Mo» 91. Freitag, den 25. Januar RK78. Kießencr Mveiger ZM-e- na) AMchW str in Kreis Gießen. Me>errrtzrrr Sch»lstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Aolilischer HHeil. Die Tabakssteuer. Die „Nationalliberale Correjpondenz" dementirt alle von den Zeitungen gemachten Angaben über die zwischen dem Kanzler und Bennigsen in Varzin stattgehabten Verhandlungen. Man muß sich sonach in dieser Beziehung in Geduld fassen und warten, bis die Unterhandlungen zu Ende geführt werden, wodann die Enthüllungen nationalliberalerseits nicht ausbleiben können. Eine aber kann man schon jetzt als sicher annehmen: daß nämlich die Frage der Erhöhung schon bestehender und der Einführung neuer tndirecter Reichssteuern zur gänzlichen oder theilweisen Beseitigung der Matricularbeiträge zwv scheu beiden Staatsmännern zur Erörterung gelangt und daß nach dieser Richtung eine partielle Elntgung wenigstens zu Stande gekommen ist. Wir glauben, daß, wenn dies nicht so wäre, die preußische Regierung beim Bundesrathe gewiß nicht den Antrag auf Erhöhung der Tabakssteuer und der Tabakszölle gestellt haben würde. Erstere soll von 2 auf 10 Mark, Letztere sollen von 17 auf 40 Mark per Centner erhöht werden. Es dürfte interessant sein, einmal nachzurechnen, wie groß das auf diese Weise geschaffene Mehretnkommen des Reiches etwa sein würde. Wir muffen uns dabei an die statistischen Ausweise über das Jahr 1873/74 halten. In diesem Jahre lieferte das deutsche Zollgebiet eine Tabaksernte von 1,081,397 Ctr. und betrug die Einfuhr von Tabaksfabrikaten 24,598 Ctr. und die Einfuhr von unbearbelteteu Ta- baksblärtern und Stengeln 688,532 Ctr. Die Productions-Steueretnnahme des Reichs betrug sonach (2 Mark per Ctr.) 2 x 1,081,397 — 2,162,794 Mark. Und die Eingangszölle betrugen (ca. 17 Mark per Ctr.) 17 x 713,130 = 9,983,820 Mark. Jnsgesammt also hatte das Reich dem Tabak eine Jahres-Einnahme von über 12 Millionen Mark zu verdanken. In Zukunft aber solle, wie angeführt, die Tabakssteuer verfünffacht, die Tabakszölle beinahe verdreifacht werden. Das würde an Steuern geben 5 x 2,162,794 = 10,813,970 Mk., an Zöllen ca. 3 x 9,983,820 Mk. = ca. 29,951,460 Mk., insgesammt also ca. 4072 Millionen Mk., was gegen früher eine Mehreinnahme von ca. 28 Millionen Mk. sein würde. Der Gejammtbetrag der Reichseinnahmen an Tabakssteuern und -Zöllen würde sich aber höchst wahrscheinlich noch höher belaufen, da die einheimische Tabakspro- duction seit 1869 stetig zugenommen hat und der Tabaksverbrauch überhaupt im, wenn auch langsamen, Zunehmen begriffen zu sein scheint. 1869 wurden im deutschen Zollgebiete producirt 1870 1871/72 „ 1872/73 „ 1873/74 „ n n if H If V n if 449,937 Ctr 481,636 „ 717,907 „ 902,644 „ 1,081,397 „ Seitdem dürfte die Production noch erheblich gestiegen sein, und wenn sie so fort steigt, so würden die Tabaksteuern und Tabakszöüe dem Reiche eine stetig wachsende Einnahmequelle sein, vorausgesetzt, daß die Einfuhr nicht abnähme. Denn das Relch hat ja an den Tabakszöllen verhältnißmäßlg einen weit größeren Nutzen als an den Tabakssteuern Wenn Erstere sich im selben arithmetischen Verhältnisse verringerten, wie sich Letztere vermehren, so würden sich auch die Reichseinnahmen bedeutend reductren. Wie es sich mit der Einfuhr in dieser Beziehung verhält, das wird sich nicht früher entscheiden lassen, als bis die entsprechenden statistischen Erhebungen der letzten Jahre bekannt geworden sind. Aus der die Jahre 1862 bis 1874 umfassenden Tabelle über Tabakproduction, Tabakeinfuhr und Tabakausfuhr des deutschen Zollgebietes ist keineswegs ersichtlich, daß die Einfuhr die Kehrseite der Vermehrung der einheimischen Production sei. Das Jahr 1871/72 stieg z. V. gegen 1870 in der einheimischen Production voo ca. 481,000 Ctr. aus ca. 717,000 Ctr. und in der Gesammteinfuhr von ca. 640,000 Ctr. aus 1 Million Ctr. Das Jahr 1872/73 auf 902,000, bezw. 1,560,000 Ctr. Das Jahr 1873/74 dagegen stieg wohl in der einheimischen Rohtabak-Produc- tlon auf 1,081,000 Ctr., sank aber in Bezug aus die Einfuhr aus 713,000 Ctr. herab. Das wäre eine Abnahme der Einfuhr um mehr als 800,000 Ctr., ein ganz abnormes Verhältniß, das seine Ursache weder in der Zunahme der einheimischen Production, noch in einer etwaigen Abnahme des Consums haben kann. Mindestens sind noch ganz andere volkswirthschaftliche Kräfte mit thättg gewesen, d. h. sowohl an der Zunahme der Einfuhr von 1871—73, die ins- gesammt beinahe 1,200,000 Ctr. beträgt, als auch an der rapiden Abnahme der Einfuhr im folgenden Jahre. Auch in diesem Falle spielt der „industrielle Aufschwung" der unmittelbar aus den Krieg folgenden Jahre und der damit zusammenhängende Krach die Hauptrolle. Neue Fabriken und Handlungen ent standen zu Dutzenden und auch die alten Geschäfte kauften größere Quantitäten von Rohmaterialien als sonst, wodurch der Einkauf des folgenden Jahres geschmälert wurde. Deutschland. Darmstadt, 21. Januar. Ein bei der zweiten Kammer eingebrachter Antrag des Abg. Heinzerling hebt hervor, daß an den meisten deutschen Universitäten es den am Orte nicht ansässigen Studtrenden ermöglicht ist, sich durch Entrichtung einer nicht erheblichen Prämie für Krankheitsfälle bei der Universitäts-Krankenanstalt zu versichern, und daß es sich empfehle, diese höchst wohl- thätige und zweckmäßige Anwendung des Versicherungswesens auch bei der Laudesuniversität Gießen eintreten zu lassen. Den in der Universitätsstadt nicht fest domicilirten Studirenden überhebe es der Sorge, daß es ihm im Falle der Erkrankung an der richtigen Pflege fehlen könne, oder diese Pflege nur mit erheblichen Geldopfern zu erlangen sein werde, andererseits lege sie der betr. Krankenanstalt in Wahrheit eine finanzielle Last nicht auf, da gerade in dem Alter, in welchem die Studirenden zu stehen pflegten, Krankheiten seltener einträten und daher jene Anstalt durch die zahlreichen Prämien der anderen Ltudirenden für den Aufwand bei Behandlung des Einzelnen hinreichend entschädigt würde. Mit Vollendung der neuen Aula und der damit verbundenen theilweisen Räumung der Klinik würden jedenfalls die nöthigen Räume gewonnen, wenn solche nicht schon jetzt ausreichen sollten. Darmstadt, 22. Januar. Die zweite Kammer erledigte in ihrer heutigen Sitzung das reoidirte Einkommensteuer-Gesetz in erster Lesung und sprach sich für Revision der Gewerbe- und Gebäudesteuer-Capitalien aus. Darauf begann die Berathung des Gesetzes, die bürgerlichen Wirkungen des Austritts aus einer Kirche oder Religionsgemeinschaft betr. Fast ohne Debatte acceptirte man das Prinzip, wonach der Austritt ohne gleichzeitigen Uebertritt in eine andere Kirche erfolgen kann. Berlin, 22. Januar. Im Abgeordnekenhause steht auf der Tagesordnung bte Interpellation Wierzbinski, betr. die Umwandlung polnischer Ortsnamen in deutsche. Der Interpellant begründet dieselbe. Der Minister Friedenthal sagt, es sei unbegründet, daß Umänderungen so zahlreich erfolgt seien, wie Interpellant behaupte. In den letzten Jahren seien nur einige Hundert Umwandlungen bewirkt worden. Auf die Angriffe gegen das hierbei von den Beamten beobachtete Verfahren könne er unvorbereitet nicht eingehen. Fühle man sich verletzt, so möge man sich beschweren. Warum habe man dies unterlassen ? Belege für die erhobenen Beschuldigungen seien nicht vorgebracht worden. Gegenwärtig werde davon ausgegaugen, daß eine Umänderung erfolge, erstens, wo die Aussprache des polnischen Namens zu schwer falle; zweitens, wo überwiegend deutsche Bevölkerung vorhanden sei; drittens, wo etwa historische Reminiscenzen es erfordern. Niemals sei dies aber ohne Zustimmung der Ortseinwohner geschehen. Uebrigens sei beispielsweise seit der Amtsführung des jetzigen Ministers, also seit 3 Monaten, nur in einem Falle eine Aenderung erfolgt. Auch in der Rheinprovinz sei jüngst ein Ortsname geändert worden. Die Regierung werde nach ihrem bisherigen Prinzipe auch weiter verfahren und wenn in einem Falle nachgewiesen werde, daß der Mehrheitsbeschluß der Ortsvertretung durch das Versprechen einer Steuerverminderung erschlichen sei, so werde die Regierung auf solchen Beschluß keine Rücksicht nehmen, so lauge wenigstens er, der Minister, dabei mttzusprechen habe. Aus Antrag von Windthorst (Meppen) erfolgt eine Besprechung der Interpellation. Für dieselbe sprachen Stablewski und Kantak, dagegen Wehr und Willa- mowitz. Der Gesetzentwurf, betr. die Staatsbetheiltgung an dem Bau der Eisenbahn Kiel-Eckernsörde-Flensburg und der Ausdehnung der westholsteinischen Bahnen wurde in zweiter Lesung nach den Commissions-Anträgen genehmigt. Das Chaussee-Polizeigesetz nebst zahlreichen dazu gestellten Amendements wurde nach längerer Debatte an die Commission zurückverwiesen. Oesterreich. Wien, 22. Januar. Die „Polit. Corresp." meldet aus Belgrad: Fürst Milan wandte sich anläßlich der Eröffnung von Verhandlungen über einen Waffenstillstand und die Friedenspräliminarien telegraphisch an den Großfürsten Nikolaus, um ihm die Forderungen Serbiens mitzutheilen. — Im Defilee von Kazanlik (?) finden seit drei Tagen hartnäckige Kämpfe zwischen dem Corps Horvatovic und den Türken statt. Horvatovic ergriff die Offenfive gegen Hafiz. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 21: Die in Kazanlik eröffneten Verhandlungen werden rufsischerseits von dem Staatsrath Nelidoff geführt. — Die Pforte will wissen, daß die Russen von Adrianopel längstens am 25. oder 26. d. Gallipoli erreichen werden. In diplomatischen Kreisen hält man diese Nachricht für verfrüht. — Der „Polit. Corr." wird aus Athen vom 21. gemeldet: Volo ist der Mittelpunkt des Aufstandes in Thessalien. Die Bewegung verbreitet sich nach Macedonien. In der Nähe des olympischen Gebirges schlugen 500 griechische Insurgenten zwei türkische Bataillone in die Flucht. Die griechische Regierung sandte beträchtliche Truppenverstärkungen an die Grenze. England. London, 22. Januar, Abends. Im Unterhause erklärte Unterstaatssekretär Bourke auf Befragen Hanbury's: Die Regierung habe keine authentische Nachricht über den Vormarsch der Russen gegen Gallipoli empfangen, es liefen nur Gerüchte um, daß dieselben sich in der gedachten Richtung bewegen. Auf Anregung von Childers erklärte Schatzkanzler Northcote: Der Meinungsaustausch, der im Juli zwischen den Cabineten hinsichtlich der möglichen Friedens- Serbien. gewarnt, weil uns die Aufrichtigkeit des Verlangens nach Frieden nichts hinreichend nachgewiesen erschien. Die englischen Biaubuch-Documente bestätigen unsere Auffassung, daß die Initiative der Pforte durch Lord Derby eingegeben war. nicht um den Kriegführenden ein Feld der Annäherung zu bieten, sondern um England von Anfang an die Einmischung in die Verhandlungen zu gestatten. Dieses diplomatische Manöoer ohne Präcedenz verdient allen Friedensfreunden signalistrt zu werden. Das Journal führt darauf ausführlich aus. der Waffenstillstand könne nur nach Verständigung über die Friedenspräliminarien erfolgen und sagt dann: Nun erkläre das Londoner Cabinet nur einen mit Betheiligung Europas verhandelten Frieden zulaffen zu wollen. Hieraus folge, daß selbst bei Unterschrift der Pforte die Friedenspräliminarien werthlos seien, da die Zustimmung der Pforte unverbindlich, weil Europa si nichtig machen könne. Diese Situation werde noch verschärft durch die Erklärung der englischen Negierung, erst Rußlands Bedingungen abwarten zu wollen und dann^eine Geldbewilligung vom Parlamente zu verlangen. Der Artikel schließt: So würde, wenn der gegenwärtige Versuch scheitern sollte, wiederum Englands Haltung den Waffenstillstand und den Frieden unmöglich machen und den Orient in verhängnißvolle Gefahren stürzen. Uns liegt der Gedanke fern, daß London dieses wünsche. Aber jedem Aufrichtigen und Unparteiischen wird die unanfechtbare Logik unserer Ausführung einleuchten. Enropo möge urtheilen und es ist nöthig, daß vor dem öffentlichen Gewissen und vor dem Tribunal der Geschichte Jeder die ihm gebührende Verantwortung trage. — Die „Agence Russe" nimmt Act von den Zeitungstelegrammen aus Gien, welche sagen, daß Oesterreich völlig beruhigt sei über die Wahrung seiner Interessen beim Friedensschlüsse. Sie meint, daß diese begründete Anschauung Oesterreichs nicht ohne Einfluß sei aus die in London eingetretene Besserung Telegraphische Depeschen. Wagner'S telegr» Eorrespondenz-Bureau. Konstantinopel, 22. Januar. Die Russen haben den griechischen Erzbischof zum Gouverneur von Adrianopel ernannt und Fassa Effendi die Civilverwaltung übertragen. — Suleiman Pascha wurde angewiesen, die Vinte von Bulair zu vertheidigen. Es wurden Vorkehrungen getroffen, die Truppen Suleimans dorthin zu transportiren. Die Gerüchte von einem zweimonatlichen Waffenstillstand und dem Anrücken Der Russen haben noch keine officielle Bestätigung gesunden. — Aus Wan wird vom 18. d. gemeldet, daß die Russen in Korongh bei Musch angekommen sind. . Konstantinopel, 23. Januar. Zur Unterstützung der Fluchtigen hat sich eine aus den Consuln und angesehenen Europäern bestehende internationale Commission gebildet. Es heißt, der Gouverneur von Gallipoli habe diese Stadt verlassen. r . , _ , Madrid, 23. Januar. Die königliche Trauung fand in Gegenwart der Volksvertreter, vieler großen Staatskörperschasten, der Aristokratie und des diplomatischen Corps statt. Die Vermählten begaben sich von der Kirche in das königliche Palais. , Berlin, 23. Januar. Die „Prov-Corresp." erblickt in ernsten erfolgreichen Waffenstillstands-Verhandlungen zugleich die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Friedens. Der volle Abschluß des Friedens werde freilich nicht durch beide Kriegführende allein bestimmt. Die Lösung der in Betracht kommenden Fragen werde theilweise nicht ohne das Einverständniß und die Mitwirkung der europäischen Mächte erfolgen können. s2l6er. die bisherigen Beziehungen unter den Mächten schienen die Zuversicht zu begründen, daß es auch in diesem entscheidenden Augenblicke der orientalischen Verwickelungen gelingen werde, die Lösung unter voller Wahrung des Friedens zu erreichen. Hierfür schienen die Weisheit und Mäßigung des Kaisers von Rußland, seine innige vertrauensvolle Verbindung mit den Nachbarmächten und die neu bekundeten friedlichen Neigungen Englands Bürgschaft zu gewähren. Madrid, 23. Januar. Der König und die königliche Familie haben sich heute Vormittag 10y2 Uhr vom Palast nach der Atocha-Kirchc begeben; die Infantin Mercedes, die ehemalige Königin Christine und die Familie Mont- pensier haben sich von Aranjuez ebendahin begeben. Das zahlreich versammelte Publikum begrüßte die Herrschaften mit lebhaften Zurufen. Petersburg, 23. Januar. Das „Journal De St. Petersbourg" sagt: Schon feit der ersten telegraphischen Nachricht von dem Wunsche der Pforte nach Verhandlungen, haben wir vor einem übertriebenen Friedens-Optimismus der Situation. Petersburg, 23. Januar. Offlciell. Nachdem Adrianopel von den regulären türkischen Truppen geräumt, drangen Basch'-Bozuks und Tscherkessen daselbst ein. Am 20. d. wurde die Stadt von russischer Cavallerie unter den Zurufen der Einwohner besetzt. — Em Telegrimm des Großfürsten Nikolaus aus Kazanlik vom 22. d. (rtelDet: General Strukoff hat am 20. oh ie Kampf Adrianopel besetzt und eine provisorische Verwaltung aus Einwohner verschiedener Nationalitäten eingesetzt. Die 30. Division sollte am 22. in Adrianopel sein. Der Großfürst verläßt Kazanlik an 24. und hofft an 27. in Adrianopel zu fein. Karlsruhe, 23. Januar. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer kam es zu einer sehr lebhaften Erörterung anläßlich der früheren Aeuße- ru ig des Staatsministers Turban, daß das Land eine ultramoatane Regierung nicht ertragen würde. Der Minister beharrte b.ü feiner Behauptung, indem er Den Ultramontanismas als verderblich bezeichnete. H erauf erhoben Die Klerikalen Protest unter der Erklärung, daß sie sich die Bezeichnung als Ultramon- tune nicht mehr gefallen ließen und aus der K immer austreten würden, wenn dieses Wort sortm noch gebraucht werden würde. Der Präsident wahrte dagegen das Recht der Anwendung dieser überall gebräuchlichen B-zeichmng. Petersburg, 23. Januar. Im kaiserlichen Palais sand heute in Gegenwart Der Mitglieder Der kaiserlichei Fmailie, Der hohen Würdenträger vom Cioil und Militär, sowie des diplomatischen Corps Die Taufe des Sohnes des Großfürsten Wladimir auf Die Namen Boris Wladimirowitsch statt. Der Kaiser, Kaiser Wilhelm, die Kaiserin und die Großfürstin Constantin vertraten , Pathenstelleu. Kaiser Wilhelm vertreten durch den Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin. Nom, 23. Januar. Der Papst ist von einem leichten Unwohlsein Belgrad, 22. Januar. Der serbische Unterrichts-Minister^ hat sich nach dem Hauptquartier des Fürsten begeben, um in den von Den gerben besetzten türkischen Gebietstheilen Die Oberleitung Der Verwaltung ju UDerneDmen. In Nisch ist eine aus 12 Christen und 4 Muharnedanern bestehende Gemeinde- Vertretung gebildet worden. befallen. Washington, 22. Januar. Das Repräsentantenhaus hat den Antrag angenommen, durch ein Comitö den Betrag des im Besitze Der Union befindlichen Goldes und Silbers, sowie Den Betrag Der gegen Baar verkauften Bonds feststellen, ferner andere geeignete Thatsachen ermitteln zu lasten, die das Haus informiren können, wann und durch welche Mittel es mit der öffentlichen Wohlfahrt vereinbar sein würde, die Baarzahlungen wieder aufzunehmen. — Dem Requiem für Köniz Victor Emanuel wohnten Präsident Hayes, die Minister, Richter, Senatoren, Deputirte und die Diplomatie bei. bedingungen stattgesunden habe, sei vertraulich gewesen, es könne darüber also keine d^tthellung^e so Dillwyn's anlangend, bemerkte Northcothe Folgendes: Die Königin erhielt einen directen Appell vom Sultan und tcle- graphirte darauf aus den Rath der Minister an den Kaffer von Rußland, si- habe einen directen Appell vom Sultan erhalten, den st- nicht unbeantwortet lasten könne. Da der Kaiser ihren ernstlichen Friedenswunsch kenne, zögere sie nicht, ihm diese Thatsache mitzutheilen, in der Hoffnung, daß die Waffenstillstandsverhandlungen zu einem ehrenhaften Frieden fuhren möge und beschleunig» würden. (Beifall.) Die Antwort des Kaisers und der Appell des Sultans, jo schloß der Minister, seien nicht mittheilbar, weil diese Verlautbarungen absolut persönlicher Natur seien. — ->n der Sitzung des Oberhauses erschien Lord Derby und wurde Herz- lich empfangen. Die Königin hat in üblicher Weise ihre Antwort auf Die ADresse Des Hauses übersenDen lassen. Am -Schluß Der Antwort heißt es. Sie Dürfen mit Vertrauen bauen aus meine herzliche Mitwirkung bei jeDern Bestreben, Die Wohlfahrt unD Sicherheit meines Volkes zu verbessern. Aelgien. Brüssel, 22. Januar, AbenDs. Bei Berathung Des Budgets Des Innern in der Repräsentanten Kammer brachte Die Regierung einen Geschentwurs ein, betr. Die Bewilligung eines CreDites von 11/4 Mill. Frcs. hauptsächlich zur Anlage von Befestigungen an Der SchelDe. Rußland. Vermischtes. Hanau, 19. Jan. In der Frage der Tabaksteuer beginnt unsere Stadt eine besondere Rührigkeit zu entfalten. In Der Sitzung der Handelskammer am vergangenen Montag wurde der Antrag gestellt, wie früher, so auch jetzt eine Eingabe an die betreffenden Behörden zu machen, jedoch beschloß man, die Angelegenheit in umfassendere Behandlung zu nehmen. Es wurde also zum Zweck eingehender Orientirung auf Donnerstag eine Versammlung von Cigarren-Fabrikanten einberufed, in welcher beschlossen wurde, die Handelskammer zu ersuchen, daß sie die erforderlichen Schritte tbue, von der Tabaks Industrie die drohende Calamität abzuwenden. Zugleich wurde beschlossen, mit den übrigen Centralpunkten der Tabaks-Industrie, Offenbach, Mannheim, Gießen, Würzburg u. s. w., in Verbindung zu treten und behufs Erzielung gemeinsamer Schritte einen Fabrikantentag der betreffenden Interessenten nach Frankfurt a. M. einzuberufen. Die Verhandlungen dazu sind bereits eingeleitet. — In einem Heidelberger Blatte befindet sich folgendes originelle Inserat, da« wir mit Weglassung der vollen Namen hier wiedergeben: „Zur Nachricht. Um Irr- thümern vorzubeugen theile ich mit, daß Ich es nicht bin, der s^auleiu L. S- von H. (meine frühere Geliebte) heirathet, sondern mein Vater, alt H. W- Backer in D- Somit wird meine eigene Tochter meine Schwester. Heinrich W. jun., Eondttor in — Im Jnseratentheil des „Kladderadatschs la« man in den letzten Monaten fast in jeder Nummer eine Anzeige, durch welche der Premrerlieutenant a D. Karl Eugen von Alvensleben durch Vermittlung eines Agenten BorSdorf actio en Officieren und höheren Beamten Darlehen gegen Wechsel und Ehrenschein offerire. Ein autz- martiaer Kaoallerieofficier machte van dieser Offerte Gebrauch und schickte direkt an o. Aloensieben einen Wechsel von 2000 nebst Ehrenschein, erhielt aber von demselben nur 1500 J4, mit dem Bemerken, es sei augenblicklich nicht mehr-für den Wechsel anzuschaffen. Damit war aber der Aussteller nicht zufrieden er verlangte vielmehr Wechsel und Ehrenschein zurück, und da v. Aloensieben das Geld berei s für sich verbraucht und den Wechsel anderweit verwerthet hatte, denunzirte der Officter den A. bei der dortigen Staatssnwalschaft wegen Betruges. In heutiger Sitzung der dritten Cri- minalbeputation beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten wegen Unterschlagung eine viermonatige Gefängnißstrafe; der Gerichtshof erachtete es jedoch für eine ganz besondere Ehrlosigkeit, wenn sich ein gewesener OJftcier aut diese Weise zum Schlepper- mache, und erkannte auf acht Monate und einjährigen Ehrenverlust. -Im Deutschen Reiche bestehen jetzt 5965 organistrte Feuerwehren: davon treffen auf das Königreich Preußen, mit 25 Millionen Einwohner nur circa 600 während Bayern, bei nur 5 M llionen Einwohnern, 3324 organistrte freiwillige Feuer^ wehren besitzt, Württemberg zählt 572 und Baden 273 organifrrtc Feuerwehren. Im Berhältniß zu Bayern müßte Preußen 16,600 Matt 600 Feuerwehren haben. Woher kommt es nun, daß der Norden so weit hinter dem Süden zurückgeblieben ist? ** Wir entnehmen der „Industrie-Zeitung" folgende Notizen Über das Vorkommen von Trichinen: Trichinen sind in Breslau, in Zibelle, ^urt Rothenburg O-L. und in Olbersdorf, Kr. Frankenstein, gefunden worden. In Niederzwehren Petersburg, 22. Januar. Aus Kasanlyk vorn 19. toirD^amtlid) 1 aemelDet: Nachdem General Garko am 15. D. M- einen Th eil Der türklschen Armee von KaDiktvi unD Airanli nach Dermeudere zurückgeworfen hatte, setzte Derselbe seinen Angriff energisch fort, unD zwar am 16. bei Dermendere unD 17. bei Bellestizi unD Karagatsch, woDnrch er Die Türken endgulttg in Das Gebirge Despoto-Dagh hinter Enikioi unD Laskowo zurückwarf. Die Türken verloren in Diesen Kämpfen 49 Geschütze, 4000 ToDte; außerDem eine Maste Gefangene, bis jetzt über 3000. Die Türken flohen aufgelöst auf BergpfaDen. Der Weg nach Adrianopel über Chasktvi ist ihnen ganz abzeschnitten. Diese gläuzenDen Resultate sinD Der Tapferkeit unD Energie Der Generale Schinvaloff, Dandeville unD Krasnoff zu verDanken. Die Truppen legten in 6 Tagen 150 Werst auf zwei Der schwierigsten Pässe bei Bakarel und Trojanspforte, ohne auszuruhen, zurück, griffen sofort in Den Kampf ein unD übernachteten von Abend bis Morgen jeDesmal auf Dem Schlachtfelds Der Verlust Der Russen betrug gegen 500 Mann!, 5 Osficiere blieben todt, 15 wurden verwundet, 3 contusionirt. Am 18. wurde Die Verfolgung Des Feindes energisch fortgesetzt. Eine Colonne marschirte von Bellastinna auf Enikoi, eine andere von stani- makl auf Naretschin. Die Garde-Civallerie nächtigte am 17. und 18. in Tschatake, rückte am 18. auf der Chaussee nach Chaskioi vor und hatte bereits am 17. Fühlung mit General Skobeleff II. bei Tschirpan. General Skobeleffs Cavallerie wurde am 18. von Stanimaki ostwärts nach Ketenlik dirigirt. — Kasanlyk, 19. Januar. General Skobeleff II. besetzte Semenli Ternowo, Gueterll, Hermanli und entsandte nach allen Richtungen Streiftruppen, welche am 18. in Mustaphapascha bei Adrianopel erschienen Ein Theil der türkischen Truppen wurde von Philippopel zurückgeworfen und erschien am 18. bei Has- kioi. Die türkischen Bevollmächtigten sind heute Abend in Kasanlyk eingetroffen. W Bitten. te 11 Orient i" ßonbon die unan, '«len und es mal der @e. l-lb» ”^tl’ tönne. Ift ei'9l^tn nn^ine@elb: ' So würde. ramme» »u8 ^ru»z seiner ;t ^aschauung tlnt Besserung inop?1 von "d Mrckssen erie unter den k vom 22. d. ■I besetzt und inalititen ein« Der Großfürst i. zweiten Kam- mheren Aeußr- ane Regierung tung, indem er oben die Kleri- als Ultramon' würden, wenn itnt wahrte da- bzechiunz. sand heute in n W'udentrüzer uife M So-neS tsch statt. Der ianttn vertraten )g von Mecklen- yten Unwohlsein 318 hat den An- z.sttze der Union $aar verfang n zu lassen, bu I mit der öffent- vieder auszuneh- lZrästdent Hayes, tie bei. jÖwwg ,lbS”"bl o#* fladtt 'N $öÄt Monats ” 1J a D. tenanl n- .Leeren actio en Qü^ offerire- «J « an >'^ndeAben rs-!!,s «s» ,8 bet b " un|(t> i,ten «-L»M JBeife B |U^inn‘,rr< ieu«®’6. die« * Jtl "n rch die Erscheinungsform verwehrt wäre. Denn entweder wird unsere 18 so, und Novellenliteratur in Bänden publtztrt. deren jeder in der Regel I Malter ) neuere Roman - mindestens 4—5 kostet, oder dieselbe wird in Journalen veröffentlicht, deren einzelne Nummern und Hefte erfahrungsgemäß häufig verloren gehen, oder baldigem Ruin unterliegen- Um nun die durch diese Mängel gekennzeichnete Lücke in unseren Publikationen auszufüllen, wurde, wie wir aus dem Prospekt des Werkes ersehen, vorstehend erwähnte „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens- in's Leben gerufen. Sie bietet die neuesten belletristischen Erzeugnisse unserer hervorragendsten Schriftsteller in Verbindung mit trefflichen Beiträgen aus allen Gebieten des Wissens, und zwar in der bequemsten handlichen Buchform, welche die Einreihung in jede Privatbibltotbek gestattet, und zu einem thatsächltch fast unglaublich billigen Preise, welcher die Anschaffung den allerweitesten Kreisen des Volkes ermöglicht. Statt 4—5 at pro Roman- bano kostet der Band dieser Biüliothek nur 50 Pfennig, also nur den achten bis zehnten Thetl des ersteren Preises. Auch der wenigst Bemittelte ist also leicht im Stande, durch Subscription auf dieses Werk, sich im Laufe einiger Jahre in den Besitz einer großen Anzahl von Bänden zu setzen, welche einen reichen Schatz der Unterhaltung und des Wissens bieten werden. , — Die Samenhandlung von H. Jtzenplitz in Köln ist die einzige in der Rhein- provinz domiciltrte Firma, welche die durch den landwtrthschaftlichen Centralverein in's Leben gerufene Samencontrole rückhaltslos seit 4 Jahren anerkennt, die Keimkraft und Reinheit zahlenmäßig garantirt und einen durch die Controlstation etwa constatirten Minderwerlh nicht bezahlln iäßt. Handel und Verkehr. Mainz, 22. Januar. Weizen per März 21.60, Roggen per März 15.40, p. Mai 15.20, Hafer per März 14 75, Rüböl per Mai 37.40. Frankfurt, 23. Jan. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war ziemlich befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner JL 2^0—3.5O Stroh p. ®tr- JL 2, «utter im Großen das Pfund 1. Qualität 85-90 H, 2. Qualität 80 Ä im Detail 1. Qual. JL 1.10—15, 2. Qual. «X 1 Eier, d. Hundert JL 6.50—8.80, Kartoffeln <^ «.5O—7 per 1OO Kllo. Fleischpreise: Ochsenfletsch per Pfd. 70-75^ Kuh-u.Rmbfleffch 55 bis 64^, Kalbfleisch beim Metzgerhandwerk 75 H an anderen Stellen der Stad 60-70^ Hammelfleisch 55-63 Schweinefleisch 70-80 Erbsen, geschalte (per ^OKilogr.) 28—32 JL, ganze Erbsen 24—28 JL, Bohnen 25—28 JL, Linsen 30—36 Buchen- scheitholz per Quadrat-Meter im Holzmagazin 12 55 anderen Stellen «^ 42, Tannenholz im Magazin X 8.55, anderwärts «A 8 20. Tannapfel p. Hect. 50-60 Limburg, 23. Jan. (Fruchtbericht.) Rother Wetzen 19.—, Weißer Weizen 18 80, Korn 13.30, Gerste 11.25, Hafer X 7.10. (Durchschnitts-Preis pro 6 t Kassel liegt die Hälfte der Einwohner an Trichinose krank darnieder. Der Fleischs bcfchauer dort hatte die stark trichinösen Schweine für trichrnen fr ei erklärt und wird sich nun wegen Vergehens der fahrlässigen Todtung zu verantworten haben. Frankfurt 21. Jan. Seit dem ersten Januar bis zum Samstag den 19. ds. maren ebenso viel Concurfe angemeldet, als wir Tage im Jahr zurückgelegt hatten. Worms. Der junge Mann, welcher sich am Samstag VOrmittag in einem hiesigen Gasthause erhängt hat, ist nicht der Postassistent Kolltng aus Speyer unter welchem Namen er sich in das Fremdenbuch eingetragen hatte, sondern der Unwersitäts ttubent"Eugen Friebis aus Ed?nkoben. Geldverlegenheit ollen die Ursache des verzweifelten Schrittes gewesen sein. Die Lciche wurde der Anatomie der Landesuntver- fast zu Gt-b-n übersandt. fg bm Anschein, als ob di- Trichinose sich bald Ober aanx Nte'derbesfin als eine Landplage verbreiten wollte. Nachdem diese gefährliche KrlUiftüi/ zuerst w einer Reihe von Ortschaften des Landkreises Kassel ausgetreten ist dort zahlreiche Opfer gefordert hat, wurden bald auch aus Melsungen und Hers- seld Eikranbmgsfälle gemeldet, und jetzt wird aus der Stadt Spangenberg bertch et, daß dort nicht weniger als neun Personen auf einmal von dem Nebel befallen worden sind von denen sich mehrere in augenscheinlicher Lebensgefahr befinden. Es ist dort der Ausbruch der Krankheit auf das Faktum zurückzuführen, daß eine F/au von zwei a!scklackteten Schweinen aus übertriebener Sparsamkeit ober in einer eigentümlichen Bo?auss tzung bezüglich der verwandtschaftlichen Beziehungen derselben nur das eine untersuchen ließ, während gerade das andere, wie sich spater herausstellte, durch und durch trichinös war. Dem unverzeihlichen Leichtsinne wird wohl nur durch eine Reihe von Anklagen wegen fahrlässiger Tödtung, resp. Gesundheitsbeschadigung gesteuert wer- den komren. Vergangene Nacht ereignete sich Hierselbst an der Hochstraße ein Brandunglück, welches leider mehrere Menschenleben zum Opfer forderte. Es brannte in dem Hintergebäude des Hauses 26 an der Hochstraße. Sofort eilte die Feuerwehr nach der bezeichneten Stelle hin und fand das Innere des zwei pa9cn Loben Hintergebäudes, auch die Treppen von unten bis oben in hellen Flammen stehend. In dem angrenzenden Nachbargarten lag das Dienstmädchen des Hauses Kammern' am Boden. Dasselbe war aus einem ter obersten Raume, der ihr zur Schlafsta'te diente, vor der von unten aussteigenden Gluth auf das Dach geflohen und hatte sich in der Verwirrung von dort in die Tiefe gestürzt. Als der Feldwebel der Feuerwehr, der zuerst in den Garten drang, die Unglückliche fand, zeigte es sich, daß sie sich schwer im Rücken verletzt hatte. Einer Frau, welche in der oberen Etage am Fenster stand, wurde eine Rettungsleine zugeworfen, allein auch sie stürzte, ehe die rettenden Mannschaften zu ihr gelangen konnten, herab und beschädigte sich durck den Fall erheblich am Kopse. In demselben Augenblicke riefen mehrere Stimmen: „Noch find zwei Kmder auf der zweiten Etage." Diese wurde nun von Außen im Nu mit Rettungsleitn:n erstiegen, allein die Fenstergeschränke waren glühend und das Zimmer mit Rauch und Feuer anaefüllt • letzteres drang durch den Fußboden und an den Wanden entlang nach oben. Die muthigen Mannschaften versuchten wiederholt in das Zimmer einzudringen, wurden aber, wenn sie einige Schritte in demselben vorangethan, von dem erstickenden Rauche gezwungen, wieder zurückzukehren. Endlich gelang es, die beiden Kinder zwei Knaben tm Alter von 15 und 9 Jahren, aufzufinden. Der altere lag, theilroeife an gekleidet, nor bem Bette, mit dem Gesichte am «oben; ber jüngere, ber sich im bloßen Hemde befand, war vor dem Fenster zusammengesunken. Leider waren Beide m dem Rauche erstickt. Die beiden schwerverletzten Frauen wurden nach dem Bürger-Hospitale geschafft und unterdessen das Feuer gelöscht- - Ein Epoche machendes literarisches Unternehmen, welches gleich nach seinem ersten Erscheinen binnen wenigen Monaten den Stand von 41,500 Abonnenten erreichte und den sehr seltenen Fall bietet, daß durch dasselbe wirklich ^nem thatsachlichen und nicht nur vorgeblichen Bedürfnisse des Publikums entsprochen wird, ist d'e bei Hermann Schönletn in Stuttgart erscheinende „Bibliothek der Unterh^tun^ und des Wlssens , Welche vor Kurzem ihren zweiten Jahrgang 1878 begann. Dieselbe erscheint j^rlich in 13 vierwöchentlichen Bänden, deren jeder 16 b's Bogen oder 256 bis 288 Seiten umfaßt und doch nur den für einen solch ansehnlichen Band fast u, 8laublich billigen Betrag von 50 Pfennig, sage fünfzig Pfennig kostet! Die Verlagsbuchhandlung hat mit diesem Unternehmen einen vielverheitzenden Schritt auf brnt ^ege Zur Reform ber gegenwärtigen, abnorm hohen Bücherpreise getban welches Vorgehen gewiß allgemein um so mehr mit Freude begrüßt wird, als alle Welt in Deutschland unter dem beritten Mißstände leidet- Fast jeder würde gern die neuesten Schöpfungen unserer bedeutendsten Schriftsteller erwerben und seiner PrivatbibUothek einreihen, wenn nicht den Meisten die Ausführung dieser Lieblingsidee tbeils^durch die enormen Anschaffungskosten, theils durch die Erscheinungsform verwehrt wäre. .......— Eingesandt. Kaffee. Durch viele deutsche Zeitungen und Zeitschriften gingen vor einiger Zeit Artikel, wonach sämmtliche im Handel vorkommende grüne Kaffee mit einer giftigen Farbe, welche alle möglichen Krankheiten nach sich ziehen könne, gefärbt seien. Wenn es auch zugegeben werden muß, daß im Handel gefärbte Kaffee vorkommen, so ist damit doch nicht gesagt, daß alle grüne oder grünlich aussehende Kaffeegefärbt sind. Es ist eine feststehende Thatsache, daß die verschiedenen Kaffeesorten von Ceylon, Vorderindien, Brasilien, Portorico, Jamaica, Marfnique, Gouadeloupe, wie auch einige Sorten von Java einen natürlichen Farbstoff (dunkelgrünsärbendes Saftgrün) enthalten und daß je tntenfioer sich die Farbe, nach Uebergießen mit Wasser und längerem Stehenlassen zeigt, damit eine um so schwerere, gehaltvollere Kaffeeforte bedingt ist. Der Abguß bleibt durchaus grün ohne Bodensatz. Die Farbe von künstlich gedecktem, ober wie man auch zu sagen beliebt gestrichenem Kaffee lößt sich ebenfalls leicht auf, das Wasser wird aber Anfangs trüb und die Farbe setzt sich nach einiger Lett zu Boden, während die obere Flüssigkeit hell, nicht gefärbt erscheint. Einsender dieses besitzt Ceylon-Kaffee in ber Hülse, der also einer künstlichen Färbung unzugänglich ist und womit der untrügliche Beweis des Gehaltes an natürlichem Farbstoff geliefert werden kann; auch wird noch bemerkt, daß auf hiesigem chem. Laboratorium ein Abguß von grünem (ungefärbtem) Kaffee untersucht und frei vor. jedwedem schädlichen Bestandtheil gefunden worben ist. Das Publikum wolle beshalb bei anzuftellenden Versuchen vornehmlich auf oben angegebene Momente achten und nur solche Kaffee als gefälscht verwerfen, bet denen die zuletzt beschriebene Erscheinung hervortritt; auch sich durch oberflächliche Beurthei- lunß eines so wichtigen Genußmittels nicht beirren zu lassen, sondern ohne alle Bedenken nach wie vor sich des Genusses von grünem Kaffee nicht zu entschlaaen, ba von entstehenden Krankheiten durchaus keine Rede sein kann.E- F- dieser Zeit sind dieselben ungültig. Frankf. Würstchen (40 empfiehlt (77) Gg. Wilh. Weidig. Warme Hader. 359) Die Abonnement Karten von 1877 können noch bis Ende dieses Monats verbraucht refp. umgetauscht werden; nach Ph. Lüdeking NB. Musterbücher und Preiscourant stehen gratis zu Diensten. Tuch und Buckskins in allen Qualitäten empfiehlt unter billigster Bedienung litulwig Ii 20^ bei Müller Schmib.t zu Trohe. Andr. Güler.___ 182) Leinene und baumwol- lene Webgarne bei Axig» Himbach, ____________Mäusburg.________ 362) Das Flechten von Stroh- und Rohrstühlen, Anfertigen aller Gattungen in Stühlen von den gewöhnlichsten bis zu feinsten wird prompt und reell ausgeführt von Philipp Henkel, Stuhlmacher in dem Hause des Herrn Julius Strack am Wallthor. JL Eine Partie Ballrohen: Taxlatan.es mit schönen Dessins, per Robe 7 do. ), Silber oder Gold, „ „ 10 empfing TS. Kami, 496) vorm.: S. WEIMERSHEIM. 12, 13, Itzeuplitz in (Köln Samenhandlung von Gartenbesitzer zu Diensten. 497 Lager = 90 Garantic für tadellose Waare. A. Bramm- Preise billigst. Auf Wunsch erleichterte Zahlungg - Bedingungen. 1 ■lor oooocn x:cx5ocrr .xxxxxxraocococxxxx» Emmenthaler-Käse, Stockh. Reish. Wellen R a t e r u m m e 45 Brie (503 empfiehlt m b'sten Qualitäten Kellers- Archlen Malaga u. Tolrayer 22 m (391 empfiehlt billigst Gg. Wilh. Weidig. 445) kleingeschnittcn, per Rmtr. JA. Andreas Euler d. Dltts. (494 Lreltersberg Vit- E 38. miethen. 2920 940g 820 30 Rahm- Holläuder- Edamer- Kräuter- Roguesort- Neuschateler- Fromage de 159 192 bi: zu Buche, Hainbuche Eiche Kiefer 43 cm Durchmesser unb 8 bis Länge mit 61,16 obm, 1 Buchenstamm von 1,87 cbm, 1 Erl'.nstomm von 0,90 cbm. Wtmmenauer, Forstroth. Dienstag den 29. Januar, in den Distrikten Fuchsstrauch, Kellersberg, Höler, Schwarzwald, Mühlberg rc.: 30 Etchenstämme von 15 bis 60 cm Durchmesser und 4 bis 13 m Länge mit 15,98 cbm, 112 Kiefern» und Fichtenstämme von 15 bis (?tn kleiner Pinscher nicht unter 1 Jahr alt und welcher schon die Hundskrankheit gehabt hat, wird zu kaufen gesucht. Näheres bei der Exp. 2 Elsbeerstäwme mit 0,70 cbm Inhalt, 5 Eichen- und 22 Fichtenstangen. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr im Fuchsstrauch bet der Bank. Ltch, den 19. Januar 1878. Versteigerungen. Samstag den 26. I. Mts., Vorm. 11 Uhr, sollen auf dem städtischen Baubüreau verse Schreinerarbeiten, veranschlagt 108 JL, versteigert werden. Gießen, den 22. Januar 1878. Großh. Bürgermeisterei Gießen. do. do. do. in Singer-, Wheeler & Wilson-, Grover L Baker-, Howe-, Elastic-, Pechdraht-Maschinen etc. für Familien und Gew erb treib en de. Theercapsclu. Deutsches Fabrikat, aus reinem schwedischen Theer. 20 Stück = 40 Werkstätte für Reparaturen. Ieil'gevotenes. 495) Junge Hühner und Hahnen (verschiedene Sorten) zur Zucht sind auf Bestellung zu haben. Geschlachtetes Fcder»Vieh aller Art wird äußerst billig verkauft Buch, Lindenplatz 244. 326) Lumpen, Werg, Metall rc- kauft Louh Rothenberger, Neuenweg. Näh maschinentheile, Ocl, Zwirn und Nadeln. Holzversteigeruug in der Fstl. Oberförsterei Lich. Montag den 28. Januar, in den Dlstrikten KelUrsberg, Höler, Mühl- Jagdverpachtung. Donnerstag den 7. Februar 1878, Nachmittags 2 Uhr, soll die Gemeinde-Jagd der Gemarkung Alten-Bufcck anderweit auf 6 Jahre, auf dem Büreau der unterzeichneten Stelle in 2 Abteilungen verpachtet werden. Alten-Buseck am 21. Januar 1878. Grotzherzogl. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Wa genb ach. (500 Staufenberg. 498) Sonntag den 27. d. M. feiert die Gemeinde Staufenberg den Gedenktag ihrer Wasserleitung. Um 2 Ubr Zug burdb die Stadt. Von 4 Uhr an Tanzmusik. Hierzu laden ergebenst ein Fink und Hammel, Wirthe. Bekanntmachung. 501) Nachdem die Fürstliche Standesherrsckaft SolurS-Braunfels und die Handelsgesellschaft Gebrüder Buderus zu Wetzlar in B.zug auf die der Letzteren mit Ausschluß des standeshcrrlichm Eigenthums verliehene Eisen- und Manganerz-Grube „W tlhelm" in den Fluren 1, 2, 3 und 9 der Gemarkung Holzheim, Kreises Gießen, einen Austausch von Feldestheilen in der Weise verabredet haben, daß unter Verzicht auf das der Standesherrschafl zustehende Vorzugsrecht die Grabens, lder der Gruben „Wilhelm II. und Sigismund" aus dem Grubenfelde der Grube „Wilhelm" ausgeschieden und der Fürstlichen Standesherrschafl abgetreten worden sind, so wird dies unter Bezugnahme auf die Art. 58, 59 und 63 des Berggesetzes unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Einsicht der betreffenden Urkunden auf unserem Bureau innerhalb 3 Monaten Jedem gestattet ist und eventuell Einsprüche Dritter gegen diesen Austausch von Feldestheilen innerhalb genannter Frist bei dem zuständigen Gericht geltend zu machen sind. Darmstadt, den 22. Januar 1878. Großherzogliche Ober-Drst- u.Domänen-Direction, Verg-Mheilung. Bose. vdt. Tecklenburg. Tannenholz per Ctr. Jt. 1,20, bei Abnahme von 1 Raummeter oder 8 Ctr. frei an's Haus, empfiehlt Brennholz. Buchenscheitholz per Raummeter J/ 11. berg rc.: Sckeith. Prügelh. Vermischte Anzeigen. 499) Die Beleidigung, die ich gegen LudwigSchneidersEhesrauin Wie- seck ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück. Wieseck, 24. Jan. 1878. Hetnr Pausch. 504) Ein tüchtiger Kellner gesucht von Gebrüder Lotz. Erle, Elsbeere 5 6 — Zusammenkunft s Morgens 10 Uhr auf dem Garbenteicher Weg am berg. 486) Ein braves Dienstmädchen für Küche u. Hausarbeit wird gesucht. W- s. b. Exped. d. Blatts.__ Ein Mädchen von 15—16 Jahren findet Beschäftigung in einem hiesigen Geschäfte. Wo? sagt die Exped. d. Bl- controlirt vom landwirthHcliafti. Verein für Khelnpreu8*en. Lager von seidefreiem Klee und Luzerne für grössten und kleineren Bedarf, Reinheit und Keimkraft geprüft und garantirt. Alle gangbaren Feld-, Vfiesen- und Gartensämereien, billige Preise, reelle Q”ilität. Preiscourant A für Samenhändler und Genossenschaften, B für Landwirthe und Bettsedcrn und Bannen Zwtllch und Barchent, Feder-Leinen, Lieferung vollständiger Betten in streng reeller Ausführung, bei 169) Th. Brück, Kanzleiderg B- 1. 505) Ein Haufen guter Pferdemist zu verk- ufen im Darmstädter Haus. kleingemacht, „ „ per Ctr. Jl. 1,50, Atihmaschitten -Sandümg von THEODOR HAUBACH in GIESSEKT, Reichensand - Bahnhofsstrasse. Emil Fischbach. Zu verkaufen. 506) Eine große Parüe « lies Bauholz, zu Lagerholz sich eignend, kann in kleinen Quantitäten abgegeben werden. I. Blitz. 484) Das seither von Herrn Lehrer B ayrer bewohnte Familienlogis ist anderweitig zu vermiethen und Anfangs April beziehbar. Wilhelm Pleil, Marktstr. 464) Em miDitrie« Z-mmer zu oeimie- then- W- Wendel, Gartfeld. Z Theater. 1O Freitag den 25. Januar: Die Wallt aus Lowood. Schaub t l in 2 Ablb. und 4 Acten mit fre er Benutzung des Romans vonCu rrer Bell von Charlotte Birch-Pfeifer. 355) Ein kleines Familienlogis per 15. Februar beziehbar zu vermiethen. _____________Elias Meier Wittwe. Zimmer mit Bett zu oermietben. Schloßgasse B. Nr. 5 Dermietyungen. 507) Ein Famtlienlogis von 4 bis 5 Zim mern und sonstigem Zubehör in der Nähe der Niuen Anlage oder Gartenstraße per 1. April zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter Chiffre J. 24 an die Exped. b. Bltts.__ Ein Familieulogis von 5 Zimmern mit Zubehör und abgeschlossenem Eor- ridor zu vermiethen und sofort zu bc= ziehen. (4y3) H. Schnell, Brandgasse. 413) Ein kleines FonulienlogiS zu oer miethen u. pr. 1. März zu beziehen bei ______________Pedell Ruckclshauscn. 80) Möblirtes Zimmer, sofort bezieh- bar zu vermiethen.__________Ltt D. 85. 121) In dem GeNe'schen Hause am Seltersberg ist die Mansardenwohnung sofort zu vermiethen durch _______M Loefer, Liqueurfabrikant. 466) Der zweite Stock und ein Man sardenlogis zu vermiethen und gleich zu bc ziehen. K arl Herbert, Nahrungsberg. 463) Drei Zimmer mit verschließbarem Corridor mit Mansardenftube zu vermie tben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 461) EM kleines Famtlienlogis, im ersten Stock, zu vermiethen. ____________W. Ferber, Lindenplatz. 285) 311 gesundester ^age hiesiger Stadt ist ein Logis, bestehend aus 5 Zimmern nebst Zubehör und Gar- teuvergnügeu, zu vermiethen und per 1. April zu beziehen. Näheres bei _______________________3 Blitz. 455) Ein mittelgroßes Famtlienlogis bestehend aus 3 Zimmern und 2 Cabtneten nebst allem Zubehör und Garten zu ver Pelikan-Apotheke 502) von Dr. A. Mettenheimer. Weihe Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drell in den gangbarsten Dessins. Anfertigung jeder Decorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung, bet 170) Tb. Brück, Kanzleiberg B. 1. Verantwortliche Nedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Unio.'Druckeret (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. ***** Es wir yon GrOerzo der am 30- ® Stück |U 30 wendet werden. Gieß Ntn, ßVft Aus Berlin nichtige Mittheil, marrf und Hern es handelte sich o Die anderen Fra, Syßemö u. s. w. eine pmciplelle E gefaßt worden. I nun ist und er u öffnet ist, weil es fit Frage zwffche, den benefjenden l der tznaniminister nehmen und ob ^nden Refonnylä Wird eine ooW /onst, wenn er' führung zu brin, fchtinlichkeit nad «LleÜveltretung l bau)en bleiben, v'lchts in der S iS dafür dann Hk Utbtr anbei, bejtimmt, ln’$ preutzifche M Außer dem handelsministeriu nothivendia. * Ift big Mefamkr ‘Nmlueteinigl f. ®,( Duichf ,leUet: »erben. $ **m, daß J -"fc ? n e.r Reich 'int JL Hitachi, 5^5