II v ' So« 140. Donnerstag, den 20. Juni 1878. Kichener MnMger 1 A,M. mL Amtsblatt fir be« Kreis Gieß?« unter< Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. H am hiefigm Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit ®rin.vr ohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marr Hoffmann. iWltz. Medactionsbnrean: Gartenstraße B. 165. ^xpeditionsbnvcau: Schulstraße B. 18. V1W / »fg. - l" offen ^fömeidet. Bureau Amtlicher Iheil. ”Mten8 -mpsthlm. B B. Nr. 6. Bekanntmach n n g. Betreffend: Den einjährig Freiwilligen Militärdienst. dem Borgenden Ls, ab^ugeben. sschuss. nftun^en empfehle ich r, Hebamme, l in der Brandgaffe. ke außerordentliche nationalen und in der Anzeigers Utz in franz, und Converl-wird sürM am 1- Juli cr. War Diejenigen Wehrpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach §. 23 und 24 der Ersatz-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 (Reg.-Bl- Nr. 55 von 1875) gestellungspflichtig sind, werden auf die in den §§ 89 utib 91 ter Ordnung enthaltenen, nachstehend im Auszuge mitgetheilten Bestimmungen aufmerksam gemacht, mit dem Ansügen, daß die Besttmmungen über die Pflichten der zum einjährig freiwilligen Dienst Berechtigten und die Meldung zum Dienstantritt in fcenfc§§ 93 und 94 1. c enthalten fint. 4 Bei Nichtbeobachtung der bestehenden Vorschriften oder verspäteter Einreichung der Gesuche, kann^die Zulaflung zu der nächsten Pru- s»...... ... kl.i..le.. ..... s,ch der Prüfung unterziehen wollen, als auch für die, welche auf Grund ein.es Schulzeugnisses den Berechtigungsschein n8d^U "güt bie im nächsten Herbst stattfindende Prüfung sind die Gesuche um Zulaflung spätestens bis zum 1. August 1878 bei der "^^b^jt^E^g^r^feUin^G^suEum°Zulaflung^eiiigereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuch nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen. Ueber die A nforderungen, wklche an die zu Prüfenden, gestellt werden re. gibt di. Prüfun gs'Orduung (Anlage 2 zur Ers.-Ord.) Aufs>chlustü Termins, sowie des Locals, worin die Prüfung stattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung. Eine speciclle Ladung erfolgt nicht. Darmstadt, den 31. Mai 1878. Großherzogliche Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Spamer. §. 89. Nachsuchuirg 0er Berechtigung. (Anl. Abdruck. 1. des Conferenz-Bezirks Gießen-Groß-Linden-Lollar: Mittwoch den 26. Juni, Nachmittags 2 Uhr, in Staufenberg. Ms, __ MWUrägentn Hemden, Weißzeug, Ma, nutzer CourS im OüMÄl>en, Ann- nessmg.Zim. Rotzhaaren M Rotheuberger, 2. 3. sjtiitl ,tbtn erschiene 34 enthält: S* w 9. Mail d) 3Iffl’SKtn Paris. “‘sä"”1* ^S"b,r‘ Bekanntmachung. wirv hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Amtstage unterzeichneten Gerichts, wie seither, Dienstags „ . «Mittwochs abqehalten werden und die Bureaustunden von 8 bis 12 unv von 2 bls 5 Uhr dauern. ß,iffien den 16. Juni 1878. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. ' gcz. Bötticher. « des Conferenz-Bezirks Grünberg: Donnerstag den 27. Juni, Morgens 10 Uhr, in Grünberg. Gießen, den 18. Juni 1878. Büchner, Kreis-Schulinspector. av moroAttAiinti mm ptninbria sreiwilliaen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr nachgefucht werden. Der Nachweis verleiben ist bet Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April des ersten Militärpflichtjahres (§.20,2) zu erbringen. Die Berechtwuiig wird bei derjenigen Prüfungs-Commission nachgesucht, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspfltchttg ist. ffieT die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei de, unter Nr. 2 bezeichneten Prufungs-Cvmmission spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres zu melden. Dieser Meldung sind beizusügen: dl ein EinwUUg^un"/s-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über die Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen, • '?,,bel ä>o ltenb e itsreuaniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren C) Bürgerschule^) durch den D.rector der Lehfanstllt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte D.enst. behörde auszustellen ist. 4 ^Ausierdem° bleibt die "w t"'s ^'s ch a f t°i^i chB°e^L h igung für den einjährig freiwilligen Dienst noch nachzuweisen. Dies kann entweder durch 4' M,^,„anna von Sckulreuanissen oder durch Ablegung einer Prüfung vor der Prüfungs-Commission geschehen. . ° «säwä XrJÄÄHBSÄÄ.. d.. N «- «• * - 2. § 1) Auch hat der sich Meldende einen selbst geschriebenen Lebenslauf be.zusugeu. s. 91. Nachweis der wissenschaftlichen Befähignng durch Prüfung. . „ . 1. Wer die wiflenschaftliche Befähigung für den einjährig freiwilligen Dienst durch eine Prüfung Nachweisen will, hat sich aus Vorladung der Prufungs- 2 telPltaK%Sfu??n%St7M* eine"in?Frühjahr, die andere im Herbst. Das Gesuch nm Zulaflung zur Prüfung muß für die Früh- jahrsprüfting spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüsung spätestens bis zum 1. August angebracht werden. 1 rc. 2C- . • * A W Zu den Rüstungen Oesterreichs. Beständiges Schwanken und Wechseln in den politischen Verhältnissen ist der Grundzug der orientalischen Frage bis jetzt stets gewesen. Ließ der eine Tag auf eine baldige Beseitigung der orientalischen Wirren hoffen, so brachte der folgende wieder drohende Aussichten auf Krieg. Diese Unsicherheit der Verhältniffe hat jetzt eine eigenthümliche Erscheinung hervorgerufen. In Berlin sind die leitenden Staatsmänner der Vertragsmächte zusammengetreten, um nn imehr eine endliche Neugestaltung und Ordnung der Dinge im Orient zu schaffen, doch gleichzeitig dauern auch die Rüstungen in der Türket, Rußland, England und auch Oesterreich noch fort. Bei den ersteren Staaten nimmt diese Thatsache weniger Wunder. Die Türket und Rußland ergänzen ihre deci- mirten Heere und England, welches Rußland gegenüber gewiffermaßen im Feldlager liegt, will seine militärische Stellung vor einer definitiven Regelung der Orientfrage jedenfalls nicht aufgeben. Anders liegt die Sache mit Oesterreich. Seit sich die Aussichten auf das Zustandekommen des Congreffes günstig gestalteten , hat sich Oesterreich erst aus seiner früheren abwartenden Politik aufgerafft. Die Beschaffung des 60- Millionen -Credits war die erste Maßregel, welche die österreich-ungarische Regierung traf, um Mittel zur Wahrung ihrer Jntereffen im Orient zu haben. Mit der Besetzung der türkischen Donau-Insel Ada-Kaleh griff Oesterreich dann handelnd in die Orientfrage ein und als jüngster und wichtigster Schritt dieser Macht ist die theilweise Mobilisirung des österreichischen Heeres zu nennen. Obwohl diese Rüstungen Oesterreichs Anfangs von Wien aus in Abrede gestellt wurden, so haben nunmehr doch österreichische offictöse Preßstimmen bestätigt, daß beträchtliche Theile der österreichischen Armee, man spricht von 6 Divisionen, auf Kriegsfuß gestellt worden sind. Es betrifft dies namentlich die in den Provinzen Siebenbürgen, Kroatien, Slavonien und Dalmatien stehenden Truppen. In Siebenbürgen sind die Päffe der transsylvanischen Alpen besetzt und Truppen in Hermannstadt, wie auch hauptsächlich in der bedeutenden Festung Kronstadt, concentrirt worden. Truppenanhäusungen haben auch stattgefunden in dem an der Donau liegenden Alt-Orsova und Agram, der Hauptstadt Kroatiens. Der bosnischen Grenze entlang waren übrigens schon seit längerer Zett militärische Maßregeln getroffen, welche etwaige von den bosnischen Flüchtlingen ausgehende Unordnungen ver- hindern sollten. Ausgedehntere Mobilisirungen werden noch nachfolgen; djes beweist auch ein Befehl des österreichischen Kriegsministeriums, wonach bie Osficierprüfungen der Einjährig-Freiwilligen schon jetzt, statt wie gewöhnlich erst im September, erfolgen sollen. Daß Oesterreich ernstlich rüstet, ist also eine offenbare Thatsache, was aber die Zwecke dieser Rüstungen anbetrifft, dafür giebt es keine einfache Antwort. Zunächst mag es den österreichischen Staatsmännern, deren Elite gegenwärtig in Berlin am Friedenscongrefle theilntmmt, darum zu thun sein, die Praxis des alten Sprüchwortes: „Si yis pacem, para bellum“ (wenn du den Frieden willst, rüste dich zum Kriege) zu erproben, denn die Kriegsbereitschaft Oesterreichs wird seinen Forderungen auf dem Congreffe wohl mehr Nachdruck geben, als die Beredtsamkett seiner Diplomaten. Dann scheinen uns aber diese Forderungen Oesterreichs nicht gerade gegen Rußland gerichtet zu sein, sondern dieselben enthalten wahrscheinlich vorzugsweise die Ansprüche, welche Oesterreich Angesichts des Zerfalles der Türkei als Orientmacht stellen muß. Es ist schon genugsam darauf hingewtesen, daß der österreichische Staat in Bezug auf seine politische Sicherheit und seinen Handel Lebensintereffen im Orient hat und die Wahrung derselben kommt nunmehr zum Austrage. Wie Rußland östliche Theile des türkischen Gebietes unter seine Suprematie zu bringen sucht, ebenso muß Oesterreich die westlichen Gebietstheile der Pforte direct oder indirect in seine Machtsphäre ziehen, wenn ihm nicht durch die Neugestaltung der Dinge im Orient große Gefahren und Nachthetle erwachsen sollen. Bosnien, Serbien und Montenegro, die schon längst die Entwickelung Oesterreichs im Orient gehemmt haben, werden daher höchst wahrscheinlich in die Machtsphäre Oesterreichs gezogen und unter Umständen sogar durch Congreßbeschluß dazu gezwungen werden. Die Rüstungen Oesterreichs haben deshalb offenbar den Zweck, jene Länder zu occupiren. Bosnien dürfte darauf dem Habsburger Kaiserreiche einverleibt und Montenegro und Serbien unter deffen Oberhoheit gestellt werden. Ob auch Oesterreich in Bezug auf Rumänien Absichten hat, scheint gegenwärtig nicht wahrscheinlich. Die österreichischen Truppenanhäufungen an der rumänischen Grenze sollen daher wohl nur die russischen Truppenbewegungen in Rumänien paralysiren.______ Deutschland. Berlin, 16. Juni. Eine von Socialdemokraten einberufene Versammlung sollte heute um 10y2 Uhr unter den Zelten Nr. 4 statthaben. Die ,/Berl. Fr. Pr." machte in ihrer heute erschienenen Nummer diese Versammlung als „Versammlung socialistischer Wähler Berlins" bekannt. Thatsächlich war jedoch die Versammlung bet dem Wirth des Locales als „Vereinsversam nlung" angemeldet ^worden und die Polizei war genöthigt, die Volksversammlung, welche an Stelle der Vereinsversammlung abzehalten werden sollte, zu verbieten. Die zahlreich Versammelten nahmen von dem Verbot Kenntniß, nicht ohne ihrer verbissenen Wuth Luft zu machen. Der Haufe zog dann zu dem nebenanliegenden Lokal „Zelt Nr. 3" hinüber. Aber hier erklärte der Inhaber der Restauration, „daß er nicht gewillt sei, jetzt Bier zu verschänken." Die Polizei benahm sich den Waffen gegenüber ebenso energisch als taktvoll. Berlin, 17. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztz." bezeichnet die Zeitungsnachrichten über ein angebliches Programm für die heutige Sitzung des Congreffes und über eine angeblich den Congreßmitgliedern zugegangene gedruckte Vorlage des Fürsten Bismarck aus Grund zuverlässiger Mittheilung als erfunden, es zugleich als rathsam erklärend, allen Mitthetlungen über den Gang der Congreß-Verhandlungen vollständiges Mißtrauen entgegenzusetzen. Bei dem an dle Versammlung gerichteten Verbot strengster Discretion hieße es die Loyalität der Congreßmitglieder wie der mit dem Congreß in Verbindung stehenden Beamten in Frage stellen , wenn man annehmen wollte, daß diesem Ehrengebote entgegen so genaue Mitthetlungen in die Oeffentlichkeit dringen könnten, als einzelne Blätter zur Befriedigung ungeduldiger Neugier ihren Lesern bringen zu müffen glaubten. Zeitungen von ernsthaftem politischem Ruf, die auf die Wahrung deffelben Werth legten, würden sich gewiß mit richtigem Taktgefühl der Wiedergabe der Congreßmythen enthalten, mit denen die auf den Gesckmack eines unpolitischen Publikums berechnete Tagespreffe ihre Spalten fülle. Berlin, 17. Juni, Abends. In dem Wahlaufrufe der national-liberalen Partei heißt es: Unerhörte Zrevelthaten sind an dem ehrwürdigen Haupte der deutschen Nation verübt worden. Kummer, Scham und Zorn erfüllen alle Gemüther und werden noch gesteigert durch die in erschreckendem Umfange her- oortretenden Zeichen einer weitverbreiteten Verirrung und Verwilderung. Ja Folge der alle Culturländer umfaffenden Krisis und des orientalischen Krieges liegen noch immer Handel und Gewerbe darnieder. Politische und confessio- neüe Kämpfe lähmen die einheitliche Kraft der erhaltenden Elemente. Die politische Organisation des deutschen Reiches ist noch nicht erstarkt; das Finanz- und Steuersystem harrt der um'affenden Reform. In dieser Lage ergeht die Aufforderung der Reichsregierung an die Nation, auf's Neue Vertreter zu entsenden, welche bereit und entschloffen sind, Hülfe zu gewähren im Kampfe gegen die Ausschreitungen der Socialdemokratie. Wir sind überzeugt, daß die große Mehrheit des aufgelösten Reichstages hierbei die Mitwirkung nicht versagt haben würde, welche unsere politischen Freunde schon damals anboten, als der Reichstag sich gezwungen sah, das im letzten Augenblicke vorgelegte Gesetz abzulehnen. Unsere politischen Freunde werden auch in dem neuen Reichstage es als ihre erste Pflicht erachten, der Reichsregierung in der Vertheidigung der Grundlagen gesellschaftlicher Ordnung und staatlicher Sicherheit entschloffen zur Seite zu stehen, und überall, wo die aufmerksame und energische Handhabung der bestehenden Gesetze nicht ausreicht, die erforderlichen gesetzlichen Vollmachten und Besugniffe ohne Schwanken zu gewähren. Alle Vorschläge, welche darauf gerichtet sind, in wirksamer Weise auf den Umsturz der bestehenden Rechtsordnung gerichtete Angriffe abzuwehren, ohne die dauernden Garantien der schwer errungenen bürgerlichen Freiheit zu gefährden, werden unsere Unterstützung finden. Wir werden solche Gesetzentwürfe lediglich n Nitage ,z '«Seibigunj b,r .*1* i«t 2? ’Ö^nb^abunQ fyn Äoüinachtxn ^'Me darauf r^en Rechtsord- ^tien btt schwer erI ^ietstützuag Evesen und ihrer ,etl Mitwitktnben ebenden gutoten müßten sich erin- 1 verloren gehen t allein von Te- aller Theile des en Aufgaben beS >n herbeizuführen, e Partei verlange Volksvertretungen *e des Landes besuch ihren bis- , bei bem letzten iung hervorgerusen gland beabsichtige mdiren, weil b(t t. vorn V>. b. (via. lien, Bosnien und ,en Delegirten an- e einzig und allein n. ^>8 gl»1' Ihr. Sowohl in M wiederum «M ®;l“s- !ltbe Aich-ilMg^ übet d<»Biß»d°i tinä w s°lg-M .«•* (» i;ttooty*w jU Aw; M-ch Ä: bett obwa ten Iw »5 (.^en außer p Tebrauch^!^' r©'- ■**« Dieg;”»i« ! W,w fit ^ Melfel en. $ll‘ lobalb Seit» "hW**S nii aen13<“ >!hök°' Haupt des Ausstandes. Die Wünsche der Altserben sollen dem Kongresse in einer Petition übermittelt werden. Berlin, 18. Juni. Der Wahlaufruf der Fortschrittspartei ist nunmehr veröffentlicht; es heißt darin: die Partei erwartet den bleibenden Sieg dek staatserhaltenden Kräfte nur aus dem Boden des gemeinsamen Rechtes und er klärt sich bereit, jede Vorlage der Regierung vorurteilsfrei w prüfen, welche Verbesierungen der bestehenden Gesetzgebung in dieser Richtung erstrebt. Die Partei lehnt es ab, den Gegensatz der Klassen, wie ihn die Soctaldemokratie thatjächllch ausreizt, gesetzlich anzuerkennen. Paris, 18. Juni. Die „Agence Havas" will Nachrichten aus Skutari erhalten haben, wonach der Kampf zwischen Türken und Montenegrinern sich aus einen Streit im Innern einer Kraina zwischen Einwohnern und Montenegrinern reducire. Es sei eine Untersuchung eingeleitet, um zu ermitteln, wer die Angreifer gewesen sind. Berlin, 18. Juni. Die Staaten zweiten Ranges verfolgen die Verhandlungen des Congresses in weiterer Hoffnung, consultativ gehört zu werden. Man nimmt seitens dieser Staaten an, daß Beschlüfle in der bulgarischen Frage noch nicht vorliegen und daß erst in der nächsten Congreßsitzung die eigentlichen Grenz- und sonstigen Festsetzungen für das zu etablirende Fürstenthum Bulgarien und den zu etablirenden autonomen Theil Bulgariens getroffen werden. Für diesen zweiten Theil Bulgariens interessirt die hervorgehobene Rücksichtsnahme auf das griechische Element. Man wünscht wenigstens, daß dieses nicht präju- dicirt werde, und möchte dem auch in dem Namen dieses Landesthetles Ausdruck geben. In dieser Richtung ist der Name „Rumelin" genannt worden. Stuttgart, 18. Juni. Die Eingabe der Deutsch-Conservativen an den König wurde durch ein Schreiben des Cabinetschefs beantwortet, worin es heißt: Der König habe bemerkt, daß die vorgeschlagenen Maßregeln bereits getroffen, resp. beim Bundesrathe beantragt seien. Ein Hauptmittel zur Bekämpfung des Socialtsmus sei aber ein festes Zusammenhalten und energisches Auftreten der gutgesinnten Bürger den Demokraten gegenüber. Wien, 18. Juni. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 17. d. : Der türkische Aufstand erstreckt sich über den Balkan hinaus bis in die Districte von Gabrowa und Lowatz. — Bei Bulair sind russische Verstärkungen eingetroffen. — Die britische Flotte wird morgen bei den Prinzen- Jnseln ankern. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Ragusa: Die Montenegriner räumten einige Ortschaften bei Propovopolje, wodurch das jüngste Zerwürfniß mit der Türkei beseitigt ist. Berlin, 19. Juni. Ueber das Befinden Sr. Maj. des Kaisers während der Nacht wird gemeldet: Obwohl die sog. Wallungen nicht eingetreten sind, war der Schlaf doch während der ersten Hälfte der Nacht mangelhaft; von 2i/2 Uhr an hat dagegen ruhiger Schlaf angedauert. Paris, 18. Juni, Abends. Das Leichenbegängniß des ehemaligen Königs von Hannover verlief programmgemäß; eine Division erwies die militärischen Ehren; der Sohn Mac Mahon's, der Prinz von Wales, König Franz de Assisi von Spanien, das diplomatische Corps und alle Militär-Attaches wohnten der Feierlichkeit persönlich bei.________________ ________ Lokal-Notiz. Gießen, 19. Juni. In der Feuerwehr bleiben zwar grundsätzlich religiöse, wie politische Fragen unberechnet, Vaterlandsliebe aber erscheint als selbstverständliches oberstes Gesetz. Indem der 1. Hauptmann dies in der vorgestrigen Generalversammlung der Fr. städt. Feuerwehr geltend machte und bervorhob, daß zur Zeit keine Vereinigung Deutscher zufammentreten könne ohne des Kaisers zu gedenken, gab er den Gefühlen des äußersten Abscheues über die verruchten Mordpläne und Anfalle auf das der Nation geheiligte Haupt ihres größten Wohlthäters, ihres gerechten, milden und ritterlichen Kaisers entschiedensten Ausdruck. Feierlich erhob sich die Versammlung und wohl noch nie erklang aus vollerem Herzen ein Hoch, als daS, welches am Schluß dieser Ansprache dem geliebten Kaiser erschallte. „ c ci _ __ Gießen, 19. Juni. Wie wir vernehmen halt die hiesige Rudergesellschaft nächsten Sonntag den 23. d. M., Nachmittags 3 Uhr, zur Saison-Eröffnung ihre erste Regatta unter Mitwirkung der diesigen Miliiärkap.'lle ab. Vermischte-. Mainz, 16. Juni. Gestern Mittag fand die Beerdigung des am Freitag verstorbenen Gr. Gymnasiallehrers Prof. Dr. Ferdinand Beck unter zahlreicher Betheiligung der Freunde, Collegen und Schüler des Verstorbenen statt- Herr Dfqrrer BÜstel hielt die Trauerrede. Er verlieb zunächst ber tiefen BetrÜbniß Ausdruck, welche alle Herzen bet der Nachricht v.yn dem frühen Hsttscheiden des allgemein beliebten ManneS ergriffen habe und gab dann in kurzen Zügen ein Lebensbild des Entschlafenen. Dr. Ferdinand Beck wurde am 27. März 1819 zu Höchst im Odenwalde, als der Sohn des dortigen Rentamtmanns geboren. Nachdem er an dem Grotzh. Gymnasium zu Darmstadt seine Vorstudien glänzend erledigt hatte, ging Beck, der inzwischen seinen Vater verloren, nach Gießen, wo er klassische Philologie studirte- An der Realschule zu Alzey trat Beck sein Lehramt an. Nachdem er längere Zeit in Alzey, wo er sich auch verhetrathete, segensreich gewirkt, wurde er im Jahre 1855 zum Lehrer am Gymnasium zu Gießen und 1873 Lehrer am hiesigen Gymnasium. Zum Schluß gedachte der Redner noch in tiefgefühlter Weise des Familienlebens, des vaterländischen und rclgiösen Sinnes des Verstorbenen. Im Namen der Lehrer und Schüler sprach der Großh. Gymnasialdirector Dr. Löhbach über die großen Verdienste, welche sich Prof. Beck in seiner stillen, aber desto nachhaltigeren Wirksamkeit um die Anstalt erworben hatte. Nach der bewegten Rede des Herrn Dtrectors wurde die Trauerfeier geschlossen. Ehre dem Andenken deS Entschlafenen I Darmstadt, 16. Juni. (Zu dem Unglücksfall in GrieShetm.) Der Mann, welcher vor den Manipulationen mit der Granqte gewarnt hatte, ein Schwager des Bürgermeisters, ist mittlerweile am Bein amputirt worden. Die Verwundungen der zwei Männer, welche sich mit der Granate zu thun gemacht hatten, werden alS sehr schwer geschildert, namentlich der eine (G- Schaaf) ist an Leib und Brust sehr verletzt- Seine Frau, der die Beine abgeschlagen worden sind, ist bereits verstorben. Die Frau des andern (Heß) ist am Bein verletzt. Da ein Kind gleich tobt blieb und noch eine Frau Brandwunden am Gesicht erhielt, sind im Ganzen sieben Personen verunglückt, eine furchtbare Warnung für die Zukunft- Marburg, 17. Juni- Am vergangenen Sonnabend wurde der Gutsbesitzer Lauer aus Niederwalgern wegen grober Majestätsbeleidigung in das hiesige Gefängnitz abgeliefert. Lauer war bekanntlich im hiesigen Wahlkreise bet der letzten Reichstagswahl als socialdemokratischer Candtdat aufgestellt. (Oberh Ztg.) Darmstadt, 18. Juni. — Die Vorbereitungen zu der am 20. beginnenden Pflanzen- und NosenauSstellung sind nahezu beendigt, die verschiedenen Ausstellungsräume prangen bereits im saftigen Grün der die Wände bedeckenden Decorationspflanzen und in buntem Farbenschmucke, die Fontänen sind bereit, ihre belebenden Strahlen emporzuschießen und cs erübrigt nur noch, den allmälig auch von auswärts eintreffenden Sammlungen ihre Plätze anzuweisen. Und fast hat es den Anschein, als ob die weiten Räume nicht ausretchten, alle angemeldeten Sammlungen, deren Zahl eine ungewöhnlich große ist, zu fassen. Zu der Verbandsausstellung beträgt dieselbe etwa 90, worunter von der weltbekannten Firma Jean Verschaffen zu Gent 6 Sammlungen exotischer Pflanzen, welche einen Raum von 120 qm beanspruchen, und selbst eine solche aus Oporto von Antonio Corrcia da Fonseca. Für die Rosenausstellung sind etwa 70 verschiedene Ausstellungen angemeldet, darunter reichhaltige Sortimente berühmter Rosenzüchter, so daß dem Rosenfreunde Gelegenheit gegeben ist, unter seinen Lieblingen alte Freundinnen zu begrüßen und neue Schönheiten kennen zu lernen. Auch wird beabsichtigt, eine Zusammenstellung der in jeder Hinsicht empfehlenswerthesten Rosen an die Liebhaber, welche die Ausstellung besuchen, gratis zu vertheilen. In dem frei gehaltenen Theile des Gartens, auf der Terasse und im Gartensaale, wird die rühmlichst bekannte Restauration des Herrn Gaule den Besuchern der Ausstellung die erforderliche leibliche Stärkung verabreichen und finden bei Eröffnung der Ausstellung und an den Nachmittagen Concerte statt. Die Ausstellung wird wohl eine der schönsten wd interessantesten werden, welche tm Bereiche des Rheinischen Verbandes bis jetzt gehalten worden sind, und ist nur zu wünschen, daß endlich besseres Wetter eintritt, damit dieselbe auch eines zahlreichen Besuchs sich zu erfreuen hat. Zu dessen Erleichterung haben die betheiligten Eisenbahn-Direktionen mit dankenswercher Zuvorkommenheit Preisermäßigungen oder sonstige Vortheile bewilligt, indem die Hessische Ludwigsbahn unv die Pfälzischen Bahnen auf ein einfaches Billet freie Rückfahrt gewähren, wenn an dem betreffenden Schalter gleichzeitig eine Eintrittskarte zur Ausstellung gelöst wird, die Badische Bahn, die MaiwNeckar-Bahn, Main Weser-Bahn und die Oberhessischen Bahnen die Gültigkeitsdauer der Retourbillett bis zu 5 und 6 Tagen verlängern. Aus der Wetterau, 15. Ium. In dem Dorfe Nieder-Roßbach am Fuße der Vorhöhen des Taunus befindet sich ein Mineralbrunnen, der seither nur dem örtlichen Gebrauch diente. Im vorigen Jahr hat die Gemeinde die Quelle — vorbehaltlich des Mitbenutzungsrechts der seither Berechtigten — für eine ansehnliche Summe an eine Gesellschaft Frankfurter verkauft, welche gegenwärtig den Brunnen neu fassen und die erforderlichen Gebäude und Maschinen aufstellen läßt, um das Nieder -Roßbacher Mineralwasser demnächst auf den Markt zu bringen. Herr Bergmeister Tecklenburg in Darmstadt, der früher in Nauheim stand und die Bodenbeschaffenhett hiesiger Gegend kennt, gibt in der letzten Nummer des „Gewerbeblattes für das Großherzogthum Hessen^ eine Beschreibung der geologischen Verhältnisse, unter denen diese Quelle zu Tage tritt. Aeitgevotenes. 3355) Ein Haus, worin schon seit langer Leit ein Specerei - Geschäft mit bestem Erfolg betrieben wurde, ist unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen- Näheres bei _____________I. Blitz. Vorzügliche Salzgurken empfehlt „ (3676 Carl Hoffmann. Kitt Mmts in der Frankfurter Straße (in der Nähe der Wiefeck- brücke) zu verkaufen. 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