1879. Freitag, den 29. November r. 379 Meßmer 'Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Gießen (5660 Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. eml«'1'" ♦ kbcnd: is. Solper. t Mvn mit W. mW ten W^arenge- >. K 7286 tut Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringerlohir» Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ’ (rfW* «*» 5 * It Redaetionsbirreaur 1R xxpeditlonsburean- I ®$utftr"’’c B' ,R' er «chW ihnachten in 'ein, antike ißtn in (ein rbeiten. w vhauer. nrdlnsürlA ,afte Mit wird aust .„z MeEM. und-, ich dem IW" nkleide» »»* vor W ,tung«wfl grMf£* 98,509,686 Mk. 2-Markstück-, 149,660,420 Mk. 1-Markstück-, 71,486,388 Mk. 50-Pse>migstücke, 35,717,718 Mk. 20 Pfg. 20-Pfenntgstücke. Die G-samml- ausprägung an Goldmünzen betrug: 1,661,413,245 Mk.; an Silbermünzen: 427,026,627 Mk. 20 Psg. Frankfurt, 26. November. Wie die „Parole", die amtliche Zeitung des deutschen Kriegerbundes, meldet, wird der mehrfach angekündigte Abgevro- netentag sämmtlicher deutscher Kriegervereine behuss Gründung eines allgemeinen deutschen Kriegerverbandes wahrscheinlich am 15. December in Frankfurt a. M. unter Vorsitz des Generals v. Glümer stattfinden. Die Bayern haben sich, wie immer, ausgeschlossen. Dennoch hat man sichere Nachrichten, daß der Kaiser das erbetene Protectorat über die große Vereinigung annehmen wird. Am denkwürdigen 18. Januar hofft man die Thatsache der Vereinigung und der Uebernahme des Protectorates durch Se. Maj-.stät proclamiren zu können. Der Ordnung wird damit eine Armee von mindestens 250,000 gedienter Krieger im Bürgerrock gewonnen sein. Hesterreich. Wien, 25. November. Meldungen der „Polit. Corrcsp." Aus Konstantinopel, 24. d. Die Verhandlungen zwischen der Pforte und Zichy betreffs der Beietzung des Dtstrtcts Nvvtbazar dauern fort; die Pforte beschloß, dieselbe unter der Bedingung zu acceptiren, daß Oesterreich-Ungarn aus Verlangen der Psorte drei bestimmte strategische Punkte im District räume und von türkischen Truppen besetzen laste. — Die Pforte gab Griechenland von ihrer Bereitwilligkeit Kenntniß, bet der Gebietsabtretung in Thessalien über den Salambria-Fluß hinauszugretfcn. Griechenland beharrt auf der Grenzregulirung nach Vorschrift des Berliner Vertrages. — Zur Erleichterung der Regelung der Frage wegen der Uebergabe von Podgvritza beschloß die Pforte die Abberufung des General-Gouverneurs in Skutari Hussein Pascha. — Aus Bukarest vom Heutigen. Nach dem Stande der Verhandlungen mit Rußland erfolgt der Einmarsch der Rumänen in die Dobrudscha voraussichtlich am 26. d. Für den Fall unerwarteter Schwierigkeiten würde die Regierung eine Note an die Signatar- Mächte richten und in der Thronrede am Mittwoch die russischen Ansprüche bekanntgeben. Wien, 26. November. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 26. d.: Der griechische Gesandte hat von Savfet Pascha die Zusicherung erhalten, daß die türkischen Delcgirten für die türkisch-griechische Grenzregulirungs-Commtssion noch im Lause der Woche ernannt werden sollen. _ In den von russischer Sette besetzten türkischen Ortschaften werden die türkischen Beamten zurückgewiesen. — Midhat Pascha, welchem die Pforte bedeu- tete, auf den beabsichtigten kurzen Aufenthalt in Konstantinopel zu verzichten, ist in Beyruth eingetroffen. An die Stelle des abbcrufenen Huflein Pascha, des Vertheidigers von Saturn, werde Ferik Arif Pascha zum Civil- und Militär- Gouverneur von Albanien ernannt. — Derselben Correspondenz wird aus Bukarest von heute gemeldet: Der Fürst von Rumänien ist in Begleitung des Ministerpräsidenten Bratiano heute Morgen in Braila eingetroffen und enthusiastisch empfangen worden. Der Ucbergang der rumänischen Truppen über die «»b ihren, :nNn8, Deutschland. Darmstadt, 27. November, Vorm. 10 Uhr. Se. König!. Hoheit der Großhrrzog sind jetzt so wett in der Genesung vorgeschritten, daß von heute an die regelmäßige Ausgabe der Bulletins aufhören wird. Der Krästezustand des Hohen Patienten läßt noch viel zu wünschen übrig. Es ist deshalb gegenwärtig nur eine langsame Wiederherstellung des vollständigen Gesundheitszustandes zu erwarten. Auch das Befinden Se. König!. Hoheit des Erbgroßherzogs und Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Irene hat sich so gebessert, jdaß von heute an keine weiteren Bulletins erscheinen werden. Dr. Eigenbro'.dt. Dr. Jäger. Daiwstadt, 26. November. Nach einer Verordnung von 1825 sollen Kinder aus gemischten Ehen der Religion des Vaters folgen, wenn bezüglich der religiösen Erziehung in den Eheverträgen nicht eine andere Vereinbarung getroffen. Letztere Bestimmung hat sich in der Praxis vielfach als ungerecht- iertigte Einschränkung der väterlichen Rechte erwiesen, weshalb die Regierung dem vorigen Landtage ein Gesetz über die Ausübung des Erziehungsrechtes in Bezug auf die Religion der Kinder vorlegte, dessen Annahme am Widerspruch der ersten Kammer scheiterte. Dem neuen Landtage ist nunmehr ein geänderter Gesetzentwurf vorgelegt worden, wonach das Bestimmungsrecht über die religiöse Erziehung der Kinder bis zum zurückgelegten 14. Jahre bei ehelichen und lkgitimirten Kindern den Eltern — wobei im Falle von Meinungsverschieden- bkiten der Vater entscheidet — bei unehelichen Kindern der Mutter zusteht. Der betr. Elterntheil kann auch eine Aenderung seiner Bestimmung vornehmen, dasselbe Recht hat eine Mutter, wenn auf sie das Recht der Erziehung Hergegangen, mit Genehmigung der Obervormundschafts-Behörde. Aehnliche Grundsätze gelten bei Waisen. Alle gegentheiligen Verabredungen sind rechtlich unwirksam. Darmstadt, 26. November. Das ausgesprengte Gerücht, welches auch von vielen auswärtigen Zeitungen reproducirt wurde, Kriegsrath Wiegand sei begnadigt, bestätigt sich nicht. (Neue Hess. Volksbl.) Berlin, 26. November. Die Studirenden der Universität und die der Lau-, Berg-, Gewerbe- und Kunst-Akademie beabsichtigen am Tage der Wieder- lunft unseres Kaisers einen gemeinschaftlichen Commers Sr. Majestät zu Ehren abzuhalten. Da aber kein Local zu finden ist, welches sämmtliche Theilnehmer, klwa 5000, bergen könne, so sind die Hochschulen übereingekommen, den Commers getrennt zu feiern. Die vier Akademien haben die Räumlichkeiten des Tivoli-Etablissements in Aussicht genommen und haben die anderen elf techni- \ Ihen Hochschulen Deutschlands eingeladen. — Der Oberpräsident von Ostpreußen hat die Beschwerde der Königsberger Stadtverordneten wegen der i Entfernung der Büste Jacoby's aus ihrem Sitzungssaals als ungerechtfertigt Donau wird 3 Tage dauern. Pesth, 26. November. Die österreichische Delegation beschloß, den Bericht des Budget-Ausschusses, betr. die Vorlage wegen der Nachtrags-Credite sür die Occupation pro 1878, auf Ersuchen des Ministers des Aeußern von der Tagesordnung abzusetzen, da der vom Budget-Ausschusse beantragte Beschluß bei seiner hohen Wichtigkeit die Berathung der Räthe der Krone noth- wendtg mache. Der Bericht wird demgemäß aus die Tagesordnung der sür Donnerstag eventuell Freitag anberaumten Sitzung gestellt. Dänemark. Kopenhagen, 26. November. Der Landsthtng beschloß einstimmig nach zweiter Lesung die Annahme der Vorlage, welche St. Croix des Beitrags zu den Staatsausgaben interimistisch enthebt. Die vormaligen Minister Gras Frys und Krieger sprachen sich unter allgemeiner Beistimmung der Versammlung sür Billigung der Haltung aus, welche die Regierung Westindien gegenüber beobachtete und warnten vor einer parlamentarischen Kraftprobe in einer solchen durch unvorhergesehene- Unglück hervorgerufenen Angelegenheit. ■ jurückgewiesen. — Der Vorstoß gegen Afghanistan Seitens der Engländer scheint mit «Her Energie vor sich zu gehen. Bereits sind drei Forts : das von Ali-Musjid, tag Fort Rapion und das Fort Amadshand, den Afghanen entriflen. Da Letzi-re sich indeß in allen drei Fällen ohne Kampf zurückzogen, so ist bis jetzt ein Naßstab sür ihre Widerstandskraft nicht gegeben. Wie es heißt, liegt es im Plane der Engländer, sür diesen Herbst noch die Forts von Khurum und Kan- Ichor w nehmen, um für die im nächsten Frühjahre gegen Kabul beginnenden Operationen eine sichere Basis zu haben. Diese beiden Punkte in Verbindung Mit dem bereits genommenen Ali-Musjid sperren nämlich di- drei Hauptern- sillSstraßen nach Afghanistan, welche sich sämmtlich bei Kabul vereinigen. Die nördlichste Straße führt von Peshawer am Indus über Ali-Musjid und durch sie Khyber-Päflc an Dschellalabad vorbei nach Kabul, di- mittlere Straße geht ; tom Indus das Thal des Khurum-Fluffes aufwärts über die gleichnamigen Söffe ebenfalls nach Kabul; die dritte Straß- endlich hat ihren AuSgangs- tzivkt in Quettah, wo sie durch den Koluk-Paß nach Kandahar und dann nach Berlin. In den deutschen Münzstätten sind bis zum 16. November 1878 geprägt worden, an Goldmünzen: 1,243,308.820 Mk. Doppelkronen, ; 390,134,580Mk. Kronen, 27,969,845 Mk. halbe Kronen; hiervon auf Prwatrech- nuug: 341,962,720 Mk.; an Silbermünzen: 71,652,415 Mk. 5-Markstücke, Großherzogliches Ministerium des Innern hat genehmigt, daß im Frühjahr und Herbst 1879 je ein Fohlen- und Pferdemarkt in Darmstadt abgehalten wird und mit diesen beiden Märkten Verloosungen von Fohlen und Pferden, dann von Pferdegeschirren, landwirthschaftlichen Gerathschasten, sow'e Dem vorgelegten Verloosungsplane gemäß sind bei jeder der zwei Verloosungen höchstens 20000 Loose — das Loos zu 2 auszugeben und Wenigstens 65% der Brutto - Einnahmen zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden und ist der Vertrieb der fraglichen Loose für den Umfang vts Großherzogthums gestattet worden. Gießen, den 27. November 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. en. b Ahnden- Mandluno io ..Zubehör, ist fe- JW LLohne. .'ogisistzuvkr- Fet, Mnbngnstr. ru vermieten. etJMa M möbltrteS JB. 1656/t0.__ eigen, nlt rothm W. «10 Musen, ben 81t D, 217. Kngkand. London, 26. November. Eine Spectalsusgabe des „Daily Telegraph" bringt das folgende Telegramm aus Dakka von gestern früh: Die Division Brown ist in Lundikhawe angekommen und alsbald auf Dakka vorgerückt, wo sie am 24. d., Mittags, eintraf. Die Afghanen hatten das Fort geräumt. Die Einwohner erheben sich gegen die flüchtenden afghanischen Truppen und berauben dieselben. Es geht das Gerücht, Djellalabad sei geräumt und die Garnison auf Kabul zu geflohen. — „Standard" meldet die Zahlungseinstellung von Fenton & Sons, Privatbank in Rochdale-Heywood. Die Passiva allein in Rochdale werden aus 500,000 L. angegeben. — In Ali-Musjid wurde eine Anzahl verwundeter und kranker afghanischer Soldaten vorgesunden. Die Kavallerie -Abthellung unter Macpherson stellte bei Ali-Musjid am 22. d. die Verbindung mit der Division Brown her. Die Division von Quettah unter Biddulph besetzte heute Pischina. — Graf Schuwaloff hat gestern eine lange Unterredung mit Lord Salisbury gepflogen. — Am Donnerstag findet wieder ein Cabinetsrath statt. — Die Führer der Opposition haben ein Meeting abgehalten, in welchem sie die Erklärung abgaben, daß die Angabe in Lord Cranbrooks Depesche, welche der früheren Regierung die Verantwortlichkeit für den afghanischen Krieg auflade, ungegründet und seine Darstellung der Sache unvollständig sei. — Der Herzog von Connaught ist nach Berlin abgereist. — Derj„Daily Telegraph" dementirt aufis Positivste die Gerüchte von einer Spaltung im Cabtnet. — Der „Daily News" zufolge wäre Sir Thomas Wade, der britische Gesandte in Peking, angewiesen worden, sich nach Lahore zu begeben, um mit Lord Lytton in Betreff der Haltung Rußlands und Chinas hinsichtlich Kaschgars zu conferiren. Nußland. Petersburg, 26. November. Die Departements des Reichsraths haben die Beratungen über die neuen Steuervorschläge des Finanzministers begonnen. — Die Berufung Dondukoff's nach Livadia war veranlaßt durch den Willen des Kaisers, dem Fürsten ausdrücklich auszusprechen, daß er sich aller zweideutigen Aeußerungen gegenüber Bulgaren enthalte und sich strikt an die Instructionen halte, welche ihm betreffs der Organisation Bulgariens in Ausführung des Berliner Vertrages erthetlt worden sind; er habe darüber im persönlichen Verkehr mit Bulgaren keinen Zweifel zu lassen. — Nack der Rückkehr des Kaisers hierher dürsten die Personalangelegenheiten hinsichtlich der Besetzung höherer Verwaltungs- und Diplomaten-Stellen zur Entscheidung kommen. Schon jetzt kann versichert werden, daß die Behauptung von einem Tausch zwischen Novtkw und Schuwaloff in den Bereich schwebender Fragen gehöre. Die Behauptungen von Wiener Correspondenten, daß zwischen der Pforte und Rußland auf Abschluß eines definitiven Friedensvertrages verzichtet sei und daß dafür die Pforte die durch den Berliner Vertrag nicht aufgehobenen Bestimmungen des Vertrages von San Stefano lediglich bestätigen werde, werden von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. — Mit heute beginnt die Uebergabe der Dobrudscha an Rumänien. — Der „Regierungsbote" meldet: Der Canzleichef der dritten Abtheilung der geheimen Canzlei des Kaisers, Schulz, ist wegen gänzlich erschütterter Gesundheit von seinem Posten zurückgetreten. Men. Bombay, 26. November. Der „Pioneer" meldet: Die erste Brigade der Colonne von Thull ist in Kazarpis, die zweite in Amadshama angekommen. Die Vorhut soll ihren Vormarsch nach dem Khurum-Fort Halbwegs zurückgelegt haben. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ein guter. Telegraphische Depeschen. Magirer's telegr. GorrrspOtt-etez-W«re«v. Berlin, 27. November. Abgeordnetenhaus. Vor Eintritt in die Tagesordnung theilte der Präsident das Antwortschreiben Sr. Mas. des Kaisers auf die Condolenz- und Glückwunsch- Avresie des Gesammtvorstandes des Hauses mit; bet Verlesung dieses von Wiesbaden, 26. ds. dattrten Schriftstückes erhoben sich die Abgeordneten; dasielbe lautet: Ich habe den vom Ge- sammtvorstand des Abgeordnetenhauses unterm 20. ds. Mir gewidmeten Zuruf gern entgegengenommen. Es hat Mir herzliche Freude bereitet, daß das Abgeordnetenhaus seine Thättgkeit in der gegenwärtigen Landtagssession damit begonnen hat, Mir eingedenk des herben Geschickes, das Mich im Laufe des Jahres heimgesucht, wie aus Anlaß Meiner glücklichen Genesung warme Theilnahme zu bekunden. Mit innig empfundenem Danke erkenne Ich in Ihrer Aufmerksamkeit den Ausdruck der Anhänglichkeit, von der die Vertreter des Landes für Meine Person und Mein königliches Haus erfüllt sind. Je tiefer Ich von der Aufrichtigkeit derselben überzeugt bin, mit desto größerem Nachdruck kann Ich die in der Adresie ausgesprochene Annahme bestätigen, daß gegenüber den schmerzlichen Erfahrungen dieses Jahres die zahllosen Beweise von der Treue, Liebe und Hingebung des Volkes Mein Gemüth dankbar aufgcrichtet und Meinem Herzen zu köstlichem Tröste gereicht haben. Gestärkt und gehoben durch dieses Vertrauen gedenke Ich nach der von der göttlichen Vorsehung nunmehr beschiedenen Wiederherstellung bald in Meinen fürstlichen Beruf zurückzukehren, dem Ich Mich um so lieber wieder hingeben werde, als Ich sicher bin, bei dem Hause der Abgeordneten dem ungetrübten Verständniß Meiner der ruhigen Entwickelung des Vaterlandes gewidmeten Bestrebungen zu begegnen. Berlin, 27. November. Die „Prov.-Corr." meldet: Der Antritt der Rückreise des Kaisers in Begleitung der Kaiserin nach Berlin ist nach den nunmehr festgestellten Anordnungen auf den 4. December, Abends 9y2 Uhr, bestimmt. Der Kaiser will auf der Fahrt kurzen Aufenhalt in Börsum (früh 71/2 Uhr), Magdeburg (9 Uhr) und Groß-Kreuz (10^ Uhr) nehmen und von da um 11 Uhr 20 Min. in Potsdam und 12 Uhr in Berlin eintreffen. Nur in Magdeburg, Potsdam und Berlin findet officieller Empfang statt. Dover, 27. November. 109 gerettete Passagiere und Mannschaften der „Pommerania" find nach London gegangen. Das Schiff ist innerhalb 15 Min. nach dem Zusammenstöße gesunken, da es in der Steuerbordsette ein großes Loch hatte. Zwei Boote waren durch die Collifion zertrümmert, eines wurde beim Herablaffen sortgespült. Die übrigen 5 Boote nahmen 162 Passagiere und Mannschaften auf. Dieselben wurden von dem Dampfer „Glengarry" an Bord genommen. Als der erste Steuermann Franzen im letzten Boote abstieß, stand der Capitän auf der Brücke und ersuchte ihn, möglichst nahe beim Schiffe zu bleiben. Das Boot blieb in einer Entfernung von 10 Parbs vom Dampfer, aber wenige Minuten später ging das Schiff unter. Das Wrack liegt südwestlich, ungefähr 12 Meilen von Foreland entfernt. Gerettet find von Paffagieren: Schon, Poffumer, Laumann, Bodenweber, Burke, Westphal, Straffe, Simon, Jskinsky, Grobe, Ralu, Schmidt, Roffeld mit Frau und 2 Kindern, Schröder, Schaller, Bloch, Kloß, Samp, Habe, Sad, Fura, Musschappel, Rauch, Paul, Thiel, Luze und einige 80 von der Schiffsmannschaft. Petersburg, 27. November. Gerüchtweise verlautet, die Polizei vor Kurzem das Pferd vorgefunden, welches den Mördern des ©enerd? Mensenzoff zur Flucht diente. Die Detectiv-Polizei verhaftete eine verdächtig Persönlichkeit, welche angab, Schukoffökv zu heißen; ian glaubt, dieser hch als Kutscher sungirt während der Entweichung der Mörder nach vollzogen That. Dover, 27. November. Die Cajüten-Paffagiere von der „Pommerania* Alfred Faber, M. C- Poppenhausen, Fräulein Sophie Ohrnstiel, Fräulein Mar-, und Rosa Clymer sind im Lord-Warden-Hotel in Dover. Hamburg, 27. November. Ein Telegramm des „Lloyd" aus Maar luis meldet die daselbst erfolgte Ankunft^ des Dampfers „City of Amsterdam' mit dem Capitän der „Pommerania", L-chwensen, an Bord. Schwensen fax; aus, daß noch ein anderer Dampfer in der Nähe der Stelle des 3ufotume& stoßes gewesen wäre, welcher, wie er glaube, etwa 60 Personen gerettet Konstantinopel, 27. November. Fürst Dondukoff-Korfakoff ist naa Sofia zurückgekehrt. — Der britische Botschafter Layard befürwortete bei feine Regierung die Uebernahme der Garantie für eine türkische Anleihe vi'. 23 Millionen Pfund. Paris, 27. November. Der schwedische Gesandte, Baron Adelwan, ist gestern Abend gestorben. Lahore, 27. November. Amtliche Berichte bestätigen die Occupatioi von Dakka und Pischina. Die Mohmunds plünderten Dakka vor der Ankuult der britischen Truppen. Der Khan der Mohmunds und die Häuptlinge du Khyberdörfer boten ihre Dienste an. Die Dörfer der Umgebung von Djellrl:- bad verweigern dem Emir von Afghanistan die Steuern. Der Fürst dc i Bahowalpore ist angewiesen, sein (Kontingent nach Multan zu birigiren. D'e (Kontingente der anderen Hindustaaten werden sich binnen Kurzem bei Lahore versammeln; das (Kontingent von (Kaschmir wird wahrscheinlich mit Ueberwachup.g der afghanischen Grenze betraut. Loudon, 27. November. Unweit Boulogne sind zwei Rettungsboje der „Pommerania" aufgefischt und nach Boulogne gebracht. Die Barke „Mcel Elian" ist so ernstlich beschädigt, daß ihre Reparatur in Dover fich als un» möglich herausstellt. Mit der „Pommerania" gingen 20,000 Doll, verlöre.!, die verschiedenen Paffagieren gehörten. Die Namen der in Plymouth gelandeten Personen sind noch nicht ermittelt. Die deutsche Post ist verloren ae« gangen. London, 28. November. Der „Standard" meldet ans Khurum-Fort vom 27. d., Nachmittags: Heute früh marschirte das Corps Roberts durch Durwagace und stieg in>s Khurum-Thal hinab. Die hervorragendsten (Kimvob» ner kamen den Truppen entgegen und hießen dieselben willkommen. Khurum» Fort hat stark gelitten. Die Garnison hat sich nach Pelwar geflüchtet, n?o Widerstand erwartet wird. Die Truppen übernachten heute im Thalc. Die Einwobner bringen Lebensmittel. Wien, 27. November. Gestern Abend explodirte vor dem Oftim Minister-Palais eine Petarde, zertrümmerte die Fensterscheiben desselben unb beschädigte das nahe gelegene Haus des Erzgroßherzogs Joseph. Andcassy, sowie mehrere Delegirte befanden sich in diesem Augenblicke als Gäste Tiszil in dem Minister-Palais, in welchem auf dem Gange eine mit Dynamit gefüllte Sprengmaschine aufgefunden wurde. Der Vorfall erregt begreifliche Weise ungeheure Sensation. Der Urheber des Verbrechens ist noch nicht entbetfi! Lahore, 27. Nov. Die Division Roberts ist bei Fort Mohamed Azim un» weit Khurum-Fort etngetroffen. General Watson wird das von den unabhängtgea Staaten Indiens für den afghanischen Feldzug gestellte Truppen-Contingeilt commandiren. j Der Untergang der Pommerania. London, 26. November. Nach einer Meldung der hiesigen Agentur der Hamburg-Amerikanischen Dampfsch'ß- fahrtsgesellschaft verließ die Pommerania New-Aork am 14. d. mit 37 Passagieren erfkd 16 zweiter, 95 dritter Classe; 47 Passagiere wurden in Plymouth und Cherbourg geland« 5 andere schifften sich in Plymouth nach Hamburg ein. Die Zahl der Passagiere betni sonach zur Zeit des Zusammenstoßes 105, von denen die meisten Deutsche waren. Bemannung der Pommerania wird auf 125 Köpfe angegeben, so daß iin Ganzen 230 3 4 fönen an Bord gewesen waren. Die „Pall Mal Gazette" meldet, daß der Befehlshaber Pommerania, Capitän Schwensen, die Officiere und die Mannschaften das Möglichste Erhaltung der Ordnung thaten. Von den neun Boten, welche an Bord waren, waren x« durch den Zusammenstoß zerschmettert worden, die fünf anderen fuhren ab, doch sank vM eine da es mit Passagieren überfüllt war. Capitän Schwensen war nicht zum Verlag« des Schiffes zu bewegen und ging mit demselben unter, desgleichen zwei Stewards, r zweite und der dritte Officier. Der Dampfer Glengary, welcher die Nothsignalc geil > hatte, nahm die Insassen der Bote auf und blieb bis zu Tagesanbruch, wo nur noch Masten der Pommerania zu sehen waren, an der Unglücksstelle. Dann brachte er oic £ ■ retteten um 9 Uhr nach Dover, wo ihnen das Matrosenheim freundliche Aufnahme >■" Von Ueberlebenden wird erzählt, daß der Capitän immer sehr sorgfältig gewesen sei r- daß die Mannschaft immer fleißig ausgelugt habe. Viel Schwierigkeiten bei der Net irr sollen dadurch verursacht worden sein, daß die Matrosen nur das den Paffagieren unic stündliche Plattdeutsch sprechen konnten. Acht Frauen und das Kind des Capitäns v unter den Geretteten, die Frau des letzteren soll angeblich mit ertrunken sein. Siele rettete sind nach London gesandt worden. Die Unglücksstelle ist nur wenige (englüb Meilen von derjenigen entfernt, wo der Große Kurfürst feinen Untergang fand. Nach *; teren Meldungen befindet sich auch der Schiffsarzt, der erste Ingenieur, der erste Äce:- so wie zwei Wärterinnen unter den Ertrunkenen; eine Dame Namens Louise öomti (ober Laumann) aus Akrou, Ohio, gebürtig aus Baden, und ein deutscher Herr Naue: Schneider find unter den Geretteten. Noch am 12. October wurde folgender Festbericht aus Hamburg erstattet, in wey: Capitän Schwensen die Hauptrolle spielte: „Die 12 5. newyorker Reise des Capitän Schwensen war die Veranlaffung, dr die von ihm befehligte Pommerania, welche mit gewohnter Pünktlichkeit nach ung(n *°ncnten der Md-, wui feiten, so Än Warrn J'^ten der Mochten soll ^MesKm Min kanr *rt, bn§ h'ute l' Baron Ur vor der HäupllinM ievEg von DiM - DerUrjU Zu btrigiren. M Kurzem bei^M ch mit UeberEM 8®ei RettunKM • Die Barke « Dover sch M 000 Doll. vnIkiM in Plymouth M Poß ist 6*1. >et aus KhurmW ^orps torti buil orrageHenEinW illkommen. Ahuni» elwar gHihtrt, «# ente im Thale. Ä rte vor dem Ojitu heiben beffelben nii 3of* , al8 We Wj:! t mit Dynamit 3 • , ench drzreistLe: • Pnvtz nicht M. :t ModMdNM»' )on den unMsMi ; TlllppMmikigeut: mia. naß im Ganzen ,aß der BefeMI lüften das MWl Hord waren, iMj] schren ab, doch Q ,oar nicht zum j Nhi» j] rdie WMZ liM *,*-4 tein# JorgfättiS 9*6J erijteitenta^’2 «in» W.*£| ettninlen L» i« nur j stzr in bei* n, 26. ülonember. ; merikanischen 2E11 • nit 3' Paffagiem ch , || und cherbomy | ahl der N<*;, en Deutsche wann, i *äK3P| ZLSk ahren. . ieeIna^H fysw den- »Sa* I Export Import 1867—1872 3 292 OOO 000 3 674 OOO 000 ständen denjenigen Concerten den Vorzug gibt, in welchen hervorragende Leistungen geboten werden. Hoffen wir daher, daß der neue Vorstand in erster Linie bestrebt tft, künstlerische Ziele zu verfolgen und die Concerte zu heben. Die Unterstützung deS Publikums wird dann nickt fehlen und liegt es im Bedürfniß einer sich steigernden Bevölkerung, daß eine genügende Anzahl von Concerten gegeben wird, die den Anforderungen der Kunst möglichst genügen und worin Orchester, Chor und Sololetstungen ü rtreten sind. Kandel und Verkehr. Frankreichs Industrie und Handel. Die französische Zollverwaltung ver- offeniltcht eine interessante Statistik des französischen Handels für das Jahr 1877. Diese Darstellung gibt den fünfjährigen Durchschnitt des Imports und Exports während der 15 Jahre von 1863—1877 in folgender Weise an: Frankfurt, 27. November. (Marktbericht.) Der heutige Markt war tüchtig eingeregnet und eilten die Bauern so schnell als möglich heim; die Hocktnnen hielten Ernte, ,,denn Baargeld lacht". Weißkraut wurde per Hundert mit 5—7 3t bezahlt, im Stück mit 6—8 Kohlkraut ebensoviel. Rotbkraut das Stück 10—12 Kartoffeln aus schwerem Boden 3t 5.50, Sandboden 3t 6—8 per 100 Kilo. Ganze Erbsen 3t 20-22, geschälte Erbsen 3t 24-26, Bohnen 3t 22-26, Linsen 3t 24-26 per 100 Kilo. Heu und Stroh tüchtig eingewässert, fand keine Liebhaber, um 10 Uhr standen noch 30 Wagen unverkauft; bezahlt wurde per Centner 3t 1.50—2, Stroh 3t 1.40—1.70. Butter kostete das Pfund im Großen 1. Qual. 3t 1, 2. Qual. 90 H, im Detail 1. Qual. 3t 1.15—20, 2. Qual. 3t 1.10. Eier das Hundert 3t 6.50—8. Ochsenfleisch per Pfd. 70-75 X Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 54-60 H, Kalb- fleisch 54—68 H, Hammel- und Schaffleisch 40—68 Schweinefleisch 70—75 Hasen das Stück 3t 2.80—3 frisch geschossen. Gans das Pfund durchschnittlich 60 Hahnen per Stück 60 H bis 1 3t — Buchenscheitholz erste Sorte per Cbk.'M. 3t 10.80—11.05, zweite Sorte 3t 9.60—9 80. Tannenholz erste Sorte 3t 7.50—7.90, zweite Sorte 3t 6.70—6.80. Tannapfel per Hectoltter 70—90 H. Geschnittenes Holz je nachdem geschnitten per Ctr. 3t 1.80—2 im Detail, im Großen 3t 1.50—70 per Ctr. Ruhrkohlen per Hectoltter 3t 2. Lohkuchen das Tausend 3t 12. Limburg, 27. November. (Fruchtbericht.) Rother Weizen 3t 16.90, Weißer Weizen 3t —, Korn 3t 11.—, Gerste 3t 9.70, Hafer 3t 6.—, Erbsen 3t Kartoffeln 3t —• (Darchschnttts-Preis pro Malter ) Literarisches. Aus dem Kinderleben. 24 Bilder von Ludwig Richter mit Liedern und Reimen von G. Chr. Dteffenbach. In Holz geschnitten von August Gaber. Gotha, GustavSchlößmann. gr. 8 — 2 40 H. Ein ganz c-llerltebstrs Büchlein, auf daS wir Eltern und Andere, welche im Hinblick aus das wieder bevorstehende WeihnachtSfest wegen einer passenden Gabe an Kinder in Verlegenheit sind, angelegentltchst aufmerksam machen möchten. Die 24 von der Hand unseres berühmten Meisters Ludwig Richter gezeichneten und von G aber- vortrefflich in Holz geschnittenen Bilder bringen die verschiedenartigsten Situationen aus dem Lebm und Gesichtskreis unserer Kleinen und Kleinsten in der anmuthtgsten und herzgewinnendsten Weise zur Anschauung und fanden seither schon zu einem ander- wcttigen Zweck als Clich6S Verwendung. Zu ihnen hat nun G. Chr. Dteffenbach, d-r bekannte Vers, der Kinderlieber (2. Aufl. Mainz. Verlag von C. G. Kunze's Nachfolger), an die wir als höchst geeignetes Geschenk für Weihnachten hier ebenfalls erinnern wollen, auf die Aufforderung des Verlegers einen erläuternden poetischen Text (.eliefert, einfache fast dem kleinsten Kind verständliche Reime, wie sie nur einem Manne, der des Kindes Herz und Behagen so genau kennt, gelingen konnten. An die so ganz poetisch und kindlich zugleich erdachten, auf feinstem Velinpapier unS gebotenen Holzschnitte schließen sich des Commentators Worte ebenso kindlich gefühlt und so ungrsucht und natürlich an, daß die Bilder viel eher Illustrationen zum Texte, als umgekehrt, zu sein scheinen. Wer das äußerst sauber und nette, künstlerisch werthvolle Büchlein zur Hand nimmt, den muß es anheimeln, vornämlich aber die Ktnderwelt. Möchte sie diesmal reichlich unter dem WeihnachtSbaum verirrten finden. In Rücksicht auf die prächtige Ausstattung kann der Preis nur sehr mäßig genannt werden. Das soeben erscktenene Heft 7 des von unS sckon wiederholt empfohlenen illu- strirten Familienblattes „Die Illustrirte (Verlag von Eduard Hallberger in Stuttgart und Leipzig) enthält: Text: Zwischen Gräbern. Novelle von Fritz Zilcken. — Sinnsprüche. — Im Harem. Von E- M. Vacano. — Kabul. — Deutsche Wörter und Redensarten. Nach Ursprung und Bedeutung erklärt von C. Bruch. — Pariser Weltausstellung: Die japa- nesische Farm. — Auf einsamem Felsenriff. Roman. Deutsch bearbeitet von Max von Weißenthurn. — Albumblatt: Das Glück — Die heiligen Alligatoren in Muggur Talao. — Kalte Füße. Von vr. Vötsch. — Lebenswirren. Erzählung von F L. Reimar. — O weh, das Geld. Gedicht. — Wilhelm, Herzog von Württemberg, k. k. Feld- marschall-Lteutenant. — Aus Natur und Leben: LuxlNtauben, von Bruno Dürigen; Kleine Mtttheilungen. — Für das junge Volk: Feuerwerkerei; Spiele; Kinderräthsel. — Humoristische Blätter: Anekdoten und Witze. — Aus allen Gebieten: Hauswttthschaft; Blumenkultur; Gewerbliches; Erfindungen; Gesundheitspflege. — Btlderräthsel. — Charade. — Rösselsprung. — Kleine Korrespondenz. — Anfragen. — Antworten. — Anzeigen aller Art. — TageSchronik auf dem Umschlag: Bunte Blätter; Unglücksfälle; Mannigfaltiges; Handel; Gemeinnütziges; Notizen. Illustrationen: Regen und doch Sonnenschein. — Kabul, von dem Bi Maru-Hügel aus gesehen. — Die glückliche Mutter. Gemälde von T. Lobrichon. — Im Harem. Gemälde von F. A. Brtdgwan. — Weltausstellung in Paris: Die japa- nesische Farm auf dem Trocadero. — Die heiligen Alligatoren in Muggur Talao: Die Fütterung des Rajah; Oeffentliches Frühstück. — Wilhelm, Herzog von Württemberg, k. k. Feldmarschall-Lieutenant. Originalzeichnung. — Tauben. Aus „Baldamus. Illustrirte Federviehzucht". — Cbampagnerlied. Jllustrirt von Heinrich Scklitt. Wahrlich, ein überreicher Jabalt für den Preis von nur 30 Pfennig. Von 1863—1867 2 683 OOO OOO Frs. 2 932 OOO OOO Frs. ---- *— ... 3 060 000 000 „ „ 1873—1877 3 651 OOO OOO , 3 674 000 000 „ Von 1863—1877 ist also der Import wie Export in beständiger Zunahme begriffen gewesen. Die Darstellung resumtrt die Werthe der Gegenstände. Dazu ist zu bemerken, daß von 1863—1877 der Werth einer Menge von Maaren bedeutend gestiegen ist. (Bü fragt sich also, ob die Steigerung der Werthe, die auS der Zollstatistik hervorgeht, dem Zuwachs der Quantität der tmporttrten und exporttrten Maaren entspricht. Das oben erwähnte Schriftstück antwortet auf diese Frage mit folgenden Zahlen: Im Jahre 1872 belief sich das Gewickt der ein- und ausgegangenen Maaren auf 18 Millionen Tonnen; 1877 überschritt das Gewicht 20 Millionen Tonnen. Wenn man das Jahr 1877 mir bem Jahre 1863 vergleicht, so wird man nickt weniger befriedigende Zahlen constattren. Trotz der örtlichen Verlegenheiten, hauptsächlich durch die schlechte Lage der fremden Märkte verursacht, arbeitet Frankreich, es treibt Handel und erhält sich auf dem Standpunkt der reichsten Völker. Vermischtes. Darmstadt, 25. November. Obgleich die Erfahrung lehrt, daß der Gesundheitszustand j in den Herbstmonaten im Allgemeinen ein günstiger ist und die Sterblichkeit in diesen Monaten * gewöhnlich das Minimum zu erreichen pflegt, so haben Loch die 14 größten Gemeinden unseres ■ Landes wohl noch selten einen Oktober gehabt, für welchen nach beiden Richtungen bessere Ver- : hältnifse dargestellt werden konnten. Die äußerst geringe Sterblichkeit erklärt sich dadurch, daß 1 Todesfälle an Lungenschwindsucht, die schon im September einen bedeutenden Nachlaß erkennen \ ließen, noch weiter zurücktraten und Krankheiten der Verdnuungsorganc, welche im August ihren Höhepunkt erreicht hatten, eine fortgesetzte Verminderung erfuhren. Es verstarben im Oktober in den gedachten Gemeinden nach Abzug der Todtgcborenen 337 Personen oder 16.08 auf 1000 Lebende und auf's Jahr gerechnet, während der September, der zweitgünstigstc Monat des laufen- ' den Jahres, eine Sterblichkeit von 277 resp. 21.59, der April, als der ungünstigste Monat, eine 1 solche von 524 resp. 30.00 hatte. An der Gesammtzahl der Todesfälle im October participirt das Säuglingsalter mit 95, Kinder im 2. bis 15. Lebensjahre mit 55, die Erwachsenen 187. ' Die beiden letzten Altersklassen haben in der Zahl der Todesfälle gegen September keine wesent- * ziche Veränderungen erlitten, dagegen war die Sterblichkeit der Kinder int 1. Lebensjahre, Haupt- ’ sächlich durch das Zurücktreten von Darmkatarrh und Brechdurchfall, um 44 geringer. Nach 1 per Mortalttätsziffer ordnen sich die einzelnen Gemeinden in aufsteigender Linie wie folgt: Bens- 1 beim 12.9, Pfungstadt 13.9, Bessungen 14.4, Bingen 14.6, Offenbach 15.6, Alzey 15.9, Darm« 1 stadt 17.1, Lampertheim 18.6, Worms 20.3, Gießen 20.8, Mainz 21.9, Friedberg 27.3, Castcl j 28.1, Heppenheim 31.5 Todesfäll pro Mille und Jahr. Was die Todesursache anbelangt, so ; haben Infektionskrankheiten in 36 Fällen (September 29) einen tödtlichen Verlauf genommen ■ «nb zwar Croup, Diphteritis 14 (10), Darmstadt 5, Gießen 3, Worms 2, Mainz, Offenbach, 1 Bessungen und Castcl je 1, Keuchhusten 10 (11), Darmstadt 4, Mainz und Offenbach je 2, ; Worms und Castcl je 1, Unterleibstyphus 4 (5), Darmstadt und Mainz je 2, Scharlach 2 (2), Darmstadt und Mainz je 1, Blattern (Wafferblattern Varicellae) 1 (—) Bensheim, Masern - 1 (—) Mainz, Kindbettfieber 1 (1) Alzey, andere Infektionskrankheiten 3 (—) Mainz. An sonstigen, zur Bcurtheilung des Gesundheitszustandes wichtigen Krankheiten erlagen: Lungenschwindsucht 48 (September 68), akute entzündliche Krankheiten der Atbmungsorgane 27 (24), ■ Apoplexie (Schlagfluß) 11 (8), akuter Gelenkrheumatismus 1 (—), Darmkatarrh und Brechdurchfall 24 (60). An anderen Krankheiten verstarben 160 Personen. Verunglückung war in 10, Selbstmord in 6, Körperverletzung in 1 Fällen Todesursache, unbekannt blieb die letztere in 13 Fällen, wovon 8 auf Mainz, 2 auf Offenbach und je 1 auf Darmstadt, Gießen und Bingen treffen. AuS Hessen-Darmstadt, 26. Nov. Dermalen schweben an hessischen Gerichten nicht weniger als vier Untersuchungen wegen Verwandienmords. In Langen hat bekanntlich der Gr. Lan^gertchtS-Assessor Amcndt seine Frau erschossen, um ihren Todetzkawpf obzukürzen. Aus dem Odenwald wird berichtet, daß ein junger Mann aus Gadernheim seinen Vater auf brr Rückkehr von einem geschäftlichen Au-flug erschlagen habe und die Leiche unterwegs habe liegen lassen. In Dorheim in der Wette- rau wurde voriges Jahr ein junger Ma?n von seiner Braut und seinem Bruder vergiftet; jetzt ist nachträglich auch der Vater des Vergifteten unter dem Verdacht der Mitthäterschoft, in Untersuchungshaft genommen worden. In Lauterbach in Oberhessen ist ein Subaltcrnbramtcr an den Folgen der von seinem Sohne erlittenen Mißhandlung verschieden. Es sind dies sebr betrübende „Zeichen der Zeit". - Nach einer Mittheilung ter „H. L.-Ztg." ist der stellvertretende Schalterkassier der hessischen Ludwigsbahn- Gesellfchaft in Darmstadt, Schaffner, mit Hinterlassung eines Defizits von 14,000 3t flüchtig gegangen. (fr 3 ) — (Lcbensversicherunss- und Ersparmßbank in Stuttgart ) Die Lebensoersiche- rungs-Anstalten haben trotz her allgemein so sehr darniederliegenden Geschäfte einen Wachsenden Zugang an neuen Versicherungen zu verzeichnen. Es beweist dies, daß das Verständniß für die wohlthättgen W^kungen dieser Institute immer wettere Ausbreitung erlongt; insbesondere ist zu constatiren, daß sich in den industriellen Kreisen ein steigens 3^^erund Erspornißbank in Stuttgart sind laut ihren Ver- wffentlichungen tm Laufe dieses J^hreS wieder bedeutend mehr Versicherungsanträge luaepannen, als dies im yleich-u Zeitraum des vergangenen Jahres der Fall war. BIS Ende Juli belaufen sie sich auf die Zahl von 2156 mit einer Versicherungssumme uon 12,213,500 3t Von diesen Anträgen entfallen % auf Personen, welche dem Handel, her Fabrikation und den Gewerben angebörcn. Von den der Bank feit ihrem Bestände Überhaupt zugegangenen ca. 50,000 Anträgen mit ca. 200 Millionen 3t dürften wohl 100 Millionen auf die Industrie zu rechnen sein. Dieser verhältnißmäßtg starke Zufluß aus den industriellen Kreisen darf übrigens nicht allein dem für das Verstcherungs- wesen hier überhaupt mehr geweckten Interesse zugemcssen werden, sondern er ist bei bet speciell von uns ins Auge gefaßten Bank auch auf die günstigen Ergebnisse ihres Bttriebs »urückzusühren, welche ben „rechnenden Klassen" von befonberer Bedeutung Men m™ Seit ihrem 24jährigen Bestehen hat die Bank Überschüsse im Ver- hältniß zu ihrer jeweiligen Prämieneinnayme von 37,6o/g erMelt. Die nttdrigste Dividende welche an die Versicherten veriheilt wurde, betrug 33%, die der Aräwie. Innerhalb 19 Jahren wurden über 7 Millionen 3t an die Versicherten zur Austheilung ausgeschieden, während die Ueberschüsse von den letzten 5 Jahren mit 3t 4,931,864 noch im Sicherheitsfonds ruhen, um im laufenden Jahre und in den nächsten 4 Jahren zur Vertheilung zu gelangen. Für das Jahr 1878 beläuft sich die zu vertheilende Summe auf 3t 878,528. Jede Prämie hat Anspruch auf die eittsprechende volle Dividende, die Bank schließt feine Altersklasse von dem Gmuss^ der Dividende aus, sie weist auch nicht dem erst kurz Versicherten einen kleineren Betrag zu, um für das höhere Alter eine größere Dividende versprechen zu können. Es ermäßigt sich daher für jeden Versicherten die Prämie von Anfang an auf das möflichft niedrige Maß; dagegen ist jeoem Versicherten freigestellt, die Dividende bet der Bank gegen Verzinsung stehen zu lassen, um sich dadurch in fväteren Jahren von der Prämienzahlung frei zu machen. Der Versicherungsfonds erreichte nach dem Abschluß für 1877 eine Summe von über 241/0 Millionen 3t, die Verwaltungskosten aber betrugen im abgelaufenen Jahre nur 5,420/0 der Einnahme, während der durchfchnittl cke V^rwaltu^gsaufwand der deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften fick auf ca. 14Q/0 stellt. Der Concertverein. Nack dem gestrigen „Eingesandt" ist aus dem abgeschlossenen Rechnungsjahr ein neues Defizit nicht vorhanden, vielmehr hat sich der Verein nag bem gewachsenen ®uT«t bebeutenb^efcoben. Dieser Umstand kann jedoch nur zu Gunsten des abgetretenen Vorstandes gedeutet werden und wenn wrr berücksichtigen, daß uns in den Concerten der letzten Jahre die Productionm einer Reihe von bedeutenden Künstlern vorgeführt wurden, daß die Leistungen des Orchesters sich ebenfalls in günstiger Weise «prSnhprLn fn fnnnen mir bem früheren Vorstände für eine beträchtliche Mühewaltung wärmst.« Dank nicht' D.° in' Blättern jüngst betonten dstckten der Svarsamkctt, welche das neue Colleg als Grundlage setner Bestrebungen Stm M baden «inen peinlichen Eindruck veranlaßt. Es ist selbstredend, daß ein I^des trunstinMut nur nach Maasgabc der localen Verhältnisse bestehen und fich entwickeln^kann'Die Erfahrung in der hiesigen Stadt hat aber gerade den Beweis gelsts-rt daß das Publikum eine größer- Ausgabe nicht scheut und unter allen Um- 7252) am Markt 7092) Steinkohlenkasten, Kohlerr- löffel, Stocheisen empfiehlt (7301 Wilhelm Seiberl. 1) Vereinsangelegenheiten. 2) Vortrag des Herrn Dr. Klewitz: Gießen im Svjährigen Krieg. Der AwÄÄCltUÄÄ. Pferde-Decken in allen Größen und Qualitäten empfiehlt G. W. Dietz, Überheff. Verein für Localgeschichte Freitag den 29. November, Abends 8 Uhr: Versammlung im Cafe Ebe!: Irisch gebrannten Cafe, vorzngliche Lnalität, per Ffund Mk. 1,65, empfiehlt (7302 Wilhelm Seibert. 3155) Zur Anfertigung neuer Pumpen aller Art, Bier- Apparaten, Wasserleitungen, sowie in Reparaturen derselben empfiehlt sich Friedrich W^umpenmacher, IeUgeöoteues. 7300) Laubfägebogen, Trill bohrer, Sägen, Ahornholz, empfiehlt Wilhelm Seibert. Frische Schellfische treffen heute ein. (7305 Emil Fischbach. Bielefelder Hemden-Einsätze, von 75^1 an, emvr ehlt in reicher Auswahl (5490) II. Kübsamen. o Mäusburg. Jill« Buch Mäusburg. u Ohne Zetteltrager und Eckensteher 4 7311) empfiehlt 7298) L Qualificirte und (7306 3 Uhr, vom Sterbehaus aus statt. Gg. Becker Wwe 7309) Wettser«