WIM 9^ ich Echt mehr it ta.M. Staatspapiere, würgen. Kationen Coupons, ; en. rftn= -Ö •atis. — [H. 61231] । yd. i nach IRIKA. New-Orleans: mal «tonatll*. Staate«. uttthenlloyi *$ (604 let£___--— ** f (in A»°'«dr«ht- n Wetzlar. anoffltterMÜlS M ll"6 .66 ictti J. 60, M«. 11$. Dienstag, den 21. Mai 1878. Kichener Wueiger Ayki-c- eni Amtsblatt für dm Kreis Gießen. fkbactionlburean: Gartenstrahe B. 165. «rpedittonAdttrech«r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagA Pveis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf. Amtlicher I 6 ei t. Nr. 11 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. Mai, enthält: (Nr. 1237.) Gesetz, betreffend den Bau von Eisenbahnen in Lothringen. Vom 8. Mai 1878. Gießen, den 20. Mai 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Aotitisch * Zur allgemeinen politischen Lage. Die Hoffnung, daß der Krieg zwischen Rußland und England noch vermieden werden könne, hat in letzter Zeit neue Nahrung bekommen. Der russische Botschafter in London, Graf Schuwaloff, hatte sich nämlich nach Petersburg begeben, um dort persönlich für eine gütliche Verständigung zwischen beiden Regierungen zu wirken. Wenn irgend Jemand, so dürste allerdings gerade dieser Staatsmann im Stande sein, den letzten Versuch zur Erhaltung des Friedens mit einiger Aussicht auf Erfolg zu machen. Einerseits besitzt er eine genaue Kenntniß von den Absichten Englands, andererseils steht er von seiner früheren Vertrauensstellung am Petersburger Hofe her in höchstem Ansehen bei lern Kaiser Alexander. Seine Reise wird denn auch allgemein als eine Frie- densrntssion angesehen. Es fragt sich nur, ob die beiden Mächte heute, nachdem sie mit ihren Ansprüchen und Rüstungen so weit gegangen sind, als es der Fall ist, von ihrem bisherigen Standpunkte noch so weit zurückweichen können, als es zu einer friedlichen Einigung erforderlich scheint. England hat zwar bet der Mobilmachung seiner Armee nicht die besten Erfahrungen gemacht, aber doch gegen die Bestimmungen des Vertrages von San Stefano zu gründliche Ausstellungen erhoben, als daß es sich mit unwesentlichen Aenderungen desselben zufrieden geben könnte, auch die Forderung, daß Rußland den ganzen Vertrag dem Congreß zur Modifikation vorlegen solle, zu entschiede» gestellt, als daß eö anständiger Weise davon abgehen könnte. Andererseits ist Rußland ebenso sehr durch seine militärische Ehre, wie durch Rücksichten auf seine inneren Zustände gebunden, an seiner Stellung zur Congreßsrage und an den ihm durch den Vertrag von San Stefano zugesicherten Vortheilen — im Wesentlichen wenigstens — festzuhalten. Sollte es sich z. B. bei den englischen Forderungen, wie verlautet, um den Verzicht aus den für Rußland so überaus wichtigen Hafen von Batum oder um das Fortbestehen einer türkischen Besatzung in den bulgarischen Festungen handeln, so wüßte die Mission des Grafen Schuwaloff schon jetzt als gescheitert betrachtet werden. Denn daß die russische Regierung keineswegs geneigt ist, England so bedeutende Zugeständniffe zu machen, ergibt sich, schon aus der Thatsache, daß General von Totleben soeben die unverzügliche Räumung der genannten Plätze gefordert und die Pforte im Weigerungsfälle mit der Besetzung von Konstantinopel bedroht hat. Doch es soll ja während der gegenwärtigen diplomatischen Verhandlungen ein Geheimniß bleiben, um was es sich eigentlich dabei handelt. Die Hoffnung auf einen günstigen Ausgang derselben muß daher so lange festgehalten werden, als das Gegentheil nicht feststeht. Sicher ist jedenfalls, daß die deutsche Regierung, wie sehr die ultramontane Preffe sie auch verdächtigen mag, nach wie vor ihre Vermittlungs-Bemühungen mit selbstlosem Eifer sortsetzt. Und schwerer noch als die Rathschläge des „ehrlichen Maklers", den Gras Schuwaloff in Friedrichsruh ausgesucht hat, wiegt bei dem Kaiser Alexander das Ansehen seines ehrwürdigen Onkels, des friedliebenden Kaisers Wilhelm. Der Kaiser von Rußland wird daher, auch wenn Fürst Gortschakoff, deffen Ableben man von einem Tag zum andern erwartet, seine Stimme nicht mehr zu Gunsten einer gemäßigten und versöhnlichen Politik geltend zu machen im Stande sein sollte, persönlich ebenso bereit zu allen Zugeständnissen fein, welche die Ehre und das Wohl seines Landes gestatten, wie die Königin von England. Lange kann der gegenwärtige Schwebezustand zwischen Krieg und Frieden keinenfalls mehr dauern. Wird doch Graf Schuwaloff schon dieser Tage in London zurückerwartet. Möge indeß die Entscheidung ausfallen wie sie wolle, soviel steht außer Zweifel, daß sie schlimmsten Falles nur Rußland und England in den Kriegsstrudel hineinziehen wird. Die Gerüchte von einer neuen Verschärfung der Beziehungen OestereichS zu Rußland haben keine Bestätigung gesunden. Wenn Oesterreich sich also nunmehr endlich, wie es scheint, anschickt, bei einem Zusammenstoß jener beiden Mächte auch seinerseits zur Action zu schreiten und seine Machtsphäre über den ganzen westlichen Theil der Balkan- Halbinsel, Rumänien nicht ausgeschloffen, auszudehncn und sich seinen Antheil an der Beute bei dem bevorstehenden Zusammenbruch des Osmanischen Reiches in Europa zu sichern, so geht es damit mehr auf die Wünsche Rußlands ein, als daß es ihnen entgegenträte. Frankreich hat sich jüngsthin noch durch den Mund seines auswärtigen Ministers dahin ausgesprochen, daß es in der orientalischen Frage auch fernerhin keine acttve Rolle, sondern nur die des Zuschauers und freundschaftlichen Rathgebers zu spielen gedenke. Ebenso ist Italien den neuesten Versicherungen seiner Minister zufolge entschloßen, seine bisherige neutrale Haltung beizubehalten. Und endlich bildet ja, was die Hauptsache ist, das Deutsche Reich das Schwergewicht, welches etwaige kriegerische Gelüste er Ph eiL anderer Mächte nach wie vor niederzuhalten vermag. Freuen wir uns daher daß das für die Sache des Friedens so wichtige Leben unseres theuren Kaisers uns und der ganzen Welt in diesem entscheidenden Augenblicke der Weltgeschichte erhalten geblieben ist! Deutschland. Berlin, 18. Dai. Der Reickstag genehmigte ohne Debatte in dritter Lesung den Autzlitierurgeveitrog mit Cclwtden. Ebenso nurbtn die Uebersickten über Ein- nohmen urb Auttobtn pro 1876/77, die Zusammenstellung der Liquidationen über die aus der französischen Kriessertschäbigung zu ersitzenden Beträge, die Vorlagen betr. die Ehienzulogen an die JrHaber des Eisernen Kreuzes, sowie endlich die Cor.trole des Reichrhautzhalts unverändert genehmigt- Es folgte sodann die fortgesetzte dritte Brrothung der Gewerbeordrungs-Novelle. Zu § 105 erklärte Minister Hosmonn: der Bundesrath trage kein Bedenken, den meisten der von dem Reichstage in zweiter Lesung beschlcssrnen Aenderungen zvznstimmen. Zu den wenigen Purkten, wo ber Bunbetzrath bie Wiederherstellung ber Regierungsvorlage oder wenigstens eine Abänderung der Beschlüsse zweiter Lesung wünsche, gehöre der § 105 (betr. die Sonntagearbeit), wo die Commiisionsbeschlüsse weiter gehen als die Regierungsvorlage. Noch mehrstündiger Debatte wurde der Antrag Alncch auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage zu S 1C5 in namentlicher Abstimmung mit 132 gegen 131 Stimmen angenommen. Im weiteren Verlaufe der D'botte werden die übrigen Paragraph«» der Gewerbeordnungs-Novelle mit rein redoctionellen oder wenig erheblichen sachlichen Amendements genehmigt. Minister Hofmann sprach sich entschieden gegen die obligatorische Einführung von Fabrikinsplcioren aus, wie bei der zweiten Lesung zu $ 139 beschlossen worden. DaS Hous Hhb ober bei seimm Beschlüsse in zweiter Lesuyg. Nächste Sitzung Montag. — Auf Befragen erklärte Minister Hofmann, die Regierung wünsche dringend, daß der Reichstag seine Sitzungen Dienstag oder Mittwoch noch nicht beendige.. Berlin, 18. Mai. Der dem Bundesrathe von der preußischen Vertretung vorgelegte Gesetzentwurf gegen Ausschreitungen der socialdemokratischen Bestrebungen zählt 8 Paragraphen und ist zunächst für eine Dauer von drei Jahren bestimmt. Derselbe ermächtigt den Bundesrath, Vereine und Druck- schriften, welche den socialdemokratischen Bestrebungen dienen, zu verbieten resp. zu unterdrücken. Eine derartige Maßregel bedarf indeffen der Zustimmung des Reichstags. Letztere ist, wenn der Reichstag versammelt ist, sofort, andernfalls bei seinem nächsten Zusammentritte einzuholen. Verbote socialdemokratischer Druckschriften und Vereine könyen durch die Ortspolizei erfolgen. Dieselben erlöschen aber, wenn der Bundesrath dieselben nicht innerhalb 4 Wochen bestätigt. Die Beschlagnahme socialdemokratischer Druckschriften kann polizeilich erfolgen, ohne daß eine richterliche Bestätigung erforderlich ist. Für Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Gesetzes sind Strafen nicht unter drei Monaten Gefängniß angedroht. Berlin, 18. Mai. Die Meldung mehrerer Blätter, daß der Finanzminister Hobrecht in Folge der neuesten Beschlüffe des Ministerraths seine Entlastung eingereicht habe, ist bestem Vernehmen nach unbegründet. Ein solches Entlastungsgesuch ist weder an zuständiger Stelle eingetroffen, noch überhaupt beabsichtigt. Berlin, 18. Mai. Die „Post" schreibt bezüglich des Entlaffungs- gesuchs des Cultusministers: Die Bemühungen, den Rücktritt des Dr. Falk zu verhindern, seien von der Stunde an eingetreten, wo er seinen Schritt zur Kenntniß seiner Collegen gebracht habe. Die Annahme, daß Dr. Falk in der schwebenden Krisis allein stehe, sei durchaus unrichtig. Die „Post" glaubt nicht fehlzugehen mit der Behauptung, daß, wenn die gegenwärtige Krisis zur Entlastung Falks führen sollte, dieses Ereigniß weiter greifende Consequenzen für den Personalbestand des Ministeriums nach sich ziehen werde. — Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält den Wortlaut des dem Bundesrathe Berlin, 17. Mai. Der Fackelzug, an dem sich 5000 Personen beteiligten, und bei welchem 20 Musik-Chöre mitwirkten, nahm den glänzendsten Verlauf beim schönsten Wetter. Die größte Ruhe herrschte. Um halb 12 Uhr wurde auf dem Dönhofsplatz Gaudeamus gesungen. Der Kaiser sah vom Balkon des Palais aus zu. Berlin, 18. Mai. Cultus-Minister Falk hat wegen der Ernennung Hegel's zum Commtstär der Brandenburger Synode seine Entlastung eingereicht. Es heißt, das Gesuch werde angenommen werden. Gerüchtweise verlautet, Hobrecht und Friedenthal hätten gleichfalls um ihre Entlastung nachgesuckt. — Die deutschen Botschafter haben den Regierungen, bei welchen sie beglaubigt sind, Eröffnungen wegen des Attentats gemacht und aus diesem Anlaffe bei denselben angefragt, ob sie geneigt seien, energisch und vereint gegen den Socialismus vorzugehen; die Cabinette von Wien und Petersburg haben dem Vernehmen nach zugestimmt. — Der Reichskanzler hat im Namen des Kaisers dem Papst für feinen Glückwunsch gedankt. zugegangenen Gesetzentwurfs zur Abwehr socialdemokratischer Ausschreitungen. Derselbe zählt nur 7 Paragraphen, stimmt im Uebrigen seinem Inhalte nach mit den bereits gemeldeten Angaben überein. Die Einbringung des Entwurfes, welcher wohl gleich Anfangs der nächsten Woche an den Reichstag gelangen dürste, wird selbstverständlich auf die bisherigen Dispositionen über den Schluß der Session einen abändernden Einfluß üben. Hesterreich. Wien, 18. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Belgrad: Das serbische Ministerium überreichte dem Fürsten die Gerichtsacten der Toppola- Affaire. Ein beigefügtes Referat des Ministeriums empfiehlt die größtmögliche Milderung des gefällten Urtheils. Fürst Milan besuchte einige Minister, um den Gerüchten über die angebliche Entlastung des Cabinets entgegenzutreten. Bischof Stroßmeyer wird am 27. d. in Belgrad erwartet. Dieselbe Correspondenz meldet aus Athen vom 18.: General Soutzo. sowie die beurlaubten griechischen Ofstciere sind wieder einberufen und an die Grenze beordert worden. Die türkischen Truppen in Thestalien haben sich in Volo und Salontchi eingeschifft, um theils nach Bosnien, theils nach Kreta zu gehen. — Berichten der „Polit. Corresp." aus Galatz zufolge unterhandelt dort der russische General wegen des Transportes der mit der Bender-Galatz-Eisen- bahn anlangenden russischen Truppen nach Giurgewo. Die russische Garnison in Galatz ist ungefähr 8000 Mann stark. Aus Jassy wird gleichfalls gemeldet, daß auf Grund des Uebereinkommens zwischen dem russischen Commando und der dortigen Eisenbahn, die Verwaltung täglich 9 Züge mit russischen Truppen in der Richtung gegen die Donau befördert. — Mehrere mit Munition beladene, für San Stefano bestimmte Schlffe erhielten Contreordre und gehen nach Giurgewo. Ein neuer Sanitätstrain hat Jasty passirt. Wien, 18. Mai. Die „Presse" meldet aus Konstantinopel: Von hier gehen seit einigen Tagen fortwährend Lebensmittel- und Munitions-Transporte nach Varna ab. Irankreich. Paris, 18. Mai. Die „R^publ. Francatse" schreibt: Die von dem Botschafter Grafen Schuwaloff erlangte Lösung ist die beste Genugthuung für bfe Wünsche Englands und der Westmächte und läßt in der russischen Regierung einen Geist der Mäßigung erkennen, welcher gute Aussichten auf die Zukunft erwarten läßt. Rußland tritt damit in das europäische Concert zurück, indem es sich den für einen Congreß unerläßlichen Bedingungen anschließt, welcher nicht mehr eine einfache Zusammenkunft von Diplomaten, sondern ein entscheidendes Tribunal sein wird. Die Anschauungen, welche anscheinend bei dem russischen Hofe Eingang gefunden haben, lasten sich als Unterpfänder der Beruhigung ansehen, die sehr günstig sind für den Ausgang des Congrestes. Kngland. London, 17. Mai. Heute fand Hierselbst ein Meeting statt, welchem Lord Carnarvon präsidirte, dastelbe will Vorkehrungen treffen, englische Vertreter zu dem internationalen, im August in Stockholm tagenden Congreffe zur Verhinderung von Verbrechen, zu entsenden. Es wurde eine Resolution angenommen, welche den Zweck des Congrestes billigt und eine Deputation ernannt, die den Minister des Innern ersuchen soll, einen Beamten nach Stock Holm zu entsenden. London, 18. Mai. Die Nachricht von dem Tode Lord John Russells bestätigt sich nicht. — Aus Blackburnc wird gemeldet: die hervorragendsten Industriellen haben die auf eine Vereinbarung gerichteten Vorschläge abgelehnt und beharren bet ihrem früheren Beschlüsse. Man befürchtet nach Bekanntwerden dieser Ablehnung die Erneuerung der Ruhestörungen. — Die meisten Blätter äußern sich überden gestrigen Artikel der „Agence Rüste" hoch befriedigt und sehen die Friedensaussichten bei Weitem hoffnungsvoller an. „Standard" erklärt es in einem sehr versöhnlich gehaltenen Artikel für den wesentlichsten Gewinn, daß Rußland bereit sei, im Friedensrath das Recht Englands, seine Stimme bei Lösung der orientalischen Frage geltend zu machen, anzuerkennen. Dagegen warnt „Morning Post" vor allzu optimistischen Anschauungen. „Daily Telegraph" bemerkt: An der Newa würden Friedensbetheurungen gegeben, während vor Konstantinopel kriegerische Demonstrationen pattfänden. — „Paily News" wird aus Konstantinopel vom 17. gemeldet: Totleben habe der Pforte eine Note zugestellt, worin die Räumung von Schumla, Varna und Datum, sowie die Aufhebung des türkischen Lagers bei Maslak gefordert und die Erlaubniß zur Besetzung von Bujukdere erbeten werde. Der Minister rath und die Generale unter dem Vorsitze des Sultans hätten gestern die russische Forderung berathen; heute würden die Beratungen fortgesetzt. Man vermutbe, daß die Pforte nicht nachgeben werde. London, 18. Mat. Gestern fanden ernstliche Krawalle in Preston unb. Greatharwood statt. Aus einem Hause bes letzteren Ortes, aus welches bie Aufrührer einen Angriff gemacht hatten, wurde geschosten und mehrere der Aufrührer verwundet. Der Pöbel beging die gröbsten Exceffe und wurde schließlich durch Militär versprengt. Rußland. Petersburg, 18. Mai. Dem Vernehmen nach reist Graf Schuwaloff heute ab und wird unterwegs einen Tag in Berlin verweilen. Die „Agence Russe- schreibt, die Lage sei unverändert so. wie sie solche in ihrem gestrigen Artikel niedergelegt habe. Vor der Ankunft Schuwaloffs werde nichts Wichtiges zu erwarten sein. Serbien. Belgrad, 18. Mat. Sämmtliche Urlauber erhielten unbestimmte Urlaubsverlängerung. — Zur Behandlung der nicht unbedenklich erkrankten Fürstin ist ein Wiener Arzt berufen worden. . Türkei. Konstantinopel, 17. Mai. Die Ruffen haben in der Umgebung von San Stefano, 2 Kilometer von den türkischen Linien entfernt, 40 Kanonen schweren Kalibers aufgefahren. Das russische Hauptquartier allein bleibt in San Stefano; die Truppen lagern sämmtlich in besten Umgebung. Ebenso haben bie Rusten eine kleine Vorwärtsbewegung in ber Richtung nach ben An. höhen hinter Bujukdere gemacht. Die Türken ergriffen die nothwendigen Vorsichtsmaßregeln, um sich vor einer Ueberrumpeiung sicherzustellen. In der Frage wegen Räumung ber Festungen Schumla, Varna und Datum zeigen die Türken keine Nachgiebigkeit. — Der britische Botschafter Layarb erhielt einen officiellen türkischen Bericht, wonach das Gerücht, daß die Rusten Piringlikeoi mit Waffengewalt besetzt bälten, unbegründet ist. Nach dem Berichte hätten sich russische Truppen Piringlikeoi genähert und die Ueberzabe gefordert. Der türkische Commandant hätte von der Pforte Instructionen erbeten und diese den Fürsten Labanoff um Aufklärungen über die Zwecke dieser Bewegungen ersucht. — Die Pforte erhielt einen Bericht, daß die Rusten sich Gumuldschina bei Gallipoli näherten. Der Commandant erbat Verhaltungsweisungen. Die russische Botschaft erklärt alle russischen Bewegungen durch sanitäre Zwecke. Konstantinopel, 18. Mai. Fürst Labanoff überreichte heute in feierlicher Anvienz Dem Sultan seine Creditive als russischer Botschafter. Es wurden dabei die üblichen Worte gewechselt. Später machte der Botschafter seinen officiellen Besuch auf Der Pforte. — Die Bewegungen Der russischen Truppen in der Umgebung von Konstantinopel dauern fort, dieselben haben sich aber heute ben türkischen Lmien nicht weiter genähert. Die russische Besatzung in ÄDrianopel wirD^aus Gesunbhettsrücküchten reducirt unb bie Truppen in die Umgebung der Skadt vertheilt. — Die Pacificirunzs-Commission für bas Rhodopegebiet scheint noch keinen Erfolg erzielt zu haben. — Der persische Gesanbte ist nach Petersburg abgereist. — Die britische Flotte, welche gegenwärtig in Jsmid ankert, wirb am Montag nach Tuzla gehen. Amerika. Washington, 17. Mai. Die Kammer ber Repräsentanten genehmigte mit 145 gegen 2 Stimmen bie Resolution Potter's, laut welcher eine Untersuchung angeorbnet wird, bezüglich der bei der Präsidentenwahl in Florida und Louisiana vorgekommenen betrügerischen Manöver. Die Republikaner enthielten sich der Abstimmung. Telegraphische Depeschen. Wagner's telegr» Torresp»udeuz-Bureau. Berlin, 19. Mai. Die Angabe, daß die Entscheidung im Staats- mtnisterium, betr. Die Vorlage gegen die Ausschreitungen der Socialdemokratie, durch Abstimmung erfolgt sei, sowie die Bezeichnung von Mitgliedern des Staatsministeriums, welche die Minorität gegen die Vorlage gebildet hätten, ist thatsächlich unbegründet; vielmehr ist das Staatsministerium nach wiederholter eingehender Berathung in völliger Uebereinstimmung mit Einhelligkeit zu Dem Beschlüsse gelangt, die Vorlage einzubringen. Petersburg, 19. Mat. Der seitherige Stadtpräfekt von Petersburg, Trepow, hat eine Reise zum Kurgebrauch in's Ausland angetreten. — Das „Journal de St. P^tersbourg" erklärt gegenüber den Meldungen von der Absicht des russischen Obercommandos, sich Konstantinopel zu nähern, vielleicht sogar zu besetzen, um auf die Türkei eine Pression auszuüben, Folgendes : Die Truppenbewegungen könnten wohl aus strategischen oder einfach sanitären Gründen vorgenommen sein; jedoch implictrten dieselben keineswegs eine Drohung. — Die „Agence Russe" ist autorisirt, in kategorischer Weise allen Nachrichten zu widersprechen, bie Totleben bie Absicht beirnrssen, in Konstantinopel einzudringen ober sich ber Stabt so zu nähern, um eine Pression auf bie Pforte auszuüben. Derartige allarmtrenbe Gerüchte seien ein neues Manöver ber Kriegspartei in Konstantinopel, ber es wünschenswerth erscheine, bie Annäherung ber Cabinete von London und Petersburg zu verhindern. Die Bewegungen der russischen Truppen hätten ihren Grund in hygienischen Verhältnissen. — Im Befinden des Reichskanzlers Gortschakoff ist eine leichte Besserung ein» getreten, doch verhindert ihn seine große Schwäche an anhaltender Arbeit. Versailles, 18. Mai, Abends. Nach langer lebhafter Debatte über die Gültigkeit der Wahl des klerikalen Abgeordneten Mun vertagte die Depu- tirtenfammer ihre Entscheidung bis zur Einreichung des Berichtes der Wahl- untersuchungs Commission. — Minister Teisserenc de Port legt einen Gesetz- entwurf vor, betr. die Wiederherstellung der Tuilerien. London, 18. Mai. In letzter Nacht kam es in Blackburne neuerdings zu ernstlichen Ruhestörungen, wodurch großer Schaden verursacht wurde; bei einem Zusammenstöße mit der Polizei wurden 14 Ausrührer verwundet; um 2 Uhr Morgens war die Ordnung wiederhergestellt. Bukarest, 18. Mai. Der Senat nahm den Gesetzentwurf an, durch welchen feer den bessarabischen Bauern bewilligte Termin zur Ablösung der denselben vom Staate überlassenen Grundstücke um 10 Jahre verlängert wird. Derselbe Gesetzentwurf stellt die weitere Vertheilung von Grundstücken an diejenigen Colonisten in Aussicht, welche die kleinsten Komplexe erhalten haben. Berlin, 19. Mai, Abends. Die „Post" versichert auf Grund zuverlässiger Informationen, daß nicht Differenzen im Staalsministerium für das Abschiedsgesuch des Cultusministers maßgebend gewesen seien. Zwischen dem Cultusminister und den übrigen Mitgliedern des Staatsministeriums, namentlich auch dem augenblicklich abwesenden Präsidenten desselben seien auf dem gesammten Gebiete der Tagesfragen Meinungsverschiedenheiten nicht zu Tage getreten. London, 19. Mai. Bei dem gestern ftattgehabten Jahresbanket zum Besten des Hülfsfonds der Presse wies Minister Salisbury, der den Vorsitz führte, bei Erwiederung eines Trinkspruches auf die Eintracht der nationalen patriotischen Gesinnung hin; die Beseitigung ber obwaltenben Schwierigkeiten l'änge ab von ber Eintracht unb Einheit bes Patriotismus, welcher sich jeder Gefahr aussetze, ausgenommen bie Gefahr ves Verlustes ber Ehre. New-Bork, 19. Mai. Rusfischerseits werben bie Verhanblungen wegen des Ankauses von Dampfern fortgesetzt. Port Said, 19. Mai. Die englischen Transportschiffe „Goa" unb „Athol" mit indischen Truppen sind heute Nacht nach Malta abgesegelt. Suez, 19. Mai. Zwei englische Transportschiffe, an deren Bord sich 441 LancierS mit 250 Pferden befinden, pasfiren heute den Suez-Canal. Berlin, 20. Mai, 71/* Uhr Morgens. Graf Schuwaloff ist soeben mit dem Frühzuze von Petersburg eingetroffen und wird Vormittags von dem Kaiser empfangen werden. Derselbe reist am Mittag zum Besuche des Fürste« Bismarck nach Frtedrichsruh und von da nach London. Kg ^Äalet Kc öerl'"^ vortrSll ’ftrW 851,1 5,8 üetbre»«6" “ Mir gezeichnet, Wt. 8In ti% Uta in >200 M'Nt g darauf u G, £l«it MndereM MrhWc 3180) Es sollen geschiedene Acten, T ffca. Zentner W stampfen verkam Diese Materiali VeuvaltunMaud bMe man Off'« Iormittaes 10 Uhr Sleßen, den 18. Großherzog 3162) Die Zus- «Mäßigungen, welc bahn durch AusiN MonnewerMrt«i ‘Äbonner den Meldun- inopel zu nähern, szuüben, folgen» en ober e/chch Iben keineswegs ti(e allen Nch» i Konstrntinoipel >n aus die Psorte iS Manöver der ine, die Annähe- . DieBefvezun- ien Lerhältniffen. re Besserung einander Arbeit. ter Debatte über rtaate die Depu- Achtes der W legt einen Gesetz' fburne neuerbinzs sacht, wurde; bei . verwundet; um itwurf aa, durch ir Ablösung der oaMert ®'‘' MLtw »” b erfjalten W1' lU( Grund zuvtt' ft*«f6t 1 3#"b ?. :: 5 ?« ?*** ,®»a" 6"‘ öuez^^'fteben ilvnloÜ d6h des —r— Vor uns liegt eine Extranummer be8 Daheim, welche zu dem Außerordentlichsten gehört, was jemals die tllastrirtePresse geleistet hat. Den Inhalt dieser Nummer bildet ein ausführlicher Bericht über das Attentat auf S. Mai den Kaiser am 11. Mit. W 's aber die Nummer b-londerS werthvoll macht, ist Ihre reiche und prachtvolle Jllustrirung. Auf einem g'vßen zweiseitigen Bilde hat der Berliner Maler Koch (aus den Daheimbeilagen rühmlichst bekannt) in ergreifender Weise und porträtgetreu bis in die kleinsten Züge die Hmptscene des Attentats dargestellt. Zwei andere, ganzseitige Bilder führen uns höchst anschaulich und packend „das vor dem Königlichen Palais jubelnde Volk" von Skarbina und „die Abführung des Verbrechers" von Röhl'ng vor. Endlich sind zwei Aufnahmen des Porträts Hödels nach den durch die Polizei veranlaßten Photographien dem Texte beigefügt. Und alles das — fünf SeitenBilder — ist innerhalb sechsTagen so trefflich gezeichnet, geschnitten und gedruckt, daß es sich durchaus ebenbürtig den besten Jllustrations- letstungen an die Seite stellt. Pie auf starkem Papier gedruckte achtseitige Nummer kostet nur 50 Pfennige. Handel und Verkehr. Frankfurt, 18. Mai. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren, yeu kostete je nach Qualität per Centner JL 2—3.10, Stroh per Eentncr Jt 1.70—2.15. Lutter im Großen das Pfund 1. Qual. JL. 1.20, 2. Qual. 1.10, im Detail 1. Qual. JL 1.40, 2. Qual. 1.30, Eier das Hundert JL 4.80—6.—. Kartoffeln JL. 7 per 100 Kilo. Fleischpreise: Ochsenfletsch per Pfd. 70—75 H, Kuh- u. Rindfleisch 55—60 Kalbfleisch 60—70 H, Hammelfleisch 58—68 Schweinefleisch 70—75 H, Erbsen, geschälte (per 100 Kilogr.) 28—33 jt, ganze Erbsen 24—28 jt, Bohnen 25-28 JL, Linsen 28—36 J4, Spargel das Pfund 40-50 H. Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich St Co. in Cafsel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sümmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Ortginalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. b. „Casseler TageSpoft") Allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachungen Rmtr. Nadel-Scheitholz, u zum Rohessen, lines herbes, ächte 99 3179) Müller. AeUgeöolenes (3169 3166) Empfehle täglich C. Schwan, Seltersweg C. 78. Großherzogl. Ortsgericht Heuchelheim. 3163) Eine fehlerfreie braune Stute 3182) mit schönem Fohlen, schweren Schlages, Jung. Glacehandschuhe empfiehlt billigst (3133 W. Ferber. Lindenplatz. 3106) ist zu verkaufen. Steinchen und Georgenwäldchen, die €C Goldfische eingetroffen. Wilh. Balser. u. 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