Gebrüder (Schen Papier. Achlaut. £3äs SfttÄ Mrrchra^. •egraph). mg._ ^^ltzableitern. Illtln bei bester Aus» iegandt. Oppenheim, 1 Hessen als auch nit Genehmigung Nieten Milt. Zu obiger hi,-« ,nib ®atrt inttc er gtl^ 'o Feldes ?S*5$- d Erzieher iS schöne und nütz- > Kunstjournal: Der Weit von Dr. J.P- . von Gayette-Geo - hk. hervorrag. Mit- o Quartal Mk._l.aO. selbe bietet in jede») ins geführten Monats und bildende Be- LhiedenstenArt tur Len. Die eg rt.net die - E ie der Vorlagen- Jede l]QDgenan- Au_-- ecte gpjl .r'8 Verlags-Anstalt Hofbuchhandlung. Sd/ulMjt 18. te, Co. in Mainz, Fischbach» bis Abends 5 Ubr (2983 r König!. Hoheit Wein stehenden M». 11». Mittwoch, den 15. Mai 1878. Meßmer Miyeiger APkize- unb Amtsblatt für ben Kreis Gießen. L«L'.r:7..'. ««-->».««-«ssämü säs swr Amtlicher HHeil. Bekanntmachung, betreffend den Remonte Ankauf pro 1878. Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und ausnahmsweise Mer und fünf Jahren sind im Bereich des Großherzogthums Heffen-Darmstadt für dteses Jahr nachstehende Morgens um 8 beginnende Märkte anberaumt worden, und zwar am 21. Juni in Alsfeld, 29. „ „ Nidda, 4. Juli „ Nieder-Wöllstadt, 5. „ „ Bieberau, 6. „ „ Bickenbach, 8. „ „ Groß-Gerau, 9. „ „ Goddelau, 10. „ „ Gernsheim. Die von der Militär-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt. . c. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, find vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises unb '"vivltltchen Unkosten zuruckzunehmen, auch sind Krtppensetzer vom Kaufe ausgeschlosien. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet jedem verkauften Pferde eine neue starke nndlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen starken Hanfstricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Berlin, den 1. März 1878. • Kriegs - Ministerium Abtheilung für das Remonte - Wesen. __(gez-) von Rauch. von Uslar.___________________ cn x C£ v cm " "L 7"^ " - Gießen, am 11. Mar 1878. Betreffend: Dre Marle Goldbach von Finkenhain. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien, beziehungsweise die Brtspolizeibehörben und die Gendarmerie des Kreises. Wenn Sie die Marie Goldbach aus Finkenhain (dermalen 37 Jahre alt), welche sich in der hiesigen Gegend umhertreibt, betreffen sollten, daß sie voupiegelt, an Fallsucht zu leiten, wollen Sie dieselbe festnehmen und uns zuführen lassen, da sie durch dergleichen betrügerische Verstellungen schon mehrere Armenverbände in Schaden gebracht hat. 1 __________ Dr. Boekmann. Aolilisch Die Tabaks-Enquete im Reichstage. Die Vorlage über die Ermittelung der Tabaksindustrie, die sog. Tabaks- Enquete, ist im Reichstage berathen worden, doch hat bei derselben die Retchs- regierung ein indtrectes Tadelsootum vom Reichstage erfahren müssen. Bezeichnend genug für die Entstehung der Tabaks-Enquete, wurde die Berathung derselben vom Präsidenten des Reichskanzleramtes, Hofmann, eingeleitet und das in den Reichsfinanzen kompetent sein sollende Bundesrathsmitglied, der preußische Finanzminister Hobrecht, spielte bei der Berathung fast nur eine passive Rolle. Keine einzige Partei des Reichstages sprach sich unbedingt für die Regierungsvorlage aus, selbst die Conservativen hatten zu mäkeln, wohl konnte man aber am Bundesrathstische in Erfahrung bringen, daß die Mehrzahl des Reichstages gegen eine auf das Tabaksmonopol oder eine hochgeschraubte Fabrikatsteuer gerichtete Enquete ist. So verlockend auch die vergrößerten Einnahmen des Reiches sind, so haben sich die Volksvertreter doch überzeugen müssen, daß die in Deutschland blühende Tabaksindustrie, sowie der ebenfalls blühende Tabakshandel mit dem Auslande mehr Werth für die deutsche Nation haben, als bessere Reichsfinanzen. Kann ja auch das Tabaksmonopol keine Steuerverminderung, sondern nur bessere Steuerbeträge schaffen. In diesem Sinne sprechen sich fast sämmtliche Abgeordnete zur Tabakssteuer aus. Es kann jedoch nicht unsere Aufgabe fein, nur die ablehnende Haltung des Reichstags zur Tabaks- Enquete zu constatiren, es darf auch nicht unterlassen werden, hervorzuheben, wie einzelne hervorragende liberale Führer des deutschen Parlaments ausführten, wie eine Verständigung in der Steuerfrage zwischen Regierung und Steuerfrage dergestellt werden könne. Die Abgg. v. Bennigsen und v. Stauffenberg haben der Reichsregierung in dieser Beziehung klaren Wein eingeschenkt, ohne dabei ür die scharfe Oppositionsstellung der Führer der Fortschrittspartei und der Ultramontanen zu gerathen. Die Abgg. v. Bennigsen und v. Stauffenberg erklärten sich entschieden gegen das Tabaksmonopol und alle dahin führenden Bestrebungen. Ferner führte aber Herr v. Bennigsen aus, daß seine Partei durchaus mit der Regierung übereinstimme, die directen Steuern zur Entlastung der einzelnen Personen zu vermindern und die intirecten Steuern zur Beseitt- gung der Matrikularbeiträge zu vermehren. Ein vorzüglicher Besteuerungs- Gegenstand sei auch ohne Zweifel der Tabak, aber deshalb dürfe der Tabak nicht allein mit einer enorm hohen Steuer belegt werden, sondern neben einer entsprechenden Erhöhung der Tabakssteuer könnten auch andere Verbrauchs Gegenstnäde mit Steuern belegt und so eine allmählige Steuerreform angebahni werden. Bemerkenswerth ist auch in dieser Parlamentsrede des Herrn v. Bennigsen das Capitel über die constitutionellen Garantien, die der Reichstag fordert. Dieselben sind durchaus nicht auf eine Verfaflungsumärrderung gerichtet, sondern sie sollen lediglich dem Reichstage, wenn die Matrikularbeiträge besei- kigt sind, bezüglich der intirecten Steuern das Recht der successiven Bewilligung gewähren. In den früheren Finanzdebatten hat ter Reichskanzler einmal ten er HHeil. Ausspruch gethan, daß das Votum des Reichstages ter Leuchtthurm für die Haltung ter Regierung sein müsse, aus diesem Grunde glauben wir, daß die Regierung, ihren einseitigen Standpunkt in der Steuerfrage verlassen und mehr den thatsächlichen Verhältnissen entsprechende Vorlagen zur Steuerfrage dem Reichstage vorlegen wird.________________________________________ Deutschland. Darmstadt, 12. Mai. Um, wie es im bezüglichen Divisionsbefehl ausgesprochen war, Gott zu danken, daß Seine Hand Unseren Allergnädigsten Kaiser aus großer Lebensgefahr errettet hat, in welche eine ruchlose Mörder- Hand Allerhöchst denselben gebracht, fand heute Mittag 12 Uhr aus dem Jnfan- terie-Exercierplatz eine große Parade statt. Zu diesem Zweck war die disponible Mannschaft der gesommten Garnison in zwei Treffen sormirt, so daß das erste Großh. Jnfanterie-(Leibgarde-)Regiment Nr. 115 mit 10 Compagnien das erste Treffen, die fünf hier garnisonirenden Escadrons der Großh. Dragoner-Regimenter Nr. 23 und 24, die fünf Fußbatterien des Großh. Fcldartillerie-Regi- ments Nr. 25 und die Großh. Traincompagnie das zweite Treffen bildeten; die Kavallerie, Artillerie und ter Train waren zu Pferte, resp. mit bespannten Geschützen unt Fahrzeugen ausgerückt. Die Parade-Aufstellung tourte von tem Generalmajor unt Commandeur ter 49. Jnfanteriebrigade, v. Förster, commantirt, toährent tas gleichzeitige Prüsenttren ter in Parate aufgestellten Truppentheile auf tas Commanto Sr. Excellenz tes Generallieutenants und Divisionscommandeurs v. Wichmann erfolgte, welcher auch in einer kurzen Ansprache ein dreimaliges Hurrah auf Se. Maj. ten Deutschen Kaiser ausbrachte; tie Muflkcorps intonirten tie Nationalhymne. Se. König!. Hoheit der Großherzog, in Generals-Uniform unt mit tem Bant tes Schwarzen Atlerortens, nahmen hierauf, während bataillonsweise präsentirt wurde, die Parade ab, die des zweiten Treffens vom linken Flügel aus. Demnächst formirten sich die Truppen zum Feldgottesdienst, tem auch Se. König!. Hoheit ter Großherzog mit zahlreicher Suite beiwohnten. Nach Beendigung des Feldgottesdienst erfolgte vor Sr. König!. Hoheit tem Großherzog ter Vorbeimarsch, ter für sämmtliche Waffen einmal, und zwar in Zügen und im Schritt, stattsand. — Nach Empfang ter Depesche über tas auf Se. Majestät ten Kaiser verübte Attentat fantte Oberbürgermeister Ohly sofort ein Telegramm mit den Glückwünschen ter Stadt Darmstadt zu ter turch Gottes Hant geschehenen Rettung an Se. Majestät ab. Darmstadt, 12. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt, Beil. Nr. 14, enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial - Direktion Rheinhessen, den Ausschlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1878 betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Worms, die für das Jahr 1878 zur Bestreitung der Communal-Bedürfniffe der Stadt Worms zu erhebenden Umlagen betreffend. 3. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Offenbach, die Nichterhebung eines Theils der im Voranschlag der Gemeinde Klein-Krotzenburg für 1878 vorgesehenen Umlagen betreffend. 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alsfeld, die für das Jahr 1878 zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen der Gemeinde Zell zu erhebende Umlage betreffend. 5. Ueberstcht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Erbach. 6. Ordensverleihung. 7. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 8. Namensveränderungen. 9. Charaktererthetlung. 10. Dienstenthebung. 11. Sterbefälle. Gestorben sind: am 15. April der Obergerichtsrath Hermann Fitting zu Mainz; am 19. April der Oberappellations- und Caffa- tionsgerichtS Kanzlei-Jnspector i. P. Friedrich Müller zu Darmstadt. Irankreich. Paris, 11. Mai. Fürst Hohenlohe eröffnete heute die deutsche Kunstausstellung im Ausstellungspalaste. Er wurde von der deutschen Ausstellungs- Commission und von dem Handelsminister Teifferenc de Bort empfangen. Diesem gegenüber dankte er Namens der deutschen Künstler für die wohlwollende Aufnahme derselben. — Der „Liberi" zufolge erwiderte der Handelsminister, er schätze sich glücklich über die Theilnahme Deutschlands an der Ausstellung. Dieser glückliche Umstand sei ein Pfand der herzlichen Beziehungen, welche zwischen beiden Völkern bestehen müßten. Der Fürst und der Minister drückten einander die Hand. Ausland. London, 13. Mai. Sämmtltche Morgenlätter besprechen das Attentat auf den deutschen Kaiser und brandmarken dasselbe als ein abscheuliches Verbrechen, beglückwünschen auch das deutsche Volk zu der glücklichen Erhaltung des Kaisers in den wärmsten Ausdrücken. — „Times" schreibt: Wir drücken nur das allgemeine Gefühl aller Volksschichten Englands aus, indem wir den Kaiser wie das deutsche Volk anläßlich der glücklichen Errettung aus großer Gefahr herzlich beglückwünschen. Wir theilen die Hochachtung und würdigen die Zuneigung der Deutschen zu dem Monarchen, der ihre Einheit begründet hat Der deutsche Kaiser ist das lebende Symbol des großen nationalen Strebens, das Er zu befriedigen verstanden hat. Wir erblicken in Ihm den Patrioten, Krieger und Staatsmann, der die Dankbarkeit seiner Unterthanen geerntet hat. In der gegenwärtigen Krisis wäre das Htnscheiden des Kaisers ein großes politisches Eretgniß, deffen Folgen kaum hoch genug angeschlagen werden könnten. Der Einfluß des Kaisers aus die jetzt Europa bewegende Frage ist stets ein großer gewesen und dürste jetzt, wo die Unterhandlungen eine hoffnungsvolle Wendung genommen zu haben scheinen, eher zu- als abnehmen. Europa kann das Leben des Kaisers in diesem Augenblicke nicht wohl misten. Rußland. Petersburg, 11. Mai. In dem Befinden des Fürsten Gortschakoff ist in Folge eines neuen Gichtanfalles ein größerer Schwächezustand einzetreten. — Die „Agence Rüste" erklärt formell die Nachricht, daß die russischen Truppen den Rückzug aus den Positionen in der Umgebung von Konstantinopel begonnen oder vorbereitet hätten, formell für unbegründet. Obgleich die russische Regierung wünsche, die Truppen zurückziehen zu können, werde sie dieselben doch nur zurückziehen, nachdem die Türken nach den von ihnen eingegangenen Verpflichtungen die Festungen ausgeliefert und sobald gleichmäßig die englische Flotte ihren gegenwärtigen Ankerplatz verlasten werde. Rumänien. Bukarest, 11. Mai. Die parlamentarische Session ist bis 31. Mai verlängert worden. Die Kammer votirte die Verlängerung der Anwendung des Zolltarifs für England, Frankreich, Belgien und Holland. huldvoll zu gewähren; tm Namen des Reichstages erlaubte ich mir in derselben auszu - 'prechen, daß die am Schluß der vorgestrigen Reichsiagssitzung erst in unbestimmten Gerüchten verlautende Nachricht von der ruchlosen Thal alle Gemüther im Reichstage aufs tiefste erschütterte, und zwar um so tiefer, schmerzlicher und furchtbarer, al8 wir Vertreter des deutschen Volkes wissen, mit welchem tiefen Dankgefühl, mit welcher innigen Liebe und Verehrung das deutsche Volk seinem Kaiser ergeben ist, daß gleichzeitig aber unser Aller Herzen von innigstem Dar.kgefühl gegen Gott den Allmächtigen, der Se. Maj. wiederum so sichtbar beschützte, erfüllt waren. Ich sprach sodann e>r- Maj Namens des Reichstages im Einklänge mit dem ganzen deutschen Volke die ehrfurchtsoollsten herzlichsten Glückwünsche zu der glücklichen Errettung aus Lebensgefahr aus Se. Maj. geruhten diese Worte huldvollst entgegenzunehmen und beauf- tragten mich ausdrücklich, Seinen herzlichsten Dank für diese Kundgebung der Theilnahme des Reichstages auszusprechen. Ueberzeugt, daß ich im vollen Einklänge mit dem Reichstage in dessen Vertretung gehandelt, ersuche ich Sie, sich von den Platzen zu erheben und mit mir etnzustimmen in den Ruf der Treue und Ehrerbietung: Se. Maj. der deutsche Kaiser, König Wilhelm von Preußen lebe hoch! Abgeordnete und Tribünen stimmten dreimal begeistert in diesen Rus ein. — Der Präsident fuhr fort: Nach dem Beschlüsse des Reichstags sollte ich heute in Kiel anwesend sein; unter den obwaltenden Umständen ersuchte ich den Vicepräsidenten v. Stauffenberg, statt meiner an der Spitze der Deputation nach Kiel zu reifen (lebhafter Beifall) und halte mich verpflichtet, dies dem Reich-tage anzuzeigen, o. Stauffenberg kam bereitwilligst meinem Ersuchen nach und erbot sich, die Deputation zunächst nach Lübeck, dann nach Kiel zu führen. Bei Fortsetzung der zweiten Lesung der Rechtsanwaltsordnung wurde nach längerer Debatte ein von Thilo zu 8 95 (Zulassung und Zurücknahme der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft beim Reichsgericht) gestelltes, auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage ad- zielendes Amendement mit großer Majorität abgelehnt. Darauf nahm das HauS öiefen Paragraphen in der Commisstonsfassung mit unwesentlichen A-nderungen an Alle übrigen Paragraphen wurden den Commissionsoorschlägen gemäß nach wenig erheblicher Debatte genehmigt- Nächste Sitzung morgen. Wien, 13. Mat. Die „Poltt. Correfp." berichtet aus Ragufa: Sämmtliche vor Den Montenegrinern nach Oesterreich geflüchtete Türken sind gestern in Curzola auf einem Lloydfchiff nach Medua eingeschifft; die Beförderungskosten werden von dem türkischen Generalconsul in Ragusa bestritten. Kiel, 13. Mai. Die Feierlichkeit des Stapellaufes der neuen Panzer- Coroette nahm einen glänzenden Verlauf und ging unter dem Jubel der nach Taufenden zählenden Zuschauer sehr gut von Statten. Der Vicepräsident des Reichstags, v. Stauffenberg, vollzog die Taufe des Schiffes, welches den Namen „Bayern" erhielt. Petersburg, 13. Mai. Gras Schuwaloff ist gestern hier eingetroffen. — Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen Aufruf in Betreff der Darbringung von Geldern für Organisation einer freiwilligen Flotte, um die ehrliche Sache zu Vertheidigen, falls ein Gegner den Krieg Hervorrufen sollte. Die Beiträg.' werden entgegengenommen in Petersburg durch den Thronfolger, sowie ui Moskau und allen andern Städten. Petersburg, 13. Mai. Schuwaloff ist heute vom Kaiser empfangen worden und besuchte Morgens Gortschakoff; Letzterer befindet sich im Zustand großer Schwäche und vermag sich mit Geschäften nicht zu befaffen. Auf der deutschen Botschaft laufen fortwährend zahlreiche Sympathie-Kundgebungen anläßlich der Errettung des Kaisers Wilhelm ein, wobei alle Claffen und Stände vertreten sind. — Die gesammte russische Preffe bespricht das gegen den Kaiser Wilhelm verübte Attentat in für letzteren höchst sympathischen Ausdrücken. „Golos" chließt den bezüglichen Artikel folgendermaßen: Von allen auswärtigen Herrschern ist der Name des Kaisers Wilhelm den Herzen des russischen Volkes am tiefsten eingeprägt als eines wahren Freundes Rußlands, sowohl seines Herrschers wie seines Volkes und der russischen Armee, welche denselben mit Stolz ihren ersten Krieger und Helden nennt. Wien, 13. Mai. Zur gestrigen Gratulation fand sich auch der Nuntius Jacobini persönlich im deutschen Botschaftspalais ein und sandte durch seinen Secretär dem Botschafter seine Karte. Wie es heißt, wird auf kaiserliche Ordre eine aus drei Osficieren des 34. Linien-Jnfanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" bestehende Deputation sich nach Berlin begeben, um dem deutschen Kaiser die Glückwünsche des Regiments zu überbringen. London, 13. Mai. Die „Times" meldet aus Konstantinopel vom 12. d.: Die Pforte beschloß auf peremptorisches Verlangen des Generals Totleben die Festungen sofort zu räumen, Schumla zuerst, dann Varna und zuletzt Datum. General Totlebeu gab hiergegen die Zusicherung, daß die russischen Truppen sich nach Adrianopel, Dedeagatsch zurückziehen und Erzerum räumen würden, sobald die obengenannten Festungen von den Türken geräumt seien. — „Daily News" meldet weiter, General Totleben habe gedroht, Konstantinopel zu occupiren, wenn die Festungen nicht sofort übergeben würden. Dem hierauf abgehaltenen Ministerrathe habe Osman Pascha berichtet, daß Seröien. Belgrad, 11. Mai. Das Amtsblatt dementirt alle auf eine angeb liche neue Mobilisirung der Miliz bezüglichen Meldungen. Türkei. Konstantinopel, 11. Mai. Die Verhandlungen wegen des gleichzeitigen Rückzuges der russischen Armee und der englischen Flotte und über die Rällmung der Festungen Seitens der Türken dauern fort; es ist noch Nichts Definitives festgestellt. Konstantinopel, 12. Mai. Zu dem gestern von dem Sultan zu Ebren des britischen Botschafters gegebenen Diner waren die Minister und die Corps-Commandanten ebenfalls eingeladen. — Die Ruffen haben den Tschuruksu in der Nähe von Datum trotz dem Proteste Derwisch Paschas und dem Widerstände der Bevölkerung besetzt. Gewiß ist, daß die Türken die Räumung von Schumla vorbereiten; in Betreff Varnas und Datums ist aber noch nichts ent- sckieden. Das russische Hauptquartier bleibt noch in San Stefano. Das Personal der russischen Botschaft und ein türkischer Functionär sind dem neuen russischen Botschafter Labanoff, welcher beute hier erwartet wird, bis zur Ein- fabrt in das Schwarze Meer.entgegengefahren. Telegraphische Depeschen. Privat - Depesche des Gießener Anzeigers. London, 14. Mai. „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 13. d.: Der österreichische Botschafter Graf Zichy bezeichnete der Pforte die temporäre Occupatio» Bosniens als für Oesterreich erforderlich. Wagner'S telrgr» Torrespvntzenz-Bureau. Berlin, 13. Mai. Präsident v. Forckenbeck eröffnete die Sitzung des Reichstags mit folgender Ansprache: Meine Herren! Sogleich nach Bestätigung der Nachricht von dem entsetzlichen Attentat auf Se. Maj. den Kaiser suchte das Präsidium des Reichstags Audienz beim Kaiser nach. Se. Moj. geruhten mir gestern Nachmittag die Audienz die türkische Armee nicht in der Verfaffung sei, einer Occupatioa Widerstand zu leisten. Wien, 13. Mai. Die „Wiener Abendpost" schreibt an der Spitze ihres Blattes: Eine frevelhafte Hand hat gewagt, sich zu einem Mordversuch auf den Deutschen Kaiser zu erheben. Der Bestürzung, welche diese Kunde nicht blos in Deutschland, sondern überall hervorrief, wohin sie gebruhgen, entsprach die Freude, daß die ruchlose That weder für das Leben, noch die Ge sundheit Sr. Majestät nachtheilige Folgen beklagen ließ. Die deutsche Preffe gibt dem gerechten Abscheu über das verbrecherische Unternehmen und der patriotischen Befriedigung über deffen Mißlingen beredtesten Ausdruck. In warmer Weise beglückwünschen die österreichischen Blätter das deutsche Volk zur Errettung des Monarchen aus schwerer Gefahr, und leihen der tiefen Theilnahme Worte, »welche sich in allen Kreisen Oesterreichs aus diesem Anlaffe zu erkennen gab. Lokal'Notiz. Gießen, 14. Mai. Wir lassen nachstebend die Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag den 16. Mai 1878, -kachmittags 4 Uhr, tm alten Realsckulgebäude folgen: 1. Die Reorganisation der Executiv-Polizei. 2. DaS Schlachthaus betreffend. 3. Die Verpachtung eines städtischen Platzes. 4. Den Frauen-Verein für Frauen-Bildung und Erwerb betreffend. 5. Die Bleichstraße betreffend. 6. Gesuch des Bautechnikers Ludwig Huhn wegen Geländeaustausch und wegen Anlegung eines Wegs. 7. Die Denunciations-Gebühren von Octroi-Defraudattonen. 8. Gesuch des Kaufmanns Georg Wilhelm Weidig um Erlaubniß zur Vornahme von Bauoeränderungen. 9. Gesuch des Kupferschmieds Christian Zimmer um Erlaubnis zur Errichtung von Nebengebäuden. 10. Gesuch des Kaspar Schomber um Erlaubniß zur Herrichtung einer Einstiedigung. 11. Die Theilung der 7. Classe der Stadtmädchen-Schule betreffend. Otto Hüb LA sgS । bis 85 O 4 Sait, per6® i *Ial KÄ“'* 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 ßjftn flathÄhe Ieilg 2933) Die ai (mit) in föwi Nhl wieder eine A. I ”3043) Die Glü! ten ist zu vMbm. r i Boni 20. Mai c täglich. Aufträge1 hck S $üt bevochel Bliiiöf rnipfeble reiche A Msien, Pe Levkoyen, Aste zu reppichbeeien _____Ca Rouleauxstange lang, la. Holzkrahner lick. Blumenküb Blumentopfgitte ßtkS vorräthiß im MiGtisch im von 1 Mi ^Heparatui teerten prompt 1 J^r^ttiSi 20 H ntfouft 2690)" " IN6 Ueri scy* SfftSp Hn 3 «Wilk Eher iqj -fühl, «»wir a«n ist, "kicher i ^N Ass^i »«f-fchr 'prachM"°^ btutgen S 2r- "lung Qu?°nIfe dir WhiNii, un^bens- SLK te-Ä *”Ss ä®S I1 ,lu führen. Bei $ lanqecer Debatte ./urRechtsgq° Eerungsnarlageab- n Ä?aä H°us Qfmsf ruJI9tn an ®eaiQ6 nach wenig W aus Ragusa: achtete Türken sind ^fft; die Bejörde- gasa bchitten. der neuen Panzer- ;m Jabel der nach ■ Liceprästdent des welches den Trinen n hier eingetroffen, f der Darbringung die ehrliche Sache ’te- Die Beiträg: »nfolger, so Die tu n Kaiser empfangen set sich im Zustand befaßen. Auf der e-Kundzebungen an- Claffen und Stände den Kaiser Wilhelm sdrülken. „Golos" Märchen Hemchern Volkes am tiefsten nes Herrschers wie i Stotz ihren ersie.i gch auch der Nuntius sandte durch seinen aus kaiserliche Ordre is „Kaiser Wilhelm" deutschen Kaiser die NlWinopt! vom men M ®enern!8 t, bann $«m u”6 u^enrng. *»» bie hieben unb Stjttli« den Ttten gerann» lieben habe g-dr-h^ rt üiergeben m» Mi benehm, M Stto« Wlderß-»d * an der «- , einem Mo'dml"» welche biefe S* usdrulk' J /T-rrit; i d-treei-nd glli»be-»8laul4 fönen- 1,1 111 ui** -- , ,ae M*- Vermischtes. Darmstadt. 8. Mat. (Post-Personalnachrtchten.) 1) Versetzt sind der Ober- m Raaenstecker von Gießen nach Mayen, und der Post ekretar Rückriem von L ta nach'GieL Ä— ist: der Kaufmann Fr. Kröll in Hirzenhain n tpnherfl ®r Hessen als Postagent; 3) In den Ruhestand getreten ist der $oft= sekre?är Franj Friedrich in Mainz; 4) Gestorben ist der Obertelegraphist Augustin in Mainz. __ — — Literarisches. p.*10 fsübner’8 statistische Tafel (Verlag von Wilhelm Rommel inFrank- . . in i^euer (27) Auflage erschienen. Auch in diesem Jahrgange mtrd in turt a. M.) ist m neue l ) -äiug. b £ Erdtheil umfasiende Auskunft in Betreff “ Sttni ™“ u Zett de? Äe6un0 vo.finblid>en Stande geboten. Den b ruKApn^Pranhernnacn im Orient wurde Rechnung getragen, soweit dies nach dem ÄX Äb« letzten Wochen möglich sein konnte; es ist hierdurch das Interesse des Publikums für diese neueste Auflage der Tafel nur erhöht worden. $ Der Preis dieses schätzbaren Aufklärungsmittels über Große, Regierungsform, R-nölkeruna Heere, Kriegsschiffe, Staatseinnahmen und Schulden, Ein- und Aus- ,^r /c ?ll?r Land» der Erde tst'der bish-ri«-: 5° Psenntge. Handel und Verkehr. Gießen, 14. Mat. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Md. i m hi§ 85 Hühnereier, per Stück 4—5 Gänseeier per St. 9 H, Enteneier, per St. ; t Eäse oer Stück 5-9 T Käsewatte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20^, Linsen, t Vr 25 X Tauben, das Paar 80 V Hühner, per Stück X 1.50 Hahnen per etVl.OO, @nten, p. ®tüc? X 3.43, Kartoffeln, 1°° S Ko.M-. per Pfd-, Kuh- u. Rindfleisch 58-60 H, Schweinefleisch 64 Kalbfleisch 50-56 Hammelfleisch 60—62 heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. rd^en^Kübe'rar Lrieb?" waren" 390 Ochsen, 150 Kühe, 200 Kalber und 300 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 64—66, 2. Qual. X 60 bis 63, Kühe und Rinder 1. Qual. X 61—63, 2. Qual. X 58—60, Kälber 1. Qual. JL 62—64, 2. Qual. X 58—60, Hämmel 1. Qual. X 63—65, 2. Qual. X 54—56, Schweine 1. Qual. X 58—60. Frankfurt, 13. Mai. (Fruchtbericht.) Fortdauernde Lethargie ist die Signatur unseres Marktes. Die Käufe beschränken sich auf das Nothwendigste. Die Hoffnung, daß die Herren Mamertus, Pancratius und Servatius uns kalte Nächte bringen könnten, hat die dringende Offerte etwas eingeschränkt und wenn sich dieselbe nicht erfüllt, so müssen wir voraussichtlich der flauen Tendenz das Wort sprechen: Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 X 38, Nr. 3 X 34, Nr. 4 X 30, Nr. 5 X 24, Roggenmehl °/i (Berliner Marke) X 25, do. II. (Berliner Marke) 21, Weizen, effect. htes. ab Bahnhof hier X 24 —, ab unserer Umgegend X 23.50, do. fremder je nach Qualität X 23.50-24.50, Roggen je nach Qualität X 17-25-18.—, Gerste X 19 bis 23, Hafer X 14.50—16.—, Kohlsamen X —, Erbsen X 19—23, Wicken ^18 bis 16, Linsen X 19-25, Rüböl, detail, X 76. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war nichts; dringend offerirt nichts. (Die Preise verstehen sich sämmtltch per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.) ___________ Berichtigung. Bet dem Herrn Professor vr. Wern her zu Ehren dargebrachten Fackelzug hat nicht, wie wir berichteten, das Musikcorps der Marburger Jäger mitgewirkt, sondern die hiesige Civil-Musikkapelle was wir hiermit rectificiren. SehlfYeberieht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeuffchen Lloyd ?ro n*or t, 11. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Poftdampfschiff Neckar, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 28. April von Bremen und am 30. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen. -H- sind eingetroffen. 2011) WanM-Pressen (2999 empfiehlt L. Möller, Optiker- Wilh. Balser. einckeiroffen. 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Monats, Mittags 1 Uhr, nachverzeichueteArbetten öffentlich wenigst- nehmend in Accord gegeben: Meine Wohnung befindet fich von heute ab in dem Hause des Herrn Oallmirths H. Schnell, Arandgasse. W« Orth, Aetuar.-Aspirant. Bad Üauheim. , ^om i5- Mai ab finden täglich von Morgens 9 bis Abends 5 Uhr Aufnahmen statt. (2983 v4L 120,— 235,— Lieferung von Menage-Bedurfniffen. 2836) Pom 1. Ociober d. I. ab auf die Dauer eines Jahres soll die Lieferung von Fleisch und Victualien nach Gewicht für die Menage-Anstalt des unterzeichneten Bataillons vergeben werden. Hierauf Reflectirende wollen ihre Offerte bis zum 21. d. Mts. portofrei etnsenden. Auch Theil-Lieferungen können zuge- taffen werden. Gießen, im Mai 1878. 1. Bataillon 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116. s Ein Notichuch »ft auf der Straße zwischen dem Feldschlöß, chen und Heuchelheim verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, dasselbe im Feldschlößchen oboebcn zu wollen. Holzversteigerung tm Gießener Stadtwalde. Montag den 20. Mai 1878, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Distrikten Neuheege und Heingesboden nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Brennholz. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Wellen. Nadel 154 237 109 3579 B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 16 Nadel-Stämme mit 4,67 Festmtr., 103 „ Stangen „ 7,68 „ Die Zusammenkunft ist auf dem Exercirplatz bei der Germania. Gießen, am 14. Mai 1878. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 3057) A. B r a m m. Pholograpliisclies Atelier «« <51 Damen- 4* Kind er - <* ar der oben nach neuester Mode angefertigt. Volants, Taschentücher etc. cri gesäumt. t| Solide Arbeit. Mässige Preise. Frau K. Dörr. Mühlgasse 81. Bekanntmachung. 3039) Unter Bezugnahme aus die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Bergwerksgesellschaft Germania zu Kalk bei Deutz unterm heutigen Tage mit dem Eisenerzbergwerke „Stiefkind" in der Gemarkung Grünberg, Kreises Gießen, mit einem Felde von 683300 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerks-Eigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt, den 26. März 1878. Großherrogliche Gber-^orst- u. Domünen-Direction, Berg-Abtheilung. Bose. vdt. Tecklenburg. „per Cassa“ und „auf Zeit“ (gegen entsprechende Kaution in Werthpapieren) zu Tageskursen. Großherzogl. Bürgermeisterei Beuern. I. A.: L. Hahn, 3047) Bezirksbauausseher. Bank- und "W*echselgeschäft Sachs