1878 Dienstag, den 28. Mai No. 193 Gießen, den 27. Mai 1878. Deutschland skcM 9. Namensveränderungen. 10. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 26. März dem evang. Pfarrer Emil Thon zu Langen die evang. Pfarrstelle zu Raunheim, am 29. März dem evang. Pfarrer Karl Suppes zu Nieder-Ohmen die evang. Pfarrstelle zu Ilbeshausen zu übertragen; am 4. April den Lehrer an der Realschule zu Offenbach, Dr. Wilhelm Neh- meyer, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt mit Wirkung vom 21. April d. I. zu ernennen; am 10. April dem ordentlichen Profeffor in der medicinischen Fakultät der Landes-Universität und Director der medicinischen Klinik in Gießen, Geh. Medicinalrath Dr. Eugen Seitz, die Nebenstelle eines Directors des akademischen Hospitals im Ganzen, mit Wirkung vom 1. Mai 1878, zu übertragen; an dems. Tage den von dem Herrn Grafen zu Solms- Laubach aus die evang. Pfarrstelle zu Trais-Horloff präsentirten evang. Pfarr- amts-Candidaten Wilhelm Wahl aus Ruppertsburg für diese Stelle zu bestätigen; am 15. April den von dem Herrn Fürsten zu Uenburg-Birstein für die Stelle eines Lehrers an der Realschule zu Offenbach präsentirten Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Eisleben, im Königreich Preußen, Dr. Erwin Volckmar, für diese Stelle mit Wirkung vom 1. October, zu ernennen; an dems. Tage dem evang. Pfarrer Friedrich Wilhelm Werner zu Idar, im Großherzogthum Oldenburg, Fürstenthum Birkenfeld, die evang. Pfarrstelle zu Wonsheim, dem evang. Pfarrer Ferdinand Richter zu Bad Wtldungen, im Fürstenthum Waldeck, mit Wirkung vom 1. Juni l. I. an, die evang. Pfarrstelle zu Flomborn, dem evang. Pfarrer Adam Knodt von Wonsheim mit Wirkung vom 1. Juni l. I. an die evang. Pfarrstelle zu Nordheim, dem evang. Psarramts-Candidaten und , Reaüehrer Ernst Aulber von Erbach im Rheingau, Königreich Preußen, die evang. Pfarrstelle zu Eppelsheim, dem evang. Pfarrer Ernst Reinheimer zu । Eppelsheim die evang. Pfarrstelle zu Dornhetm zu übertragen; an dems. Tage : den auf die evang. Pfarrstelle zu Rohrbach von dem Herrn Fürsten zu Zsen- i bürg Büdingen präsentirten evang. Pfarrer Christian Cellarius von Flomborn, i mit Wirkung vom 1. Juni l. I. an für diese Stelle, zu bestätigen; am 1 26. April den von dem Frhrn. Löw von und zu Steinfurth auf die evang. Pfarrstelle zu Nteder-Florstadt präsentirten evang. Pfarrer Ferdinand Heßler zu Affenheim für diese Stelle zu bestätigen. Am 26. Febr. wurde dem Eduard Neuschäffer zu Langen-Brombach das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Darmstadt ertheilt; am 4. April wurde dem Schulamts-Aspiranten Georg Philipp Württenberger aus Spachbrücken die Gemeinde-Schulstelle zu Steinheim übertragen; an dems. Tage wurden der von dem Herrn Grafen von Schönborn-Wiesentheid auf die erste Gemeinde-Schulstelle zu Heusenstamm präsenttrte Schullehrer an der zweiten Gemeindeschule daselbst Adam Siegler, der von dem Herrn Fürsten zu Löwen- stein-Werthetm-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Gemeinde-Schulstelle zu Wallach präsentirten Schulamts-Aspirant Daniel Lan- telme aus Wembach, für diese Stelle bestätigt; am 6. April wurde dem Schullehrer Peter Anton Como zu Mainflingen die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Heßloch übertragen; am 9. April wurde der von dem Ortsgeistlichen und Gemeinderathe zu Walldorf auf die erste Gemetnde-Schulstelle zu Walldorf präsentirte Schulamts-Aspirant Philipp Poth aus Groß-Zimmern für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Lehrer an der ersten Gemeinde- schule zu Vendersheim, Heinrich Göckel, die Gemeinde-Schulstelle zu St. Johann, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Nr. 12 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 25. d. M., enthält: (Nr. 1238.) Gesetz, betreffend Zuwiderhandlungen gegen die zur Abwehr der Rinderpest erlassenen Vieh-Einfuhrverbote. Vom 21. Mai 1878. P" 15. Juni verwichen. b Eartfeld. BleichM °M zu bezieht l11-' Gartfrld, oisbalb 1U Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Mainz. 6. Bekanntmachung Großherzoglichen Kretsamts Mainz, die für das Jahr 1878 zur Bestreitung der Communal-Bedürfniffe der Stadt Mainz zu erhebenden Umlagen betreffend. 7. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die Erhebung von Umlagen der Stadt Gießen für 1878 betreffend. 8. Ordensverleihungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 1. April dem Gemeinde-Forstwarten zu Wimpfen, Förster !karl Friedrich Kramer, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste", am 3. April dem Polizei-Jnspector bei der Polizei- Verwaltung der Stadt Bad Nauheim, Polizetratb Friedrich' Gleim, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Ludewigs - Ordens, am 10.' April dem Steueraufseher zu Mainz, Karl Friedrich Dieffenbach, am 25. April dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Bönstadt, Friedrich Geibel, und am 2. Mai dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Bingenheim, Georg Lahm, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", zu verleihen. Nr. 15, enthält: . 1. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglrchem Munstenum des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Darmstadt. 2. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Friedberg. 3. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Schotten. 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Darmstadt, die zur Bestreitung von Communa! Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt zu erhebenden Umlagen für 1878 betreffend. 5. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium tlatorälif"- ,L Kckne, 3W* Mope-' M Sebingungen i« «= SSel (lÄ«, wecertbor^— jenfte 8* i mein Intel*111, Kichener AMiger AnM- uni Amtsblatt für heu Kreis Gießen. Etrabe E. 16,3. zu verrnie- k,S Anlage C. 25. ir.faröciijinimer mit Gatttelb 1183/10 torf meines Haules vermieden. Hctchelheiw. Darmstadt, 23. Mat. Die gestern in der zweiten Kammer bezüglich der Ct vtl- liste erzielte Vereinbarung (Antrag der Majorität des Ausschusses) lautet nach der < .Darmst. Ztg.": I. Die Civilltste des jetzt regierenden Grotzherzogs Ludwig IV. wird für die Dauer dessen Regierung (gemäß des Art. 70 der Verfassungs-Urkunde) auf ' den jährlichen Betrag von 1,096,288 JL festgesetzt. II. Das großh. Palais zu Frankfurt a. M. wird mit bereits zugesagtem agnatischem Consens, unter Verzicht auf Wiederverwendung des Erlöses zum Grundstock Seitens des Landes und der Agnaten, veräußert, und der Erlös unter ständischer Controle der Art, daß derselbe in die Staats-Schulden-Tilgungs- Casse eingezahlt und von dieser seiner Bestimmung zugeführt wird, zur Abtragung folgender Verpflichtungen verwendet: A. der Verbindlichkeiten - der Civilltste, als: a. der Rest-Schuld des Cabir.ets-Anlehens von 1834 (25-Gulden- I Loose), b. der Rest - Schuld des 1855 der Civilltste gemachten Darlehens von einer । Million Gulden; B. der Schuld des verstorbenen Großherzogs: a. im Betrage von , 92 520 Jü 26 b. im Betrag von 171,428 57 $ unter gleichzeitiger Verwendung ; der zur Sicherstellung dieser Schuldposten deponirten Werthpaptere; 0. der Verbindlichkeiten des Großherzogs Ludwig IV.: a. aus der Restschuld des Avlehens von 300,000 jl, . d. aus der in England bewirkten Capital-Aufnahme von 160,000 Jt, c. aus dem Guthaben eines Bankhauses von 164,202 JL 21 jedoch mit der Maßgabe, daß, soweit < der Erlös aus dem Frankfurter Palais zur Tilgung dieser sämmtlichen Schuld-Posten - nicht htnreichen sollte, auS dem erzielten Erlös die Schuldposten in vorstehender Reihenfolge, soweit thunlich, abgeführt und die hiernach verbleibenden Schuldbeträge durch Veräußerung von Schatulle-Gütern, bezw. aus dem Allodial-Vermögen des Großherzogs , iu tilgen sind. Zu der unter II. A, B und C aufgeführten Vereinbarung kommen ; folgende wettere Vereinbarungen: 1) Der Verkauf des Frankfurter Palais muß binnen fünf Jahren vollzogen sein. 2) Die nach dem Regierungs-Antritt des Großherzogs fällig werdenden Zahlungen auf das Rothschtld'sche Anlehen vom Jahr 1834 (Fünfund- zwanztg-Gulden-Loose) und auf das Anlehen von 1855, von einer Million Gulden, werden gegen Verzinsung von drei Procenten bis zur Veräußerung des Frankfurter Palais innerhalb der oben bemerkten Zeit von fünf Jahren dem Großherzog aus dem Fonds für Ergänzung der großh. Haus-Domainen (Domainen-Acquisittons-Fonds) darlehensweise vorgelegt, wobei es dem Grobherzog anhetmgestellt bleibt, die Rückvergütung der Zinsen des Darlehens demnächst erst und zunächst aus dem Erlös des Frankfurter Palais eintreten zu lassen. 3) Die von den Agnaten des großh. Hauses für sich und die Wittwe des Prinzen Carl für Aufgabe ihrer eventuellen Rechte an das Frankfurter Palais und an die Domänen in den im Jahre 1866 neu erworbenen Landestheilen in Anspruch genommene Entschädigung von zusammen jährlich 21142 87 H durch welche Summe die dermaligen Apanagen und Deputate um je em Sechstel erhöht werden sollen, wird, wie unter HI. angegeben, aufgebracht. III. Bezüglich der Güter Hötensleben und Oebisfelde wird von dem Land deren Qualität als ftdetcom- missarisches Privat-Eigenthum des großh. Hauses unter Verzicht der Rechte des Landes, in der Hauptsache, sowie auf deren Revenuen und Renten-Briefe, soweit solche bisher von den Ständen beansprucht worden sind, anerkannt. Dagegen werden olle und rede sonstigen Domänen, welche mit den in Folge des Friedens-Vertrags vom 3. September 1866 neu erworberen Territorien angefollen sind, in ihrem damaligen Bestand, bezw. deren Surrogate, als Eigenthum des Landes (Landes-Eigenthum) anerkannt und demgemäß, soweit in Immobilien bestehend, in den Grundbüchern eingetragen. Außerdem zahlt der Grobberzog aus dem Reinertrag der Güter Hötensleben und Oebisfelde jährlich 21 142 .AL, welche zu der unter II, 3 erwähnten Entschädigung in der Art verwandt werden, daß bei dem Heimfall einer Apanage oder eines Deputates der Betrag der dadurch entfallenden Erhöhung dem Grobherzog beimfällt- IV Von Seiten des Grobherzogs wird auf die fernere Benutzung des Hofguttz Neu-Ulrichstein verzichtet Es geht dessen Verwaltung auf die Domanial-Behörde über, und es fließen künftig dellen Einkünfte in die Staatscasse. Betreffs der künftigen Verwendung des größeren Theils des Betrages der durch das Ableben des Prinzen Karl hinfällig gewordenen Avanage zum Witthvm für dessen Gemahlin und zur Erhöhung der Apanage des Prinzen Wilhelm wurde bestimmt: 1) daß der Frau Prinzessin Karl zur Fortbestreitung der Kosten des Hof- und Haushaltes auf weitere sechs Monate vom Todestage Ihres Kewabls, also biS zum 21. September, die demselben verwilligt gewesene Apanage, vom 21. September d.J. an aber 2) derselben ein jährliches Witthum von ^85 ^1' und 3) dem Prinzen Wilhelm zu seiner Apanage ein jährlicher Zuschuß von JL 10,285.81 aus Staatsmitteln ausbezahlt werde. Darmstadt, 24. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt, Beil. AsdarttsaOdirreaar Gartenstraße B. 165. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. «Gpedition«Hmmn Schulstraße B. 18. tuzeigen. Mädchen, in Küche ren, wird aus Jo- ir. Nr. 92,3. Stock. zesucbt im .Sltühenbos." ^ßtskllk tu Lohn in Wt Weber, Nrr in Mendura. )rcM Mädchen cur nb Nchenarbeit ce- , her Exo^d. d. ÖÖÖÖÖCÖÖQÖCg eben Freunde § ......-8 Geburtstage die Q A. B. q am 15. April wurde dem Schulamts-Aspiranten Friedrich Müller aus Pfaffen- Beerfurth die Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Sorg übertragen. 11. Dienstentlassung. Am 13. März wurde der Schullehrer an der Gemeinde-Schulstelle zu Bleidenrod Wilhelm Meyer mit Wirkung vom 1. Juni 1878 an auf sein Nachsuchen aus dem Dienste entlasten. 12. Ruhestandsversetzungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 3. April dem Polizei-Jispector bei der Polizei-Verwaltung der Stadt Bad Nauheim, Polizetrath Friedrich Gleim, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und eifrigen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai 1878, am 10. April den Hauptstaatskafle- Dtrector Ernst Fetdel, und den Steuerausseher Karl Friedrich Dieffenbach. letzteren auf sein Nachsuchen, am 13. April den Oberrechnungsrevtsor bei der zweiten Abtheilung der Justificatur der Oberrechnungskammer Gustav Ludwig August Valentin Dittmar, auf sein Nachsuchen ohne Pension, in den Ruhestand zu versetzen. Am 19. April wurde der Schullehrer Georg Nack an der zweiten Kna- benklafle der Gemeindeschule zu Heppenheim, auf sein Nachsuchen, in den Ruhe- stand versetzt. 13. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu Nieder-Hilbersheim mit einem Gehalt von 771 oft 42 H ; die erste Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Nidda mit einem Gehalt von 857 JL 14 Dem Stadtvorstand zu Nidda steht das Präsentationsrecht zu; die neu errichtete zweite evangelische Schulstelle zu Bensheim mit einem Ansangsgehalt von 1028 cX 57 H. 14. Sterbefälle. Gestorben sind: am 18. April der Landrichter t. P. Friedrich Harbordt zu Friedberg; am 22. April der Krtegsministerial-Kanzlei secretär i. P. Heinrich Stamm zu Darmstadt; an dems. Tage der evang. Pfarrer Jacob Friedrich Böhler zu König; am 23. April der Oberförster Wilhelm Kallenbach zu Schotten; am 29. April der Gymnasiallehrer Prosesior Dr. Franz Blümmer zu Büdingen; am 30. April der Lehrer i. P. Johann Martin Zöckler zu Grünberg; am 7. Mai der Landgerichtsactuar Jacob Jöckel zu Ortenberg. Berlin, 25 Mat. Die Voruntersuchung wider Hödel am hiesigen Stadtgericht ist, soweit dieselbe den gegen den Kaiser gerichteten Mordversuch betrifft, nunmehr beendigt, und die Acten werden voraussichtlich anfangs nächster Woche der Ober-Staatsanwaltschaft beim Kammergertcht zur weiteren Veran- laffung in dieser Sache zugehen. Nach den während der Voruntersuchung erfolgten Ermittelungen in Bezug auf das Attentat ist nicht der geringste Anhaltspunkt für die Annahme, daß noch andere Personen außer Hödel an dem Attentat direct betheiligt sind, vorhanden, und die Staatsanwaltschaft hat es aufgegeben, nach dieser Richtung hin wettere Ermittelungen anstellen zu lasten. Dagegen sind in der Voruntersuchung dafür, daß Hödel den Mord schon einige Zeit vorher geplant hat, besonders folgende drei Thatsachen ermittelt resp. festgestellt worden: erstens hat, wie zeugeneidlich feststeht, Hödel in einer Volksversammlung, welche in Schkeuditz bet Leipzig stattgefunden hat, mehrere Sätze ausgesprochen, in welchen er seine „Feindschaft" gegen den deutschen Kaiser hervorhob. Ferner spricht er in dem an seine Mutter einen Tag vor dem Attentat gerichteten Briese die Absicht aus, zu einer verhängnißvollen That zu schreiten; am gravirendsten sind jedoch seine bekannten Aeußerungen dem Photo : graphen gegenüber, wonach dieser mit seinem Bilde binnen Kurzem ein gutes Geschäft machen werde. Diese letztere Thatsache wird übrigens von Hödel zugestanden, mit der Motivirung, daß er bei dieser prahlerischen Aeußerung sick- gar nichts gedacht habe. — Trotzdem nach den erwähnten Ermittelungen das Attentat ausschließlich von Hödel ausgegangen ist und andere Personen daran nicht betheiligt sind, das gerichtliche Verfahren also mit besonderen Schwierigkeiten zur Klarlegung der Thatsachen nicht zu kämpfen haben wird, so wird doch der Staatsgerichtshof die Sache an sich ziehen und seinem Urtheilssenate zur Aburtheilung zuwetsen. Die Ober-Staatsanwaltschaft beim Kammergertcht beabsichtigt gutem Vernehmen nach von dem ihr zustehenden Recht, die Verweisung der Sache an daS hiesige Schwurgericht zu beantragen, keinen Gebrauch zu machen, weil das Gesetz vom 25. April 1853 als Regel hinstellt, daß der Staatsgerichtshof über Hoch- und Landesoerrathssachen entscheide, und zu einer Abweichung von dieser Regel in dem vorliegenden Hochverrathsprozeß keine Veranlastung vorliege. Dagegen werden von dem Verfahren bei dem Staatsgerichtshof die von Hödel begangenen concurrirenden Verbrechen der versuchten Tödtung bei seiner Verfolgung ausgeschlosten sein, weil diese begleitenden Verbrechen weder für die Entscheidung in der Hauptsache, noch für die Strasab- mestung — Im vorliegenden Fall kann bei einer Verurtheilung nur auf eine Strafe, und zwar auf den Tod des Attentäters erkannt werden — von Bedeutung sein können. Die mündliche Verhandlung vor dem Staatsgerichtshofe wird voraussichtlich öffentlich statifinden. (N. Frkf. Pr.) Berlin, 25. Mai. Einer Petersburger Correspondenz der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge scheine in Folge der Freisprechung der Vera Saffulitsch der Justizminister Graf Pahlen entschlosten, vom Amte zurückzutreten. Als wahrscheinlicher Nachfolger werden genannt der Reichsraths- und Staatssecretär Solski, der Geheimrath Nabokoff, der Gehülfe des Domänen-Ministers Fürst Lieven, der Geheimrath Pobedonstzoff und der Gehetmrath Kluschin. Oesterreich. Wien, 25. Mai. Die heutigen Blätter registriren sämmtlich die günstigen Chancen des Congreffes. Die „Preffe" sagt: den Erfolg, daß der Eongreß gesichert, keineswegs unterschätzend, darf man sich doch nicht verhehlen, daß der Eongreß noch nicht der Friede ist und daß, wenn je, jetzt dringende Vorsorge zu treffen ist, damit der Friede sich den Interessen unserer Monarchie entsprechend gestalte. — Die „Neue fr. Preffe" meint gleichfalls, der Friede sei noch keineswegs gesichert, eher der Eongreß. Aber selbst dieser sei noch nicht über jeden Zweifel erhaben, da bisher die Bestätigung fehle, daß Rußland die englische Forderung angenommen, die Discussion aller Friedensartikel zugegeben habe. — Die „Deutsche Ztg." schreibt: die größere Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß, wenn es gelingen sollte, den Eongreß zusammenmbringen, dieser erfolgreich sein und den Frieden wahren würde. — Das gestrige Telegramm der „Polit. Corresp." aus Cattaro wird durch eine Meldung des „Fremden- blattes" aus Ragusa dahin ergänzt, daß man auf Beilegung der montene- grinisch-türkischen Differenz durch eine Zusammenkunft der beiderseitigen Ober- commandanten hoffe. Wien, 25. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest: In Folge der Weisungen des russischen Hauptquartiers sind von dem die Linie Giurgewo-Bukarest besetzt haltenden 11. Armee-Corps bereits 5 Geschützbarte- nen nach Rrszrad abgerückt, wohin noch weitere Truppenabtheilunzen dlrtgirt werken sollen. Die Bewegungen lassen auf Oie ernste Disposition des General Toileben schließen, nötigenfalls vor Allem die Räumung Schumlas mit Ge- walt durchzusetzen. — Die „Polit. Corr." meldet ferner aus Konstantinopel vom 24. d.: Nach allerlei Anzeichen gehen jetzt die Ruffen jeder neuen Compltca- tion vor Konstantinopel mit einer gewiffen Befliffenheit aus dem Wege. Man glaubt, die Ruffen werden auch den Kampf mit den aufständischen Lazen bet Batum vermeiden, obschon sich letztere bereits zu ansehnlichen Haufen gesammelt haben, welche sich noch täglich vermehren. — Die „Preffe" schreibt: Officielle Mittheilungen über Schuwaloff'S Anerbietungen in London sind zwar bisher hier nicht eingetroffen, lndeß sind die hiesigen Regierungskreise soweit informirt, daß man den Eongreß als gesichert betrachtet. Kuglaud. London, 25. Mai. Dew gestrige Cabinetsrath, welcher die Vorschläge Lchuwaloff's berielh, dauerte 3 Stunden; heute wird die Berathung fortgesetzt. — „Standard" äußert: er könne mit ziemlicher Zuversicht die Mittheilung wiederholen, daß man im Begriff sei, die Schwierigkeiten zu heben und daß die Friedensaussichlen günstiger seien als seit geraumer Zeit. London, 25. Mai. Im gestrigen Mlnisterrathe wurden die von dem Grafen Schuwaloff überbrachten Vorschläge der russischen Regierung berathen. Wie man wiffen will, dürfte die Entschließung der britischen Regierung über die vorliegenden russischen Propositionen zu einer bestimmten Entscheidung führen. — „Reuters Büreau" meldet: Die Admiralität hat die Direction des Arsenals in Chatham benachrichtigt, daß bei der Vervollständigung der Ausrüstung der Panzerschiffe nicht mehr so große Eile, als früher anbesohlen wurde, nothwendig sei. Spanien. Barcelona, 24. Mai. Etwa 30 Individuen, die sich Republikaner nennen, sind in die Provinz Gerona etngedrungen. Dieselben werden lebhaft verfolgt. Im übrigen Catalonien herrscht vollkommene Ruhe. Außland. Petersburg, 25. Mai. Fürst Gortschakoff ist von Neuem durch einen heftigen Gichtansall am linken Fuße heimgefucht und muß wegen großer Schmerzen und eingetretenen Fieberzustandes wieder das Bett hüten. — Nachdem die Regierung die Nothwendigkeit anerkannt hat, die Abur- theilung politischer Attentate und Gewaltthätigkeiten gegen Beamte in der Ausübung ihrer Dienstpflicht der Competenz der Schwurgerichte zu entziehen, ist man jetzt mit der Ausarbeitung der entsprechenden Specialentwürfe beschäftigt. Telegraphische Depeschen. Wagner'» telegr» Eorresp-ndenr vurea«» Paris, 26. Mai. Eine Note des „Journal des Dckbats" sagt: Die Reise des Grafen Schuwaloff hatte einen der befriedigendsten Erfolge: Rußland erklärt sich einverstanden, den Vertrag von San Stefano auf den Tisch des Congreffes zu legen. Alle Mächte haben zugestimmt, daß die erste Zusammenkunft der Congreßmächte in Berlin am 11. Juni staitfinden wird. — Die „Agence Havas" meldet aus Ragusa: Montenegro hat Mannschaften zur Ablösung der entlang der Demarcationslinie lagernden Truppen einberufen. Anderweitige militärische Maßregeln wurden in Montenegro nicht getroffen. — Aus^ Athen meldet die „Agence Havas", daß auf den britischen Consul in Kreta, Sandwith, von türkischer Seite geschoffen wurde. Der Consul blieb unverletzt. Wien, 26. Mat. Die „Preffe" meldet: Der österreichische Finanzminister wird den zuletzt im März prolongirten Rest von 10 Millionen Gulden auf den von der Nationalbank reeScomptirten Staatsvorschuß (25 Millionen Gulden) nicht mehr erneuern, sondern in zwei Raten am 8. und 16. Juni zurückzahlen. London, 26. Mai. Der „Observer" erklärt die gestrigen Gerüchte von beabsichtigten Demissionen im Cabinete für unwahr. Der Staatssecretär des Krieges, Stanley, wohnte dem gestrigen Cabinetsrathe nicht bei. Abweichend von den Pariser Nachrichten, will der „Observer" wiffen, daß bezüglich der Vorschläge des Grafen Schuwaloff noch kein definitiver Beschluß der britischen Regierung gefaßt worden sei, doch hätten sich die Aussichten auf eine Verständigung in keiner Weise vermindert. Das deutsche kronprinzliche Paar wohnte der gestrigen Parade zu Ehren des Geburtstages der Königin bei und erschien bei dem Empfange der Marquise von Salisbury Der Kronprinz nahm an einem Diner im auswärtigen Amte bei dem Marquis von Salisbury Theil, wozu auch die fremden Botschafter geladen waren. Der Prinz von Wales war durch eine heftige Erkältung an's Zimmer gefeffelt und wohnte weder der Parade noch dem Banket bei Lord Beaconsfield bei. Konstantinopel, 26. Mai. Mahmud Damat Pascha ist zum Sera-- kier ernannt worden. — Die Ruffen haben durch ihre letzte militärische Bewegung ihre Truppen noch näher an Konstantinopel herangeschoben, aber nirgend- die türkischen Linien überschritten. — Viele Aerzte aus türkischen Spitälern traten in russische Dienste. New'Uork, 26. Mai. Ein Orkan (Tornado) richtete in Wisconsin großen Schaden an Eigenthum und Saaten an. Es heißt, daß viele Personen getödtet oder verletzt worden seien. Paris, 26. Mai. Die „Agence Havas" meldet: Das Einvernehmen zwischen Rußland und England wird bestätigt und hinzugesügt: Deutschland werde die Einladungen zum Congreffe erlaffen, sobald die Zustimmung aller Mächte eingelaufen sein werde, was wahrscheinlich morgen der Fall sei. Erwartet würden noch die zustimmenden Erklärungen Oesterreichs, Italiens und der Türkei, lieber die Grundlagen der Verständigung und über die Einladungsformel sei Näheres nicht bekannt. Vermischtes. Mannheim, 13. Mai. Der „Bad. Beob" berichtet Folgendes! In vorletzter Nacht ist dahier die Wtrthschaft „zur Landkutsche" ntederaebrannt. AlS die Flamme an dem auf dem brennenden Hause befindlichm Storchm-Nest emporschlug, flogen die -EÄ Franks^ ÄÄ KE 4 5-6 P-r100 ggtü """sie 8W» «imtni M« Pf* S w Ä,lanb iwttw > AeilS 3315) 80 Ctr. strob (Handdrusch. Wcres bei$ TaÄ 3301) Ich empf Pfeffernüsse in b Pkagenbrod u. f. Stand —3298) Italiener" zu verkaufen. Näb ~ 3317) Eine gri billig zu verkaufen. Z. Rothe Hemn-Sc sowie Sonne En-tout- manden empsiel Preisen 3314) 3318) Den gei Qitfjtn unb Umgefli -rbenst an. daß ich Markt, Mittwoch mit einer großm 9 Schuh komme und auch bi' ta hochfeinen Dav mefrlletteu mitbr jr, um wegen h < bedeuten "blliig wie not Mein Stand ist n Schuh. von Philipp Tc —___ou£ Sottitnttunttthi » M unb | Mb M Preise. Hä 2®.''S 2224) hat stpiWl m »vci * i,f bltfe rv’Äs *" Snbltnf 1) Mittwoch den 3. k. M. in den Districten Buchwaldskopf, Heiligenberg, Dingerwald, Tränkkopf, Steinberg und Seilbach bei Lumda Eichen-Stärnme von 17—41 cm Durchrn., 8—14 m Länge — 9 3313) (?tn fleißiger, solider Gartner wird auf JahreSstelle gesucht. Wo? sagt d. Exped. 3316) Wettzbindergesillen u. Handlanger finden dauernde Beschäftigung bei Earl Steinmüller I., Heuchelheim. „ 30-67 „ „ 15-34 „ „ =80 10-20 „ „ = 75 „ ZLesoudere Bekanntmachungen Holzlieferung. 3226) Der Bedarf an Brennhol; für Großherzogliches Hofgericht dahier pro 1878/79, bestehend in 80 Rmtr. Buchen-Scheitholz, soll Samstag den 1. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr, im Hofgerichts-Canzletgebäude in Accord gegeben werden, was hiermit zur Kennt- niß der Jntereffenten gebracht wird. Gießen, den 22. Mat 1878. Im Auftrag Großherzogl. Hofgerichts: Böger, Hofgerichts-Protocollist. 12. Gextingfext des Lahnthal-Zängerbundes. Für die Dauer des Festes sind im Os w cild'schen Garten 8 Wirthschafts- buden von 80' Länge und 36' Breite, sowie eine Conditorei und eine Waffer- bude vorgesehen. Hiesige Reflectanten werden gebeten ihre Meldungen bis Dienstag den 28. d. Mts., an unterzeichnete Wirthschaftscommisston gelangen- zu laffen, welche dieselben dem ganzen Comit6 zur Begutachtung vorlegen wird. Die Wirthschaftscommisston: Dr. A. Mettenheimer, Otto Kemps, A. Oppenheimer, Louis Textor, 3252) Ang. Weidig.__________ Bekanntmachung. 3303) Ein zum Dienst untauglicher Faffelochse, steht bei hiesiger Gemeinde zu verkaufen. Lollar, den 25. Mai 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar. Fuchs. Bezuanehmend auf Obiges bringe «ein reichhaltiges taget von feinen Gold-, Glanz-, Matt- und Naturell-Tapeten, sowie Zimmern Einfassungen, als „Ecken und Fries" in geneigte Empfehlung, und mache ich namentlich auf billigste Preisnotirung bei vorzüglicher Ausführung aufmerksam. Georg Schultheis, Marktstraße. = 80 „ „ Derbstangen. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an den s. g. Lichten Eichen. 2) Donnerstag den 6. k. M. in den Districten Schmidtbusch Commis-Gesuch. 3309) Für eine Cizarrenhandlung wird ein junger Mann mit schöner Handschrift, einerlei welcher Confession, zu alsbaldigem Eintritt gesucht und «hatten Solche, welche schon in dieser Branche gereist, den Vorzug. Schriftliche Offerten sind unter K. an die Exped b. Bltts. einzureichen.__________ 3208) Den Herren Schuhmachern empfehle mich hiermit bestens im Anfertigen aller Sorten Zeug- u. Lederscbäften und bitte um geneigten Zuspruch. Wilh. Monter. Wohnung lleuenweg »m Hause der Frau J. Schäcker Ww. 3245) (Stut Schcnkamme gejucht. $)q* Nähere in der Exped. d. Bltts___________ 3246) Eme geübte Maschinen-Näherin auf Weißzeug gesucht. Zu erfragen in der Expe^. b. Bltts. 178) Reparaturen an Nähmaschinen schnell, out und billigst. 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Blitz. 1684) Der zweite Stock meines Houses ist zu vermiethen und aus Wunsch alsbald zu beziehen. G MalkomefiuS II. 2868) Der 3. Stock meines Hauses, — 5 geräumige Zimmer mit Zugetör — per 1. August zu vermiethen. Dr. Dornseiff 2915) Ein fieundl'-ch möbltrteS Zimmer zu vermiethen bei Valentin Herdt, Glaser, Wallthorstr. 145. 3081) Em Familtenlogis, aus 4 Zimmer bestehend, ist zu vermiethen. Schloßgasse Nr. 258. 3244) Die Parterre-Wohnung meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern nebst Zubehör ist per 1. August zu ve-mieihen. ___________________Louis Scheid. 3070) Ein freundliches Familieniogis, bestehend in 3 Zimmern, Küche rc., ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. Näheres Sonnenstraße 104. In der Schulstraße ist ein Familienlogis von S Zimmern nebst Zugehör zu vermiethen und im Juli beziehbar. Nahe- res in der Exped. d. Bltts. 2085) Em Lagerraum zu vermiethen. Wallthorstraße 66. 3242) Ein gut möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. P. Frank, Sonnenstraße. 3268) Ein kleines Famittenlogis und ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei ___________Gustav Eger, Lindenplatz. Durch Wegzug der Frau vr. Dickm ann ist der untere Stock meines Hauses, im Ganzen oder getrennt, zu vermiethen- 3293) Jacob Reiber, Gartfeld. Rm. Pf. 20 Francs-Stücke . . . 16 20—24 do. in r2 . 16 20—24 Englische Souvereigns 20 32—37 Russische Imperiales . . 16 66—71 Holländische fl. 10-Stücke 16 65 Ducaten......• 9 52-57 Dollars in Gold . . . 4 17-20 Scheiter u. Knüppel Reiser Stöcke Rau m m e ter Buchen 630 650 160 Eichen 8 20 1 30 Nadelholz 450 300