1878. Samstag, den 16. November srr. 268 Lietzener "Anzeiger Anzeige- unb AmisdM fit btn Kreis Gießen | Schulfiraße B. 18. i zu Fabrikat i im Umtauschi s L°rß-«dn in. H S * iufiert. wmann. RedaettorrSbureau r GxpeditionSvureau r ®ecthot)en. hmann. w<'Joachim. 'sehen BuchbaW (Sperrsitze nnen die Abeni; ?en Concertbes 5S; '■'"Nu >g M: !nck«WW a.c. in gt*1, unW „m#R michtwd-n W'W Uten fit den # * Jur allgemeinen politischen Lage. Der Stillstand, in welchem sich die Aussühru,lg des Berliner Friesens- Beitrages befindet, dauert augenblicklich noch fort. Nicht nur, daß die Pforte Bch immer keine Anstalten trifft, um die vom Congreß geforderten Gebieti-- «diretungen in's Werk zu setzen, auch der in Rumelien und Macedonien aus- «etrochene Aufstand, welcher die Trennung Nordbulgariens vom Süden zu Hintertreiben bezweckt, macht unleugbare Fortschritte. Trotzdem ist die gegenwärtige Lage der Dinge keineswegs so gefahrdrohend, wie es den An- Wien, 13. November. Die „Polit. Corresp." meldet aus PererSburg vom 13. d.: In den mit dem kaiserlichen Hoflager in steter Fühlung befindlichen Kreisen glaubt man, Graf Schuwaloff hätte Instruction erhalten zu gelegentlichem Meinungsaustausch bet der Reife nach Wien mit den maßgebenden Factoren der österreichisch-ungarischen Politik, ^ürde fich die Gelegenheit ergeben, so sei Gras Sckuwaloff ermächtigt, die ernsten Absichten Rußlands zu betonen, den Berliner Vertrag in allen Theilen durchzusühren, und dabei au diejenigen Momente der gegenwärtigen Situation auf der Balkan-Halbinsel hinzuweisen, welche die aufrichtigen Absichten Rußlands lähmend beeinflussen. Rußland könnte seinen aus endgültige Durchführung des Berliner Vertrages gerichteten Absichten nicht kräftigeren Impuls geben, so lange die Pforte den Bestimmungen des Berliner Vertrages bezüglich Montenegros und Griechenlands nicht gerecht werde, und so lange man in Konstantinopel auswetche, die Punkte zu bereinigen, die für die unmittelbare Vereinbarung mit Rußland tm Berliner Vertrage offen gelaffen worden. — Die in Petersburg verbreitere Version, Graf Schuwaloff sei der Üeberbrtnger eines Handschreibens des Kaisers Alexanders an den Kaiser Franz Joseph bedarf der Bestätigung. — Das „Telegr.-Corresp.-Bureau" meldet aus Rom von heute: Die aus Deutschland ausgewiesenen Bischöfe haben an den Vatican ein Memorandum gerichtet, worin sie in Folge erhaltener Aufforderung ihre Anschauungen in Betreff einiger Punkte der Unterhandlungen darlegen. Die Bischöfe sprechen in dem Memorandum auch den Wunsch aus, daß man zu einem billigen Ueber- einkommen gelangen möchte. Portugal. Lissabon, 9. November. Der Zeitung „£) Primeiro de Janeiro" ent- ----------i Lilrsichermigen, daß es auf Kem Boden des Berliner Vertrags zu bleiben ge- . -teufe, nicht fehlen. Lounen XiTlü ZiJto - /»£ r, . ex uhert. _ iJoves1^ E-W AranKreich. Paris. Nach kurzer Pause, welche die Eröffnung der französischen Kammern mit sich brachte, wird Gambetta demnächst wieder mit feinen großen öffentlichen Reden fortfahren. Man kann nicht leugnen , daß bei der Auswahl der zu besprechenden Themata eine große Geschicklichkeit vorwaltet. Zuerst fvrach der Führer der Republikaner über die innere Politik Frankreichs, dann über seine Beziehungen zum Auslande, es folgten die den Eulturkampf vmbe- reitenden Angriffe aus die Klerikalen, darauf in besonverer Rede die Forderun- aen bezüglich der Organisation des Schulwesens und nunmehr wird -ine am 17. Novbr. stattfindcnde Festlichkeit Gambetta Gelegenheit geben, sich über die in den sranzösischen Colonien, namentlich in Algier, nothwendigen Reformen auszusprechen. Es wird das Fest am 17. Novbr. unter dem Vorsitz des Senators Schölcher von der Insel Martinique zu Ehren der Abschaffung der Scla- verei in den französischen Colonien veranstalten. Gambetta aber wird dann mit fast allen Punkten feines Programms hervorgetreten fein, und die thatsach- liche Vorbereitung seiner Candidatur für die Präsidentschaft in Angriff nehmen können. England. London, 13. Novbr. Eine Meldung des „Daily Telegr." aus Pera will wissen, die Pforte hätte die Rectifictrung der griechischen Grenze im Prn'- cipe angenommen und dem griechischen Gesandten die Ernennung vom Delegaten vorgeschlagen. icfOTmtten. M @Ta|en Schuwaloff, des Friedensvermittlers vom vort- aea Frühjahr, hat um so günstigere Aussichten, als alle Mächte, England nicht ausgenommen, den Frieden brauchen, um den wirthschaftlichen Aufschwung ihrer Völker nicht länger zu hemmen. Zudem steht — last not least — im Hm- le^arunde der Action noch immer wachsam und mit allen Kräften aus die Er- bJLm des Weltfriedens bedacht die deutsche Reichsregirung, deren Einfluß sich im entscheidenden Augenblick mit gewohnter Energie und Weisheit geltend Dicken wird. Wir glauben daher, aller Wolken, die annoch den politischen Horizont verdunkeln, ungeachtet, einer fortschreitenden Klärung und Beruhigung rr allgemein en Lage entgegensehen zu dürfen. Die Frage der griechischen Grenzberichtigung scheint durch einen Vorschlag der französischen Regierung, zur Erledigung derselben gemeinsame ernste Vor- fl stellungen der Mächte in Konstantinopel zu machen, in Fluß kommen zu sollen. England hat zwar diesen Vorschlag unter Hinweisung auf die in den betr Grenzbezirken herrschende Aufregung als für den gegenwärtigen Augenvua inopportun bezeichnet, sich aber doch damit einverstanden erklärt, daß die Mächte einzeln cs noch einmal versuchen möchten, die Pforte zur Erfüllung der vertragsmäßig von ihr übernommenen Verbindlichkeiten zu bewegen. Die Griechen werden daher trotz aller begreiflichen Ungeduld für's Erste den Erfolg des bevorstehenden diplomatischen Feldzugs abwarten müssen. Überhaupt lautet die Loosung jetzt allgemein: Aufrechterhaltung des Berliner Friedens! Lord Beaconsfield besonders hat soeben in seiner Rede bei dem Lord-Mayors> Fest die nachdrückliche Erklärung abgegeben, daß die englische Regierung aus der Durchführung der Vertragsbestimmungen fest bestehen werde, und den Verdacht, als gehe irgend eine Macht daraus aus, sich von diesen Bestimmungen kiüsetttg loszusagen, entschieden zurückgewtesen. Selbst Rußland läßt es an d im=£o|i n jh’sWw. ISSEN sei, Plante- den ersten^! Deutschland. Frankfurt, 13. November. Die seit 1871 geplante Nidda- Regu- rung ist durch die Ausarbeitung der Detail-Pläne und die zu Anfang nächster Woche stattfindenden Consercnzen wieder einen Schritt weiter gerückt. Große Hoffnung scheint man auf eine rasche Durchführung in den maßgebenden Kreisen nickt zu hegen, obschon sie im landwirthschaftltchen Interesse geboten ist; gleich- wohl dürste die Ausführung einzelner Bauten nicht ausbletben. Um ^htere ohne Benachthetligung der Angrenzer Herstellen zu können, mußte in der Gestalt eines allgemeinen Projects ein Rahmen geschaffen werden, in den sich die sporadischen Ausführungen einzufügen haben. Zur Ueberwachung derselben ist pro- ponirt, von hessischer und preußischer Seit« je einen Commiffar zu ernennen. Die Regulirung und Melioration soll bei Gronau anfangen und bis zur Mündung der Nidda in den Main geführt werden; 17 preußisch- und 5 hessische Ortschaften sind davon berührt. Die Regulirung des Fluffes geschieht zum Zweck, das Fiußthal von unzeitigen Ueberfluthungen zu befreien unb bag Flußbett unb seine Bauwerke derart anzulegen, daß sie die rasche Abführung des Wassers gestatten. Die Kosten sollen chie einzelnen Gemeinden trägem Magdeburg, 13. November. Die „Magd. Ztg." veröffentlicht eine Erklärung des Viceadmirals a. D-, Werner, aus Wiesbaden, laut welcher er nur für das Brockhaus'sche Conversations-Lexikon die die Marine betreffenden Artikel verfaßte und außerdem in seiner amtlichen Stellung der „Kieler Ztg. osfictelle Marine-Nachrichten zugehen ließ. Hesterreich. “ PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh^ Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ------- Es fraßt fick freilich sehr, ob diese Versicherungen ernst gemeint sind und ' ob nicht die Verhältnisse eine vollständige Durchführung des Friedens unmog« MM lieh machen. Die Ansichten und Absichten der russischen Regierung sind aller Welt bekannt. Schon ist Graf Schuwaloff, nachdem er in Apadia Mi dem ! , ae freier Alkrcmder Berathungen gepflogen, unterwegs, UM mit den nachstbetheiligten dvem* ®Ä"en einer durch die Umstände gebotenen Modistcation, reip. Erweiterung des Berliner Vertrags zu unterhandeln. In Pesth, wo er augenblicklich aushält, wird er aller Voraussicht nach für seine Vorschläge ein geneigtes Ohr finden. Nicht ohne Grund hat Kaffer Franz Joseph dle Delegationen aufgefordert, ihre Bemühungen mit denen der Regierung zu vereinen, um das begonnene Occupationswerk zum Ruhme der M«)narchie und zur Befestigung der innern und äußern Verhältnisse einem glücklichen Ende^ zuzu- slhren. Bedeutsam ist auch, daß die osficiösen Organe der öfterretchffchen Negierung gerade jetzt so viel von den alten Traditionen des Kaiserstaates üben und daran erinnern, wie schon zwischen Joseph II. und der.C^rm Katha- ■tma abgemacht worden sei, daß bet einer Ausdehnung der russffchen Macht- srbäre über den Osten der Balkan-Halbinsel Oesterreich aus Rücksichten des pllittschen Gleichgewichts für sich die Lmie Belgrad - Salonichi fordernmüsse. gewiß Oesterreich sich vor der Hand auf die Organisation der^Verwaltung Bosniens und der Herzegowina beschränken wird, so gewiß wird es spater „och weiter nach Süden vordringen, wenn es zur Gründung eines großbulga- ',d *68erf b"rm2aufOlbeCr Ding- schließlich auch Englaub zwingen wirb, las Unabwendbare geschehen zu lassen, wenn es dabei nur sur sich^die erfor- i.riiche Entschädigung herausschlagen kann, lehrt dessen bisherige HaUung zu tkutlich, als daß man noch daran zweifeln könnte. Lord Beaconsfield selbst tat in seiner neulichen Rede gesagt, die gegenwärtige Lage ber ®inge sei zwar nij,t aber aefahrvoll. Die Ziele, welche er für bte Sicherung bes iudi- sz-en'Re^es ausgestellt hat, werben auf russischer Seite keine Mißbilligung finden. Hat sich boch Rußland schon zu einer Vermittlung bei dem Emir von tlsahanistau erboten unb zur Feststellung einer für beibe M^e Passenden Grenzlinie des Einflusses in Asien bereit erklärt, wenn sich England dafür zu einer neuen Verständigung über die Ordnung d-r Dinge in Europa herbeilassen wolle. )n Beaconsfield's Rede ist nicht das geringste Anzeichen vorhanden, daß er eine solche freundschaftliche Vereinbarung von vornherein zurückweisen sollte, im Gegen« . Ml deutlich genug zwischen den Zeilen zu lesen daß ec nicht zaudern «erde | thun, was ihm zur Sicherung der englischen Interessen nothwend g schemt, sobald sich die" Unmöglichkeit herausstellt, die türk,sch- Verwaltung zu -ÄiKü 'SM nunft bringen. Türkei. Konstantinopel, 12. November. Der Suleiman - Proceß ist noch immer nicht beendigt. Die Aussagen und Erklärungen der Zeugen, welche veröffentlicht werden, haben in militärischen Kreisen große Verstimmung hervorge- ruten. Man hatte geglaubt, daß seine starrköpfigen Angriffe im Schipka-Paffe — trotz aller gegentheiligen Befehle Mehemed Ali's — zu seiner Verurtheilung führen würden, da wenn er dieselben befolgt hätte, die Lom-Eampagne ein anderes Ende genommen haben würde- Es stellt fich nun aber aus den Verhandlungen heraus, daß Suleiman durch Mahmud Dhamat den Befehl erhalten hatte, seine Angriffe im Schipka sortzusetzen und sich diesem Befehle nicht widersetzen konnte, da derselbe vom Palast ausging. Ferner bestätigt es sich, daß, abgesehen von diesen Gründen, der Mangel an Munition und Lebensmitteln die Armee zum Rückzüge nöthtgte und eine Vereinigung derselben mit der Armee Mehemed Ali's schlechterdings unmöglich machte; auch stellt es sich nun heraus, daß ganze Bataillone der Armee Suleiman's vollständig demora- ltsirt waren — in Folge mangelhafter Verpflegung — und vor dem Feinde nicht Stand hielten. Diese Enthüllungen haben auf den Geist eines Theils der Armee den schädlichsten Einfluß gehabt. Der Mangel an Vertrauen und Achtung gegen ihre Officierc hat sich auf die Truppen sortgepflanzt, so daß Desertionen augenblicklich häufiger vorkommen, als je zuvor. Die ernsten Maßregeln, mit welchen Deserteure und Diejenigen bedroht werden, welche ihnen Unterhalt bieten, haben bis jetzt die gewünschten Resultate nicht erzielt. und Earraca (?) spanisch- Kohlen in Gebrauch nehmen sollen; fremde Kohl« ollen nur in Eadix zum öffentlichen Gebot zugelaffen werden. Konstantinopel, 14. November. Russische Truppen in beträchtlicher Zahl find in Adrianopel eingeltoffen. Wien, 14. November. Die „Presse» meldete Das Uebereinkommen zwischen der ungarischen Regierung und dem Rothschtld-Consortium gebt dahin, daß der Bedarf zur Einlösung der Schatzbonds erster Emission mit 76'/, Mill. Gulden nominal durch eine Domainen- Anleihe und der Bedarf zur Deckung des nächstjährigen Deficits und der nächstjährigen Occupationskasten durch eine Emission von ungarischer Goldrente aufgebracht wird. Wien, 14. November. Schuwaloff ist aus Pesth zurückgekehrt und setzt voraussichtlich heute Abend seine Reise nach London fort. Bombay, 14. November. Die ausständige Bewegung in Seistan hat nachgelaffen und ist die Entsendung von persischen Truppen nach dem Schauplatz des Aufstandes eingestellt worden. — Eine ernste Jnsurrection ist in dem Distrikte N-jd in Arabien gegen die türkischen Behörden ausgebrochen. Paris, 14. Novbr. Die Deputiitenkammer erklärte in ihrer heutigen Sitzung mit 266 gegen 18t Stimmen die Wahl des Bonapartisten de Bourgotng im Departement Nievre für ungültig._______ Telegraphische Depeschen. SBefl*«’» telegt. «»mfp»*»«*! - »*«««*. Darmstadt, 14. November. Prinzessin Victoria befindet sich aus dem Wege der Besserung; auch bei Prinzeß Alix ist leichte Besserung ein- getreten. Darmstadt, 14. November. Nachdem ein gestern in der „Darmst. Ztg.» erschienenes Bulletin die Erkrankung der Prinzessinnen Victoria, Irene, Alix und Marte, Töchter des Großherzogs, an Diphterie gemeldet hatte, be- richtet ein Bulletin von heute, daß der Erbgroßherzog Ernst Ludwig von der gleichen Krankheit befallen ist. _ .. Darmstadt, 15. November. Die soeben ausgegebene „Darmst. Ztg. meldet: Auch Se. König!. Hoheit der Großherzog ist seit gestern Abend an Diphterie erkrankt. , o Berlin, 14. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das „Frkftr. Journal" bringt Mittheilungen über die Art und Weise von im Gang befindlichen Verhandlungen mit Rom, wonach dieselben zwischen v. Keudell und Nina geführt werden auf Grund einer genau sestgestellten Instruction. Diese Notiz ist nicht, wie verschiedene Blätter bet Wiedergabe derselben behaupten, offiziös, denn sie ist unrichtig. Pesth, 14. November. Das Unterhaus begann heute die Adreßdebatte. Wien, 14. November. Der Wiener Gemeinderath beschloß, sich an dem festlichen Acte des Einzuges der aus Bosnien zurückkehrenden Truppen zu bethetligen. Pari4, 14. November. Der Schriftsteller Taine ist zum Mitglied der Akademie gewählt. Versailles, 14. November. Die Deputirtenkammer hat die Wahl des Bonapartisten, Baron Bourgoing, für ungültig erklärt. Die Discusston über die Gültigkeit der Wahl des ehemaligen Ministers Fourtou wurde auf Montag anberaumt. Die Budgetberathung wird am Donnerstag beginnen. Konstantinopel, 14. November. Die internationale Commission zu Philippopel nahm das Reglement bezüglich der Verwaltung Ostrumeltens mit geringen Modificattonen nach dem von der Pforte vorgelegten Entwürfe an. Madrid, 14. November. Ein Schreiben aus Tanger berichtet von zwei daselbst vorgekommenen Cholera-Sterbefällen und von mehreren Cholera- Erkrankungen. — Der Martnemintster hat bestimmt, daß die Arsenale in Ferrol Lokal-Notiz. Gießen, 15. November. Die in Frankfurt a. M. erscheinende conseroNtve Deutsche Rdchspost" enthalt einen Artikel von hier unteren 10. d., welcher folgendermaßen lautet: (Sestern Abend erhielten die beiden mit dem 1. Octo der d I. in dm Ruhestand versetzten Professoren, Geh. Kirchenrath Dr,$effe unb Ktrchenrath Dr. Köllner einen sehr solennen Fackelzug, an dem sich mit Ausnahme von 3_®oryi anb der Wingolfiten die ganze Studentenschaft bethetligte. Dr. Köllner sprach öffentlich m den Studirenven, die von einem großen herzu gestromten Publckum umgeben wäre-, Dr. Hesse auf dem nachfolgenden Bankrt. Die beiden Männer dürfen in der öffentlichen iteterltdrfett immerhin eine nicht unbedeutende SatiLfaction finden, da allgemein bekannt tft, daß sie gegen ihren Willen penfionirt worden sind- Daß die beiden Gruppen der Corps und der Wingolfiten sich an dem Fackelzuge nicht betheiltgt haben, Ihm der Bedeutung des Vorganges keinen Abbruch- Das liegt in den äußeren Verhältnissen her Verbindungen zu einander. Die Wingolfiten haben aber ihrerseits noch vor dem Fackelzuge eine solenne Abordnung an die beiden gefeierten^Männer abgesendet, um ausdrücklich zu erklären, daß ste nur wegen der äußeren Verhältnisse der Verbtndungm keinen Thetl nähmen, dagegen durch diese solenne Abordnung um so mehr ihrer Aa» erkennung der Verdienste der beiden schddenden Lehrer Ausdruck geben wollt«. Man sieht, daß die Studentenschaft anders über die Thattgkett und Verdienste der belbeu (noch sehr rüstigen) Männer, urtheilt, als ein gewisser Artikel tn 6er »Darmstädter Ästung', in welcher eine solche Auslassung am wenigsten hatte erscheinen sollen, über deren Werth und Urheber das Urthdl hier übrigens nicht zweifelhaft ist. Gießen, 15. November. (Musikalisches.) Zwei Jahre find verfloffen, seitdem fierr Concertmetster de Ahna aus Berlin bei 1einem Auftreten in einem MuseumSconccrl ttlbFrank^urt in^hiestge^r Staot concertirte. Auch diese« mal ist die gleiche Veranlassung, durch welche es allein möglich geworden, das Concert Sonntag den 24. November zu veranstalten. Von jenem Künstler befreundeter Seite ist da« Arrangement deffllbm gerne detzhalb in die Hind genommen, weil allen Musikfreunden unserer Stadt und Umgegend durch das Horen dieser hervorragenden Jite^preten für die V wliae und das Ptanoforte — Hrrr Mustkdtrector Enzian auS Creuznach — ein Mer ®enuft bereitet werden wiro; den Musikoerftändigen aber durch daS vorzügliche und echt claisische Programm. Verweilen wir für heute bei Nr. 4 desselben, bem dH en beb ohn'schen Volinconcert, der nach Beethovens Concert geistig bedeutendsten Solocomposttton für Violine, an welche sich die größeren Concerte L-vohrS bezüglich ihres Kunstwerthes dann anreihen. Zur würdigen, tm ® d|t be« Compon sten g^- haltenen Wiedergabe dieses Werkes gehört ein Künstler wie de Ahna, bet dem zugleich als Musiker jede handwerksmäßige Auffassung, dieser edel gestalteten, poesieoollen Composition ausgeschlossen ist, und der uns dieselbe mit feinster Detallltrunz deS In^ haltes musikalisch vortragen wird- Manche einseitigen Virtuosen, welche bet dem Vorträge dt!ses Werkes nichts wdter als ihre Technik zeigen wollen, verfallen besonders bei Wiedergabe des Finales in den Fehler, daß sie ein Tempo wählen, welche» schUeßlich durck das Ueberjngen an Undeutlichkeit grenzt. Allerdings mutz daS Finale wie ein > Spiel neckischer Geister dahtnfltegen und ist frisch, mit übersprudelnder Laune ausrn» । führen. Wir freuen unS aber auch ganz spectell auf den Vortrag deS Andante«, dessen Hauptthema einfach und innig zu halten ist^und im Herrn de Ahna ^ww zinnern ' an den Vortrag des Adagio« aus dem 9. L>pohr scheu Concert vor twet Jahren i einen der besten Interpreten findet. Einem folgendem Artikel die Bestechung der wetteren Nummern des Programms und der beiden anderen ausübenden Künstler ”OrbC6®icfien, 15. November. Die von uns in letzter Nr. beregten zwei ZuchtM>l<- mrtren nan, adäbrltche Verbrecher. Der eine kleinere, mit Namen Koch, war unlängs: in Mainz wegen Mord an seiner Geliebten, welcher er 3 2 M e ff erst ich e betör ach te, zuu Tode verurthetlt worden- Der andere, ein gefährliche Einbrecher, hat Zuchthaus abzubüßen. Diese Beiden versuchten in Martenschloß auS-ubrechen, wur"- aber durch die Wachsamkeit deS Postens daran verhindert und zur Anzeige gebrach, vom Bezirksstrasgericht zu einer Nachverbüßung von je 1 Jahr Zuchthaus verurtheil, Gegen dieses Urtheil legten sie Berufung au Großh- Hofgertcht em, welches jedoch b selb^e verwarf. Wie gerechtfertigt die starke Bedeckung gestern war, belehrt unS et« Ratt» im beuttaen Wett-Boten", wonach der Mörder dem einen Gendarmen, welcher Wäräflrngc amtn tronsvorttrt.^durchging. G-dacht.S Blatt ichrE B«> bach, 14. Nov. Heute früh entsprang ein auS dem^ Zuchthaus MarKnfchloß z Untersuchung nach Gießen transporttrter Sträfling zwischen Griedel und Butzbach der zur Aufsicht beigegebenen Gensdarmen. Der betr. Sträfling, welcher die Rtchtur^ nach dem Griedcler Walde eingeschlagm hatte, wurde dahin> verfolgt und müer H i leistuna unserer hiesigen GenSdarmerie bald darauf im Walde selbst wieder verhas^ so daß derselbe mit dem nächsten Eisenbahnzug seinem vorläufigen Bestimmung Gießen überbracht werden konnte. w __An Stelle des schwerkrank in Darmstadt liegendm Herrn Prof. Bo hat Herr Dr. Krönlein, gegenwärtig -weiter Assistent de« Herrn Prof-Langen in Berlin, die Funktionen des Director« der chirurgischen Klinik übernommen- __Die Inhaberin eine« hiesigen SchirrngefchäftS ist in Frankfurt weg» Betrugs verhaftet worden. , , , __Nach den „Oberbeff. Nachr." wird Herr Prof. EareiSseinm Wählte in Sdmftm in btr erften Hälft- des D-c-rnb-rs Bericht über die ThätHkrit d-r R-ich- !a°ktn b-rl«tzt.n S°sst°n erftatten. Ob uns-r Abg-°rbn-t-r H-rr °. R -b -n°u, °u» feiner Wählerschost einen solchm Bericht erstatten will, konnten mir nicht in Erfahrurl bringen^ _ vorletzter Nummer war unter den -"wischten In,eratm die,es »l-tt- -tn Poem enthalten, welches bie Stubenten mst Hirschen nnb Hasen vergl ch und denn L!»NL!4^ sind bereits zur Anzeige gebracht. .fnlhrr ftbcI __Gestern Vormittag ging dn fremder Herr, anscheinend ein Reffender, ben Lindenplatz, olS plötzlich dessen eine Brustsette zu rauchen und zu brennen a^iH Der Herr sdbft will vorher einen Knall vernommen haben. Jedenfalls llegt!hier schlechter Streich mit einer FeuerwerkS-Cigarre oder sonst explodirendem Körp welcher dem Manne gespielt wurde. D(r, __Wegen fortgesetzter Ruhestörung wurde gestern Abend ein Schlosser hastet. »immt d-r „Köln. Ztg.» folgend-Einzelheiten üb« den Streit zwischen England und Portugal einerseits und dem König von Dahorney mrdererselts. Dieser König hatte einem in der Stadt Lagos ansäsfigen portugtsischen Händler Namens ^anacio de Souza Magalhaes Auftrag gegeben, verschiedene Einkäufe für ihn zu besorgen. Nachdem d-r Auftrag ausgefühct worden, verweigerte der Kömg die Zahlung, in Folge dessen d-r Händl-r nach Abom-y, Hauptstadt des Königreichs und von Ajuda einige neunzig Meilen entfernt, reiste, um dort seine Ansprüche geltend zu machen. D-r R-gerkönig bezahlte nicht nur nicht, sondern ließ den Magalhaes und seine ihn begleitende Gattin in Fesseln legen und em- sp-rr-n. Damit nicht zufrieden, und fürchtend, daß der Gouv-rneur der Festung San Zuan Bautista de Ajuda von der Sache Kenntniß erhalten und ihn an« greifen würde, lud er d-nf-lben in der li-b-nswürdtgst-n Weise zu einem Besuche -,n Der Officier, welcher nichts Böses ahnte, verließ das Fort in der Begleitung von nur sieben Soldaten und begab sich nach Abomey^ Kaum waren sie tn Gegenwart des Königs angelangt, so sahen st- sich auch schon von einer großen Anzahl Soldaten und Amazonen (der aus Frauen bestehenden Leibgarde des Königs) umringt, welche sie fesselten und wie Magalhaes und seine Frau in's G.sängniß absührten. Nach den letzten Nachrichten befanden srcb noch alle in Haft, und sollen namentlich die Soldaten die Zielscheibe des Spottes fein; d-r König zwingt sie, ihn täglich durch militärische Ex-rnli-n zu zerstreuen. Alle fremden Unterthanen, di- in Whydah ansässig sind, einschließlich des englischen Consuls, find verhaftet worden. Man gestattet ihnen nur an Bord der im Hafen liegenden schiffe zu gehen, wenn sie eine bedeutende Summe bezahlen, und selbst dann werden sie von einer statten Wache begltttet, welche sie bei dem ersten Fluchtversuch« zu tödten droht. Dem englischen Eon- sul ist das Briesschr-chen untersagt worden. Di- R-gierung-n von Portugal und England sind -ntschloff-n, den König von Dahomey als Piraten zu behandeln, besonders weil er den Vertrag verletzt hat, den er im vorigen Jahre mit England abschloß und worin er fich verpflichtete, die in Dahomey ansässigen europäischen Kaufleute nicht mehr in's G-sängniß zu stecken. Von England erfährt man, daß der Rest der Besatzung des Fort von Wan Juan Bautista de Afuda, bestehend aus einem Sergeanten, einem Gefreiten und fünf Soldaten, ebenfalls in die Hände des Königs von Dahomey gefallen ist. Die portugiesische Regierung hat befohlen, daß von Santo Tome ein Kanonenboot nach Ajuda abaehe aber wider damit noch mit den wenigen Soldaten, di« sie auf der Küste von Guinea besitzt, wird man den König von Dahomey zur Ver- HÄ liiid 1 Äh w-rd" «ÄgtlA >nu! . ... von W An - i **L't mit B Äl f» Äv m(( Hilt « -b« Eto llmdruck in ,i»idlt empfiehlt Husten, Heiserkeit, Catarrhe, A1H- MI mungsbeschwerden, Keuchhusten, überhaupt B^ust- und Halsleiden, mit Eisen für blutarme Per- (7O3S Emil Fischbach. Gerichts zu Lich erforderlichen Schreinerarbeiten, veranschlagt zu Glaserarbetten, „ „ Eti-ngußlieferung (Abtrtttsröhren und Dachfenster), Schleier^ eid. Foulards u. Schleifen in reicher Auswahl, zu äußerst billigen Preisen, empfiehlt Julius Schulze, Eingesandt. Gießen, 15. November. In dem ersten Wtnter-Concerte des hiesigen Concert- Vereins wurde vielfach die Beobachtung gemacht, daß ein großer Theil der anwesenden Damen mit Hut und Mantel im Saale erschien und 6etbc§ während des Concertetz nkbt ableote, obgleich die Temperatur ziemlich weit vom Gefrierpunkt entfernt war. Welchen Eindruck muß eö auf die bei uns gastirenden Künstler machen, wennl sie i, welche bei dm Ssr- 1 n, verMMn! »len, aelchü MW 16 das ubelnber des MMM Ahna - h vor |wel ZW' bleibt die WM B ausübenden M iflten MtZnchP n Koch, war w ^stiche betbrach'-i - * hat iah^? , ausrubrechea, ^ iur SnzeiSt iJJ ,tn welches gu«** ;r;*‘ gnfrtat 7026) Anfang S Uhr. — JEntree frei.______ Ein leichtes einspänniges Köln-Gießener Lahn. Roll- oder Oeeonomiewägel- Im Saale des Cafe Leih Ium ersten Male in Gießen. a3 grosse Briilaut-Vorstelliingen vom Professor Eöning aus DreSven, Sonntag, Montag und Dienstag, den 17. 18. und 19. November 1878: großes 3iuiöer=2flfnter, verbunden mit den großartigsten Original- Geister- und Gespenster-Erscheinungen, sowie mit den neueste Produktionen aus dem Gebiete der modernen Talon-Magie, Physik, Illusion und Bauchsprache. Verantwortliche Redactton: A. Scherz da. — Druck und Verlag der Brüh loschen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Betreff ßte-actiottSb ^xpeditton^ In K sscialdkmokratiji Aus Datum tztr '^elanntmachv Verbots. 1878. 23. Dctober. 24. October. 25. October. 27. October. e 25. October. 2C. October. October. October. Lctober. October. I Öttvber. ^'vbrr. Octoh^ *' P10yem6eri