Mittwoch, den 24. Juli No« 169 1876 Kichener MnMger AMP- Md Amtsblatt flr den Kreis Gieße» Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS Gießen, den 23. Juli 1878. WP ausgesprochen, das Princip der Religions- ihm eine stete Ausdehnung zu geben. In Reiches soll der Unterschied der Religion zum Ausschluß vom Gebrauch der bürger- der Zulassung zu öffentlichen Aemtern und von und Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. zu garantiren. Die Pforte hat den Willen freihett aufrecht zu erhalten und keinem Theile des Ottomanischen irgend Jemandem als ein Grund lichen und politischen Rechte, von en, in Küche und ht auf einen oder M LuMsr. Zu erftW Der Friedensvertrag beginnt mit folgenden Worten: „Im Namen Gottes des Allmächtigen. Seine Majestät der Deutsche Kaiser, König von Preußen, Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich, König von Böhmen rc. und apostolischer König von Ungarn, der Präsident der französischen Republik, Ihre Majestät die Königin des vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, Seine Majestät der König von Italien, Seine Majestät der Kaiser aller Reußen und Seine Majestät der Kaiser der Ottomanen, — dem Wunsche beseelt, die im Orient durch die Ereignisse der letzten Jahre durch den Krieg, welchem der Präliminar-Vertrag von San Stefano ein Ehrenstellen oder die Ausübung der verschiedenen Professionen entgegengestellt werden. Der Pariser Vertrag vom 30. März 1856 ebenso wie der Londoner Vertrag vom 13. März 1871 werden in allen den Bestimmungen aufrecht erhalten, welche durch die vorstehenden Stipulationen nicht aufgehobßn oder modtficirt worden sind (also auch in Bezug auf die Dardanellen). Der gegenwärtige Vertrag wird ratificirt und die Ratification ausge- wechfelt zu Berlin in einer Frist von drei Wochen oder früher. (Prov.-Corr.) RedaetionSbirreau r Gartenstraße B. 165. ExpeditionSbureairr Schulstraße B. 18. Hi.«*** und der Regierung ihre Unterstützung zur Abwehr derselben, wenn auch nicht in Form einer unbedingten Zustimmung zu einer im Voraus noch gar nicht bekannten Vorlage zuzusagen, konnte begreiflicher Weise der Sturm der Entrüstung, der namentlich seit dem zweiten Attentate durch das deutsche Volk ging, lediglich gegen die soctaldemokratische Partei sich wenden, aus deren Lehren die beiden Verbrecher so ruchlose Nutzanwendung gezogen hatten. Für jeden, welcher in dieser Wahlbewegung nicht noch besondere Zwecke verfolgte, war damit zunächst das eine Ziel klar bezeichnet: die Wiederwahl, bezw. Neuwahl -npflege. bet ; 4 Uhr, en, totldje regelmU Ziel gesetzt hat, hervorgerufenen Fragen in dem Geiste einer festen europäischen Ordnung in Gemäßheit der Bestimmungen des Pariser Vertrages vom 30. März 1856 zu regeln, sind einwüthig der Ansicht gewesen, daß die Vereinigung zu einem Congreß das beste Mittel darbteten würde, um ihr Einvernehmen zu erleichtern." Es folgen darauf die Namen der Bevollmächtigten, — welche „nach dem Vorschläge der österreichisch-ungarischen Regierung und auf Einladung der deutschen Regierung sich in Berlin versammelt haben." Nachdem ein Einvernehmen unter denselben glücklich erreicht war, sind sie Äber die Bestimmungen des Friedensvertrages überetngekommen. Aus den Beschlüssen werden hier in Kürze die Hauptpunkte hervorgehoben: Bulgarien wird als ein selbständiges, Tribut zahlendes Fürstenthum unter der Oberherrschaft des Sultans errichtet. Es erhält eine christliche Regierung unb eine nationale Miliz. Das Fürstenthum Bulgarien hat zur nördlichen Aenze die Donau, zur östlichen das Schwarze Meer, zur südlichen den Balkan bis zum Bezirk von Sofia. Der Fürst von Bulgarien wird frei durch die Bevölkerung gewählt und durch die Pforte bestätigt mit Zustimmung der Mächte. Kein Mitglied der regierenden Häuser der europäischen Großmächte soll zum Dürsten von Bulgarien gewählt werden. — Einstweilen wird die vorläufige Organisation Bulgariens, jedoch höchstens auf 9 Monate, durch einen russischen Commissarius unter Controle der Mächte geleitet. — Alle bisherigen Festungen in Bulgarien werden binnen spätestens einem Jahre geschleift. Südlich vom nen Thor bis zur Mündung befinden, geschleift und keine neuen errichtet werden. Kein Kriegsschiff darf unterhalb des Eisernen Thores die Donau befahren. Die europäische Donau-Commission, in welcher auch Rumänien vertreten sein wird, behält ihre Functionen und wird sie von jetzt ab bis nach Galatz ausüben, vollständig unabhängig von jeder territorialen Autorität. Für den Fall, daß die Übereinkunft betreffs einer Grenzregulirung, welche im Protokoll XIII. vorgesehen ist, zwischen der Pforte und dem Königreich Griechenland nicht zur Ausführung kommen sollte, erklären dis Mächte sich bereit, der osmanischen und der griechischen Regierung ihre guten Dienste anzubieten. In Asien tritt die Pforte dem russischen Reich die Gebiete von Kars, Ardahan und Datum mit dem Hafen ab. Der Kaiser von Rußland erklärt, daß es seine Absicht ist, Datum zu einem Freihafen, der hauptsächlich für den Handel bestimmt ist, zu machen. Das Thal von Alasch-Kurd und die Stadt Bachazid, welche durch den Vertrag von San Stefano an Rußland abgetreten waren, werden der Türkei wiedergegeben. Die Pforte verpflichtet sich, ohne Zeitverlust alle Verbefferungen und Reformen einzuführen, welche die Bedürfniffe in den von Armeniern bewohnten Provinzen erfordern, und ihre Sicherheit gegen Tscherkessen und Kurden Deutschland. Berlin. In Bezug auf das Verhältniß des Herzogs von Cumberland zur preußischen Staatsregierung wird der „Neuen Pr. Ztg." Folgendes nach den Mittheilungen des ehemaligen Hannoverschen Officisrs erzählt, welcher den Beisetzungs-Feierlichkeiten in Paris und Windsor und den dabei gepflogenen Verhandlungen beiwohnte. Der frühere Minister v. Münchhausen habe dem Prinzen gerathen, sofort einen Ausgleich mit der Krone Preußen einzugehen. Auch Dr. Wtndthorst habe einen Ausgleich für die Zukunft als das Rathsamste bezeichnet, dem Prinzen aber gerathen, die ganze Frage ein Jahr lang auf sich beruhen zu lasten; er dürfe nicht von Rathgebern irgendwie sich bestimmen lassen, sondern müsse einen so verantwortungsvollen Entschluß völlig selbständig und frei aus sich heraus fasten nach ruhiger Erwägung aller Rücksichten, welche er seinem königlichen Vater, seiner Familie, sich selbst, dem Volke und dem Lande schuldig sei. Berlin, 22. Juli. Kaum acht Tage noch und das deutsche Volk tritt an die Urnen, um sich eine neue Vertretung im Reichstage zu geben. Indem sich keine Partei von der Mißbilligung der Frevelthat am 2. Juni wider des Kaisers Haupt ausschloß, indem ferner alle Parteien sich beeilten, ihr Ver- dammungsurtheil über die socialdemokratischen Ausschreitungen auszusprechen Betreffend: Ernteferien. Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern an die rechtzeitige Anzeige des Anfangs und der muthmaßlichen Dauer der Ernteferien. Dr. Boekmann. Der Friede von Berlin ist am Sonnabend, 13. Juli, unterzeichnet worden. Die Berathungen des Berliner Congrestes, welcher am 13. Juni eröffnet worden war, haben genau einen Monat in Anspruch genommen. in Besitz und Verwaltung genommen. Die Unabhängigkeit Montenegros wird allseitig anerkannt. Das Gebiet «hält eine Erweiterung. Antivari und seine Seeküste werden Montenegro ein- Mleibt; die Häfen bleiben für alle Kriegsschiffe geschloffen. Die Unabhängigkeit des Fürstentyums Serbien wird unter Erweiterung skines Gebiets anerkannt. Land- und Seegrenzen der Provinz durch Errichtung von Befestigungen an dieser Grenze und durch Halten von Truppen daselbst zu sorgen. ---77^ Eine europäische Commission wird mit der Pforte dle Einrichtungen Ost- daß ich am 1 " Ameliens feststellen. Die russische Occupations-Armee in Bulgarien und Ost-Rumelien soll übet 50,000 Mann nicht hinausgehen. Die Occupation ist auf 9 Monate l ft empf1# festgesetzt. In weiteren 3 Monaten soll der Durchzug durch Rumänien und haßen beste vollständige Räumung dieses Fürstenthums erfolgt sein. , r D. Die Provinzen Bosnien und Herzegowina werden von Oesterreich-Ungarn Balkan wird eine Provinz gebildet unter dem Namen Ost-Rumelien, welche - Dresdel Mer der bmcten politischen und militärischen Autorität des Sultans bleibt, 8 ' Christ. aber bei administrativer Selbständigkeit. Sie wird einen christlichen General- s Orzanisteu'^ Gouverneur haben. Der Sultan hat das Recht, für die Verteidigung der 0. in btt Silber KirtMreöu m hirnig? Wtin trljitif Woler U »twelÄ Hjta- belle M’MotaeL hu rLy jur Zu- auf bti ie. '« Vorstand. en M, wird gefugt. 0- vl. chenes^ Marmor ic. whb repartrt (In hethrm »tzpsfiguren werden Abwaschen heraestelli. ing der p. p. Sachen & hier im Lindenhos. M Abend wurde auf Meiriche ein Taschen- AbMben löge C. V, 4. Stock. neu an Nähmaschinen igst. * Raubach^ ■ Bahnhofstrasse, Mann von 17 Jahren ig und schöner Handln Stelle auf rtau oder auch -ris tb F. H. 25 5eföM Die Unabhängigkeit des Fürstenthums Rumänien wird anerkannt. Rumä nien tritt an Rußland einen Thetl des in Folge des Pariser Vertrages vorn 1856 von Rußland abgezwetgten Gebiets von Bessarabien wieder ab. Die das Donau-Delta bildenden Inseln, ebenso wie die Schlangen-Jnselit, werden mit Rumänien vereinigt. Das Fürstenthum erhält außerdem das im Süden der Dobrudscha gelegene Gebiet bis zu einer Linie von Siltstrta bis Mangalta. ------ » a Um die der freien Schifffahrt auf der Donau, welche als von europäi- von socialdemokratischen Abgeordneten unter Aufgebung aller sonst trennenden !-hem Jntereffe anerkannt worden ist, gesicherten Bürgschaften zu steigern, sollen Parteiunterschtede durch ein Zusammengehen aller staatserhaltenden Elemente in alle Festungen und Forttficationen, welche sich am Laufe des Fluffes vom Elser- den betreffenden Wahlkreisen zu verhindern. Die national-liberale Partei kann sich das Zeugniß geben, bemerkt die „B. A. C-", daß sie diesem Grundsätze fleireu ihr Verhalten eingerichtet und daß sie sich in dieser Hmsicht bereitwilligst gezeigt hat, nach rechts wie nach links hin Wahlcompromrsie abzuschließen. Gelingt es in der That, durch ein gemeinsames Zusammengehen aller staatserhaltenden Elemente die Zahl der socialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage erheblich einzuschränken, so ist der Vortheil, der dadurch für bte Gesammtheit aller anderen Parteien, ja, man kann ohne Bedenken sagen, für das Wohl des Staates erreicht wird, ein so großer, daß es wenig darauf ankommt, ob dabei die eigene Partei vielleicht ein Mandat weniger gewinnt, als bet dem Htneinwersen einer Nebencandidatur in den Wahlkampf unter der gleichzeitigen Gefahr eines Mißerfolges für die Gesammtheit der staatserhaltenden Elemente sich möglicher Weise hatte erraffen laffen. AranKreich. Loudon, 22. Juli. Der griechische Ministerpräsident Delijannis hat ich in Begleitung von Gmnadius am Sonnabend nach Paris begeben. Ein Telegramm der „Times" aus Konstantinopel »om 21. d. meldet: Trikup s wird demnächst wegen der türkisch griechischen Verhandlungen in Kon« tantinopel erwartet. Die Pforte erhebt starke Einwendungen gegen die Abtretung von Janina. — Die „Times" bespricht die englisch-tückische Convention und meint, durch die Behauptung der Opposition, der Vertrag involvire eine ungeheuerliche Verantwortlichkeit, würde das Land keineswegs in Schrecken gesetzt. Wenn jedoch die Pläne der britischen Regierung nicht ohne sehr große Ausgaben auSgeführt werden könnten, dürfte es nothwendig werden, von der Pforte die klarsten Stipulationen zu fordern und dürfte die Convention dann eine fundamentale Veränderung erfahren. — Ein Telegramm der „Times" aus Belgrad meldet, die Skupschtina bereite einen Protest an die europäischen Mächte vor, worin Serbiens Ansprüche auf Bosnien und die Herzegowina gel- PariS, 20. Juli. Die Arbeitseinstellungen greifen weiter um sich: 450 Arbeiter in den Bäckereien zu Bordeaux und 700 in den Färbereien von Saint Chamond haben die Arbeit eingestellt. — In Anzin und Umgegend ging die letzte Nacht ruhig vorüber, aber alle Gruben der Gesellschaft liegen still- nur in Demain wird wieder gearbeitet. Die Arbeiter verlangen: 1) Abschaffung der Arbeit aus Tagewerk, die durch festen Lohn von 5 Frcs. für den Tag von acht Stunden Arbeit ersetzt werben soll. (Die Grubenarbeiter verdienen jetzt bei neun Stunden Arbeit und gewöhnlicher Leistungsfähigkeit 3i/2 Frcs.) 2) Die Möglichkeit, jeden Augenblick aus der Grube aufsteigen zu dürfen. 3) Ermäßigung des Gehalts der Bureau-Beamten. 4) Wiederaufnahme der Montagsarbeit, die wegen der großen Stockung im Kohlengeschäfte unterbrochen wurde. Die Kohlengesellschaft will nur im letzten Punkte nachgeben; sie hält die Abschaffung der Arbeit auf Tagewerk für unthunlich. (K. Z.) England. London, 19. Juli.ZI Nach Cypern sind gestern von Malta aus dre R gimenter Infanterie, eine~Batterie und fast alle indischen Truppen abgegangen. Der „Daily News-Correspondent" ist voll des Lobes über die Methode und Schnelligkeit, mit welcher die Truppen, etwa 10,000 Mann stark, eingeschlfft wurden. Vollständige Vorräthe auf einen Monat hinaus wurden mitgenommen. Wir erfahren weiter, daß die Gesundheit der indischen Truppen während ihres Verweilens auf Malta vortrefflich gewesen, ihre Quartierung völlig befriedigend und ihre Disciplin, einen einzigen Fall ausgenommen, be- wundernswerth gewesen. Valetta und Umgegend seien durch die 8000 Asiaten nicht in chrer Ruhe und Sicherheit gestört worden. — Sir Garnet Wolseley bat aus Cypern erfahren, daß es an Heu mangele, im Uebriqen aber alle Vorrälhe, auch Fleisch und Gemüse, reichlich und zu vernünftigen Preisen gekauft werden können. — Auf Malta beschäftigt man sich sehr mit Gedanken der Auswanderung nach Cypern. Man wünscht Vorkehrungen gegen Ansammlung von allerlei Gesindel getroffen zu sehen. Italien. Rom. In Italien dauert die Aufregung wegen des englisch-türkischen Vertrages fort, und die Blätter werden nicht müde, das Thema zu behandeln. Die Organe der Linken überhäufen den^Grafen Corti mit Vorwürfen. Der Risorgimento von Turin nimmt ihn in Schutz, setzt aber doch hinzu, Italien wäre in Berlin nachdrücklicher aufgetreten, wenn die Opposition noch am Ruder wäre. In Rom wird ein großes Meeting vorbereitet, auf dem gegen die Beschlüsse des Congreffes feierlich protestirt werden soll. Die Frage, ob die Regierung das Meeting verbieten soll, ist im letzten Ministerrathe verneint worden. Was die „Societä in prö dell’ Italia irredenta“ betrifft, die eben in Neapel eine große Volksversammlung veranstaltete, so hatte sich Herr Zanardelli doch veranlaßt gesehen, ein Rundschreiben an die Präfekten zu richten, worin sie aufgefordert werden, darüber zu wachen, daß die „Italia irredenta“ den Boden der Gesetzlichkeit nicht verlaffe. Von Berlin aus soll übrigens ein freundlicher Wink nach Rom ergangen sein, man möchte doch die Oesterreich verletzende Agitation nicht gar zu üppig in's Kraut schießen lasten. Rom, 21. Juli. Ein unter dem Vorsitze Menotti Ganbaldi’s abgehaltenes demokratisches Meeting hat eine Resolution angenommen, welche die Vergewaltigung des Nationalitäts- und Volkssouoeränitäts-Principes durch den Kongreß tadelt, die Solidarität des italienischen Volkes mit den durch den Congreß verschacherten Völkern betont und daran erinnert, daß noch italienische fremder Herrschaft unterworfene Länder existiren; man müffe auf die nächste Zukunft, auf Gerechtigkeit und Wahrheit vertrauen. — In Turin, Genua, Palermo und Pisa sanden gleichfalls Versammlungen statt. Die Abhaltung einer solchen in Mailand scheint aufgegeben zu sein. — Heute Abend ließen junge Leute auf der Piazzo Colonna Hochrufe auf Triest und Trentino erschallen. Die Behörden ergriffen entsprechende Maßregeln. telegraphische Depeschen. Wagner'- telegr. Eorrespondenr - Bureau. Berlin, 22. Juli. Nach dem neuesten Bulletin war das Befinden des Kaiser in letzter Zeit ungestört gut. In den Kräften ist ein erfreulicher Zuwachs eingetreten, so daß bei günstigem Witterungswechsel die erste Ausfahrt mit sehr gutem Erfolg unternommen werden konnte. — Herr v. Oubril ist gestern Abend nach Petersburg abgereist. Graf St. Vallier reist heute Abend nach Paris. — Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag l3/< Uhr mittelst Extrazuges nach Babelsberg übergesiedelt. — Se. Maj. der Kaiser war bei der Uebersiedelung nach Babelsberg von Ihrer Maj. der Kaiserin, der Großherzogin von Baden und deren Tochter Prinzeß Victoria begleitet. Der Kaiser fuhr im geschloffenen Wagen über die Linden nach dem Potsdamer Bahnhof und wurde überall, wo Se. Majestät vom Publikum erkannt wurde, namentlich bei der Einfahrt in den Bahnhof, mit enthusiastischen nicht enden wollenden Zurufen begrüßt. Auf dem Bahnhof befanden sich der Stadtcommandant und der Polizeipräsident. — Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine vom Grafen Stolberg gegen- gezeichnete kaiserliche Verordnung vom 22. Juli, betr. die Aufhebung des Pferde- Aussuhrverbotcs. Ferner veröffentlicht derselbe das Gesetz, betr. die Abänderung der Gewerbeordnung. Stuttgart, 22. Juli. Der König der Niederlande ist zum Besuch dcr königlich württembergischen Herrschaften in Friedrichshafen eingetroffen. tenb gemacht werben. London, 22. Juni. Durch Circular bes Kciegsministers wirb bte Entlastung der Reservisten ber Armee unb Miliz zum 31. Juli anbefohlen. Vor ber Entlastung wird ber Herzog von Cambridge Revue über 14,000 Mann halten. Berlin, 22. Juli. Der „Reichs-Anz." schreibt (in Bestätigung anber- iveitiger Melbungen): Für bte vielfach verbreitete Nachricht, baß bte russische Regierung beabsichtige, die Verorbnung, betr. bie Zahlung ber Zölle in Gold, vom 1. Septbr. an außer Kraft zu setzen, liegen bisher keine tatsächlichen Anhaltspunkte vor; dieses Gerücht erscheint nach Lage der Verhältniste wenig glaubwürdig. Rom, 22. Juli. Gestern fanden in Pavia und Reggio Versammlungen statt, bie ohne besondere Zwischenfälle verliefen. In Neapel und Bologna kam es zu Demonstrationen, ohne daß jedoch die Ruhe weiter gestört wurde. Die in Mailand, Venedig, Como, San Remo und anderen Orten beabsichtigten Versammlungen sind verschoben. Das Journal „Liberia" constatirt, daß der gestern Abend in Rom gemachte Demonstrationsversuch nicht die von ben unklugen unb exaltirten Veranstaltern bestelben erhofften Resultate hatte, in Folge der ruhigen würdigen Haltung der Bevölkerung. Das Journal „Capi- tale" beklagt ebenfalls die besagte Demonstration und fürchtet, dieselbe fei durch Unvorsichtige oder Agents provocateurs veranlaßt worden. Berlin, 22. Juli. Nachdem die Verhandlungen der in Kiel thätig gewesenen Havarie Commission, betr. den Untergang des „Großen Kurfürsten" bei der Admiralität eingegangen sind, haben die Einleitungen zum kriegsgerichtlichen Verfahren nunmehr begonnen. London, 22. Juli, Abends. Im Unterhause kündigte Kenealy ein Amendement zu Hartington's Beschlußantrag an, welches Befriedigung über die Abmachung der britischen Vertreter auf dem Congreffe ausdrückt unb bie Agitation, welche Rußland zum Angriffe auf bte Türkei ermutigte unb daher ernstlich bas europäische Gleichgewicht unb Jnteresten, wie Hanbel Englands, beeinträchtigte, verurtheilt. Plunket kündigte ein Amendement zu Hartington's Resolution an, wonack an die Königin eine Adresse zu richten sei, die ür Mittheilung des Vertrages, der Congreß-Protokolle und der englisch- türkischen Convention Dank ausspricht und die feste Versicherung ertheilt, daß das Haus mit höchster Befriedigung die Beendigung des Krieges durch den Vertrag zwischen den Großmächten vernommen habe; ferner soll in der Adreffe die zuversichtliche Hoffnung ausgesprochen werden, daß dies Arrangement zur Wahrung des Friedens, zur Besserung der Verhältniffe eines großen Theiles der orientalischen Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung der Jntereffen dieses Reiches führe. (Beifall der Conservativen.) Lokal-Notiz. Gießen, 23. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung aa Donnerstag den 2Z. Juli 1878, -tachmittagS 4 Uhr r 1. Erlaß eines Lokal: Reglements in Betreff der Stratzenreintgung. 2. Den Burg-Graben betreffend. 3. Die Anlegung einer Straße zwischen dem Gartfeld und dem Asterweg bett. 4. Die Erbauung eines Schlachthauses. 5. Die Realschule erster Ordnung. 6. Die Betriebsregulirung der Stadtwaldungen. 7. Erbbegräbnisse betreffend. 8. Erweiterung des Friedhofs betreffend. 9. Gesuch wegen Pflasterung des rechtsettigen Trottoirs der Frankfurter Straß!. 10. Gesuch des L-chreinermeisters Jacob Schmidt um Bauerlaubniß. 11. Gesuch des Wilhelm Wagner n. um Bauerlaubniß. 12. Gesuch des Daniel Weller von Heuchelheim umErlaubniß zur Erbauuni eines Hintergebäudes. 13. Gesuch des BäckermeifterS Wilhelm Löber VL um Erlaubniß zur Voi- nähme von Bauveränderungen. 14. Gesuch des Kaufmanns C. W. Nowack um Erlaubniß zur Erbauung einet StalleS. 15. Gesuch des Rentners C. Münch um Erlaubniß zur Anlegung einer Ein- friedigung. 16. Desgleichen Seitens de8 Heinrich Adami. 17. Gesuch deS Braumeisters Möller um Bauerlaubniß» 18. Desgleichen des GlasermeisterS Scherff. 19. Verzinsung von Communal-Ausständen. Gießen, 23. Juli. Der von dem Oberhessischen Verein für Localgeschichte ü Aussicht genommene Ausflug nach Münzenberg findet nicht, wie anfänglich beabsichtig!, nächsten Samstag, sondern erst Sonntag den 4. August und zwar über Butzbach stae. Herr Professor von Ritgen wird an Ort und Stelle einen Vortrag über Baua: und Geschichte von Münzenberg halten. J Der auf die Saalburg projectirte Ausflug wird vorerst unterbleiben, wefl^ den eifrigen Bemühungen des Ausschusses gelungen ist, das Ministerium des Innen für die Ausgrabung der CaperSburg durch einen Hess. Verein zu interessicen und das selbe eine namhafte Geldunterstützung zugesagt hat, so daß der Ausschuß im vertraue« auf reichliche außerordentliche Beiträge der Mitglieder die Ausgrabung beschlossen he und damit sofort nach Einlangung der ministeriellen Genehmigung, die Anfang nächste Woche erwartet wird, begonnen werden soll. Die Liste zur Einzeichnung von Beiträgen wird dieser Tage circuliren und wir! eine Einrichtung getroffen werben, durch welche auch Rtchtmitgliedern Gelegenhe: geboten wird, sich durch eine wenn auch nur kleine Geldzeichnung an einem für unsere Stadt so bedeutungsvollen Unternehmen zu betheiligen. i --Durch Unwohlsein verhindert, war es Frl. Natalie Köhler nicht nwg' lich, ihrem Versprechen gemäß, den Oedipus in Kolonos bis jetzt zu lesen. beabsichtigt jedoch denselben kommenden Freitag Abend vorzutragen, lieber die W lesung des Oedipus äußerte sich die leider zu früh verstorbene treffliche Lout Büchner im Darmst. Tagblatt vom Jahre 1875: Mit großer Befriedigung folgt am vergangenen Freitag ein gewähltes und zahlreiches Publikum der Vorlesung oe, Oedipus in Kolonos, durch Frl. Natalie Köhler. Sie hat die höchst schwierige Aufgabe, wie sie der Vortrag einer Dichtung von solch hochtragischem Schwünge um »00t 2t K »gut"J" 8»i. ine«? l01"tlon Nicht 8«. >dlg Werten ’ b'° " b" ‘»ÄS* Wert wird die anbtfo^ien. $OI ‘ * *W Mm äfft’8 ' 7 H die tufflät "«bet Zill- in ® J ,cr N«lt* wenig b ^'Sflio Bers-Mw wpel nnd Sologm : ®iitir geßöit würbe, wen Orten beabsichtig '»*«“ CMPatta, bi "4 nicht die eon b« ■” »ejttltate Hute, li Das Janrnal rchtet, dieselbe sei bin! Ittt. l dn in Kiel thiiltg 9 Men Kurfürsten" fe n zum kriegsgerichtlich! 1 kündigte Kenealy k s Befriedigung über! ausdrückt und die 1* ermutigte und dch wie Handel Tnglmi dement zu Hartinzte- jt zu richten \t\, h »koüe und der tt# e Lerschnung M gung des Krieges M ibe; ferner soll in d i, daß dies LrrangeC kszr ems großen Thing der Interest en W der griechischen Versmaße an den Vorlesenden stellt, mit großem Geschick und aus- danernder Krast überwältigt. Der kaum weniger schweren Ausführung der begleitenden Musik untenoa sich Herr Scheld gleichfalls mit dankenswerthem Fleiße und ermöglichte es dadurch den Zuhörern einen Genuß zu ermitteln, der bis dahin in unserer Stadt noch nicht geboten wurde. Daß es nur darauf ankommt dem Publikum Würdiges zu bringen, um seine Empfänglichkeit heroorzulockcn, dies bewies die erregte Spannung, mit der Jedermann dem Vorträge folgte, und es war eine Freude in den Zügen der zahlreich vertretenen weiblichen Jugend zu lesen, wie das wahrhaft Schone, gehöre es auch noch so entfernten Zeiten an, den unbefangenen Sinn jederzeit zu fesseln weiß. Vermischte — (Durstige Staatsmänner.) Die prominenten Staatsmänner, acht an der >tabl, welche auf Veranlassung von Präsident Hayes s. Z nach New-Orleans reisten, um das Resultat der Gouverneurs-Wahl in jenem Staate festzustellen, haben auf der Reise nach dort weder Hunger noch Durst gelitten. Die dem Congreß oorgelegte Rechnung für die Beköstigung der acht „Honorables" auf der Hinreise belief sich auf D. 196.43, darunter 2 Körbe Champagner.......D. 48 1 Dutzend Flaschen 1830er Brandy ... 38 1/3 „ r Sherry...... 12 1 „ , extra alter Whiskey „ 15 300 importirte Cigarren ...... , 48 Und all das wurde von acht Männern in drei Tagen vertilgt (I). Jedenfalls können sich die acht „Prominenten" eines ausgepichten Magens rühmen. — Rom. (Der Stapellauf des „Dandolo") Am 10. Juli waren die sechs Monate abgelaufen, während welcher das officielle Italien Trauer um den verstorbenen König trug. Eine stille Seelenmesse, von einem der Hofcapläne im Pantheon gelesen, woselbst Victor Emanuel seine letzte Ruhestätte angewiesen wurde, und nur von den Majestäten und deren nächstem Gefolge besucht, bildete den Abschluß dieser trüben Zeit. Am Abend desselben Tages noch, brachten die glänzenden Hofcarrossen die Majestäten auf den Bahnhof. An Chiusi, Siena, Empoli, Pisa, Viareggio und fünfzig anderen Stationen flog der Zug vorüber, der am nächsten Morgen, wenige Minuten nach 8 Uhr, in Spezia, dem Reiseziele eintraf. Ueberall, längs der durchlaufenen Linie, war das königliche Paar mit Jubel begrüßt worden; der großartigste Empfang sollte den Majestäten, bei denen sich der kleine Kconvrinz befand, und in deren Gefolge die Minister des Innern, des Krieges und der öffentlichen Arbeiten reisten, während der Martneminster, der Festgeber, bereits einen Tag früher etngetroffen war, indessen in Spezia zu Theil werden. Hier hatte man noch die ganze verflossene Nacht hindurch gebaut, gezimmert und gehämmert, dafür befand sich aber auch schon am frühen Morgen des Festtags Alles in bester Ordnung und dies war eine weise Vorsicht, denn bereits um 5 Uhr Morgens zählte die Menge, welche die Straßen durchwogte, nach Tausenden. Am Bahnhof wurde das königliche Paar von dem Herzog von Aosta, dem Prinzen von Carignan und dem Herzog von Genua empfangen. Eine von dem Torpedo-Schulschiffe „Caracciolo" beigestellte Ehrencompagnie leistete die militärischen Honneurs. Bürgermeister Bruscht begrüßte die hohen Gäste im Namen der Stadt und überreichte der Königin einen prachtvollen Blumenstrauß. Vom stürmischen Beifallsrufe der tausendköpftnen Volksmenge, die zum Empfang erschienen war, begleitet, bestiegen die Majestäten die bereitgehaltenen Wagen und im Triumphzuge ging es nach dem Gasthofe zum Malteserkreuz. Die Musikbanden spielten den Königsmarsch und die tm Hafen ankernden Schiffe donnerten ihren ehernen Gruß. Um H Uhr begaben sich die Majestäten ins Arsenal, woselbst sich der Hauptact deS Festprogramms, der Stapellauf des „Dandolo", vollziehen sollte, und ihrer bereits tm Pontificialgewand und von einem zahlreichen Klerus umgeben der Bischof von Sarzana harrte. Es erfolgte die Einsegnung des Schiffes, nach welcher der Bischof die heiligen Gewänder ablegte und dann den Majestäten seine besondere Huldigung darbrachte. Der König sowohl als die Königin reichten dem Prälaten die Hand. Hierauf bestiegen die Majestäten das Schiff selber, der König in Generalsuniform und die Königin in Weiß gekleidet. Ihre Majestät vollzog in der üblichen Weise die Schiffstaufe, eine Flasche Champagner auf dem Decke zertrümmernd. Auf's Neue erscholl tausendstimmiger Beifallsruf der Menge und wieder donnerten die Geschütze. Nachdem diese Ceremonie vorüber war, wurden allmältg die Stützen beseitigt, welche den „Dandolo" bisher an's Land gebannt hatten. Um 11 Uhr 30 Minuten setzte sich der Etsenkoloß in Bewegung und begann langsam und majestätisch seinen Lauf. Stürmische Eooivas begleiten denselben; da plötzlich verstummt der Jubel: das Schiff sitzt fest! Bange Erwartungen bemächtigt sich aller, man gibt sich den ärgsten Befürchtungen hin, aber dieselben sind unbegründet, denn wenige Stunden später hat sich der „Dandolo", von zwei Schiffen in's Schlepptau genommen, thatsächlich dem Meere vermählt. Inzwischen besteigen die Majestäten die Yacht „Valena", um das im Hafen liegende Geschwader, aus den Schiffen „Roma," „Venezia," „San-Martino," „Authion," „Maria Adelaide,"' „Caraccialo," „Vittorio Emanuele" und „Affondatore" bestehend, und die zahlreich versammelte Handelsflotte Revue zu passiven. Um 2 Uhr erfolgte sodann die Einweihung des dem General Chiodo auf dem Arsenalplatze gesetzten Monuments, ebenfalls wieder im Beisein der Majestäten. Um 7 Uhr fand eine Gala-Tafel statt, welcher der König und die Königin prästdtrten, und den Schluß der Festlichkeiten bildete die prachtvolle Beleuchtung des Golfes. Am späten Abend erfolgte dann die Weiterreise der Majestäten nach Turin, woselbst dieselben heute um 8 Uhr Morgens eintrafen und bis zum Sonntag verbleiben roerben, um sich sodann nach Mailand zu begeben. — Von dem Bildungsgrade eines Theiles der niederen russischen Geistlichkeit gibt nachstehende, von russischen Blättern gemachte Mitthetlung eigenthümltche Kunde. Ein Priester hatte in Gemeinschaft mit einigen Bauern eine Strecke im Don zum Ausüben der Fischerei gepachtet. In einer Nacht nun schickte der Geistliche einen Bauer zum Strom, um zu sehen, ob in den Stellnetzen sich nicht einige Fische gefangen hätten. Der Bauer kam nacb kurzer Zeit bleich vor Aufregung zurück und erzählte zitternd dem Geistlichen, in den Netzen habe sich der leibhaftige Böse gefangen. Der Priester schalt den Bauer zuerst wegen seiner unsinnigen Erzählung, wurde aber, als dieser hoch und theuer versicherte, er habe deutlich die Hörner gefühlt, selbst etwas bedenklich und begab sich zum Strom. Vorsichtig bekreuzigte er sich zuerst und fuhr dann mit der Hand unter das Wasser. Entsetzt prallte er aber zurück und suchte das Weite, denn er hatte in der That einen mit Hörnern ausgestatteten Kopf gefühlt. Keiner wagte mehr in der Nacht den Stellnetzen sich zu nähern. Als aber nun am andern Morgen die tapfern Fischer die Netze mit großer Vorsicht untersuchten, da sahen sie zu ihrer großen Freude, daß sie den Kadaver eines verendeten Ochsen, welcher in den Netzen stecken geblieben war, in der Dunkelheit für den Teufel gehalten hatten. Literarisches. Unser Vaterland in Wort und Bild geschildert von einem Verein der bedeutendsten Schriftsteller und Künstler Deutschlands und Oesterreichs. Von diesem hochinteressanten, reichhaltig und prächtig illustrirten Werke, welches im Verlage von Gebr. Kröner in Stuttgart erschrint, liegt uns eben die 19. und 20. Lieferung vor. Wir haben schon öfters dieses Prachtwerkes lobend gedacht und wollen auch heute die Leser wiederum auf dieses Werk, als bildend und unterhaltend, aufmerksam machen. Mit der 20. Lieferung beginnend, werden uns durch die trefflichen Künstler Defregger, Gabl u. s. w. die Trachten und Volkstypen von Tyrol vorgeführt und ist es sehr interessant die verschiedenen Bekleidungen der Bewohner der einzelnen Thäler rc. können zu lernen. Schiffs bericht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd 15. W. Dietz in Gießen. Baltimore, 19. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Braunschweig, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 3. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen. Newyork, 20. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Donau, Capt. R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 7. Juli von Bremen und am 9. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 22. Juli. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Die Preise hielten sich auf früherer Höhe. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 70-73, 2. Qual JL 66—68, Kühe und Rinder 1. Qual. 63-65, 2. Qual. JL 58—60, Kälber 1. Qual. X 63—65, 2. Qual. 58—60, Hämmel 1. dual. 60—63, 2. Qual. Jü 54—56, Schweine 60 H per Pfd. Frankfurt, 22. Juli. (Fruchtbericht.) Die uns heute vonLeipstg um!2Uhr zugekommene Depesche Über den dort stattfindenden Saatmarkt lautet wörtlich: „Marktbesuch schwach, Umsätze in Getreide ohne Belang. Raps JC. 285—295 per 2000 Pfd." An unserem heutigen Markt ließ sich keine Tendenz herausfinden, Käufer und Verkäufer sind reseroirt. Raps ruhiger. Mehl Nr. 1 40, Nr. 2 36, Nr. 3 32, Nr. 4 28, Nr. 5 22, Roggenmehl °/i (Berliner Marke) JL 22, do. II. (Berliner Marke) Jü 19, Weizen, effect. hies. ab Bahnhof hier JL 23.00, ab unserer Umgegend 22.25—22.50, do. fremder je nach Qualität Jt. 22.05—24, Roggen je nach Qualität JL. 15—16.75. Gerste JL. 14—19, Hafer JL 14.50—16, Kohlsamen 32. Erbsen 19—23, Wicken JL. 15—16, Linsen JL 17—23, Rüböl, detail, JL. 74. Stimmung unsicher. Dringend offerirt: Getreide und Mehl. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) »loerordneten-Sitzung r uhenreiniMg- b unb bm«-«!- gH t uD Merlaubnlß- Smi«®* 1 uni grlmibnis 1«'; j |llr ätilü“"« ttaltS Allgemeiner Anzeiger. II* und Stiiwiniiiiiiiisliill von li. 411 r. Rübsameii. Indem ich hiermit das verehrliche Publikum zum Abonnement einlade, bemerke ich, daß die Abonnements-Liste in der Anstalt zur gefälligen Einzeichnung offen liegt. Die Unterrichtsstunden und Badezeit für die Schuljugend find an Wochentagen Vormittags von 10 bis 12 und Nachmittags von H bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Vormittags von 7 bis 12 Uhr. 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Ganz besonders empfehlenswerth ist er für Magenleidende; vermöge seiner erwärmenden und belebenden Eigenschaft bewirkt er eine erhöhte Verdauung. Die Magenhaut wird gestärkt und dadurch das Blut zur Säftebildung befördert. Viele Menschen mit schon zerütteter Gesundheit, verdanken der segensreichen Wirkung dieses kostbaren Hausmittels ein vollkommenes Wohlbefinden wieder.- Nur längerer, regelmäßiger Gebrauch ist von günstigem Erfolge gekrönt. Man nimmt täglich eht Likörgläschen: Morgens zum Frühstück, Mittags nach Tisch und Abends vorm Schlafengehen. Die tägliche Ausgabe kommt dann höchstens 20 Zu beziehen in Originalflaschen, Preis pr. 1 Flasche