-?r. 301, Mittwoch, den 25. December 1878. Kchmer ^(nzciger Anzeige- und AmtsMt fir den Kreis Gießen. . —1 ' ---- ■ ■ Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringerloh«. !RebÄCtwn#tmreaut l «*ur«r(.fie B. 18 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf. «xpedittonSburean r j ____________________ SW* Des h. Weihnachtsfestcs wegen erscheint die nächste Nummer Samstag den 28. Decbr. Abends. wird bestraft: * Weihnachten! den Lehranstalten und endlich die katholische Universität, mit der man unser Nachbarland schon staatsrcttend beglückt hat, den Import der Spulten und mit ihnen von allerlei Klosterbrüdern und Betschwestern, damit das Endziel de Vermehrung des Vermögens der tobten Hand erreicht werde. Aus diesem Boden ist natürlich der Friede unmöglich; — aber wir wutffchen,„ daß dw deutsche Gesinnung siegt, daß man nicht länger „undiscutirbare Gesetze zwecklt» bekämpft und daß der Friede zur Wahrheit werde, der was dem Kaller ist, auch dem Kaiser und Gott giebt, was Gottes ist. Noch lebt di- alte Toleranz der Hohenzollein und bei gutem Willen ist der Friede zwischen Staat und Kirche möglich und hoffentlich näher als man denkt. Er wäre em köstliches Weih- nachtsgeschenk für unser Volk. , .. Es ist Weihnachten! Di- heilige Zeit erstrahlt In echter und rechter Wtnterpracht. Ist es denn wahr, daß unsere Z-it so traurig und trüb ist's Lieg! denn das Bleigewicht des Druckes der politischen und materiellen V-r- hältntffe erdrückend auf uns? Nein, noch strahlen di- Augen freudig, wie ehedem, noch leuchtet in altem Glanz der Weihnachtsbaum, noch lebt und wirkt die deutsche Liebe! Wer wollte nicht wünschen, daß Noth und Kummer verschwinden, daß Neid und Haß der Parteien schwindet und zurückkehrt das alte Vertrauen zu froher und befferer Zukunft? Möge es aufgehen wie die Mor- genrötbe und uns zurufen: „ ,, , ,, , 8 Friede auf Erden und den Menschen ein WohlgesallenI KeutMand. Darmstadt, 21. December. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen heute Vormittag den Oberbürgermeister Ohly, darauf eine Deputaten der zweiten Kammer der Stände, um die Adreffe der Stadtverordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt und diejenige der zweiten Kammer der Stände entgcgenzunehmcn. Später empfingen Se. König!. Hoheit den Ministerpräsidenten Freiherr« v. Starck und den Minisieriaiprästdenten Schleiermacher zum Vortrag. Aus Oberheffen, 21. December. Beide Ständckammern haben, einem Anträge des Abg. Möllinger entsprechend, auf dem vorigen Landtage übereinstimmend die Grosth Regierung um eine Vorlage ersucht, „wonach die Beiträge zum Eisenbahn-Gelände-Erwerb derjenigen Gemeinden, welch- nach der Entscheidung des Oberappellationsgerichts über die Entfernungs-Berechnun. gen beitragssrei werden, nicht aus die Beitragspflichtigen vertheilt, sondern auf die Staatskaffe übernommen werden sollen." Demgemäß ist jetzt den Ständen eine Vorlage zugegangen, wonach die näher specifictrten, vorläufig aus 167,493 berechneten Beiträge zum Eisenbahn-Gelände-Erwerb auf die Staatskaff- defi. nitiv übernommen werden sollen. (8r\ Journ.) Berlin, 22. December. In der „Köln. Volksztg." wird em V-rzeich- niß der tn den zwölf Diöcesen Preußens in Folge des Widerstandes gegen di» Maigeietze unbesetzten katholischen Seelsorgersiellen mttgetheilt. Hiernach sind 788 Psarrstellen erledigt und ist die Erledigung von 275 Hülfsgerst- lichensteüen bekannt, zusammen 1063 Stellen. Dazu kommt, daß bei dem Mangel der Angaben über die unbesetzten Hülssgeistlichenstellen tn den Bistbi- me>n Posen - Guesen, Paderborn und Trier, die G-sammtsumme der vacan- ten Stellen die Zahl von 1063 noch erheblich übersteigen muß. Bekanntlich 1. den Bestimmungen der §§. 106 bis 112 zuwider einen Arbeiter in Beschäftigung nimmt oder behalt, 2. wer den Bestimmungen dieses Gesetzes in Ansehung der Arbeitsbücher und Arbeitskarten zuwederhandelt, 3. wer vorsätzlich ein aus seinen Namen ausgestelltes Arbeitsbuch unbrauchbar macht oder vernichtet. Friede aus Erden und den Menschen -in Wohlgefallen! Wie schade, daß die himmlischen Worte bisher nur sür die Familie Geltung haben! Das Fcst der Wünsche und der gewährenden Liebe, der Freude und Zufriedenheit — ist einflußlos auf die Gesinnungen der Völker, aus Zie e und Wünsche in der Politik! Wie gern möchten wir frei von den Fesseln des Tages unsere Glückwünsche an das eigene Vaterland und an die Abreste fremder Völker richten, wenn es nicht ein nutzloses Beginnen wäre. Frei von den gegebenen Verhältnissen sind unsere Wünsche, aber für bie Thaten der Völker herrscht Freiheit nur im Reich der Träume. Die Wunsche können dem Polv liker nicht Vater der Gedanken sein. Doch weh' das Herz voll >st, deß geht der Mund Über und ein Fest, welches liebend di- kleinst- Gemeinde die Famllle, zu frommer und freudiger Zusammenkunft vereinigt, giebt auch uns das Recht, der Mitwelt unseren Wunschzettel zu überreichen. Wenn die Lichter des Weihnachtsbaumes flimmern und Gluck und Frohsinn von den G-sicht-rn strahlt, wollen wir uns wehmülhtg erinnern, daß nicht Allen der schöne Götterfunken, die Freude, strahlt! Wir sehen unser geliebtes Kaiserhaus, die kronprinzliche und die Großh. Hessische Familie in tiefer Trauer um eine liebende Mutter, um eine edle Frauengestalt; — wir sehen den Höchsten im Reich dem menschlichen Leide und dem tiefen Schmerz nicht fern, ben plötzliches Ungemach erzeugen kann. Wir sehen hinab zu den Armen und Darbenden denen die Freude des Festes fern bleibt, und wünschen, daß Nachsten- ltebe und Barmherzigkeit ihr Lvos milder-, daß si- dasselbe G°..-s»ertr°u°n, das unser Kaiser in schweren Stunden bekundet, ermuthigew und nicht zu Gedanken der Unzufriedenheit und Schmähung der Gesellschaftsordnung führen möae ! Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen I Möchten die mahnenden Himmelt klänge auch in das Herz derer dringen, welche über unfruchtbaren Träumen eines Zukunfts-Staates die redliche sorgende Arbeit des^Tages vergaffen, welche grollen mit'den Zuständen im Reich , das sie am l ebst7n -rttümm-rn möchten, um auf dem Schutthaufen ihre Utopien auszu- richten. Und wenn si- di- Hand des Gesetzes '^er g-troff-n so mög das M-ibnackitsfest sie mahnen, daß deutsche Familien und deutsche Liebe, die deutsche Angehörigkeit und die deutsche Treue kein leerer Wahn find, auf daß sie zur Seite werfen ihre Glaubenslosigkeit, ihre $enn*.un8 M 6^'W; br Weltbüracrthum und ihren Haß gegen alles Bistehende und sie wieder fest, halten die Wurzel ihrer Kraft, — „an's Vaterland, ans theure schließ F^i-d- aus Erden und den Menschen -in Wohlgefallen! Solltt der Rus vergeblich erklungen sein für jene Partei, welche di- allen rhriftHAftpn Qiele ru verfolgen vorgiebt und ihre Kirche bie katholische, b. h. ?t!^N^meine uVbIe alleinseligmachenbe nennt? Werben fle enblich einsehen, ÄÄÄ“ t«? ».%;•. M .. SI-’** „.L. __ nickt um bes Kampfes, sonbern um bes Friebens willen < Wtt kennen "die wahren Z-ele des C-ntrums: tn der großen Politik die Revanche und di- Schwächung d-s deutschen Reiches, bk 8erhummmnig Stolim und b.- Wied Hnst-Vung d-s Kirchenstaates, in ber religiösen F °ge in Deutsch ^nb di- Auibebung der Maigesetze, auf gut deutsch dre Wkderberstellung der katholischen Abtheilung, die Herrschaft in der Volksschule, höheren Einfluß rn Gefundene Gegen st an de: 2 Taschentücher, 1 Regenschirm, 1 Portemonnaie, 1 Schelle, 1 Pferbeteppich, mehrere Schlüff-l, ,^„w°llen-s Halstuch. Gießen, am 23 December 1878. Großh-rzoglich- Poliz-iverwaltung Gießen. Fresenius. Betreffend: Di- Ausführung der in der G-w-rb-ordnung üb-r di- Arbeitskarten und Arbeitsbücher rc. «nthatten-n Bchim"uqgen- Vom 1. Januar 1879 an müffen sämmtliche aus der Volksschule -ntlaff-nen Arbeiter unter 21 Jahren ohne’ roetbe^- diejenigen, welch- schon vorher in Atbeit gestanden haben, im Besitze eines Arbeitsbuches bezw einer Arbeit« ka s Arbeiter wie Arb^tgeber aus bk vor- Unter Hinweisung auf § 150 ber G-werbeorbnung, welcher nachstehenb abgebruckt ist, machen wir hiermit Arv-il-r wie «co-ng-»- i stehenbe gesetzliche Bestimmung nochmals ausbrücklich aufmerksam. 1inh „sacken bie Arbeitgeber, ben von uns Wir haben eine Aufnahme ber jugenblichen Arbeiter in sämmtltchen Gewerbelocalen bahier angeorbnet und ersuche tz mit ber Aufnahme beauftragten Schutzmännern bie von ben letzteren gewünschte Auskunft zu ertheilen. G i - ß - n, ben 20 D-c-mb-r 1878. Großh-rzoglich- Pol z-iv-rwaltung Gießen. p Fresenius. §. 150. Mit Gelbstrase bis zu zwanzig Mark unb im Unvermögensfalle mit Haft bis zu brei Tagen sur jeben Fall ber Verletzung bes Gesetzes ist die Besetzung unterblieben, weil die Bischöfe sich weigerten, den formellen Nct einer Anzeige der Besetzung bei dem Oberprästdenten zu vollziehen! Die Folgen, welche dem Verhalten der Ultramontanen vorausgesagt werden, daß sie die katholische Kirche in Preußen auf den Aussterbe Etat setzen würden, haben nicht auf sich warten lasten. Bekanntlich sind von den zwölf Bischofssitzen Preußens nur noch Kulm, Ermeland und Hildesheim besetzt. In Fulda ist wenigstens ein Bisthumsverweser. Berlin, 22. December. Die Gemeinde-Commission berichtet durch ihren Referenten Abg. Knebel über die Petition von Fehrs und Genosten, Vorstehern des liberalen Vereins des Kreises Wetzlar, um Einführung bei Kreisordnung für die östlichen Provinzen im Kreise Wetzlar, bezw. Zutheilung dieses Kreises zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Die Commission beantragt, die Petition der Staatsregierung zur Erwägung bei der in Aussicht stehenden Reformgesetzgebung für die westlichen Provinzen zu überweisen. Altona, 22. December. Die Nachricht von der Freilassung Hassel- mann's bestätigt sich nicht. Die „Hamb. Nachr." melden nämlich von hier: Nachdem die Rathskammer des hiesigen Kreisgerichts, wie mttgetheilt, den Erlaß eines Haftbefehls gegen den früheren socialdemokratischen Agitator Hastelmann abgelehnt, welcher wegen Vergehens gegen das Soctalistengesetz in polizeilichen Gewahrsam genommen worden, gelangte die Sache zur wetteren Entscheidung an das Appellationsgericht, welches dieser Tage einen Beschluß im Sinne der Rathskammer abgegeben hat. Die Oberstaatsanwaltschaft hat hiergegen die Berufung beim Obertribunal eingelegt und befindet sich Hastelmann demzufolge noch immer im polizeilichen Gewahrsam. Hesterreich. Wien, 20. December, Abends. Die „Preste" meldet: Der Dirigent der Brünner Filiale der Creditanstalt, Soukup, welchem die Troppauer Agentur untergestellt war, wurde in Folge der Troppauer Defraudation suspendirt. Wien, 21. December. Das Abgeordnetenhaus hat heute die Verlängerung des Wehrgesetzes nebst einem Anträge auf Einbringung einer neuen Vorlage bei Beginn der nächsten Session und mit einer Resolution, welche die Herabminderung des Heeresaufwandes für die Zukunft ermöglichen soll, angenom. men. Ferner wurde das Rekruten-Contingent für 1879 bewilligt. Der deutsche Handelsvertrag wurde mit der Resolution Pacher's betreffs des Appreturver- fahrens und der Entwurf bezüglich Vorkehrungen wegen des italienischen Handelsvertrages ohne Debatte angenommen. Italien. Rom, 20. December, Abends. Deputirtenkammer. Ministerpräsident de Pretis zeigt die Bildung des Cabinets an und erklärt: Er könne augenblicklich ein vollständiges Programm nicht entwickeln; die Mitglieder des Cabi- nets indeß seien bekannt; dieselben würden ihren bisherigen Prtncipien treu bleiben. Doch halte er es für nothwendig, schon jetzt einige Punkte des ministeriellen Programms darzulegen. Das Cabinet werde die öffentliche Ordnung aufrechterhalten durch feste Handhabung der bestehenden Gesetze, werde um Berathung des Gesetzes, betr. die Eisenbahnbauten, ersuchen, das Gesetz wegen Abschaffung der Mahlsteuer befürworten, das finanzielle Gleichgewicht anstreben und eine Vorlage bezüglich einer weitgehenden Wahlreform etnbringen. — Der Finanzminister legt einen Gesetzentwurf betreffs provisorischer Finanzgebahning während 2 Monate vor, für welchen die Dringlichkeit beschlossen wtro. — Im Senat werden von de Pretis die gleichen Erklärungen abgegeben. — Maze de la Roche ist zum Senator ernannt. Asten. Jellalabad, 20. Decemaer. (Officiell.) Jellalabad ist heute besetzt worden; von den Einwohnern wurden die Truppen freundlich ausgenommen. Hier herrscht Ruhe, über Jellalabad hinans und in Kabul Anarchie. Sdlfuttd, 21. December. (Officiell.) General Roberts ist gestern nach Kurum zurückgekehrt. Telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Torrespondenz-Bureau. Berlin, 23. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht ein über zwei Spalten füllendes Schreiben des Reichskanzlers an den Bundesrath, dattrt von Frtedrichsruh, 15. Dec., worin derselbe die Gefichtspunkte darlegt und zur Erwägung stellt, welche ihm bet Revision des Zolltarifs als leitende vorschweben, in deren Richtung er amtlich zu wirken bestrebt sei. In dem Schreiben heißt es unter Anderem: In erster Linie stehe für den Reichskanzler das Jntereffe der finanziellen Reform: die Verminderung der dtrecten Steuerlast durch Vermehrung der auf tndirecten Abgaben beruhenden Einnahmen des Reiches. Es beruhe nicht auf Zufall, daß andere Großstaaten, zumal solche mit weit vorgeschrittener politischer und wtrthschaftlicher Entwickelung die Deckung ihrer Ausgaben vorzugsweise in dem Ertrage der Zölle unb inbtrecten Steuern suchen. Am meisten litten unter ben birecten Steuern gegenwärtig bte Mittelklaffen, beten Einkommen sich etwa bis 6000 Mk. bewegt, welche durch execu- torisch beigetriebene ober über ihre Kräfte gezahlte directe Steuern noch häufiger als bie Angehörigen ber untersten Steuerklaffen in ihrem wirthschaftlichen Bestaube untergraben würben. Nicht in einer Vermehrung bet für bte Zwecke des Reiches unb der Einzelstaaten nothwendtgen Lasten, sondern in ber lieber- tragung bes größeren Theiles der unvermetbltchen Lasten auf bte weniger drück, r- ben inbtrecten Steuern bestehe bas Wesen ber Ftnanzteform, zu bereu Verairk- ltchung auch bie Revision des Zolltarifs dienen solle. Es empfehle sich, nicht mit höheren Zöllen zu belegen, sondern zum Prtnctp der Zollpflichtigkeit aller über die Grenze eingehenden Gegenständen zurückzukehren. Von dieser allgemeinen Zollpflicht würden diejenigen für die Industrie unent bchrlichen Rohstoffe auszunehmen fein, die in Deutschland gar nicht oder nur in ungenügender Quantität oder Qualität erzeugt werden können. Alle nicht besonders ausgenommenen Gegenstände sollten mit einer Eingangsabgabe belegt fein, die nach dem Werthe ber Maaren unter Zugrundelegung versch ebener Procentsätze je nach bem Bebarfe ber einheimischen Production abzustufen wäre. .5, mf^e^cn^e Vereinszolltarif enthalte neben reinen Finanzzöllen eine Reibe m äßiger Platzzölle für bestimmte Industriezweige. Eme Beseitigung ober Verminderung biefer Zölle werbe, zumal bei ber gegenwärtigen Lage ber Jnbustrie, nid)t rathsam erscheinen. Vielleicht werde sogar bei manchen Artikeln im Interesse einzelner besonders leitender Zweige der heimischen Industrie, je nach Etgebmß ber im Gange befindlichen Enqueten, bie Wiederherstellung höherer ober bie Er- hühung ber gegenwärtigen Zollsätze sich empfehlen. Schutzzölle für einzelne Industriezweige aber wirken, zumal wenn sie das durch die Rücksicht auf den finanziellen Ertrag gebotene Maß überschreiten, wie ein Privilegium und begegnen reitens der Vertreter der nicht geschützten Zweige der Erwerbsthätigkeit der Ab neigung, welcher jedes Privilegium ausaesetzt ist. Dieser Abneigung werde ein Zollsystem nicht begegnen können, welches innerhalb der durch das finanzielle Interesse gezogenen Schranken der gesammten inländischen Production den Vorzug vor der ausländischen Production auf ben einheimischen Markt gewährt. Mit der Revision der Grenzzölle müsse die Revision ber Eisenbahntarife noth- roenbifl Hanb in Hanb gehen. Auf bie Dauer könne ben einzelnen StaatS- unb Privat-Eisenbahn-Verwaltungen nicht bie Berechtigung verbleiben, ber wirthschaftlichen Gesetzgebung des Reiches nach eigenem Ermessen Con- currenz zu machen, bte Handelspolitik der verbündeten Regierungen und des Reichstages nach Willkür zu neutraliftrcn und das winhschastliche Leben der Nation ben Schwankungen auszusetzen, welche im Gefolge hoher unb wechselnber Einfuhrprämien für einzelne Gegenstänbe nothwendig eintreten. — Lei ber bevorstehenben Revision könne nur unser eigenes Interesse maßgebend fein. Dieses Interesse führe vielleicht demnächst zu neuen Verhandlungen über Tarifverträge mit dem Auslande. Sollen aber solche Verhandlungen mit Aussicht auf glücklichen Erfolg für Deutschland begonnen werden, so sei es nothwendig, vorher auf autonomem D^ge ein Zollsystem zu schaffen, welches die gesammte inländische Production der ausländischen gegenüber in die möglichst günstige Lage bringt. Basel, 23. December. Der „Schweizer Volksfreund" meldet: Bundesrath Scherer liegt hoffnungslos darnieder; sein Ableben wird stündlich erwartet. — Der „Schweizer Volksfreund" meldet: Bundesrath Scherer ist heute Nachmittag halb 5 Uhr gestorben. Pesth, 23. December. Das Unterhaus genehmigte den Handelsvertrag mit Deutschland in dritter Lesung. Weitere meritorische Berathungen des Hauses sollen bis zum 20. Januar nicht stattfinden, sondern nur Sitzungen zur Promulairung sanctionirter Gesetze gehalten werden. London, 23. December. „Daily News" meldet aus Allahabad von gestern: Der Emir Schir Ali hat sich mit der russischen Gesandtschaft nach Balkh zurückgezogen. Das Land zwischen Djellalabad und Kabul befindet sich in völliger Anarchie. Die Zukkurkhels flüchten fich vor der Ankunft der briti scheu Truppen in das Gebirge. Ihre Forts und Häuser werden zerstört. Bukarest, 23. Decbr. Die Regierung hat mit der Tabaksmonopol- Gesellschaft vorbehaltlich der Genehmigung der Kammern einen neuen Vertrag abgeschlossen. — Die Deputirtenkammer beschloß anläßlich des Ablebens der Großher- zogin von Hessen einstimmig eine Beileidsadresse an die Königin Victoria. Loka l-R o t t z. Gießen, 24. December. Unsere Leser erinnern sich vielleicht noch eines Artikel« in diesem Blatte vom verflossenen Sommer, worin wir einer Erdhöhle und ihrer B--- wohner, einer armen Schreidersfamilie, erwähnten. Dieser von ber reinsten Menschen- liebe verfaßte und von un« auch in diesem Sinne aufgenommene Artikel gab bem Gemeinderoth zu Lauter, refp. einigen Mitgliedern desselben Veranlassung, eine Klage wegen Beleidigung gegen uns anzustrengen. Wir übergehen die Motive, welche vielleicht die betr. Herren geleitet haben mögen und begnügen unS bamit nachfolgende Verfügung, welche uns heute als Weihnachtsgabe infinuirt wurde, unseren Lesern mitzutheilen: Betreffend: Untersuchung gegen Redakteur Adam Scheyda von Gießen und Lehrer Carl Sommerlad in Lauter, wegen Beleidigung durch die Presse. Vers. Wird, da nach dem Ergebniß der Untersuchung anzunehmen ist, daß ber in Rebe stehenbe Artikel beS Gießener Anzeigers zur Wahrnehmung berechtigter Interessen verfaßt worben ist unb weber au« seiner Form noch au« ben Umständen, unter welchen er geschrieben und veröffentlicht worben ist, eine Beleidigung des Anklägers unb beziehungsweise beL GemeinberathS zu Lauter sich ergibt, baS Verfahren eingestellt. Gießen, ben 20. December 1878. GroßherzoglicheS Stabtgericht Gießen. , _ Oppermann. Herrn Redactenr A. Scheyda dahier. Jnsin. 24. December 1878. L^ng. Gießen, 24. December. Der Tod halt noch zu Schlüsse des Jahres unerbittliche Ernte. So haben wir heute das Hinscheiden des Geh. Finanzraths Herrn Prof. Dr. Buff, eines hochverdienten Lehrers an unserer Hochschule, zu melden. Er ruhe in Frieden --Die Prüfung der Freischule des Herrn Saßmannshausen, welche gestern Abend im Sitzungssaal der Stadtverordneten statthatte, war von zahlreich eingeladenen Herren vom Stavtvorstanoe und Freunden der Schule besucht. Das Institut zählt 44 Schüler, von welchen 28 die franz östschc und 16 die englische Sprache erlernen. In einer Ansprache dankte Herr Saßmannshausen den Erschienenen für das Interesse, welches sie am Institut be- kündeten und erläuterte in kurzen Umrissen das Entstehen, Reüssiren und den eigentlichen Zweck desselben. Die Prüfung selbst anlangend, lösten die Schüler ihre Aufgaben recht brav und zeigte überhaupt die ganze Art und Weise des Examens, daß im Institute mit Fleiß und gründlichem Wissen gelehrt wird und daß aufmerksame Schüler Vieles erlernen können. Zwanzig derselben wurden hierauf für ihre Leistungen prämiirt und erhielt den 1. Preis sowohl im Englischen wie Französischen Ludwig Weidig, Sohn des hiesigen Hauptsteueramtsdiencrs. Nach Schluß der Prüfung folgte eine Ansprache des Hern, Bürgermeisters, welcher sich sehr anerkennend über die Leistungen der Schüler und ihres uneigennützigen Lehrers auSsprach. Wir sagen hier uneigennützig und zwar deßhalb, weil den Schülern der Unterricht unentgeldlich ertheilt wird und der noch junge Leiter des Instituts nach der Berufs-Arbeit des Tages seine freie Zeit Abends zum Wohle der Schüler darbringt und dafür wohl deren Anerkennung aber auch »en anderer Seite Anfeindung und Verdächtigungen erntet. Doch möge dieses nicht hindernd für das Institut sein, sondern möge es sich immer weiter entwickeln als ein Glied unseres Gemeinwesens, welches in unserer Stadt für immer Stätte haben soll. --Wir verfehlen nicht nochmal« darauf aufmerksam zu machen, baß für bie Feiertage ein Bemch im Wenzel'scheu Garten sehr anreg enb unb unterhaltenb sein wirb. Ein mächtiger Weihnachttzbaum reicht fast bi« zur Decke des großen Saale«, ge- 4'ert mit allem wa« an einen solchen Baum gehört- Unb nun noch bie prächtigen Gewinne, welche unter bem Baume auögebrettet liegen! Wer sich Kurzweil verschaffen will, versäume nicht ber Tomböla beizuwshneu unb sich hauptsächlich bte »Wiener Befeuchtung" anzusehen, welche einen wahrhaft magischen Effekt heroorruft- --Wir können beim Schluffe unserer heutigen Nummer nicht umhin unsere 'chönrn Lesei innen unb geneigten Leser auf bte frierenden unb hungernden Vögletn auf» wirksam zu machen. Bereitet baß Christkind un« Freude, Jedem nach seinem Wollen unb Können unb freuen wir un« de« Erhaltenen, so wollen wir barüber ber kleinen gefieberten Wett doch nicht vergessen wenn Flur unb Wald mit fußhohem Schnee zu- 0 deckt ist. Richten wir Futterplätze für biefelben ein unb tm Frühling, wenn KnoSpen unb Blüthen herom quellen, wirb un« reichlich Alle« ba« wieder vergolten, was wir jetzt an ben armen Geschöpfen tbun. Unseren Lesern wünschen wir aber vor Allem: Recht vergnügte Weihnachten! Vermischte S. Mainz, 20. December. Heute hat sich hier ein schreckliche« Unclück ereignet. Al« heute Mittag eine Anzahl Kinder eine« hiesigen Ji.stituts bie Schule verlassen fiel pM die S^ße U aus sMtssenßel Ä-äJ S’S-*, _ 2ßir ßl feit -in'g» 3«** Di- W »‘rbi\unbV$ S'Ü.-- '*611 7912) beseitig «esondere I -Muff' 7303) Der aButfente. Phl> wird -msg-ford- feine" ® Bogel I. Dorflenommenen abmlung öinne ftfreitven dieser 2 tuug an, entwct durch gehörig Bk iu wahren, als zhn bestellt uub (einer Statt die! Gießen, am l Großherzogl. ________E Bekan 7825) Uel Wittwe des A Lrusius, Ki zu Lohra ist du zeichneten Amtsg der förmliche C unb L'quidation Mittwoch de Vormittag an hiesiger Gei Die Gläubige werden aufgefoi ihre Ansprüche mit Beweismitle machen, widrig? auegeschlosien w Fronhausen, < König! c _______________________________1 Mit! Eisenbal J913) Vom 1. «rfürdieStatic flabl beftebenben E die von unb nabi, Station de L" Ns«ie 6tii allwmdung. »Ahnes ist in $ÄnbMnen «'eßen, ben 21. Eroßhtrz der Oberhe "‘yÄ« [t NückL ei*e ^‘WfigreU h8,9nen SJi» »Ich b» s tbi 'bi robuctton Jna"’l,|l« ul*N. ' "WIi,7Z7^ '9 6fltlch.s durch 6t« I-t, die S^flgünl Hy >l Ai* ‘S :c.), " k? äs1»»