Kr. 198. Dienstag, den 27. August 1878. ttz t ex,- r« Altung im Erstand ooocoo "“8 =te aller siid. 1 Postanstalten Q am zu machen, X »Frankfurter X it eingelaufene, V uch vermittelst 0 ihrlichen tele- 6 n Tage bringt, ft in den Stand X Monats statt- X indlungen, um x nehmen, als 0 gegen Vorlage ft iats gratis zu. A • Zeitung. | ?ÖOOOOS in. fs. ab findet I zu 6 X Hofmann. Mm «" Böhnchens WiUi und Fran* rSSz ugrben- _________ Kiehener Anzeiger AiM- nib A«MM für bei Kreis Gießei. 5ltbartioni»it*«mt Gartenstraße B. 165. GrpedittonSb«rea«r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montag-. Prei» vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher tzheil. Bekanntmachung. Betreffend: Die Herbstübungen der Truppen in 1878. Don kommenden Dienstag den 27. August an, während der folgenden IZt Tage, finden Truppenübungen auf dem Seltersberg dahier, insbesondere auf dem Abhange nach Klein-Linden hin innerhalb des Raumes der durch aufgesteekte Stangen bezeichnet ist, statt. Da Beschädigungen, welche nicht durch Truppenübungen, sondern dadurch entstanden find, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlaffen haben, gesetzlich keinen Anspruch auf Vergütung begründen, wird den betreffenden Grundbefitzerrr dringend empfohlen, die noch auf den betreffenden Feldern fitzende Frucht, insoweit es die Witterung gestattet, schleunigst abzufahren, und die noch ausstehende reife Ernte so bald als möglich einzuthun. Gießen, den 24. August 1878. Grofiherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann.___ Gießen, nm 23. August 1878. Betreffend: Herbstübungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach weiterer Mittheilung der Großh. Hessischen (25.) Division beträgt nach endgültiger Festsetzung des Verpflegungs - Zuschusses die Vergütung für Verpflegung der Truppen an Nicht-Marschtagen 61V2 statt wie früher vorläufig berechnet 62^ Dr. Boekmann. politischer HHeil. ? Der Soeialismus. Die Thatsache, daß die Socialdemokratie immer mehr Anhang in den großen Städten gewinnt, regt zu den ernstesten Betrachtungen an. Die Zahl der Anhänger dieser noch jungen socialpolitischew Lehre in Berlin ist so bedeutend geworden, daß sie nach Procenten neben der Fortschrittspartei die einzige Partei ist, mit welcher politisch zu rechnen ist. Die überraschenden Wahlergebnisie in Breslau zeigen ebenso wie in Dresden den wachsenden Einfluß der Socialdemokratte, obwohl das Dresdener Resultat weniger überrasch/, mtil Sachsen bekanntlich überhaupt dem Soeialismus seit langen Jahren eine günstige Stätte der Entwickelung geboten hat. Der Bezirk Chemnitz«Glauchau zählt allein beinahe so viele Socialdemokraten wie die Millionenstadt Berlin. Auch Hamburg ist zu 50 pCt. dem Soeialismus gewonnen, und im Allgemeinen ergiebt die Wahlstatiftik, daß in allen großen Städten die Zahl der Social- Demokraten wächst. Die besonderen Industriebetriebe in Schlesien, im Königreich Sachsen, im Wupperthal, in Schleswig-Holstein u. s. w. zeigen sich als gewichtige Ceutren der neuen Lehre. Rechnet man hierzu die allerwärts zerstreuten Anhänger, vergißt man endlich nicht — und eS wäre eine große Thorheit, es zu thun — , die Thatsache In Rechnung zu ziehen, daß der Soeialismus im niederen Beamtenstande wächst, und daß sein Apostel nur auf eine günstige Zeit wartet, um den Hebel ihrer Thätigkeit im Bauernstände avzusetzrn, wie sie dies bereits mit Erfolg in Thüringen gethan haben, so hat Deutschland alle Ursache, eine energische Bekämpfung der Socialdemokratie sofort zu beginnen. Man will den Kampf des sreisinntgen Bürgerthums gegen das „Proletariat", gegen den „vierten Stand", oder wie sich sonst die Socialdemokratte der „reactionären Masse" gegenüber nennt, von Oben herab durch ein drakonisches Gesetz unterstützen. Es ist müßig, heute darüber zu disputiren, ob und in welchen Formen das Soctalistengesetz angenom« vien werden wird, es ist vor Allem unpraktisch, auf die Annahme, wie auf die Wirkung dieses Gesetzes zu warten. Der „besitzende Stand", alle Freunde unserer bestehenden gesellschaftlichen Verhältniffe haben das allerdringendste Jnterefie, diese Unterstützung nicht abzuwarten, sondern in eine fruchtbare, stetige, geistige Agi- irtion gegen den Soeialismus einzutreten. Der Staat kann sich durch ein Gesetz schützen, die Gesellschaft, welche der Soeialismus stürzen will, um auf ihren Trümmern seine Utopien zu errichten, muß sich selbst schützen. Hierzu giebt es nur ein Mittel, es liegt in der Vermehrung und Verbreitung volks- Virthschoftlich richtiger Ansichten im Volke. Es ist eine geistige Arbeit, welche der Nation zugemuthet wird, und sie muß diese Arbeit in die Hand nehmen. Diese Arbeit wird unterstützt werden vom Staat, ihr Resultat wird gefördert werden durch die fortschreitende allgemeine Bildung, die Zahl der Anhänger der Socialdemokratie wird sich verringern, wenn die Erwerbsverhältnisie besser werden, — aber davon allein Befferung unserer Zustände zu hoffen, ist falsch. Nur die angestrengte politische Arbeit der Cocialistenführer, ihre vorzügliche Agitation, welche jeden Einzelnen zum Apostel für weitere Kreise macht, hat bas Wachsthum der Socialdemokratie in Deutschland gefördert, nicht die in sich haltlose Lehre selbst. In keinem anderen Lande der Welt hat die Socialdemokratie, welche bei uns die Anarchisten, Nihilisten und Communisten brüderlich eint, in so kurzer Zeit so große politische Bedruutung errungen. Die Partei, welche mit der Internationale eng liirt ist, hat neuerdings in Amerika sonderbarer Weise gerade im Westen, Gesinnungsgenossen gefunden, sie ist in Rußland erstarkt, weil dort das absolute Regiment die Jugend zum Nihilismus treibt, sie regt sich in Italien, in Frankreich und neuerdings in England. Aber nirgends gilt sie so sehr als ein Feikld, mit dem man rasch abzurechnen hat, als in Deutschland. Politische Parteien auf socialem Gebiet hat keines unserer Länder auszuweisen. England, welches von dem ersten constitutionellen Monarchen Preußens als ein Land der Crbweisheit bezeichnet wurde, hat niemals eine socialistische Partei gehabt, — wir können auf diesem Gebiet nicht ähnliche Lehren für unsere Zukunft von diesem Lande erhalten, wie auf den Gebieten der Versassungs-, der Handels- und Volkswirthschafts-Geschichte. Schon vor einem Jahrhundert hat uns England auf dem Gebiete der polirrschen Oeconcmie gelehrt, was heute noch als wisienschaftliche Wahrheit gilt, — socialistische Principien aber blieben immer ohne jede allgemeine Bedeutung. Bei der Neuheit der Erscheinung, daß ein Staat mit einer einflußreichen socialistischen (im Grunde communistischen) politischen Partei zu rechnen hat, gewinnen die bevorstehenden Reichstagsverhandlungen eine welthistorische Bedeutung. Sie werden zu einer Auseinandersetzung der Verhältniffe, zu einer Klärung der Begriffe führen, welche sür alle Länder und für alle Zeiten von hoher Bedeutung sein wird. Dieses Ergebniß ist uns, ist der allgemeinen Culturgeschichle sicher, mag man über die Socialdemokratte, über die Ausnahmegesetze und über die Zukunft unserer socialen Entwickelung denken wie man will. Deutschland. Berlin, 24. August. Die „Berl. Börsen-Ztg." dementirt die Nachrichten von der Aufstellung der Semestral-Bilanz bei der Disconto-Gesellfchaft mit dem Htnzufügen, die bevorstehende Verwaltungsraths-Sitzung sei eine allmonatlich sich wiederholende gewöhnliche Sitzung. Berlin, 24. August. Der Justizausschuß des Bundesraths beendete gestern die Vorberathung des Socialisten-Gesetzes. Tie Berathung deffelben im Plenum des Bundesraths beginnt am Dienstag. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Meldungen verschiedener Blätter, die Protokolle der Tabaks- Enquete-Commission seien nach Kissingen an den Reichskanzler geschickt worden, ferner, es werde im Reichskanzleramt ein Gesetzentwurf über die Einführung der Petroleumsteuer ausgearbeitet, für gänzlich unbegründet. — Daffelbe Blatt erfährt, die Acten über den Untergang des „Großen Kurfürsten" seien nun» Vermischte-. Essen, 18. August. Nach einer Mittheilung deS „Rheinisch-Westfälischen-Vol.' freundes" ereignete sich vorgestern Nachm'ttag 2 Uhr auf der Krupp'fchen Gußetü!- Fabrik ein schreckliches Unglück Neun Mann waren damit beschäftigt, einen grohi Schmelztiegel, in welchem viele Tausend Pfund geschmolzenes Eisen enthalten rort, ,u heben, als plötzlich an der Hebe-Vorrichtung ein Stück zerbrach und der Tiegel n: seinem glühenden Inhalt umschlug. Die flüssige Masse spritzte in die Hö;e und l! sich in Gestalt eines furchtbaren Feuerrezens auf die Arbeiter nieder. Augenbliitlt waren die Kleider derselben von der feurigen Masse versengt und zahlreiche Brandwur^n berecklen die entblößten Körper. Die meisten derVwletzien maßten, nachdem sie oorfa in mit Oel getränkte Wolle gewickelt waren, zam Krankenhause gebracht werden. dem Auskommen Einzelner wird gezweifelt. — (Vom Starrsinn der Frauen.) „Mit Recht", meinte jüngst ein to'.t'l galanter Ehemann, „tadelt man die Starrsinnigkeit der Frauen. Wie viel Mühe frei ich nicht gehabt, um meine Frau zu bewegen, in ihr dreißigstes Lebensjahr zu tret» — und jetzt, nachdem sie einmal darin ist, will sie absolut nicht wieder heraus!" _ ~ Handel und Verkehr! Frankfurt, 24. August. Der heutige Heu- und stroh-Markt war gut t fahren Heu kostete je nach Qualität per Centner X 1.50—2.50, Stroh per Eeirri' X 1.50-2. Butter im Großen das Pfund 1. Qual. X 1 20, 2. Qual. X 1.5-10,1 Detail 1. Qual. X 1.50-00, 2. Qual. X 1.25-30. Eier das Hundert X 4.50-1 Erbsen, geschälte (per 100 Kilogr ) 28 —30 X, ganze Erbsen 22—24 X Bohnen 2*6 30 x. Linsen 30—32 x Kartoffeln per 100 Äilo X 5.50—6. Gurken das Hw>^ X 1 20—1.50. Bohnen zum Einschneiden das Pfund 8—9 H Weißkraut per €"'■ 20 Buchenscheitholz erste Sorte X 10.90, zweite Sorte X 9.60—80, Tam-' holz erste Sorte X 7,60—90, zweite Sorte 6.40—80. Tannäofel per Hect. 50^ Einen der wichtigsten Factoren für den Erfolg einer Anzeige bildet erwiesir: Maßen das zweckmäßige Arrangement derselben; sie muß in die Augen fallen schon durch die äußere Form selbst den gletchgtltigen Zestungslrser veranlassen, I Inhalt näher zu betrachten. Derartige Formen zu finden und oorzuschreiben, ist aber nicht Sach: tt Jeden; hierin ist der erfahrenste Fachmann der beste Rathgeber. ES ist daher i’- Anerkennung zu begrüßen, daß die auf dem Gebiete des Annoncenwesens seit en langen Reihe von Jahren als umsichtig bekannte und eifrig ooranstrebende F^' G. L. Daube Ls do., welche in allen größeren Städten des In- und Auslacv« Inseraten-Annahme-Bureaux unterhält (in Darmstadt, Grafenstraße 38) der so-b' erschienenen 19ten Auflage ihres Verzeichnisses der in- und ausländischen Zeitung! welches mit derselben Gründlichkeit und Sorgfalt, wie die früher erschienenen Ausgob zusammengestellt ist — ein Tableau der manniafaltigfiten und zweckmäßi-M Annoncen'Modelle beigegeben hat, woraus der Inserent sich in obiger so Vorfrage Raths erholen kann. mehr höchsten Orts überreicht und dürften demnach in nächster Zeit weitere Maßnahmen angeordnet werden. München, 24. August. Der König hat anläßlich semes Geburtsfestes dem Finanzmintster Riedel das Comthurkreuz des Kronen-Ordens und dem Erzbischof Schreiber von Bamberg das Comthurkreuz des Michael-Ordens verliehen. gewiffe Connivenz beobachtet hätten. Die „Agence rüste" bezeichnet diese I«, putationen als beleidigend und im Widerspruche mit dem allgemein bekannten und durchaus ehrenhaften Charakter der Fürsten Lobanoff und Dondukoff. Korsakoff stehend. In einer solchen Imputation müffe man die Absicht Englands erkennen, im Gegensätze zu Rußland oorzugehen, um die Eingriff: des englischen Sinfluffes bis nach Bulgarien hinein vorzubereiten und die praktische Ausführun; deffen zu verhindern, was der Berliner Congreß im Principe festgestellt habe. Die russische Regierung werde dergleichen Eingriffe abzuwehren und die Reche aufrechtzuerhalten wiffen, welche sie durch den Berliner Vertrag für die Daue. der einjährigen Occupation erworben habe. Paris, 25. August. Die Gerüchte von einer Demission des Präsidenten der Republik und von Veränderungen im Ministerium sind der „Agence Havas' zufolge unbegründet. — Die Polizei verhinderte gestern eine Versammlung für Vorbereitung zum soctalistischen Arbeiter-Congreffe. Die „Marseillaise" öer> öffentlicht einen Protest dagegen, worin erklärt wird, daß der Congreß trotz alledem stattfinden werde. — Laut Meldung aus Gibraltar ist daselbst für alle Provenienzen aus Marocco wegen der dort herrschenden Cholera Q iarantäie verhängt worden. New'Aork, 24. August. Hier eingegangene Nachrichten bestätigen ben Ausbruch der Revolution in San Domingo. Mehrere Schaaren Aufständischer, die nach der Stadt marschirten, wo die Unruhen ausgebrochen waren, wurden festgenommen. — In Louisiana wächst die Sterblichkeit noch immer, in der vergangenen Woche starben in New-Orleans 295 Personen am gelben Fieber. Wien, 25. August. Leut einem Telegramm des F -M.-L. Szapary aut Doboj vom 24. August haben die Insurgenten am 23. d. neuerdings die Stellung der 20. Truppendiorsion am rechten Bosia-User angegriffen. Der Kampf dauerte 9 Stunden. Die Insurgenten griffen zuerst den linken Flügel an und scheinen beabsichtigt zu haben, die Brücken über die Bosna zu erreichen, wurden aber durch 2 Compagnien mit dem Bajonnet zurückgeworfen und zogen sich zugleich bis nördlich Grabska zurück. Hierauf entwickelte sich ein Anguss gegen einen Thetl des Centrums. Die Insurgenten wurden aber schließlich überall abgewiesen. Lokal-Nottz. Gießen, 26. August. Der «Darmst Ztg • wird von hier geschrieben: Mit ben 1. October d. I treten die neu berufenen Professoren der Theologie, Lic. Kattmbusch aus Göttingen und Dr. Schürer aus Leipzig, ihr Amt an, und mit frohen Hoffnunm sieht man ihrer Wirksamkeit an hiesiger Hochschule entgegen. Denn die theslogisch! Fakultät war dem Absterben nahe, und es zeigte sich, daß sie namentlich in den Kreisen unserer Geistlichkeit nicht mehr daS Vertrauen besaß, welches den nothwendigen Zusammenhang zwischen dem akademischen Studium und dem praktischen Beruf förbern soll. Dies hat die Regierung vollkommen eingesehen und durch die Wahl der genannten Gelehrten bewiesen, daß sie das Vertrauen wieder Herstellen will, indem sie die F ikaM hebt. Lic. Kattendusch gilt nicht nur als ein tüchtiger, vielversprechender Gelehrter, sondern auch alS lebhafter anregender Docent. Dr. Schürer ist auf dem G.biet ber neutestamentltchen Zeitgeschichte eine Autorität ersten R rnges und hat sich in feliun das gesammte Gebiet der neutestamentltchen Theologie umfaffenden Vorlesungen bit Sympathie und Anhänglichkeit der Leipziger Studenten vollauf erworben. Gcrao: seine Berufung muß mit doppelter Freude begrüßt werden, da die theologische FakuilLt zu Gießen, abgesehen von dem genialen Credner, nur aus dem Gebiet der aUteftam'.nt- lichen Disciplinen hin und wieder Gelehrte gleichen RmgeS zu den ihrigen gezählt HL Daß trotzdem der Berufung Schürers erhebliche Schwierigkeiten entgegengesetzt mürben, lag in besonderen Umständen, die sich an dieser Stelle einer Erörterung entziehen. U-n > so unumwundener gebührt dem Ministerium Dank, welches sich durch solche Schwierig' feiten nicht abhalten liefe, unter Verzichtleistung auf alle persönlichen Rücksichten den i jeder Beziehung Würdigsten zu wählen. Die theologische Fakultät besitzt in ihren neuen 1 Mitgliedern Männer, die jeder extremen R chtung fern mit rüstiger Kraft und treuem Eifer bemüht sein werden, für Kirche und Staat tüchtige und für ihren ernsten Bmii wahrhaft begeisterte Diener zu erziehen. Möge sie das Vertrauen der Geistl ch'.i al- seitig darin unterstützen! Gießen, 26. August. Heute Morgen 9 Uhr 6 Min. wurden hier zwei 1 erschütterungen wahrgenommen. Die Bewegung, war eine so heftige, daß das Sch I glöckchm auf dem Thurme anschlug und die Arbeiter an demselben sich von da । Gerüsten herunter flüchteten. --Wie uns mitgetheilt wird, ist der Eingang zur Tropfsteinhohle im bruche bei Bieber jetzt erweitert und die Höhle selbst zugänglicher gemacht. Im fiauf« 1 des gestrigen Tages ward dieselbe vielfach in Augenschein genommen. Hesterreich. Wien, 24. August. F.-M.-L. Jowanovic meldet vom 23. d. aus dem . Laaer von Cornict, daß er durch ein am 21. d. stattgehabten Gefecht einen i entscheidenden Schlag gegen die Hauptkraft der Herzegowiner Insurgenten geführt, welche in starken Stellungen in fortähnlichen Gebäuden tapfer kämpften, i daher' die meisten Chefs unter den Trümmern der in Flammen gerathenen - Kutas ihren Tod fanden. Der Rest ist zerstreut. Eine stärkere Abteilung > floh in das Gebirge gegen Bilek. Der Stadt Stolacz ist wegen ihrer verräthe- i rischen Haltung eine Contribution, zumeist in Victualieu, auserlegt. F.-M.L. c jowanovic hebt die musterhafte Haltung der Truppen besonders hervor. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 24. August: > Der Gouverneur von Rumelien, Fürst Dondukoff-Korsakoff, ist hier angekommen. Auf den Vorschlag des deutschen Mitgliedes der Rhodope-Commission wurde: der Bericht der Letzteren mit Rücksicht auf die darin ausgesprocheurn Beschul- I digungen der russischen Autoritäten an vielen Stellen gemildert. — Das russische Hauptquartier soll von San Stefano demnächst nach Rodosto verlegt werden. Salzburg, 24. August. Kaiser Wilhelm ist heute Vormittag ange- 1 kommen. Derselbe wurde am Bahnhofe von dem Statthalter Grafen Thun, dem Grafen Grünue und dem Generaldirector Czedik empfangen und stieg im „Hotel de l'Europe" ab, woselbst er von der Kaiserin Augusta, welche ihn er- wartete, begrüßt wurde. , Salzburg, 24. August. Se. Maj. der Kaiser Wilhelm ist Nachmittags nach Gastein weitergereist. Bad Gastein, 24. August, Abends. Kaiser Wilhelm ist heute Abend 8 Uhr im offenen vierspännigen Wagen glücklich hier angekommen, am Eingänge des Kurortes vom Fürsten Bismarck begrüßt, vor dem Badeschloffe von der Gemeindevertretung, der Kur-Commission und mehreren hervorragenden Kurgästen bewillkommnet. Die Häuser der Stadt sind reich mit Flaggen geschmückt. Irankreich. Paris, 24. August. Die „Agence Havas" meldet aus Pera von heute: Tie Pforte hat die Uebergabe Datums bis zum 12. September vertagt, um die Einwohner zu beruhigen und einem Conflicte vorzubeuzen. Paris, 24. August. Die „Agence Havas" meldet aus Tunis: Ben Jsmain, Siegelbewahrer, ist zum Premierminister und zum Präsidenten der Finanzcommission an Stelle des zurückgetretenen Kasnadar ernannt worden. England. London, 24. August. „Standard" und „Daily News" erfahren, daß die Emission einer neuen türkischen Anleihe von 5 Mill. Pfb. beoorstehe. Dieselbe werde von der britischen Regierung garautirt, welche wahrscheinlich das Arrangement der Finanzen Kleinasiens übernehme. — Edge (liberal) wurde zum Abgeordneten für New-Castle unter Lyme mit einer Majorität von circa 340 Stimmen gewählt. Der frühere Vertreter vor ein Conservativer. — Die Königin hat sich nach Balmoral begeben. Atatien. Nom, 24. August. Die „Italic" schreibt: Verschiedene Blätter haben gemeldet, daß Italien dem Bey von Tunis eine Allianz angetragen habe, Tunis eine italienische Garnison erhalten werde und daß Italien die Reorgantsirung der tunesischen Finanzen übernehmen solle. Alle diese Nachrichten sind vollständig unbegründet. Gegenwärtig sind keinerlei Verhandlungen zwischen Italien und Tunis in der Schwebe. Aegypten. Kairo, 24. August. Der englische Delegirte Wilson hat das Ministerium der Finanzen angenommen.' Alexandrien, 24. August. Der egyptische „Moniteur" meldet: Beim Empfange oeö englischen Del?girteu Wilson sagte der Kh-dioe, er habe den Bericht der Enquete Commission gelesen, nehme Len Schlußautrag deffelben an und sei entschlossen, denselben ernstlich zur Ausführung bringen zu lasten. „Natürlich gibt man das bisherige Verfahren auf, wenn man ein neues System adoptirt. Sie werden bald eine bedeutende Veränderung in's Leben treten sehen. Ich habe Nubar Pascha beauftragt, ein Ministerium zu bilden. Aus dieser Neuerung wird die ministerielle Unabhängigkeit heroorgehen — der Ausgangspunkt für einen radicalen Systemwechsel und die beste Gewähr für meine Absichten, die Coi clusionen der Enquete zur Anwendung zu bringen." Alexandrien, 24. August. Die Anträge des Berichts der Enquete- Commission sind folgende: Keine Steuerauflage ohne Gesetz. Die gesetzgeberischen Gewalten, welche zu Steuerauflagen allein ermächtigen, sind Eingeborenen und Fremden zugänglich. Die Steuer-Erheber stehen unter den Befehlen des Finanzministers. Gründung von Reservefonds gegen Deficits, die in dem Ausbleiben der Nilüberschwemmung ihren Grund haben. Errichtung von Gerichtsbehörden zur Entscheidung über Steuer-Reclamatioueu. Organisation zum Schutze der Eingeborenen gegen Mißbräuche von Behörden. Revision der Grundsteuern. Abschaffung der Fiohndienste vorbehaltlich der Arbeiten an öffentlichen Bauten. Regelung des Militärdienstes. — Der Khedive wird alles Grundeigenthum von allen Dairas für die Liquidation des Deficits anweisen, so daß die Special-Administration volle Gewalt hat, diese Güter zu verwalten, zu veräußern oder für das Deficit zu belasten. Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr. Torrespond-nz-Vurea«. Petersburg, 25. August. Die „Agence ruffe" bespricht die Mitthri- lung der englischen Regierung und die Auslastungen der „Times" über die Berichte der britischen Consuln, worin behauptet wird, daß die russischen Behörden in Bulgarien bei den Racheacten der Bulgaren gegen die Muselmänner eine , u i) Niti1" nur hielte tji . SlL-ntN l •u ,11 well' 61 SfK XtitM Suiten .inn Zlundschv X(ibcn lautet „fertig 2) P 3) T la hl 4) D «i Ui Im weite itmffurt a. M fctaaty Hur' eetutT Mw 6aie te .* jijig ju mach Nachdem M ter PrLsi i-lOi/i $orm )u Nm. Scrmi LlMschkn Krieg mime, Herr'] ^Handlungen (intlungen mit fand er Benn (iwefen sei, bi findeSsürsten, Nach L vilcher hauptsc Intrijufifycn. i. $. r>. @lür ‘ Dr. Ri! kueraneneoirs Der Kas h (in Baarbis rrnchikl! die H nilhmagtoften i:im kann.) Nach be 1) Lande 2) Psälz 3) Mil« 1) Prov 5) Rbeir 6) Kreis! 7) Links, am y Unter 9) $erei' malig 10) Mil 11) Krieg 12) Franl 13) Berli 186- 14) Der, Kan Mtx 1) Hai uni 2) ®re 3) DU 4) Krie 5) Thü Si Äriec 7) Äriec 8> ' 9) . Es sinl f'genneine ”Nb sind m .... N$e WM, weltfaei ^tiMkskn« Sä'” flr'i noch Xflntnten, Di 0 ö* * au Mibe,*1' MM» 3M --Ktz ti'$5 V11“’ * . immer, i,i jJ,*! Z» tWrnj t p ’■ «mrbingi - ira angegriffen. $ »erft bea linken & HeJöoSna zn enttfc ^geworfen und w; ’fJflte sich ein Ach wurden aber schliß 'icr geschrieben: SRItk »eologte. 2lc. 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Kienemund'Cöln. 1) 2) 3) 2) 3) 4) 5) 6i 7) 8) (d. h. durch *) Die Berufung dieses Kongresses ist die Ursache, aus welcher ernt , neutraler Verbände von dem Besuche des Gießener Kriegertags Abstand nahmen, um s. Z. dorr auf dem Platze zu sein, wo die Schlußentscheidung fallen wird. B oll mann-Bremen. Ziegenfelder-Coburg. Rau-Frankfurt a. M. Hopfner. Lukas. Debus. active, Soldat gewesene) deutscher mehrere Delegirte vertreten, vor- Kreisverband Solingen Linksrheinischer Kriegcrverband „Wacht am Rhein" Untcrmaingauverband deutsch. K.-V. Verein der Kameraden von der ehe- Braunschweig'scher Landwehrverband Oldenburger Kriegerbund Kriegerverband zwischen Elbe und Ems Thüringisch-Fränkischer Kreisverband Kricgerkameradschaft Frankfurt a. M. Kriegcrvercin Wetzlar „ Krofdorf-Gleiberg Weinrets-Creuznach. Schneide r-Miltenb erg. Diersch-Berlin. Dinckelber g-Magdeburg. Dr. Ri'tterfeld-Frankfurt. D iers ch-Berlin. Wer eine Stelle sucht, ein Geschäft, Hofgut u. s. w. zu kaufen oder zu verkaufen wünscht, wer Geld bedarf oder auszuleihen wünscht, wende sich vertrauens- v : 1 , . - ______ ______ii.i M ..ü... --.1 <1 mn er nrnnint mih und Vaterland. ' , n rr Politische Erörterungen sind in den Vereins-Verhandlungen ausgeschlossen. Der Präsivrnt wird von Seiner Majestät dem Kaiser ernannt; die auf eine längere Reihe von Jahren zu wählenden Präsidtalmitglieder unterliegen der Aller- .-ne Reibe von Vertretern voll an die Annoncen - Expedition von A. Seheyd«, wo er prompt und - vielmehr discret bedient wird, ohne höhere Spesen zu bezahlen, als bei directem Verkehr mit den Mitglieder, Dr. H ö l k e r-Minden, Hampe-Lehrte. „ Major Strackerjan-Olden- burg. Der V Delegirtentag der Allgemernen Deutschen Krieger- kamcradschaft und seine Bedeutung sur da« Deutsche Kriegervereinswcsen. (Schluß.) -Zwischen hatte der Deutsche Kriegerbund wiederholl versucht, sich des Protectorats des Kaisers zu versichern, ohne Erfolg. Seine Maiestat erklärte, er werde das Nrötectorat nur über eine Vereinigung übernehmen, welche alle Vereine, bezw. Verbände umfasse, K b «idbe 6a(ä ,u Slanic fomm-, fei fein innlgfler Wunsch. <58 mag sich Seiner Maien« °°hl die Uebeqelgnng -usgediüngt haben, daß auch jetzt wieder alle B-reinigungs-er- luche rejuitatlos verlaufen würden, wenn es nicht gelange, einen Mann zu Huden, der ohne Gefaßte Meinung in die Bewegung eintreten und ihre Bewegung m die Hand nehmen würde. 9 1 Dieftr Mann fand sich in der Person Sr. Excellenz des Generals der Infanterie z. D. (SlümeT- derselbe wurde mit der Vermittelung der Vereinigung beauftragt, indem ausdrücklich betont wurde, die Vereinigung liege wohl im Wunsche Seiner Majestät, Allerhöchstder- sclbe sei indeß weit entfernt davon, einen Druck in dieser Richtung auszuuben oder Einfluß nehmen zu wollen auf die inneren Angelegenheiten und die Verwaltung der Verbände und Vereine, v. Glümer kam Ende Juli d. I. nach Berlin, nach mehrtägiger Konferenz mit Diersch-Berlin, Dinckelberg-Magdeburg von der „Allgemeinen Deutschen Kneger-Kamerav- sckaft" und Blank, Schulz von der Berliner Kriegerkameradschaft, Büro, Hellwig und Vr Küster vom Kriegerbund wurden die Grundzüge der geplanten Vereinigung festgestellt. Dieselben wurden in einem vom 7. August dadirten, kurz vor dem Gießener De eg rtentag versandten Rundschreiben >-es Herrn v. Glümer, Exeellenz, allen Verbanden rc. mitgetheilt. Das Schreiben lautet in feinem Eingang wie folgt: „Seine Majestät der Kaiser haben Allergnadigst in Aussicht zu stellen geruht, das so vielseitig erbetene Protectorat über sämmtllche K«eg«rEM« Deu4fchland4 übernehmen, „sofern diese letzteren sich zu einem allgemeinen Verbände vereinigen und überall „folgende Punkte in ihren Statuten führen, resp. in dieselben aufnehmen: - Hauptzweck der Vereinigung ist die Pflege der Treue gegen Kaiser, Landesherrn Der Antrag wird einstimmig angenommen. . Desgleichen die Anträge der Rheinischen Kriegerkameradschaft, welche die Soeialdemokratie und die Agitation für die Kriegervereinspresse betreffen und in der Hauptsache nur die Beschlüsse ves vorjährigen Kriegertags in Erinnerung bringen. Der Vorsitzende gibt dem Delegirtentag nunmehr die in der Prasidialconferenz erfolgte Cooptirung von Präsidialmitgliedern bekannt und ersucht um die Zustimmung. In das Präsidium werden berufen und bestätigt^ Maurer-Darmstadt, Dr. Vogt-Butzbach, Jung-Gießen (Landesverband Hess. Kr.-V.); Kayser-Kaiserslautern (Pfälz. Kampfgenossenschaft-; Dr Franz- Ratibor Mittelschlesischer Kriegerverband); Schn e iber;THltenbei:g deutscher Kriegervereine, und Pfann stiel-Berlin (Slesvigia). Hierauf erfolgt die Wiederwahl des seitherigen geschäftsführenden Präsidiums für 1878/79^ Als Ort des nächstjährigen Delegirtentags wird Magdeburg bestimmt, sofern nicht die bevorstehende allgemeine Vereinigung besondere Rücksichten zu nehmen gebiete. Zum Schluß wird oas Präsidium beauftragt, dem Kapellmeister Krausse den Dank der A. D. K.-K. für einen ihr gewidmeten Marsch auszusprechen. , Rach den üblichen Formalien schließt der Ehrenprases Diersch-Berlin die Verhandlungen mit den Worten: Es ist Sitte, derartige Verhandlungen mit einem Segenswunsch zu schließen; ich weiß keinen besseren als den: Seine Majestät der Kaiser, er lebe hoch ! hoch! hoch! Wird nun auch der offizielle Abschluß der langjährigen Vereinigungsverhandlungen erst in Frankfurt a. M. stattfinven, so steht er doch kaum mehr in Frage. Von Seiten der A D K K werden Schwierigkeiten unter keinen Umständen erhoben werden und auch das Präsidium des deutschen Kriegerbundes benachrichtigt in seinem amtlichen Organ seine Mitglieder, daß es dem v. Glümer'schen Rundschreiben zustimme. Die neutralen Vrrbande können dann nicht mehr zögern beizutreten. , Die „Deutsche Kriegerzeitung" feiert in ihrer Nr. 33 vom 15. August rote folgt: So erfolgreich alle unsere Kriegertage für die Förderung unseres Vereins- und Verbands- lebens und für die Hebung des deutschnationalen Gedankens gewesen sind, so ragen doch einzelne , Kriegertage über die anderen an innerem Werth und äußere Bedeutung besonders bervor. Zu . diesen gehören jetzt die Tage von Leipzig und Gießen. Ja, der Kriegertag Gießen ist ein höchst wichtiger gewesen und wird nach menschlicher Voraussicht die weittragendsten Folgen des Segens 1 für Las gelammte Kriegervereinswesen haben. Knüpfen sich für uns an den Kriegertag Leipzig ; wehmüthige Erinnerungen, so sind wir der Ueberzeugung, daß der Kriegertag Gießen nur : Erinnerungen der Freude und des Stolzes im Gefolge haben wird. Möge der hiesige Verein nie vergessen, daß seine Fahne geweiht worden ist an dem »Lage, > an welchem die Vertreter der A. D. K. K. liebgewordene Einrichtungen geopfert haben eines zu ; erreichenden hohen Zieles wegen! Mögen seine Mitglieder .stets ebenso bereit .sein zu M:son- lichen Opfern, wenn es dem gilt, dem ein deutsches Mädchen die Fahne des Vereins geweibt 1 hat, wenn es gilt „für Gott und Vaterland" mit deren Leitung beauftragt. Die Folgen dieses Auftrag« waren die Konferenzen in Berlin und der früher verlesene Auftrag. Es gelte jetzt, alle kleineren Fragen ruhen zu lassen, damit das eigentliche Ziel erreicht, ein Herzenswunsch des Kaisers erfüBt werde. Diersch-Berlin weist die Nothwendigkeit der Einigung nach durch das Bedürfniß zur Pflege der Kameradschaft die einzelnen deutschen Stämme sich einander naher zu bringen, ganz besonders aber ermahnte« die Ereignisse der letzten Monate Diejenigen, einig zu sein, welche die Pflege der Treue zu Kaiser, Fürst und Vaterland auf ihre Fahne geschrieben hätten. Er sei weit entfernt davon, hier die Politik in die Debatte zu ziehen, aber betonen müsse er, daß gerade die Kriegervereine, deren Mitglieder durch ihren früheren Stand der Sinn für Ordnung, Zucht und Sitte geweckt, denen unbedingte Unterordnung der eigenen Person dem Wohl des Ganzen aner- zoacn worden sei, alle die Qualitäten und Momente besäßen, die erforderlich seien, um Front zu machen geaen das, was sonst unerbittlich über uns Hinwegschreiten werde. „Wohl muß der Anfang im Einzelnen gemacht werden. Jeder von uns muß in seinem Kreise, in seinem Haufe anfangen, dafür zu sorgen, daß die Achtung vor dem Bestehenden wieder hergestellt werde; abhanden gekommen ist sie mehr oder weniger überall. Greifen Sie sich selbst an« Herz, halten Sie Umschau in Ihrer Familie, sehen Sie unsere kleinen Jungen an: wem von Ihnen ist es nicht schon manchmal ausgefallen, daß die Knirpse sich ganz anders wie früher gegen Erwachsene geberden? Nun wohl! Sie haben dafür zu sorgen, daß eine Generation heranwachst, die nicht das eigene Ich nur kennt in purem Egoismus!" Könne aber der Einzelne schon wirken, so werde der Einfluß ein eminenter werden, wenn wir Mann an Mann stehen. Glücklicherweise seien die Bedingungen für das Einigungswerk jetzt wesentlich günstiger als früher. Redner warnt vor einer falschen Beurthcilung und irrigen Auffassung der von Seiner Majestät getanen Schritte. Offen und ehrlich, wie immer, habe der Kaiser erklärt, es sei sein Wunsch, daß die Einigung zu Stande komme, aber bestimmt habe er es ausgesprochen, daß es ihm fernliege, irgend welche Beeinflußung der Kriegervereine ausüben zu wollen. Verbände und Vereine werden ihre volle Freiheit und ihr gewohntes Thun behalten nach allen Setten. Mit den Worten: „Die Sache ist edel und rein, denken Sie groß und geben Sie Ihre Zustimmung," empfiehlt et nachstehenden Antrag: „Der V. Delegirtentag der Allgemeinen Deutschen Kneger-Kameradschast beschließt „auf dem in Frankfurt a. M. abzuhaltendeu Kriegertag durch seine zu wählen- „den Vertreter für eine allgemeine Vereinigung sämmtlicher Kricgervcreine „Deutschlands, auf Grund des Schreibens Sr. Exeellenz des Generals der Infanterie z.D. v. Glümer, vom 7. August d.J. einzutreten und ermächtigt seine „Vertreter, in diesem Sinne zu stimmen." . , Lander-Bonn bittet möglichst wenig zu debattiren, die Sache liege ja so einfach. St racker ja n-Oldenburg erklärt, es sei ihm vor seiner Abreise das Rundschreiben nicht bekannt gewesen und er daher in dieser Richtung ohne Instruction; er zweifle aber keinen Augenblick, daß die von ihm vertretenen Oldenburger Vereine ohne Weiteres beitreten werden. Hampe-Lehrte versicherte dasselbe von dem Braunschweiger Verband. Bollmann-Bremen theilt mit, daß der Verband zwischen Elbe und Ems auf seinem Verbandstage zu Nienburg beschlossen habe, einer allgemeinen Vereinigung beizutreten. Diese Aeußerungen seither neutraler Verbände werden mit lebhafter Freude begrüßt und der Antrag Diersch gelangt ohne Debatte zur einstimmigen Annahme. Se. Majestät der Kaiser und Excellenz v. Glümer werden sofort telegraphisch hiervon benachrichtigt Als Delegirte nach Frankfurt werden gewählt: Diersch-Berlin, Ki en emund-Coln, Dincke lberg-Magde- burg, Becker-Hungen und Schmitt-Edenkoben, an Stelle des Letzteren im Verhinderungsfälle verschiedener Anträge auf Abänderung des Statuts, welche ohne allgemeines Interesse sind, werden die Verhandlungen auf Montag den 12., 10 Uhr Vormittags vertagt. Nach Wiedereröffnung der Verhandlungen am 12. August, 10i/2 Uhr Vormittags, nimmt bas Wort Prof. Dr. Schmit t-Edenkoben, um einen Antrag der Pfälzischen Kampfgenofsenschaft Schritte zu Gunsten der im Feldzug erkrankten Krieger bett., zu begründen. Redner weist darauf hin daß auch jetzt noch Fälle cintreten, in welchen Personen durck Krankheiten erwerbsunfähig würden, zu denen der Keim im Feldzuge 1870/71 gelegt worden sei; e ne laufende Unterstützung oder Pension werde denselben indeß nicht gezahlt, weil die Anmeldefrist verstrichen sei. Die A. D K.-K. solle Schritte thun, daß den Betroffenen trotzdem eine Unterstützung aus Staatsmitteln bewilligt wttde.^^ ^spricht sich keinen Erfola hiervon, da das Gesetz entgegenstehe. 1 Vielleicht könne man durch Fühlungnahme mit befreundeten, einflußhabenden Abgeordneten sich verlässigen, ob etwa im Reichstage eine diesbezügliche Petition günstig würde aufgenommen werden. I Din ckelb era-Maqdeburg weist auf die bestehenden Stiftungen hm, er habe mit denselben ■ sehr gute Erfahrungen gemacht. Diersch-Berlin schließt sich dem an. Durch Gesuche lasse sich - auf dem Verwaltungswege Nichts erreichen, ob die Abänderung des Gesetzes herbeigefuhrt werden - könne, sei zunächst abhängig von einem Gutachten der Medicmer darüber, ob bei einer jefct nach 8 Jahren eintretenden Erkrankung mit Bestimmtheit angenommen werden könne, der Keim fei im । °UIt a. M. hält in einzelnen Fällen den Nachweis für möglich. Er bedauert, daß gerade die Bescheidenen unter dem Nachtheil zu leiden hätten, die es s. Z. nicht verstanden hätten, nach dem Beispiel Anderer, welche den Geldpunkt mehr beachtet, unter Auf. bauschung eines damals noch kleinen Uebels sich die Pension zu sichern. Lanver-Bonn und Dr. Vogt-Butzbach beantragen: Der V Delegirteutag der A. D. K.-K erkennt die Wichtigkeit des aus echt ''kameradschaftlichem Gefühl entspringenden Anttags der Pfälzischen Kampfge. „nossenschast wohl an und gibt dem geschäftsführenden Präsidium den Auftrag, „in dieser Hinsicht einleitende Schritte zu thun." 9) „ Launsbach -- Es sind Demnach im Ganzen 53,144 Mitglieder Kriegervereine vertreten. (Verschiedene Verbände sind stehend sind nur die mit der Stimmabgabe betraute Herren benannt.) y Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird zunächst der Punkt 8 der Tagesordnung zur Berathung gestellt, welcher lautet: Allgemeine Besprechung über die gegenwärtige Lage des Kriegervereinswesens. Welche Schritte sind bisher von der A. D. K.-K. zur.^relnigung aller deutschen Kriegervereins-Verbände gethan worden? und was soll In Zukunft zn derselben noch weiter gethan werden? Hierzu erteilt der Vorsitzende zunächst das Wort dem S»efd-1 i-idm sich runichst g-gmüb-rst-h-nd-n Verbände, lehnt aber eine Untersuchung Darüber ab, wessen die Schuld sei daß eche. Bereinigung noch nicht stattgefunden habe, weil es sicher nicht angezeigt fet, jetzt noch bw Gegensätze auf s Neue hervorzuheben, wo die Einigung bevorstehe. Er erwähnt oberflächlich der kriegertage in Leipzig, Berlin und München und kommt auf die Konferenzen mit ». Glümer m Berlin und bte^enfelben zu Grunde liegende Idee. Wieder und wieder sei der Kaiser um Uebernahme des Protectorats über den „Deutschen Kriegerbund" ersucht worden. Er habe es entschieden «bge^ lehnt, auf die Bitte cinzugehen, weil dann die übrigen in Deutschland bestehenden Verbände, im Derhältniß zum Bunde, die erdrückende Majorität, seine Stiefkinder geworden waren. Um aber die Vereinigungsverhandlungen zum endlichen Abschluß zu bringen, habe er Exeellenz v. Glümer maligen Division Kumme r-Berlin Militärverein„Jäger u. Schützen" Leipzig Kriegerverein Uetersen in Holstein Frankfurter uniformirtes Veteranencorps 13j Berliner Kampfgenossen - Verein von 1864/66* unb 1870/71 „Straßburg" 14) Verein ehemaliger Schleswig-Holstein'scher Kampfgenossen, Berlin Außerdem von neutralen Verbänden: 1) Hauptverband westphälischer Kriegerund Landwehrvereine ca. 20000 ..... - - * •' 3200 2000 e»m weiteren Verlaufe des Schreibens wird ein Kongreß aller Vereine und Verbände nach Frankfurt a. M. berufen (Zeitpunkt noch unbestimmt), dessen Theilnehmer die unbeschränkte Vollmacht ihrer Verbände mitzubringen hätten, damit die endgültige Vereinigung ausgesprochen unD Seiner Majestät dem Kaiser gemeldet werden könne. *) Sache des hier stattgehabten Delegirtentags der A. D. K.-K. war es nun zunächst, sich schlüssig zu machen über die Vorschläge des Generals v. Glümer. Nachdem am 10. August von 71/2 bis gegen 10V2 Uhr Abends eine vorbereitenoe Konferenz der Präsidialmitglieder stattgefunden hatte, welche an den beiden folgenden Tagen von 9—101/2 Vormittags fortgesetzt werden mußte, erfolgte Sonntag den 11. August, 10 Uhr 30 Min. Vormittags die Eröffnung des Delegirtentags durch den Präsidenten der Allgemeinen Deutschen Kriegerkameradschaft, Kienemund-Coln. Der II. Vorsitzende des hiesigen Kneger- vereins Herr Pistor, übergibt den Berathungssaal, wünschend, daß die in ihm gepstogenen Verhandlungen gedeihliche sein möchten. Kienemund-Cöln mmmt Besitz und eröffnet die Verhandlungen mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, der Viceprastdent der A D. K.-K„ kander-Bonn, erinnert daran, daß es der ausdrückliche Wunsch des vorjährigen Delegirtentags gewesen sei, der diesjährige möge in Hessen, in Gießen, stattfinden und bringt ein Hoch dem Landesfürsten, Seiner Königl. Hoheit dem lIroßherzog Ludwig IV. von Hessen. Nach Bildung des Bureaus verliest der Vorsitzende den Geschäftsbericht pro 1877/78, welcher hauptsächlich sich verbreitet über Die Versuche, eine Vereinigung mit anderen Verbänden hcrbeizuführcn. Ferner wird verlesen das Rundschreiben Sr. Excellenz des Generals d. Ins. z. D- pr®$u™teeTrfcIi) meldet in längerer Rede den Beitritt des Frankfurter uniformirten Veteranencorps zur A. D. K.-K. an. , . Der Kassirer der A- D- K--K- Baltz uw ei t-Coln erstattet den Kaj|enbericht, wonach sich ein Baarbestand von 37 JL H H ergibt . (Bemerkt werden muß, daß die A. D- SMt pincipiell die Unterstützungsfrage den Einzelverbanden überlaßt und nur Beitrage zu den Verwaltungskosten in der Höhe von 2, 1 oder Vr H pro Kopf erhebt, also nur eine kleine Kasse haben kanm) beg Bureaus sind nachstehende Verbände und Vereine vertreten: 1) Landesverband hessischer Kriegervereine 6589 Mitglieder, Becker-Hungen^ 2) Pfälzische Kampfgenossenschaft 3) Mittelschlesischer Kriegcrverband 4) Provinzialsächsische Kricgerkameradschaft 5) Rheinische Kriegerkameradschaft (Sh. (9h- (Nr- vdt. Tecklenburg- sind heute zu haben bei (5118 Fouls IWotty Pulvermühle. W- Löber, Brandaasse verkauft 5112) -Darmstädter HauS. Kiumach Maus bürg 48. C. Fr. Conrad, Friseur Worms a. Rh (Nr- H3. Frbluar 5115) Ein Landwirth, welcher im Besitz eines disponiblen Kapitals von 90,000 jl ist, sucht ein größeres Landgut in guter Gegend der Provinz Hessen.Nosiau, möglichst in der Nähe einer Bahnstation gelegen, pachtweise zu übernehmen. Offerten werden unter 8. 8. 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Die Akademie für Canöimrtlje, Bierbrauer nah Musser, drei getrennte Fachlehranstalten, 1861 begründet, beginnt das Wintersemester am 1. November. — Programme zu beziehen durch (Nr- E Bekanntmachung 5107) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntntß gebracht, daß Herr I. A. Waldschmidt zu Wetzlar unterm heutigen Tage mit dem Eisenbergwerke Toni in der Gemarkung Lauter, Kreises Gießen, mit einem Felde von 933250 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Berg- werks-Eigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situattonsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 31. Juli 1878. Größtmögliche Gber-Forst u. Domiinen-Direction, Bera-Abtheiluna. Bose. • u. Speiseessig. 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