187» Mx. 28. 9tetoction6tmr«iut l s*ulfttaje b. 18. «kpkdittonSburcau, I ’______ Grstes Blatt. Sonntag, den 2. Februar Gießen, am 1- Februar 1879. Betreffend: Watfenbüchfengelder pro 1878. Das Großhcrzogliche Krcisamt Gießen an die Großherzoglicken Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 10. Februar 1877 eitnnern wir Sie an Einsendung der Watsenbüchsengelder und zwar durch eine Kosten nicht veranlassende Gelegenheit. Dr. Boekmann. Gießener Anzeiger Amige- uni AMKtt für ta Kreis Gießen. ’ " "" " a Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. £ur$ bie bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Noritisch Deutschland. Darmstadt, 30. Januar. Das Großherzvgliche Regierungsblatt Ar. 2 enthält: 1. Allerhöchste Verordnung, die Aushebung des Univerfitätsgenchts an der Landes-Universität Gießen und die Rechtsverhältnisse der Studtrenden betr. 2. Vorschriften über das akademische Bürgerrecht und die Handhabung der akademischen Dtsciplin an der Landes-Universität Gießen. Darmstadt, 30. Januar. Für Erweiterung des überfüllten Landeszuchthauses Martenschloß find von Glvßh. Regierung 60,000 Mk. angesordert worden. Der erste Ausschuß zweiter Kammer beantragt Verwtlltgung dieser Summe, unter der Voraussetzung, daß auch die Kosten für Herstellung der seitherigen Krankensäle zu Gefangenen-Localen aus der angesorderten Summe mitbestrttten werden. — Der erste Ausschuß erster Kammer ist ebenfalls für Bewilligung der angeforderten Summe. Karlsruhe, 29. Jan. Die erste Kammer hat die Petition in Betreff einer E'.senbahn EppingewSteinssurtb-Helmstadt zum Anschluß an die Oden- Waldbahn der Regierung zu thunl'chster Berücksichtigung überwiesen. Der Staatsminister gab wenig Hoffnung aus eine baldige Aussührung der Bahn. Meisten. Brüffel, 30. Jan. Die Santtäts. Commission der Schelde verordnete eine Revision der Quarantäne für alle aus dem Schwarzen und dem Asow- schen Meere kommenden Schiffe. er H h e i ü lich auf seinem Schloß im Departement Lotret refidiren. Grevy wird sich demnächst tm Elys^e installtren. Wien, 31. Januar. Abgeordnetenhaus. Anknüpfend an die Antwort des Ministerpräsidenten auf die kürzliche Interpellation wegen der Pestgefahr erklären mehrere Mitglieder strenge Maßregeln für nothwendig. Ministerpräft- dent Auersperg legt dar, daß alle Maßregeln zur Sicherheit getroffen seien. Mit Ungarn, Deutschland, Italien und Rumänien sei ein Einvernehmen angebahnt und verschiedene Maßregeln bereits gemeinschaftlich beschloffen, wie z. B. die sosoritge Entsendung von Aerzten. Auersperg warnt vor Sensations- und Allarm-Nachrtchten. (Lebhafter Beifall). Paris, 31. Januar. Sämmtltche Zeitungen find einstimmig in Anerkennung der würdigen und correcten Haltung Mac Mahons während des gestrigen Tages. Das „Journal des Debates" äußert, die Republik sei durch eine furchtbare Krisis in eine gesicherte Lage übergegangen. Die „Republique sran^aise" erklärt: Es genügt zur Characterifirung der seit gestern vollendeten Thatfache das Eine Wort: Wir find in der Republik- Das Journal „Dixneuvieme Siecle" stellt die Wahl Gambetta's zum Präsidenten der Depu- tirtenkammer als gewiß hin. Petersburg, 31. Januar. Offictelle Meldung des Gouverneurs von Astrachan vom 30. Jan. : In Wetltanka und den anderen Dörfern der Umgegend ist kein neuer Erkrankungsfall vorgekommen; in Selikrenn starben vom 27. bis 28. b. 4 Personen, während eine Person erkrankte. Alle mit Kranken und Gestorbenen in Berührung Gekommene werden isolirt, alle Wäschegegenstände verbrannt, an deren Stelle die Gesellschaft des rothen Kreuzes neue Wäsche und Kleider verabreicht. Telegraphische Depeschen. Wagrter'S telegr. «orrespondenr-Bureau. , 31. Januar. Deputirtenkammer. Gambetta wird mit 314 von 405 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt; 67 Wahlzettel sind unbeschrieben oder ungültig. Senat. Ueber die Interpellation Fresneau (Legitimist) bezüglich der Wahlumtriebe von Beamten im Departement Morbihan wird, nachdem die Minister Marcere und Dusaure bezügliche Ausschlüffe gegeben haben, zur einfachen Tagesordnung übergegangen. — Senat und Kammer haben sich bis Donnerstag vertagt. Heute Vormittag war der Ministerrath bei Grevy versammelt. Eine Botschaft Grevy's wird erst in nächster Woche erwartet. Gambetta wird nach der Botschaft das Präsidium der Kammer übernehmen. Bukarest, 31. Januar. Die Deputirtenkammer bewilligte einstimmig einen Credtt von 450,000 Frcs. für die Kosten der gegen die Verbreitung der Pest zu treffenden Vorsichtsmaßregeln. Karlsruhe, 31. Januar. Der „Bad. Landes-Ztg." zufolge besteht die Absicht, die oberrheinische Kirchenprovtnz folgendermaßen zu organistren: Straßburg und Metz werden von dem Metropolitanverband Bejanyon, resp. Rheims losgelöst. Straßburg wird zum Erzbisthum erhoben, Freiburg-Konstanz zum Bisthum gemacht und Rottenburg selbständig. Neu errichtet wird ein Bisthum Bruchsal-Worms, Trier wird Erzbisthum mit den Suffraganen Metz, Mainz, Fulda und Limburg. Der Jnstanzenzug für die genannten Bis- thümer geht künftig nach Köln und Straßburg. Berlin, 31. Januar. Die im Auftrage der Regierung in nächster Woche unter Leitung des Prof. Hirsch abgehende Commission zur Untersuchung der Pest-Eptdemie wird in Breslau mit den von Oesterreich delegirten Aerzten zusammentreffen und von da aus ihren Weg über die galizische Grenze nach Rußland nehmen. Von hiesigen Aerzten ist der Stabsarzt Dr. Sommerbrodt zu dieser Mission delegtrt, ein anderer ärztlicher Delegirter wird von Halle erwartet. Russtscherseits scheint man ein baldiges Eintreffen von fremden ärzt- lichen Autoritäten sehr zu wünschen, um durch diese die bisherigen Uebertrei- bungen in den Nachrichten über die Ausbreitung der Epidemie conpatirt za sehen. Paris, 31. Januar. Mac Mahon begibt sich nicht, wie zuvor gemeldet war, nach Graste, sondern wird roch einige Tage in Paris verweilen, nm den Uebergang der Gewalt auf Grevy zu erleichtern. Der Marschall hat bereits sein Hotel in der Rue Bellechafle bezogen und wird später wahrschein- Lokales. Gießen, 1- Februar. Als Illustration zum Futter-Mangel des Wildes möge Folgendes dienen: Sattlermeister G. aus G. erzählte in einer Wirthschast zu Bersdorf, daß dem Landbriefträger N. N. auf seiner Tour ein Reh zugelaufen sei, welches durch Mangel an Nahrung so zutraulich geworden sei, daß es der Briefträger mit seinem Brode gefüttert habe. Mögen die Gemeinden und Jagdbeftände in ihrem eigenen Interesse Erbarmen mit den armen Geschöpfen haben und dieselben eben mit Futter versorgen. — Auf dem hiesigen Markte wurden heute zwei Rehe mit Beschlag belegt, welche nicht geschossen waren. s --Dor einiger Zeit machte ein Bürschchen von Großen-Buseck, welches hier on der Bahn arbeitet, auf der Polizei die Meldung: es sei mehrmals in der Nahe des Philosophenwaldes von einem Strolche angefallen worden und nur durch Hinzukommen von anderen Personen sei derselbe verscheucht worden und in den Wald gesprungen. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß die ganze Sache auf Schwindel beruht und wird sich der angeblich Ueberfallene hierüber zu verantworten haben. --Gestern Abend wurde in der Neustadt eine solenne Prügelei in Scene geseüt. --Ein betrunkener Jünger des hl. Crispinus verübte in der Sonnenstraße Nachts 12 Uhr einen Heidenlärm, weil er nicht in seine Wohnung gelangen konnte. Mit Hülfe eines Soldaten wurde er mühsam die Treppe hinauf spedirt. — Heute Nachmittag gegen 3 Uhr brachen auf dem Eise unterhalb der Lahnbrücke 4 Personen ein. Glücklicherweise kamen die Betreffenden mit dem Schrecken und nassen Kleidern davon. Das Schlittschuhlaufen unterhalb der Woog sollte unbedingt verboten werden, weil dort das Eis fast nie die richtige Tragkraft erhält. Vermischtes. Schlüchtern, 26. Januar. In dem Forste des benachbarten Dorfes Marjoß find in den letzten 9 Monaren nicht weniger als 29 Wildschweine, -um größten Theil: e»leqt, zum kleineren in einem sogenannten Saufange gefangen worden Das Verdienst der Verminderung dieses der Feldflur Marjoß so großen Schaden bringenden Wildes gehört unstreitig dem H^rn Oberförster Nickel, welcher mit großer Umsicht und rastloser Tbätigkeit keine Mühe und Anstrengung scheut, die Jagd auf Sauen zu betreiben. Auch die Bereitwilligkeit der Bewohner von Marjoß zu der für die Jagd auf Wildschweine nöthigen Hülfeleistung muß rühmend anerkannt werden. Würde allenthalben mit derselben Umsicht und Energie, wie dort, dem Sch^arz- wild zu Leibe gegangen, sa müßten die Klagen wegen des UeberhandnehmenS der Wildschweine von selbst aufhören. , . . ,. r. , Staßfurt. In der Nacht vom Sonntag zum Montag hat in einem hiesigen Tanz- locale eine jener fürchterlichen Schlägereien stattgefunden, wie sie leider in unserem io hochge^ priesenen Zeitalter der Bildung und Cultur an der Tagesordnung sind^ Kurz nachdem der Streit wegen irgend einer Bagatelle auögebrochen war, löschte er Wirth die Lichter un ging es in der Dunkelheit mit Stöcken, Seideln und Stuhlbeinen über einander her - aner prügelte den andern, ob Freund oder Feind, der ihm unter die Hande kam - daß der Saal am andern Morgen einem Orte glich, auf dem Vandalen gehaust hotten. D welcher dem Wirth mancherlei Dienste leistete und sich zu se neu. Unglück üig im Gewühl befand, Verletzungen erhielt, die seinen Tod herbeifuhrlen, so durfte d.e Angelegenheit ihren Abschluß vor dem Criminalrichter sinden. «691 Mortis Heichelheim 698) Tmacki circa 30i Mor-rn Frei Mi 687) S c G H Wl 673) r dahnverba I." gelang zue Einfü Dersclb ju$48b Htmtine $ Vificalii Abänderung Soweit : Nachtrag zu Stationen i hier kaW Gießen, Gi Handel und Verkehr. Gießen, 1. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75 H, Hühnereier, per Stück 7—8 Enteneier, per Stück Käse, per Stück 5 bis 10 Kasematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 24 H, Lauben, das Paar 80 Hühner, per Stück JL 1.50, Habnen, per Stück JL 1.80, Enten, per Stück «X 2 60 Gänse, perPfd. — Kartoffeln, per lOOKilo 5—6.—, Zwiebeln, per Ctr. 8.— Ocbsenfleisch 70—72 per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 57 — 60 Kalbfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 60 — 65 anher voi fiillschweis von der 1 In de \* we rines tiung ein« filberung -elt u>erd Die nie hörig legi vkrttet ne Beschlüsse neue1, ai Stande k ttettnd im vora rrsolgte macht di selben ir nicht üb Ach Gl Erd> Land! Geschäfts -Empfehlung 691) Zur Frühjahrssaison empfehle hiermit die neuesten Facons 4n allen Sorten K »D ’ Provi") r Mögen des Kehhändl ans weibtnj <°ch in soll Donne ^rbun^et Crosby Bairischen Malzzucker, «Aithee-Bonbons, sowie Brust-, Malz-, Honig-u. Gummi-Bonbons aus der Fabrik der Herren Gebr. Stellwerk in Cöln, empfiehlt 552) Gg. Wilh. Weidig. Der Ausverkauf meiner Waaren- vorräthe zu Jnventarpreisen endigt den 15. Februar. Auch bin ich aus Gesundheitsrücksichten Willens mit oder ohne Waarenübernahme meine Geschäftsräume zu vermiethen und wollen Reflectanten sich schriftlich mit Angabe von Referenzen an mich wenden. Uiiten* Da ich die meisten Artikel selbst sabr'cire, die übrigen aus den besten Fabriken bezirhe und mit einer sehr ger ngen Provision sürlieb nehme, so glaube ich dem geehrten Publikum bei Zusicherung feinster und bester Qualität mich bestens empfehlen zu können. Reparaturen jeder Art werden innerhalb 3—4 Tagen von nun an besorgt. Seidenhüte zu jeder Tageszeit ausgebügelt. Stroh hüte gewaschen. Sonstige Filzsachen auf Wunsch angesirtigt. Karl Schmidt. Hutmschrr, Seltersweg 21. Theater. Wenn wir den Fleiß und das künstlerische Streben der Direction öffentlich anerkennen, so üben wir nur einen Act der Gerechtigkeit und sprechen die allgemeine Ansicht aller Theaterfreunde aus. — Die letzten Vorstellungen gaben wieder ein schönes Zeugniß von obiger Behauptung! Die beiden Aufführungen des „alten Korporals" waren geradezu musterhaft und die Darstellung der Titelrolle durch Herrn Alberti eine meisterhafte! — Dabei wollen wir allen Mitspielenden das Compliment machen, daß Jeder nack besten Kräften bemüht war, seine Rolle zur Geltung zu bringen! — Namentlich waren es die Damen Alberti als „Minna", Frl. Häser als „Liese", welche wie stets ihre Parthien mit künstlerischem Verständniß darstellten. Frl. Ackermann als „Marie" spielte ihre Rolle mit sichtlichem Fleiße, wobei wir jedoch die Bemerkung machten, daß das jugendliche naive Fach ihr näher liegt als das sentimentale. — Von den Herren stand Herr Lindner I. als „Peter Frosch" an der Spitze und spielte seine gerade nicht dankbare Rolle mit dem künstlerischen Erfolge, wie wir es an diesem Schauspieler gewöhnt sind. — Die Herren Richard, Lindner II., Weber, Kentler und Handtke reihten sich in ihren Rollen dem Ganzen mit Geschick und Fleiß an und so bot die Gesammtleistung dem Publikum einen wirklich genußreichen Abend! — Die Donnerstags-Vorstellung brachte uns eine Novität: „Wenn man im Schlafe spricht", worin die Damen Lindner nnd Häser, sowie die Herren Richard und Kentler durch verständnißvolles Spiel sich hervoithaten und dem allerliebsten Stückchen einen guten Erfolg verschafften. In „Englisch" wurden alle Hauptrollen vorzüglich dargestellt. Die Damen Alberti und Weber als „Adele" nnd „Rosa", sowie die Herren Alberti, Lindner I. und Richard als „Gibbon", „Jppelberger" und „Jobn" wurden durch vielen Beifall ausgezeichnet. — Eine nochmalige Wiederholung des „alten Korporals" dürfte der Direction namentlich an einem Sonntage ein volles Haus sichern. P- Theater. „Der Erbe des Millionärs". Es dürfte das Publikum interessiren, daß der Verfaffer des am Sonntag aufzuführenden Schauspiels, Adolph Calmberg, unser Landsmann und gegenwärtig Profeffor am Seminar in Küßnacht bei Zürich und ein Freund unseres Directors Ist. Die Rolle des de Book ist speciell ür Herrn Alberti geschrieben und hatte das Stück bis jetzt an allen Bühnen einen großen Erfolg! — Es kennzrictmet in scharfen Zügen das Treiben jener Männer, die unter dem Deckmantel der Nächstenliebe und Religion nur ihren egoistischen Zweck verfolgt und so die Ursache von vielen und entsetzlichen Katastrophen in der Weltgeschichte wurde. Der Stoff zu diesem geradezu packenden Schauspiel ist jenem berühmten Crim'tnalprozesse d e B o o ck in Brüffel entlehnt. — Möge es auch der hiesigen Direction ein Caffenstück werden! Allgemeines Börsen- und Verloosimgsblatt erscheint allwöchentlich und enthält die Verloo Simsen der in deutschem Besitze befindlichen Eßecten- und Looscgattungen, ausführliche Coursberichte verschiedener Börsen und alle wichtigeren finanziellen Nachrichten. Anfragen von Abonnenten werden unter der Rubrik „Briefkasten“ unentgeltlich beantwortet. Sämmtliche Postanstaltcn nehmen Abonnements gegen Erlag von nur fcj-r Einer Mark halbjährlich entgegen. — Probeblätter werden auf Verlangen franco und gratis durch den Herausgeber 8. MICHELBACHER in Augsburg versendet 693 hi ■ ^Otl 'm*; Auszug sus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen Vom 25. bis 31. Januar 1879. Aufgebote. 25. Januar. Gendarm Franz Ernst Gustav Brochwitz von Paplitz mit Magdalene Gruber, Tochter des Sckmieds Johannes Gruber II. von Heubach. 29. Buchdruckeretbesitzer Hermann Karl Hrmmerle von Hachenburg mit Wilhelmine Marie Weißmüller, Tochter des Schriftsetzers Johann Daniel Weißmüller von Gießen. 31. Kaufmann Friedrich Georg Treute von Schameder mit Karoline Amalie Sophie Metz, Tochter des Kaufmanns Johann Jost Metz von Laasphe. 31 Fuhrmann Konrad Schmidt von Wallenrod mit Marie Philipp, Tochter des verstorbenen Fuhrmanns Johann Georg Philipp von Londorf. Eheschließungen. 26. Januar. Gärtner Karl Berger II von Leihgestern mit Louise Mehl, Tochter des Wildpretbändlers Johannes Mebl von Hochelheim. 29. Kaufmann Karl Küche von Prag mit Amalie Rothenberger, Tochter des Handelsmanns Isaac Rothenberger von Gießen. Geborene. 20. Januar. Sophie Marie, Tochter des Schlossers Hartmann Babel. 20. Dem Großherzoglichen Realschuldirector Wilhelm Soldan, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 20. Wilhelm, ein außereheliches Kind von auswärts. 21. Franz, ein außereheliches Kind von auswärts 25. Augufte, Tochter des Arbeiters bei der Main Weser-Bahn Heinrich Weigand. 24 Wilhelm, Sohn des Taglöbners Karl Wagner. 2?. Hugo, Sohn des Kaufmanns Max Friedberger. 21. Karl Emil, Sohn des Metzgermeisters Hermann Euler. 27. Susanne, Tochter des Porcellanmalers Johann Simon 27. Marie Wilhelmine, Tochter des Gepäckträgers bei der Cöln-Mindener Bahn Johann Gottfried Henze. 28. Hedwig Juliane. Tochter des Bürstenmachers August Gereke. 24. Karl Friedrich Louis, Sohn des Kohlenhändlers Eduard Klinkel. 26 Auguste Margarethe Katharine, Tochter des Schmieds bei der Cöln- Mindener Bahn Georg Zeidter. 28. Johann Karl Wilhelm Heinrich, Sohn des Schneiders Georg Koch. 24. Norma Ernstine, ein außereheliches Kind von auswärts. 28. Marie, ein außereheliches Kind von auswärts 26. Laver Karl Johannes, Sohn des Kaufmanns Anton Fangmann 27. Wilhelmine, Tochter des Taglöbners bei der Main-Weser-Bahn Ludwig Kör- bächer. 26. Julius August, ein außereheliches Kind von auswärts. (H e st o v b e n e. 24. Januar. Anna, 2 Jahre 22 Tage alt, Tochter des Schreiners Johann Allenvörfer. 25. Der Universitäts - Cafse - Diener Georg Schmitt, 79 Jahre 11 Monate 3 Tage alt 26. Die Wäscherin Margarethe Benner, 65 Jabre 7 Monate 8 Tage alt. 27. Lina Marte, 5 Jahre 8 Tage alt, Tochter des Fabrikarbeiters Friedrich Bintz. 28 Johann Adam, 1 Jahre 3 Monate 19 Tage alt, Sohn des Schlossers Heinrich Laval. 30. Ernst Friedrich, 1 Jahr 2 Monate alt, Sohn des Schaffners bei der Oberhessischen Bahn Georg Friedrich Brückel. 30. Rentner David Markus, 70 Jahre 10 Monate alt. 6(11 fir«!lid h-'. Vfi iut l mchuilg e Donnne Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 26. Januar. Kail Berger, Gärtner dahier, des verstorbenen Steigers Conrad Berger ehelicher Sohn; und Louise ^ehl, des Handelsmanns Johannes Mehl eheliche Tochter. Getaufte Den 26. Januar. Dem Schlosser Albert Rau dahier eine Tochter, Marie Elisabeth Margarethe Reinhardine Susanne Wilhelmine, geboren den 17. December. Denselben Dem Korbmacher Jacob Krauskopf dahier ein Sohn, Heinrich Friedrich, geboren den 8. Januar. Denselben Dem Lehrer an der Stadtschule dahier Johann Adam Lehr ein Sohn, Adam Wilhelm Johann Leonhard, geboren den 29. December. Den 28. Januar. Dem Eisenbahnarbeiter Peter Heß dahier eine Tochter, Marie Karoline, geboren den 10. Januar. Rattb or Ein Fall „Barbara Uvryk" wird dem „Oberschlesischen Anzeiger" von unzweifelhaft glaubwürdiger Seite mitgetheilt. Dcr Windmüller Clemens zu Dittmerau bei Bauerwitz besitzt eine Tochter, welche vor sechs Jahren, wie man erzählt, in Folge einer von den Eltern nicht zugegebenen Verheirathung in einen Zustand verfiel, tn welchem sie mitunter getobt haben soll. Die Eltern scheinen darüber einig geworden zu sein, sich der Tochter auf die ihnen am bequemsten erscheinende Weise zu entledigen. Sie sperrten bas Mädchen in einen an den Kuhstall angrenzenden lochartigen Raum, der mit dem Stalle nur durch eine Luke in Verbindung stand und nur so groß war, daß sie mit einem Strohwisch verstopft werden konnte. In diesem Raume hockend, bat das unglückliche weibliche Geichöpf sechs Jahre zugebracht. Die Nahrung, die ihm gereicht wurde, bestand aus tobem Kraut, Kartoffeln ,c. Innerhalb dieser sechs Jahre ist die Mutter der Unglücklichen gestorben, ohne ihr Gewissen zu erleichtern um das furchtbare Verbrechen, dessen sie sich an ihrem eigenen Kinde mitschuldig gemacht. Die Entdeckung dieser That ist folgenden Umständen zu danken: Des Windmüllers Clemens Sohn hatte vor einiger Zeit geheirathet, seine Frau erkundigte sich zu wiederholten Malen, wo die Schwägerin geblieben sei, erhielt aber, wie verlautet, stets ausweichende Antworten und einmal auch vom Windmüller Clemens die: „Dort, wö sie ist, ist sie gut aufgehoben." Vor mehreren Wochen bemerkte nun die Frau des jungen Cl., welche das Vieh im Kuhstalle versah, daß der Strohwisch in der Luke über dem entsetzlichen Asyl der Eingesperrren mitunter gänzlich fehlte, mitunter in dem Stalle lag. Vor ca. 14 Tagen macht die junge Frau die entsetzliche Wahrnehmung, daß sich der Strohwisch, mit dem sie selbst die Luke verstopft, nicht mehr darin befinde, und daß sich anstatt seiner eine verkrüppelte Hand mit langgewachjenen Nägeln an den Fingern durch die Luke streckte. Sie ruft Nachbarn herbei, der Raum wird geöffnet unb welcher An blick bot sich da den Herbeigeeilten? Ein kaum noch menschenähnliches Wesen faueite darin, versunken im eigenen Koth, Arme und Beine waren in der hockenden Lage vollständig mit einander verwachsen. Stieren Blicks, nicht fähig, die Zunge zu einem Laut zu bewegen, starrte das Jammergeschöpf seine Befreier an, unfähig zu jeder Auskunft. Das ganze geistige Leben war erstorben, nur — kaum faßbar — das thierische vcgetirte noch. Auf Anordnung des aus Bauerwitz auf die Kunde des entsetzlichen Verbrechens herbeigeeilten Gensdarmerie-Wachtmeisters Krawutschke wurde das gewaltsam entmenschte Geschöpf in die elterliche Behausung überführt und ärztlicher Pflege übergeben. Der Koth, auf welchem Speisereste, als Kraut und rohe Kartoffeln gefunden worden sind, ist karrenwetse aus der Zelle des verthicrten Geschöpfes hinaus- gefahren worden. Wie und womit sich der übrigens in guten Verhältniffen lebende leibliche Vater zu entschuldigen versucht, wurde nicht mitgetheilt, nur die Bemerkung soll er nach Ent deckung des Verbrechens gemacht haben: „Er wundere sich, daß man ihn noch nicht nach Loubus gebracht." Wir machen unsere Leser auf das in unserem heutigen Blatte enthaltene Inserat, das Erscheinen des »Allgemeinen Börsen- und DerloosungSblattes" betrefsend, besonders aufmerksam, da wir im Interesse unserer Leser dem Blatte eine möglichst große Verbreitung wünschen. Der Herausgeber, selbst Fachmann, läßt es sich angelegen sein, dem bestehenden Mangel eines Blattes, das in gedrängter U berficht alle den Besitzer von Werthpapieren interessirenden Nachrichten bringt, abzuhelfen. Hauptsächlich wird das genannte Organ sein Augenmerk auf eine möglichst reichhaltige Mittheilung von Verloosung.n aller Effecten- und Loosegattungen richten und es kann dem Besitzer solcher Papiere nur dringend gerathcn werden, sich des Blattes zur Information jeweiliger stattsindendcn Verloosungen zu bedienen. Nur auf diese Weise ist es ihm möglich, einem etwaigen Verluste zu entgehen, der ihm durch die Unkenntniß der eingetretenen Entwerthuna eines seiner Effecten erwachsen würde. Das Blatt bietet den Abonnenten außerdem den Vortheil mehrerer in demselben enthaltenen Coursberichte, sowie einer Rubrik „Briefkasten", unter welcher alle eingehenden Anfragen von Abonnenten beantwortet werden. Der Abonnementspreis wurde vom Herausgeber so niedrig normirt, daß es Jedem möglich ist, auf dasselbe zu abonniren, er beläuft sich, in Anbetracht seines reichen Inhaltes, auf den gewiß geringfügigen Betrag von nur Mrk. 1 halbjährlich. k- Edietalladung. 391) Nachdem Gr. Hosgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Viehhändler Jacob Edelmuth von Reiskirchen den förmlichen Concursproceß erkannt Hat, werden dessen sä-nmtliche Gläubiger zur Anmeldung und Begründung -ihrer Forderungen, fo d'tcbe neu erbaute Tanzsaal mit Orch ster und Gasleitung, 19 m lang 9 m Breit, 4V2 mhoch, sown Refttlbafyn, 25 m lang, mit Kegelhaus, 4*/, m lang, und Gasleitung, sollen aus den Abbruch verkauft werden. Offerten nimmt entgegen Kieke zu Wetzlar. Feinste Zungenwurst, ,, Trüffelwurst, Blusenschinken und Cervelatwurst im Anschnitt empfehlen 702 J. A. Busch Söhne. Hott-la'o«9'11" HoWc V1 160) Holzhandlung S. Katzenstein. in verschiedenen Mustern und Farben. Teppich- und Mööetbesen Thürschoner. Rund- und beschlagene Bauhölzer, nordisch und bayrische Hobelbretter, alle Sorte Bohlen und Bretter, franzöfiiche Formziegel, Tuffsteine, Kaminrohre, Rnffensteine, Dachpappe re. rc. mpfieblt billigst die Bettfedern u. Daunen. Barchent, Zwillich- und Federleinen. 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