Donnerstag, den 23. »Diai 1878 We. 11» Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS liebenen. 1 eher. Wien selben bringen fest stehen, daß Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. 19. d.: Die ganze rumänische Armee hat auf Anordnung des Fürsten eine Vorwärtsbewegung gegen Osten längs der Karpathen angetreten und nimmt gegenwärtig folgende Stellungen ein: eine Division bei Ttrgoveschti, die zweite bei Ptteschti, die dritte bei Slatina, die vierte bei Krajowa; die Reservedivtfion verbleibt mit den Positions-Geschützen in Kalafat. Aus Belgrad berichtet die nämliche Correspondenz: Der Fürst hat die wegen der Topola-Affaire zum Tode Verurthetlten begnadigt. — Ferner aus Konstantinopel vom 18. d.: Gestern Nachmittag verließen die russischen Trup- , pen San Stefano, ohne jedoch Lager und Hauptquartier aufzuheben, und berge bei Mainz wurden Schüsie aus den Wagen des damaligen Prinzen abge- seuert, welche den Postillon verwundeten. Das zweite Attentat wurde von dem Studenten Oscar Becker verübt, der am 14. Juli 1861 in Baden-Baden beide Läufe eines scharf geladenen Terzerols aus sehr geringer Entfernung auf den damaligen König Wilhelm abschoß und denselben — zum Glück nur ganz leicht — verwundete. Berlin, 19. Mai. Der Kultusminister Tr. Falk hat feine Entlassung eingereicht — das ist die große Nachricht des Tages. Man erzählt im Reichstage, der Herr Minister sei zu diesem Schritt nach der ersten Staatsministerial- S.tzung entschlossen gewesen, die nach dem Empfang der Minister beim Kaiser am letzten Sonnabend stattfand. Dr. Falk sieht sich wohl nach der^kaiserlichkn Ansprache nur nach dem laut gewordenen Wunsche des Reichskanzlers, anläßlich des Attentats legislatorisch gegen die Presse und gegen die Vereine vorzugehen, als deplactrt an, und man weiß bereits in allen irgend unterrichteten Kreisen, der Cultusmintster werde sein Entlaffungsgesuch erneuern, falls es für jetzt ab- gelehnt werden sollte. Uebrigens drängt Alles auf rasche Entscheidung los, denn der Bundesrath ist bereits (siehe oben) im Besitz eines preußischen Antrages, der für die Reichsregierung die Ermächtigung nachsucht, allen Ausschreitungen der Presse wie der politischen Vereine kurzer Hand energisch zu wehren. Diesen preußischen Antrag hat, wie es heißt, der Reichskanzler Fürst Bismarck formulirt, als in diesen Tagen der Minister Graf zu Eulenburg in Friedrichsruh sich aushielt. Der Reichstag, dem daran lag, Mitte nächster Woche die Session geschlossen zu sehen, erwartete die angegebene Vorlage des Bundesraths spätestens am nächsten Montag, und dann kann er vor Sonnabend nächster Woche seine Geschäfte nicht abschlüßen, denn er ist verpflichtet, die Gründe ganz genau anzugeben, die ihn verhindern werden, der Reichsregierung die intendirte Vollmacht zu ertheilen. Es fei jedoch erwähnt, was als Gerücht cursirt: Sollte der Reichstag den preußischen Antrag ablehnen und aus Nichts sich einlaffen, so würde die Frage zur Tiscussion gestellt werden, ob der Reichstag nicht aufzulösen sei. Dies zur Vervollständigung des Berichts ohne weitere Gewähr und zur Kennzeichnung der Stimmung. — Falkas Entlaffungsgesuch erregt die Gemüther ungemein; cs macht sich die Annahme geltend, der junge Graf zu Eulenburg beherrsche die Situation, und unter diesen Umständen werde es auch dem Justtzmimster Tr. Leonhardt kaum möglich sein, noch lange im Amt zu bleiben. Berlin, 20. Mat. Eine der von dem Attentäter Hödel abgeschoffenen schlicht, daß f ebte Tochter I res Jenseits f die Beerdi- I r Gartenstraße B. 165. Schxlstraße B. 18. Entwurf eines Gesetzes zur Abwehr socialdemokra- ’ tischer Ausschreitungen. i Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht den folgenden Wortlaut des dem Bundesrath zugegangenen und von diesem dem Reichstage bereits überwiesenen : Gesetzentwurfs: Wir Wilhelm rc. verordnen im Namen des deutschen Reiches nach erfolgter Zustimmung dcs Bundesraths und des Reichstages, was folgt: § 1. Druckschriften und Vereine, welche die Ziele der Soctaldemokratie verfolgen, können von dem Bundesrath verboten werden. Das Verbot ist öffentlich bekannt zu machen und dem Reichstag sofort, oder, wenn derselbe nicht versammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritt mitzutheilen. Der Reichstag kann die Aushebung des Verbots beschließen. § 2. Die Verbreitung von Druckschristen an öffentlichen Orten, aus Straßen und auf öffentlichen Plätzen kann von der Ortspolizet-Behörde vor-, läufig verboten werden, wenn die Druckschriften Ziele der im § 1 bezeichneten Art verfolgen. Das Verbot erlischt, wenn nicht innerhalb 4 Wochen die Druckschrift von dem Bundesrath auf Grund des § 1 verboten wird. § 3. Eine Versammlung kann von der Ortspoltzei-Behörde verboten oder nach ihrem Beginn von dem Vertreter der Ortspolizei-Behörde aufgelöst wer« den, wenn Thalsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß die Versammlung Zielen der im § 1 bezeichneten Art dient. § 4. Wer einem nach § 1 oder § 2 erlassenen Verbote zuwider eine Druckschrift verbreitet, wird mit Gefängniß bestraft. Die Beschlagnahme der Druckschrift kann ohne richterliche Anordnung erfolgen (§ 23 ff. des Gesetzes über die Preffe vom 4. Mai 1874). § 5. Die Beiheiligung an einem nach § 1 verbotenen Vereine oder an einer nach § 3 verbotenen Versammlung wird mit Gefängniß bestraft. Gleiche Strafe trifft Denjenigen, welcher sich nicht sofort entfernt, sobald die Auflösung einer Versammlung aus Grund des § 3 erfolgt ist. Gegen die Vorsteher des Vereins, sowie gegen die Unternehmer und Leiter der Versammlungen und gegen Denjenigen, welcher zu einer verbotenen Versammlung das Local srcigibt, ist auf Gefängniß nicht unter drei Monaten zu erkennen. § 6. Wer öffentlich durch Rede oder Schrift es unternimmt, in Verfolgung der im § 1 bezeichneten Ziele die bestehende rechtliche oder sittliche Ordnung zu untergraben, wird mit Gefängniß nicht unter drei Monaten bestraft. § 7. Dieses Gesetz gilt nur für den Zeitraum von drei Jahren. Die §§ 1 bis 5 treten sofort in Kraft. Urkundlich. (Gegen den Entwurf dieses Gesetzes hat im Bundesrathe Hessen und Bremen gestimmt. Hoffentlich wird auch im Reichstage der „Entwurf" einer geeigneten Behandlung unterworfen werden). Deutschland. Darmstadt, 19. Mai. Die Regierung ist mit der Ausarbeitung eines die Rechtsverhültrnffe der Mitglieder der landesherrlichen Familie ordnenden Haus- Gesetzes, welches dem nächsten Landtag vorgelegt werden soll, beschäftigt und entspricht damit einem alten Wunsch der Landesvertretung. Berlin. Bekanntlich hat der Kaiser beim Empfange des Staatsministeriums, welches ihn wegen der glücklichen Vereitelung des Attentates beglückwünschte, geäußert, es sei dies das dritte Mal, daß auf ihn geschossen worden sei. Da die beiden früheren Fälle nicht Jedem genauer bekannt sein dürften, so mögen dieselben hier erwähnt werden. Das erste Attentat wurde auf den Kaiser verübt, als er 1849 nach Baden reiste, um den Oberbefehl über die Truppen zur Bekämpfung des badischen Ausstandes zu übernehmen. Aus einem Wein- irc Umzüge gemeines Möbel: > Preisberechnung. r*t Wtlw. w» Nl den am w« 8(He6le” Sä* ÄN SM ner' Oesterreich. 20. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest vom Kugeln soll nach der „Nat.-Ztg." am Freitag auf dem südlichen Straßendamm der Linden, nahe dem russischen Botschaftshotel, im Staube gesunden worden sein. — Mit welcher Frechheit der Attentäter Hödel zu Werke geht, beweist folgende von ihm am Sonnabend gemachte Aeußerung gegen einen der mit ihm in Berührung kommenden Beamten: „Man wird hier wie ein Hund behandelt", redete er denselben an, „nicht einmal eine Zeitung kriegt man hier, sorgen Sie dafür, daß ich morgen eine Zeitung erhalte" u. s. w. — Die Zeugenvernehmungen wurden Sonnabend fortgesetzt und waren gegen 2 Uhr beendigt, die- nichts wesentlich Neues. Hödel bleibt bei seiner Behauptung er nicht den Kaiser, sondern sich habe erschießen wollen. r bem a ' Mbt, sfiäy- »riilijr W •SäSi; fr. * fe! PeIQtmaIben, Anti- Rothenberger enweg 193, zum Löwen-. thenberger. enweg. ÄjiiT >mrN«beiiufau, '«• Zwischenhändler er/. H. a. b. Bit N flösse (A, idenr Ueberzieher ist cuf en woiben und kann tn in ßmpfang ge- ms bei her Exped. Anstreicher, bei ) in Nchdaum M iui 8 auch 14 Tage , ifiotyn. Zu erfragen 1 Kichencr Wyeiger A«M- mb Amtsblatt fit bea Alkis Gicht,. Gießen, am 21. Mai 1878. Betreffend: Aufsicht über das Fasselvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen SN die Grostherzogtichen Bürgermeistereien der nschbenannten Brtr. Di« Befichtigung der Gemeinde.Zuchtstiere und - Zuchteber durch die von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein gewählte Commission wird an folgenden Tagen stattfinden: 1) Montag den 2*7. Mai I. 3. in den Orten Weitershain, Rüddingshansen, Odenhausen, Keffelbach, Londorf, Allertshausen, Elimbach, Geilshausen. 2) Dienstag den 28. Mai l. I. in den Orten Stangenrod, Lumda, Beltershain, Reinhardshain, Göbelnrod, Grünberg. 3) Mittwoch den 29. Mai l. I. in den Orten Stockhausen, Weickartshain, Lauter, Qucckborn, Harbach, Lindenstruth, Saasen. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zur fraglichen Zeit zu Hause zu bleiben, und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vor- zusühren, auch sich selbst bereit halten, um etwa verlangt werdende Auskunft zu ertheilen. Dr. Boekmann. einspänniges elchen wird;n von wem? d. Bl. hten und Äorh« mpfiehJt sich (er, Miihlg&ae 81. demonstrirten südlich den türkischen Stellungen gegenüber, während die Hauptmacht, darunter 18 Batterien, nordostwärts blrigtrt wurde. Zugleich verbrei tete sich das Gerücht, die Kosaken wollten Pirmdsikeoi besetzen, worauf der Sultan den Befehl erließ, die Besetzung Pirindsikeois eventuell mit Waffengewalt zu verhindern. In Folge dieses Befehls wurden an die türkischen Truppen auf der ganzen Linie Patronen vertheilt und mehrere Batterien nordwärts entsendet. Am Samstag standen sich beide Armeen so feindselig gegenüber, daß es nur des geringsten Anlaffes bedurft hätte, um einen blutigen Zusammenstoß hervorzurufen. Ueberall war die Nachricht verbreitet, daß die Ruffen sich der europäischen Seite des oberen Bosporus bemächtigen wollten. — Labanoff versicherte den Sultan bei der Antrittsaudienz der friedlichen Gesinnungen und Absichten Rußlands. Arankreich. Paris. Eine Verordnung des Polizeipräfekten verbietet das Rauchen in den Ausstellungspalästen des Champ de Mars und des Trocadero, sowie in, allen Nebengebäuden. Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr» Uorrespondenr-Bureau» Berlin, 21. Mat. Sitzung des Reichstags. Dritte Lesung der Rechtsanwaltsordnung. Zu 8 7 (Lokalisimng der Rechtsanwälte) erklärt Saatssekretär Friedberg, der ganze Entwurf fei für die Bundesregierungen unannehmbar, wenn dieser Paragraph nach den Beschlüssen der zweiten Lesung aufrechteihcilten werde. Die Bundesregierungen seien indeß mit dem bereits bei der zweiten Lesung etngebrachten, jetzt wiederholten Amendement Lasker-Struckmann (die Zulassung erfolgt bet einem bestimmten Gerichte; Handelskammern, welche ihren Sitz an einem anderen Orte als an dem Landgerichts- fitze haben, sind als besondere Gerichte anzusehen) einverstanden. In der hieran geknüpften längeren Debatte sprechen Lasker, Staudy und Holder für den Lasker'schen Antrag, Pfafferot und Wtndthorst für die Beschlüsse der zweiten Lesung. Das Haus nimmt das LaSker'fche Amendement an. Die folgenden Paragraphen bis 104 werden unverändert resp. in der dem Lasker'schen Amendement zu 8 7 entsprechend modifictrten Weise angenommen. 8 104 a (die Landesjufttzverwaltung ist für drei Jahre ermächtigt, Rechtsanwälten die Zulassung bei einem anderen Gerichte zu versagen, wenn bet dem Gerichte, bei dem sie zugelaffen sind, nicht ausreichend Rechtsanwälte vorhanden sind) wird des Widerspruches des Bundescommtssars ungeachtet gestlichen. Der Rest des Gesetzes mit der Resolution betreffend eine einheitliche Regelung des juristischen Prüfungswesens wird unverändert genehmigt. Die Gertchtskostengesetze werden nach kurzer Discussion, wobei die Württemberger Schwarz und Payer sich gegen dieselben, als die Prozeffe vertheuernd, au?sprechen, auf Antrag Marquardsens in dritter Lesung en bloc angenommen Es folgt h'.erauf die dritte Berathung der TabakS-Enquete-Vorlage. Retchensperger gegenüber resumtri der Minister Hofmann die von ihm und dem Finanzminifter bet der zweiten Lesung abgegebenen Erklärungen. Hierauf wird 8 1 mit geringer Majorität, 8 2 (die Aufbringung der Kosten betreffend) mit 141 gen 123 Stimmen genehmigt. Ferner werden in dritter Lesung der Ausitrferungsveltrag mit Spanten, dte Vorlagen betreffend die Uebernahme der bisher aus den Landesfonds gezahlten Pensionen auf das Reich und die Revision der Servtstartfe ohne Debatte angenommen. Die dritte Berathung der Gewerbegerichtsvorlage beginnt bei dem an dte Commission zurückgewiesenen 8 8 (die Wahl des Vorsitzenden.) Die Commission hat sich über einen Beschluß nicht zu einigen vermocht. Minister Hofmann erklärt das Gesetz bet der Aufrechterhaltung des Beschlusses der -wetten Lesung zu 8 8 für unannehmbar. Ein Compromißantrag Gensels wird abgelehnt, ebenso der Btschluß der -wetten Lesung. Präsident v. Forckenbeck erklärt hiernach den Gesetzentwurf für gescheitert, weßbalb die Werterberathung fortfällt. Die Novelle zur Gewerbeordnung wird in der Gesammtabsttmmung angenommen. Zu -wet Berichten der Reichsschulden-Eommission wird Decharge erthetlt- Nächste Sitzung Donnerstag. Auf der Tagesordnung derselben steht dte Berathung über die Vorlage -ur Abwehr der soctaldemokrattschen Ausschreitungen. Konstantinopel, 21. Mai. Vor dem Palast Tscheragan fand am Montag ein tumultuarischer Auflauf von Flüchtlingen, welche dem Sultan eine Petition überreichen wollten, statt. Dte Ruhe wurde indeß noch vor der Ankunft der Polizei wieder hergestellt. London, 21. Mai. In Parlamentskreisen nimmt man an, daß die Debatten bezüglich der Resolution Hartington's bis zum Donnerstag dauern werden. — „Times" meldet aus Philadelphia, die Russen hätten den Dampfer „Columbus" von der New-Aork-Havannah-Linte für 300,000 Doll, gekauft. London, 20. Mat, Abends. Bet Begründung der vorgeschlagenen Resolution betreffs der indischen Truppen erklärte Hartington: Er beschränke sich auf die constttutionelle und finanzielle Seite der Frage und sehe davon ab, auf die Besprechung der orientalischen Politik der Regierung etnzugehen, da er Angesichts der schwebenden Verhandlungen der Regierung keine Verlegenheiten zu bereiten wünsche. Colonial-Minister Hicks Beach befürwortete sein Amendement, verchetdigte die Regierung und forderte das Haus auf, durch Ablehnung der Resolution Hartington's seinen Patriotismus zu bekunden und sein (Beack's) Amendement mit größter Majorität anzunehmen, damit dte Welt zukünftig wtffe, England habe in Zeiten der Gefahr stets aus die geeinigte Nation zu rechnen. Harcourt trat für Hartington's Resolution ein. Stanhope sprach für die Regierung, worauf dte Fortsetzung der Debatte aus morgen ver» tagt ward. Im Oberhause trat Lordkanzler Cairns den Ausführungen Selborne's entgegen und rechtfertigte das Verfahren der Regierung. Cardwell und Gran« Ville vertheidigten das Verhalten der Opposition und erklärten, daß sie kein Tadelsvotum beantragten. Granville äußerte noch, er gebe zu, daß große Noth- sälle eintreten könnten, in denen die Regierung aus eigene Verantwortung handeln müffe, er bestreite aber, daß gegenwärtig ein derartiger Fall vorliege. Beaconsfield verfocht den Standpunkt der Regierung und schloß mit folgenden Worten: Der Regierung seien gegenwärtig die Lippen geschloffen, und sie könne augenblicklich ohne Schädigung der Staatstntereffen ihre Politik nicht darlegen. Ihr einziges Ziel sei immerdar gewesen: Sicherung der Segnungen des Friedens, Wahrung der Freiheit Europas und Behauptung der gerechten Position Englands. Die Regierung sei auch gegenwärtig bemüht, diese großen Ziele zu erreichen. Wenn die Zett komme, wann die Regierung ihre Politik darlegen könne, werde es sich zeigen, daß das, was geschah, in dem Glauben ausgesührt sei, daß es zum Besten des Staates ausschlage. Obschon angegriffen, müffe die Regierung jetzt schweigen, da sonst das Staats-Jntrr'effe nur Schaden leiden dürfte. (Lauter Beifall der Regierungspartei). Damit wurde Selborne's Antrag als erledigt angesehen. Das Haus vertagte sich aus morgen. Blackburn, 20. Mai. Ein großes Meeting der strikenden Arbeiter nahm eine Resolution an, in welcher sie die Vorschläge der Arbeitgeber ableh. nen, sich aber bereit erklären, aus eine Lohnreduction von 5 pCt. einzugehen. Paris, 21. Mai, Abends. Der Postcongreß hat den Entwurf des Postvertrags genehmigt. Der „Agence Havas" zufolge überschreitet die durchschnittliche Zahl der Besucher der Ausstellung an Sonntagen dte Zahl 100,000, SS Dampfer mit indischen Truppen sind heute in den Suez-Canal emgefahren einer derselben wurde in Quarantaine zurückgehalten wegen des Vorkommen- von zwei Cholerafällen. — Der hiesige russische General-Consul Coumany ist nach Petersburg abgereist, wohin er von seiner Regierung berufen wurde. Die „Ag. Havas" will erfahren haben, Coumany werde an dem Eongreffe theilnehmen, sei es als Rath Gortschakoff's, sei es als zweiter Bevollmächtigter. London, 21. Mai, Abends. Salisbury theilte dem Herzog von Westminster mit, er könne eine Deputation, die ihm eine Erklärung zu Gunsten des Friedens überreichen wolle, nicht empfangen. ÄVren, 21. Mai. Dte „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel, caß außer dem Vertreter Deutschlands auch dte Vertreter einiger anderen Mächte gegen die von der Pforte geplante Erhöhung des Einfuhrzolles zur Bedeckung der Kosten der Repatriirung der Flüchtlinge Einsprache erhoben hätten. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest vom 21., daß das 11. russische Armeecorps nach Bulgarien abrücken soll. Wien, 21. Mai, Abends. Das hiesige „Telegr. Corresp.-Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 21. d. Abends: Ali Suavt Effendi, jenes Individuum, das gestern in den Palais Tscheragan eindrang, wurde getödtet. Bet einem Zusammenstöße mit den Truppen wurden 25 Personen getödtet und ebensoviel verwundet. Auch mehrere Soldaten blieben todt oder trugen Wunden davon. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der ehemalige Sultan Murad erklärte, dem gestern entdeckten Complotte ganz fremd zu sein. Entgegen anderweitig verbreiteten Gerüchten wird versichert, daß Murad sich gegenwärtig in einem zum Palais Dildiz-Kiosk, der Residenz des Sultans, gehörigen Kiosk befinde. In Folge einer Durchsuchung des Hauses Suavi Effendi'S wurden weitere Verhaftungen vorgenommen. — In Folge der gestrigen Vorfälle ist der Marinemintster abzesetzt und Vessin Pascha zu seinem Nachfolger ernannt worden, lieber den Nachfolger des seitherigen Knegsministers ist noch nichts bekannt. Konstantinopel, 21. Mat. Einer von 5000 Flüchtlinge abgesandten, um Unterstützung bittenden Deputation sagte die Pforte die Lieferung von regelmäßigen Rationen zu.__ Lokal-Notiz. Gießen, 22. Mai. AuS den Verhandlungen der Großher-ogl. Handelskammer. Sitzung am 11. Mai. 1) Auf die das Eisen-oll- und Etsenbahntarifwesen betreffende wiederholte Emzabe der Maln-Weser-Hütte zu Lollar wurde beschloffen, dte tn derselben enthaltenen Destderten, deren Berücksichtigung bereit« der Elsenbahntartfcommtfston empfohlen worden, auch Großherzozltchem Ministerium des Innern zur Kenntntßnahme und Befürwortung zu unterbreiten, soweit die von der Main-Wefer-Hütte geltend gemachten Wünsche mit dem von der Handelskammer vertretenen Standpunkt übereinftimmen. 2) Der dem Reichstag Ende vorigen Monats zur Beschlußnahme vorgelegte Entwurf eines Gesetzes, die Statistik deS auswSrtiqen Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets betreffend, veranlaßte die Handelskammer, eine Eingabe an den Reichstag zu richten, welche für die Beseitigung einiger Bestimmungen diese« Entwurfs eintritt. Zunächst ist es 8 7, der zu Bedenken Veranlassung gibt. Darnach sind die Anmeldestellen befugt, Maaren, für welche die vorgeschriebenen Anmeldungen fehlen, und vom Waarenführer nicht sofort beschafft werden können, bis -u ihrer Beibringung von der Weiterbeförderung zurückzuhalten, eine Bestimmung, die den Absender in zahlreichen Fällen schwer benachtheiltgen würde, ohne daß ihm die geringste Schuld zur Last gelegt werden könnte; denn, da nach 8 6 weder öffentliche Transportanstalten, noch sonstige Fuhrunternehmer Güter, welche der Anmeldepflicht unterliegen, ohne Anmeldeschein übernehmen dürfen, so wird sich der Absender gewiß nicht der sicheren Verweigerung der Uebernahme zur Beförderung aussetzen. Würde daher bet der Anmeldestelle der Schein nicht übergeben, so könnte derselbe nur durch die Schuld de8 Frachtführers oder mindestens unter seiner alleinigen Verantwortlichkeit nicht vorhanden sein. Hiernach würde es aber sicher ein Unrecht involoiren, wenn man für diese Unterlassung eines Dritten den Absender der Maare dadurch schädigen wollte, daß der Weitertransport der Sendung aufgehalten würde. Die Handelskammer glaubt, an Stelle dieser den Verkehr hemmenden Bestimmung die Vorschrift einer seitens de« Frachtführer« für die Nachlieferung der Deklaration zu leistenden (Kaution empfehlen zu sollen, oder etwa die Bestimmung, die Deklaration nicht dem Frachtführer, sondern dem inländischen Absender bei der ihm zunächst liegenden amtlichen Stelle aufzulegen, welche dann von dieser an die Anmeldestelle des Frachtführers zu übermitteln wäre. Einen weiteren Anstand bietet 8 1° des Entwurf«, wonach von den schriftlich anzumeldenden Maaren ausschließlich zur Deckung der Anmeldekosten eine in die Reichskasse fließende statistische Gebühr erhoben werden soll- Auch diese Bestimmung ist eine nicht zu rechtfertigende Benachtheiligung de« Handelsstands, dem damit eine allgemeinen Reichszwecken dienende Steuer auferlegt wird, welche die Zollfreiheit für viele Gegenstände illusorisch machen würde. Dem Versender wird hier zugemuthet, dem Frachtbrief, welcher Gewicht und Gattung des Versandsgegenstands bereits enthalt, noch eine vorschriftsmäßige Deklaration deizufügen, für welche obendrein noch eine Gebühr in Gestalt einer neuen Stempelsteuer erhoben werden soll, deren Ertrag nach den jüngsten Publikationen deS Kaiserlichen Statistischen Amttz mehr als 3 Millionen Mark betragen müßte, somit zugleich den für die ij errichtenden Anmeldestellen erforderlichen Kostenaufwand in bedeutendem Maße übersteigen und zum arößten Theil dem ReichSfisku« zu Gute kommen würde. 3) Einer Einladung des Vorstandes des Mittelrheinischen Fabrikantenoereins, an dessen Verhandlungen der nächsten Monatsversammlung, Mittwoch den 15. L Mts., thetlzunehmen, wird in Rücksicht auf die Wichtigkeit des Hauptoerhaadlungs- gegenständes, die Errichtung eines volkSwirthfchaftlichen Senats, entsprochen, und der Präsident der Handelskammer ersucht, dieser Sitzung beizuwohnen. 4) Die Handelskammer zu Halle geißelt in einer Eingabe an den Ausschuß der Verkehrsinteressenten der deutschen Tartscommisston das Verfahren verschiedener Eisenbahnen, welche bei Wagenladungsgütern für das 5000 Kg bezw. 10000 Kg übersteigende Gewicht den Stückzutfrachtfatz in Anwendung bringen, und bittet nachstehenden Zufatzantrag zu einem am 28. Februar eingebrachten und dieffett« mitunterzeichneten Antrag unterstützen zu wollen: „In die Tarifoorfchriften für die allgemeinen Wagenladungsklassen beantragen „wir nach dem Satze: .„Von jedem Wagen wird die Fracht zu dem Satze „der Klaffe A 1 nach dem wirklichen Gewicht, mindestens aber für 5000 Kg „erhoben--, einzuschatten: „frür das in den Grenzen der Tragfähigkeit „des betreffenden Wagens (§ 52 deS BetrtebSrealementS) über „5000 Kg verladene Mehrgewicht kommt gleichfalls der Satz der „Klaffe A 1 zur Anwendung", worauf der jetzig« Schlußsatz des alin. „ju folgen hätte: „„Ergiebt jedoch die Berechnung für lOOMKg dem Satze »der Klasse B eine geringere Fracht, so kommt diese zur Erhebung."" Diesem „Satze beantragen wir binzuznfügen: „Bei Verladung von 10000 Kg „auf einen Waaen kommt für das innerhalb der Tragfähiakeit des „WaaeuS etwa überschießende Gewicht gleichfalls der Satz der Klaffe B „zur Berechnung."" Die Kammer beschließt in Anerkennung der vollen Berechtigung dcs Antrag« auch diesem Wunsche zu entsprechen. 8ehlfTHberleM. ll-tttgelheM von dem Ägeinen öes Rorvveulichen Lloyd C. W. Dietz tn Gießen. Newyork, 20. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampffchiff Hohenzollern, Capt. F. Himbeck, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 5. Mai von Bremen und am 7. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern die Elle von Jl. 1.40 an. 2483) IW einaetroffen. Wllh. Balser. Bloch in Darmstadt zu «XXXXXXXXMOI! 1446) legen, zu verkaufen. (2639 Fr. Kreuder. (3169 Die Bank-Direction. übertragen haben. Stuttgart, den 15. Mai 1878. Billige Bauplätze, verschiedener Größe, zwischen dem obersten und untersten Riegelpfad, in der Nähe der Villa Wolff geige abgesandten, Lieferung voi 2757) Empfehle meine Fenster-Jalousien neuester Eonftructiou incl. Anschlag, lange Garantie, beste Ausführung, Muster zur Ansicht stets angeschlagen. Achtungsvoll ___________Chr. 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Bei den zu diesem Zwecke in Frankreich und England errichteten Anmelde-Bureaus sind Anmeldungen von vorzüglichen Exemplaren der meisten Racen jener Lander erfolgt. Für diese Racen sind französische und englische Preisrichter gewonnen worden, während für deutsche Hunde diese Function in die Hände der bewährtesten deutschen Kenner gelegt ist. Außer den vom Comitä ausgesetzten Preisen, welche in goldenen, silbernen und bronzenen Medaillen, sowie in geschmackvollen, von Kunstlerhand ausgeführten Diplomen bestehen, find Werthgegcnstande alS Ehrenpreise von Privatpersonen in Deutschland und England cingesandt worden, sowie von dem Jagdverein „Nimrod" in Holland, von der Redaktion des „Sporn" in Berlin u. s. w. Der für die Ausstellung in Aussicht genommene Theil des Zoologischen Gartens wird gegenwärtig mit den nöthigen baulichen Einrichtungen für Unterbringung der Thiere versehen und dürfte ein ungemein freundliches Bild darbieten, wenn erst einmal die erwarteten Bewohner eingetroffen sind. Vermischte k Darmstadt, 20 Mai. Auch die hiesige Volksbank ist beiden Ständen wegen ihrer Heranziehung zur Gewerbesteuer vorstellig geworden. — Die in unserem Mittelstand stark verbreiteten Freiburger 15-Francs-Loose verjähren schon 5 Jahre nach etngetretenem Auszahlungstermin, eine Bestimmung, die wenig bekannt zu sein scheint, denn es sind bereits eine Menge gezogener Loose in Folge dessen vollständig werthlos geworden, — ein Schicksal, das einer noch größeren Anzahl in Kurzem bevorsteht, weshalb wir den Interessenten das Nachschlagen der Restanten- listen empfehlen. Bekanntlich ist vor einigen Jahren der Haupttreffer genannter Loose mit 50,000 Franken, weil nicht rechtzeitig erhoben, verjährt. — (Postaufträge zur Einholung von Wechselaccepten.) Der Generalpostmeister erläßt folgende Bekanntmachung: die Bestimmung, wonach bei Postaufträgen zur Einholung von Wechselaccepten die mit einem Postauftraqe zur Versendung kommenden Wechsel einzeln und zusammen den Betrag von 3000 Mark nicht übersteigen dürfen, kommt von jetzt ab versuchsweise in Wegfall. Es findet daher eine Beschränkung in der Höhe der Summe bei den zur Einholung des AcceptS mittels Postauftrages zu versendenden Wechseln bis auf Weiteres nicht mehr statt. Hosschönfärberei, Druckerei und Wasch Anstalt. Färberei für ftivene Kleider, ChLles, Bänder, Blonden, i Spitzen, Franzen ic. re. Färberei u. Druckerei aller Arten wollener und qemischter Stoffe. J. Bärmann, Hotel Einhorn. Gute Kartoffel verkaufen bet (3174 C. Schwan, Seltersweg E. 78. Warme Bäder. Erlaube mir, meine Bade-Anstalt in empfehlende Erinncrunq zu bringen. 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Drei Lieder von Karl Stieler. — Dir Deutschen in Paris. Bon einem in Parts ansässigen Deutschen. I — AuS der Blüthe- zeit der Almanache. Mit 7 Illustrationen. — Vor dem Sturm. Historischer Roman von Theodor Fontane. (Fortsetzung.) Mit einer i lluftrirten Beilage: Frau Präsidentin Bürgerin Hahn und Frau Stagemann in einer socialdemokratischen Frauen- u. Mädchenversammlung zu Berlin. Nach dem Leben._______________________ 3201) Ein braves Dienstmädchen auf sofort gesucht. Neuenweg B. 177, im Hinterhaus. 3172) Ein oerheiratheter tüchtiger Kauf mann hat noch Stunden des TageS frei und wünscht schriftliche Arbeiten oder Stellung auf einem Büreau zu übernehmen. Näheres in der Exped. d. BlttS.__ 2171) Ammen finden gute Stellen. Treusch, Fahrg. 66 Frankfurt a. M. b!n Nto ■"> Jotteai gtra„6i' j- N01« ©«»alt . °8 Mfte fn e 5 tiijijiJ0 uea Vvl empfehle mich hiermit bestens . Anfertigen aller Sorten " V» Zeug- u. Lederschäfieii'-.Ä-Ss und bitte um geneigten Zuspruch JjÄjÄ'l,6 Wilh. Moxter. 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