Nr. 194 Donnerstag, den SS August 1S7S Gießener Wnzeiger r • ZWigk- mu) A»MM für )rn Kreis Sich, Erscheint täglich mit Ausnahme de§ Montag-, 311e und der «erwerb. Kerttschland. Mark. und Bekannte" Anlage C. 40, Monumenten. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. er»11 chleden ist- Berlin. Die „Nat.-liber. Corresp." schreibt: „Wenn es sich bestätigen sollte, daß auch die versammelten deutschen Finanzminister in Heidelberg sich principiell und vorläufig gegen das Tabaksmonopol ausgesprochen haben, so dürfen wir doch wohl erwarten, das letzte Wort von dieser unnütz auf- ^genden und deswegen bester niemals aufgeworfenen Idee vernommen zu haben. Es wüU>e sich dann ergeben, daß es nicht „Verstimmung" oder irgend welcher sonstiger böser Wille der national-liberalen Fraktion war, was sie sich zweimal einstimmig gegen das Monopol aussprechen ließ. Sie übersah nur eben vollständiger und schärfer, was finanzpolitisch im Reiche möglich und aussichtsvoll lst oder nicht. Sie brachte zur Erledigung der Frage theils mehr Sachkunde, thetls mehr Nüchternheit und Besonnenheit mit, als eine Anschauungsweise, Skrk trimre Politik zu sehr nach der auswärtigen beurtheilt und nicht Geduld genug hat, um große Ergebniste aus der mühevollen Verbindung vieler kleiner Faktoren zu gewinnen, anstatt aus einem einzigen rücksichtslos gewaltigen Griff. Die Bestätigung des Verhaltens der national-liberalen Fraktion durch die Letter der verschiedenen Staatsfinanz-Verwaltungen, falls sie tatsächlich erfolgt ist, würde auch der Auflösung des Reichstags nachträglich noch den allgemein angenommenen eigentlichen Beweggrund entziehen. In diesem Sinne hatten die drei oder vier preußischen Minister, welche sich der Auflösung anfangs wider- - setzten, obgleich eine Verstärkung der conservativen Fraktion auch ihnen nur erwünscht sein konnte, gegen den Fürsten Bismarck sicher Recht. Die Durchsetzung des Tabaksmonopols hat durch die Neuwahlen nicht ersichtlich an Wahrscheinlichkeit gewonnen, zumal, wenn der Minister Hofmann jetzt in Kissingen hat berichten müsten, nicht einmal die Gesammtvertreter des fiscalischen Jnterestes in Deutschland seien grundsätzlich dafür zu erwärmen gewesen." — Ueber den neuen Entwurf eines Socialtsten-Gesetzes äußert sich die Lasker sche „B. A. C." wie folgt: Dem Bundesrathe ist sofort am Tage der Eröffnung seiner neuen Session, am 14. August, ein Antrag Preußens zugegangen, welcher den Entwurf eines „Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratte" enthält. Es ist nicht anzunehmen, daß dieser Entwurf durch die Beschlüffe des Bundesraths, welche tu einer Vorberathung butd) den Justizausschuß vorbereitet werden, wesentliche Veränderungen erfahren wird. Der neugewählte Reichstag wird sich mit dieser Vorlage vermuthltch als der einzigen von Bedeutung in seiner ersten Session, nachdem er die kurzer Hand zu erledigenden Wahlprüfungen vorgenommen und sich constituirt hat, zu beschäftigen haben. Ein doctrtnärer Streit über die Frage, ob Ausnahme-, ob ordentliche Gesetzgebung, wird nicht ausbrechen. Die Abgeordneten unserer Partei haben in ihren Wahlreden ganz bestimmt ausgesprochen, daß die Vorlage, welche die Regierung zur wirksameren Bekämpfung der Socialdemokratie einbringen würde, nach ihrem sachlichen Inhalte zu prüfen sein werde. Es ist allerdings möglich, daß es durch die Behandlungsweise, welche man von Seiten der Negierung dieser Sache widerfahren läßt, zu einer nochmaligen Auflösung des Reichstags kommt; der Stoff ist wenigstens ganz dazu geeignet. Vorläufig aber ist anzunehmen, baß das Zustandekommen des Gesetzes im Jntereffe der Regierung liegt. Nicht mehr handelt es sich um einen unförmlichen Gedanken, der wohl einen Zündstoff für die Debatte, aber keine Unterlage für eine gesetzgeberische Arbeit darbtetet, sondern um eine gehörig vorbereitete Vorlage, durch deren Ueberweisung an eine Commission behufs sorgfältiger Prüfung und Verbesserung der Reichstag sein aufrichtiges Bestreben nach einer sachlichen Behandlung und Erledigung bekunden wird. Als Gesichtspunkte für diese Prüfung bezeichnen wir einmal, daß gleiches Recht für gleiche Fälle gelten muß, und zweitens, daß eine objective Prüfung des einzelnen Falles durch ein die Garantien des richterlichen^Verfahrens bietendes Collegium eintrttt, wie sie in der Begnadigungsrecht, unbeeinflußt bleiben muß von derartigen Kundgebungen, welche sich eine wenig geziemende Einwirkung gestatten. Aber bei dem Noth- stande, in dem sich die gesammte bürgerliche Gesellschaft zur Zeit befindet, bei den Gefahren, die uns fortwährend bedrohen, bei den erschreckenden Anzeichen einer weit verbreiteten Verwilderung, Angesichts des zweiten Verbrechens gegen den edelmüthigsten aller Herrscher, das so namenloses Leid über die ganze Nation gebracht hat, — Angesichts aller dieser Umstände sagen wir uns und glauben im Namen der unermeßlichen Mehrheit des ganzen Reiches sagen zu können: Es ist wie eine Befreiung des Gemüthes von einem schweren Drucke, daß der Gerechtigkeit freien Lauf gelassen worden und daß geschehen ist, was „Von Rechts Wegen" geschehen mußte. Möge das Blut des schuldbeladenen Verbrechers eine Sühne für den ungeheuren Frevel sein, der an dem geheiligten Haupte unseres theuren Kaisers wiederholt verübt worden ist; möge unferm geliebten Kaiser und Seinem erlauchten Stellvertreter wie der Nation für immer die tiefe Pein erspart bleiben, eine gleiche Sühne als eine schmerzliche Nothwendigkeit sich vollziehen zu lassen! („B. Tgbl.") NedaelionSbureaur Garlenstraße 8. 165. Oxpedittonsbureaitr Schulstraße v. 18. empfehle ich , Hebamme, in der Brandgch. Es war am frühen Morgen des sonnenhellen Sommertages; Tausende fleißiger Menschen waren schon in rüstiger Arbeit thättg, Andere eilten nach erquickendem Schlaf zur gewohnten Beschäftigung, das bewegte Leben der großen Stadt pulsirte bereits in allen Adern des regsamen Verkehrs, ohne noch jene Lebhaftigkeit erreicht zu haben, welche sich in den späteren Stunden zu entwickeln Pflegt. Da eilt, eine ungewohnte Erscheinung zu so früher Zett, ein mit Plakaten beladener Mann von einer Anschlagsäule zur andern, um in seltener Hast eine weder durch Farbe noch durch Format auffällige Anzeige anzukleben. Mitten hinein in die buntfarbige Musterkarte von Annoncen aller Art, Vergnügungsanzeigen, Theaterzettel mit burleskem Titel — klebt er den unschetn- baren Zettel an —; der zufällig Vorübergehende bleibt unwillkürlich stehen, fern Blick fällt auf das Blatt und die ganze erschütternde Bedeutung des Aktes, der sich vor kaum einer Stunde, um sechs Uhr früh, am letzten Freitag vollzogen, tritt in der Ueberschrift: „Warnungs-Anzetge" und dem Namen Hödel ihm entgegen. Seit zwölf Jahren waren wir des Anblicks dieser, nach der Crtminal- Ordnung vom 11. December 1805 vorgeschriebenen „Bekanntmachung" entwöhnt; unter dem milden Scepter unseres geliebten Kaisers hatten wir es gleichsam als selbstverständlich anzusehen gelernt, daß der Meinungsstreit über die Zulässig- keit der Todesstrafe dadurch gegenstandslos wurde, daß die Gnade des Landes- berrn die erkannte Todesstrafe in lebenslängliches Gefängniß umwandelte. Man konnte in diesem Sinne auch vom Standpunkte der entschiedensten Gegnerschaft zur Todesstrafe, die von einem stärkeren Willen durchgesetzte Aufnahme dieses Strafmittels in das deutsche Strafgesetzbuch auf sich beruhen lassen. Man konnte hoffen, daß die fortschreitende Gesittung des Volkes, die dauernde Ausübung dieses Begnadigungsrechts zu einem Uebergange in die endgültige Aufhebung der Strafe selbst sich gestalten würde: — die Erlebnisse der letzten Monate haben uns die schmerzliche Enttäuschung gebracht, daß unsere Hoffnung in die stetige und fortschreitende Entwickelung unserer gesummten Kultur eine nicht durchaus berechtigte war, daß wir vor Krankheitserscheinungen des Gesellschaftskörpers stehen, welche eine andere als die milde Hand der Gnade zu ihrer Heilung fordern. 7 "Von Rechts Wegen" ist dem unseligen Buben sein Urtheil gesprochen worden, der in seiner Verblendung und Verthiertheit aus dem Leben geschieden ist, ohne daß ein Strahl des göttlichen Lichtes die finstere Nacht seines Innern zu erhellen vermochte. Von Anbeginn an ohne den mindesten Zug zu einem idealen Ziel, der sein Verbrechen als eine Verirrung aus den rechten Geleisen erscheinen lassen konnte, hat er jenen wüsten Cynismus auch bis zum letzten Augenblicke zur Schau getragen, welcher gleichzeitig mit der sittlichen Verkommenheit die ganze Oede und Leere seines geistigen Wesens kennzeichnete. Er hat seme Rolle wie ein gemeiner Komödiant, lediglich auf den Effekt hin und um Beifalls Gleichgesinnter willen gespielt. Eine GroßrnannSfuchts-Rolle, die nicht einmal bis zu dem wirklichen Muthe eines offenen Bekenntnisses ausstteg, vo Ue überwältigendsten Beweise seiner Schuld Vorlagen. Er ist dahingefahren, roh, verhärtet und trotz allen Anscheins der Standhaftigkeit doch ein Feigling' der nicht den wirklichen Muth hatte, den böfen Willen zur That offen zu bekennen. " 0 „Bon Rechts Wegen." Es liegt eine tiefsinnige symbolische Bedeutung darin, daß diejenigen Organe der Ltaatsgemeinschaft, welche berufen sind, den Gedanken der irdischen Gerechtigkeit im Namen der höchsten Autorität des Staates zu verwirküchen, ihre Aus- iprüche mit der Formel schließen, die erkennen läßt, daß die sittliche Quelle dieser Machtbefugniß zur Entscheidung über Mein und Dein, über Leben und Tod - nicht menschlichen, sondern göttlichen Ursprungs ist, daß die Handhabung des Richteramts ein Priesterdienst ist, der die Verwirklichung des in jede Menschen- brust gepflanzten Rrchtvbewußlseins zur Aufgabe hat. Deßhalb schließen die Erkenntnisse der Gerichtshöfe mit den Worten: „Von Rechts Wegen" und deßhalb übt die Krone das ihr zustehende Recht der Begnadigung in der Weise aus, daß sie die erkannte Strafe aufhebt, mildert oder umwandelt; wo aber das Hoheitsrecht der Begnadigung nicht geübt wird, giebt der Träger der Krone dies in der Formel zu erkennen, daß „der Gerechtigkeit freier Lauf gelassen" werde. 18« 'fff»»11 jodlet, Spiegel M orMten, wilder men, reich verzint nv anf's Beste s Ni»1’ ** K au. i6* Die Gerechtigkeit hat ihren freien Lauf gehabt, die fluchwürdige That ist loweit gesühnt, als die irdische Gerechtigkeit in der Vollstreckung ihrer schwersten Strafe ein zulängliches Mittel der Sühne darzubieten vermag. Ob die Gnade des Staatsoberhauptes in den geregelten Lauf der Rechtspflege auch in diesem jcDe eingreifen würde, war bis zum letzten Morgen ungewiß; ob sie es überhaupt konnte, ob die verantwortlichen Räthe der Krone, ob die Staatsregierung in diesem Falle und unter den gegenwärtigen Umständen es geschehen lassen durfte, daß Gnade für Recht ergehe, erscheint uns wenig zweifelhaft. Wir vermögen es nicht als eine sehr glückliche Eingebung zu bezeichnen, die hier und da Ver- hat, gradezu auf die Vollstreckung der Todesstrafe zu dringen.neu lc» iiiyicmiyeu nersayrens oterenoes Kollegium emmtt, rote ne in der W meinen, daß das schönste und edelste Hoheitsrecht des Landesherrn, daslVorlage der letzten Session nicht geboten war, wonach die Verwaltungsbehörden n jeder Stein- E -eisnotinmg bestens F (4748 B ibauschule, Chemisch- Anmeldungen •ogramme gratis (4993 Schaffer. )iim Am. 5014) dieses I Brrktage vc Gieß Donner 82? in: Ä SsS Oeffentl 502t) Y SmWbüar ld)ulbet(n tz W -nie Dossin, tot b'ger desf äcteneinftd 14 Lagen jjtt Forde Meldung J «'S vahier von Gießen,: ®r°Bbeqog i8öttii Stadtrlk ß ?r ein 8 Paris, 20. August. Der „Agence Haoas" wird aus Ragusa gemelb-t: Die Insurgenten sind vor Stolac concentrirt. Der Anführer der Insurgenten Ademosukow ist, wie versichert wird, gefallen. Bern, 20. August. Der Ständerath hat den Zusatzvertrag zum Gott- hardbahnvertrag ratificirt und den Suboentionsbeschluß des Nattonalraths mit 35 Stimmen als Gesetz angenommen. Es wurde keine Stimme dagegen ab. gegeben. Vier Mitglieder waren abwesend Und vier enthielten sich der •*w Kd Paris, Schweiz. Bern, 19. August. Der Ständerath hat mit 31 gegen 9 Stimmen beschlosien, auf der Grundlage des Nationalraths-Beschlusies in die Berathung der Gotthardt-Frage einzutreten. Rußland. Petersburg, 17. August. Die russischen Behörden unterdrücken jetzt Li". Kießen, sKÄ fiSS« Mvilligst ih ®ie«en hmnitt ® '«» der Casl 2) Die EL ' Statistik wegen § wurde d cinzureilt 3) Die Har sterim Etsenbah der Eilen der M Verwalt änbufhi ti Dn Vk • Inter ess der Kan lunß bi beantro ersten' einvrrf tzkwÜN ihm bi zu büi legenhi antwoi nlbtllt Iraker Alexandrien, 20. August. Der englische Finanz-Delegrrte Wi ton hat dem Khedive einen vorläufigen Bericht der Enquete-Commission überreicht. Wien, 20. August. Der „Pröffe" wird gemeldet: Aus Blaschnj vom 18. d.: Nach einem 12stündtgen Marsche haben die Oesterreicher bet großer Hitze gestern hier Biooüac bezogen. Die Bevölkerung von Kiselzak begrüßte den Commandirenden durch eine Deputation. " Aus Brood, vom . d Das erste Bataillon des 70. Infanterie-Regiments, welches die Garnt on in Gradatschatz bildete, begab sich nach dem Rückzüge des Grafen Szaparu hierher, wurde südlich Schamatz von 3000 Insurgenten angegriffen, schlug dieselben, nahm ihritU eine Kanone und 12 Gefangene ab. Das Bataillon verlor 14 Manu nn Todten und Verwundeten. Mit dem Bataillon kam hierher Mehemed Beg, der reichst- Grundbesitzer von Tuzla. Tuzla joH durch das SBom6atbtm.nl Szapary's ganz eingeäschert sein. ’ ' , , tc ■ « 5 Wien, 20. August. Die „Polit. Corresp." meldet in einem officiellrn Telegramm aus Konstantinopel vom 20. ds.: Die Pforte verlangte von Hast; Pascha Aufklärung über die an den F.-Z.-M. Phllippooic entsendete Deputation ans Serajewo. Gleichzeitig erneuerte die Pforte ihre Befehle, jeden Widerstand einzusttllen und die österreichischen Truppen als Freunde zu empfangen. Br« dauerlicher Weise lauten aber die der Pforte aus Serajewo zugehenden Nachrichten ungünstig und beweisen, daß ihre Autorität von dem provisorischen Comite gar nicht mehr anerkannt wird. Kein Telegramm der Pforte darf ohne Bewilligung eines der 60 Jnsurgentenchefs der Bevölkerung kundgegeben werde--. Hadschi Loja, der sich zufällig selbst verwundete, befahl, jeden in die Hände der 1 Insurgenten fallenden österreichischen Commandanten aufzuhängen. 2 ^.urrei j und 2 Christen, welche die Zahlung der Contributton verweigerten, wurden au* gehängt. Gleichzeitig wurde ein tendenziöses Gerücht verbreitet, daß die kro- tischen Truppen der östetreichtschen Occupattons-Armee den Gehorsam verweizeri und maffenhaft desertirten. Die Jnsurgentenchefs sollen beabsichtigen, Serajew in Brand zu stecken, ehe sie es den österreichischen Truppen überlassen. Auf br Pforte selbst hat der österreichische Botschafter Zweifel darüber ausgedruckt, c» die Befehle der Pforte den geeigneten Eindruck hervorbringen werden. Wien, 20. August. Ein Bericht des F.-Z.-M. Philippovic aus Ser? iewo vom 19. besagt: F.-M.-L. Tegethoff bestand bet Kakant am 15. d. ea Gefecht gegen dte Insurgenten und besetzte, nachdem er die Insurgenten nah langem erbittertem Kampfe zurückgeworfen hatte, am Disoka, woselbst , große Mafien Munition und Waffen vorfand. Seine Verluste sind: 2 Ost- ciere, 80 Mann verwundet, 4 Mann tobt. - Nach einer am 18. d., Naä- mittags, vorgenommeven Recognoscirung gegen Serajewo wurde am 19. k-. Morgens, von drei Colonnen ein Angriff auf Serajewo unternommen, W dichter Nebel begünstigte den Anmarsch der Colonnen, welche ohne Verlu" die ihnen angewiesenen Punkte erreichten. Nach einem mehrstündigen Geschu-' kämpfe gegen das Castell und nachdem die Insurgenten bei KratMseo gänzlich zurückgeworfen worden waren, und um halb H Uhr Dormittaz durch Auffahren von Gebirgs-Geschützen auf den Hohen von Debelo Brdo ii Citadelle zum Schweigen gebracht worden war, ging die Infantes Schwärmen gegen die Stadt vor, wo sich der denkbar gräßlichste Kanp entspann. Aus jedem Hause, jeder Fenster- und Thürspalte wurden unser Truppen beschaffen. Selbst Werber und Verwundete nahmen an dem Kams Theii, welcher bis 1V3 Uhr Nachmittags währte. Unglaubliche Scenen wild- Fanatismus spielten sich ab; nur der Gutmüthigkeit und der Dtscrplin un ete Truppen ist es zu verdanken, daß dte Stadt nicht wesentlicher geschädigt wU d Einige Häuser wurden indeß ein Raub der Flammen. Die Verluste sind le. nicht unbebeutenb. Nach beenbetem Kamps- unb gLvzlich-r B-f-tzung Telegraphische Depeschen. Wagner'« telegr. Torrespondear-v«rea«. Wien, 20. August. Nach einer aus Doboj eingelangten Meldung wur- b-n bibTr Upp-N b-s ©rufen Izapary (20. Dtviflen) gestern Abenb angegriffen. Nach -it«m längeren G-s-chl- würbe b-t Angriff zutückg-schlag-n. F-lbmat. »-"LI3,TS*’ÄS=««-• -»b- rssr k »SwtsSÄ Weitere Jnsurgentenschaaren sind unter mehreren Abtheilungsführern in Zuzu- 9C5UT Konstantinopels Die Vertreter Enzlands Fra^ und Deutschlands sind von ihren Regierungen tnstrurrt worden, die Pfort n entschiedener Form zur stricten und rückhaltslosen Durchführung des BeUtner Vertrages zu rnähneü. Die Exemplare des Berliner Vertrages mit der Rati- fication des Sultans sind gestern der Pfyrte zugeMen. Belarad, 20. August. Nachrichten aus Jdanica zufolge sind mehrere Tausende reguläre türkische Truppen aus Bosnien ohne Ofstciere durch Sienitza durchmarschtrt. Unter den bosnischen Ttuppen un Sandschak Novibazar fei eine starke Desertion eingerifien. Die Deserteurs begäben sich nach H^se. Die Arnauten in Prisrend sollen aus Konstantinopel telegraphische Weisung erhalten haben, gegen die österreichischen Occupatwnstruppen Nichts )» unternehmen. Die Vorbereitungen zürn Widerstande in Sienica sollen demnach auch allmälig laüer betrieben werden. ._ , , Wien, 20. August, Abends 5 Uhr 55 Mtn. Serajewo ist nach heftigem Kampfe von den österreichischen Truppen am 19. d. genommen. Details zu entscheiden hatten und in der Superrevision ihrer , lungen ausscheidet. beutiaen Morgenblättern entnehmen wir noch folgende in welcher auch Louis Grothe-diei Ile&ten teoen \ ßu(f, Stattgerichtsrath Hollmann, Einlieferung war«nzu^gen Ob.rstaatsa w ftraut§, Prediger Heinicke, der Director und J^pector- der AMrmr, , ", G^ichtsboten Dtetze, Ackermann und Commissionsrath Dilter, Castellan Kroy TOhe§uttbeil voraelesen und Oberftaats- Schmidt. Nochmals wurde ihm sodanudaedem Todescandidaten anwalt v. Luck in Begleitung des D.rec ors oet■ reunrütblöe^ Bekenntniß seiner Schuld cTletd)tcrn. 21^ 0« o ,0 , , öeiübt zu haben, antwortete Hodel V-rbr-chm M-n b™ Sa fer, frin.n UnbeS6«nn,t . f011 A'^^.N^LL^eKwtvnsie^,b.^^k^^en^°^ WNZZWLIßckVM mit hem (Sdftltoen -^a wenn Ich in anderer Luft aufgewachsen wäre, wäre es vtel- S n Smorben- nuu muß es wohl aus sein. Wäre ich anders erzogen worden, MM-WÄZMMMZ ^w^gestr^gen^Morgtn^gebtent^hat,'^auö^^deve Nch^MSttifch-n °P»°U>-!^Mu!eunt. einem hiesigen Äugfchmied, Großmann, die Anfertigung eines neuen Richtbdls für csö iel’icfaen ^?all übertragen worden. Das Beil konnte jedoch wegen technischer wOchem sich kä >»•“ uff £S»»« Mad-MMck w-IL-S von d-r Form -Ines groben SchlLchttrb-ttS, mit gerader Schneide mrleben und vomüalich oerftähtt ist, übergab d-r Dirigent des Mttseum- auf ergangene Reoui iiion am Donnerstag Mittag dem Scharfrichter KraMS, nachdem-s mit einem besonderen StempU versehen worden war. Am Nachmittage ließ der Scharfrich^ter das Nl scharfen Ä wie es Sitte ist, des besseren Aussehens wegen poliren ;^umi 6 Uhr in der ^rübe tbat das Beil seine Schuldigkeit. Gegenwärtig hangt es wieder friedlich an seinem alten Platze unter den Rechtsalterthümern über dem B ock, auf welchmr der »Rninflninr’ er Ereck' binacrichtet und unter der breiten Lederbinde, mit welcher Czech s (' ef fkit wurde Unter dem Beil hat die Directlon folgende Inschrift anbrinaen lofi ? AM 11 Mai 1878 schaß d-r 'm-mpn-rg-f-ll- Höd-I in B-rlin “unter ben «Kn-mit einem R-nola-r auf ®e. Majestät, den Deutfch-n K-i -r nnd tixnin 0Dn mreufun Wilhelm; am 10. Juli wurde Hoiel duich das königlichv Kammeraer.cht zu Berlin zum Tode verurtheilt, am 8. August dies Urtel Allerhöchsten . bdtätißt unb ööbel am 16. besselben Monats im Hofe des Abllenbefangnisscs zu Moabit in BerUn durch den Scharfrichter Krauts mit diefem Beil enthauptet." Utber ] bie nnrapoßnaene Reouisition und die Ablieferung des Beils e Vssafler (Indian- Pflaster). Paquet 3 M. Apotb.Achrader Frnerdach- Lluttgart. bei L. Hormaih Re'cke 'an B :ws n>aße- N U» I 4769) Ein Haus, in bester Geschäftslage (des Selterswegs) gelegen, zum Betriebe einer Fabrik sehr geeignet, ist billig zu erwerben. Bemerkt wird, daß in dem Hause bereits zwei größere Geschäfte betrieben werden und dasselbe nachweisbar zu 7 Proz. rentirt. Zahlungsbedingungen günstig. Rähe- res bei Friedr. Kreuder. 4. Kostendecreturtn. , r 1E- 5. Gesuch des Egidius Ebel um Bauerlaubniß. 6. Gesuch des Wilhelm Wagüer II. um Bauerlaubniß. 7. Gesuch des Jacob Ruppel um Erlaubniß zur Vornahme von Bau- veranderungen. L 3 , 8. Gesuch des Wilhelm Löber VI. wegen desgleichen. 9. Gesuch des Carl Zwesch wegen desgleichen. 10. Die Straßenbeleuchtung, hier Gesuch um Aufstellung einer Laterne am Hamm- Hofraithe in der Küh- gasse, Hvfraum daselbst, Acker am Sandkauter Weg, links hinter den Garten Handel upb Verkehr. Gießen, 21. August. Bet dem am 20. August dahier ftattgehabten Viehmarkte waren aufgetrieben 1 Fohlen, 1500 Stück Rindvieh und 377 Schweine; nächster Viehmarkt am 3. September. ____________ empfiehlt, um damit zu räumen, zu billigsten Preisen (5029 M. Weißbäcker. öffentlich meistbietend versteiaert werden- Gießen, den 20. August 1878. Großherzovltches Orlsgericht. 5015)________Lüdek ing. _______ gerichtsbekannten Gläubiger des überschuldeten Caspar Ruhl I. von Garben- tetch behufs Abwendung förmlichen Con- curses gerichtliches Uebereinkommen ,ge- troffen, werden die unbekannten Gläubiger desselben unter Verstattung der Acteneinsicht hiermit aufgefordert, binnen 14 Tagen, von heute an gerechnet, ihre Forderungen anzumelven und bei Meidung Ausschlusses etwaige Einwendungen gegen fragliches Uebereinkommen dahier vorzubringen. Gießen, den 15. August 1878. Großberzogltches Stadtgericht Gießen. Bötticher, Stammler, Stadtrichter. Stadtg. - Assessor. sollen auf dem Rathhause in Grüningen nachfolgend verzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord versteigert werden: Schreinerarbeit, veranschl. Maurerarbeit, „ Steinbrechen, „ -.bfahr von Steinen „ Setzen derselben, „ „ 37 ! Grüningen, den 20. August 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Grüningen. Arbeltsverstcigerunq. Samstag den 24. b. Mts., Vormittags 10 Uhr, ollen auf hiesiger Bürgermeisterei die nachfolgenden Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden. 1) Seilerarbeit, veranschl. zu 30 «41. 2) Pflasterarbeit, „ „ 180 «41. Großkn-Buseck, den 20. August 1878. Großh. Bürgermeisterei GroßewBuseck. I. A.: L. Hahn, 5013) Bezirkebauaufseher. ________ Flur Nr. * 444 Zur Einmachszeit! Gurken-, Bohnen- und Krautsäßchen vorräthtg im Holzwaarenlager von Louis Lony, Marktstraße D. 205. Reparaturen werden prompt besorgt. _ (4499 Zeitungs- u. Actenpapier vorräthtg brl (4234 Louis Rothenberger, ________________Neuenweg 193. Hückstädt'sches Zahnmundw asser vertreibt sofort ftbe-t Zahnschmerz, a Flacon 30 Pfg., 4086) bei Julius Wallach» Main-Weser-Bahn. Verkauf alter Bahnschwellen. Freitag den 23. August d. I., des Nachmittags um 4 Uhr, sollen an dem Neustädter Viaducl eine Partie alter ausrangirter Bahuschwellen an die Meistbietenden verkauft werden. Der Bahnmeister: 4990) Gerhard. Freitag ben 23. August 1878, Nachmittags 4 Uhr, irn Wenzel'schen Garten versteigen werden. Gießen, den 20. August 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m.___________ Montag den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hirsta'm O'tsaericht die zum Nachlaß des Emil Geismar gehörende Bekanntmachung. 5014) Die Erhebung der directen Steuern und Tilgungs-Renten für dieses Jahr findet nächsten Monat September an den Vormittagen der Werktage vom 5. bis 25. einschließlich statt. Gießen, den 19. August 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. ____________ Lokal-Notiz. (Hießen, 21. August. Die 100jährige Geburtstagsfeier von F. L. Jahn wird son Setten des hiesigen Turnvereins am 1. und 2. September d. I. in Gemeinschaft ^Di^Vertreter°der^Stadt, sowie die zum Sedanfest sind dem Turnverein bereitwtlltgst entgegengekommen, und scheint dieses Fest nach dem ießt aufgestellten Programm ein sehr schönes zu werden. Sonntag Übend Fackelz g nack dem Kreuzberg, Abbrenncn eines Freudenfruers und Banket in Wenzels harten. Montag Morgen Tagrevetlle, Mittelrheintsches Preisturnen mit Concert in Wenzels lÄnrten Nachmittags Festzug, Festrede in Wenzels Garten, Schauturnen und Concert, Abends Banket mt?Musik und Gesangsvorträge, wozu sämmtliche hiesige Gesangvereine berettwilligst ihre Unterstützung zuhesatzt haben. Gießen. 21. August. Aus den Verhandlungen der Großherzogltchen Handelskammer zu Gießen. Sitzungen: 15. Juli und 2. August. Anwesend: Sämmtliche ^l^Die Eingänge werden zur Kenntniß gebracht, theils der Bibliothek, den Actey, der Casse Überwiesen und theils zur Circulation bestimmt. „ , . 6a . 2) Die Eingabe an den deutschen Reichstag betr. den Entwurf eines Gesetzes der ’ Statistik des auswärtigen Waarenverkehrs des deutschen Zollgebiets könnt wegen Schlusses der Session desselben nicht mehr zur Berathung gelangen un wurde deßhalb beschlossen, die Petition bei dem nächsten Reichstage wiederhol Immobilien, als: lUMtr. Gutes Wetzlarer Kornbrod, ä 4 Pfd. 48 Pfg., 31 Die^Handelskammer zu Worms bittet, eine Eingabe an Großherzogliches Mini- 3) stertum des Innern betr. die Einrichtung einer periodischen Vereinigung. der Etsenbahndtrectionkn und der Verkehrsinterrssenten zur Wah^mg urw Äderung der Eisenbahnverkehrsintrreffen zu unterstützen, welchem Ersuchen in Anerkennung der Nützlichkeit und Nothwendigkeit unmittelbarer Berathungen zwischen den Verwaltungen der Virkehrsanstalten und den Vertretern des Handels, der Industrie und der Londwirthschaft willfahrt werden soll. 4) Der Vorstand deß Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaftlichen • erntettfftn für Rheinland uiw Westfalen in Düsseldorf, welcher unter Zustimmung der Kammer am 18. April die Berufung einer außerordentlichen Plenarversamm- luna des deutschen Handelststgs beim Präsidium desselben beantragt und feiner beitragt hatte die Frage de? Bildung eines volkswtrthschaftlichen Senats alt ersten Gegenstand auf die Tagesordnung zu stellen, fragt an, ob man damit einverstanden sei, daß dem Präsidium des deutschen Handelstags die von ihm e°ÄT wenn« ÄntÄ^n d.scret bedi^t wird, ohne höhere Spesen zu bezahlen, als bei directem Verkehr mit den bewegen'mürbe, üb?r welche ein diesseitches Einverständniß vereits vorliege, daß Zeitungen selbst, ; Verweisend auf das im Annoncentheil befindliche Programm, wollen nur nochmals die Soiräe des Hrn. Alberti uus's Wärmste empfehlen und nanttntttch b,ar“uJ merksam macken, daß olle Vorträge in dm ftrenp/rten Formen der guteni @Ute galten pnb und daher auch den Damen eine ebenso amüsante wie geistvolle Unterhaltung breten. Stadt wurde die kaiserliche Fahne auf dem Kastell unter dem Jubel der Trupps utfc der Christen der Stadt aufgehißt. New-Bork, 20. August. Das gelbe Fieber fordert besonders \n Grenada zahlreiche Opfer; die Sterblichkeit nimmt zu; fast keine vom Fieber befallene Person gewinnt Genesung. Die Eisenbahnen und Dampfschiffe sind von flüchtenden Menschen angefüllt. Zahlreiche Aerzte und Krankenpflegerinnep, viele Lebensmittel und Medikamente sind dahin abgegangen. Paris, 20. August, Nachts. Der „Agence Havas" wird aus *£>m\ gemeldet: Beim Besteigen des Piz Cevedale in Graubundten sind dm Berliner Touristen verunglückt; zwei, Namens Rheinz und Sachs, sind todt, d?r dritte, Salomon, schwer verletzt._________________ Waisenhausverpflegung betreffend. Für ein Waisenkind (Mädchen von 6 Jahren) werden Mgeltern gesucht. Hierauf Reflectirende wollen sich binnen 8 Tagen bei uns meldeiz. Gießen, den 13. August 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5020) A. Bramm. Versteigerungen. Donnerstag ben 22. b. Mts., Nachmittags 1 Uhr, werden in dem Hause des Herrn Kattretn, Sonnenstraße 3. Stock, verschiedene Haus- «eräthe, ein vollständiges Bett, Gläser und Porcellan gegen gleich baare Zahlung versteigert. (4999 man aber nicht davon absehen könne, daß der Entwurf vor seiner Ausführung der Kammer zur Prüfung vorgelegt werden müsse, wenn etwa neue Gesichtspunkte in Betracht gezogen und darin zur Sprache gebracht werden sollten. Großherzogliches Ministerium des Innern theilt ein Schreiben Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen an daffelbe nebst einem Bericht des Gr. Regierungsraths Schulz, welchem unsere Eingabe vom 18. Mai betr. die Eisenbahnfrachttarife zur Aeußerung übergeben worden war, mit. Dieser BerDt behandelt irrthümlich einea Antrag auf Wiedereinführung einer zweiten Stückgutclasse, welchen die Kammer gar nicht gestellt hatte und übergeht den in der That gestellten diesseitigen Antrag auf die Nothwendigkeit und Billigkeit der Ermäßigung des Frachtsatzes, der nur noch bestehenden einen Stückgutclaffe auf dieHohe des Durchschnittes der früher bestandenen beiden Stückgutc assen gänzlich. Weiter bekämpft der Bericht zugleich die Großherzoglichem MtnMerium mttgetheilt n und zur Berücksichtigung emvfohlenen Desiderien der Main-Weser-HÜtte welche in Folge dessen durch das Präsidium zu ferneren Erläuterungen veranlaßt wurde. Diese, denn auch alsbald gegeben, beschäftigen sich eingehend uiit näherer Moiivirung der ausgesprochenen Wünsche und mit ziffermaßigen, vergleichenden Darlegungen früher bestandener und neu ein geführter Tarifpositionen, welche als sehr beachtenswerth anerkannt wurden. Die Kammer beschließt 1) die irrthümliche Auffassung des Herrn Schulz Großh. Ministerium gegenüber darzuthun und den wirklich gestellten Antrag wiederholt zur Berücksichtigung zu empfehlen. t 2) die Ergänzungen zu der früher hierher gerichteten Eingabe und die angefügten neuen Mittheilungen der Main-Weser-Hütte Großh. Ministerium zur weiteren Erwägung zu Unterbreiten. Gießen, 21. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerftag den 22. August 1878, drachmrttagS 4 Nhrr 1. Die Erbauung einer Brücke über die Wieseck. 2. Unterhaltung der Anlagen um die Stadt. 3. Gesuch wegen Rückvergütung von Octrot. Arbeitsversteigerung. [Weißt IMMörbr Montag den 26. August d. Jahres, ...... '