Dienstag, den 22 October Kr. 246 1878 Redaetionsbureaur 1 _ , rA , ö 1O VxpeditionSbnreau: I Schulstraße B. I8. Erscheint täglich mit Ausnahme des 9Jtont4g3 TBTSÄ rrrara feparaturen n ren u. Wifrnik ^enig freundliche, turbulante Diplowaten-Ftgur in eine für Deutschland so bedenkliche bpn M . ßiiih Nähe zu rücken, ist vorläufig noch nicht aufzuhellen. Gewiß ist nur, daß Graf ' fll.utO- ft fr a Oft n fi a f 4- ,> r Vx nr iinfori?ä Aon itufrx Uhmawts, ■it Rcpressivmaßregeln. ft Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. mont, mag den Spieler-Polttikern im Elys^e eine sympathische Erscheinung sein. War dieser Diplomat aus der rheinbündtjchen Schule bet aller Veränderlichkeit seines Charakters sich doch stets in der Hinneigung zu einem französisch-öfter- mchischen Bedürfnisse und dem Hasse gegen Preußen treugeblteben. Was die heutigen Staatslenker in Wien bestimmen mag, eine den deutschen Jnteresien so NchiunpLvöll berff, ©(«fit. man ihn von der Themse ruhig „gehen" sah, — die Zett, wo man seinetwegen sch beunruhigen dürfte, liegt hinter uns. Werg, MG;, hen hilft ger, N-ueiMfl 1A rerlegiiog. AFurs^Ww, WiÄ brhSr, ist sofort- _______vr- Plvch *1 *»1 ,pi „„ i jungen socialdemokratischer Versammlungen. § 5 wurde darauf angenommen, ebenso § 5 a. —>tzz folgte hierauf der Antrag Ackermann'Bennigsen's auf Einschaltung einer Anzahl Paragraphen 3 v tl.« /iffndit' 6r|iatt der in zweiter Lesung gefallenen 88 6 und folgende, betreffend das Verbot von Drucklüften. Zimmermann (Fortschritt) erklärt sich gegen den Antrag und verwies auf das Beispiel Alands, das mit der Preßfreiheit bessere Erfolge erzielt habe als irgend ein anderer Staat Anzeigen. Milin wird oefLt ^tlie. Zu (rfrojai 3n gleicher Weise werden ferner angenommen, die 88 11, 12, 13, 14, 15, 15 a (letzterer ....tpCr. 2^.,^*«,,^.,), 16, 16 a (Ausweisungsbestimmung nach dem Kompromiß- - ^rage Ackermann-Bennigsen) ; ebenso, da § 17 ausfällt, § 18, alsdann § 19 (Recurs-Jnstanz) y dem Compromiß-Antrage; § 19 a, 20, 21 nach den Beschlüssen der zweiten Lesung. 8 22 nW- mD «'••••’!'■ T -r ~ t. angenommen. Das Haus vertagte sich darauf bis 2^r' wo Die namentliche Abstimmung über das gesammte Gesetz stattfindet. ' 'r,irfn D "'Mi In der um 2(4 Uhr Nachmittags wieder aufgenommenen Sitzung wurde das ganze Zttialistengesetz in namentlicher Abstimmung mit 221 gegen 149 Stimmen angenommen. Dafür MMlten geschlossen und ausnahmslos die Konservativen (beide Fractionen), die Nationalliberalen M> Kie Gruppe Löwe, ferner einige nicht zur Fraktion gehörige Liberale. Fürst Bismarck ver- m alsdann eine katserl. Botschaft, welche ihn ermächtigt, den Reichstag zu schließen. Fürst Mniarck drückte seine Befriedigung aus über das Zustandekommen des Gesetzes und sagte, die vumtsregierungen seien entschlossen, mit den von diesem Gesetze gewährten Mitteln einen Versuch Graf Beust. Es gtebt seit dem Jahre 1866 in Deutschland kaum eine weniger populäre Figur, als den sächsischen „Gernegroß", Grafen Beust, den man, ob mit Recht oder Unrecht ist dabet egal, für einen professionellen Ränkeschmied gegen die nationalen Bestrebungen Deutschlands hält. Vom Krakehler am Bundestage und vom nörgelnden Partikularisten in Sachsen gelang es ihm, sich^in Oesterreich zu accltmatisiren. Die ewigen Eifersüchteleien zwischen den versetzte- denen Nationalitäten des benachbarten Katserstaates boten dem Grasen Beust, der in der Wiener schöngeistigen Atmosphäre seine ersten Walzer componirte, Gelegenheit, sein reiches Talent zur Jnlrtgue intern zu verwerthen. Wo es indessen anging, versuchte er, seinen Einfluß auch gegen Deutschland spielen zu lasten. Die Aera der innigen Freundschaft zwischen Deutschland und Oester- nich bot solchem Treiben keinen Boden und man stellte daher Graf Beust als Botschafter in London kalt. Seine plötzliche Ernennung zum Gesandten in Paris wird von einzelnen Seilen wie ein unerwarteter Schlag betrachtet, den Deutschland von der befreundeten Nackbar-Monarchie in's Gesicht erhält. So schreibt z. B. die „Schlei. Preffe": „Graf Beust, dieser alte Minirer und Freund des Herzogs vote Gra- Keutschkand. Berlin, 16. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß die jrage der Verlegung des schleswig-holsteinischen Ober Präsidiums nach Schleswig lkvtnächst im Staatsministerium zur Entscheidung komme, erklärt aber die Melsungen verschiedener Blätter über die Stellung der Minister, besonders des Ersten Bismarck zu dieser Frage, für falsch. Berlin 19. October. Im Reichstage wurde heute die dritte Lesung des Socialisten- LLrdwigsp^ ”bi d-r 8*3 Woknung« wovon M ni-th-ne«-L kaufen „CxP-d^ zu machen, die herrschende Krankheit zu heilen. Schwerlich werde dies in dritthalb Jahren ge lingen; doch hofften die Bundesregierungen nach den bisherigen Verhandlungen auf ein weiteres Entgegenkommen des Reichstages. — Die Sitzung schloß sodann mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser. Die Erklärung des Fürsten Bismarck bei Schluß des Reichstages lautet: Wenn Sie mir gestatten wollen, am Schluffe der Sitzungen nocb einige Worte zu Ihnen zu reden, so geschieht es vorzugsweise, um dem Gefühl der Beftiedigung Ausdruck zu geben, daß die Meinungsverschiedenheiten, welche am Anfänge unserer Sitzungen das Schicksal der Vorlage im Ganzen oder doch in höchst wichtigen Theilen zu bedrohen schienen, auf dem Wege der Verständigung der Betheiligten ihre Erledigung gefunden, so daß ich mich nach der heutigen Abstimmung und vermöge der vertraulichen Besprechungen, welche wir im Bundesrathe in den letzten Tagen gehabt, in der Lage befinde, voraussehen zu können, daß der heutige Beschluß vom Bundesrath einstimmig Annahme finden werde. Ich will damit nickt sagen, daß alle verbündeten Regierungen gleichmäßig überzeugt wären, daß das Gesetz, wie es sich in Ihren Händen befindet, vollständig ausreichen werde, um die Zwecke, die wir bei Einbringung des Gesetzes im Auge hatten, zu erreichen (Hörti), sondern nur, daß alle Regierungen entschlossen sind, die Mittel, die das Gesetz ihnen gewährt, aufrichtig anzuwenden, um die Krankheiten zu heilen, von denen unser Gemeinwesen ergriffen ist. Sollte die Erfahrung den Beweis liefern, daß dieses nicht in vollem ausreichenden Maße eintreten werde, so werden die verbündeten Regierungen in der Lage sein, sich wiederum vertrauensvoll an Ihre Unterstützung zu wenden, um dem nachzuhelfen, was jetzt nach der Ueberzeugung der Regierungen nicht ausreichen wird. Dies wird geschehen, sei es auf dem Wege bet Reform unserer allgemeinen Gesetzgebung, was das Richtigste sein würde, sei es durch die Vervollständigung des von Ihnen soeben votirten Gesetzes. Letzteres wird voraussichtlich ohne Zweifel der Fall sein bezüglich der Zeitdauer, welche durch das Gesetz gegeben worden ist, denn Niemand unter uns kann sich der Hoffnung hingeben, daß die Heilung der Schäden, die wir hiermit beginnen, in 2^2 Jahren vollendet sein wird. Die verbündeten Regierungen schöpfen aber aus dem Verlauf dieser Sitzung die Zuversicht, daß ihnen auch, nachdem sie durch die loyale Ausführung des Gesetzes das Vertrauen des Reichstags gerechtfertigt haben, Hülfe, Beistand und Mitwirkung des Reichstags nicht fehlen wird., In diesem Vertrauen bleibt mir nur noch übrig, die formale Aufgabe, welche mir eine Allerhöchste Botschaft ertheilt, zu vollziehen: Ich erkläre im Namen der verbündeten Regierungen und Sr. Majestät die Sitzungen für geschlossen. Berlin, 19. October. Rascher a!s man es erwartete, ist heute das Socialisievgesetz angenommen worden mit einer Mehrheit von 72 Stimmen. Die socialistischen Blätter fordern ihre Partetgenoflen aus, sich auf die zu erwartende Verfolgung vorzubereiten, namentlich alle compromtttirenden Schriftstücke und Papiere aus ihrer Wohnung zu entfernen. Die Propaganda, Ne sie nicht mehr öffentlich machen könnten, sollten sie künftig im Stillen betreiben. Es ist dabei namentlich auch auf die Soldaten abgesehen. Aber die Regierung wird ihre Maßregeln zu treffen wiffen. Die Schlußrede des Reichskanzlers lautete versöhnlich und befriedigt, doch stellte er für den Nothfall Verschärfung der Maßregeln gegen die Socialisten und namentlich die Verlängerung des angenommenen Gesetzes in Aussicht. — Fürst Bismarck gedenkt sich bald nach Friedrichsruh zu begeben. — Der preußische Landtag wird wohl nicht vor Mitte November zusammentreten. — Der „Retchs-Anz." schreibt: Aus Olympia ist ein Telegramm eingetroffen, welches den Beginn der diesjährigen Ausgrabungs-Campagne und zugleich ein wichtiges Funbresultat meldet, von dem die ersten Spatensticke begleitet waren. Das Telegramm lautet: „Ausgrabungen Mittwoch den 16. d. begonnen. Nordwestlich von Heraion Fundament eines Baues von 20m Frontbreite gefunden. Wahrscheinlich das Prytaneion." Hesterreich. Wien, 19. October. Die amtliche „Wiener Ztg." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 17. d., womit die Verordnungen vom 25. Juli und 6. August, welche die zeitweilige Verwendung dalmatinischer Landwehrtheile außerhalb der Grenzen der Monarchie gestatteten, außer Kraft gesetzt werden. Die Verordnung tritt sofort in Wirksamkeit. Wien, 19. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel, der Großvezir habe den Botschaftern der einzelnen Großmächte gegenüber die Bedenken ausgedrückt, welche die militärischen Vorkehrungen des russischen Armeccommandos der Pforte einflößen und gleichzeitig darauf hinge- wiesen, daß dieser Zustand der Pforte zu großem finanziellen Schaden gereicke, und sie abhalte, zu der ersehnten Abrüstung zu schreiten. Die Gerüchte von der bevorstehenden Entsendung Ghazi Osmans nach Salonichi oder Albanien sind unbegründet. Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest: Die ersten rumänischen Truppen zur Besetzung der Dobrudscha sind abgegangen. Das Gros folgt in der nächsten Woche. In Beffarabien haben die Russen bereits die Post- und die Telegraphen-Aemter übernommen. Pesth, 19. October. Der ungarische Reichstag ist heute unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten Anton Boer eröffnet worden. Laut schriftlicher Mittheilung des Ministerpräsidenten Tisza wird die feierliche Eröffnung durch den Kaiser mittelst Thronrede morgen Mittag in der Hosburg stattstnden. Alkankreich. Paris, 19. October. Der Präsident Mac Mahon hat heute die anläßlich der Ausstellung verliehenen Ehren-Legions-Decorationen unterzeichnet und der Ministerrath über die bet Vertheilung der Auszeichnungen von dem Präsidenten zu haltende Rede berathen. Paris schickt sich an, zu flaggen. — Der „Moniteur" meldet aus guter Quelle, daß die Pforte den englischen Forderungen bezüglich der Einrichtung einer von englischen Officieren zu befehligenden Gensdarmerie, der Errichtung von gemischten Tribunalen mit Betheiligung europäischer Richter und der Erhebung der Abgaben durch eine taufe. JSMh. l» »'«tfa. °° * 13» 8S--I . P „ gcheude Combinationen an sie knüpfen wollte, würde dies auf eigene Rechnung Scrulfl ^o.. Jjutb sgon gUt unterrichteter Sette wird gemeldet, daß man in Berliner Regier- r^rien M ungskreisen die Sache durchaus nicht so ernsthaft nimmt und weit dovon entfernt aueNVttMfm ifc ihr eine Bedeutung beizulegen, die sie vielleicht früher gehabt haben könnte, die aber heute durch die Natur der Vcrhältniffe ausgeschloffen ist. Selbst uiA tion Beust als französischer Botschaster der Gegenstand unseres beständigen und E gerechtfertigten Argwohns sein wird." Richtig ist, daß die Thatsache nvv. nd d g ^fir Ernennung in Berlin im ersten Augenblick überrascht hat; wer aber weiter- Kicheiier WMM Anteize- mH Amtsblütt für iw Kreis Gießen. ib sowie aus-Mk nste Anzeigk, borg i WerkstStle not har! 132, vis-k-yij befindet. Aicher Jungk, d ' 1 fortgesetzt. Die 88 3 und 4 wurden ohne Debatte angenommen. Bei 8 5 (Verbot und |U crleriKlb Wl mflösungen von Versammlungen) führte Bebel Beschwerde über angeblich ungerechtfertigte Auf- ,ot die ^Mgen socialdemokratischer Versammlungen, f jetzt ®6Q||(j0Ö< In gleicher Weise werden ferne inl) nijfeil' N einigen redaktionellen Aenderungenl Imragc Ackermann-Benniasenl: ebenso 1:(t> dem tzompromitz-Antrage; 8 19 a, ! Etats tr.c Wbltb mit dem Compromiß^Amendement W a hl 0' 2 Ub t. wo die namentlicke AbiUnirnnnA 8 . wenn er die Neigung dazu empfände, würde es dem zwar vielgewandten, aber Thn^f?btlN’rgealterten Diplomaten nicht gelingen, die zur Zett trefflichen Be- 1er Wenzels dB jiehungen zwischen Deutschland nnd Frankreich zu trüben, etwa wie er dtejeni- zm zwischen Rußland und England zu trüben verstanden haben mag. Der mdin in 5* • Mltige Unterschied beider Aufgaben liegt aus der Hand. Darum mag man emige nisblirteM Unermüdlichen von hier aus an der Seine ruhig „erscheinen" sehen, rote ? sogt die ExMUs Siaatssecretär Friedberg tritt den Ausführungen des Vorredners, so weit sie sich auf das Lnfdhren Englands beziehen, entgegen, indem er durch Verlesung einer Stelle aus einer englischen llrfunbe nachweist, daß die einschlägige englische Gesetzgebung nicht minder strenge sei als die wische. Eben jetzt sei die englische Regierung mit der Codification des englischen Strafrechts br|chäftigt und finden sich in einem dem Parlamente unterbreiteten Gesetzentwürfe Bestimmungen Lin Erregung von Haß und Verachtung gegen Staatseinrichtungen, sowie über Erzeugung von Wrieden unter den verschiedenen Bevölkerungsklassen, die nicht milder genannt werden könnten »IS die Vorschriften der deutschen Gesetzgebung und speciell der Vorlage. — Reichensperger (Srefelb) spricht kurz gegen ben Paragraphen, ebenso Winbthorst, ber erklärt, baß er von Ein- tkingung von Amenbements angesichts beren Aussichtslosigkeit Abstanb nehme. § 6 wirb hierauf flehte mxenommen; ohne Debatte werben angenommen bie 88 7, 8 unb 9. 8 10, betreffenb bie Rel^ell! , totlaaifige Beschlagnahme von Druckschriften, welchen Sonnemann bekämpft, wirb ohne Debatte aicenommen. gemischte Commission, worin englische Staatsangehörige, die Majorität haben, zugestimmt habe. _ . , ., Mons, 19. Oktober. Unter den Arbeitern in den hiesigen Stembruchen ist ein Strike ausgebrochen. Eine Abthetlung Gensdarmerie hat sich bereits nach b*t vißricte des Strikes begeben. Auch Linientruppen haben Befehl zum Abmarsch erhalten. Krrgland. London, 18. October. Da jetzt so viel von dem elektrischen Lichte die Rede ist, mag es von Jnteresie sein, zu erfahren, daß auf der englischen Flotte (und auch wohl auf derjenigen anderer Länder) die Electricität außer zur BelnVchtung auch zu artilleristischen Zwecken benutzt wird, nämlich zum gleichzeitig« Abfeuern mehrerer Geschütze und zur Abgabe vollständiger Breitseiten, die besouders darum wichtig sind, weil durch deutsche Versuche sich her- ausgestellt hat, daß Panzer, die Einzelschüffen gut widerstanden, eine Breitseite nicht auszuhalten vermochten. Die hierzu getroffene Anordnung besteht darti-, daß entsprechende Leitungen von den Geschützen nach einem auf dem Deck befindlichen Panzerthurm führen und dort zur Verfügung eines Osficters stehen, der bei frestr Umschau und unbeirrt von dem mit dem Laden verbundenen Geräusch seine Befehle zu zweckmäßiger Richtung der Geschütze geben und diese in einem ihm günstig scheinenden Augenblicke entweder sämmtlich oder theilweise durch bloßes Niederdrücken eines Hebels abfeuern kann. Für die jüngeren See- osficiere ist die vielfache Verwendung der Electricität auf der Flotte Anlaß zu einer erheblichen Erschwerung der von ihnen abzulegenden Prüfungen geworden London, 19. October. „Daily News" melden aus Kasanli vom 18.: General Maude werde den Oberbefehl über ein Lager von 5000 Mann übernehmen, das bei Haffan-Abdul gebildet werden solle. Der Oberbefehlshaber werde ein Armeecorps commandiren, welches Kabul angreisen solle, General Neville Chamberlain ein zweites Corps. — „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel: Die Ruffen bleiben in Babaesky und Lüleburgas und haben keine weitere Bewegung gemacht. Die Regierung von Bulgarien wird Agenten nach Belgrad und Bukarest senden. — Der Bericht der Commission in der Untersuchungs-Angelegenheit der City os Glasgow Bank ist veröffentlicht. Derselbe hebt hervor, daß die Aktionäre ein Deficit von mehr als 6 Mill. L. zu ersetzen haben. Der Bericht legt ferner dar, daß sich die Bank einer systematischen Täuschung schuldig gemacht habe. Dieselbe habe seit Anfang dieses Jahres die wöchentliche Bilanz, welche ste der Regierung zustellen muß, gefälscht, indem sie dem Betrage des wirklichen baaren Geldes eine imaginäre Summe hinzufügte, um den Glauben zu erwecken, daß sie immer eine den im Umlauf befindlichen Noten der Bank entsprechende Summe baaren Geldes besitze. In den den Acttonären vorgelegten Rechenschaftsberichten habe die Bank oft die vorhandene Reserve in baarem Gelde übertrieben dargestellt und ferner die Gewohnheit gehabt, Schulden als disponible Acttva hinzustellen. In Glasgow herrscht in Folge dieses Berichtes große Niedergeschlagenheit. Italien. Rom, 19. October. Ein Artikel der „Opinione" befaßt sich mit der italienischen Politik in Betreff Bosniens und der Herzegowina und untersucht die Frage, ob die Annexion dieser Provinzen an Oesterreich im Jntereffe Italiens liege. Die befriedigendste Lösung der orientalischen Frage wäre nach der „Opinione" die Autonomie der verschiedenen Nationalitäten. Dies sei jedoch schwierig wegen des Racengemtsches und weil Rußland dieses Prtncip verkannt habe, indem es die Slaven schützte, dagegen die Rumänen verletzte und die Griechen aufgab. Die „Opinione" fragt, ob es im Jnteresie der Civilisatton und im speciellen Jnteresie Italiens gelegen sei, daß Rußland schrankenlos im Orient herrsche oder ob der russische Machteinfluß durch Oesterreich gemäßigt werden solle. Die „Opinione" constatirt die ctvilisatorische Action Oesterreichs, das das schwierige Problem gelöst habe, mit verschiedenen, geeinten Nationalitäten ein Reich zu bilden. Die „Opinione" glaubt, daß das Jnteresie Italiens em starkes, geachtetes Oesterreich erheische, weil, wenn Oesterreich zerstört oder geschwächt würde, der Panslavismus sich des ganzen Orients bemächtigen und Deutschland wahrscheinlich die Gelegenheit ergreifen würde, zum adriatischen Meere zu gelangen. Italien müffe demnach Oesterreich seine herzliche Mitwirkung leihen, demselben bei jeder Gelegenheit hülfretch sein und auf diese Weise könnte man leichter jene billigen Grenzrecttficationen erlangen, die von Italien gewünscht würden, denen man aber nicht das Heil und den Frieden des Bater- terlandes opfern dürfe. Rom, 19. Oktober. Der Marineministershat'gletchfalls seine Demission gegeben. — Cairoli begab sich heute nach Monza, um mit dem Könige zu confe- rtren und wird hierauf nach Rom zurückkehren. Telegraphische Depeschen. Wag«er'» telegr. n, Graf SchuR feine Weift nii Pueinte Reine per Priorato secco „ Priorato dulce „ ii ii 1 1 1 1 2 2 2 2 Garnacho Sherry Malaga Madeira Oporto Vino Rancio Geschäftskalender mit breitem Felde, Comptoirkalender, Miniaturkalender, Kleine Taschenkalender Hemden nach Maaß unter Garantie des guten Paffens liefert (6439 Emil Mschbach. Carl Deines, Kunst- n. 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Bestellung erbitte per Postkarte. Ieilgeöotenes. 6147) 5 bis 6 Körbe Zwetfchen vom Nahrungsberg werden abgegeben bet Ehr. Jung. Neuenweg. Versteigerung eines Gebäudes auf den Abbruch. Montag den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Kloster Arnsburg bei Lich, der Schweizerstall nebst angrenzendem Schmiedebau ans den Abbruch versteigert werden. Das Gebäude ist 45 m lang, 8 m breit, der untere Stock ist massiv von Bruchsteinen, der obere Stock, sowie Dachwerk von Eichenholz, das Dach ist mit Schiffer gedeckt. Laubach, den 16. October 1878. Gräflicher Bauaufseher: irsrhm, hrl M dn itrben btt 1* [ nach dm AM Mag rin Mm Letzter RuMM Markt-Anzeige. 6456) Ich beehre mich hiermit ergebenst anzuzeigen, daß ich mit einer großen Auswahl garnirter und ungarnirter Damen- und Kinderhüte nebst aller Arten Wolle- und Weistwaaren, Corsetten, eintreffen werde. Hochachtungsvoll J. Zeh6 aus Frankfurt a. M. Heu, circa 6 Fuder, eine Quant. Stroh, sowie andere Vorräthe werden versteigert: Montag den 28. Oktober Mn Baarzahlung. 6468) Königsberg, Pfarrhaus. Versteigerungen. Dienstag den 5. November, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiestgem Ortsgcricht daS Grundstück drs Wilhelm Steinbach K ar. Nr. Mtr. III 39 1338) Acker an der alten Lehm- III 38 1344 f kaute am Wismarerweg meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. Septbr. 1878. Großherzogl. Ortsgertcht Gießen. Bekanntmachung. Betreffend: Die Reinhaltung der Straßen, Plätze und Kanäle in der Provinzial-Hauptstadt Gießen. 6450) Die hiesigen Fuhrleute, welche das Wegfahren des Koths und des Eises auf städtische Kosten nach Maßgabe der §§ 2 und 10 bis 15 des in dem Anzeiger Nr. 239, zweites Blatt, am Sonntag den 13. d. M. veröffentlichten Local-Reglements vom 7. d. M. übernehmen wollen, haben ihre Offerten bei der unterzeichneten Stelle, welche jede gewünscht werdende Auskunft ertheilt, bis Freitag den 25. d. M. einschließlich einzureichen. Gießen, den 19. October 1878. 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Bauunternehmer H udn. 5260) Die dritte Stock meines Hauses — 5 geräumige Zimmer mit Zugehör — ist zu vermtethen.Dr. Dornseifs. 6282) Etn neu hergerichietes, freundliches Familtenlogts, sofort beziehbar, zu vermtethen. Heinrich Möser 1.» Neustadter-Thor. 5985) Die Mansardenwohnung In meinem Hause, Frankfurterstraße,ist alsbald oder per. 1. Januar zu vermtethen A. Geiste. vermischte Anzeige». 6459) Etn Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird auf sogleich gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.__________ gebrochene fleufef, ca. 1—200 Ctr., sowie 1—200 Ctr. gebrochene Zwetschen sucht zu kaufen JK. Schrank^ Wirth, 6469) Hockenheim (Baden)._______ 6457) Verloren etn goldener Ohrring; abzugeben gegen Belohnung tu der Exped. d. Bl____________________________________ Bekanntmachung. 6455) Der Vorstand des social- demokratischen Arbeitervereins thetlt hierdurch den Mitgliedern und zahlreichen Gönnern desselben mit, daß sich der Verein nach Beschluß der letzten Sitzung aufgelöst hat._______________ 6453) Einem geehrten Publikum von (^i.ßen zur Nachricht, daß die Krautschneider Rüdiger aus Tyrol wieder hier eingetroffen sind. B stellungen sind bet Herrn L. Flett im Gaftbaus zum Schwanen abzuaeben. 6357) Etn LogtS zu vermtethen, und gleich beziehbar.________Wallthor A. 141. 5292) Laden mit Wohnung, Keller unc Lagerraum zu vermtethen und olSbald be- ziehbar. Lud. Geistler Ww-, _____________________Retchensandstraße. 5755) Em kleines Logis von 3 Zimmern zu vermtethen.____ Mäusburg D. 11. 5609) Etn möbltrtes Zimmer nebst binet zu vermiethen. ______________L. Baer, Walltborsiraße. 5432) Etn FamiltenlogiS ift zu ver miethen >m______Darmstädter Haus. 4873) Laden mit Wohnung u. Lagerraum zu vermiethen. _______________________Ehr. Horeyseck. 5889) Ein Familtenlogts, bcstehend aus 3 Zimmern, Küche und sonstigem Zubehör, zu vermtethen. _____________Jacob Reiber, Gartfeld. 622.1) Ein FamiltenlogiS mit allen Bequemlichkeiten zu vermtethen. ________________Fritz Fürst Ww,. 6344) Zwei kleine und etn größeres Logis zu vermiethen bet ___________Adolf Host, Schießgärten. 6348) Kleines LoqtS, gleich beziehbar, zu vermiethen in 90 Nruenbäue.___ 6376) Em möbltrtes Zimmer mit Cabinet zu vermieden im Hause des Herrn Dr. Fels ing, Neue-Bäue.________________ 6405) Ein möbllltes Zimmer zu ver- mietben._____________Löwengosse C- 160. 6406) Etn kleines FamiltenlogiS zu vermiethen und baldigst beziehbar. __P Hubler, Brandgaffe. 6435) Eine kleine Famil enwohnunq zu vermiethen. Louis Bogt, Müdlgasse. 6345) Ein Zimmer zu vermtethen, auf Wunsch auch möblirt, bei ____________Adolf Host, Schteßgärten. 6119) Möbltrte Zimmer zu vermtether __^Wetnsaal". 6113) Möblirtes Zimmer zu vermiethei, _______________________Neustadt D. 27. 5925) Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen bei H- Hochstätter Ww-, am Brand. 6368) Etn möbl. freundl. Zimmer zu vermtethen. Maröurgerstraße A. 179. von einer der leistungsfähigsten GaS- und Flammenkohlenzeche des Gelsenkirchener Reviers eine mit der Kohlenbranche durchaus vertraute Persönlichkeit für den provisionsweisen Verkauf. Näh. auf gefl. freo. Anerbietungen sub B.U. 100 durch die Exped. d. Bl.________(6443 5835) Junge Leute, welche htesige Lehranstalten oesuchen, werden in Pension genommen, auch sind einige möblirte Zimmer zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 6271) Eine Wohnung von 3—4 Zimmern, wovon sich womöglich ein Zimmer zu einer Glaserwerkstätte gebrauchen ließe, wird zu miethen eventuell daS Haus zu kaufen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Als .Haushälterin tin Frauei.ztmmer.^setzten A'ters mit guten Zeugnissen, das auch mit Gürter.arbett umzugehen weiß, zu Weihnachten gesucht von ch em älteren alleinstehenden Herrn (Arzt) auf dem Lande. Offerten besorgt 6371)________Ferd. Schnitzler, Wetzlar. Wohnungsverändermlg. 6380) Von heute an wohne ich im Htnterhause des Herrn Horeyseck, Wallthorstraße 150. Valentin Herdt, _________________Glaserweister.__________ 6413) Verloren am Freitag ein Notirbuch z der Finder wird gebeten oaselbe gegen Belohnung Neue Anlage Lit. C» 40 abzugeben.__________________ Tüchtige Spengler gesucht o (6407 F. Habenicht, Lampenfabrik. 5860) Schüler von Auswärts finden Wohnung, auch Kost — ganzund thetlweis —, tn nächster Nähe deS neuen Gymnasiums. _______________Bismaickstroße B. 170,12 Getragene Kleider, Stiefeln, Hemden Betten, außer Cours gesetztes Gold und Silber, Antiquitäten, Roßhaar, kauft Louh Rothenberger, 4752)Neuenweg 193. =Wenzels Gailen. Dienstag Abend: Haas im @opf. HartoffelKlös. Gespickter Haas. Alice-Verein für Frauenbildung und Erwerb dahier. 6449) Mittwoch den 23. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, findet in dem alten Rathhaussaale (Marktplatz) eine Generalversammlung obigen Vereins zum Zweck der Berathung der Vereins - Satzungen und zur Wahl des definitiven Vorstandes statt.— Zu recht zahlreichem Besuche der verehrlichen Vereinsmitglieder ladet freundlichst und erqebenst ein Der provisorische Vorstand. Gießen, den 21. October 1878. „Die Baugewerkscünle zu Wetzlar" eröffnet ihr Wintersemester am 6. November d. I. Anmeldungen werden baldigst erbeten. Baumbach., Director, 6463)______________________________bisher in Idstein.________ Erweiterte Handwerk ersehnte des Gewerbvereins. 6359) Außer den Unterrichtsstunden für technisches Zeichnen während des Vormittags, soll diesen Winter an 4 Wochentagen noch Abends neben Zeichnen auch Unterricht im gewerblichen Rechnen und Buchführung erthetlt werden. ' ] Das Wintersemester soll mit 5. November beginnen, weßhalb die Theil- nehmer sich recht bald bei unserem Lehrer, Herrn Architekt Hug im Schul« lokal am Afterweg melden wollen. Das Schulgeld beträgt pro Monats für den Abend-Unterricht 1 >n8, "ch al« 0 5 7. sr- Ä Ä”