1878 Donnerstag, den 17. October Kr. 212 Anzeige- und AmtsdM sie den Kreis Kietzen Redaciionsburea« r \ l^rPeditionSbureau: J Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Schulstraße B. 18. Im Topfe. Auch die Gewerkveretnler erblicken in den Productiv - Associationen das Endziel und die einzige wahre Lösung der socialen Frage, nur mit dem kleinen Unterschiede, daß sie nicht erst auf den zukünftigen Volksftaat und desien materielle Hülfe warten, sondern schon unter dem heutigen Staate und unter Ab- Weisung jeder staatlichen Beihülse mit der Errichtung von Productiv-Genosien- slhasten vorgehen. Und die große Anzahl der auf dem Wege der Selbsthülfe errichteten und gedeihenden Genossenschaften lehrt wohl klar genug, daß die gegebenen Verhältnisse vollkommen ausreichen. Echüler gerne bereit sind. Alsfeld, im September 1878. Das Curatorium der Ackerbauschule zu Alsfeld: Hoffmann, Kreisrath. Ramspeck, Bürgermeister. Bücking, Beigeordneter. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps. gebrauche» Heneveu/M i Die Productiv-Affociationen. Wohl in keinem anderen Punkte unterscheidet sich der Gewerkvereinler Selbst aber den Fall angenommen, ein Staat würde sich bereit erklären, dem absurden Verlangen der Socialdemokraten nachzukommen, so behaupten wir, daß diese Genosienschaften wahrlich nicht zur Blüthe gelangen können, einfach weil ihnen alle Vorbedingungen fehlen, welche zur Gründung einer Productiv- Genoffenschast durchaus unentbehrlich find. Schulze-Delitzsch bezeichnet es in seinem „Arbeiter-Katechismus als einen großen Fehlgriff, zur Bildung von Productiv-Genoffenschaften unvorbereitet und ohne eine genossenschaftliche Vorschule zu schreiten, in welcher man einmal für die Anfänge der unerläßlichen Kapitalbildung und sodann für Ausbildung der geschäftlichen Routine und des genosienschastlichen Geistes unter den Mitgliedern sorgt. Man wird dies Urthetl ei»es sachkundigen und scharfsinnigen Mannes anerkennen muffen, nachdem die Erfahrung seitdem hundertfach bewiesen, daß man eine Productiv-Genoffenschaft nicht leiten kann, ohne vorher in anderen Genossenschaften die Schule durchgemacht zu haben. Die Socialdemokraten sehen verächtlich herab auf die Consum-, Vorschuß- und Bildungsvereine und sie verlieren hierdurch die Fähigkeit, Productiv-Genoffenschaften mit irgend welcher Aussicht auf Erfolg zu gründen._______________________ Deutschland. Berlin, 14. October. Hier trifft man großartige Anstalten, um den deutschen Kaiser bei seiner Rückkehr in seiner engeren Heimath festlich zu empfangen. Die Frommen im Lande schlagen ein stilles kirchliches Buß- und Dankfest vor, — Andere wünschen die Begrüßung durch den Gesmig von 70,000 Schulkindern, — allem Anscheine nach will aber der patriotische Ber- lliner einen vollen und wirklichen Festtag, und wenn man auch auf eine Art das Genossenschaftswesen. Der moralische Fond, welcher in dem Gewerkver- Mer steckt, der große Gemeinsinn und besonders der Trieb, für unvorherge- ßhene Fälle einen Nothgroschen zurückzulegen, — alles Eigenschaften , die dem Eocialdemokraten durchaus abgehen — veranlaßt ihn, haushälterisch mit dem sauer verdienten Gelde umzugehen, um womöglich ein kleines Kapital ansammln zu können. Nichts von alledem bei dem Soctaldemokraten; wer ihm sagt, daß er sparen solle und könne, ist sein ärgster Feind. Ebenso wenig wie bie Socialdemokraten sparen, glauben sie auch sich selbst helfen zu können; ihr heil erwarten sie von Producttv-Afsoctationen mit Staatshülfe. Dabei sind sie sreilich so vernünftig, zuzugestehen, daß ihnen die geforderten Mllwnen nicht icn dem heutigen Staate, sondern erst von dem „zukünftigen Volksstaate gewährt werden. Führen sie aber erst einmal das Ruder in dem neuen Staate, dann, sagen sie, hat alle Noth ein Ende und jeder Bauer sein Huhn Egen Eintritt, n r Aussen, oahnbMraße. >s leicht und üW wozu feine kaui- "öthig sind, irttbn Provision gesch J. Vv. btfur. lottes. Hftin wird gesucht ilie- Zu erfragra -ohnung voll wtwn sich wo- mer zu einer / Gießen, am 14. October 1878. Betreffend: Die Taubstummen-Statisttk im Großherzogthum Hessen. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Schulvorstande des Kreises. Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an die Erledigung unserer Verfügung vom 7. September l. I., im Anzetge- blatt Nr. 212. Dr. Boekmann. --------------------------------- Gießen, den 14. October 1878. Betreffend: Die Ableistung des Verfassungseides. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Gemeinden des Stadt- und Landgerichtsbezirks Gießen. Die Ableistung des Verfassungseides der seit Mai I. I. aufgenornmenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, seit der bemerkten Zeit »erheirathet haben, soll Montag den 11. November l. I., Vormittags 10 Uhr, in dem Regierungsgebäude zu Gieren Mtfinden^^ fcie treffenden Personen zu diesem Termin vorladen und daß dies geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns vor dem Termin anzeigen oder berichten, daß Niemand vorzuladen sei. Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so ist der Aufenthaltsort anzugeben. Dr. Boekmann. sKs SW int alten * $ ldev »Äff Bekanntmachung. den ü November d. I., Vormittags 9 Uhr, beginnt der Unterricht in der Winter-Ackerbauschule zu Alsfeld. Derselbe hat sich zu erstrecken auf Elementargegenstände, Fortbildungssächer, verschiedene Zweige der Naturkunde und ^^^^.^^^slehre. Abends Der Unterricht wird durch Besichtigung benachbarter Güter unter Leitung eines Lehrers, sowie durch zahlreiche Lehrmittel unterstützt. Des Abende von 7—9 Uhr finden Arbeitsstunden unter der Aufsicht eines Lehrers statt. Das Verhalten der Schuler in und außerhalb der Schule wird strenge s)htfti>ihnipfÄfAtn finb Knaben vom 14. Lebensjahre an. Das Schulgeld beträgt 25 Unvermögende werden unentgeldltch ausgenommen. Anmeldung-/zur Aufnahme nimmt das Curatorium entgegen, deffen unterzeichnete Mitglieder auch zur Vermittelung der Wohnungen für auswärtige !t* »Äjx 5^^17012 MschD; Hardt, stsür his „Lebehoch"» lA Bekanntmachung. Das Großherzogliche II. Infanterie-Regiment Nr. 116 beabsichtigt Donnerstag den 17. l. M-, Nachmittags, auf Freitag den 1 8. I. M-, Nachmittags, auf dem Schießplatz Belehrungsschießen auf größere Entfernungen abzuhalten. Es wird mit Rücksicht hierauf das Publikum gewarnt, das Terrain hinter den betreffenden Schteßständen zu den angegebenen Zeiten zu betreten. Gießen, den 16. October 1878. Großherzogltche Polizetverwaltung Gießen. Fresenius. __________ Die Droschkenbesitzer Johannes Pitzer und Johannes Böckner haben unter dem Heutigen die Erlaubniß erhalten, je eine Droschke, Gstcrer mit der Nummer 4, Letzterer mit der Nummer 5, nach Maßgabe des Droschkenreglements für die Provinzialhauptstadt Gießen vom 3. August 18 8, [fett gesucht. Betrieb zu setzen. , , kxped. d. Bl Gießen, am 15. October 1878. Großherzogltche Polizetverwaltung Gießen. rmvsi'w sich üff Jsresenius._____________________________________________________________________________ n Aufsetzen m Neine Wohnung C. 147. ilhelm Loth. i aus guter Familie; qu gesucht- Näheres, rt zu mietben gesucht immer nebst Tabinci-; ibition d> Bl. * “Wjtn, fiarieii, ““•kraut verlege । Uerfftatte ®ÖIt/ iUJVy*. Ul luuvm «»vvv».. ..... -.....1-7----- , 152, l01l dem Soctaldemokraten princtpiell so sehr, als gerade tn Beziehung auf lchiunMU tobst pfohltN. b, SrchM iintn wollen,^! | Festzug mit via triumphalis verzichtet, so soll Berlin doch ein festliches Gewand anlegen und der Jubel aller Orten ertönen. — Man vermuthet, daß der Reichskanzler, um die Arbeiterpartei für sich zu gewinnen, mit der Verwirklichung der Idee der Schaffung von Produc- tiv-Genossenschasten mit Staatshülfe in nächster Zeit vorzugehen beabsichtigt. Bis zur Verwirklichung dieses Projects wird es indessen noch gute Weile haben, denn schwerlich dürfte sich wohl ein Finanzminister oder eine Volksvertretung finden, welche zu einem derartigen Zwecke größere Summen bewilligen wird. — In Centrumskretsen hat man sich über den der Fraktion gemachten Vorwurf, das Centrum habe bei den Wahlen ein Bündniß mit den Social- demokraten abgeschlosien, noch immer nicht beruhigt, sondern man wird die Gelegenheit des Weiteren im Plenum verfolgen. Gegenwärtig wird in Eentrums- kreisen an dem nöthigen Material gearbeitet, um nachzuwetsen, daß Candidaten aller Parteien bei den letzten Wahlen mit Hülfe der socialdemokratischen Stim- men durchgekommen sind. Es wird dieserhalb noch zu sehr stürmischen Scenen tm Reichstage kommen. — Die Mtnisterkrisen in Ungarn und Oesterreich, welche die Ergänzung dieser verzwickten Lage der österreich-ungarischen Regierung bezwecken, sind noch ungelöst. Das Ministerium Auersperg in Wien, welches von der öffentlichen Meinung endlich den verdienten Fußtritt erhielt, konnte auch von der Krone nicht länger gehalten werden. Das Ministerium fiel unter der Wucht der allgemeinen Verachtung, nachdem es einst mit ungeheurer Parlaments-Mehrheit Amt getreten. Es wird ein hübsches Schwarzbuch über die Geschichte dieses Fürsten Auersperg, dieser Unger, Bankans und Genoffen dereinst geschrieben werden müffen. — Jntereffant sind die französischen Meldungen über die fortgesetzten Rundreisen Gambetta's und seiner Stellungnahme gegen den Klerus. Man merke daraus, daß Gambetta sich so anti-ultramontan zeigt, in demselben Momente, in welchem in Deutschland der Modus vivendi mit Rom in Sicht tritt. Daß er damit die kaum für Deutschland erwachten Sympathien Italiens wieder für Frankreich zu gewinnen strebt, ist für deutsche Politiker das Wichtigste an den Reden und Trinksprüchen Gambetta's. Berlin, 14. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." ermahnt die deutsche Geschäftswelt zur größten Vorsicht in ihren Beziehungen zu Scandinavien. Eine große Zahl deutscher Geschäftsleute fallen unsoliden schwedischen Firmen in die Hände, und das Capital, welches jährlich so auf leichtsinnige Weise verloren gehe, sei ganz bedeutend. Die Zahl der Concurse in Schweden, welche während der ersten vier Monate des Jahres 1872 199 betrug, belief sich in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1876 bereits aus 326 und tm Jahre 1877 sogar auf 897. Kiel, 13. October. Admiral Werner wird Mitte dieses Monats unsere Stadt verlaffen, um in Wiesbaden Wohnung zu nehmen. Hesterreich. Wien, 14. Octbr. Die „Neue Fr. Pr." vernimmt, daß eine theil- weise Demobiltsirung der Occupattons-Armee in Bosnien, nämlich Verminderung um 4 Divisionen und einer Brigade angeordnet worden sei; die entsprechenden telegraphischen und schriftlichen Weisungen würden sofort ergehen. — Meldungen der „Polit. Corresp." Aus Konstantinopel. In der Sitzung der ostrumelischen Commission vom 12. d. richtete der russische Com- miffär an die Pforte das Ersuchen, dieselbe möge der Commission die Entwürfe der Reglements mittheilen, die sie gemäß dem Berliner Vertrage in den übrigen Provinzen der europäischen Türkei anzuwenden gedenke. Der türkische Commtffär äußerte sich jedoch ablehnend, indem er sich auf Art. 23 des Vertrages berief. — Aus Bukarest, 13. d. Gestern begannen die russischen Behörden mit der Uebernahme der Verwaltung Beffarabiens. — Die „Polit. Corresp." berichtet aus Konstantinopel: Der Fürst von Montenegro soll erklärt haben, daß er die türkischen Kriegsgefangenen erst nach Durchführung der Montenegro betr. Stipulationen des Berliner Vertrages herausgeben wolle. Rumänien fordert von der Pforte vor Auslieferung der Kriegsgefangenen Ersatz für deren tVerpflegungskosten, event. Uebergabe des Kriegsmaterials von Wtddin als Gegenleistung. — Die Commission für die Repatrtirung der Flüchtlinge ist wieder in Action getreten. England. London, 14. October. „Srandard" meldet aus Simla vom 13. b.: Ein aus Kabul vom 6. d. datirtes Schreiben des vom Vicekönig an Schir Alt abgesendeten Eingeborenen ist in Peshawer eingetroffen. Das Schreiben besagt, daß der Abgesandte Erlaubniß erhalten habe, Kabul zu verlaffen, und die Antwort des Emirs auf das Schreiben Lord Lyttons überbringen werde. Ueber den Inhalt dieser Antwort ist nichts bekannt. — „Daily News" zufolge kehrt Schuwaloff diese Woche nach London zurück. Nußland. Petersburg. In Warschau hat der Polizeimeister, General Wlasow, an sämmtliche Fabrikbesitzer eine Warnung gerichtet, in welcher er ihre Aufmerksamkeit auf die aus Deutschland ausgewanderten socialtstischen Arbeiter hinlenkt, die entweder in Folge der neuesten deutschen Regierungsmaßregeln oder des Vorgehens der Arbeitgeber gegen die Socialtsten in Deutschland, zahlreich nach Warschau und anderen Städten Congreßpolens strömen. Die Warnung weist darauf hin, daß die eingewanderten Arbeiter allerdings zu niedrigen Preisen und somit zum Nutzen der Fabrikanten arbeiten, anderseits aber die sozialistische Propaganda unter den übrigen einheimischen Arbeitern verbreiten würden, was schließlich den Arbeitgebern nur von um so größerem Schaden sein könne. — In Warschau ist man (wie der „Pos. Ztg." hierzu geschrieben wird) über diese Warnungen eigentlich um so mehr erstaunt, als die Gefahr, die der Gesellschaft Seitens der eingewanderten und mit der polnischen Sprache unbekannten deutschen Socialtsten droht, in keinem Verhältnis zu der fortwährenden Ueberfluthung mit russischen Nihilisten steht, indem schon seit Jahrzehnten gerade die gefährlichsten revolutionären Elemente der russischen Gesellschaft und Beamtenwelt nach Russisch-Polen dirigirt wurden — ein Verfahren, mit dem man der revolutionären Bewegung im Innern gewtffermaßen ein Sicherheits- Ventil zu öffnen glaubte.__ Telegraphische Depeschen. Waguer's telegr. Korresv»nde«r-V*rea«. Berlin, 15. October. Reichstag. Die heutige Debatte beginnt bet § 16, betreffend Aufenthaltsbeschränkungen gegen gewerbsmäßige Agitatoren. Ackermann beantragt Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Schmid (Württemberg) beantragt, die Worte: „außerhalb ihres Wohnortes" zu streichen. Reichensperger (Crefelb) spricht gegen den Paragraphen, warnt vor zu straffer Ansvannung des Bogens und meint, daß den Polizeibehörden durch diesen Paragraphen ein zu weiter Spielraum eingeräumt werde, v. Puttkamer (Löwenberg) tritt diesen Ausführungen entgegen und befürwortet den Antrag Ackermann im Interesse einer durchgreifenden Wirksamkeit des Gesetzes. v. Bennigsen erklärt, die Commission habe sich ohnehin nur schwer entschließen können, Aufenthaltsbeschränkungen zuzugestehen. Die Anträge von konservativer Seite, die über die Beschlüffe der Commission htnausgingen, seien für seine Partei unannehmbar; er müffe die Ver antwortlichkeit für eine etwaige Ablehnung dieser Paraqraphen den Conservatwen zuschieden. Fürst Radziwill erklärt sich gegen den Paragraphen. Staatsminister Graf Eulenburg wahrt zunächst die Gerichte vor dem Dorwurfe eines Vorredners, daß sie bei der Verurtheilung von Majestätsbeleidigern Impulsen von oben zugänglich gewesen wären. Gewiß Härten die Richter unter dem Eindruck der allgemeinen Empörung über jene oft hervorgetretene Rohheit gestanden; das könne ihnen Niemand verdenken; aber ihre Lauterkeit und Gerechtigkeit sei unantastbar g». blieben. Beklagenswertb seien nun freilich die vielen Denunciationen. Zur Sache hoffe der Minister, daß v. Bennigsen's Erklärung nicht allzu scharf aufzufaffen sein werde und daß die Nattonalliberalen hier wie bei den früheren Paragraphen nicht gegen die Amendements stimmen würden. Der Paragraph sei unabweisbar nothwendig, wenn man wirksam die Ziele des Gesetzes erreichen wolle, v. Helldorf und ». Kardorff treten für den Antrag Ackermann ein, Hänel spricht gegen den § 16 überhaupt. Damit schließt die Debatte. Reichenspergrr (Crefeld) bemerkt persönlich: Er sei von dem Minister des Innern gemeint gewesen, als dieser davon gesprochen, es habe ein Redner die Richter als von oben beeinflußt bezeichnet. Das sei ein Mißverständniß. Redner habe gemeint, es sei von oben her gesagt worden, die Gesetze würden nicht streng genug gehandhabt. Staatssecretär Friedberg constatin, daß auch eine solche Weisung nicht ergangen sei. Durch dieses Eingreifen eines Bevollmächtigten des Bundesrathes wird die Debatte wieder ausgenommen. Bei der Abstimmung werden die Anträge Schmid und Ackermann abgelehnt; sodann wird der § 16 in der Commissionsfassung abgelehnt, ebenso die Regierungsvorlage. Damit sind die 16 a und 16 b eigentlich indiscutabel. Graf Eulenburg ist entgegenstehender Ansicht, weil jene Paragraphen selbstständige Dinge betreffen. Man debattirt nunmehr über §§ 16» und 16 b. Die §§ 16 a und 16 b, sowie § 18 werden nach unerheblicher Debatte in der Fasiung der Commission angenommen. § 17 fällt nach den Anträgen der Commission aus. § 19 betriffe die Recursinstanz. Zur Diskussion stehen zunächst die ersten drei Absätze der Commissionsanträge betr. die Zusammensetzung der Commission, die Zeitdauer der Mandate und die Ernennung des Vorsitzenden. Ackermann befürwortet das Amendement, wonach der Kaiser den Präsidenten in freier Wahl ernennt, vier Mitglieder dem Bundesrath angehören und vier andere außer aus den höchsten Gerichten des Reichs und der Einzelstaaten, auch aus den obersten Verwaltungsgerichten gewählt werden können. Wmdthorst bekämpft den Paragraphen, der eine wesentliche Beeinträchtigung der Competenz der Einzelstaaten enthalte, welche ohne Aenderung der Bundesverfassung nicht möglich sei. Für eine gerechte Controle biete die projec- tirte Behörde keine Garantie. Für sie wie für die untere Instanz würden nur Zweckmäßigkeitsrücksichten maßgebend sein. Schmid erklärt sich für die Anträge Ackermanns. Der sächsische Justizminister Äbeken glaubt, die verbündeten Regierungen könnten eher den Anträgen Ackermanns als der Commissionsfaffung zustimmen. Dem Gesetz fehle die eigentliche Rechtsnorm. Daffelbe überlaste seiner Natur nach in jedem einzelnen Falle alles dem Ermesten der zur Entscheidung berufenen Behörde. Deshalb könne in der Reeursinstanz auch die richterliche Instanz nicht überwiegen. Es liege eine größere Garantie für eine milde Handhabung des Gesetzes in der Annabme des Antrags Ackermanns. Die Anträge Ackermanns werden bei der Abstimmung abgelehnt und die drei ersten Absätze nach den Commissionsanträgen angenommen. Zu den beiden letzten Absätzen (Geschäftsverfahren der Commission) stellt v. Maltzahn-Gültz ein Amendement unroefenb lichen Inhalts. Nach unerheblicher Debatte, woran Brüel, Maltzahn, Hänel und Bundesbevoll- mächttgter Abeken theilnehmen, werden die beiden Absätze in der Fassung der Commission angenommen. Fortsetzung Mittwoch 10 Uhr. Wien, 15. October. Das „Telegr.-Corresp.-Bureau" meldet aus Rom: Die Nachricht des „Berl. Tagebl.", Fürst Bismarck habe den Cardinal- Staatssecretär Nina schriftlich ersucht, dem Papste für die an den deutschen Kaiser gerichteten wohlwollenden Worte zu danken, und dabei die Ueberzeugung ausgesprochen, daß die Verhandlungen bald von Erfolg gekrönt sein würden, entbehrt jeder Begründung. Nom, 15. October. „Aovenire" fordert mit Rücksicht aus die italienischen Jntereffen an den Donaumündungen rasche Anerkenn der Unabhängigkeit Rumäniens Seitens Italiens. Die rumänische Regierung habe sich durch die Ausführung der Stipulationen des Berliner Vertrages das Wohlwollen ganz Europas erworben. Allerdings harre noch Art. 44, betr. die Stellung der Juden, der Ausführung und werde die zu berufende Constituante hierüber entscheiden. Diese Frage sei schwierig zu lösen, weil die Juden in Rumänen nicht als Landsleute, sondern als Fremde angesehen würden und demnach von der Wohlthat des genannten Artikels ausgeschloffen seien. Uebrigens gebe ti in Rumänien nur eine äußerst geringe Anzahl italienischer Juden. Köln, 15. October. Wie der „Köln. Ztg." aus London gemeldet wird, haben die Minister des Kriegs, der Colonien und der Marine Angesichts der afghanischen Angelegenheit die beabsichtigte Reise nach Cypern endgültig aufgegeben. Kopenhagen, 15. October. Der Folkethtng begann heute die Be« rathung des Budgets. Der Führer der gemäßigten Linken, Graf Holstein- Ledredorf, erklärte, die Partei halte an ihrer bisherigen Politik fest, obgleich die Aussichten durch das Verbleiben der Regierung nicht günstiger geworden seien. Sie wünsche jedoch Conflicte zu vermeiden. Redner tadelte mehrere Vorlagen und hoffe, daß die Theuerungs-Zulage zu den Beamtengehältern her- abgcsetzt werde. Wien, 15. October. Die Blätter melden: Der bisherige Botschafter in Berlin, Graf Karolyi, ist zum Botschafter in London und Graf Beust -uw Botschafter in Parts ernannt. London, 15. October. I. D- Findlay u. Co. in Glasgow, Ostindien- Händler, haben ihre Zahlungen eingestellt; die Passiva betragen 200,000 L In Manchester herrscht große Beunruhigung in Folge von Gerüchten bezüglich weiterer Falliffements. London, 15. October. „Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel Der österreichische Botschafter Graf Zichy erbat sich in freundlicher Weise vor Savfet Pascha Auskunft über die bet Kossowo concentrirten türkischen Truppen Die in Konstantinopel befindlichen Lazen ersuchten den russischen Botschafter Fürsten Lobanoff um Päffe behufs ihrer Rückkehr nach Datum. Petersburg, 15. October. Der „Regierungsbote" veröffentlicht eir Telegramm des russischen Consuls in Ismail vom 11. d. an den Minister bei Auswärtigen, betreffenb bte laut Artikel 45 bes Berliner Vertrags erfolgt« Annexion von Bessarabien. Das Telegramm melbet: Die gesammte Bc völkerung Ismails empfing bie kaiserliche Commission mit großem Enthusiasmus Der Bürgermeister überreichte bem Hauptbevollmächtigten Brob unb Salz unt hielt eine patriotische Ansprache, welche lautes Hurrahrufen (?) heroorrief. Wien, 15. October. Der Sultan hat gestern Karatheobory Pascha empfangen. — Die russisch-türkische Grenzregulirungs-Commission ist gestern nach Datum abgereist. Wien, 15. October. „Presse" unb „Fremdenblatt" melden, daß die Antwort Oesterreichs auf die Vorstellungen Karatbeodory Paschas demnächst werde überreicht werden. Das „Fremdenblatt" bemerkt: Obgleich nicht an zunehmen ist, daß sich die Antwort, wie von verschiedenen Seiten gemeldet giA daß ” t »“ti wird. 4 * "> «t A”' *•*£ «i wären , ’ 'Arfiä wurde ■V«, Om»s flff® iW°hrh«Mme frrbt war. Dtrjelb erregt und cbr Vbtr Schilderung Michailen, alS bu ’n Zuhörerschaft 0t ,;ße hinsichtlich^ -Wd. Dem Aeu' des Bortrags itotddt sich in hc tbt Modalität seil Lprachorgans und preisend in uns i int psychologische □mt Seite dar. 2 unb interessant zu Die Recitatt Vieser „ichaurig-schc rbmfallä oitltn St. Mt man b - - Zn der I Personen, davon ! ntjünbunfl, ein Rin - - Unsere »origen Sonntag di Preußischen Orte (, Men deS Feuers 1 ihr lässig waren u großen Gefghr den — Unsere rne Frau aus Heu fcorf wohnt. - - DieE Hessen unzweifelhafi ■W« auf jeden Rc 's z- 9- die Darms Sießen, 16. 'Wenm Diebstahl r?n 3 Jahren und "o_t Jahr. Hebet den T W S. v. Lieb 7 tihemikn oft SU äRt • ^Henrike N'Ech von glei Mm Definition. Ti für die j unter h . NB. bcdcutenc Hoffe ifbel» eiM t '• H BoWi »L28 be8 V" auf et i«r Lokal-Notiz. von 1 Jahr. Im Namen des Vorstandes: Vigelius, Secretär des Vereins. General - Versammlung im Hause des Herrn Prell. Gießen, den 15. Oktbr. 1878. Tuch und Buchshins für die jetzige Saison in allen Qualitäten empfiehlt unter billigster Bedienung (1916 Ivudwig Marktstrasse 25. NB. Reste, und zurückgesetzte Stoffe Frauenkleider, bedeutend unter dem Preise. (6314 P. Frank, 9 s Nimmt man 10 Gramm Liebigsmehl, rührte dasselbe mit 98 Gramm kalten Wassers an, so erleidet das Gemisch keine Veränderung, man kocht nun einige Minuten unter Umruhren und ersetzt dann das verdampfte Wasser wieder. Das ist nun eine der Muttermilch tm Gehalt ent- sprechende^Flüssigkett^ 100 Cubikcentimeter desttllirten Wassers zu und läßt 12-15 Stunden absetzen Von der obenstehenden Flüssigkeit nimmt man 60—80 Cubikcentimeter und dampft auf die Hälfte ein und säuert mit Essig an. Das gelöste Eiweiß oder Casein, wo welches vorhanden, fällt sofort heraus, bei dem Liebigsmehl ist dieser Niederschlag sehr beträchtlich. Rührt man dagegen das neue Präparat vom Cham mit kaltem Wasser an, so erscheinen sofort auf der Oberfläche käseartige Flocken, welche sich als abgeschiedene Butter erweisen Be- mndelt man 10 Gramm dieses Mehles auf gleiche Weise und prüft die obenstehende Flüssigkeit nach dem Kochen, so ist der Niederschlag von Casein gleich Null. Sämmtltche Etweißstoffe sind daher schon vorher im Mehle geronnen und losen sich nicht mehr beim Kochen. Diese qualitative Untersuchungsmethode hat relativ einen großen Werth und dürfte auch bet jeder Kindermehlprüfung neben der quantitativen Analyse niemals unterlassen werden. _________________ Samstag den 19. October, Abends 6 Uhr, im kleinen Saale des Gesellschaftsvereins. Tagesordnung: 1) Bericht des Vorsitzenden des Vorstandes über d«s vorherige Vereinsjahr. 2) Kenntnißnahme der revidirten Rechnung des abgelaufenen Vereinsjahres und Erthetlung der Decharge. 3) Neuwahl des Vorstandes. Da einige Mitglieder des seitherigen Vorstandes erklärt haben, eine Neuwahl nicht wieder anzunehmen, werden unsere Mitglieder ersucht, sich zu dieser Generalversammlung zahlreicher, als bei den früheren Generalversammlungen leider der Fall war, einzufinden. 6313) Der Vorstand des Concertvererns. Wohnnngsvevänderung. Mein Schirmgeschäft befindet flch jetzt Kreuz 113, Hebet den Werth der chemischen Analysen und Zeugnisse bei Genuß- und Lebensmitteln ÄVÄtf SffÄM- 8® X SLs SU e*-*M W --ft— - -«»■ rtta? Ch.m,knh°t di. Sicherheit, d-b °i° elng.fanbt.n sprob.n we ch- -n-lhsirt »«Den -Ilm Nam« aud) wirklich von gleicher Zusammensetzung mit dem auf den Markt gebrachten Artikel sind. Die juristischen Definitionen von Fälschung sind vag und häufig die chemische auch^ntcht^korrekt^^ ruztehen. m unb bte gabx(( in Lindau ist der Bedarf an Milch seit einigen Jahren so gewachsen, daß eine entsprechende Auswahl der Lieferanten nicht stattfinden kann. Dieselbe verarbeitet in Folge dessen nicht allein theilweise abgerahmte Mllch, was zuletzt nirgends ganz bei den vielen kleinen Lieferanten zu vermeiden ist und auch weniger schadet sondenr auch sehr viele mittelmäßige Milch und theilweise ohne Zweifel auch schwach gewasserte Milch, dazu kommt noch, daß bei der Gesellschaft nicht ein einziger Chemiker angestellt ist sondern nur Kaufleute und Käser die technische Leitung überwachen. Es wird vaher ohne jedes wissenschaftliche Princip nur nach der Schablone gearbeitet. „ Daß die condensirte Milch daher nicht mehr den Analysen von L.ebig und Bolley entspricht, daß der Zuckergehalt gestiegen, der Buttergehalt gefallen, ist völlig naturgemäß. Dieses habe ich Herrn Page sofort ohne Analyse nach Beobachtungen in seinem Betdebe sagen können. Eine Analyse eines Fachmannes in der „Kölner Zeitung" weist diesl zu allem Ueberfluffe in Zahlen nach. Während bei der Milch der Anglo Swtß-Comp. auf 100 Eiweiß 63 Butter und 37, Zucker kommen, enthält die Kemptener Milch auf 100 Eiwech 66 Butter und nur 22 Zucker. Letztere enthält daher 15-20 o/o mehr Milch als das schweizer und Londoner Product. Diese kleine Fabrik hat nur wenige Lieferanten, die bei dem vorzüglichen Futter der Gegend vortreffliche Milch liefern, wie ich mich gleichfalls an Ort und Stelle überzeugt. Um den Aerzten zu zeigen, wie man selbst ohne Waage die Eigenschaften der verschiedenen Kindermehle prüfen kann, statt sich auf die vagen Angaben einer Analyse zu verlassen, führe ich hier eine neue Methode und einen Vergleich an. Es handelt sich bei Nahrungsmitteln gerade für Säuglinge darum, nicht blos zu wissen, wie viel Eiweißstoffe in einem Mehle, sondern auch darum, in welcher Form, ob löslich oder Nur eine Vereinigung aller Chemiker über eine ganz bestimmte Untersuchungsmethode, je' nach den Gegenständen, kann sichere Anhaltspunkte geben. Was ein Zeugniß bedeutet will ich hier an einem Beispiel erläutern. Es kommt eben wesentlich darauf an, tote eine Analyse gemacht wird, das heißt, welche Methove befolgt wird und welche Schlüsse man daraus zieht. Herr- Prof. Sonnenschein hatte Van Houtens Cacao auf Grund einer Analyse als rcmen Cacao erklärt. Die Analyse des Geheimraths Fresenius ergab aber einen Gehalt von 32 Proz. Cellulose von Cacaoschalen herrührend. Welchen Werth können wir einer solchen Analyse a la Sonnen* föem nun« b^gen^V m öon demselben Professor liegt beim Nestlemehl vor — als ein alle Nährstoffe enthaltendes vorzügliches Nährmittel für Kinder Jeder Argikulturchemiker und Physiologe legt aber bet Nährmitteln nicht blos Werth darauf, daß alle Nährstoffe vorhanden, sondern daß sie in einem bestimmten Verhältnisse vorhanden. Eine Analyse des Nestlemehls gibt aber 9 Proz., eme andere 12, eine dritte gar nur 7 Proz. Eiweißstoffe an, ist das hinreichend für eine kräftige Entwickelung des Kindes? Der Nutzen, den das Nestlemehl vielen gewährt, soll damit trotzdem nicht ge eugnet werden, em eiweißreicheres Product sollte aber jedenfalls wünschens- und prüfenswerth sein. , Nun enthält mein neues Kindermchl 17—18 Proz. Eiweißstoffe nach der Analyse der Centralversuchsstation in München und es ist damit ein Nährmittel den Säuglingen geboten, das alle anderen Präparate als Ersatzmittel der Muttermilch übertrifft. Das neueste Product ist dann das von der Anglo Swiß Condensed Milk Comp. in Handel gebrachte. Diese Compagnie empfiehlt dasselbe jedoch erst nach 8 Monaten und vorher ihre condensirte Milch. Viele Aerzte haben sich des hohen Zuckergehaltes wegen, der die condensirte Milch als eminentes Mastfutter, nicht aber als Kraftnahrung quallfictrt, von dessen alleinigem Gebrauche bet Säuglingen abgewendet und zwar mit vollem Rechte. Gerade auf die Empfehlung meines Vaters hin wurve der Chamer Milch der Vorzug etn- qeräumt und auch hier dürfte dieses Zeugniß durchaus keine Berechtigung mehr haben, da alle und jede Controls der Milch fehlt, wie ich mich voriges Jahr überzeugt habe. Gerade die con* densirte Milch ist schwer nach dem Geschmack zu beurtheilen, nur eine genaue Untersuchung gibt Aufschluß über ihren Werth. ... u m .. „ c Die condensirte Milch von Keppel Sohn in Kempten, wenngleich die Analyse von Prof. Wtttstein den Stempel der Unrichtigkeit für jeden Sachverständigen an der Stirn tragt, so ist dieselbe doch wett gehaltreicher und der Chamer Milch insbesondere für Krndernahrung vor- Uoffi86i(Öuiifl.soerein in fließen. 6316) Den 16. Novbr. l. I., Abends ’/29 Ubr findet im Cafe „Ebel" eine ausserordentliche Generalversammlung H dies. VolksbilbungsvereMs zum Zweck der AbLnderung der §§ 6, 19,,20 *nb 28 des V-reinsstatuts statt. - Nach § 24 der Vereinssatzungen muffen Anträge auf Statuten-Aenderung spätestens 4 Wochen vor der betr. General- Versammlung zur K-nntniß der Vereinsmitglieder gebracht werden. Gießen, den 15. October 1878. p Der Vorstand. Gieße«, 1«. October. Ein seltener geistiger G-nutz steht dem gebildeten Gießener Mblikum in der Kürze bevor. Au! Einladung de« hiestgen Kaufmännischen Vereins Dird Herr vr. Martin Perels aus Wien hierher kommen, um am Montag den ri d. Mts., Abends 8 Uhr, tm Saal- des HStelS „Prinz Carl" einen öffentlichen Mortrag zu halten über Träume, Sinn estäuschun gen, Wahnsinn, D-Monomanie, und tm Anschlutz „Das Börsenspiel» r-citir-n. Nach vorliegenden veröstenilichten Berichten anscheinend compüenter Beurtheiler aus Potsdam, Wilhelmshaven, Bremen, Leipzig, Karlsruhe je. ift Herr Dr. Perels. >,,r säst einer Reihe von Jahren bereit« an vielen Orten, zum The l vor sehr gewählten Lei m, ausgetreten, mit diesen wissenschaftlichen Materien aus seinem eigentlichen G°- bi-t-, dem der Beobachtung psychiatrischer Zustände, nach eigener herber Ers-Hrung sowohl, als durch eingehende Studien sehr vertraut und wird als Meister in de, Schilderung der Nachtseite menschlicher S-elenzustand- gerühmt, der seine diessalltgen, von Wahrheitstreue beseelten Vorträge immer mehr zu erweitern und zu v-rtiesen be- tirebt war Dieselben haben in Nord- und Süddeulschland überall ein gewsises Aus- s-hen erregt und ebenso durch den R-ichthum de« Inhalts di- Scharfe und Prägnanz Uder Schilderung gewisser innerlicher Vorgänge, Gemüthszustände und Charakter, eig-nsch-st-n, als durch bte frische, lebendige Darstellung in hohem Matze die Thetlnahm- d-r stubörerschast geftsselt, insbesondere war die Schilderung seiner p-rsoalich-n Erl-b- v sse hinsichtlich gewisser Sinnesiäuschungen lH-llucinationen, Visionen) geradezu hin- reitzend Dem Aeußern nach „unscheinbar", beleben sich mit dem Beginn und im Lause des Vortrag« seine Gestchtszüge in merkwürdiger Weise, die Kunst des Sprechens i entwickelt sich in hohem Grade, jede geistige Regung, jede St mmung seines G-müths^ jede Modalsiät seiner Gedanken tönt, unterstützt durch die sonore Klangs-rbe seines Sorachorgans und die gewählte, schöne Form seiner Rede bald anmuthig, bald ties- e?areisend in uns wieder- Die Darstellung des Themas bietet der Betrachtung ebenso -in- psychologische und physiologische, als eine ästhetische und auch pädagogisch bedeutsame Seite dar. Dieser Vortrag verspricht sonach, in mancherlei Hinsicht sehr anziehend und in^rieJf^tdta“tl”erbe5'„® B r f e n f p i e t S", womit der Vortragende f»Iie6en wird, bie(er ichaurig-schönen, tttantschen" Dichtung Rob-rt H amerltn g's, hat allerwarts ibenfa^^mnan$b^r6Äbnnerlä«mCn, den Meister zu hören. __cvn der Woche vom 6. bis 12. October starben dahier im Ganzen nur 3 Versonen, davon eine an Lungenschwindsucht, ein Kind tm 6. Jahre an Gehirnentzündung, ein Kind im 1. Lebensjahre an Darmcatarrh. G- __Unserer früheren Mittheilung über den großen Brand zu Heuchelheim vom vorigen Sonntag verbient noch n°chg-tr°g-n zu werben, baß sich auch die benachbarten Meutzischen Orte (Ärofborf, Kinzenbach, Dudenhofen -c.) sehr thätig beim Löschen des Feuer« gezeigt haben, während bte Bewohner »°N Heuchelheim selbst s-br lässig waren unb -s bequemer sanden die Bezwingung der ihrem Dorfe drohenden -roßen Gefahr den Auswärtigen zu überlassen. __Unfere Notiz tn Nr. 240 betr. Verhaftung von Phrynen, worunter -ine Frau aus Heuchelheim fein sollte, berichtigen wir dahin, daß dieselbe in Kros- b°rf "°^D1e Ehre, das meiste Bier zu consumiren, gebührt tm Großherzogthum fiefien unrwetfelhasi der Universitätsstadt Gießen, denn hierorts kamen im vorigen siabr? aus stdeu Kops der Bevölkerung durchschnittlich etwa 390 Schoppen, während es z. B. die Darmstädter kaum auf 290 brachten! Gießen, 16. October. Der Schwurgertchtshof verurthetlte gestern in zwei ver- ?^VhftrtbI8fäaen die Elisabeth« Müller von Beuern in eine Gefangnißstrafe 2Äob b“Ä"a ©täto von Steinperf, in eine Zuchthausstrafe wirb in Drohungen gegen die Türkei ergeht, s° kam-, es doch keinem Zweifel ÄS«, baßeste an Entschiedenheit und.1 Deutlichkeit Nichts zu wünschen vbria laff-n wird. — Die Blätter melden sübereiastimmead, idaß de Pretis erst gestern, am 15. ds. Mts., vom Kaiser mit der Cabinetsbildung beauftragt Mtb chen, sowie der Beilage auS der Zeit für die Zeit: Zur rechten Zeit der rechte Mann. Mit dem Bilde: Staatsanwalt Tessendorf verliest die Anklageakte vor dem Berliner Stadtgericht. Nach dem Leben. Die soeben erschienene Rr. 2 enthält: Geächtet. Roman von M. Gerhard. (Fort- setzunq.) — Die Zunahme der Verbrechen in Deutschland. — Winke für Besucher klimatischer Winterkurorte. Mit Abbildung: Wasserfall deö Jnn bet St. Moritz. - Walfang im hohen Norden. Von Dr. Pechurl Loesche. Mit Originalzeichnung von F- Specht: Gestrandeter Walfisch. — Afrika forschuna mit Elephanten. — Am Familten- ttsche: Hugo KauffmannS Spießbürger und Vagabunden. Zu dem Bilde von Hugo Kauffmann: Wohl zu speisen- — Ein Zopf ohne Saft und Kraft- Von Franz W- Freiherrn von Ditfurth- Mit einer tllustrtrten Beilage: AuS der Zett für die Zett: Die Abaeordneten Bebel und Fritzsche während der Rede deS Reichs- kanzlerS in der Soztaltftendebatte- Nach dem Leben. — Aus dem Publikum für dos Publikum: Ich will einen kleinen Handel anlegen. „ Geld-Cour- 20 Francs-Stücke . . . do. in V* • Englische Souvereigns Russische Imperiales . . Holländische fl. 10-Stücke Ducaten......• Dollars in Gold . . • Rm. Pf 16 i9-2r 16 17-21 20 35—40 16 65-70 16 65 9 57- 62 4 17-20 Verantwortliche Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die Abl 14, eh»e OelSbü i*bin. Sie wol ätmin anzeiqen Halten Indem mertsam, daß w Bind) Wartbote^ Winter Der ^ortbildungSsäche Diesenbautechntü Euter, sowie bir statt und wird b Die in einer Vol knuitnisse besitzen, beträgt für den weiteren Auskuns grh 25) enthält: i6tR,L bekannt 'Wung und ß, , 2- Bekannt ^ehmerei 3; Ordens, .„n, \ Dienftn ÄS geruht: II k ”<* 3«