Donnerstag, den SI. Februar Hi®. 44. 1878 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Gießen, den 18. Februar 1878. Friedberg, den 31. Januar 1878. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. — Die Außercurssetzung der Sechstel-Thalerstücke, die schon wiederholt in Aussicht gestellt war, soll nunmehr wirklich erfolgen. Dem Bundesrathe ist soeben der Entwurf einer hieraus bezüglichen Verordnung zugegangen, deren Verkündigung in nächster Zeit erfolgen dürfte, da die Einziehung bereits mit dem Monat März ihren Anfang nehmen und möglichst innerhalb dreier Monate beendet sein soll. Das Kuratorium der Ackerbauschule zu Friedberg: Dr. Braden. KÜchler. Schmidt. Redactionsbrrneaur Gartenstraße B. 165. ^xprdiliousbureaur Schulstraße B. 18. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Deutschland. Offenbach, 18. Febr. Das von der Versammlung am 28. v. M. in Berlin gewählte Comit6 zur Wahrung der Jnteresien der deutschen Tabaks- indnstrie hat am 8. und 9. d. M. in Berlin getagt und haben Sie ja bereits theilweise über die Verhandlungen ein Referat gebracht. So viel uns bekannt, ist, nach sehr heftiger Debatte, schließlich doch die Ansicht maßgebend geblieben, daß man entschieden auf dem Standpunkt der bekannten Frankfurter Resolutionen, also im Vordergrund unbedingter Negation verharren müßte. Da die Verhandlung laut ausdrücklichem Beschluß vertraulich bleiben sollen, so müssen wir bedauern Ihnen vorläufig nichts ausführliches berichten zu können. Im Uebrigen will es uns scheinen, als wenn die Vorlage auf Erhöhung der Tabaksteuer dieses Mal vom Reichstage wieder einmal nicht acceptirt wird, trotzdem sich einzelne Großfabrikanten rc., welche wohl bedeutende Einkäufe gemacht haben und befürchten daß ihnen der in Aussicht gestandene Gewinn entgehen wird, sich mit aller ihnen zu Gebot stehenden Macht für das Durchgehen der Steuer interesflren. Aber man wird auch dieses Mal auf die Stimmen dieser Herren, welche den rein egoistischen Standpunkt einnehmen, keinen weiteren Werth legen. Hauptsächlich wünschten wir hiermit zu bekennen, daß die deutsche Tabakindustrie das in Berlin gewählte Comits nicht als seine legale Vertretung ansehen kann, da dasselbe durch Acclamation von einer zufällig in Berlin am 28. v. M. zusammengewürfelten Versammlung gewählt wurde, wobei sich noch einzelne Herren der Arbeit unterzogen, diejenigen Herren als Comitömitglteder zu bezeichnen, von welchen sie überzeugt waren, daß sie den von ihnen beliebten Gesichtspunkt vertreten würden. Eine wirkliche Vertretung einer Industrie ist nur dann anzuerkennen, wenn jedem einzelnen District aufgegeben wird, im Ver- hältniß zu seiner Bedeutung, einen oder mehrere Delegirte zu erwählen und diese sich alsdann zusammen als Comite constituiren. Hierauf möchten wir aufmerksam gemacht haben und hoffen, daß dies für allenfallsige Verhandlungen im Reichstage beobachtet und nöthigenfalls betont und verlangt wird. (£). Z.) Berlin. In einer Untersuchung gegen einen Redacteur wegen Beleidigung hat das Ober-Tribunal in einem Erkenntniß vom 24. Januar d. I. folgenden Rechtssatz ausgesprochen: Zum Thatbestande einer strafbaren Beleidigung ist die Nennung des Namens des Beleidigten nicht erforderlich, vielmehr genügt die Bezeichnung deffelben in einer erkennbaren Weffe. Die Strafbarkeit wird dadurch nicht aufgehoben, daß der Redacteur gar nicht den Beleidigten kennt und überhaupt nicht weiß, auf wen sich die in dem ihm zugeschickten Artikel ausgesprochene Beleidigung bezieht. , Bekanntmachung, den Obstbaumwärter-Cursus an der Ackerbauschule des landwirthschaftlichen Provinzial - Vereins Oberheffen zu Friedberg pro 1878 betreffend. Zur Ausbildung tüchtiger Obstbaumwärter wird im laufenden Jahre wieder ein Obstbaumwärter-Cursus dahier abgehalten werden. Es umfaßt der Curslis die Zeit vom 11. März bis 13. April l. I. einschließlich, sowie in diesem Herbste vom 12. bis 31. August. Der Unterricht wird von tüchtigen Lehrkräften ertheilt und umfaßt: 1) Geschäftsrechnen und kleinere Geschäftsaufsätze, wöchentlich 4 Stunden; 2) Bodenkunde und Düngerlehre, wöchentlich 2 Stunden; 3) Ban und Ernährung der Pflanzen, wöchentlich 2 Stunden ; 4) Obstbaulehre, wöchentlich 4 Stunden; 5) Obstkunde, wöchentlich 3 Stunden; 6) praktische Uebungen, wöchentlich 19 Stunden. Der Unterricht wird durch eine reiche Sammlung der besten Lehrmittel und Instrumente unterstützt. Die praktischen Uebungen werden nach einem bestimmten Plane in dem zu diesem Zwecke angelegten pomologijchen Garten der Ackerbauschule vorgenommen, wie euch außerdem mehrere größere Obflbaumschulen dahier zur Benutzung kommen. Wöchentlich findet eine Excursion nach benachbarten größeren Baumanlagen statt. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt. Für Kost und Logis haben die Schüler selbst zu sorgen. Wollen Schüler in freien Stunden in dem pomo- logischen Garten thätig sein, so erhalten sie hierfür entsprechende Zahlung. Anmeldungen sind möglichst bald und längstens bis zum 6. März l. I. an das unterzeichnete Kuratorium oder an den Vorstand des Obstbaumwärter-Cursus: Herrn Reallehrer Würth dahier, einzureichen. Etwaige Anmeldungen bei den landwirthschaftlichen Bezirksvereinen oder den Großherzoglichen Bürgermeistereien bitten wir uns gefälligst übermitteln zu wollen. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern die Genehmigung zum Vertrieb von 500 Loosen im Großherzogthum Hessen für die Verloosung ertheilt hat, welche mit dem am 27., 28. und 29. Mai d. I. in Cassel abzuhaltenden Pferde- und Rindviehmarkt verbunden werden soll. Hilfen ---------(936. W aller 3h »Ä in Mi. Gnmr Nr. 19 *|| «■ HistorW Tone MlsiM , ©paA Dffl rit Losch- - tf ; > W ■ $on w- Ätz- ■sffc ’-Ste 6albSe“ne >'? 5 ®<»nptotrifte ■ *n der tzxpkd, England. London. Der „Standard" schreibt: „Wir besitzen andere Mittel, sowohl die Türkei wie Rußland zur Raison zu bringen, im Falle es klar werden sollte, daß eines von beiden oder beide in einem feindseligen Geiste gegen unsere Interessen handeln. Der Türkei gegenüber würde unser Verfahren überaus leicht sein. Wir könnten Mitylena oder Kreta oder beide Plätze besetzen und den Khedive von seiner Lehnspflicht gegen die Pforte in irgend einer Weise entbinden, die für uns am bequemsten ist. Wir könnten auch Thessalien, Epirus und Maccdonien den Griechen überliefern. Auch dürften wir es nicht viel schwieriger finden, den Prätensionen Rußlands zu begegnen, gleichviel, ob es die Meerengen gegen uns mit Wiffen der Türkei, oder durch deren Schwäche versperrte. Selbst wenn wir verhindert würden, in die Meerenge der Dardanellen einzusahren, könnten wir verhindern, daß irgend etwas Russisches oder Türkisches je dieselben passirt, und der ganze Exporthandel des südlichen Rußlands würde mit einem Schlage vernichtet sein. Die Operation könnte ausgeführt werden, ohne daß nur ein Schilling Kosten oder viele Unbequemlichkeiten entstehen. Es würde dann abzuwarten sein, wer zuerst müde würde: Rußland und die Türkei, gegen dieses Land zu conspirireu, oder England, sie schachmatt zu machen... Es wird ganz unmöglich sein, an irgend einer Konferenz theil- zunehmen, so lange Rußland eine feindselige Haltung gegen dieses Land affec- tirt und dabei beharrt, militärische Positionen zu dem Behufe zu besetzen, um die Konferenz einzuschüchtern, und sich weigert, gleiche Rechte anderen Mächten einzuräumen. Das Verhalten Englands ist ohne Zweifel zu vertrauend gewesen, und wir büßen für unsere Leichtgläubigkeit. Es ist aber nicht weise, ein stolzes und mächtiges Volk zu überlisten; und obgleich wir uns nicht rühmen können, uns Rußland oder der Türkei in diplomatischer Schlauheit gleuh- zustellen, mögen beide noch Ursache haben, den Tag zu bedauern, an welchem sie glaubten, uns eine Lection in höherer Schlauheit zu geben." London, 18. Febr., Abds. Aus der heute veröffentlichten diplomatischen Korrespondenz der Monate Juni-Juli 1877 geht hervor, daß die russische Regierung der englischen Mittheilung machte von den Hauptpunkten der Friedens- Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern hat dem Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Wenings, Kreis Büdingen, die Erhebung einer Collecte bei den israelitischen Einwohnern des Großherzogthums zur Erleichterung des Aufbringens der Mittel zum Bau einer Synagoge gestattet. Es wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, am 19. Februar 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. lttmit meinen verehr^ daß ich mein Wi errn Schwager, ie und bringe himr ersertigung von sm Erinnerung. ungsvoll »eck, Schuhmacher. |er Kaufmann, für ein Liqueur-Mf stsverhällnisse HM jU i stehen zur Seite. unter R. 2 MM- (M üte für Damen i ä^ön^oewaschf.' ti FaiigmyyL WWW WWW Anzeige- iti WsM für ien Kms Sicht». ?tam aus an= Äolisch) wird eine m kaufmännischen Ge- 8- 20 besorgt die Ex. «chaf lgung zu erhalten, ’n Ausgangen u. hol’ d- Srped. b. Bitte. Dtensto.ädchen gesucht. • 40- Neue Anlage^ inen braven und zu- ht. rl Wallenfels II. ßs hat w nachdem ich den Eindruck durch die Begründung der Interpellation erhalten, daß die deutsche Politik unentwegt ihre bisherigen Ziele zur Herbeiführung des Friedens weiter verfolgen kann. Im Orient heißt es jetzt mit Recht: die Waffen ruhn, des Krieges Stürme schweigen. Gebe Gott, auf lange! Wenn ich mir den Abschluß des Waffenstillstandes und die Friedensprä- llminarien ansehe, so frage ich mich vergebens, ob und wo em deutsches Interesse dabei verletzt ist (der Reichskanzler erörtert mit der Landkarte in der Hand die Festsetzungen des Waffenstillstandes), so daß wir darüber in Conflict mit unseren Nachbarn zu kommen brauchten. Ueber die Dardanellensrage ist weit mehr in der Welt verbreitet, als erklärlich ist. Bedenklich wird die Sache, wenn es sich darum handeln sollte, daß Rußland allein den Schlüffel zu den Dardanellen in Händen haben wollte. Die Frage, ob der Besitz der Dardanellen in andere Hände übergehen soll, könnte zu Weiterungen führen, welche tndeffen jetzt noch nicht abzusehen sind. Für uns liegt Alles daran, daß die Wafferstraßen für unfern Handel unb Verkehr nach wie vor offen bleiben (Beifall), dies ist ein deutsches Intereffe. Ein weiteres, aber minder directes ist der Schutz der Christen, das wir wie bisher wahren werden. Ueber die Stellung, welche Deutschland zu dieser zweiten Frage genommen hat und nehmen wird, kann ich bestimmte amtliche Mittheilungen nicht machen. Die Actenstücke, die uns dazu nothwendig sind, liegen noch nicht vor. Wir haben keine directen Mittheilungen über die Er- olge unseres Etnfluffes. Auch im Intereffe Rußlands liegt eine Abmachung, die es vor der Wiederkehr eines baldigen Krieges schützt. Es fragt sich, ob die mit den russischen Bedingungen Unzufriedenen gegen Rußland die Waffen ergreifen möchten. Es wird doch eine Bestimmung darüber getroffen werden müffen, was aus den jetzigen russischen Eroberungen werden soll. Ich zweifle, ob Oesterreich-Ungarngeneigt sein möchte, diese Länder zu übernehmen. Ich kann mir nicht denken, daß diese Dinge Grund zu einem großen, verheerenden Kriege zwischen zwei großen Mächten, die befreundet waren, wer- Amerika. Washington, 16. Februar. Der Senat hat mit großer Majorität die Amendements zur Bland'schen Bill, welche von dem Finanzausschuffe beantragt worden, und welche den Artikel des Gesetzes über die freie Ausprägung von Silbergeld ausheben und die Ausprägung aus 4 Mill. Dollars monatlich beschränken, angenommen. In Folge der Annahme der Amendements wird auch eine Commission eingesetzt werden, welche den Auftrag erhält, mit der sog. lateinlschen Münzvereinigung in Europa und mit anderen Staaten in Verbindung zu treten, um eine gemeinsame Silber- und Goldwährung herbeizuführen. Die Amendements ermächtigen auch zur Ausgabe von Certistcaten der Silber- Depots, die bei Zahlung von Steuern und Zöllen angenommen werben.^lieber die anderen Amendements liegt noch kein definitives Votum vor. Die Sitzung des Senats war um 4 Uhr Morgens noch nicht zu Ende. bedingungen für den Fall, daß die Türkei sich vor dem Uebergange der Ruffen über den Balkan unterwerfen würde. Zu jener Zeit schlug Rußland vor, daß der Balkan die Grenze des Vasallenstaates Bulgarien bilden solle. Ferner forderte Rußland damals die Zurückgabe Rumänisch Bessarabiens und die Abtretung von Batum, und bot Oesterreich-Ungarn zur Ausgleichung Bosnien und die Herzegowina an. Indem die russiiche Regierung der englischen diese Bedingungen mitthetlte, wollte sie einen Beweis ihrer Mäßigung geben und sich des Einvernehmens und der Neutralität Englands versichern, worauf sie großen Werth legte. — Später, am 14. Juni, erklärte Gortschakoff: die inzwischen angestellten Erhebungen bewiesen, daß es unmöglich sei, Bulgarien durch den Balkan in zwei Hälften zu the,len, Bulgarien müffe eine einzige Provinz bleiben. Derby erklärte: die englische Regierung wolle ihre Ansicht über die Bedingungen nicht aussprechen und beschränke sich auf die Aeußerung: sie glaube nicht, daß die Türkei die ersten Bedingungen, und noch viel weniger, daß sie die zweiten acceptiren werde. — In einer Depesche vom 18. Ium führt Layard aus, daß es gefährlich wäre, die Bedingungen Rußlands der Pforte mitzutheilen; eine solche Mittheilung von Seiten Englands würde eine verzweifelte, Erhebung der mohamedanischen Bevölkerung, sowie Feindschaft zwischen der Türkei und England und die Niedermetzelung der Christen herbeiführen. Griechenland. Athen, 16. Februar. In Thessalien nahmen die Insurgenten angeb lich 5000 Türken gefangen. Aus Kreta nimmt der Ausstund große Dimensionen an. den können. Oesterreich hat zuerst den Gedanken einer Conferenz gehabt. Die Wahl des Ortes ist für uns gleich. Wir sind für Baden-Baden, Wiesbaden oder Wildbad (Heiterkeit); uns kommt es nur auf Beschleunigung der Sache an und daß überall deutsches Präsidium gesichert ist. (Beifall.) Ich glaube, daß die Conferenz in Der ersten Hälfte des Mär; ftattfinden und ihr eine Verständigung der Mächte vorangehen wird. Die Mächte sind sicher bereit, die Conferenz zu beschicken. Wir wenigstens sind dazu vorbereitet. Wenn uns vielfach der Rath gegeben wird, wir sollten Den Frieden bestimmen, so ist dies wohl mehr Preßpolitik als Staatspolitit. Wir können nicht den Schiedsrichter spielen; wir haben mehr die Rolle eines ehrlichen Maklers, der das Geschäft zu Stande bringen will. Wir können nur eine vermittelnde Rolle spielen. Wir sind nach Lage der Dinge jedenfalls ebenso berufen, Vertrauenspersonen zwischen Rußland und Oesterreich zu sein. Wir werden dies thun, wie wir uns andererseits vor zu hohen Ansprüchen an unsere Vermittlerrolle bewahren, uns nicht die Stelle eines Schiedsrichters unbedingt anweisen lasten wollen. Eine solche Rolle würde ich Deutschland zu überneh- men nicht zumuthen. (Beifall.) Ich lehne es ausdrücklich ab und erkläre auch, daß uns bisher auch eine solche Zurnuthung nicht gemacht ist. ~ - Ich würde kein Opfer bringen, als für unsere Unabhängigkeit nach Außen, unsere Einigkeit unter uns, und diejenigen Interessen, die so klar sind, daß, wenn wir für sie eintreten, nicht nur die unbedingte Zustimmung des Bundes- rathes, sondern auch die volle Ueberzeugung der ganzen deutschen Nation uns trösten könnte für die Opfer, die wir bringen müßten. Nur für einen solchen Krieg würde ich eintreten. (Lebhafter Beifall.) Auf Antrag Hänel's folgt eine Besprechung der Interpellation. Hänel erörtert die Lage, die Friedens-Grundlagen, die deutschen Jnteresten bei der Regelung der Orientfrage und betont schließlich, daß die vom Reichskanzler in ihren Grundzügen dargelegte Politik bei der Reichstagsmehrheit und speciell bei der Fortschrittspartei stets loyale Unterstützung finden werde. Windt- horst (Meppen) erklärt, auch das Zentrum wünsche Erhaltung des europäischen Friedens. Um beurtheilen zu können, ob die von der Regierung befolgte Politik geeignet war, zur dauernden Erhaltung des Friedens beizutragen, wäre die Einsichtnahme der diplomatischen Correspondenz nothwendig. Windthorst wünscht die Wahrung des deutschen Einflustes und des deutschen Jnterestes auf der Balkanhalbinsel, welches die Wahrung des österreichisch-ungarischen Jnterestes erheische. Fürst Bismarck weist die Bemerkung Windthorst's, daß die Interpellation nur mit seiner Genehmigung eingebracht sei, als unwahr zurück; wenn er um Rath gefragt worden wäre, würde er eine Verschiebung der Interpellation angerathen haben. Die Vorlegung der diplomatischen Verhandlungen anlangend, so stünden die Hauptverhandlungen erst bevor und würden dieselben seiner Zeit vorgelegt werden. Wenn über die auswärtige Politik bisher wenig interpellirt worben sei, so liege der Grund darin, daß zwischen der Reichstagsmehrheit und zwischen dem Kanzler hierüber stets Einverständniß geherrscht habe. Dagegen muffe er entschieden protestiren, wenn gesagt werde, daß die Reichsregierung den Ausbruch des Krieges hätte verhindern können. Auf das Entschiedenste weise er ferner die Insinuation zurück, daß Deutschland bei der angeblichen Dupirung Oesterreichs durch Rußland betheiligt sei. Unsere Beziehungen zu Oesterreich sind diejenigen voller Offenheit und gegenseitigen Vertrauens. Speciell sind dies die Beziehungen zwischen mir und Andrassy persönlich. B?thusy-Hnc druckt die volle Befriedigung seiner Partei über die Erklärungen des Fürsten Bismarck aus. Komierowski wünscht, daß Deutschland auf der Conferenz, für die Besterung der Lage der polnischen Unterthanen etntrete. Löwe bekämpft die Ausführungen Komierowski's und spricht sein Vertrauen in die Politik des Reichskanzlers aus. Liebknecht erörtert die Stellung Deutschlands zu Rußland und zur Orient-Frage vom Standpunkte der social-demokratischen Partei. Fürst Bismarck bezweifelt, daß die Partei Liebknecht's ihre Vorschläge würde durchführen können. Wenn die Social-Demokraten Polen regieren wollten, würden ; sie ans den Polen bald gute Deutsche machen. Nach einer weiteren Bemerkung Helldorf's schließt die Besprechung und damit die Sitzung. Wien, 19. Februar. Abends. Die „Polit. Corr." meldet aus Bukarest: Die Räumung von Rustschuk türkischerseits ist in vollem Zuge; die Cou- - suln kehren dahin zurück. der österreichische Generalconsul v. Montlong wird ° heute erwartet. Die Uebergabe von Widdin dürfte kaum an Rumänien er- , folgen. Mehrere rumänische Regimenter vom Belagerungscorps dieser Festung Vera ü°m Jonflant*, mann. < ■ 3 di u ina n 11J' schndmmßen: Wn Schum Mscn gewann Ml mir bot 1 mit der Äußern M-chaus nicht j wMicher Aus ferne ;u typten einwirten tönni ihrem Gallen i Andrersei stand des Anter seinen Freund i mir Clara gek> Mnen verstände tanze, die te Tie schvp war eine seinen ausschließlich de Meisters und n jcchr" nennen. An Kes welcher Genuß itrumentalcomi Arbeit sitze. ’ wohl an eine Wie Sc von Werken fi voller Ueberzev scheidenden An! oo versl W in ungetr Schumann lichen Geist r Cs sch, Krankheit bui sei nur noch t kranke zu M nicht eher miet am 29. Juli 1 Die (teil ^onn gebrach Volkes, welche nach dem vor vriesterlicher E .. Ferdin Frei '* ™ der W W [ofl RcnSiw Am io «ch Wmeiftet schlossen. l0S die n Erklären. °L! Smpuna" icht Leben so nahe gestanden, gingen voran, der Geistliche folgte, neven iym oer berfi nur btc Mare des .Universalbischofs in Rom. Bürgermeister von Bonn, dem sich eine bedeutende Anzahl würdiger Manner ----------------------------- angeschlossen. Feierlich erklangen die Töne erzener Instrumente, erzener Melodien, die nun schon durch Jahrhunderte so manche Freude, so vieles Leid verklären. Feierlich bewegte sich der Zug durch die Straßen Bonns, desien Einwohner ihm mit theilnehmenden Blicken zu folgen schienen. Aus dem Friedhöfe angelangt bildete sich ein Kreis um das offene Grab. Hmav ward der Sarg gesenkt — aus den dichten Reiheii schlüpfte hier und da eine zarte Frauengestalt hervor und ließ einen Strauß, einen Kranz ihren Händen entgleiten auf den Sarg in der Tiefe — es dauerte nicht länger, als man eme Thräne weint. Herr Pastor Wiesmann aber ergriff eine schaufel voll Erde und niarf sie hinab und sprach die alten gefesteten Worte: „Von der Erde bist du kommen, zur Erde mußt du werden" und betete. Und darauf sprach er ernste Worte über die Gaben und Schicksale des Verewigten und die Sänger der Concordia sangen ein wehmüthig Lied. Und wieder ertönte eine feierliche Choralweise — und wir nahmen Jeder eme Hand voll Erde und warfen sie hinab — eine letzte, arme, kalte Liebesgabe Unterdessen war die Sonne hinabgesunken und Alles löste sich auf in unbestimmte Massen und Schatten — und die Menge, die noch eben zusammen- qehalten war von einem gemeinschaftlichen Gegenstände ihres Antheils, zerstreute sich, wie ja Alles schnell auseinander fällt, wo die bindende Kraft zu wirken aufgehört, wo der gestaltende Kern der Vernichtung anheimgefallen. Armer Schumann! Und doch durften einstens Könige Dich beneiden. Du beherrschtest mit einem goldenen Seepier eine Herrlichtönende Welt und schufst und wirktest darin mit Kraft und Freiheit. Zichener (fonccrtoerein Vergebung von Bauarbeiten 1650 17674 69 2) 80 3500 - 4693 50 3) 4) 5) 6) von Rob. Schumann. 12 ix Mendelssohn. 903) in den Der Vorstand des Concertvereins. 1017) 1037) Vogel. miethm. Lindenplatz Nr. 242. 970) 9 1 1071 Hierzu eine Beilage 200 1350 b) „Des Abends“ aus oj c) Scherzo op. 16 von I 690 3150 2100 1540 2100 362 13053 15611 3330 8488 5100 5100 4750 4170 8834 510 50 39 16 40 08 50 des von M. Pilger, Masseoerwalter. Staufenberger Gemeindewaldungen« Dienstag den 26. Februar, von Morgens 9 Uhr an, bauer: a) Menuett 1069) Ein großer Nußbaum, etn Wä^el chen (Mittelgröße), ist zu verkaufen. Wtttwe Rö b er, Kreuz. sollen in den hiesigen Waldungen, Distric- ten Eichwald, Eicheheeg und Matstrauch nachverzeichnete Holzsorttmente versteigert werden; 57 Eichenstämme mit 8,49 cm, 1340 Nadel- und Fichtenstämme bis zu 31 em Durchm'sser und 19 m Länge mit 408,66 cbm. 1464 Ftchtenftangen bis zu 15 m Länge, mit 75,99 cbm. Die Zusammenkunft und der Anfang ist im Dislrict Eichwald- Staufenberg, am 18. Februar 1878. Großherzogl. Bürgermeisterei Staufenberg. 1072) Erne kleine sr.undUche Famruen- wohnung mtt allen Bequemlichkeiten zu oermtethen. Näheres bet Wtlh. Köser, Wolltbor 150. sollen auf dem Submisstonswege an die Wenigstfordernden vergeben werden. Die Gebote müssen in Procenten der Voranschlagssumme versiegelt mit der Aufschrift: Submission zur Uebernahme der .... arbeit resp. Lieferung für das Gymnasium zu Büdingen" versehen, längstens bis zum Eröffnungs- termin Samstag den 2 3. Februar 1878, Vormittags 10 Uhr, franco bei unterzeichneter Stelle eingereicht sein, woselbst auch Pläne, Vor anschlag nebst den Bedingungen zur Einsicht der Uebernahmslustigen offen liegen. Nachträglich wird noch bemerkt, daß die Gebote auf die einzelnen Arbeiten und Lieferungen getrennt, sowie auch für die Maurerarbeit mit Materiallieferungen oder auch aus sämmtliche Arbeiten zusammen geschehen können. Friedberg, 11. Februar 1878. 1) Quintett für Pianoforte^ 2 Violinen, Viola und Violoncello, von Robert Schumann. Der Anfang des Concertes ist präcis Ä CIlT. Oetlnen Saales 4 Uhr, Dauer l3/4 Stunden, sodass die letzten Eisenbahnzüge Seiten auswärtiger Concertbesucher bequem zur Rückfahrt benutzt Donnerstag den 21. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden im Saal der Restauration „Bramm" in der Neustadt dahier eine große Partie Schaufeln, Schraubstöcke, Stifte, Hemmschrauben und Kistenschlösser öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 16. Februar 1878. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Neuß. werden können. Frau Dr. Schumann spielt auf ihrem eigenen Concertflügel. Da die Veröffentlichung des Concertprogramms durch verschiedene Umstände sich um einige Tage verzögerte, ist der Termin für die Einzeichnung in die Listen zu den ermässigten Eintrittspreisen bis Donnerstag den 21. Abends verlängert worden. — Ueber die bis dahin von unseren Mitgliedern nicht benutzten Karten wird von da ab unwiderruflich anderweitig verfügt, und kostet das gewöhnliche Rillet dann Jl. 3, reservirtcr Platz JL 4. Dieselben sind in der J. Ricker’schen Buchhandlung und Rudolph- schen Musikalienhandlung zu haben. Ausserordentliches Concert Dienstag den 86. Februar, Abends 5 Uhr, im Clubsaale, unter gefälliger Mitwirkung der Frau Dr. Clara Schumann aus Berlin, der Frau Dr. Mathilde Weiffenbach aus Giessen, des Herzoglich Sachs. Meiningen’schen Quartettvereins, bestehend aus den Herren Concertmeister Fleischhauer, Kammervirtuos Friedrich Hilpert (früher Mitglied des Florentiner Quartettvereins), Funk und Unger aus Meiningen. Die zur Erbauung eines neuen Gymnasiums zu Büdingen erforderlichen Bauarbeiten und Materiallieferungen, veranschlagt wie folgt: 1 Theater* Freitag den22Fel»ruar 1878t Zum Benefiz f. d. Charakterkomiker, Herrn Lindner und Frau. EinDundermädchcn ausdenAlpen od,r: Wie man fich eine Frau sucht. Vorder: Becker’a Greachj.ch.te oder: 6 Stunden verheirathet. Abonnementsblllets haben heute keine Gültigkeit. a) Am Rhein / n . o . b) Er, der Herrlichste von Allen I von Rob. Schumann. c) Lehn’ Deine Wang’ von A. Jensen. Solovortrag für Violoncello von Herrn Friedrich Hilpert: a) Romance von E. Büchner, b) Gavotte i von J. S. Bacb. Sonate für Pianoforte in Cis-moll, op. 29, Nr. 2, von L. van Beethoven (vorgetragen von Frau Dr. Clara Schumann). Liedervorträge von Frau Dr. Mathilde Weiffenbach: Bau und Werkholz- Versteigerunff Aufforderung. 748) Ludwig Horn, von Trohe, verstorben am 6. August 1875, hat im Wesentlichen testamentarisch verordnet, daß sein Nachlaß an seine beiden Kinder aus zweiter Ehe fallen, von ditsen dagegen olle Schulden und an seine Kinder aus erster Ehe 1200 fl. bezahlt werden sollen. Die unbekannt wo abwesenden Kinder des Erblassers werden hiermit aufgesordert, binnen 4 Wochen, vom Erscheinen dieser Aufforderung an, in Selbstperson oder durch gehörig Bevollmächtigte Erklärung über Anerkennung detz Testaments abzugeben, als dasselbe ansonst vollstreckt wird. Gießen, am 3. Februar 1878. Großherzogliches Landgericht Gießen. Erd mann. b) Scberzetto von Co u peri n 7) Solovorträge für Pianoforte von Frau Dr. Clara Schumann: a) Novelette in F-dur aus op. 21 a) Allegro brillante, b) un poco largamento in modo du na marcia, c) Scherzo, d) Finale. Liedervorträge von Frau Dr. Mathilde Weiffenbach : a) „ Liebesbotschaft“ i „ o L , b) „Erstarrung" aus der Winterreiseivon Franz Schubert. Solovorträge für Violine von Herrn Concertmeister Fleisch- w Eichen- „ „ Nadel- „ Eichenftämme von 2—9 Mir. Länge und 6—50 Centimtr Durchmesser, Nadel-Stämme von 12 Mtr. Länge und 7—14 Centimtr. Durchmesser, Buchen-Stamm von 2 Mir. Länge und 75 Centimtr. Durchmesser, Stück Fichtenstangen zu Dachsparren und Leiterbäumen geeignet, Vermittlungen. 1065) Ein Logis zu vermiethen K. Häuser, Schiffenberger Weg. 1067) Der untere Stock mtt allem Zu bebör zu vermiethen und 1. April beziehbar; Näheres tm Hause selbst bet He rnHeppner Frankfurter-Straße E- 33,1.______________ 1060) Etn kleines Familtenlogis zu ver- 1700 Stück Ftchten-Bohnenstangen. Am ersten Tage kommt das Stamm- u. Stangenholz und am zweiten Tage das Brennholz zur Versteigerung. Die Zusammenkunft ist am Wege nach Crumbach vor dem Schlage. Nuttershausen, den 18. Februar 1878. Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen. 1077) Klinkel. 1058) Äpfel- u. Birnbäume zu haben i7. d. LtebigShöhe. Versteigerungen. Holz-Versteigerung im Ruttershäuser Gemeindewald. Dienstag den 26. und Mittwoch den 27. Februar d. I., des Vormittags von 9 Uhr an, kommen tm Ruttershäuser Gemetndewald, Dislrict Weht Holz zur Versteigerung: 233 Rmtr. Buchen Scheitholz, 2 „ Eicken- „ 114 „ Buchen-Prügelholz, 8 „ Eichen- „ 12 „ Nadel- „ t 89 „ Buchm-Stockholz, 6 „ Eichen- „ 2 „ Nadel- 4870 Wellen Buchen-Reiser, I. Planirarbetten 11. Bauarbeiten: 1) Maurerarbeit zu 2) Maurer-Materialien: a) Lieferung von 2550 cbm Bruchsteinen aus den Büdinger Brüchen zu b) Anfahren von 2550 cbm Bruchsteinen zur Baustelle . c) Lieferung von 230 qm gefugter und bossirter Sandsteinplatten zu d) Lieferung von 1O5OOO Stück Ruffen- oder Backsteinen zu e) Lieferung von 100 cbm schwarzem hydraulischem Kalk zu f) Lieferung von 110 cbm Luftkalk . g) Lieferung von 600 cbm reinem scharfem Mauersand zu h) Lieferung von 25 Tonnen Portland-Cement zu 3) Steinhauerarbeit zu 4) Zimmerarbeit zu 5) Dachdeckerarbeit zu 6) Schreinerarbeit 7) Lieferung von schmiedeisernen Trägern zu 8) Schlofferarbeit zu 9) Gußwaaren- und Osevlteserung zu .... 10) Glaserarbeit zu 11) Weißbinderarbeit zu 12) Spenglerarbeit zu Daselbst auch eine Schlafstelle für einen Arbeiter.____________________________________ 1071) Der 3. Stock zu ve'M'etben und gleich beziehbar bei Ehr Schopbach. 603) Mansardenwohnung alsbald zu vermiethen btt G a. Chr. Spruck. 833) Ein klein«s Log s mit etwas (harten- anlhell zu vermiethen bei __Kennel, Riegelpfad. 896) Der I. und II. Stock meines neuen Hauses (Anlage) je 7 Zimmer, Kammern, Ü-iosserleitung rc. kann per I.Mat beziehbar, oermiethet werden. H. Adami. 1000) Der III. Stock meines HauseS tn der Reichensand Bahnbofsftr. ist durch Wegzug deS Herrn Gymnasiallehrers Dr.Cursch- mann per Anfang Mai er. anderweit zu vermiethen. Wilhelm Reiber. 1008) Em großes und ein kleines Logls zu oermtethen.„Lohmühle". 337) In meinem neuen Hause vor dem Neuenwegerthor ist rer II. Stock bestehend aus 5 Zimmer nebst allem Zugehör zu ver- miethen und sofort beziehbar. Näheres jeden Dienstag und Samstag tm Hause selbst. Peter Pitz Zim ' ennetster. 1075) Ein schönes Logis zu oermtethen J o h. Becker V. Gartfeld. vermischte Anzeigen. 1068) Eine Markensammlung zu kauten gesucht. Sch tftl. Offerten bittet man bet der Exped. d. Bl. abzugeben. 12 bis 15 Körde Buxbaum werden zu kaufen gesucht- Näheres Hct (1057 I. A. Busch Söhne. 1062) Verloren am vorigen Freitag etn goldener Siegelring mit grünem Stein;' abzugeb'N gegen Belohnung Wallthor- straße 189. 1061) Gegen 30—40 Ctr. gutes Heu, sowie eine gute trächtige Ziege hat zu verkaufen Lehrer Lutz zu Mainzlar. von Elise Böttger in Darmstadt, Eichbergstraße 26. Die Pensionairinnen finden bei liebevoller Pflege und gewisserrhafter Ueber- wschung alle Gelegenheit zur Erweiterung ihrer w'ssenschoftlichen Ausbildung wie zur gründlichen Erlernung des Hauswesens. Es werden jederzeit Mädchen von 6—18 Jahren ausgenommen. Nähere Auskunft ertheilt Herr Hof- gerichtsratb Wiener zu Gießen, Herr Pfarrer Ewald zu Darmstadt, sowie direct Fräulein Elise Böttger. (1066 i Schnchelnb. Donnerstag AbendS 8' 2 Uhr, Vortrag. ______ner Vorstand, 1076; Ein Medaillon mit Gianatoerlen oerlo« en gegangen. Der Finder wird gebeten dasselbe geoen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bltts. abzuoeben.