w. und andere kleinere Angelegenheiten in einer weiteren Sitzung zur Erledigung bringen zu können. Darmstadt, 30. April. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog begeben sich heute Nachmittag in Begleitung des Hofjägermetsters v. Werner aus einige Tage nach Alsfeld und Grebenau zur Nuerhabneubalz. — Die zweite Kammer tritt am 7. Mai zusammen. Berlin, 28. April. In unseren diplomatischen Kreisen erzählt man sich, und zwar aus guter Quelle, ein merkwürdiges Beispiel, mit welcher Frechheit das Revolutions-Comit^ in Petersburg verfährt. Sobald auf Befehl desselben ein Mord ausgeführt war, erhielten die fremden Botschafter eine höfliche Mittheilung dieses Comitss, worin die Ermordung des Betreffenden und seine angeblichen Verbrechen angeführt waren. Dieser Auszeichnung erfreuten sich übrigens nur die Botschafter, nicht auch die Gesandten der kleineren Staaten. — Das Asylrecht Englands und der Schweiz ist schon häufig der Gegenstand heftiger Angriffe gewesen und es war eigentlich zu erwarten, daß Angesichts der politischen Attentate die Frage, ob dies Asylrecht unter allen Umständen aufrecht zu erhalten sei, wieder zur Ventilation gelangen werde. Was die Schweiz betrifft, so ist dieselbe früher bereits wiederholt, namentlich Anfangs der fünfziger Jahre, durch den Druck der Cobtnete veranlaßt worden, politische Flüchtlinge auszuweisen. In England verhielt sich die Sache anders, dort war ein solcher Druck wirkungslos und directe Drohungen wagte Niemand den auf ihre Selbständigkeit jederzeit ganz besonders bedachten Eng- ländern gegenüber. Auch im vorigen Jahre sind, wie wir vernehmen, mit Beziehung auf soctalistische Umtriebe, die von der Schweiz ausgegangen, Seitens des deutschen Reichs mit den schweizerischen Bundesbehörden Verhandlungen gepflogen worden, die zu dem Resultat geführt haben, daß die Schweiz die völkerrechtliche Verpflichtung anerkannt hat, solchen Flüchtlingen kein Asyl zu gewähren, die nachweislich das ihnen gewährte Ausenthrltsrecht benutzen, um die Rechtsordnung anderer Staaten zu untergraben. Demgemäß ist die schweizerische Regierung neuerdings auch mehrfach auf Requisition anderer Regierungen energisch gegen soctalistische Umtriebe etngeschrttten. Von England hat man selbstverständlich nichts Aehnliches gehört, obwohl gerade dorthin deutsche Socialisten in größerer Zahl übergesiedelt sind und von dort fortwährend der Versuch gemacht wird, soctalistische Schriften nach Deutschland zu importtren. Jetzt theilt nun ein Berliner Correspondent der „Weser- Zeitung" mit, daß in diesem Sommer in London eine internationale Versammlung von Socialisten und Anarchisten aus ganz Europa stattfinden werde. Socialdemokrattsche deutsche Reichstags-Abgeordnete, hervorragende Häupter der russischen Nihilisten, der französischen Communards und ähnlicher Parteien in anderen Ländern sollen ihre Theilnahme zugesagt haben. An diese Nachricht knüpft der Correspondent dann Bemerkungen, welche im Wesentlichen von der englischen Regierung ähnliche Maßregeln verlanaen, wie die von der Schweiz getroffenen thatsächlich sind. Die Nachricht selbst machte aber tn der Form, in der sie mitgethetlt war, ganz den Eindruck, als ob sie lediglich auf einer Combtnatton beruhe und der reellen Basis entbehre. Jetzt nun bringt das „Journal de St. Petersbourg" einen Artikel, welcher angebliche Aeuße- er Theif. rungen des Fürsten Gortschakoff über das Asylrecht der Schweiz und Englands enchält. Darnach hätte der russische Staatsmann sich sehr abfällig über dies Recht geäußert und halb und halb diplomatische Schritte dagegen tn Aussicht gestellt. Ob solche wirklich erfolgen werden, davon verlautet noch nichts, indessen ist tn diplomatischen Kreisen die Rede davon, daß die bereits im vorigen Jahre angeregte Idee eines solidarischen Vorgehens der Regierungen gegen die socialistischen, communtstischen rc. Umtriebe jetzt nach dem Attentate auf den Kaiser Alexander durch die russische Regierung wieder zum Gegenstände eine- Gedankenaustausches Seitens der Cabtnete gemacht worden sei. Frankfurt, 29. April. Das Gutachten v. Dluntschlt's über „die Nachbesteuerung des Tabaks und die Rechtsordnung" ist „als Manuscript gedruckt" tn Frankfurt a. M. tm Commissions-Verlage von Otto Puls (dem Handelskammer-Secretär) erschienen. Der berühmte Heidelberger Rechtslehrer kommt zu dem Schlüsse: Die Form der Nachsteuer sei fein erdacht und künstlich zurecht gemacht die Sache aber sei deutlich eine nachträgliche Zoll- und Steuererhöhung auf bereits verzollte und versteuerte Objecte. Für das Rechts- gesühl des Volkes sei es aber kaum weniger bedenklich, eine listige Verhüllung eines Rechtsbruchs als einen offenen Rechtsbruch ertragen zu müssen. Daß auf solche Weise viele öconomtsche Interessen verletzt und Vermögensrechte geschädigt werden, sei nicht zu bestreiten. Es werde nicht blos die erlaubte Unternehmung des Kaufmanns, der große Vorräthe im Hinblick auf die künftige Zollerhöhung bezogen, in einer Weise vernichtet, welches den anerkannten RechlSgrundsätzen Hohn spreche, sondern es werden von einer solchen Maßregel auch Die betroffen, welche nicht aus Rücksicht auf eine künftige Zollerhöhung sich Waare angeschaffr haben. Wie der Kaufmann und der Fabrikant in ungerechter Welse geschädigt werden, welche berechtigt gewesen, einen normalen Gang der Gesetzgebung und eine naturgemäße Fortbildung des Rechts zu erwarten, so werde auch der Landwirth getäuscht, der noch einen Vorrath besitze..... Der Staat könne nicht die vor dem Gesetze abgeschlossenen Handelsgeschäfte und den vorher schon vollendeten Tabaksbau hinterher mit neuen Zöllen und Steuern belasten, ohne einen schweren Eingriff in das Prt- vatrecht zu begehen. Posen, 28. April. „Dzientk Poznanski" erhielt soeben aus Warschau folgende Mittheilung: Sämmtliche hier erscheinende polnische Zeitungen veröffentlichen einen heftigen Protest gegen die russische Presse und besonders Artikel oer Petersburger Börsenzeitung, die den Nihilismus dem polnischen Adel zuschreibt und die Schuld der jetzigen Zustände auf das polnische Volk wälzt. Der polnische Adel und die katholische Religion, heißt es in dem Protest, haben mit E» trüstung die nihilistischen Ideen von sich gewiesen. Beweis dafür war die Stellung der ganzen polnischen Presse. Der Protest endet mit den Worten, die der General-Gouverneur Graf Kotzebue an die polnische Deputation Warschaus nach dem Attentat auf den Kaiser richtete. Augsburg, 29. April. Eine Münchener Correspondenz der Augsburger „Allg. Ztg." erhält ungeachtet des erfolgten Dementis die früheren Angaben, betr. Verhandlungen über Eisenbahn-Angelegenheiten zwischen der hessischen und bayerischen Regierung, aufrecht. Schweiz. Bern, 29. April. Der Bundesrath hat den Schriftsteller Heinrich Joachim Gehlsen, früher in Berlin, fitzt tn Bern, ferner Alphonso Danesi von Bologna, Dtrector der italienischen Druckerei tn Genf, wegen Mtßbrauchs des Asyls zu einer aggressiven publictsttschen Thätigkett, welche mit der völkerrechtlichen Stellung der Schweiz unverträglich ist, aus der Schweiz ausgewiesen. Italien. Rom, 28. April. Prinz Karl von Preußen tst hier etngetroffen. — Der italienische Commtffar für die Bestimmung der serbischen Grenze, Major Delini, ist heute nach Belgrad abgeretst. — In der Kammer sanden Ber- handlungen über Etsenbahnbauten statt. Rom, 28. April, Morgens. Gestern Mittag tst Gartbaldt von hier abgereist. Die angesagte Ovation war sehr mager. Auf dem Lateranplatze waren kaum 400 Personen. Eine einzige Fahne war zu sehen, dagegen sehr viel Polizei. Garibaldi sah recht wohl aus. Er durchfuhr tn einem offenen Zweispänner ohne Aufenthalt die Menge, welche Evviva rief. Wenige Wagen begleiteten den des Generals. Jenseits des Stadtthors sand noch eine Demon- stration statt, die aber sehr mager ausfiel. Die „Capitale" publlicirt Garibaldis Proclamation an die Italiener. Garibaldi constatirt barm, daß eine Vereinigung aller republikanischen Fractionen am 21. April unter dem Ahnten einer „Demokratischen ßiguc" erfolgte. Sie meldet ferner die (Srnennun^ eines Executiv'Comit6s und erklärt, die Agitation werde sich in den Schranken des Rechtes und der friedlichen Mittel halten. Dieselbe müsse jedoch zu andern Mitteln greisen, falls die Regierung die Ausübung der Rechte bet Demokratie verhtnbere ober verletze. In diesem Falle trage lediglich die Re- pierung die Verantwortlichkeit. — Prinz Karl ist in Venedig an^ekommen. — Der deutsche Botschafter, Herr v. Keudeü, gcht auf Urlaub nach (Stellten. England. London, 28. April. Nach mehr als vierwöchentlicher Abwesenheit ist die Königin wieder in ihr Land zurückgekehrt und hat ihren Wohnsitz im Schloß Windsor genommen, wo sie etwa fünf Wochen zu verweilen gedenkt, um sich dann später, wie gewöhnlich im zeitigen Sommer, nach Schottland zu begeben. Ihre Ankunft trug am Samstag durchaus denselben privaten Charakter, wie vor einem Monat ihre Abreise. Bis auf die Beseitigung der düstern W lke, welche vor vier Woche« noch drohend über dem Kriegsschauplatz am Cap schwebte, findet die Königin die politische Lage nicht wesentlich verändert. — Die vier mächtigen Hundert-Tonnengeschütze, welche zur Zeit der KriegSrüstun- gen von Armstrong gekauft wurden, sind erst jetzt nach 14 Monaten fertig geworden und es sind davon zwei in Woolwich zur Ablieferung gekommen. Die Monstre-Geschütze sollen nunmehr geprüft werden, und selbstoerstäadlich sehen unsere Artilleristen der Prüfung mit Neugierde entgegen. Die Geschosse werden voraussichtlich jedes gegen 2000 Pfund wiegen, «nd man erwartet, daß sie mindestens drei Fuß Eisen durchschlagen. Ztußkand. Petersburg, 29. April. Gegenüber den Vermuthungen Wiener Blätter, die Missioa des Grafen Schuwaloff ziele auf eine Art gegen das revolutionäre Treiben gerichteten heiligen Bundes ab, will das „Journal de St. Petersbourg" wisien, Schuwaloff werde mit den österretchtsch-ungaii- schen Staatsmännern nur über Maßregeln unterhandeln, weiche die Erfüllung des Berliner Vertrags und die Sicherung des Friedens im Orient bezwecken. Afrika. Kairo, 29. April. Die Commiflare für die egypttsche Schuld machen amtlich bekannt, daß Zahlung auf die Coupons der Änlethe von 1864 und der untfictrten Schuld erfolgt. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr. Eorrespondenz- Bureau. Berlin, 30. April. Noch in letzter Stunde auf das dringende Gesuch der östlichen Städte, wie Königsberg, Danzig, Thorn, Stettin und Kiel, welche offictell den Berliner Magistrat darum angingen, und auf Anfragen verschiedener anderer Städte und Personen entschloß sich der Magistrat, den deutschen Städtetag nach Berlin zu berufen. Bremen, 30. April. Das Antwortschreiben des Reichskanzlers an die Tivoli-Versammlung besagt, der Reichskanzler sehe in den Beschlüssen derselben eine Ermuthigung, seine auf den Schutz der deutschen Schifffahrt gerichteten Bestrebungen fortzusetzen und hoffe, daß es gelingen werde, in der Flaggenfrage die nicht ganz identischen Interessen des Handels und der Schiff» fahrt zu vermitteln. Berlin, 30. April. Reichstag. Eingegangen ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Uebertragung von Rechtsgeschäften auf das Reichsgericht. Abg. v. Mtnnigerode theilt mit, daß er durch private Gründe gezwungen sei, von seinem Amte als Schriftführer des Reichstages zurückzutreten. — Das Nab rungsmittelgesetz wird in letztmaliger Abstimmung angenommen. Der Gesetzentwurf wegen Abänderung des Wechselstempelsteuergesetzes wird in dritter Lesung nach längerer Debatte ui ter Ablehnung verschiedener Amendements i ach den Beschlüssen der zwetten Lesung angenommen. Berlin 30. April. Reichstag. (Schluß.) Es folgt die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend das Pfandrecht an Eisenbahnen und die Zwangsvollstreckung an denselben Staatssecretär Friedberg empfiehlt den Entwurf, oer nach kurzer Erörterung an die Commission für den Entwurf über die Consulargerichtsbarkeit verwiesen wird. — Hierauf geht das Haus zur zweiten Berathung der Gebührenordnung für Rechtsanwälte über. Bähr (Kassel) stellt ein Amendement, wonach die Gebührensätze durchweg gegen die Satze der Commission erniedrigt werden sollen. Windthorst spricht für Aufrechterhaltung der Commissionsvorschläge. Bundes-Commissar Kurlbaum tritt für die Sätze der Regierungsvorlage ein, welche niedriger als die von der Commission, aber höher als die von Bähr vorgeschlagenen Sätze sind. v. Goßler tritt für das Amendement Bähr ein, Bieler und Marquardsen für die Commissions-Vorschläge Das Haus lehnt das Amendement Bähr ab, ebenso bei itio in partes den Commissions- Antrag und genehmigt den § 9 in der Fassung der Regierungsvorlage. Der Entwurf wird sodann bis $ 27 nach den Commissions-Anträgen erledigt und sodann Vertagung beschlossen. Rach längerer Debatte beschließt das Haus, die nächste Sitzung am Freitag stattfinden zu lassen; Tagesordnung: Wahl eines Schriftführers an Stelle o. Minnigerodes und erste Berathung der Zoll- und Steueroorlagen. Wien, 30. April. Die „Wiener Abendpost" schreibt: Mit der Wahl des Prtnzen Baitenberg ist ein weiterer .richtiger Schritt zur Durchfüh ung des Berliner Vertrags gediehen. Diese Wahl wird bei allen Ltgnatarmächten sympathische Ausnahme finden. Di/ Gerüchte von einer geplanten Personal- Union zwischen Bulgatien und Ostrumelten werben durch diese Wahl zum Schweigen gebracht. — General Jgnatieff ist heute aus Italien hier eingetroffen. Schuwa- loff ist vergangene Nacht nach London abgeretst. Bet dem hiesigen russischen Botschafter Nowikoff fand gestern anläßlich des Geburtsfestes des Kaisers von Rußland eine glänzende Soir6e statt. Paris, 30. April. Die „Agence Havas* sagt, eine Madrider De- pffche vom 29. b erwähnt des beglaubigten Gerüchts von einer H-trith zwi- sche» dem König Alphons und der Erzherzogin Marte Christine von Oesterreich. Die Hochzeit würde im September staitfinden. Petersburg, 30. April. Telegramme des Gouverneurs von Orenburg an den Minister d S Innern melden: In der Stadt Orenburg ist am Montag Morgen um 10 Uhr ein großes Feuer ausgebrocken. Bet einem starken Sturme dauerte das F uer den Tag unb die Nacht über, sowie einen Theil des folgenden Tages. Der größte Thetl der Stadt wurde vernichtet. Die Krongelder und die meisten Actenstücke wurden gerettet, lieber die Hälfte der Bevölkerung ist ohne Obdach und Nahrungsmittel. Bis jetzt wurden drei Verbrannte gefunden. Während des Brandes sind ketnerlet Ausschreitungen vorgekommen. Der Gouverneur ersucht den Minister um schleunige (Stilb» unterstütz,nz. Dieser hat tofort vorläufig 10,000 Rubel angewiesen. Petersburg, 30. April. Telegramm bes Gouverneurs von Orenburg an Otn Munster beö Innern aus Orenburg vom 28. d.s, 111/z Uhr Abends: Bei starkem Sturmwind brennt die Stadt seit 10 Uhr Morgens. Es ist keine Möglichkeit, die brennenden Stadttheile zu retten; das Feuer verbreitet sich rasch, das Unglück ist schrecklich. — Ein weiteres Telegramm vom 29. ds., 8 Uhr 40 Mm. Morgens meldet: Der Brand dauerte bei starkem Sturmwetter den flauen vorigen Tag und die ganze Nacht fort. Heute dauert der Brand einzelner Häuser auf der gesummten Brandstätte noch fort. Der Sturm hat aufgehölt. Eine Kirche ist vom Feuer beschädigt. Nlederg-braunt sind: Zwei Kirchen, die Artilleriekaserne, die Gebäude des Bezirksstabes, der Stadtduma und der Jngenieurverwaltung, der Kaufhof, die Telegraphen-Station, das Lehrer-J .stitut, der Camera Hof, der Controlhos, das KretSkrtegsgericht und die besten Stadttheile. Der von der Bevölkerung erlittene Schaden ist enorm. Die durch den Brand geschädigten Bewohner werden in Baracken hinter der Stidtlinie, sowie im Sommerlocal des Gymnasiums untergebracht. Behufs Zusendung von B od wurde an den Gouverneur von Samara telegraphtrt, sowie in den benachbarten Dörfern bezügliche Vorkehrungen getroffen. Heute kommen Theile der Feuerwehr aus Samara an. Es wird beabsichtigt, ein Unterstützunzs-Comtie zu bilden, jedoch ist die Maffe der Nothleidenden so groß, daß die örtlichen Mittel weitaus unzureichend sein dürsten. Unter den Geschädigten sind febr viele Beamte. Berlin, 30. April. Der Kronprinz begibt sich morgen auf einige Wochen mm Kurgebrauch nach Kissingen. Tirnowa, 30. April. Dondukoff wird heute die Deputation ernennen, welche dem Prinzen Battenberg das Anerbieten der bulgarischen Firstenkrone ungesäumt nach Berlin überbringen soll. Petersburg, 30. April. Depesche des „Golos" aus Odeffa vom 29. d.: Heute pa|nne durch Odeffa der Generaladjutant Obrutscheff, welcher sich nach Konstantinopel begibt und einen Brief des Kaisers an den Sultan überbringt. Obrutscheff ist auch Träger einer Proclamation deS Kaisers an die Bulgaren, worin letztere aufgefordert werden, sich von Unruhen sernzu- halten und sich den Bestimmungen des Berliner Vertrags zu fügen. Lokales. Gießen, 1. Aat. Der „Darmst. Ztg." wird über die Oktroi-Einnahmen der Stadt Gießen, wie folgt berichtet: Wie es bei der andauernden wirthschaftlichen Nothlage nicht anders erwartet werden konnte, sind die OktrouResultate unserer Stadt auch im Jahr 1878 i* kein bessere» Verhältniß getreten; sie haben vielmehr die im Jahr 1876 begonnene rückläufige Be wegung in fast demselben Maßstab wie in den beiden vorausgegangenen Jahren fortgesetzt. Im Jahr 1878 betrugen die Einnahmen für eingebrachte oktroipflichtige Gegenstände im Ganzen 81,823 X, wovon, nach Hauptrubriken zusammengefaßt, auf Getränke 21,954 JL, «uf Mehl und Backwerk 18,46* Jü, auf Hafer 1352 JL, auf Schlachtvieh und zerlegtes Fleisch 26,313 J4 und auf Brennmaterialien 13,736 entfallen. Die Rückvergütungen, welche für wieder ausgeführte Objekte zu entrichten waren, beliefen sich «uf 12.715 JL Nach Abzug der letzteren Summe von der Einnahme ergiebt sich mithin ein Oktroiertrag von 69,078 während das Jahr 1877 73.89 < JL, das Jahr 1876 79,003 JL erbrachte Werden die Einnahmen von 1878 mit denjenigen von 1877 in Relation gesetzt, so stellt sich heraus, daß in ersterem Jahr für Getränke 2488 JL, für Schlachtvieh und zerlegte« Fleisch 467 ,x, für Brennmaterialien 630 JC. weniger in den Stadtsäckel floffen. Mehl und Backwerk ergaben dagegen ein Plus von 2381 Da jedoch die für wieder «uSgeführtes Mehl zu leistende Rückvergütung sich um 3052 JL höher wie in 1877 stellte, so wurde die aus Mehl und Backwerk geschöpfte Mehreinnahme nicht nur vollständig compensirt, sondern es blieb die Einnahme, gegen die im Jahre 1877 erzielte, noch um 671 je zurück. Mit Ausnahme von Bier, dem etwas mehr zugesprochen wurde, ist der Verbrauch in allen seinen Theilen und namentlich in den werth- volleren Artikeln, wie Wein unb Fleisch zurückgegangen Im Jahr 1878 kamen, abgesehen von den Flaschenweinen, 74,000 Liter Wein weniger zur Eonsumtion und wurden 1911 Lhtere weniger wie in 1877 zur Schlachtbank gebracht. — Der „Wonnemonat" Mai ließ sich bei seinem Eintritt nicht sonderlich wonniglich an. Heute Nacht hatten wir drei Grad Kälte und starker Reif zeigte sich am Morgen auf den Dächern Obs überhaupt dieses Jahr einmal warm wird? — Freunde der Natur machen wir auf den eben schön blühenden Enzian bei Rödgen aufmerksam. — Se König!. Hoheit der Großherzog passtrten gestern Abend 725 auf der Durchreise nach Alsfeld den hiesigen Bahnhof. — Auf dem Spielplatz vor der alten Realschule sind eben Bäumchen gepflanzt, welche wenn größer, den Kindern Schatten spenden sollen Sieht man beim Vorübergehen während der Freistunden dem Spielen der Mädchen zu, so wird man öfters bemerken, daß um bte Bäume berumgelaulen wird, diese hin-unb hergezerrt und dadurch entwurzelt werden. Gewiß bedarf es nur dieser Zeilen um die Lehrer darauf aufmerksam zu machen, daß sie ein wenig Acht auf dieses Treiben haben. — Die Bewohner eines Theils des Selterswegs führen lebhafte Beschwerde über das zu frühe Schließen des Thores am Hospital und das dadurch bedingte Absperren der iin Hofe befindlichen Pumpe. Bei dem notorischen Mangel an öffentlichen Brunnen in der Stadt sollte man doch einigermaßen Rücksicht auf die Anwohner nehmen und nicht, wie gestern Abend geschehen, schon um 8 Uhr die Thüre zuschließen. — Einem Obdachlosen, welchen die Schutzmannschaft heute Nacht in der Kap- lansgasse liegend fand, mußte Quartier gegeben werden. — In den letzten Tagen sind an mehreren Häusern in- und außerhalb der Stadt Fensterscheiben eingeworfen resp. eingeschossen worden. So u. A. an einem Hause auf dem Kirchenplatz und einem auf dem Ludwigsplatz. Es geschieht solcher Unfug von Jungen mit Gummischleudern. Die Eltern dürften darauf aufmerksam zu machen sein, daß sie im Betretungsfalle für allen Schaden aufzukommen haben, welchen ihre Sprößlinge mittelst solcher Schleudern anrichten. Außerdem dürfte auch in den Schulen auf das Unstatthafte solchen Treibens hingewiesen werden. Vermischtes. — Das neuerbaute Lokal des 6af 6 Reuf in Frankfurt a. M. ist eie prachtvoller Raum im Sinne markiger, deuticher Renaiffan^e. Entschieden in der Farbe, reich und phantasievoll gegliedert, mit architektonischen unb malerischen Mitteln gleichwerthig decorirt, erinnert es an die längst verblichene Pracht der altdeutschen Rathhaus-, Ritter- und Kaufhanssöle. Eine ächte Holzdecke enthält in einigen Caffetten die bunten Wappenschilder von Frankfurt a. M. und Erlangen, letzteres Vie bewährte Bezugsquelle für das Gitränk im alten Local. Altdeutsche Kernreime mit Characteiköpfen darüber und Anspielungen in den bunten Malereien helfen auch dem Humor zu seinem Rechte. Wir können den Be uchern Frankfurts eine Besichtigung des Interessenten Locales nur bestens empfehlen, indem auch dem unternehmenden Wirthe^ von früher her nur der beste Ruf v^rangeht und derselbe hoffentlich auch im neuen Locale seinem alten Principe: „Gutes Vier"! „Gute Speisen"! getreu bleiben wird. Berlin, 28. April iJst Kaffee Gift?) Mehrere lebenslustige Lhambregarnisten saßen am Freitag Abend gemüthlich plaudernd beisammen, als man auch auf die Schabltchkeit des Kaffees zu sprechen kam. Während die Einen die Unschädlichkeit des edlen Mocca behaupteten, meinten die Anderen, daß der Trank sogar tödtlich wirken könne; der Streit sollte bald entschieden werden, indem einer der Anwesenden, ein Architekt S., sich bereit erklärte, die Unschädlichkeit des Kaffees sofort an sich selbst zu prüfen und zu beweisen. In Gegenwart aller Freunde bereitete man aus einem halben Pfund besten, gemahlenen Kaffee eine kleine Portionstaffe voll Mocca-Extract, die S. denn auch mit sichtlichem Wohlbehagen in einem Zuge leerte. Ungefähr 10 Minuten später stellten sich bei S. die ersten Symptome einer Vergiftung ein. Zuerst erfolgte heftiges Erbrechen, hierauf quollen die Augen aus den weitgeöffneten Augenhöhlen, Schaum bedeckte die blaugewordenen Lippen, der ganze Körper verfiel in krampfhafte Zuckungen, wobei der Angftscbweiß in Hellen Tropfen aus den Poren floß. Der sofort herbei: gerufene Arzt erklärte den Zustand für einen äußerst gefährlichen, da jeden Augenblick ein Schlag- fluß zu befürchten stehe. Erst nach mehrstündiger Anstrengung gelang es unter Anwendung starker Gegengifte, den Kranken der Todesgefahr zu entreißen, doch dürften noch Wochen vergehen, bevor derselbe völlig wieder hergestellt ist. Am Sonnabend Abend befand sich der Kranke in einem hockst bedauerlichen Zustande und ist der ärztliche Besuch täglich noch erforderlich. — Zwei Minner schritten wacker darauf los auf dem Wege nach Straßburg, der eine war ein Gendarm mit dem Helm auf dem Kopfe und der Waffe an der Seite, der andere ein Bürger mit einem blanken Schild an der Brust und einem guten Stock in der Faust. Wo sie unterwegs einkehrten, flüsterte der Gcnsdarm den Leuten zu: „Habt Acht, der arme Kerl ist nicht richtig im Kopf, ich tranSportire ihn nach Stauffenberg, wo da- Irrenhaus ist." Der Andere lächelt, winkt den Leuten und sagt: „Ich bin der Transporteur und der dort der Kranke, ich bringe ihn nach Stauffenberg." Die Leute machten überall verlegene Gesichter: wer war der Narr? und ließen sie ziehen; denn das sah man, Keiner ließ den Andern aus den Augen oder ihn entfliehen. Endlich kamen die Zwei in der Anstalt in Stauffenberg an. „Hier bringe ich einen Kranken," sagte der Mann mit dem Schilde, ,,und hier ist mein Schein." Der Gensdarm lächelte mitleidig und sagte: „Meine Herren, ich bin der Transporteur und hier ist mein Mann, meine Papiere hat er mir abgenommen, aber was schadet es?" Die Beamten glaubten dem Mann in der Uniform und steckten den angeblichen Transporteur ein, aber nur «ine Stunde lang, dann ließen sie ihn wieder frei; der Gensdarm war der Irrsinnige und hatte den Spieß umgekehrt. Weiden, 27. April. (Schwindel.) Dem „Oberpf. K." wird von hier Folgendes geschrieben: „Der Name Lindner ist in Baiern ein sehr bekannter, besonders die Gerichte Münchens wissen von einem Träger deffelben viel zu erzählen. Der in Rede Stehende hat nun endlich auch seinen Richter gefunden und hält gegenwärtig längere, aafgezwungene Ruhe. Jüngst erkundigt sick ein Bauer bei einem Notar in der Regensburger Gegend nach dem Befinden des Herrn Lindner und hört zu seinem Schrecken, derselbe sitze. Der biedere Landmann wird zum Reoen gebracht, und es ergibt sich, daß er dem Lindner, welcher bekanntlick früher Locomorivführer gewesen, auf dessen Locomottve ein Darlehen von 600 Gulden gegeben habe. Unglaublich und doch buchstäblich wahr." Ein Franke als Pascha. Eine überraschende Nachricht kam dieser Tage in die Stadt Schwe'nfurt. Hr. Karl Siegler, Sohn des früheren Magistrat-rathS Fr. Siegler in derselben Stadt, verließ im vorigen Jahrzent seine Vaterstadt Sckweinfurt, um als Uhrrnacher- Gehülfe die Welt zu bereisen Gr wandte sich nach England, trat dort in die Dienste der Gesellschaft, welche dem Khedive in Egypten in seinem Kulturplane behilflich und dienstbar ist, tarn auf seiner Dienstreise als Obertelegraphist und Telegrapheningenieur tief in bas Innere Egypten- bis Sudan und wurve nach den soeben eingetroffenen Nachrichten von dort vor Kurzem zum Vicegouverneur und Pascha ernannt. Der junge Mann, sehr talentvoll und strebsam, verrieth von Jugend an einen starken Drang zu modernen Sprachen und zu Reisen und hat nunmehr sein Ziel erreicht. Offenbach, 28. April. Die Vorbereitungen für das elfte mittelrheinische Turnfest, welche-wahrscheinlich den ersten Sonntag im August d. I. dahier abgehalten wird, haben bereits begonnen. In mehreren Sitzungen des Turnvereins-Vorstandes gemeinschaftlich mit dem erweiterten Comite wurden diejenigen Männer bestimmt, von denen man annimmt daß sie in irgend einer Commission thätig sein werden. In aller Kürze werden dieselben eing'elaben damit die verichiedenen Commissionen, als da sindzTurncommission, Finanzcommission, Baucommiision Decorations- und Platzcommission Musikcommission, Wirthschaftscommission, Empfang-- und Ordnungscommission, Preßcommissson und Einquartirungscommission gebildet werden denn die eine oder andere Commission muß sofort mit ihrer Thätigkeit beginnen. — Der hiesige Schlittschuh Club, welcher mehrere Winter eine prächtige, ungefährliche Eisbahn beschaffte hat vorläufig seine Thätigkeit eingestellt. — Die neuen Lehrer an der Kunst- und Industrieschule die HH. Brockmann, Vollhaber und Schurig wurden gestern Vormittag in ihr Amt einqeführ't — Die Arbeiten an unserem neuen Justizgebäude in der Kaiserstraße nehmen erfreulichen Fortaana Dasselbe verspricht eine Zierde unserer Stadt zu werben. 8 8* Eingesandt. .Vom hiesigen Tabaksteuercomit6 geht uns folgendes Schreiben zu: Nachdem die hiesige Handelskammer dem Präsidium des deutschen Handelstages den Zollsatz von JL 42 als einiaermaßen erträglich bezeichnet hat, finden wir uns veranlaßt, an der benannten Stelle gegen jede Zollerhöhung zu protestiren. .. _ Die lediglich gegen die Nachversteuerung gerichteten Petitionen beweisen, daß die Zollerhohung gebilligt und erwartet wird und ist außer von unserer Seite Stadt Gießen im notwendigen Interesse der Industrie bis jetzt noch nicht gegen Zollerhohung, beziehungsweise für Zollermäßigung petitionirt worden. Gießen, den 1. Mai 1879. Das Tabakffeuercomite._____ Kandel und Verkehr. Frankfurt, 26. April. (Marktbericht.) Butter im Gentner 1. Qual. JL 0,90, 2. dual. JL. <>,8(i, im Detail 1. Qual. Jü 1.10-15, 2. Qual. JL 1, Handkäse das Pfund — Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilv auf 22—24, geschälte Erbsen ^24—16, Speisebohnen 20-24, Linsen 24-30 Kartoffeln^ 6.50—7. Es kostete Ochsenfletsch per W-65—70 Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50—60 A Hammelfleisch 40—65 H, Kalbfleisch 50—65 H, Schweinefleisch 56—70 Dörrfleisch — Schinken — H, ausgebeint — H bis —JL, Fleischwurst 70—80 H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwart magen, Zungenwurst 80—90 , gewöhnliche Leber und Blutwurst 55—60 X Geflügel: Hahnen JL 1.70, Hühner JL 2, Enten JL. -, Poularden 4 Schnepfe« , Tauben 50—60 H Hechte 70—80 Karpfen 80 H, Schleien — X Cabliau 30 A, Schellfische 25 H, Salm das Pfv. JL 2—2. Eier das Hundert deutsche JL 4.50, italienische JL. 5.40. Heu- und Strohmarkt sehr gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Cewtner JL 2,50—3 Stroh JL. 2-2.30. Limburg, 30. April. (Fruchtmarkt.) Rotber Weizen JL. 17.90, Weißer Weizen JL 17.40, Korn JL 11.50, Gerste JL 9.12, Hafer 6.65, Erbsen —, Kartoffeln JL —. (Durchschnittspreis pro Malter.) Ierlgeöotenes. 2997) Gute Setz- und Eßkartoffeln soll heißen: Casetten, Fabrikat von Löffler, Frankfurt a. M. „ 29331) K.Grünebaum. Holzverfteigerung in d:r Mrstl. Oberförsterei Hohensolms. Oeffenlliche Aufforderung. Gegen den Weißbinder Balthaser Häuser XI. von Steinberg ist der förmlicheConcuisproceß erkannt worden. Es werden daher alle, welche Ansprüche an denselben zu bilden haben, hiermit aufgesordert, solche in dem Termin Montag den 16. Juni 1879, vormittags 10 Uhr, bei Meldung des stillschweigends erfolgenden Ausschlustes von der Maste dahier anzumelden und etwaige Vorzugsrechte bei Meidung Verz chts auf dieselben zu begründen. Auch soll in diesem Termin die Güte versucht, und eventuell ein Maffe- curator und Gläubigerausschuß erwählt sowie deren Befugniste festgestellt werden. Die nicht erscheinenden Gläubiger werden in diesen Punkten als den Beschlüffen der Mehrheit der erschienenen beitretend angesehen. Den Betheiligten ist Acteneinsicht verstattet. (2355 Gießen, den 4. April 1879. Großh. Stadtgericht Gießen. I. A. d. D.: Oppermann.Stammler. Behufs Regulirung des Nachlasses der am 16. April cr. verstorbenen Johannes Wagner XV. Wittwe, wie des vorverstorbenen Johannes Wagner XV., werden die vorhandenen Gläubiger hierdurch aufgesordert, ihre Forderungen binnen 8 Tagen bei dem gerichtlich bestellten Vormund der noch minderjährigen Erben Namens Conrad Schäfer VI. in Naunheim anzumelden. Gladenbach, den 29. April 1879. Königliches Amtsgericht Abtheiluna II. ___________Hatzfeld.______(2998 Freitag den 2. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werben im Pfandlokal dahier eine neue goldne Damenuhr, eine ältere goldne Damenuhr, ein goldnes Medaillon, ein vollständiges Stück Zanella, und eine Partie alte Regenschirme öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 30. April 1879. 2987) M. Pilger, Massecurator. Montag den S. Mai c. soll in den D'ftricten „Psaffenmark" und „Annewald" nachstehendes G'.hölz versteigert werden: 66 Rmtr. Buchen - Prügelholz. 38 „ „ Steckholz. 5150 Wollen „ Forstreiser, 1. El. 4800 „ „ „ 2. El. Die Versteigerung beginnt Morgens 9 Uhr im District „Pfai fenm art" auf dem Hirsch köpf und uird dieselbe Mittags 1 Uhr im Dtstnct „Annewald" fortgesetzt. (2918 Hohensolms, am 26. April 1879. Fürstlich' Oberförst'rei Hohensolms. Dörmer, Reverförster. Streitigkeiten halber werden nächsten Samstag den 3. Mai, Vormittags 10 Uhr, 14 Säcke Wallnüsse, ca. 12 Ctr., auf hiesigem Rathhause öffentlich an den Meistbietenden versteigert.(2983 Wermietßungen. 2994) Ein Zimmer, mit oder ohne Möbel, zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl._____________________________ 2995) Kleines Logis zu vermiethen- ________________Kennel. Riegelpfad. 2006) 5 Zimmer, Küche rc. im 1. Stocke, gleich beziehbar, zu vermiethen. _________________F. Zöller, Neustadt. 2834- Das von Herrn Dr. Baur bewohnte Logis, bestehend aus 7—8 Zimmern mit Corridor, im Windecker'schen Hause am Kreuz ist anderweit zu vermiethen, beziehbar am 1. Juli l. I., auf Wunsch früher. Näheres bei V. Labroife, Hofgerichtsadvokat. 2$5Ö) Ein neuhergerichtetes, kleines Familien-Logis zu vermiethen bei _____G. Breustädt, Kutharinengasse. 2944) Unmövlirtes Zimmer zu vermiethen- ______Kanzleiberg B. 66._ 2939) 2 kl. Familienlogis zu vermiethen. Jacob Thomas, Schiffenberger Weg. 2877) In meinem neuen Hause ist die Mansarde, best. aus3 Zimmern und Küche, zu vermiethen.________Fricvr. Möbl. 2862) Ein elegant möblirtes Zimmer mit schöner Aussicht ins Freie zu vermiethen. Verlängerte Ludwigsstr.Lit E. Nr. 11,61. AH^öblirtes Zimmer zu ver-'-ethen, । Leltersweg C. 180___________| 2a7a) Junge L-Ule finden gute Pension- _________Frankfurter Straße E- Nr. 2. 2574) Im dritten Stock d.s Hess. Hofs (Seltersbcrg) sehr freundliche möblirte Zimmer zu vermiethen.________________ 2551; Möblirtes Zimmer zu vermiethen. ____________Emil Sauez, Selt_e15weg. 2984) Das von Fuhrmann Heinrich Simon bewohnte Logis, fowie Stallung und Scheuer ist anderweit zu vermiethen. (Uhr. Loaiy. Bierbrauer. 1470) Der untere Stock in meinem Hinterhause, sowie Mansardenwohnung im Vorderhause zu vermiethen. Carl Haas, a. d. Acttenbrauerei. 1744) Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen.__________Sonnenstraße B. 65. 2573) Möbl. Zimmer m. Cab zu vermiethen- Preis p. Semester 90 JL Bei d. Exped. d. Bl. zu erfragen. Ein möblirtes Zimmer mit anstoßendem Schlafcabinet per l. Mai er., auf LSunsch auch früher, preiswürdig zu vermiethen. E. fi^aris, 263t) Frankfurterstr. E. 37 2814) 2 gut möblirte Zimmer, auf Verlangen mit 2 Bitten, zu oermi tben. _______________________We iasaal. 2839) Ein freundliches möblirtes Zimmer zu vermiethen. Marburgerstr. Nr. 161. 2854) Ein möblirtes Zimmer zu oer; miethen I. H. Fuhr, Sonnenstraße. 2886) 2 möblirte Zimmer zu vermiethen, auf Verlangen mit Kost, bei Hermann Vogt, Bäcker, Seltersweg. 2890) Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Heinrich Hohmevcr am Kreuz. 2943) Eine Werkstätte zu vermiethen. Maigasse Lit. C. Nr. 14,5. Vermischte Anzeigen. 3008) Ein gesetztes Mädchen oder Frau gesucht zur Hülfe an der Bade-Anstalt. Zu erfragen bei Schuhmacher Wendel. Feuerversicherung. 3001) Für eine alte renommirte Gesellschaft ein tüchtiger Agent gesucht für den Kreis Gießen- Franco Offerten sub Z. 8183 an Rud. JTIosse, Frankfurt a. IW. 319) Lumpen, Werg, Flaschen und Zei- tungspavier kauft ■ Louis Rothenberger, Neuenweg 193. 2857) Ein ordentliches Dienstmädchen sucht pr. 15. 3uni Reallehrer Dietz, Bismarckstraße- Z.öple I von ausgekämmteu Haaren werden unter Garantie solider Arbeit billigst angefertigt _ doit Ka 11 Gcrlipv, .'tirchenplatz 2.)- Cinqunrlieruug inmmt an Jos. Stein iörot!) 2977)__W etzsteinsgasse A- 6l. 3006) Einquartierung wird ange- nommen. Restauration Rothenberger. 2955) Ein, zur Errichtung einer Restan- ration geeignetes, günstig gelegenes Haus, oder auch eine schon bereits bestehende kleine aber frequente Restauration, zu miethen gesucht. Bon wem? sagt die. Exped. d. Bltts.___________________________ Slroltfimle« Herren und Damen-Stroh- hüte werden zum Waschen, Färben unb Faponniren auae o < men Muster für Damenhüte liege -i zur Ansicht bere t. (2873 Louis Grail, Maus bürg. 2945; Einen Jungen sucht in die Lehre __L. Sdhmidt, Glaser. 8 Strohhüte werden gewaschen, gefärbt und faconnirt, E. L. Gail, ______________S ch u l st r a ß e 19. 2684) Ein Schlosserlehrling kann ui die Lehre treten bei ________C^rl Wiegandt, Neuenweg. Lehrling mit guten Vorkenntnissen sucht 1477)__G. Ehr. Spruck. Näharbeiten jeder Art werden in und außer dem Haufe angenommen. Reichensand - Bahnhof- ftraße Rr. I3l, parterre.(2963 2913) Gesucht ein 6- bis 8-sitziger gebrauchter Postwagen. Näheres bei ____ Kaufmann Herbert, Neuenweg. Klavierunterricht wird billig ertheilt. Von wem? sagt die Exped. d. Bl.____(2952 1016) Das Flechten von Stroh» und Rohr-Stüh'en, 'Unfertigen aller Gattungen von Stühlen wird v'vmp" und reell ausgefüdrt von Stuhlmacher, Tieffnm.5t. 9000 Mark- werden gegen gerichtliche doppelte Sicherheit zu leihen gesucht. Näheres bei 2957) I. Blitz. Zoologischer Garte n Frankfurt a. M. Von Dienstag den 6. Mai nn, nur auf kurze Zeit, für die Besucher des Zoologischen Gartens täglich von Morgens 8—1 Uhr und von 2 Uhr Uachmittags bis pim Einbruch der Dunkelheit: Schaustellung (29yy der Indianer aus Canada vom Stamme der Jrocefen. IO Männer und T Frauen In Nationalcostüm. Darstellung ihrer Lebensweise, Sitten und Gebräuche, wie: Reiten, Jagen, Schießen, Kriegfuhren, KriegStanz, Rauchen der Friedenspfeife u. s. w. Ausstellung einer reichhaltigen Sammlung von Waffen, Geräthen rc. Die Bedingungen für den Besuch des Zoologischen Gartens bleiben unverändert. Eintrittspreis für den Besuch der Ausstellung 20 Pfg. a Person. Das Neuere in vammkragen, Manschetten, -linrficii, (y®rsette»t. Schiersett etc* ' ’IJ empfiehlt zu billigen Preisen . 2452) J. H. Fuhr, SonnenstraffeM. Unterricht im Zeichnen, Aquarell« und Oelmalen ertheilt Maler H. Gastauer, 2956) bei Uhrmacher Geismar. ----12/5 7 Änstr. Conf. I. u. III. (Sr. !— Mont. 5/5 7 |l. Bal. I. u. II. Gr. Verantwortliche Redactton: A. ScheI> da. — Druck und Verlag der Brübl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen. Nr. 1° Red-ttior, Expeditio (Nr. 23. April 18 (Nr (5 ltl Ht rr-z ij höbe, ? er # »tI hat D., (itlfn . Hit h. Daru l'chen Ober-( Pfarrämter i Königliche Hi l. M.. um Gießen, welch Kirche, hieiin evangelischin j zu gestalten pi Dekanate und punkte, jedech I Auch ist diesell feit und Mit empfehlen. Darms Landeöculim-J uieldungen an einer lech werden. Berli über lit Wp Abganges, ht oufßeflen M blt IQtlb Sintim jo[l ^u,i)9'bin ui cbpittiwurq i ttlllitue $tl( iu Shiil (|(tt S1'a"Wt IMbigungjiu Polten im j, I» Bnjüftm «bmttainjij. sm $ctli «'»jonber I. ^«nbu 60| ^“lie von 3 T.,n ^b 5 D-