l'c*i'69ärt(1I. ZE !n)dgen. "Mch-n gejucht djtoigSplaf »“«« ficht M 151,5. SfiST 1c6c .Finna erslcn 1 nnigen größeren °b'.gcn Artikels in 7 dluf Wunsch rcnco Zahnstation “V.C- 124 bef. t.L. Daube tyttKit jedermann R6mb etwas zn t5 mag sein wer ’ nichts hafte. fTber, VäsLerin. Stabt Itlain?. l, Abends 8 Uhr. ^ee 1 aus Würzbutzk mm: il : . . Vrikkskn, die Kett- Samstag, den L Februar Str. 27. 187». Kießener Mmeiger Anzeige- imb AmtsdtM für bcn Kreis Gießen. _ . ■ __ «ZreiA vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Schulstr-ß- B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pst I * * v’-Kit : L (frinntnrn«”® l,'.«. 80»""* ''*ii fini* "fitfio» Ä [ grpft tl'i iotbea. dpi . ft. d irS(rfin. politisch Deutschland. Darmstadt, 29. Januar. Die zweite Kammer wird nächsten Montag wieder ihre Thütigkeit beginnen und sofort in die Berathung einiger Justtz- gesetze ewtreten. Aus der Tagesordnung für die erste Sitzung stehen Berathungen über: 1) die Vorlage Großh. Ministeriums der Justiz, den Gesetzentwurf, die Ausführung der deutjcken Strasproceß-Ordnung betr.; 2) die Vorlage Großh. Ministeriums der Justiz, den Gesetzentwurf, das Verfahren in Sachen der nichißreittgen Gerichrsbarkeit betr.; 3) die Vorlage Großh. Ministeriums der Justiz, den Gesetzentwurf, die Ueberlragung von Grundeigenthum und die Fortführung der Grundbücher in der Provinz Rheinheffen betr. Justizgesetze und Budget eilen am meisten, doch dürfte die Kammer selbst bei größtem Fleiße nickt im Stande sein, das ihr vorliegende reichhaltige Material bis zum Zusammentritt des Reichstags zu erledigen und wird somit ein gleichzeitiges Tagen beider Körperschaften nicht zu umgehen sein, was immerhin einige Un- znträglichkeiten mit sich bringt, indem auch einige Abgeordnete dem Reichstage angehöien. Vom Budgetbericht, der sich diesmal durch besondere Kürze aus- zetchnet, find bereits mehrere Druckbogen ausgegeben worden. In der Einleitung wird über die finanzielle Situation des Großherzogthums aus Grund der Regierungsvorlage nachfolgende Zusammenstellung gemacht: Passiva: Eigentliche Staatsschuld 44,411,824 vH, ungetilgter Rest der Eisenbahnbauschuld 10,969,000 vH., Obligationen der StaatSrenten-Ablösungskafse 2.588,237 vH., üt Summa 57,969,001 vH.. Activa: Antheil an den Baukaprtalten der Main- Neckar- und Main-Weser-Bahn 26,203,190 vH.. Actlven der Stoatsjchulden- Tilgungskaffe 12,480,588 JL Zuschuß an Baden zur Erbauung der Wimpfener und Neckar-Bahn 5,472,477 vH.. Ueberschuß der Hauptstaatskaffe aus früheren Perioden 650,000 vH., desgl. aus dem ersten Quartal 1879 1975 235 vH.. Zum Verkauf bestimmte Werthpopiere der Staatsschulden- Tilgungskaffe 759,582 vH. In Summa 54,640072 vH, also 3,328.989 vH. Acttven weniger als Passiven, wogegen sämmtltche hier nicht bereits in Rechnung gezogene Staatsdomänen, einschließlich der oberhessischen Eisenbahnen, sowie sämmtltche Staatsgebäude, ferner der Werth des Ertrages der Domänen des Großh- Familienetgenthums, sowie der Werth der von der Staatsrenten- Ablösungskaffe erworbenen Renten den Acttven noch htnzutreten. Der Berickt bezeichnet mit Rücksicht auf die vorstehende Zusammenstellung die finanzielle Lage des Großherzogthrms als eine „durchaus günstige und erfreuliche". Der Nachtrag zum Budget, das Justizbudget in Gemäßheit der neuen Organisation wird in Kürze den Ständen zugehen. AuS dem Großherzogthurn Hessen, 29. Januar. Nach den neuesten statistischen Mittheilungen der Großh. Centralstelle für die Landes- stattsttk hat die Zahl der tabakbauenden Gemeinden seit dem verfloffenen Jahre um 3 zugenommen und sich der bebaute Flächeninhalt um 571 362 Qu.-Meter vernnhrt, sodaß im Jahre 1878 im Großherzogthum in 38 Gemarkungen 6,270,456 Qu.-Meter mit Tabak bebaut waren. Demnach ergab sich auch in den Steuererträgniffen für das Jahr 1878 ein Mehrbetrag von 2,978 Mk., sodaß die G^sammisteuer Einnahme an Tabak für das Jahr 1878 sich auf 42,329 Mk. belief. Die Beschädigungen der 1878er TabakSernte, wofür 1144 Mk. 80 Pfg. Erläße gewährt wurden, waren durch die Hagelschläge am 22. und 28. Juli und 16. August 1878 entstanden und betrafen die Gemeinden Bibl-s, Groß'Hausen, Klein-Hausen und Hirschhorn. Mainz, 27. Januar. Gestern Vormittag fand hier eine Versammlung von Angehörigen, Fabrikanten und Meistern der hiesigen Schuh-Industrie er HH eit. zur Bekämpfung der schutzzöllnerischen Agitation der Trierer und Siegener Sohlleder-Fabrikanten statt. Herr Otto Herz von Frankfurt beleuchtete in einer längeren Rede die enormen Verluste, die der Leder-Jndustrie, besonders aber der Schuh-Industrie bet Einführung eines Schutzzolles erwachsen würden. Die Industriellen wollen durch Petitionen an den Reichstag die Gefahr, die dem Gewerbe drohe, darlegen. Es wurde sofort zur Wahl eines Agttations- Comit6s geschritten, welches schon in den nächsten Tagen eine Versammlung von Schuh-Industriellen sowohl aus Mainz, als aus der Umgegend berufen will. Berlin, 28. Januar. Dem Abgeordnetenhause ist, der „Germania" zufolge, ein Gesetzentwurf, betr. die erforderlichen Mehrkosten für den Bau einer Bahn von der Reichsgrenze bet Sterck über Trier und Coblenz unter fester Ueberbrückung des Rheins nach Oberlahnstetn zum Anschluß an die Lahnbahn und von Godeshetm, bezw. Ottbergen nach Nordheim zugegangen. Die Mehrkosten betragen 8 Mill. Mk. — Die Zweifel, ob das im Reichstag aussichtslose Tabaksmonopol auch nur im Bundesrath durchdringen dürfte, werden wohl gerechtfertigt erscheinen angesichts der Stimmung im Staatsmtnisterium. Aber die Anstrengungen für das Monopol sind dadurch schwerlich schon ganz beseitigt; auch fragt es sich, ob nicht, wenn die Gewichtssteuer angenommen ist, das Monopol später doch wieder aus der Tagesordnung erscheinen wird. Aber die Thatsache, daß selbst mehrere preußische Minister die Ueberzeugung von der Vortresfltchkett des Monopols nicht gewinnen konnten, ist doch von augenscheinlicher Bedeutung und wird aus den wettern Gang der Sache ihren Einfluß ausüben. Ob die angeregte gesetzliche Regelung der Eisenbahn-Tarife beffere Erfolge Haden wird, steht dahin. Mit Recht wird aber wohl über die Unsicherheit geklagt, die durch diese und ähnliche Vorschläge hervorgerusen und in der gegenwärtigen allgemeinen Geschäftslage doppelt schwer empfunden wird. — Der deutsche Brauerbund hat, nach der „Allg. Hopfen-Ztg.", von Frankfurt a. M., dem Sitze des Vereins, aus eine Vorstellung an das kaiserliche Reichskanzleramt gegen einen beabsichtigten Zoll auf Gerste und Malz gerichtet. In dem Gesuche wird nachgewiesen, daß die Einfuhr von Gerste aus Oesterreich im Jahre 1877 nahezu 7 Mill. Centner, etwa den vierten Theil des zur Gesammtproduction von Bier in Deutschland erforderlichen Quantums betrug. Außerdem wurden aus Oesterreich-Ungarn 1,021,457 Ctr. Malz vati) Deutschland eingesührt. Durch Einführung eines Einfuhrzolles würde der deutschen Brau-Industrie ein bedeutendes Htnderniß zur Bekämpfung der österreichischen Concurrenz in den Weg gelegt werden. Berlin, 29. Januar. Die „Prov.-Corresp." enthält einen längeren Artikel unter der Überschrift: „Parlamentarische Discipltn und Abgeordnetenhaus", welcher den Antrag des Centrums gegen den Gesetzentwurf über die Strafgewalt des Reichstages zum Gegenstände hat. Der Artikel schließt mit folgenden Sätzen: Es liegt dem Reichskanzler fern, den Reichstag in seiner inneren Selbständigkeit, in der Wahrung und Uebung seines Hausrechtes beeinträchtigen zu wollen. Seine Vorlage ist durchweg darauf gerichtet, dem Reichstage eben die volle und wirksame Uebung dieses Rechtes möglich zu machen. Wenn derselbe Zweck ohne Mitwirkung der Regierung erreicht wer- den kann und soll, wird dies unzweifelhaft sehr erwünscht fehl, aber von einem darauf gerichteten energischen Willen der Bethetltgten ließ die jüngste Verhandlung neben der Abwehr der Vorlage des Reichskanzlers leider keine Andeutung hervortreten. Gerade deswegen hat diese Verhandlung nicht den Erfolg haben können, die dringliche Bedeutung der Absichten des Stiebens des Kanzlers irgend zu vermindern oder abzuschwächen. Ueber die Pest in Rußland schreibt die nämliche Correspondenz: Obwohl der Stand der Dinge bisher zu größeren Besolgn.sien keinen A-loß gewährt, vielmehr erwarten läßt, daß die Krankheit in dem bisherigen Bei eiche erstickt werde, wird doch Seitens der Regierung nichts versäumt werden, um möglicher Gefahr rechtzeitig und energisch vorzubeugen. Fulda, 29. Januar Die bevorstehende Welr-Publictsten-Audtenz beim Papste giebt der „Fuldaer Zig." Veranlassung, um beschleunig'e Dirreichu.'g von „Liebesgaben für den heiligen Vater" zu bitten; sie hat bis jetzt 218 Mk 80 Psg. gesammelt und sagt in ihrem Aufruf: „Es hat nämlich der heilige Vater den katholischen Publicisten des ganzen Erdkreises auf den 20. Feb.uar d. Js. eine feierliche Audienz zugesagt. Der kürzlich gegiündete Verein der Centrumspresie wird zu dieser Audienz zwei Deputirte mit einer Ergebenheit«' Adresse entsenden. Es ist wünschenswerth, daß dieselben gleichzeitig dem heil. Vatrr reichliche Liebesgaben überweisen können. München, 29. Januar. Abgeordnetenkammer. Auf der Tagesordnung steht der Antrag Crämer und Genossen: Der König wolle die bayerischen Bevollmächtigken im Bundesrath anweisen, dem Gesetzentwurf, betr. die Strafgewalt des Reichstages, die Zustimmung zu verjagen. Crämer molivirt den Antrag kurz mit Hinweis aus Art. 27 der ReichSoerfassung und drückt den Wunsch eines einstimmigen Votums aus. Jörg erklärt im Namen seiner Parteigenossen: Er habe keine Veranlasiung. in die Debatte einzutreten; der Antrag besitze nach Wort und Sinn die volle Sympathie seiner Partei und spreche er dem Antragsteller seinen Dank für desien Initiative und den ein- stimmigen Anschluß von dessen Fraktion aus. Ministerpräsident v. Psretzschner erklärt: Da der heutige Antrag ähnlich geartet sei wie der frühere, betr. die Stellung der bayerischen Regierung zur Diätensrage, so könne letztere denselben Standpunkt einnehmen wie damals. Die Regierung habe die Angelegenheit der gewissenhaftesten Prüfung unterworfen, hege andererseits aber die Anschauung, daß sie nicht gut thun würde, eine in das Innere der Sache eingehende Ansicht auszusprechen, bevor die Bundesrathsverhandlungen stattgefunden. Diese Haltung scheine im obliegenden Falle um so mehr geboten, als die Angelegenheit Verhältnisse des Reichstags berühre. Trotz des großen Interesses der Regierung an den Berathungen müsse sie doch Bedenken tragen, heute bindende Erklärungen abzuqeben. — Der Antrag wird hierauf bei namentlicher Abstimmung mit 130 gegen eine Stimme angenommen; bie einzige oppontrende Stimme ist die des Abg. Karl Schmidt, welcher die Erledigung der Frage dem Reichstage überlassen will. Gesterreich. Wien, 29. Januar. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Der Abschluß des definitiven Friedensvertrages wird noch immer durch die Schwierigkeit verzögert, in Betreff der Textirung des Art. 11 ein Einver- ständniß zu erzielen. Auch bezüglich des Zeitpunktes der Bezahlung der Entschädigung für den Unterhalt der türkischen Krtegsg fangenen wurde noch keine Einigung erzielt. Dagegen soll eine Vereinbarung darüber erzielt worden sein, daß binnen 35 Tagen nach der Unterzeichnung des Vertrages die Räumung des türkischen Gebiets Seitens der Russen vollzogen sein müßte. England. London, 29. Januar. Die Grubenbesitzer und die Grubenarbeiter von Süd-Aorkshire und Nord-Derbyshire kamen überein, ihren Lohnstreit einem Schiedsgerichte zu unterbreiten. — Der „Standard" meldet aus Khost vom 27. d.: Vali Mahomed, Halbbruder des Emir Schir Ali, ist auf dem Wege nach Hasarpir, um sich General Roberts zu unterwerfen. Vali Maho- med hatte Befehl, nach Kabul zu kommen, fürchtete aber seine Hinrichtung in Folge seiner Niederlage im Peiwar-Pisse. — Die „Times" meldet aus Kon- stantinopel: Zuhdi Bey wurde entlassen, weil er nicht im Stand war, den Werth der Kaimes zu heben. Ktant Pascha wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Dasselbe Blatt veröffentlicht eine Depesche Lord Odo Rtssell's an Lord Salisbury vom 10. Jan. Odo Russell bedauert darin, daß die projec- tirten deutschen Eisenzölle und neuen Maßregeln das englische Eisen vom deutschen Markte gänzlich verdrängen würden. Der Botschafter erfährt aus guter Quelle, die Eisen-Enquete-Commission werde wahrscheinlich einen Schutzzoll von 50 Pfennigen pro Ctr. befürworten. Außland. Petersburg, 29. Jan. Heute hat eine Sitzung der Minister-Comit^s stattgefunden, in welcher unter Zuziehung hiesiger medicinischer Autoritäten, darunter die Professoren Deckauer uno Botkin, die energischsten Vorsichtsmaßregeln gegen die Pest beschlossen wurden. Es wird eine besondere hygienische Commission gebildet. Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr. Eorrespondenz-Burea«. Paris, 30. Jan., 3 Uhr Nachm. (Wiederholt, weil nicht in allen Exemplaren der gestrigen Nummer enthalten.) „Havas" meldet: Mac Mahon verließ heute Mittag das Elysee, prästdirte um 1 Uhr einem Ministerrathe zu Versailles, in welchem er ein kurz motivirtes Schreiben übergab, welches seine Demission anzeigt. Der Congreß wird sogleich zusammentreten können. Die Wahl Grevy's ist gewiß. Paris, 30. Januar, 4 Uhr Nachm. Der Rücktritt des Marschalls Mac Mahon ist amtlich angezeigt worden. Der Congreß ist auf heute Abend 6 Uhr zusammenberufen. Die Wahl Grevy's ist gewiß. Versailles, 31. Januar. In dem gestern Abend stattgefundenen Congreß waren 713 Votanten anwesend. Gültige Stimmzettel wurden 670 abgegeben. Die absolllte Majorität beträgt mithin 336 Stimmen, der seitherige Präsident der Deputirtenkammer, Gr vy, erhielt 563 Stimmen, Chancy 99, weiße oder ungültige Zettel wurden 43 abgegeb-n. Grevy ist somit auf fieben Jahre zum Präsidenten der Republik auSgerufen. Donnernder Bestall ertönte bei der Kundgabe des Resultats. Versailles, 30. Januar. Das Schreiben Mac Mahon's findet allgemeine Anerkennung. Die Minister äußerten sich sämmtlich dahin, daß der Marschall im heutigen Conseil eine ruhige, würdige und correcte Haltung bewahrte; er erklärte namentlich, daß er sich in das Privatleben zurückzuziehen gedenke und unter keinerlei Titel zugeben würde, daß man seinen Name» für irgencwelche Kundgebungen gebrauche; zugleich gab er fernen innigen Wünschen für das Glück des Landes Ausdruck. — Der Botschafter in London, Marquis Hircourt, hat sein E tlaffuvgsgesuch übersendet — Ji der Congreßsitzang wird Duf u e bet seinem Ersch wen auf de" Tribüne mir Beifall begrüßt. Ve* faiües, 3<». Januar. Wortlaut des Schreibens deS Marschalls Mac MahonS. Bei Eröffnung der Session legte Ihnen das Ministerium ein Programm vor, welches, indem damit der öffentlichen Meinung eine Genugthuung gegeben wurde, seiner (des Ministeriums) Ansicht nach zugleich ohne Gefährdung der. Sicherheit und guten Verwaltung des Landes angenommen werden konnte, auch jede persönliche Rücksicht bet Seite ließ. Ich hatte diesem Programme meine Genehmigung ertheilt, denn ich gab damit keines der Principien Preis, welchen treu zu bleiben mein Gewiffen mir gebot. Heute schlägt mir daS Ministerium, in der Meinung, damit der Ansicht der Majorität beider Kammern zu entsprechen, bezüglich der großen Militärcommandos allgemeine Maßregeln vor, welche ich als mit den Jntereffen der Armee und folglich auch des Landes in Widerspruch stehende erachte; ich kann denselben meine Unter- schrift nicht geben. Jedes andere Ministerium, welches aus der Majorität der Kammern genommen wäre, würde mir die nämlichen Bedingungen auferlegen. Demnach glaube ich die Dauer des mir von der Nationalversammlung anvertrauten Mandats abkürzen zu sollen und gebe meine Entlassung alS Präsident der Republik Indem ich aus meinem Amte scheide, finde ich Trost in dem Gedanken, während der 53 Jahre, die ich dem Dienste meines Landes als Soldat oder Bürger gewidmet habe, niemals von anderen Gefühlen geleitet worden zu sein als denen der Ehre und Pflicht und unbeschränkten Hingebung an daS Vaterland. Ich ersuche Sie, meine Entschließung den Kammern mitzuthetlen. Empfangen Sie den Ausdruck meiner Hochachtung. Es ist davon die Rede, Gambetta zum Präsidenten der Deputirtenkammer zu wählen. Dufaure bekundet die Absicht, sich in das Privatleben zurückzuztehen. Berlin, 30. Januar. In den bisherigen Sitzungen d^s Justizauö- schuffeS des BundeSrathS sind in Bezug auf das Gesetz, betreffend die Straf- gewalt des Reichstages, nur einige Modificationen empfohlen worden. — Gegenüber abschivächenden Darstellungen einiger Blätter hnn versichert werden, daß die Staatsregierung sich sehr ernst mit der Frage bezüglich des Welfenionds beschäftigt. Berlin, 30. Januar. Seitens der deutschen Regierung wurden der Universttärs-Professor Hirsch und ein jüngerer Arzt für die Sendung nach Rußland designirt. Berlin, 30. Januar. Die Pest-Commission hält ihre nächste Sitzung morgen ab. Heute finden Einzelbesprechungen über technische Fragen betreffend die Einrichtung von Desin- fections-Anstaltcn an der Grenze statt, wobei namentlich Dr. Pettenkofer betheiligt ist. Das von dem Bundesrath nach dem Anträge der Commission beschlossene Verbot von Einfuhrartikeln umfaßt alle von der Wiener Commission vorgeschlagenen Artikel mit der Hinzufügung von Filz. — Die Commission wird demnächst über die Behandlung des Personen- und Gepäckverkehrs an der Grenze Beschluß fassen. In Betreff der Entsendung eines dieffettigen Delegirten wird mit Professor Hirsch und einem jüngeren Arzt noch verhandelt, denen em der russischen Sprache mächtiger deutscher Beamter beigegeben wird. Eingegangene Nachrichten bestätigen erneut, daß der ursprüngliche Pcstheerd von der Seuche nicht überschritten worden ist. Die Nachricht etneS Wiener Blattes, wonach der deutsche Delegirte bei der Wiener Commission, Dr. Finckelnburg, von diesseitigen bereits im Gange befindlichen militärischen Absperrungsmaßregeln gesprochen habe, wird von kompetenter Seite für unbegründet erklärt. Berlin, 30. Januar. Die (verstärkte) Budgetcommission des Abgeordnetenhauses hat den von der Regierung im Betrage von 114o0 jt vorgeschlagenen Gehaltssatz für die Präsidenten bcr Oberlandesgerichte auf 14000, und das Maximum des Gehalts der Oberlanves- gerichtsräthe von 6000 auf 6600 JL erhöht. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde beschloffen, die Gehaltssätze der Oberstaatsanwälte und Staatsanwälte bei den Oberlandesgerichten unverändert zu taffen. Das Gehalt der Landgerichtsdircctoren wurde im Maximum von 6000 auf 6600 erhöht, das der Land- und Amtsrichter im Maximum von 5400 auf 6000, das der ersten StaatSanwälte bei den Landgerichten) im Maximum von 6000 auf 6600. Die Staatsanwaltsgehilfen sollen 2400 als Minimum erhalten. Stuttgart, 30. Januar. 13 Abgeordnete, zur Volkspartet und den Ultramontanen zählend, haben in der Abgeordnetenkammer den Antrag ein- gebracht, daß die Regierung ersucht werde, in Uebereinstimmung mit ihren Grundsätzen bei Revision der Verfassung, dem Gesetzentwürfe betr. die Strafgewalt des Reichstages, welches die württembergische Verfassung wie die Rechte des Reichstages gefährde, im Bundesrathe nicht zuzustimmen. Berlin, 30. Januar. Der „Reichsanzeiger" publicirt die von gestern datirte, heute in Kcaft tretende kaiserliche Verordnung, wonach zur Verhütung der Emschleppung von ansteckenden Krankheiten die Einfuhr von gebrauchter Leib- und Bettwäsche, gebrauchter Kleider, Hadern, Lumpen, Papierabsälle, Pelzwerk, Kürschnerwaaren, Felle, Häute, halbgarem und sämisch zugerichtetem Ziegen- und Schafleder, Blasen, frischen, getrockneten und gesalzenen Därmen, Filz, Haare, Zackelwolle, Borsten, Federn, Caviar, Fischen und Sareptabalsam aus Rußland verboten wird. Ausgenommen von dem Verbot sind Wäsche, Kleidungsstücke und anderes Reisegeräth, welches Reisende zum Gebrauch mit sich führen. Der Reichskanzler ordnet an, wie und in welchem Umfange diese Gegenstände der Desinfection zu unterwerfen sind. Die Einfuhr von Schafwolle ist, soweit solche nicht überhaupt durch die Landesbehörden verboten ist, nur nach vorgängiger Desinfection gestattet. War die einzuführende Schafwolle der Fabrikwäsche unterzogen, so beschränkt sich die Desinfection auf die Emballage. Wien, 30. Januar. Der Vertreter des Petersburger Petroleumhauses, Nobel, ein geborener Oesterreicher Namens Grubisttsch, telegraphirt der „Neuen Fr. Pc." aus Zrritzin von gestern: Seit 12 Tagen haben alle Erkrankungsfälle in Wetlianka, Prischibe, Udatschnoje, Nikolskoje und Stanitz- koje, 120 Werst von hier, ganz aufgehört. Der Betrieb der Bahnlinie von Zaritzin bis Griasi dauert fort. Im Falle die Krankheit in Zaritzin austau« chen sollte, hat die Bahn-Commtsfion beschloffen, die zweite Abtheilung der Bahnstrecke von Zaritzin bis Borisoglebsk zu schließen. Kälte 20 Grad. Die erste Quarantäne befindet sich bei Sarepta. Versailles, 30. Januar, Abends. Nach der Wahl Grevy's zurr Präsidenten der Republik hielten Senat und Kammer eine kurze Sitzunz, um von der Wahl Grevy's Act zu nehmen. — Die Kammer wird morgen ihren Präsidenten wählen. — Der Marschall Mac Mahon richtete ein Schreiben an Grevy, worin er den Wunsch ausdrückte, ihn beglückwünschen zu dürfen, sobald er zum Präsidenten gewählt sei. Grevy antwortete und sagte, wie empänglich er für einen solchen Beweis hoher Courtoifie sei, aber er halte dafür, daß er, Grevy, ihn, den Marschall zuerst besuche. Maa versichert, der Marschall werbe heute Abend den neuen Präsidenten der Republik begrüßen. Paris, 30. Januar, Abends. Die Minister statteten dem Präsidenten Grwy einen Besuch ab und überreichten ihm die Gesammt-Demisston. Grevy drückte den Wunsch aus, daß die gegenwärtigen Minister fortführen, die Regierung zu leiten oder wenigstens provisorisch ihre Functionen ausübten. Die Minister werden morgen unter dem Vorsitze Dufaure's über die Lage berathen, welche die neuesten Ereignisse für sie aeschvffen. Marschall Mac Mahon besuchte und beglückwünschte Grevy. Die Unterhaltung war eine sehr artige. Der Marschall wird, wie er sagte, sich nach Grasse begeben und dort für einige Zeit bleiben. erwachend und über Kopfweh klagend, auf Anrathen der in der Nähe schlafenden Elteer lieber zu Bette und so dem sicheren Tode entqegenging, denn am Morgen fand man die drei Mäbchrn entseelt in ihren Betten vor; vie angestrengtesten Bemühungen der Herbetgeeilten «erzte waren leider ohne Ei folg. Wie man sagt, soll die Ofenklappe von selbst zugefallen sein. Der Schmer) der Eltern ist um so größer, als sie sich jetzt der Roth und dem Elende preisgegeben sehen. (Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 2. bis 8. Februar besorgt Pfarrer Schlosser. wnfl wurden der Sendung nach 1 Srynq morgen ab. tnnt^mq von Desin- ’ dchiiizt tft. Das z Handel und Verkehr. Frankfurt, 30. Januar. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 39, Nr. 2 X 35, Nr. 3 31, Nr. 4 X 27, Nr. 5 X 21 Roggenmehl o/^ (Berliner Marke) X 22, do. II (Berliner Marke) X 19. Weizen, effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 19.—, ab unserer Umgegend X 18.25—18.50, do. fremder je nach Qualität X 18—19, Roggen, je nach Qualität X 13—15.—, Gerste X 15 — 17.50, Hafer X 12.50—14, Kohlsamen X 27 bis 28, Erbsen X 19—23, Wicken X 15—16, Linsen X 17—23. Rüböl, detail X 68. Stimmung ruhig. (Die Preise verstehen sich sämmtltch per 200 Pfund Zoll^wicht — 100 Kilo.) Lokales. Hteßett, 31. Januar. Sestern Nachmittag gegen 4 Uhr wurde ein älterer Herr auf 'der Schoor zwischen Neustadt und Waüthor von einem Schlaganfall betroffen. Man brachte denselben in ein nahe belegenes Haus, wo er alsbald verschied. __Ern betrunkenes obdachloses Frauenzimmer mußte gestern Abend von der Schutz- mannschaft in Arrest verbracht werden. __ Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen Gottesdienst: Sonntag den 2. Februar: Morgens: Pfarrer Schlosser. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner. Irischbäcker in Gießen. Sonntag den 2. Februar. Christian Noll Wwe., Neustadt. Christian Faß. Neuenbäuen Emil Noll, Löwengaffe. -OnbQn cm 'WH r ft ' ®Nh|8 fist' («&»•« glaube ich L 'X*6'. Kd. jy« Landes al« "f”nmn i« 'ksikno btt 'hlm worben. - rtn versichert wtv aäe bezüglich bes Vermischtes. Großkarben, 26. Januar. Die Leiche de- vor wenigen Tagen ertrunkenen Metzger«, nnd zwar die des Sohnes, ist bereits geländet worden, während man bislang vergeblich nach der des Vaters deffclben gesucht hat. Die hinterlassene Wittwe verdient allseitiges Mitleid, da ähre übrigen Kinder alle taubstumm und erwerbsunfähig sind. — Seit einigen Tagen hat sich in Eisfeld der Mund der Erde aufgethan. Mitten im Bett der Werra ist ein Erdfall entstanden. Ein rundes Loch, etwa 5 Fuß breit, aber von Angemessener Tiefe. Das wenige Waffer in diesem Arm des Fluffeß versinkt sämmtltch in dieser unheimlichen Höhlung und hat schon manches Fuder KieS mit hinabgenommen. Mit- -unter scheint das Loch voll zu sein und das Waffer fließt darüber hinweg, dann sinkt plötzlich wieder der Wasserspiegel um 1—2 Fuß, und Waffer und Kies stürzen brausend nach. — Auf Vorschlag der Militär-Sanitätsbehörde hat nach der „Voss. Ztg." die oberste Militärbehörde die Anordnung getroffen, die Schildwachen in Berlin mit großen Fitzschuhen zu versehen. Diese Maßregel soll bei dem unwtrthlichen Wetter dazu beitragen, die Wacht- mannschaften vor Krankheiten nach Möglichkeit zu schützen — Die mehr als alle andern Duelle verdammenswerthe Unsitte der sogenannten amerikanischen Duelle, welche unter den Studtrcnden mehr und mehr um sich zu greifen scheint, hat abermals ein Opfer gefordert. In Tübingen erschoß sich am 20. d. ein 19jähriger Student, der hoffnungsvolle Sohn des Finanzraths Götz in Stuttgart. Ra er en (Kreis Eupen), 23. Januar. Beim Fällen einer Pappel ereignete sich hier vorgestern ein schreckliches Unglück Drei Knaben im Alter von 9, 10 und 11 Jahren kamen aus der Schule und saben dem Fällen des Baume« zu. Derselbe fiel in der Richtung, wo die Knaben standen, und zerschmetterte zweien den Kopf, so daß der eine Knabe sofort, der andere zwei Stunden später starb; der dritte erlitt einen «rmbruch und außerdem wurde ihm das rechte Fußgelenk zerquetscht. _ t , Forst. Am Sonntag Morgen durcheilte unsere Stadt die Kunde von einem in unserer Nachbargemeinde Berge vorgefallenen traurigen Ereigntß, welchem drei junge blühenoe Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ueber den Unglücksfall wird Folgende« mitgetheilt: Die drei Schwestern Bertha, Anna und Emma Schwiqlinski (letztere beide Zwillingsschwestern), 24 resp. 173/4 Jahr alt, Kinder der Tuchmachergesell Franz Sckwiglinski'schen Eheleute, schliefen in einer Stube zusammen. Der Umstand, daß letztere beide mehr in der Nahe des Ofens, die altere entfernter davon schliefen, soll dazu beigetragen haben, daß die Zwtllinasschwestern sehr bald durch das ausströmende Kohlenoxydga« erstickten, während die ältere Schwester, in der Nacht -cl von Einfuhrartikeln Hm;Mzuvg von Filz. 7i- unb HepäckverkehrS ringen Delfinen wird i der rusii'chen Sprache : betätigen erneut, das Die Nachricht eine! stsa, Dr. Finckelnburz, stmaßregelll gesprochen ldgeorbnetenhauseH hat ib^ag für die PA ballb der Oberlanves- Wge der OberstM s lasten. Das schal! -i X erhöht, das dei in gtaatlamrältt be amMkggtbilftn iolti Upartki und ben ben Antrag w MM mit ihrer ft tat W Stuf M wie Mt ssiechü u ciü die von gestm ui) zur Verhütunz V von gebrauchtet wen. Popierabsälle, jmlich zugerichtete- atfalitntn Därmen, unb Tetbot find ,m S-br-uch « 14cm UeW” E °st-d-»»" .®*f „borben otrM« y M«nd! .. auf rfburyr »A «Ai 12 IW« a Ss« L-dl HBg. d Umgegend bei Herrn 224)________________________W. 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Meine Verbindung mit den renommirtesten Fabriken und gründliche Kenntniss der Branche, setzen mich in den Stand, allen Anforderungen nachzukommen und erlaube ich mir desshalb einem geehrten Publikum mein Unternehmen bestens zu empfehlen unter Zusicherung streng reeller Bedienung. Reparaturen jeder Art werden aufs Prompteste und Billigste von mir selbst besorgt. Giessen, den 1. Februar 1879. Achtungsvoll C. L. Gail, Hutmacher. Danksagung. 661) Allen Freunden und Bekannten, welche mir bet dem Hin- schetden meiner lieben unvergeßlichen Gattin so herzliche Theilnahme erwiesen haben, sage ich hiermit öffentlich meinen tiefgefühltesten Dank. Großen«Buseck, am 28. Januar 1879. A. Hahn,» Coves-Anzeige. 658) Es hat dem Allmächtigen gefallen, uns unseren zum Besuch hier weilenden, vielgeliebten Vater, Schwiegervater und Grossvater, den Beniner Herrn David Marens aus Wiesbaden, durch einen Schlaganfall plötzlich zu entreissen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen : Hermann Hornberger, Ida Hornberger und Kinder* 656) Perüken, Bärte, Zöpfe, Chignon, Locken u. f. w. werden le hweise billig abgegeben. H» Planke Friseur. 498) Ueberziehen von Schirmen und Reparaturen an denselben werden rasch und billig ausgeführt. I. Weitzenkorn, Kreuz. 633) Ei i braves Dienstmädchen gesucht von Bäcker Ockel, Ludwigsplatz. Köln-Gießener Bahn. Abfahrten von Gießen nach : Deutz 6«, 12 4«. Dillenburg 6", 12, 4", 9». Wegen 6«, 12. (71 Stetzlar 6", 8^, 9«, 12, 4«, 7«, 9». Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.